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5.0 von 5 Sternen Wind Nord-Ost, Startbahn 03...
Manchmal entdeckt man zwischen den Unmengen von viel beworbenen, oftmals sehr gepushten Neuerscheinungen auf dem übervollen Buchmarkt ein kleines, eher unscheinbares Büchlein einer einem unbekannten Autorin, welches man "einfach so", ohne nennenswerte Erwartungen oder bestimmte Vorstellungen, mal im Vorbeigehen mitnimmt - und welches sich dann unverhofft als...
Veröffentlicht am 23. Februar 2013 von Berlinoise

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hätte, hätte - Fahrradkette
Viele Bewertungen loben den rasanten Anfang des Buches und das unbefriedigende Ende. Ich muss sagen, dass mir persönlich auch der Anfang zu sperrig war. Ich liege skurrile Charakter und skurrile Geschichten. Hier war mir das aber alles zu sehr aufgesetzt. Diese Mutter die Solarkocher in Afrika installiert, dieses Leben direkt am Flugfeld, ...
Die Geschichte...
Vor 23 Monaten von Bernd veröffentlicht


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wind Nord-Ost, Startbahn 03..., 23. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Gleitflug (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Manchmal entdeckt man zwischen den Unmengen von viel beworbenen, oftmals sehr gepushten Neuerscheinungen auf dem übervollen Buchmarkt ein kleines, eher unscheinbares Büchlein einer einem unbekannten Autorin, welches man "einfach so", ohne nennenswerte Erwartungen oder bestimmte Vorstellungen, mal im Vorbeigehen mitnimmt - und welches sich dann unverhofft als absoluter Glücksgriff entpuppt.
So geschehen bei "Gleitflug", dem zweiten Roman der niederländischen Autorin Anne-Gine Goemans.
Wie meine Rezensionsüberschrift (ich konnte einfach nicht widerstehen...) unschwer vermuten lässt, entführt uns "Gleitflug" auf einen Flughafen.
Dieser liegt in einem trockengelegten See in den Niederlanden und trotz aller Unannehmlichkeiten, die es mit sich bringt, direkt an einem Flughafen zu leben, haben diverse Anwohner ihre Anwesen nicht verkaufen wollen und wohnen weiterhin auf ihren Höfen, die nun unmittelbar an der Landebahn liegen.
In deren kleinem Kosmos spielt sich "Gleitflug" ab.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht der vierzehnjährige Gieles, dessen große Liebe seinen Gänsen gilt, die aber nur auf dem Hof bleiben dürfen, solange sie den Flugverkehr nicht gefährden.
Dazu gibt es noch diverse Nebenhandlungsstränge, einige Rückblicke in die Geschichte der Umgebung und jede Menge verschroben-schrullige, aber sehr liebenswerte Figuren, die von der Autorin mit all ihren kleineren und größeren Freuden und Sorgen sowie all ihren Eigenarten ebenso warmherzig wie lebensecht geschildert werden.
Um das Erwachsenwerden geht es, um Freundschaft, Familie, erste Liebe und natürlich um Zugvögel und das Fliegen.
Dabei behält die Autorin durchweg einen leichten, heiteren Ton bei, obwohl der kleine Roman (die rund 450 Seiten lesen sich im wahrsten Sinne des Wortes weg wie im Flug) gelegentlich durchaus auch ernstere Töne anschlägt und sich in seiner Gesamtheit als gar nicht ganz so leichte Kost entpuppt, wie es auf den ersten Blick scheinen könnte.

Wer auf viel "Action" verzichten kann und eine Schwäche für "kleine", warmherzige und lebensechte Geschichten um liebenswert-verschrobene Menschen mit all ihren Ecken und Kanten hat, dem sei "Gleitflug" wärmstens ans Herz gelegt.
Für mich gehört dieser große kleine Roman, der ebenso bunt und vielschichtig wie das Leben daherkommt, schon jetzt zu meinen Leselieblingen des Jahres 2013.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stück für Stück ein wahrer Genuss, 12. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Gleitflug (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Der vierzehnjährige Gieles lebt mit seinem Vater und dem Onkel in einem kleinen Haus direkt neben der Landebahn eines Flughafens. Seine Mutter ist lieber als Entwicklungshelferin in Afrika unterwegs, als bei ihrer Familie zu sein. Nur wenige der Anwohner sind nach dem Bau des Flugplatzes geblieben. Gieles Vater ist zuständig dafür, dass keine Vogelschwärme die Flugzeuge beim Landeanflug zum Absturz bringen und bedient sich dabei eher unorthodoxer Methoden. Der Vogelliebhaber hält nichts davon, die Tiere zu erschießen, sondern fährt lieber mit dem mit einem Lautsprecher ausgestatteten Auto auf dem Gelände herum und beschallt Möwen und Dohlen mit Raubvogelrufen. Auch Gieles liebt Vögel - besonders aber seine vier Gänse, mit denen er die "Geniale Rettungsaktion 3032" ausheckt, um seine Mutter wieder für die Familie zu gewinnen. Nebenbei ist er noch unsterblich verliebt in ein Mädchen namens "Gravitation", das er über das Internet kennen gelernt hat und das offensichtlich eine ausgeprägte Vorliebe für Piercings und Tattoos hat. Zu seinem einstmals besten Freund Toon verliert er immer mehr den Zugang, doch dann tritt der dicke Super Waling in sein Leben - und mit ihm eine geheimnisvolle Geschichte.

Es gibt Bücher, die schließe ich auf Anhieb in mein Herz. "Gleitflug" ist eines davon. Die Protagonisten sind so charmant, liebenswert und verschroben, dass ich gar keine andere Wahl hatte. Und doch - noch bevor ich überhaupt Gelegenheit dazu hatte, die Personen kennen zu lernen, erwischten mich zwei Sätze direkt auf den ersten Seiten:

"Giles zögerte. Wie sollte er dem weltberühmten Gänsespezialisten, Meteorologen, Piloten, Filmemacher, Ornithologen, Fotografen, Autor, Veganer und Tierschützer wenigstens die wichtigsten Fragen stellen, ohne zu viel von seinem außergewöhnlichen Plan zu verraten?"

Gänse, Veganer und Tierschützer - wie oft finden sie schon in einem so ruhigen Roman Erwähnung? Die meisten Autoren stricken aus diesen Bausteinen Krimis. Gänsekrimis oder Ökothriller. "Gleitflug" ist anders. Es ist etwas Besonderes und obwohl nicht viel passiert, schaffte es Goemans für mich, die Spannung immer aufrecht zu erhalten. Gieles ist herrlich normal. Er ist einfach ein netter Junge, der mitten in der Pubertät steckt und zum ersten Mal so richtig verliebt ist. Dennoch sehnt er sich sehr nach seiner Mutter, die ihm immer nur deprimierende Mails über die Zustände in Afrika schickt.

"Gleitflug", das 2012 mit dem Dioraphte Jongerenliteratuur Prijs'(DJP) ausgezeichnet wurde, ist das zweite Buch von Anne-Gine Goemans, jedoch das erste bisher auf deutsch Erschienene. Die Sprache der Autorin strahlt pure Wärme und Zuneigung für ihre Protagonisten aus (aber dem Insel-Verlag nehme ich es übel, dass er das Wort "seid" mit dem Wort "seit" verwechselt hat. Ansonsten sind mir in dieser Hinsicht aber keine Mängel aufgefallen) und so lässt es sich vielleicht nicht wie ein spannungsgeladener Thriller "fressen", aber umso mehr an ruhigen Abenden Stück für Stück genießen.

Das Ende - ich muss es leider zugeben - hat mir überhaupt nicht zugesagt. Es erzeugt zwar einerseits ein Friede, Freude, Eierkuchen-Gefühl, adererseits ist es aber dennoch von meinem dunklen Ereignis überschattet, das mich besonders mitgenommen hat, weshalb ich die letzten Seiten eher nur noch überfliegen konnte.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur Fliegen ist schöner, 30. Oktober 2012
Von 
Marius (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Gleitflug (Gebundene Ausgabe)
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Es mischen mit: 4 Gänse, die nicht fliegen dürfen, es aber können, ein Flughafenförster, ein reichlich dicker Journalist, ein Mädchen aus der holländischen Provinz und Gieles, der Sohn jenes Flughafenförsters und zugleich Besitzer der vier Gänse. Plus weiteres schrulliges Personal mit teilweise auch recht eigenwilligen Namen.
Aus ihrem liebenswert-eigenbrötlerischen Personal strickt Anne-Gine Goemans eine Geschichte über familiären Halt, Mannwerdung, Liebe und nicht zuletzt über das Fliegen. Bereits das hervorragend gestaltete Cover vermittelt den Eindruck von Fernweh und Fliegen und dieser Eindruck wird auch im Buch bestätigt.

Um seine Mutter aus Afrika heimzuholen, wo sie als Entwicklungshelferin tätig ist, lässt sich Gieles einen riskanten Plan einfallen. Ähnlich seinem großen Vorbild, dem amerikanischen Piloten Chesley Sullenberg, will er mithilfe seiner Gänse alles riskieren, um seine Mutter auf sich aufmerksam zu machen. Mithilfe des adipösen Journalisten Super Waling will er seinen Plan in die Tat umsetzen, doch wie das bei großen Plänen immer der Fall ist, kommen Gieles diverse Dinge dazwischen …
Anne-Gine Goemans „Gleitflug“ ist einer jener Romane, die vordergründig leichter daherkommen, als sie es in Wahrheit sind. Neben ihrer Geschichte um Gieles und sein Leben am Rande der Flughafenbahn verschränkt die Holländerin noch eine zweite Geschichte, die vom Leben holländischer Siedler und deren Landnahme des sogenannten Polder-Gebiets erzählt. Diese Episoden werden durch weitere Einschübe wie z.B. einen unfreiwillig komischen Brief ergänzt, ergeben zusammen aber ein homogenes Romankonstrukt.
Neben der schriftstellerischen Raffinesse hat das Buch auch noch eine zweite Große Stärke, und dass ist seine zwischenmenschliche Wärme. Man erlebt Menschen mit Macken und Fehlern, die man trotzdem gernhaben muss und bei denen man das Gefühl hat, dass es sie tatsächlich so wie im Buch beschrieben geben könnte.
Diese Plastizität und Fabulierfreude machen Gleitflug zu einem tollen Leseerlebnis, wie gemacht für graue Herbstabende oder sonstige Tage im Jahr!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie Vögel, die aus dem Nest gefallen sind, 22. Oktober 2012
Von 
Buchdoktor - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Gleitflug (Gebundene Ausgabe)
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Gieles hat zwei Idole - Sully, Flugkapitän Chesley B. Sullenberger, der seine Maschine elegant auf dem Hudson landete, nachdem ihm Gänse ins Triebwerk geflogen waren, und den französischen Ornithologen Christian Moullec, der Zugvögel so auf sich prägte, dass sie seinem Ultraleichtflugzeug folgten. Der Brief an den Franzosen, an dem Gieles gerade feilt, zieht sich in einzelnen Absätzen hin; denn Gieles Französisch holpert noch etwas. Gieles eigene Leidenschaft für Gänse ist nicht ungefährlich. Gieles Vater hat als Flughafenförster dafür zu sorgen, dass Vögel vom Flughafengelände fernbleiben. Ein Sohn, der Gänse mit Spekulatius abrichtet, passt da gar nicht. Ein Pubertierender, dessen jüngste Gans nur direkt neben seinem Kopfkissen einschlafen kann, und ein stimmungsvolles Buchcover könnten einen leichten, gefühlvollen Roman vermuten lassen. Doch Gieles Leben, das er mit seinem wortkargen Vater und dessen körperbehinderten Bruder Fred teilt, ist alles andere als leicht. Es sind fast schon zu viele Probleme, mit denen der Junge konfrontiert wird. Nachbarin Dolly, deren Haus einer Erweiterung des Flughafens zum Opfer fallen soll, kann es sich nicht leisten, fortzuziehen. Ihre drei Söhne sehen in Gieles, der auf sie aufpasst während Dolly zu ihrem Zweitjob hetzt, einen Vaterersatz. Sie hängen so stark an ihrem Kindersitter, dass man sich gut vorstellen kann, wie sehr sie ihren verstorbenen Vater vermissen. Der grotesk übergewichtige "Super" Waling hat eine Erzählung über seine Vorfahren geschrieben, die beim Trockenlegen des Polders, auf dem heute das Flughafengelände liegt, wie Ochsen ausgebeutet wurden. In Einzelkapiteln bekommt Gieles die Geschichte nach und nach von "Super". Außer Gieles hat offenbar noch niemand überlegt, wie aus dem charismatischen Lehrer Waling dieser Mitleid erregende Mann werden konnte, der sich nur noch wie ein Behinderter per Elektrokarren bewegen kann. Meike, Gieles Internet-Bekanntschaft und erste große Liebe, bringt einen ganzen Packen Probleme mit und findet unerwartet eine Unterstützerin in Dolly. Warum seine Mutter seit Jahren als Entwicklungshelferin in Afrika Solarkocher verteilt, anstatt bei ihrer Familie in den Niederlanden zu sein - diese wichtigste Frage überhaupt - verdrängte Gieles bisher erfolgreich. Doch mit den Hormonen, die die Leitung über seinen Körper übernommen haben, und neben Gieles ehrgeizigem Projekt, seiner jüngsten Gans das Tischtennisspielen beizubringen, steuern die Ereignisse auf ein rasantes Ende zu.

Anne-Gine Goemans hat ein Händchen für skurrile Charaktere, die alle wie aus dem Nest gefallene Vögel wirken. Gieles war mein unangefochtener Favorit, obwohl man Goemans Figuren in ihrer Schrulligkeit alle mögen muss. Die Art, in der in "Gleitflug" jede Nebenfigur liebevoll ausgearbeitet und mit der Last eines speziellen Geheimnisses beladen war, hat mich ebenso gefesselt wie Goemans Erzählkunst, mit der sie Gegenwart, Vergangenheit und Gieles Träume (die er seinem Brief anvertraut) miteinander verknüpft. Schließlich punktet die deutsche Übersetzung des Texts mit einer treffenden Sprache, die zu Gieles passt wie der Punkt auf das i.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weiter so Frau Goemanns!, 7. Dezember 2012
Von 
Dr. Hans Wilhelm Wieczorrek "Hans" (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Gleitflug (Gebundene Ausgabe)
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Das Lesen des Buches hat mir wirklich Freude gemacht, obwohl mit Luftfahrt und Fliegerei hat das Buch wenig zu tun, aber das macht nichts. Das "Universum" des Buches ist fokussiert auf einen Personenkreis, der auf einem engen Raum an einem Flugplatz lebt. Das ist nun wirklich nicht einfach, weil das Starten und Landen von solchen Geräten viele Unannehmlichkeiten mit sich bringt. Dennoch haben diese Menschen der Versuchung widerstanden ihre Domizile und ihr Land an die Flughafengesellschaft zu verkaufen.
Der Flughafen liegt in einem Polder, der früher mal ein See war und in mühsamer Arbeit von den Menschen trockengelegt wurde. Diesen Rückblick in die Geschichte flicht die Autorin geschickt in die Aktualität ein.
Meines Erachten ist es nicht sinnvoll, das Geschehen zu resümieren, denn die Handlung besteht aus vielen Stängen, die dramaturgisch geschickt miteinander verwoben sind. Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet. Dass, das Buch von einer Frau geschrieben ist(das soll mitnichten despektierlich klingen), merkt man an der Schilderung von einigen durchaus dramatischen und auch brutalen Szenen, wie z.B. der notwendigen Tötung des Pferdes, das im Schlamm zu versinken droht.Dieser Szene wird die Brutalität genommen, denn der "Henker" vollzieht einen Akt der Humanität. Was mich besonders gefreut hat war, dass das Buch ein Happy-End hat. Müssen gute Bücher immer tragisch enden? Natürlich nicht.
Etwas zur Autorin, von der ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Sie hat eine flüssigen, aber nie oberflächlichlichen Schreibstil, intelligent, manchmal lustig manchmal traurig. Übrigens etwas Sex kommt in dem Buch auch vor. Ein wirklich lebendiges Buch, das mir sehr gut gefallen hat.
Alle Achtung Frau Goemans, die 5 Sterne haben Sie sich wirklich verdient.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen der Gänseflüsterer, 30. Juli 2013
Von 
dr_rgne - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Gleitflug (Gebundene Ausgabe)
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Gieles ist vierzehn Jahre alt und wohnt mit seinem Vater und seinem Onkel gleich neben dem Flugplatz. Der Job seines Vaters ist es dafür zu sorgen, dass keine Vögel den Flugzeugen zu nahe gekommen. Deswegen ist es besonders brisant, dass Gieles zuächst zwei erwachsene Gänse, später noch zwei Gänseküken sein eigen nennt, für die er aber ein ausserordentlich gutes Gespür entwickelt. Das Hauptproblem von Gieles ist, dass seine Mutter lieber in Afrika Solarkocher verteilt, anstatt sich um ihn zu kümmern. Deswegen entsinnt er einen verrückten Plan, um sie zurückzugewinnen. Diesen Plan fand ich etwas absurd, aber ansonsten das Buch sehr gelungen.

Abgesehen vom verrückten Plan stehen zwei sich entwickelnde Beziehungen im Mittelpunkt. Auf der einen Seite Meike, frustriertes Gothic-girl, welches bei Gieles' Familie wieder zu sich findet und Gieles den Kopf verdreht. Klingt verrückt, aber ich fand die Beschreibung der Gefühlswelt des pubertierenden Jungen ist der Autorin durchaus gelungen.

Noch interessanter fand ich aber die Beziehung von Gieles zu Super Waling, einem extrem übergewichtigen Mann. Anfangs von Ekel und Scham gekennzeichnet, entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden. Darin eingebettet ist die Geschichte von Ide und Sophia, den Vorfahren von Super Waling, die vor 150 Jahren als Arbeiter daran beteiligt waren, einen grossen See trocken zu legen (afu dessen Grund nun der Flughafen steht). Diese Nebengeschichte beschreibt das fürchterliche Elend der armen Arbeiter und steht damit in starkem Kontrast zur Hauptgeschichte, fügt sich aber doch irgendwie stimmig ein.

Kurzum, ein meist leicht zu lesender Roman mit sympathischen Charakteren, der häufig zum Schmunzeln einlädt, der aber auch seine düsteren Seiten hat. Aufgrund der rohen Gewalt in den 'historischen' Szenen, würde ich den Roman aber nicht jungen Lesern empfehlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leichte, lohneswerte Lesekost, 24. Februar 2013
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Gleitflug (Gebundene Ausgabe)
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Für ihren Debütroman "Ziekzockers", der in der Kulturlandschaft der Tulpenfelder angesiedelt war, erhielt die niederländische Autorin 2008 den renommierten Anton -Wacher - Preis. Nun ist mit "Gleitflug" 2012 ihr zweiter Roman im Insel Verlag erschienen.

Der vierzehnjährige Protagonist Gieles wohnt mit seinen Eltern und seinem Onkel an einem ganz besonderen Wohnort, denn ihr alter Bauernhof liegt direkt neben der Landebahn eines verkehrsreichen Flughafens. Der Vater ist als Flughafenförster dafür verantwortlich, dass keine Vogelschwärme die startenden und landenden Flugzeuge gefährden. Onkel Fred betreibt einen trotz des Fluglärms scheinbar beliebten Campingplatz. Vater Willem und Onkel Fred waren eineiige Zwillinge, sahen sich aber überhaupt nicht ähnlich. Mutter Ellen ist meist nicht zu Hause, denn sie sieht ihre Aufgabe beim aufopfernden Einsatz in afrikanischen Hilfsorganisationen. Im Internet lernt Gieles seine erste Freundin Meike kennen. Die kreuzt plötzlich bei Gieles auf, doch dessen ganze Vorliebe gilt seinen vier Gänsen, besonders der kleinen Gans Wallie. Die Gänse sind aber nur so lange auf dem Hof geduldet, so lange sie nicht fliegen können und damit den Flugverkehr behindern.

Seit einiger Zeit hat Gieles Probleme mit seinem ehemaligen Freund Toon, nachdem er Freundschaft mit Super Waling geschlossen hat und nachdem Toon die unsinnigsten Sachen gemacht hat. Dieser extrem übergewichtige, bewegungsbehinderte Lehrer erzählt Gieles, wie er geworden ist, wie und was er ist und er erzählt ihm in einer sehr berührenden Parallelgeschichte von dem Leben seiner Ur Ur Urgroßeltern, den Deicharbeiten und den alten holländischen Dampfpumpwerken.

Gieles hört wie gefährlich Gänse für Flugzeuge sein können, denn der Pilot Captain Chesley musste im Januar 2009 seine Maschine in einer Notlandung auf dem Hudson River aufsetzen. Plötzlich hat unser Protagonist die Idee für das Geheimprojekt Geniale Rettungsaktion 3032", mit dem er seine Mutter für sich und eine intakte Familie wieder zurückerobern könnte. Sie würde ihren Sohn danach als Held betrachten und für ewig daheim bleiben. Wird ihm die Tat gelingen, spielen die Gänse mit oder macht er schließlich einen oder mehrere Fehler? Das sei an dieser Stelle nicht verraten.

Der wahre Edelstein dieses Romans ist die Lebensgeschichte von den Ur Ur Urgroßeltern Ide und Sophia. Hier können wir bei angemessener Literarizität das Medium der Darstellung und das im stimmenden Spannungsverhältnis stehende Dargestellte in vollen Zügen süffisant genießen.

Es ist ein handwerklich ordentlicher, mit rhetorischem Schaum belegter Roman, den ich allerdings nicht der Belletristik, sondern eher dem Genre Jugendroman zuordnen würde. Tempo und Plot-Plausibilität sind in reflexiv miteinander verbunden Geschichten gut erzählt und erzeugen Spannung, bei einem überschaubaren, bezaubernden, zu Herzen gehenden Figurenensemble. Meine Leseempfehlung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Plan, 6. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Gleitflug (Gebundene Ausgabe)
„Im Grunde genommen war alles gesagt worden, nachdem seine Mutter ihn gefragt hatte „Was willst Du denn, Gieles“?“.

Aber bis Gieles seine klaren Antworten in seiner kleinen, durchaus überschaubaren Welt findet und formulieren kann, da braucht es doch einiges im Vorfeld an Überlegung und Erlebnis.
Dort, auf dem Polder in Holland, neben dem kleinen Flughafen, für dessen Sicherheit von „Vogelseite“ aus Gieles Vater zuständig ist. Der mit seinem Zwillingsbruder (der ihm gar nicht ähnlich sieht, bis auf die Größe von 1,99 Meter) in einem Bauernhof neben dem Flugfeld lebt. Wo sein Bruder einen kleinen Camping betreibt. Nichts wirklich touristisches, eher für Leute wie Johan und seine Frau gedacht, für Flugzeugfanatiker, die dem Starten und Landen zusehen möchten aus nächster Nähe.

Und mitten drin Gieles. Gut bekannt mit den paar Leuten, die ihre Häuser noch nicht verlassen haben, seitdem es die Landebahn gibt. Mit seinem Vater und seinem Onkel, seinen beiden Gänsen, die er halten darf, weil diese nicht fliegen und daher keine Gefährdung darstellen. Mit der Nachbarin Dolly, auf deren drei Kinder er gegen Geld aufpasst und die sehr schnell und leicht aus der Haut zu fahren droht. Ohrfeigen für die Kleinen sind keine Seltenheit. Was Giels Angst macht.
Mit Toon, irgendwie schon seinem Freund, auch wenn Toon „zurückgeblieben“ ist. Immerhin teilt dieser Toon ziemlich heftig die feuchten Träume auch des 14jährigen Gieles und verhilft diesem zu dem ein oder anderen „Einblick“. Was Gieles irgendwie noch peinlich ist, aber immerhin ist er im Internet mit „Gravitation“ in Kontakt, einem Mädchen, dass er schwer zu beeindrucken gedenkt, die aber leider sehr wenig Haut auf ihren Fotos zeigt.
Zudem schließt Gieles enge Bekanntschaft mit einem ehemaligen Lehrer, jetzigen Reporter und unglaublich dicken Mann, „Suprt-Waling“, der sich zwar ohne Elektromobil nicht mehr fortbewegen kann, Gieles aber vieles über die Geschichte des Ortes erzählt, der ihm ein Manuskript über die Geschichte seiner Urahnen zu lesen geben wird, in dem für Gieles vieles auch für ihn selber klar werden wird. Was das Leben und die Liebe angeht. Denn irgendwann im Lauf der Geschichte steht die Internetbekanntschaft tatsächlich vor seiner Tür am Flugfeld.
Mit all diesen teils sehr eigentümlichen Menschen, die Goemann mit großer Zuwendung im Buch gestaltet und denen sie eine Vielzahl von Dimensionen zu geben versteht, lebt Gieles.

Nur nicht mit seiner Mutter. Die bringt gerade einmal wieder ein „Opfer“. In der dritten Welt. Und Gieles kann und will das nicht verstehen. Dass sie sich immer wieder von ihm und seinem Vater für Wochen und Monate trennt, um irgendwo in Somalia den Afrikaner zu helfen. Wo doch die Familie sie braucht. Sehr. Gieles fasst einen geheimen Plan. Mit seinen beiden Gänsen, die er versucht, auf diesen Plan hin zu trainieren, mit zwei weiteren kleinen Gänsen, die irgendwie auf den Hof gelangen. Einen Plan, der seiner Mutter zeigen wird, dass auch zu Hause reine „Rettungsaktion“ auf sie wartet, so dass sie nie mehr wegzugehen braucht, um ein „Opfer“ zu bringen.

Kleine Geschichten in der großen Geschichte sind es, mit denen Anne-Gine Goemans ihre Figuren sich entfalten lässt. Eingebunden in den „geheimen Plan“, für den der Leser über lange Strecken hinweg keine verwertbaren Andeutungen erhält und so mit Spannung weiter liest, um Gieles Plan „auf die Spur“ zu kommen.

Neben der anregend zu lesenden sprachlichen Umsetzung, bei der Goermans selbst auf die detaillierte Darstellung des das Ausdrückens eitriger Pickel nicht verzichtet, um die Welt der 14jährigen lebensecht nahe zu bringen, sind es diese Geschichten von Leben und Liebe (auch erster Liebe) um die Personen herum, die den Leser hineinziehen in diese überschaubare, kleine Welt neben dem Flugfeld. Personen, die alle ein wenig „neben der Spur“ sind, Wie das werden kann, in die „richtige“ Spur wieder zu kommen, davon handelt dieser Roman und legt in kreativer Form die Möglichkeiten des Lebens gelungen vor die Augen des Lesers.
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4.0 von 5 Sternen Schöner Roman direkt aus dem Leben, 14. Januar 2013
Von 
Asaviel (Baden-Württemberg, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Gleitflug (Gebundene Ausgabe)
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Gieles großer Plan "Geniale Rettungsaktion 3032", dessen Umsetzung ungefähr drei Monate in Anspruch nimmt, ist die große Geschichte, zu der immer wieder der Bogen gespannt wird. Innerhalb dieser großen Geschichte finden sich viele kleinere Handlungsstränge, die dabei eng miteinander verwoben sind.
So braucht es bei diesem Unterhaltungsroman doch ein wenig Aufmerksamkeit, um alles in richtige Zusammenhänge zu stellen. Aber diese vielen Handlungsstränge und kleinen Geschichten in der Geschichte machen den Reiz aus. Es wird die Welt aus der Sicht eines 14jährigen Jungen beschrieben, der direkt an einem Flugplatz aufwächst. Die Umgebung und Bewohner um diesen Flugplatz sind auch die zentralen Handlungspunkte. Es sind dann durch den Protagonisten vorgegeben auch die zentralen Themen wie Familie, Freundschaft, erste große Liebe, Identitätsfindung.
All das in einem Rahmen, der dem Leser einen Einblick in die Niederlande gibt und das Lebensgefühl der Anwohner dieses Flugplatzes deutlich widerspiegelt.
Gewisse Gesellschaftskritik bleibt dabei nicht aus. Zum einen was den Fluglärm betrifft, aber auch innerfamilär der Umgang der Mutter mit Gieles.

So ergibt sich ein eGeschichte, die schwankt zwischen einem locker-leichten Gottvertrauen, dass am Ende alles gut wird und der Gewissheit, dass es meistens doch nicht ganz so leicht ist. Ähnlich wie es auch dem Protagonisten beim Erwachsenwerden ergeht. Dazu kommen detailreiche und liebenswerte Charaktere, die das Lesen zu einem Vergnügen machen
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hätte, hätte - Fahrradkette, 15. April 2013
Von 
Bernd - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Gleitflug (Gebundene Ausgabe)
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Viele Bewertungen loben den rasanten Anfang des Buches und das unbefriedigende Ende. Ich muss sagen, dass mir persönlich auch der Anfang zu sperrig war. Ich liege skurrile Charakter und skurrile Geschichten. Hier war mir das aber alles zu sehr aufgesetzt. Diese Mutter die Solarkocher in Afrika installiert, dieses Leben direkt am Flugfeld, ...
Die Geschichte hätte eigentlich ganz nett werden können. Dieser pubertierende Junge, mit der Idee seine Gänse abzurichten. Wenn sich die Autorin ein bisschen fokussiert hätte und all diese kleinen Geschichtchen aus der Haupterzählung rausgelassen hätte, wäre wahrscheinlich ein richtig lesenswertes Buch draus geworden. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass es einer Frau naturgemäß schwerer fällt, die Gefühlswelt eines pubertierenden Jungen zu beschreiben? Hätte, hätte - Fahrradkette, wie ein Mitbürger das so schön ausdrückte. Aber so fällt das leider in die Kategorie - muss man nicht unbedingt lesen.
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Gleitflug: Roman (insel taschenbuch)
Gleitflug: Roman (insel taschenbuch) von Anne-Gine Goemans (Taschenbuch - 9. Dezember 2013)
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