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94 von 100 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sozialsatire
American Psycho - viel diskutiert für die minuziös beschriebenen Szenen unvorstellbarer Grausamkeiten - ist eine kompromisslose Kritik an der US-amerikanischen Gesellschaft der 90er Jahre. Patrick Bateman, der (ohne wirklich zu arbeiten) Unmengen von Geld verdient, hat es auf materieller Ebene weit gebracht - finanziell stehen ihm beinahe alle Türen offen...
Veröffentlicht am 17. Mai 2006 von thrillseeker

versus
19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen American Psycho Rolling Stone TALKING BOOKS, HÖRBUCH
American Psycho: Rolling Stone - Talking Books

American Psycho ist ein Meisterwerk, ein Sozialkritisches Buch das aber eher von Großstädtern verstanden wird. Dar viele Probleme die angesprochen werden eher auf diese zutrifft.

Ich habe mir leider das Hörbuch American Psycho gekauft da ich auf dem Weg zur Arbeit solche einfach bei der...
Vor 20 Monaten von ruben90 veröffentlicht


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94 von 100 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sozialsatire, 17. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: American Psycho: Roman (Taschenbuch)
American Psycho - viel diskutiert für die minuziös beschriebenen Szenen unvorstellbarer Grausamkeiten - ist eine kompromisslose Kritik an der US-amerikanischen Gesellschaft der 90er Jahre. Patrick Bateman, der (ohne wirklich zu arbeiten) Unmengen von Geld verdient, hat es auf materieller Ebene weit gebracht - finanziell stehen ihm beinahe alle Türen offen. Doch die Fähigkeit zu Empathie und menschlicher Wärme ist ihm - wenn er sie jemals bessesen hat - irgendwo auf dem Weg vom Elite-College an die Wallstreet verloren gegangen.

Die edlen Visitenkarten seiner Arbeitskollegen oder sein Scheitern beim Versuch, einen Tisch in einem angesagten Restaurant zu reservieren - diese Dinge verursachen bei Patrick Bateman Schweißausbrüche und grenzenlosen Neid. Für all jene, die weniger erfolgreich sind als er, hat er hingegen nur tiefste Abscheu übrig - und das Einzige, was ihm kurzzeitig so etwas Ähnliches wie Freude bereitet, ist, diesen Menschen Schmerzen zuzufügen. Im Verlauf des Buches stumpft Bateman allerdings immer weiter ab, sodass er trotz der immer weiter steigenden Grausamkeit seiner Taten am Ende nichts als eine totale innere Leere empfindet.

Das Monster Patrick Bateman, das von Bret Easton Ellis auf diese Weise beschrieben wird, ist jedoch nicht - wie oft angenommen - das im Körper einer einzelnen Person konzentrierte, pure Böse. Vielmehr hält Ellis der amerikanischen Gesellschaft einen schonungslosen Spiegel vors Gesicht. Gier, Neid, Rücksichtslosigkeit und der Verlust jeglicher Menschlichkeit sind eben nicht das Problem eines neurotischen Psychopathen und Serienmörders, sondern das einer ganzen Zivilisation, deren Wertesystem sich auschließlich nach einem einzigen Ziel ausgerichtet hat - dem Profit.

Wer den Film gesehen hat, wird sicher über die Story im Bilde sein, sollte aber dennoch zum Buch greifen. Denn Ellis' großartiger Erzählstil fehlt der Verfilmung ebenso, wie die sozialkritischen Töne, die man in "American Psycho" in erster Linie zwischen den Zeilen findet.
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62 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Oberflächlich?, 28. Oktober 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: American Psycho (Taschenbuch)
Das Wort oberflächlich fiel mir mehrfach ein. Zum einen zum Protagonisten zum anderen aber auch über die eigene Betrachtungsweise. Nachdem seitenlang Designer augezählt wurden, seitenweise Geldbeträge genannt wurden, die für was auch immer ausgegeben wurden (Kleidung, Getränke, Essen, Eintrittsgelder) fragte ich mich was das ganze soll. Geht doch auch kürzer. Nach langem Nachdenken muß ich gestehen: nein, es geht nicht kürzer. Denn die Auflistungen des vermeintlich Langweiligen wiegt einen in Sicherheit, welche durch die bestialischen Szenen verloren geht. Die Oberflächlichkeit der Gesellschaft wird perfekt beschrieben. Und die Oberflächlichkeit von Pat ist die unsrige. Überzogen dargstellt (denn die wenigstens leben den Gegensatz von Schein und Sein so extrem).
Und das Desinteresse für die Wirklichlichkeit ist ein Spiegel dessen was wir leben. Pat fragt nicht, was mit seinen Opfern wird, er sucht nicht die Zeitungen nach Meldungen ab. Wegwerfgesellschaft par excellance!
Dieses Buch hat 5 Sterne verdient, denn es schafft etwas, was Büchern selten gelingt: es regt zum Nachdenken an.
so zum Beispiel habe ich mich gefragt, wie viele Stunden ich mit dem berühmten Small-Talk vergeudet habe. Wie oft bewertet man das Aussehen anderer, diskutiert über Restaurants und berichtet von Neuanschaffungen? Einfach, weil man sich nichts zu sagen hat und - mal ehrlich- mehr einen auch vom Gegenüber nicht interessiert.
Ohne Frage: das Buch ist grausam und die Perversitäten unendlich lange (und somit recht schmerzhaft für den Leser) geschildert, aber Hand auf's Herz: würde man das Buch sonst nicht einfach unter "gelesen" ins Regal stellen, ohne zu hinterfragen?
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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schon mal beim lesen einen Klos im Hals gehabt?, 7. September 2002
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: American Psycho (Taschenbuch)
American Psycho ist einer der umstrittensten Romane der 90er gewesen. Patrick Bateman, ein erfolgreicher aber einsamer Wallstreet-Yuppie ist tagsüber der übliche Reiche und verwandelt sich nachts zur kannibalistischen, rassistischen Bestie. Der Ich-Erzähler entführt den Leser in den ersten Seiten in eine heile Welt, in der es um Luxus, Status, Klatsch, Tratsch, Sex, Drogen, Mode, Restaurants und Mineralwasser geht. Ist ein Restaurant zu billig, ist es nicht Wert besucht zu werden. Das Alles versteht man noch. Doch langsam kommen - wie kleine in einen Film reingeschnittene Szenen, die den Betrachter wundern lassen, ob er die Szene sich jetzt gerade eingebildet hat - kurze Bemerkungen Batemans, die die Spannung des Romans und die Neugier, wann denn endlich die Lethargie des Buches überwunden ist, steigern. Bateman scheint in seiner eigenen kleinen Welt zu leben, er grenzt an Schizophrenie. Viel zu oft äußert er sich, er hätte jemanden umgebracht, er rennt mit blutverschmierter Kleidung rum, die Putzfrau wischt Blut von den Wänden, die dutzenden Leichen werden vielleicht gefunden, aber niemand sucht ihn - all das sind Indizien, dass eigentlich keiner Bateman Beachtung schenkt. Man hört ihm nicht zu, oder hat einfach Angst (im Falle der Putzfrau) irgendwas zu unternehmen.
"American Psycho" ist lahmarschig - am Anfang! Aber das braucht dieses Buch. Denn die Illusion der Welt der Schönen und Reichen ("Sitzt mein Haar richtig?") muss perfekt sein (und für Bateman IST sie langweilig!), damit der Gegensatz zur Bestie und dem Umschalten zum gesellschaftsfähigen Mann um so schockierender ist. Liest man die Stellen der Folter und des Hardcore-Sex, dann fragt man sich schon, wie krank ein Mensch sein kann. Die Beschreibungen sind dermaßen blutig und brutal, dass man teilweise aus Unverständnis und absoluter Entrüstung den letzten Satz noch mal liest. Man bekommt einen richtigen Klos im Hals. Das ist absolut nix für schwache Nerven. 4 Sterne gibt es nur deshalb, weil auf den ersten 150 Seiten der Autor es einfach übertreibt mit den Modebeschreibungen der Leute. Es ist einfach langweilig die unzähligen, überflüssigen, unaussprechlichen Mode-Designer zu lesen. Irgendwann ist auch mal gut. Zum Ende wurde es dann weniger. Was ebenfalls die 4 Sterne bringt sind die zusammenhangslosen, überflüssigen Discographie-Rezensionen von Künstlern wie Whitney Houston, Phil Collins und anderen. Langweilig. Im Gegensatz zum Modefimmel nun gar nicht notwendig um das Leben und die Werte Bateman's darzulegen. Aber man kann's ja (wie die Mode-Zeilen) einfach überspringen. Viel Spass mit diesem Buch. Und durchalten - es lohnt sich!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen personifizierter, gesellschaftlicher Alptraum, 4. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: American Psycho (Taschenbuch)
Patrick Bateman lebt in einer oberflächlichen Welt aus Luxus, Status, Sex und Gesprächen über Anzüge, Mineralwasser und In- Clubs. Mit genug Drogen und Sexexzessen scheint diese Realität für alle Beteiligten erträglich zu sein, es gibt nichts was die Illusion von Perfektion zu stören scheint. Bateman ist frustriert und gelangweilt von dieser gefühlslosen und gleichgültigen Welt, in der jeder austauschbar erscheint.

Da er jedoch "reinpassen" möchte, kann er sich ihr nicht vollständig entziehen. Jedoch füllt er die innere Leere unter der makellosen Oberfläche, indem er sich in immer brutaler werdene Gewaltexzesse steigert. Immer mehr Menschen fallen ihm zum Opfer, immer bestialischer werden seine Morde und sexuellen Phantasien, die er dann auch in die Tat umsetzt.

Bateman ist ein personifizierter Alptraum, ein Monster das in einer gleichgültigen Gesellschaft unerkannt und unbestraft bleibt. Er ist ein Beispiel dafür was in einem Menschen entstehen kann, wenn er keine Werte und moralischen Grenzen mehr kennt und erfährt. Das Buch, jahrelang indiziert, ist ein Meisterwerk, eine ernstznehmende, schonungslose Sozialkritik, jedoch ohne erhobenen Zeigefinger, die Reflexion und Kritik bleibt dem Leser überlassen.

Die Schreib- und Erzählweise des Ich-Erzählers, Bateman, entspricht seinem Empfinden und seiner Wahrnehmung, über lange Strecken berichtet er immer wieder von belanglosen Gesprächen und den Klamotten der Anwesenden. Man entwickelt an diesen Stellen die gleiche Langeweile beim Lesen wie Bateman selbst empfunden haben müßte. Die Sprache ist einfach, direkt und gnadenlos detailgenau, vorallem bei seinen Gewaltausbrüchen war es stellenweise schwierig weiterzulesen, zu extrem empfand ich seine Taten.

Das Buch zwingt einen sich mit diesem Alptraum auseinanderzusetzen, es zerstört die Illusion einer perfekten Welt, die sich in den Medien immer weiter aufbaut, es erinnert uns an die Oberflächkeit und Brutalität mit der wir uns immer mehr abfinden. Ich kann es wirklich nur jeden ans Herz legen, der bereit ist sich dieser Tour de Force anzutun, es lohnt sich in meinen Augen diesen Alptraum durchzustehen.

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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen American Psycho Rolling Stone TALKING BOOKS, HÖRBUCH, 18. September 2011
American Psycho: Rolling Stone - Talking Books

American Psycho ist ein Meisterwerk, ein Sozialkritisches Buch das aber eher von Großstädtern verstanden wird. Dar viele Probleme die angesprochen werden eher auf diese zutrifft.

Ich habe mir leider das Hörbuch American Psycho gekauft da ich auf dem Weg zur Arbeit solche einfach bei der Fahrt im Autohören kann. Es fiel mir aber auf das manchmal es sich so anhörte als hätte man was weggelassen, vielleicht sogar ganze Kapitel. Ich schaute mir also noch mal die CD-Hülle an auf der Rückseite stand es dann auch "GEKÜRZTE LESUNG" ich dachte mir naja gut was solls ich kauf mir dann eben doch noch die Gedruckte Ausgabe und werde die Lücken einfach füllen in dem ich die paar Textpassagen die weggelassen wurde nachlese.

So Buchgekauft Roten Buntstift genommen bereit "die Paar Textpassagen" anzustreichen. Ich wechselte dann schnelle zu einem Grünstift um die vorgelesenen stellen Grün anzustreichen, da dies schneller ging!

Was ihr bekommt wenn ihr das Hörbuch kauft:

CD-1
Seite 13 - 42 (30 Seiten)

CD-2
Seite 103 - 126 (24 Seiten)
Seite 160 - 163 ( 4 Seiten)
Seite 211 - 216 ( 6 Seiten)

CD-3
Seite 216 - 227 (12 Seiten)
Seite 235 - 248 (13 Seiten)
Seite 299 - 308 (10 Seiten)
Seite 308 - 312 ( 5 Seiten)

CD-4
Seite 321 - 343 (23 Seiten)
Seite 344 - 351 ( 8 Seiten)

CD-5
Seite 370 - 386 (17 Seiten)
Seite 392 - 403 (minus 2 Seiten Flucht/Todeskampf = 10 Seiten)

CD-6
Seite 478 - 486 ( 9 Seiten)
Seite 505 - 510 ( 6 Seiten)
Seite 532 - 535 ( 4 Seiten)
Seite 543 - 549 ( 7 Seiten)

Also unser lieber Moritz Bleibtreu hat satte 190 Seiten von dem Buch Vorgelesen.
Kurz gesagt Ellis Meisterwerk was eigentlich 537 Seiten und 60 Kapitel hat wurde auf 190 Seiten und 16 Kapitel runtergerupft. Das Ganze nennt man dann American Psycho HÖRBUCH "GEKÜRZTE LESUNG". Eine Frechheit eine unverschämte Abzocke! Moritz Bleibtreu ist in meinem Ansehen stark gesunken, traurig das er seinen Namen für so eine Abzocke hergibt. Die Verantwortlichen die so etwas mit Bret Easton Ellis Meisterwerk angerichtet haben sollten sich Schämen!
Hätte ich vorhergewusst dass mir knapp 350 Seiten entgehen bzw. 65% des Buches hätte ich diese "HÖRBUCH" nie gekauft.

KANN NUR ABRATEN. KAUFT EUCH DAS GEDRUCKTE BUCH NICHT DAS HÖRBUCH!
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Manhattan blutet, 18. Dezember 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: American Psycho (Taschenbuch)
Noch selten war ich so froh, ein Buch fertig gelesen zu haben. Ekel und Brechreiz waren Begleiter der Lektüre. Das Leben von Pat Bateman, der in der Wall Street ein Büro betreibt, ist aus dem Ruder gelaufen und nicht nur seines. Die New Yorker des ausgehenden 20. Jahrhunderts sind bei höchster Aktivität in Agonie gefallen. Mitten im Wohlstand im reichsten Land der Welt herrscht ein innerer, selbstzerstörerischer Krieg. Geld und Drogen sind seine Elixiere.

Der Autor Bret Easton Ellis ist, wie so viele Amerikaner, Moralist. Sein Buch handelt vom Bösen, einmal wird die Kollaboration mit dem Teufel direkt angesprochen. Das Unangenehme ist die Ich-Form des Erzählers, die einen als Leser in den Abgrund der Ereignisse mithineinreißt.

Die New Yorker Welt der Yuppies ist eine uniformierte. Kleidung, Verhalten und Aussehen sind streng genormt. Dadurch verlieren die Menschen ihre Identität, werden verwechselbar und anonym und kommen sich selber abhanden. Hand in Hand mit dieser Unkenntlichkeit geht eine aggressive innere Sinnentleerung. Eine alles überschwemmende Verächtlichkeit liegt allem zugrunde, eine totale Desensibilisierung. Um aufzuwachen aus diesem ohnmachtsgleichen Rausch an Langeweile, bedarf es derart drastischer Reize, wie sie der Autor Bateman setzen läßt. Er läßt ihn Tabugrenzen überschreiten, sich in andere Körper wühlen und seelisch auflösen.

Damit liefert Bret Easton Ellis ein Bild von der inneren Befindlichkeit Amerikas. Die Morde geschehen unbemerkt und die getöteten Menschen scheinen niemandem abzugehen. Assoziationen zu Sodom und Gomorra oder Bilder von Hieronymus Bosch tauchen auf. Wir sind schon mitten drin in der Apokalypse, läßt er uns wissen.

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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zum Kotzen genial, 13. August 2003
Rezension bezieht sich auf: American Psycho (Taschenbuch)
Wie weit muss einer gehen, damit man als Leser permanent hin- und hergerissen ist zwischen angewidertem Wegwerfen, gelangweiltem Einduseln, schockiertem Weiterlesen? Patrick Bateman, der Protagonist des Buches, ist eine New Yorker Variation von Dr. Jekyll und Mr. Hyde der Neunziger Jahre: Tagsüber scheffelt er an der Wall Street Geld ohne allzu große Mühe, nachts mordet er auf unfassbar bestialische Weise - und keiner merkt es. Ellis spart nicht mit Details, weder wenn er über die dekandente New Yorker Upper Class spricht, die sich über Modemarken und die Fähigkeit definiert, im jeweils gerade angesagtesten Restaurant einen Sitzplatz zu reservieren. Noch lässt er Details aus, wenn sein "Held" Opfer foltert. Man stürzt von einem Moment auf den anderen aus einer übelerregenden Banalität von seichtem Geschwätz in einen übelerregenden Abgrund des entsetzens, dass es Menschen gibt, die sich so was auch nur ausdenken. Ellis hat am Rande einer Autorenlesung zu seinem später erschienen Werk "Glamorama" gesagt, die Szenen zu "American Psycho" seien ihm heute ein bisschen unangenehm.
Verschiedene Regisseure sind an der Verfilmung gescheitert, denn die psychologische Komponente und der Wahnsinn lässt sich wohl nur über das Buch transportieren. Und das Buch war in Deutschland eine Zeitlang auf dem Index. Sollte man trotzdem kennen. Lesen, gruseln, nachdenken.
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Höchst kontroverses Buch, aber trotzdem genial!, 5. Dezember 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: American Psycho. Sonderausgabe. (Taschenbuch)
Nachdem ich die englische Fassung des Buches innerhalb einer Woche gelesen habe, kann ich nur sagen, dass es mir persönlich sehr gefallen hat.
Ich ging zuerst mit gemischten Gefühlen an das Werk, da die Meinungen über das Buch doch sehr auseinander gehen. Einerseits hat mich die Welt in der Pat Bateman lebt fasziniert, denn wer von uns bekommt schonmal einen realistischen Einblick in die Welt der Superreichen New Yorks? Und natürlich die zum grossen Teil extremen Gewalthandlungen.
Ich lasse jetzt mal die vielen Lobhymnen beiseite, denn allein schon der Hauptcharakter ist auf eine abstoßende Weise anziehend (wenn ihr versteht, was ich meine) und bei allen Perversionen, die er begeht, erwischt man sich doch manchmal dabei Mitleid mit ihm zu haben. Das war jedenfalls bei mir der Fall.
Ich muss nur einigen Kritikern dieses Buches den Wind aus den Angeln nehmen:
1. Der Anfang ist keineswegs langweilig, höchstens für diejenigen, die nur auf die brutalen Szenen aus sind. Der Anfang ist halt "normal" geschrieben, wie ein typisches unbrutales Buch, jedoch sind da immer wieder diese kleinen Hinweise darauf, dass da irgendwas mit Pat gewaltig nicht stimmt. Ich fands interessant und hat die Vorfreude auf die richtig spannenden Teile nur gesteigert.
2. Ich gebe ja zu, dass einige Szenen im Buch wirklich sehr brutal und vor allem detailliert beschrieben wurden. Man muss ja nicht unbedingt wissen, wo Pat sein Opfer alles was reingesteckt hat usw., aber das verdeutlich doch nur, wie wichtig ihm solche Taten sind. Er beschreibt mit der genau gleichen "Kälte" seine Wohnung wie den Mord an XXX (den Namen verrat ich jetzt mal nicht).
3. Wie ich gelesen habe, wurde zum Teil kritisiert, dass kein Ende vorhanden sei. Was? Kein Ende??? Ich habe LANGE nicht mehr so ein gutes Ende gelesen! Es ist zwar abrupt und eigentlich ist es auch nur 1 Satz, aber für mich ist das ein Ende, wie es besser nicht sein kann. (Ein Hinweise für die, die das Buch lesen wollen: Auf keinen Fall den letzen Satz lesen! Ist gemein von mir das jetzt zu sagen, ich weiss.)
Aber wenn man sich mal ein wenig mit dem Buch beschäftigt, wäre ein Psychothriller-typisches-Happy-End total unpassend gewesen.

Den grössten Fehler den man bei diesem Werk von Ellis machen kann besteht darin mit falschen Erwartungen daran zu gehen. Wenn man das Bedürfnis nach einem abstoßenem Buch hat, dann empfehle ich von dem Marquis de Sade "Die 120 Tage von Sodom oder die Schule der Ausschweifung ".
Falls ihr "American Psycho" lest, steckt es danach nicht einfach ins Regal, sondern denkt man drüber nach. Wenn ich das als 16 jähriger schaffe, müssten das die "Erwachsenen" wohl auch können, nicht?

P.S.: Der Film zum Buch ist zwar nicht schlecht gemacht, kommt aber an das Buch in KEINSTER Weise heran.

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54 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Anti-Buch, 30. August 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: American Psycho. Sonderausgabe. (Taschenbuch)
Ein wunderbares Buch, das einem auf grausame und abstoßende Weise einen Spiegel vorhält, indem es all das ausspricht, was wir - die Menschen - denken, aber nie auszusprechen wagen. Wunderbar ist AMERICAN PSYCHO deswegen, weil es nie davor zurückscheut, noch monotoner, noch grausamer, noch ekelhafter, noch detailverliebter zu werden. Ein Buch, bei dem es nur zu verständlich ist, dass die Leute Angst davor haben. Selbstverständlich wurde dies von verantwortlichen Instanzen schnell erkannt und das Buch landete unter dem Ladentisch, wo es fast ein ganzes Jahrzehnt seiner dennoch zahlreichen Käufer harrte - und im Februar 2001 von der Liste indizierter Schriften und zurück auf die Ladentische wanderte, wo es auch hingehört, denn möglicherweise würde es sonst vielen potentiellen Lesern entgehen. Überhaupt ist es unverständlich, dass ein Kunstwerk wie dieses Buch indiziert wird, da die meisten Jugendlichen mit diesem Buch eh nichts anfangen können. gegen eine Indizierung sprechen auch die vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten von AMERICAN PSYCHO: was ist, wenn Bateman all die Morde nur in seiner Fantasie begangen hat? Beim Lesen (und auch in der Verfilmung) fallen einem zahlreiche entsprechende Hinweise auf. Grundsätzlich muss man auch davon ausgehen, dass es sich um eine Satire handelt, die Gewaltakte also sicherlich nicht zur Nachahmung aufrufen sollen. Außerdem: die Satire darf alles - auch sinnlos schlachten, foltern und vergewaltigen.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der grausame Höhepunkt, 31. August 2001
Rezension bezieht sich auf: American Psycho. Sonderausgabe. (Taschenbuch)
Bret Easton Ellis gehört zweifelsohne zu den umstrittensten Autoren seiner Generation. Die Rezeption des Romans 'American Psycho' ist hinreichend bekannt, und auch die Mißverständnisse und der Mißbrauch, zu denen er geführt hat. Man kann den Roman jedoch nur wirklich verstehen, wenn man einen breiteren Blick auf das Werk des Autors wirft. Schon in seinem Erstlingswerk 'Unter Null' widmet Ellis sich der Sinnlosigkeit einer Generation des jungen Amerika. Sex, Drogen und Gleichgültigkeit machen die Leere aus, die die Jugendlichen dort kennzeichnet. Später, in 'Einfach unwiderstehlich' geht der Autor bereits einen Schritt weiter: Jugendlich ergehen sich in beziehungsmäßiger Unfähigkeit, in sexuellem Mißbrauch, in Selbstmordphantasien und in Gewalt. Eben jene Menschen sind es, die in 'American Psycho' die Highschool abgeschlossen haben und auf der Wall Street arbeiten. Die Sinnlosgkeit und Leere und all die anderen Dinge sind geblieben. Bei Bateman, dem Protagonisten, ist der Realitätsverlust jedoch so weit gegangen, daß er zum Massenmörder wird. Dies hat nichts mit gewalttätiger Literatur um der Gewalt willen zu tun. Vielmehr schockiert es in der beschriebenen Perspektive wie kaum ein anderes Buch, das sich mit dem 'neuen Amerika' auseinandersetzt. Wer den Roman aufgrund seiner extremen Gewaltszenen liest, den wird man nicht daran hindern können. Er hat es jedoch gründlich mißverstanden. Dieses Risikos muß sich auch Bret Easton Ellis bewußt sein. Es ist das alte Problem der 'Mißbraubarkeit', das jedoch der Preis ist, den man für ein solches Werk bezahlen muß. Denjenigen, deren Horizont weit genug ist, wird dieses Buch zutiefst zu denken geben.
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American Psycho
American Psycho von Bret Easton Ellis (Taschenbuch - 10. April 2000)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,47
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