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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glanzlicht deutscher Literatur!
Als ich einer Freundin erzählte, dass ich übers Wochenende nach Hamburg fahre und mir überlegte, ob ich überhaupt etwas zum Lesen mitnehmen soll, weil Stadtbesichtigungen meist keine Zeit zum Lesen übrig lassen, meinte sie nur: Hast du schon die CURRYWURST gelesen? Gut, ich hatte nicht und nahm sie mit.
Mein erster Uwe Timm, aber bestimmt...
Veröffentlicht am 1. Mai 2008 von Ela Flury

versus
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ungewöhnliche Liebesgeschichte
Ich habe dieses Buch zufällig entdeckt. Der Titel machte mich, als gebürtige Berlinerin, neugierig. In dem Buch geht es aber gar nicht wirklich um die Currywurst sondern um die kurzweilige Liebesgeschichte der 40jährigen Lena Brücker mit einem 24jährigen Soldaten. Einer, meiner Meinung nach, sehr ungewöhnlichen aber dennoch nachvollziehbaren...
Veröffentlicht am 5. April 2007 von Käthe030


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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ungewöhnliche Liebesgeschichte, 5. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Entdeckung der Currywurst (Taschenbuch)
Ich habe dieses Buch zufällig entdeckt. Der Titel machte mich, als gebürtige Berlinerin, neugierig. In dem Buch geht es aber gar nicht wirklich um die Currywurst sondern um die kurzweilige Liebesgeschichte der 40jährigen Lena Brücker mit einem 24jährigen Soldaten. Einer, meiner Meinung nach, sehr ungewöhnlichen aber dennoch nachvollziehbaren Liebesgeschichte. Ich fand das Buch von der Thematik her sehr interessant, von der Schreibweise jedoch - für mich - sehr ungewohnt und deshalb schwer. Schwer deshalb, weil der Text fließend geschrieben ist ohne echte Dialoge. Man muß häufig überlegen, wer jetzt eigentlich gerade erzählt: der Erzähler oder Lena Brücker.
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sie erwarten ein Rezept? Das bekommen Sie auch. Geduld!, 15. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Entdeckung der Currywurst (Taschenbuch)
Der junge Mann, auf der Suche nach der Erfindung (?) der Currywurst, wie heißt er noch? Ich weiß es nicht – oder weiß es nicht mehr. Ist auch egal, fast so, wie die Currywurst.

Auf jeden Fall will er eigentlich nur eines: wissen, wer die Currywurst erfand. War es, wie ihm seine Tante immer erzählte, wirklich Frau Brücker? Die Frau im Imbiss am Großneumarkt, bei der er als Kind schon diese ''ganz einmalige'' Currywurst gegessen hatte?

Um diese Frage zu beantworten, macht er sich auf die Suche nach der alten Frau.

Lebt sie noch?

Ja. Er findet sie in einem Altenheim.

Und, hat sie die Currywurst erfunden?

Die ist nicht erfunden worden. Es war eher ein Zufall, eine Entdeckung.

Was für ein Zufall – was für eine Entdeckung?

Es war nicht EIN Zufall, es waren viele. Geduld!

Geduld hat er eigentlich nicht, der junge Mann. Doch was soll er tun? Frau Brücker, fast blind, nimmt sich Zeit. Sie nimmt sich Zeit beim Erzählen der ganzen Geschichte, der kompletten Geschichte der Currywurst – viel Zeit.

Und schließlich hat die Zeit sich auch Frau Brücker genommen. Zurück bleibt das Rezept – und ganz viel Gefühl.

Ich hätte gedacht, das habe eine Frau geschrieben. Haus und Hof hätte ich gewettet und verspielt. Autor: Uwe Timm. Das ist eindeutig. So wie die Eindrücke, der letzten Tage dieses beklemmenden Weltkriegs, die er vermittelt. Ohne Anklage, ohne Gejammer, ohne tonnenschwere deutsche Last. Aber mit ganz viel Liebe zum Detail, das den Alltag von damals so sehr von dem heutigen unterscheidet. Wenn beispielsweise Frau Brücker mal richtig die Sau raus lässt, indem sie 'ne Handvoll Kaffeebohnen extra in den Eichelkaffee gibt, weil sie einen netten Mann kennen gelernt hat. Den nimmt sie mit nach Hause und ... ach, lesen Sie es einfach selbst.

Frau Brücker ist nicht gerade eine Vorzeigefrau – nicht als Ehefrau, nicht als Geliebte und auch nicht als Interviewpartner. Sie ist allerdings besonders: nicht nachtragend, auch nicht sich selbst gegenüber und sie ist sympathisch, unglaublich menschlich. Eben fällt mir auf, was sie so gar nicht ist: zynisch. Das ganze Buch ist es nicht. Ohne Effekthascherei, ohne Schadenfreude und gänzlich ohne erhobenen Zeigefinger. Keine Gewinner keine Verlierer, einfach so, wie es war. Lesenswert liebenswert.
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überraschend überragend, 14. Januar 2001
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Entdeckung der Currywurst (Taschenbuch)
DAs Thema der geschichtlichen Bewältigung ist wahrscheinlich eines der meistegewählten in der neueren Deutschen Literatur. Dennoch bin ich überrascht wie gut und trotzdem wie leise Uwe Timm ein dazu passendes Werk geschrieben hat. Ein Buch, was ich vor einigen Wochen gelesen habe, und welches sich mit einer ähnlichen Problematik beschäftigt "Der Vorleser" von Schlink hat deutlich mehr Ressonanz hervorgerufen Ich finde das sehr schade, da "Die Entdeckung der Currywurst" in meinen Augen ein wirklich bemerkenswertes Buch ist. Hier wird in einer einfachen aber sehr treffenden Sprache anhand einer Liebesgeschichte aus den letzten Kriegstagen erzählt, wie sich das Leben unmittelbar nach der Kapitulation (Im Falle Hamburgs) abgespielt hat. Trefflich und zielsicher werden wir über das Schicksal Lena Brückners aufgeklärt, welche dem Buch als "Erfinderin der Currywurst" seinen Namen gegeben hat. 5 Sterne - lesenswert.
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23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Entdeckung der Currywurst, 22. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Entdeckung der Currywurst (Taschenbuch)
Es gibt diese einfachen Dinge im Leben, die sprechen eine unmissverständliche Sprache, die scheinen so selbstverständlich gegeben, dass man glaubt, sie müssten schon immer so da gewesen sein. Dinge, wie sie einem an all den Straßenecken eines Lebens oft genug begegnen, um sie guten Gewissens übersehen zu können. Alltägliche Dinge. Kaum der Mühe wert, sich Fragen zu stellen. Und dann passiert es doch, dass einer sich interessiert, dass er mehr wissen will über das, was sich da so leise in seinen Kosmos des Unbezweifelbaren geschlichen hat. Um das Wie und Wo geht es dann, um das Warum und Überhaupt. Es sind grundlegende Fragen nach Herkunft und Sinn, es könnten die Fragen eines Kindes sein.

Längst schon aus den Kinderschuhen herausgewachsen ist der Erzähler in Uwe Timms Novelle „Die Entdeckung der Currywurst“. Aber er erinnert sich, noch sehr genau, wie das war, als kleiner Junge im Hamburg der Nachkriegszeit.

Die Tante in der Brüderstraße, der er so viele heimliche Besuche abstattete, um die Ecke der Großneumarkt, ein rauer Platz im Hafenviertel, Frau Brückers Imbissstand. Da wo er nicht hin durfte, kein Platz für Kinder, wie sein Vater immer meinte. Schmeckte ihm Frau Brückers Currywurst deshalb so gut? Es scheint der große Geschmack seiner Kindheit zu sein, aufgenommen und immer wieder genossen an jenem schäbigen Bretterverschlag, an dem Lena Brücker Tag für Tag die Pfannen schwing. Und immer war es sonnenklar für ihn, dass nur sie diejenige sein konnte, die die Currywurst irgendwann einmal erfunden hat.

Aber man streitet sich. Man diskutiert. Bundesdeutsche Imbisskultur, mancher lässt hier nicht mit sich spaßen. Unzählige Entstehungsgeschichten, unzählige Meinungen, plötzlich scheint nichts mehr festzustehen. Also forscht der Erzähler nach. Lena Brücker steht schon längst nicht mehr am Grill, doch sie hat noch etwas zu erzählen und was man schließlich von ihr erfährt, ist weit mehr als nur die Bestätigung der historischen These. Es ist die Geschichte ihres Lebens.

Uwe Timm gelingt es, hinter der Frage nach dem ganz Banalen das ausgesprochen Außergewöhnliche zu entdecken und seine unglaubliche Geschichte freizulegen. Mit großem Erzähltalent schildert er ein Schicksal, dass sich in den letzten Kriegstagen, in einer Zeit von Hunger und Entbehrung, zu einem ganz persönlichen, zu einem großen Glück erhebt. Beinahe magisch mutet es an, wie er Erzählstränge verwebt und auf 180 Seiten eine Romanwelt schafft, die gerade deshalb so nachhaltig fesselt, weil sie den Pfad des zutiefst Menschlichen niemals verlässt. Es ist ganz zurecht keine Heldengeschichte und dennoch zollt sie dem Leben ihrer Protagonisten den höchsten Respekt. Weil es schnörkellos bleibt und weil es ehrlich ist, nicht im reinsten Sinne des Begriffs, sondern schlichtweg vorstellbar, weil auf jede Lüge eine Einsicht folgt und weil alles einen Grund zu haben scheint. 1940 wurde Uwe Timm in Hamburg zur Welt gebracht und auch wenn seine Novelle keine Autobiographie sein will, so ist doch nicht zu verkennen, dass ihr Autor mit dem Blick des Erlebten schreibt. Und das kommt seinem Werk auf die denkbar beste Möglichkeit zu Gute. Denn so authentisch wie er sich im historischen Rahmen bewegt, so verspielt bleibt er, wenn er von den vielen Tagen einfacher Leben erzählt. Und nur allzu gut ist vorstellbar, wie Uwe Timm selbst in den Straßen seiner Novelle steht und alles aufschreibt, was er dort beobachtet. Lebendig ist sein Werk, eine große Leinwand spannt sich vor dem Leser auf und zeigt großes Kino. In dieses Szenario fügt sich Timms Sprache nahtlos ein. Sie lässt sich nicht von grammatikalischen Regeln einbinden, sie transportiert eine Freiheit, die selten anzutreffen ist im deutschen Literaturbetrieb. Verspielt und pointiert, das Wesentliche nie aus den Augen lassend und sich dennoch jeden notwendigen Raum nehmend kommt sie daher. Es ist ganz unumstritten, dass „Die Entdeck-ung der Currywurst“ ohne diesen besonderen Sprachfluss, den Uwe Timm so gekonnt zur Handlung trägt, nicht das Buch wäre, das so wunderschön und rührend anmutet, wie es letztlich dann geschieht. Dass sich die Geschichte eigentlich weniger um die Currywurst, als vielmehr um die schillernden Schicksale ihrer Figuren dreht, scheint erst einmal verwirrend, löst sich aber mit jeder verschlungenen Seite in zustimmendes Wohlgefallen auf. Hut ab vor Uwe Timm. Mit „Die Entdeckung der Currywurst“ ist ihm ein feiner, ein außergewöhnlicher Wurf gelungen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Love-Story unter besonderen Umständen, 22. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Entdeckung der Currywurst (Taschenbuch)
"Oder war es gar keine echte Love-Story, wares nur Mittel zum Zweck?" fragte ich mich kurz vorm Schluss, um dann in Form der letzten Begegnung der beiden Protagonisten an der Currywurstbude festzustellen, DASS es eine Love-Story gewesen sein muss.
Ich habe mir zwar - wie viele der Vorrezensenten - etwas anderes unter dem Titel vorgestellt, aber schon der Klappentext versprach eine spannende und bewegende Lektüre.
Und das ist die Geschichte auch: Sie hat mich bewegt und tief berührt sowie zum Lachen gebracht! Am liebsten hätte ich Lenas und Bremers Geschichte in einem Zug durchgelesen.
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen " Wär das so gewesen, hättest du nie ne Currywurst gegessen, 9. Juni 2002
Rezension bezieht sich auf: Die Entdeckung der Currywurst (Taschenbuch)
Das Buch " Die Entdeckung der Currywurst" von Uwe Timm vereint die Geschichte des Imbissbudenschlagers mit der Lebensgeschichte seiner vermeintlichen Erfinderin Lena Brücker. Diese Novelle wurde als ein literarisches Kunststück bezeichnet. Das Buch ist sprachlich und inhaltlich leicht verständlich und eignet sich damit auch als Jugendliteratur.
Auf die Antwort wie die Currywurst entdeckt wurde muss der Leser sehr lange warten, doch wird diese Wartezeit spannend gestaltet. Die Erfinderin Lena Brücker erzählt in mehreren Besuchen dem Erzähler des Buches die Geschichte der Currywurstentdeckung und versteht es dabei ihre eigene Lebensgeschichte mit der Currywurstgeschichte zu verknüpfen. Die Geschichte in der Geschichte ist spannend teilweise witzig und flüssig erzählt. Zugleich verschafft sie einen Einblick in eine private Begebenheit in der Zeit des Nachkriegslebens.
Das Buch lässt sich gut und schnell lesen. Es wird eigentlich nicht langweilig. Wer aber von Kriegsgeschichten bzw. Nachkriegsgeschichten übersättigt ist, sollte lieber die Finger davon lassen.
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4.0 von 5 Sternen Erinnerung und deren Geschmack auf der Zunge, 27. Juli 2008
Von 
Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Entdeckung der Currywurst (Taschenbuch)
Der Titel des Buches ist natürlich ein Running Gag. Denn eigentlich ist es natürlich völlig egal, wer die Currywurst erfunden hat. Auch in diesem Buch hat die Erfindung der Erfinderin offenbar weder Ruhm, noch Ehre, noch Reichtum eingebracht. Aber wer selbst schon einmal versucht hat, einem älteren Menschen eine Geschichte zu entlocken, während dieser einem eine ganz andere Geschichte zu erzählen versucht, dem wird die Rahmenhandlung dieses Buches sicher bekannt vorkommen.

Lena hatte in ihren besten Jahren eine Würstchenbude. Aber vor allem war Lena verliebt, in den jungen Soldaten Hermann, den das Schicksal der letzten Kriegstage in Hamburg in Lenas Wohnung gebracht hat. Ein Deserteur, der Angst hat die Wohnung zu verlassen, aber wohl trotz vorhandener Familie mit Kind auch einfach Nähe sucht - und sei es auch nur die einer etwa fünfzehn Jahre älteren Frau, die wenige Tage für Geborgenheit sorgt. Ein Arrangement, das auf die wenigen Tage um die Kapitulation beschränkt zu sein scheint. Liegt es da nicht nahe, diese Tage etwas zu verlängern, die doch auf ihre Weise so schön sind? Notfalls auch durch ein paar kleine oder größere Lügen?

Es geht um den Umgang mit Wahrheit und Lüge in diesem Buch. Es geht darum, dass eine Liebesgeschichte, so kurz sie auch sei, Menschen verändert, möglicherweise auch zu größeren Menschen werden lässt. Es geht auch um das Alter, um sexuelle Attraktivität und die eigene Wahrnehmung des Körpers. Es geht auch um den Bruch, den der 8. Mai 1945 im Leben der meisten Deutschen bedeutet hat. Und es geht um die Stadt Hamburg, deren Straßen und Menschen und Eigenheiten.

Das Buch wirkt sehr flüssig, manchmal aber vielleicht auch zu routiniert geschrieben. Die Charakterisierung von Lena als einfache Frau scheint mir gut gelungen zu sein. Dahinter bleibt Hermann als Figur manchmal etwas blass. Schön sind auch einzelne Sätze, vor allem immer dann, wenn es um die Beschreibung sinnlicher Eindrücke geht, vom Essen, seinem Geschmack und von Berührungen zwischen Menschen. Und am Ende darf es natürlich dann auch ein klein bisschen Kitsch sein. Denn so eine Geschichte ist vor allem dann schön, wenn sich anscheinend als Wahrheit erweist. Wie sieht also wohl das Echtheitssiegel für die Entdeckerin der Currywurst aus?
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Versuch auch in schwerer Zeit zu überleben, 21. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Entdeckung der Currywurst (Taschenbuch)
Der eigentliche Grund, warum der Erzähler die weit über achtzigjährige Lena Brücker im Altersheim aufsucht, besteht darin, daß die von ihr lange an einem eigenen Stand angebotene Currywurst nicht nur die beste war, sondern ihn auch mit seiner Kindheit und Jugend verbindet. Aber die Frage nach dem Rezept nebst Urheberschaft findet keine Antwort und geht in einer Geschichte ganz anderer Art unter, die zunächst recht alltäglich beginnt, sich dann allerdings als eine unerhörte Begebenheit erweist. Kurz vor Kriegsende, im April 1945, hat Lena einen Marinesoldaten in ihrer Wohnung versteckt und mit ihm eine Liebesbeziehung begonnen. Selbst nach der Kapitulation Hamburgs will sie den Deserteur noch nicht nach Hause zu Frau und Kind lassen. Sie verschweigt ihm, daß die Kämpfe vorbei sind, und umsorgt ihn mit Ersatzgenüssen, bis er eines Tages den Geschmackssinn verliert. Dieser Auftakt fasziniert den Erzähler derart, daß er sich, wann immer möglich, zu der Greisin begibt, um den Fortgang der Ereignisse zu erfahren. Da manches für ihn im unklaren bleibt, führt er sogar Gespräche mit einigen anderen hochbetagten Zeitzeugen und begibt sich ins städtische Archiv, um die Faktenlage zu überprüfen. Da ist z.B. die Nachbarin Eckleben, die behauptet, der überzeugte Nationalsozialist Lammers habe schon immer denunziert, obwohl die Akten sie selbst überführen. Nach dem Tode Lena Brückers erhält der Erzähler einen für ihn gestrickten Pullover und das so heiß ersehnte Rezept. Darüber hinaus hat er viel über die Zeit bis zum Wirtschaftswunder gelernt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein unspektakulärer Aufhänger für (eine) deutsche Geschichte, 13. Februar 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Entdeckung der Currywurst (Taschenbuch)
Uwe Timms Currywurst beginnt ganz unspektakulär mit der Suche nach dem Rezept für die Curry Wurst und ihren Erfinder. (hat mich ein wenig auch an Johannisnacht erinnert, einfache Lebensmittel über die man sonst nie nachdenkt werden zum Aufhänger)
die Situation und die Sprache, das Flair sind familliär, das Thema ist es nicht: Frau Brücker als Hauptfigur nimmt gegen Ende des Krieges einen Dissidenten bei sich auf, hat eine Affaire mit ihm und schwankt zwischen halten und gehen lassen.
Es ist weniger eine Liebes - als eine Zeitgeschichte die die Geschehnisse und Umstände am Ende des Krieges darstellt: Der Hitler-treue Hausmeister auf der einen Seite, die Anwohner nach dem Wissen und Gewissen auf der anderen, aber noch nicht öffentlich. Dabei andauernd im Hintergrund: den Erzähler interessiert die Geschichte der alten Frau nicht wirklich er versucht herauszufinden, ob sie nun die Curry Wurst erfunden hat oder nicht.
Als der Krieg vorbei ist Erleichterung und Schwarzmarkt.
In der Gegenwart: das Altsein erschreckend beschrieben.
Uwe Timm schreibt persönlich, aber in der vergangenheit distanziert, beobachtend.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine irre Geschichte, 30. Juni 2005
Von 
Michael Kahnt (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Entdeckung der Currywurst (Broschiert)
... hat sich Uwe Timm da ausgedacht. Eine Geschichte, die sich schnell entwickelt. Eine Liebesgeschichte. Eine Geschichte aus den letzten Tagen des Krieges. Eine Geschichte voller Hoffung.
Uwe Timm erzählt die Geschichte der Lena Brücker auf sehr einfühlsame Weise. Er läßt den Leser spüren, was es bedeutete in den letzten Tagen des Krieges zu überleben. Er erzählt uns eine Liebesgeschichte mit viel Gefühl, die am Ende immer raffinierter bis zur Entdeckung der Currywurst treibt.
Aber nicht nur die Geschichte ist gut. Auch der Stil des Buches ist bestes schriftstellerisches Handwerk.
Ein besonderes Lesevergnügen.
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Die Entdeckung der Currywurst
Die Entdeckung der Currywurst von Uwe Timm (Taschenbuch - 1995)
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