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28
4,7 von 5 Sternen
Weiße Nächte: Eine Liebesgeschichte (insel taschenbuch)
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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Mai 2007
Da ich von Fjodor Dostojewski zwar vorher schon gehört hatte, mich aber nicht gleich in einen seiner größeren Romane "stürzen" wollte (falls ich enttäuscht worden wäre), nahm ich mir sein Werk "Weiße Nächte" vor.

Und ich muss sagen: ICH BIN BEGEISTERT! Nicht übertrieben! Schon allein seine Fähigkeit, Dinge in einem solch bezaubernden Licht und mit solch feinfühliger Sprache zu beschreiben, hat mich von Anfang an bezaubert. Und da ich vollkommen davon überzeugt bin, dass ein gutes Buch schon auf der ersten Seite fesseln muss, kann ich dieses Werk getrost als Knüller bezeichen, denn es hat mich bereits vom ersten Satz an in seinen Bann gezogen.

Zu Anfang beschreibt der Protagonist - ein hoffnungsloser Träumer, der glaubt, alle Menschen in seiner Heimatstadt St. Petersburg zu kennen und diese im Vorbeigehen stets in Gedanken grüßt, obgleich er keinen einzigen Freund hat - zum Beispiel seine fantasievolle und amüsierende Bekanntschaft mit den Häusern eben dieser Stadt und wie sie ihm zuwinken, mit ihm sprechen. Eines, sein Lieblingshaus, wird dann eines Tages rosa gestrichen und er beschreibt, wie es ihn bekümmert und dass er es nicht mehr ansehen kann wie vorher.

Dieses ist nur ein kleines bezauberndes Beispiel aus der Gedankenwelt der Hauptperson.

Als er dann jedoch eines Nachts eine Frau kennenlernt, verändert sich seine ganze Welt und sein ganzer Fokus liegt nun auf dieser Frau.

Man erfährt, wie sich seine Gefühlswelt entwickelt und auch, dass er sehr wohl in der Lage ist, menschliche Beziehungen aufzubauen und dass er ein sehr gutes Herz hat. Leider wird er letztendlich schwer enttäuscht, und sein Leben verfällt wieder in den alten Trott, als wäre nie etwas passiert.

Ich will hier nicht verraten, welcher Art diese Enttäuschung gewesen ist, denn das würde zu viel preisgeben.

Ich kann nur sagen, wer sich vorher noch nicht an einen russischen Autoren herangetraut hat und sich vor deren dicken Wälzern (siehe Tolstoi) scheut, der sollte sich einmal diesem großartigen Werk widmen. Der eine oder andere könnte vielleicht eine echte Leidenschaft für diese Art Literatur entwickeln. Zumal ist "Weiße Nächte" nur sehr kurz und sehr flüssig geschrieben, und würde somit nur eine kleine Hürde für den wählerischen Leser darstellen.

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 29. Mai 2005
Wenn die Nacht nicht ins Dunkle fällt, dann findet man viellicht nicht seinen Schlaf sondern nur seinen Traum. So erzählt F.D. aus vergangener Zeit, wo das Schnelle noch nicht die Geduld verdrängte, wo Zuneigung auch die Zeit des Eroberns, des Sehnes kannte und im noch nicht Erreichten mehr Phantasie sich entwicklelte. Genau in dieser Zeit erlebte ein Herr einen (Wirklichkeits)-Traum, den er brillant seiner Nastenka erzählt, die er auf seinem Spaziergang an einem verregneten Abend zufällig und verzweifelt antrifft. Sie wiederum weiss auch von ihrer Wunschliebe zu erzählen, die sich im Laufe der Erzählung als Traum zu entwickeln scheint, während seine Erzählung sich einer Wirklichkeit nähert und beide am Ende .............. , -------
Soviel darf man nicht erzählen, nur soviel, das Dostojewski uns eine lesenwerte Erzählung in die Hand gibt, die die Ruhe und Geduld um wahre Liebe ins Heute rettet.
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32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Mai 2006
Ist so etwas heute noch möglich?

Fernab von Discos mit ihren zombieähnlichen Besuchern, Internetklupplungsorganisationen, und Gangstarappern die Frauen als Dinge stilisieren, beschreibt Dostojewski in >>Weiße Nächte<< das stille, zufällige Zusammentreffen eines einsamen Träumers und eines ebenso einsame, jungen Mädchens. Der Träumer entwickelt Gefühle für das unglückliche Mädchen, doch muss er ihr schwören sie nicht zu lieben.

Sie empfindet (heimlich) das Gleiche für ihn, doch kann sie sich ihm nicht öffnen... .

Dostojewski beschreibt auf eine unglaublich einfühlsame Weise eine beginnende Liebe zwischen zwei Menschen im Petersburg des 19 Jahrhunderts. Auf der einen Seite ist der mitfühlende, einsame Träumer. Auf der anderen Seite das unglückliche, versetzte, junge Mädchen.

Die Geschichte wird wunderbar erzählt und lässt den Leser, trotz des kurzen Umfangs, genug Zeit sich mit dem Erzähler zu identifizieren.

Deswegen tat es mir am Ende weh, auch wenn der Erzähler seine Situation als glücklich einschätzt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Februar 2013
"Weiße Nächte ist eine Geschichte um eine zugleich erfüllte und unerfüllte Liebe zwischen zwei jungen Menschen. Der einsame Erzähler trifft bei einem nächtlichen Streifzug eine junge Frau, die in Liebeshändel mit einem Untermieter verstrickt ist, und beide schütten sich ihr Herz über ihr freudloses Leben aus. Wie Dostojewski die im folgenden aufkeimende Liebe zwischen den beiden, die am Ende doch in einem gewaltigen Akt an Entsagung und Altruismus mündet, in überwältigendem Wortreichtum und sprachlichem Überschwang ausbreitet, das ist schon kaum zu fassen. Manchmal möchte man ein "Halt ein" zurufen, fast leidet man mit dem Erzähler mit. Hier zeigt einer die Kunstfertigkeit, fast ohne Handlung langwierige Erzählungen zu verfertigen, die dennoch aufgrund ihrer psychologischen Versiertheit fesseln. Für heutige junge Menschen dürfte diese Erzählung hoffnungslos unmodern klingen, aber der emotionale Überschwang und die zeitgenössische Atmosphäre des zaristischen Russland vermögen literarisch Interessierte heute noch zu beeindrucken.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. April 2014
Das wahre Leben, als träge, schlaff und langsam erachtend, füllt ein unbekannter, sich als Träumer bezeichnender Erzähler, seine innere Leere und Einsamkeit lieber mit imaginären Phantasiewelten auf, um besondere, exstatische Genüsse zu erleben, die es vermögen, seine schwermütige Existenz, vergessen zu lassen und ihm stattdessen ermöglichen, sich in Imaginationen zu transzendieren. Als Autor und Held, der sich seine eigene Traumwelt zusammenbastelt, fühlt er sich " wie eine Fliege im Spinnennetz, der Göttin Phantasie " , der von seinen Idealvorstellungen beflügelt wird und diese als Ersatz über die Realität legt.

Doch seine träumerischen Luftschlösser, lösen sich gelegentlich auf und offenbaren ihm dann eine klare Sicht auf sein ungelebtes und melancholisch dahinfließendes Leben. Das sehnliche Verlangen, in seinen eigenen Einbildungen und Gefühlen etwas " wirklich Seiendes, ein greifbares Vorhandenes " anzutreffen, stellt für ihn leider ebenfalls nur eine romantische, träumerische Vorstellung dar. So wandelt, dieser einsame Spaziergänger schließlich selbstvergessen durch die Straßen von Sankt Petersburg und sinnt über den Frühling und die Menschen nach. In diesen Momenten, besonders wenn sich der Tag dem Ende neigt, erfüllt ihn ein glückliches Wonnegefühl, welches seine Stimmung aufzuheitern und verzaubern zu vermag. Während eines solchen euphorischen Momentes, lässt Dostojewski unseren Erzähler nun eines Abends mit der Realität zusammentreffen, die ihn von seiner schwärmerischen Lethargie schlagartig befreit und er sich in einer für ihn, vollkommen surrealen Situation wiederfindet. Mit einem Mal scheint sich seine projizierte in eine reale Vorstellung umgewandelt zu haben, so dass er sich in seiner neuen Position nicht richtig zu verhalten versteht. Es ist die Liebe, die sein Leben aus einem langen Winterschlaf erwachen lässt, um sich in den Augen einer anderen Person zum ersten Mal objektiv betrachten zu können.

Ein junges, schönes Mädchen, dass sich an jenem Abend, durch ein trauriges Verhalten, auf sich aufmerksam machte, entfachte die nötige Neugier, um unseren Träumer dazu zu bewegen, sich ihr zu nähern und sie anzusprechen. Seine einfache Authentizität und Ehrlichkeit sofort erkennend, entsteht ein einfaches Gespräch, dass aufzeigt wie einfach doch der Umgang mit anderen Menschen sein kann. Seine Befangenheit und Hilflosigkeit im Umgang mit Frauen bekundend, findet er durch Nasstenkas vertrauenserweckende Art, schnell den richtigen Ton und beginnt ihr sein Herz auszuschütten. " Ich versteh nicht zu schweigen, wenn das Herz in mir spricht ", ertönt es aus unserem Erzähler, der sich durch diese glückliche Fügung in einen dionysischen Rauschzustand begeben hat und seine imaginäre Höhle vollständig verlassen zu haben scheint. Nachdem es zu weiteren Treffen kommt, in denen sich beide ihre Lebensgeschichten erzählen, zeichnet sich unser Erzähler fortwährend durch seine literarische Selbstbetrachtung aus, in der er sich als eine Art Romanfigur ansieht und in der dritten Person von sich zu sprechen pflegt. Ihre vermeintliche Beziehung, bringt nach und nach die eigentlichen Motive ans Licht, die Nasstenka veranlassten, die Beziehung zu ihm zu intensivieren. Es bahnt sich ein sehr gefühlvolles und tränenreiches Ende an, welches für den weiteren Schaffensprozess, des damals noch sehr jungen Dostojewski charakterisierend bleiben sollte.

Seine Novelle gehört zu den Spätwerken der russischen Romantik und stellt den Übergang zur Literatur des Realismus dar, der sich durch Alltäglichkeit und Objektivität auszeichnete und dafür einstige träumerische Phantasiewelten immer mehr verdrängte. Doch bei Dostojewski bleibt der Träumer ein immer wiederkehrendes Motiv. Eine wunderschöne Erzählung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. Januar 2012
Es geht um Träume, Sehnsucht und Zauber in dem dünnen Bändchen "Weiße Nächte", von Dostojewski.

Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881) lebte lange Zeit in St. Petersburg, wo er die berühmten weißen Nächte wohl oft bewundern durfte. In diesen speziellen Nächten im Sommer geht die Sonne nicht vollständig unter und ein mystisch silbernes Glühen am Firmament verzaubert die Menschen. Und in so einer Nacht, welche andere wäre sonst geeignet?, trifft der Träumer aus der Erzählung "Weiße Nächte", auf die lang ersehnte Liebe, "Ich träume nur jede Nacht davon, dass mir endlich einmal jemand begegnet." Es ist die junge Nastenka, die voller Verzweiflung durch die Straßen irrt und dem jungen Träumer ihr Herz schließlich ausschüttet. Auch sie quält Liebe, eine unerfüllte, sie die zu Hause immer am Schoße ihrer Großmutter mit einer Sicherheitsnadel festgesteckt wird, um nicht die Gefahren der Welt, vor allem der, der jungen Männer, kennenlernen zu müssen. Und doch selbst da trifft sie die Liebe. Sie schenkt ihr Herz einem Mann und wartet voller Ungeduld auf seine Rückkehr und merkt in diesen Augenblicken des Gesprächs gar nicht, dass der Träumer sich in sie verliebt hat. Er der immer mit dieser schweren Melancholie durch die Straßen zieht. "Mich bedrücken so seltsame Gedanken, so dunkle Empfindungen..."
Das Gespräch der beiden schwelt von Zärtlichkeit, Liebe und Freundschaft, so wie es wohl nur zwei Menschen geschieht, die seelenverwandt sind. Sie beide spüren, dass sie zueinander gehören, wäre da nicht dieser andere Mann in Nastenkas Herzen. Doch er scheint sie vergessen zu habe. "Ein Augenblick des Glücks! Ja, ist das vielleicht zuwenig, zuwenig selbst für ein ganzes Menschenleben?"
Es ist eine melancholische Geschichte, die voller Witz, Hoffnung, Sehnsucht und Traurigkeit steckt und die sich nur in diesen silberglänzenden Nächten, wenn Wunder möglich sind, abspielen konnte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ein junger Mann - der Ich-Erzähler- trifft während eines nächtlichen Spaziergangs im sommerlichen Petersburg auf ein siebzehnjähriges Mädchen. Sie beginnen miteinander über ihre Träume und ihre innere Vereinsamung zu sprechen.

Die beiden Menschen begegnen sich in den Folgenächten erneut.

Nastenka berichtet von ihrem Kummer und ihrer Sehnsucht, weil der Mann, den sie liebt und mit dem sie ihr weiteres Leben verbringen möchte, zwar wie vereinbart nach einem Jahr aus der Fremde zurückgekehrt, aber bislang noch nicht auf sie zugekommen ist. Sie glaubt schließlich er wolle sein Versprechen - mit ihr zu leben- nicht mehr halten und wolle sie deshalb nicht mehr sehen.

Während der nächtlichen Gespräche verliebt sich der Ich-Erzähler in das Mädchen und möchte die Position des Vorgängers einnehmen. Nastenka ist damit einverstanden. Sie mag den jungen Mann, hat ein inniges freundschaftliches Verhältnis zu ihm entwickelt, dass sie in ihrer Unerfahrenheit für Liebe hält und glaubt die Intensität des Gefühls könne durch bewusstes Wollen verstärkt werden.

Doch da taucht ihre große Liebe plötzlich in der letzten, dieser weißen Nächte erneut auf, woraufhin Nastenka den Ich- Ezähler gewissermaßen im Regen stehen lässt, wohl wissend in welche Seelenlage sie die jungen Mann damit bringt. Sie weiß, dass er sie liebt und verdeutlicht ihm, dass er - aufgrund seiner Liebe zu ihr - ihr gewiss den Laufpass verzeihen könne. Sie wünsche sich, dass sie weiterhin Freunde bleiben , da sie ihn noch genau so möge, wie in den Nächten davor. Nichts habe sich verändert.

Der Ich-Erzähler ist nicht in der Lage seine Sehnsucht zu überwinden und sich in die neue Situation einzufinden. Er zerbricht an seinem Kummer und scheint von da an aufgehört zu haben seelisch zu existieren.

Dostojewski zeigt in diesem Roman die egoistischen Facetten der so genannten großen Liebe, die letztlich , wo sie hervorbricht, selten Rücksicht auf Dritte nimmt und sich damit vom Wesen wohltemperierter, zwischenmenschlicher Liebe, die , wie man weiß, immer alle im Auge hat, maßgeblich unterscheidet. Damit aber ist die große Liebe ein Widerspruch in sich. Sie ist ein klassisches Paradox.

Empfehlenswert
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Bisher habe ich mit Fjodor Dostojewski nur Wälzer wie „Schuld und Sühne“ oder „Die Brüder Karamasow“ assoziiert. Ich dachte dabei an nahezu unverständlichen Text und komplizierte Ausdrucksweise.... .
Dieses Buch habe ich geschenkt bekommen und ich bin sehr froh, dass ich auf diese Weise beinahe „zufällig“ auf ein Werk des Autors gestoßen bin, denn: Es hat mir gezeigt, dass mein Vorurteile so gar nicht gerechtfertigt sind. Natürlich ist die Sprache Dostojewskis eine andere als die unsere heute. Aber sie ist keineswegs kompliziert oder gar unverständlich. Im Gegenteil: Ich finde, dass der Verfasser sich gekonnter ausdrückt, also so mancher Schriftsteller der Gegenwart. Es ist ein bisschen so, als würde Dostojewski vorsichtiger mit Worten umgehen, als viele von uns heute. Er versteht es mehr als gut, Charaktere und deren Schicksal zu beschreiben. Diese Liebesgeschichte ist nahezu eine „Erholung“ von all den aktuellen Romanen, Krimis, Thrillern, die oft banaler oder gruseliger nicht sein könnten. Mich fasziniert die Sprache, die vorsichtigen Andeutungen und großen Gefühle ohne Kitsch.
Fazit: Eine rührende – nicht rührseelige – Liebesgeschichte. Eine Begegnung, nur ein paar Tage im Leben zweier Menschen, traurig und gefühlvoll. Wenn Sie bislang nichts von Dostojewski gelesen haben, würde ich mit diesem Werk anfangen, denn es ist mit etwas mehr als hundert Seiten im Vergleich zu anderen Werken des Verfassers kein sehr umfangreiches Buch, zudem ist es leicht verständlich und schön zu lesen, eine „Einstiegslektüre“.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Vier Nächte. Zwei Personen. Ein Kuss.

Ein romantisches kleines Büchlein. Ich habe mich in diesem Buch wiedergefunden und mich wie der Ich-Erzähler gefühlt. Ein Mann begegnet nachts einem traurigen Mädchen in Petersburg. Sie ist einem anderen Mann versprochen, den sie liebt, der sich jedoch seit langem nicht mehr gemeldet hat. Daher glaubt sie nicht mehr an seine Liebe bzw. zweifelt daran. Sie erzählt ihre Sorgen dem Ich-Erzähler und so tauschen sie sich vier Nächte lang aus. Obwohl dieses Buch etwas dünn ist, vermisse ich nicht die Intensität. In der Kürze liegt die Würze. Schließlich kehrt Nastenkas versprochener Ehemann zurück und sie lässt den Ich-Erzähler, der sich bereits in sie verliebt hat, auf triste Art und Weise zurück und verabschiedet sich. Er ist innerlich aufgewühlt und scheint daran kaputt zu gehen. Ich liebe einfach nur die Figur des Ich-Erzählers und war so froh entdeckt zu haben, dass jemand wie Dostojewski eine Figur beschreiben kann, mit der ich mich während des Lesens identifizieren und vergleichen konnte.

Appell an die Jugend von heute: LEST DIESES BÜCHLEIN UND ENTDECKT DEN SINN FÜR FEINFÜHLIGES IN EUCH, VERSETZT EUCH RICHTIG IN DAS WERK UND ICH SAGE ES NOCHMALS, SO WIE ICH ES IN ANDEREN REZENSIONEN SCHON GESCHRIEBEN HABE: LESEN IST NICHT UNCOOL, LESEN MACHT BELESEN, ERHABEN UND ÜBERLEGEN. VERSUCHT ES! :)

~Bücher-Liebhaberin~
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Juli 2005
mein gott! was für ein wundervolles buch! ich habe von dostojewski bis jetzt nicht sehr viel gelesen, aber das was ich gelesen habe hat unglaublich tiefe eindrücke hinterlassen. so auch diese kleine geschichte über die liebe. der träumer trifft seinen personifizierten traum, seine nastjenka, und er meint, nach einem traurigen, einsamen leben, sein glück schlußendlich in ihr doch noch gefunden zu haben. sie treffen sich in mehreren nächten in denen der eine dem anderen jeweils seine geschichte eröffnet. (ich muss sagen, als der träumer seine geschichte erzählt dachte ich, woher kennt dostojewski mich?) jedoch das unglaubliche an diesem buch, finde ich, ist das ende. mich jedenfalls ließ es sehr, sehr traurig zurück, und ich glaube manch einem wird es genauso ergehen. die frage die bleibt ist für mich: "Wieso ist es heute nicht mehr so, wie es damals gewesen ist?"
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