|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
11 Rezensionen
|
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
|
|
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst
|
|
66 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Zeit zu leben und Zeit zu sterben" von Erich Maria Remarqe,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Zeit zu leben und Zeit zu sterben (Taschenbuch)
Dieses tragisch gestimmte Buch gehört zweifellos zu einem der gelungensten Werke Erich Maria Remarques. Mit schonungsloser Offenheit berichtet der Autor über die Kriegserlebnisse der deutschen Ostfrontsoldaten während des 2.Weltkriegs. Remarque geht dabei einer ganz entscheidenen Frage nach: Inwieweit trägt auch der einfache Soldat Verantwortung für seine Beteiligung am Kriegsgeschehen und seiner Greueltaten? Dieser zentralen Frage stellt sich der Protagonist des Buches, Ernst Graeber. Er wird als Frontsoldat im Frühjahr 1944 auf drei Wochen Heimaturlaub nach Hause geschickt. Er sucht den Frieden seiner Jugendtage und hofft, in der Zerrissenheit und der inneren Unruhe die ihn plagen, die Antworten für die grauenvollen Kriegserlebnisse und seiner eigenen Mitschuld daran zu finden. Er entdeckt allerdings, dass der Krieg auch vor seiner Heimat längst nicht mehr Halt gemacht hat. Sein Elternhaus ist zerbombt, seine Eltern werden vermisst; aber in all dem Getose lernt er Elisabeth kennen, deren Vater im KZ sitzt - und mit ihr, die Liebe. Wie zwei Verlorene klammern sich die beiden aneinander und vielleicht ist ihre Liebe nur deshalb so vollkommen, weil das Unglück um sie herum so groß ist. Es beginnt ihre Zeit zu leben. Und doch währt ihre kleine Oase des Glücks nur wenige Wochen, denn die Rückkehr an die Front rückt für Ernst unwiderruflich näher. Und die Antwort, die er mit Hilfe seines alten Lehrers Professor Pohlmann findet und insgeheim längst weiß, führt unausweichlich in die Katastrophe... "Zeit zu leben und Zeit zu sterben" ist ein ergreifender und zugleich desillusionierender Roman, der ein Stück weit die Hoffnung auf Menschlichkeit nährt. Remarque ist es in beeindruckender Weise gelungen, zwei verschiedene Genres miteinander zu verbinden. Wie kaum einem anderen Autor gelang ihm der schriftstellerische Spagat zwischen hohem Anspruch und fesselnder Unterhaltung. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Lebe den Tag,
Rezension bezieht sich auf: Zeit zu leben und Zeit zu sterben (Taschenbuch)
Ich habe fast alle Remarque Bücher gelesen und dies ist eines der besten.Das Thema der zweite Weltkrieg kurz vorm Ende und der Held ein Veteran der schon überall gekämpft hatte und jetzt den ersten Urlaub von der fast zusammengebrochenen Ostfront in d.Heimat hat.Der 4 wöchiger Urlaub ist auch die erste Zeit die der Soldat zum Denken hat.Die Zerstörung der "heile" Welt und die Konfrontation mit der Schuld die er empfindet.Hier in der zerstörrten Stadt sucht er nach seine Eltern ,nach e. Liebe ,e. Sinn im Leben und nach Wiedergutmachung und Erlösung von Selbstzweifeln.Er baut seine neue heile Welt die er dann zum Schluß wieder verlassen muß um weiterzukämpfen für einen verlorenem Krieg .Da ist auch die Tragik der Figur das neue Aufbauen einer "Existenz " als Mensch und dann der erneuter Verlust.Es ist ein Roman über die Sinnlosigkeit menschl.Handelns die im Krieg am besten zu sehen ist und die Besinnung auf das Substantielle.Es ist aber auch ein Roman über Schuld,Liebe und tiefe Menschlichkeit die wie alles im Leben bitter bestrafft wird.Lebe den Tag und kauf dieses Buch.Unbedingt zu empfehlen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zensiert oder unzensiert? Welche Fassung hätten Sie gerne?,
Von
Rezension bezieht sich auf: Zeit zu leben und Zeit zu sterben (Taschenbuch)
Erst seit 1989 ist eine Version erhältlich, die sich an das Original von Remarque anlehnt. Man musste aus dem Englischen rückübersetzen, da das ursprüngliche Manuskript verloren gegangen ist. Die 1954-er Version wurde vom Verlag wesentlich verändert, man könnte auch zensiert sagen. Beispiele:S. 136: "Die einzigen wirklich modernen Institutionen sind - mit allem Respekt - die Konzentrationslager. Sie können Hunderte von Leichen am Tag beseitigen. Die neuesten Methoden." S. 175 "Erst eine Lage Holz und dann eine Lage Menschen, und jede Lage muss ihr eigenes Holz heranschleppen und sich dann drauflegen und wird dann in den Hinterkopf geschossen - Allerhand, was?" Wundert es Sie, dass im Jahre 1954 niemand derartiges lesen wollte? Noch viel weniger wollte man ein Ende, wie Remarque es vorgesehen hatte: ein schonungsloses Eingeständnis. Und so wurde gestrichen, ergänzt und geändert bis die Aussage dem Zeitgeist der Verdrängung angepasst war. Erfreulicherweise hat der Verlag daraus jedoch kein Geheimnis gemacht, sondern die Änderungen in einem Nachwort von Tilman Westphalen zumindest teilweise offengelegt. Zum Inhalt des Buches: Es ist in drei Abschnitte eingeteilt: Front - Heimat - Front. Die Truppen in Russland befinden sich auf dem Rückzug, offiziell Verkürzung der Linien genannt, um die geheimen Waffen in eine günstige Angriffsposition zu bringen. Propaganda, die nur noch die wenigsten glauben. Ernst Graeber, der nach zwei Jahren an der Front erstmals wieder auf einen Urlaub hofft, gesteht in einem Gespräch mit Fresenburg, dem einzigen Menschen, dem er traut, ein, dass er durcheinander ist. "Ich habe verdammt spät angefangen nachzudenken. Ich bin nicht stolz darauf." Fresenburg rät ihm in der Heimat den Religions- und Geschichtslehrer Pohlmann aufzusuchen. Die Heimat - ein Ort namens Werden - ist zwischenzeitlich vom Krieg eingeholt worden. Das Haus von Graebers Familie ist zerstört. Sechs Luftangriffe in 14 Tagen hat die Stadt gesehen. Zunächst versucht er seine Eltern zu finden. Im Laufe der ersten Tage trifft er auch einen ehemaligen Schulfreund, der es zum Parteibonzen gebracht hat: Alfons Binding, der erste Mensch, der ihm vorbehaltslos hilft. Und er trifft Elisabeth Kruse, mit ihr verbringt er mehr und mehr Zeit. Anstelle von Schlachten beschreibt Remarque in diesem Buch vor allem die Leiden der Zivilbevölkerung, der Krieg hat die Heimat erreicht. Während Graeber zusammen mit Elisabeth im Bunker Zuflucht vor den Luftangriffen sucht, verliebt er sich in die junge Frau. Ein paar Tage Glück für einen Soldaten, der wieder zurück an die Front muss. Er findet aber auch Zeit Pohlmann zu besuchen und ihm die Frage nach seiner Mitschuld zu stellen; S. 184: "Ich möchte wissen, wie weit ich an den Verbrechen der letzten zehn Jahre beteiligt war", sagt er. "Und ich möchte wissen, was ich tun soll." Ernst Graeber macht es sich nicht so einfach wie Alfons Binding, der nach der Devise lebt: "Verantwortlich kann man nur für das sein, was man selber getan hat. Und auch das auch nur, wenn es nicht auf Befehl war." (S. 177) In dem Gespräch mit Pohlmann erkennt Graeber, dass nur er selber die Antwort auf seine Frage geben kann. "Jemand andern zu fragen heißt immer noch versuchen, einer Entscheidung auszuweichen." (S. 187) Erst gegen Ende des Buches fällt Pohlmann eine Möglichkeit ein, Graebers Frage zu begegnen: man müsse an das Gute im Menschen glauben. "Haben Sie nie daran gezweifelt?", fragte Graeber. "Doch", erwiderte der alte Mann. "Oft. Wie könnte ich sonst glauben?" Schuld und Mitschuld - Remarques erzählt in diesem Buch nicht nur eine Liebesgeschichte inmitten einer sich in Auflösung befindlichen Welt. Sein Anliegen ist auch, die Vergangenheit schonungslos offenzulegen, so wie er es in seinem Aufsatz für den amerikanischen Geheimdienst beschrieben hat (Praktische Erziehungsarbeit in Deutschland nach dem Krieg): das Ideal des militärischen Gehorsams durch das Ideal der persönlichen Unabhängigkeit ersetzen. Mit Fakten arbeiten. Zuletzt noch eine Besonderheit von Zeit zu leben und Zeit zu sterben: normalerweise sterben all die großen Frauenfiguren von Remarque. Er liebt es - so scheint es mir - deren Souveränität im Angesicht des Todes zu zeigen. Nicht so in diesem Fall. Elisabeth überlebt. Mein Fazit: Ein Buch, für das ich gerne mehr als nur fünf Sterne vergeben würde. Für all diejenigen, die nur die alte Version kennen: es lohnt sich die unzensierte Variante neu zu erleben. Unbedingt empfehlenswert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wo die Verzweiflung Wurzeln schlägt, ist auch der größte Wunsch nach Hoffnung.,
Von Timo Brandt "Ways are, there you go" (Quickborn) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Zeit zu leben und Zeit zu sterben (Taschenbuch)
Eigentlich sind es eher 4 1/2 Sterne, aber das kann man nicht einstellen.Der junge Soldat Ernst Gräber hat keine wirkliche Hoffnung mehr, jemals seinen schon zweimal verschobenen Urlaub zu bekommen. Während er in einem russischen Dorf sitzt, Partisanen erschießen muss und tiefgründige Gespräche mit seinen Kameraden führt, die sich meistens um Leichen und Russen drehen, denkt er, obwohl betäubt vom Krieg, intensiv über seine Erlebnisse nach. Dann wird er abberufen, 3 Wochen Heimaturlaub. Er kommt mit großen Erwartungen, die schnell ernüchtert werden, in ein zerstörtes Werden, in eine Stadt mit Ruinen, voller Schutt, Dunkelheit und Angst. Die Suche nach seinen Eltern bleibt erfolglos, dafür lernt er Elisabeth kennen. Ihr Vater ist im KZ und sie wohnt mit einer Funktionärin der Nazis unter einem Dach. Aus einer zarten Annäherung wird schließlich eine Freundschaft, dann eine Zweckgemeinschaft. Die beiden heiraten, damit Elisabeth Geld vom Staat bekommt. Auch lernt Gräber einige Personen und mit ihnen den Mikrokosmos der Schuttwelt kennen: Einen SS-Funktionär, der ihn mit Essen überhäuft, ein verrückter Luftschutzwart und einen Lehrer, der für der Untergrund arbeitet, um nur einige zu nennen. Sein Urlaub ist fast um, als Elisabeth und er sich in einander verlieben. Die beiden schaffen sich eine Idylle und finden Glück im Gegenüber. Doch Ernst muss wieder an die Front, die sich inzwischen der deutschen Grenze um 120 Kilometer genähert hat. Obwohl der größte Teil des Romans in der zerstörten Stadt Werden spielt, ist der Teil der an der Front spielt um einiges belebter, spannender und näher am Geschehen dran, was nicht heißt, dass der Rest schlecht ist, im Gegenteil. Er ist eben seicht, mit vielen Darstellungen des einfachen Glückes und mit vielen philosophischen Ausflügen, in die Herzen des Protagonisten und der anderen handelnden Figuren. Remarque zeichnet das Leben, welches in den Trümmern der Stadt weiter besteht, so genau, als hätte er es noch am selben Tag gesehen und sogleich niedergeschrieben. Einige Wiederholungen schmücken das Buch, als wären es spezielle remarquesche Stilmittel: Luftangriffe, das Trinken von Alkohol, das Reden über das Ende des Urlaubs, das Reden über die Liebe, das Leben und das Glück. In vielen Dialogen stellt Remarque die Beziehung zwischen Ernst und Elisabeth dar. Er schafft es dabei, das Thema Schuld ziemlich flach und unterschwellig zu halten und geht eher auf grundlegende Dinge ein. Die Dialoge sind teilweise wirkliche Meisterleistungen der Philosophie und des geschrieben Dialogs: "'Ich habe viel über sie nachgedacht Gräber. Und ich habe auch über das nachgedacht, was sie mir neulich gesagt haben. Es gibt keine Antwort darauf.' Pohlmann stockte und sagte dann leise: ' Nur eine. Man muss glauben. Glauben. Was bleibt uns sonst?' 'Woran?' 'An Gott. Und an das Gute im Menschen.' 'Haben sie nie daran gezweifelt?' fragte Gräber. 'Doch', erwiderte der alte Mann. 'Oft. Wie könnte ich sonst glauben?'" Insgesamt wirkt der der Roman trotz, oder gerade wegen dieser Fülle, seltsam langatmig, aber man kann immer wieder in ihm versinken. Ein bisschen eintönig sind auch die kunstvollen Metaphern und Beschreibungen der Umwelt, doch wenn man auf den Roman zurückblickt, spürt man, dass sie ein nachhaltiges Bild hinterlassen haben. Alles in allem, bleibt Remarque ein Mann, der über den Krieg und seine Welt schreiben kann, ohne allzu offensichtlich zu kritisieren und ein Mann der über die Liebe schreiben kann, ohne sie zu kitschig oder pompöse auszuschmücken. Gerade letzteres, macht ihn zu einem wirklich lesenswerten Schriftsteller. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zeit zu leben und Zeit zu sterben,
Von Lizzy Bennett (frankfurt am main) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Zeit zu leben und Zeit zu sterben (Taschenbuch)
Das ist ein Buch, was man auf alle Fälle weiterempfehlen kann. Ist nicht für Kinder, sondern für Erwachsene, reife Menschen, die bereit sind die bitter böse Realität mit allen guten und schlechten Seiten wahrzunehmen und zu akzeptieren. Ich war persönlich sehr angenehm überrascht vom Buch, nicht wegen dem Ende, sondern wegen der gut eingerichteten Atmosphäre. Wie auch andere Bücher von Remarque ist dies eins der besten. Es ist echt! Empfehle es auf alle Fälle allen durchzulesen, ist wirklich gut.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
An morally obligatory read,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Zeit zu leben und Zeit zu sterben (Taschenbuch)
Lessing said that "History should not obscure our minds but enlighten our reason." Remarque has written the perfect book for this purpose. It has the perfect title, the perfect beginning, the perfect middle and the perfect end. It is a very moving and important book, in every way remarquable.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5.0 von 5 Sternen
Zeit zu Leben und Zeit zu Sterben,
Rezension bezieht sich auf: Zeit zu leben und Zeit zu sterben (Gebundene Ausgabe)
Gebrauchtes Buch, Zustand wie beschrieben, Verpackung war einwandfrei, Lieferung traf innerhalb kürzester Zeit ein - Prima. Für Bücherwürmer ist evtl. noch das Ausgabejahr von Interesse.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
WORUM GEHT ES?,
Von
Rezension bezieht sich auf: Zeit zu leben und Zeit zu sterben (Taschenbuch)
Eine Liebesgeschichte in der Endphase des 2. Weltkrieges. Das Buch beginnt an der Ostfront. Die deutsche Armee ist de facto geschlagen und befindet sich auf ihrem "siegreichen" Rückzug. Der Soldat Ernst Graeber erhält nach endlos langen Jahren endlich Urlaub und kehrt in seine Heimatstadt zurück. Dort findet er aber nicht den erträumten mütterlichen Kaffeetisch sondern eine Ruinenlandschaft vor, in der er die eigene Strasse nicht mehr wiedererkennt. Bei der Suche nach den Eltern lernt er Elisabeth kennen. Beide verlieben sich ineinander, heiraten und müssen sich dann rasch wieder trennen, weil Ernst zurück an die Front muss, wo er kurze Zeit später den Tod findet.WIE IST ES GEMACHT? Der Einstieg in den Roman ist Weltliteratur. Wie Remarque die Unmenschlichkeit des Krieges schildert, indem er beschreibt, wie anders die Leichen in Afrika und in Russland riechen, wie die Toten aus dem schmelzenden Schnee auftauchen - zuerst die Januartoten, später die Dezembertoten, auf die die Waffen der Erstgenannten herabgesunken sind, umfasst auf wenigen Seiten den ganzen Horror, dem die Soldaten ausgesetzt sind. 1954 erschienen - hat hier ein Autor die Offenheit über die Verbrechen, an denen die Wehrmacht beteiligt war, ebenso so schreiben wie über die Gräueltaten in den KZs, über das Klima von Bespitzelung und Denunziation im Schützengraben wie im Luftschutzkeller, darüber wie die Menschen in dieser exixstentiellen Bedrohung nicht solidarisch werden sondern häufig bösartig reagieren. All das war seinerzeit für die Deutschen wohl nicht aushaltbar - denn der Kiepenheuer und Witsch Verlag bestand auf radikalen Kürzungen und Veränderungen, die Remarque widerstrebend vornahm. Verwiesen sei hier auf das sehr verdienstvolle Nachwort der jetzt ungekürzt vorliegenden Ausgabe, das diesen Literaturskandal beschreibt. Daneben gibt es aber auch eine Reihe von kritischen Einwänden. Zeit zu leben ist sicher nicht Remarques stärkster Roman. Die Dialoge sind über weite Strecken ausgesprochen hölzern, wobei die Personen ständig halbphilosophische Sinnsprüche von sich geben. Wenig geglückt ist es auch, dass die Heimatstadt nicht konkret verortet wird. Immerhin spielt der Roman in einer ganz konkreten geschichtlichen Zeit. Die Nebenrollen sind sehr eindimensional auf eine Eigenschaft heruntergeschnitten: Der aufrechte Pfarrer, der bigotte Kirchenmann, der sadistische Nazi, der anständige Lehrer, die böse Denunziantin. Auch irritiert, dass der Leser am Beginn des Buches sicher rund 30-40 Seiten lesen muss, bevor sich die Gestalten der Soldaten von einander zu unterscheiden beginnen. Aber: All diese Einwände ändern nichts daran, dass die Lektüre des Buches dringend empfohlen wird. WER IST DER AUTOR? Remarque wurde 1898 geboren. Er arbeitete als Lehrer und Redakteur. Seine traumatischen Erfahrungen im ersten Weltkrieg verarbeitete er in dem weltberühmten Roman "Im Westen nichts Neues". Als die Nazis an die Macht kamen, wurden seine Bücher verbrannt. Er selbst musste emigrieren, lebte in der Schweiz und in den USA. Er starb 1970. DER ERSTE SATZ: Der Tod roch anders in Russland als in Afrika. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine Zeit zu Leben eine Zeit zu Sterben,
Von
Rezension bezieht sich auf: Zeit zu leben und Zeit zu sterben (Taschenbuch)
Der Roman Zeit zu leben und Zeit zu sterben ist eine spannende Lektuere ueber den zweiten Weltkrieg. Die Einstellung von Remarque ist etwas einzeitig gegen die Deutschen. Die Kriegshandlungen an der Ostfront und in den Staedten wirken ueberzeugend. In all den trostlosen Geschehnissen wird eine Liebesgeschichte dargestellt, die Hoffnung auf die Zukunft vermittelt. Dieser Kriegsroman ist empfehlenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Der Abstand war wohl zu groß,
Rezension bezieht sich auf: Zeit zu leben und Zeit zu sterben (Taschenbuch)
Ich mag die Romane Remarques.Wie wohl die Mehrzahl seiner Leser, wurde ich über den Roman "Im Westen nichts Neues" an sein Werk herangeführt, las später mit großer Begeisterung den "Schwarzen Obelisken" - welchen ich für völlig unterschätzt halte - und dann die "Drei Kameraden". Nun also "Zeit zu leben und Zeit zu sterben" . Um es kurz zu sagen, ich war sehr enttäuscht. Das Buch steckt voller Klischees. Die Geschichte ist konstruiert und vorhersehbar. Die Charaktere lassen sich relativ leicht in "guter Oppositioneller" und "böser Nazi" einteilen. Das was in anderen Werken so begeistert, die Authentizität, fehlt hier völlig - muss fehlen, weil Remarque über etwas schreibt, dass er selbst nur aus der Ferne beobachten konnte. Meiner Ansicht nach eines seiner schwächsten Bücher. Ein Kind seiner Zeit (1954) und zweifellos ein Stück notwendiger Aufarbeitung. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
|
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst
|
|
Zeit zu leben und Zeit zu sterben von Erich Maria Remarque (Taschenbuch - 1998)
EUR 9,95
Auf Lager. | ||