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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Freundschaft ist gleich schnell zu schwimmen
Juri Gagarin war das Idol des Jahrzents. Jacobsons Icherzähler Finn wächst in Norwegen in den 60ern bei seiner allein erziehenden Mutter auf. Der Vater hat ein zweites Mal geheiratet, so dass die erste Frau nach seinem frühen Tod zu ihrem großen Kummer keine Witwenrente erhält. Sie arbeitet als Schuhverkäuferin und macht keine großen...
Veröffentlicht am 25. April 2011 von Buchdoktor

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Rührende Familiengeschichte
Dieses Buch ist eine Familiengeschichte, die aus der Sicht des zehnjährigen Finn geschildert wird. Dies macht das Buch interessant, aber auch ein wenig schwierig zu lesen.
Dadurch, dass man aus der Sicht eines Kindes auf die Situationen blickt, versteht man manche Dinge nicht sofort und braucht als Leser einen Augenblick, um dies zu erfassen. Wenigstens ging es...
Veröffentlicht am 10. November 2012 von Lene1277


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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Freundschaft ist gleich schnell zu schwimmen, 25. April 2011
Von 
Buchdoktor - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Juri Gagarin war das Idol des Jahrzents. Jacobsons Icherzähler Finn wächst in Norwegen in den 60ern bei seiner allein erziehenden Mutter auf. Der Vater hat ein zweites Mal geheiratet, so dass die erste Frau nach seinem frühen Tod zu ihrem großen Kummer keine Witwenrente erhält. Sie arbeitet als Schuhverkäuferin und macht keine großen Worte darum, dass das Geld oft hinten und vorn nicht reicht. "Das ist nichts für uns" werden Dinge genannt, die sich Mutter und Sohn nicht leisten können. Besonders innige Momente erleben beide, wenn die Mutter "uns" abends vorliest. Aufgabe des Sohnes in dieser Zweisamkeit ist es, die Mutter von Aufregungen zu verschonen und ein guter Schüler zu sein. Das Projekt Untermieter, das die Haushaltskasse stützen soll, bringt Kristian Joergensen samt seinem Fernsehapparat in die kleine Gemeinschaft. Zur gleichen Zeit nimmt die Mutter, wieder ohne große Worte, Linda, die Tochter ihres verstorbenen Exmannes auf. Lindas Mutter muss sich einer Entziehungskur unterziehen. Aus Finns Einzelbett wird einfach ein Doppelbett, in dessen oberer Hälfte nun Linda schläft. Das kleine Mädchen spricht nicht sehr viel und spielt auch nicht. Finns Freunde stellen kritische Fragen über Linda, während die Mutter schon froh ist, wenn die Kinder einen schönen Tag hatten und keine Katastrophen passiert sind. Bei der Einschulungsuntersuchung wird deutlich, dass Finns Mutter völlig ahnungslos von Lindas Behinderung war und vielleicht auch sein wollte. Finn verbringt die Sommerferien gemeinsam mit Linda und der Babysitterin Marlene auf dem Campingplatz einer kleinen Insel. Er kümmert sich in diesem so gar nicht normalen Sommer rührend um Linda, fördert sie und nimmt seine Umgebung hauptsächlich durch Linda wahr. Für einen Zehnjährigen wirkt er dabei viel zu reif und fürsorglich. Freundschaft ist gleich schnell zu schwimmen, entdeckt Finn. Als die in ihrer Entwicklung behinderte Linda schwimmen lernt, wirkt der gemeinsame Erfolg der beiden wie ein Befreiungsschlag. Die erste Schulwoche konfrontiert Finn damit, dass Lindas Probleme nicht damit gelöst sind, dass er ihr in den Ferien mit Engelsgeduld Lesen beigebracht hat. Die Einsicht, wie stark die Probleme mit Linda an seiner Mutter zehren, wird zu einem entscheidenden Reifungsschritt in Finns Entwicklung. Nachdem die Schule begonnen hat, entwickelt sich Finn wie im Zeitraffer: er interessiert sich für seinen Vater, reflektiert das Verhältnis zwischen Kristian und seiner Mutter und entdeckt mit Tanja aus seiner Klasse das andere Geschlecht.

Jacobson hat mit der Geschichte eines besonderen Sommers ein sehr treffendes Bild der 60er Jahre gezeichnet. Finns Alltag wirkt einerseits klarer und einfacher als unser Leben heute, was wir als einfach empfinden war zu seiner Zeit jedoch sehr viel komplizierter; nach außen musste der Schein gewahrt werden. Strenge Benimmregeln herrschten, gegen die Untermieter Kristian souverän verstösst. Auch Kristian wirkt sehr zurückgenommen, obwohl er durch sein väterliches "Kümmern" um Finns Skikünste eine entscheidende Rolle für dessen Heranwachsen spielt. Wichtige Dinge wurden damals nicht vor Kindern besprochen, so dass Finn erst auf Umwegen in mehreren Schritten erfährt, warum auch seine Mutter den Sommer in einer Klinik verbringt. Die Beziehung zwischen Finn und seiner allein erziehenden Mutter, wie auch Finns erste Schritte ins Erwachsenenleben haben mich sehr nachdenklich gemacht. Gestört hat mich an Jacobsons leise erzähltem Roman, dass er seinen zehnjährigen Icherzähler eloquent und reflektiert wie einen Erwachsenen sprechen lässt. Erst als Finn im Zeitraffer zum Abiturienten herangewachsen ist, harmonieren Alter des Erzählers und sein Ton wieder miteinander.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Rührende Familiengeschichte, 10. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte: Roman (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Dieses Buch ist eine Familiengeschichte, die aus der Sicht des zehnjährigen Finn geschildert wird. Dies macht das Buch interessant, aber auch ein wenig schwierig zu lesen.
Dadurch, dass man aus der Sicht eines Kindes auf die Situationen blickt, versteht man manche Dinge nicht sofort und braucht als Leser einen Augenblick, um dies zu erfassen. Wenigstens ging es mir so.
Nichtsdestotrotz ist gerade dieser Blickwinkel das Interessante an diesem Buch. Dennoch hätte ich mir an manchen Stellen ein wenig mehr Erklärung gewünscht, vieles blieb für mich im Dunkeln. Auch die Zeitformen wechseln des Öfteren, was das Lesen an sich noch ein wenig erschwert.
Insgesamt ein nettes Buch mit einer rührenden Familiengeschichte, was mich allerdings nicht zu hundert Prozent fesseln konnte.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der schönste Roman dieses Sommers, 6. Juli 2011
"Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte" ist ein Roman über eine Mutter-Sohn Beziehung, über die sechziger Jahre, über das Wundern und Verstehen, über Liebe und wie man dafür kämpft.

Oslo, 1961. Der neunjährige Finn und seine Mutter leben in einer Wohnblocksiedlung im Ostteil der Stadt. Alles beginnt damit, dass sie ihre Wohnung renovieren wollen. Auch bei ihnen sollen bunte Tapeten und Rollos Einzug halten, ein Fernseher wäre ein Traum, doch finanziell sieht es eng aus: Finns Mutter verdient ihren Lebensunterhalt als Verkäuferin in einem Schuhladen, und seit Finn denken kann, sind die beiden allein gewesen, ein eingeschworenes Team, das zusammenhält, egal was kommt. Finns Vater, ein Kranfahrer, hat die Familie früh verlassen und ist kurze Zeit später bei einem Kranunfall ums Leben gekommen. Um das Unglück perfekt zu machen, hat er kurz vor seinem Tod neu geheiratet, weshalb selbst die Witwenrente, die eigentlich Finns Mutter zustünde, nun an eine wildfremde Frau und deren Kind geht. Über den Vater wird nicht gesprochen, für Finn ist er lediglich ein Unglücksfaktor aus vergangenen Zeiten. Überhaupt hält er von erwachsenen Männern nicht viel, auch in der Nachbarschaft und in der Familie gibt es nur zweifelhafte Exemplare. Finn ist glücklich mit seiner Mutter und trägt es mit Fassung, dass er Muttersöhnchen genannt wird.
Um den Traum von einem besseren Status und blumigen Tapeten zu verwirklichen, entscheiden sich die beiden, ein Zimmer unterzuvermieten, auch wenn das bedeutet, dass sie ein bisschen enger zusammenrücken müssen. Eine Anzeige wird aufgegeben, es melden sich Leute, die allesamt nicht den Vorstellungen der beiden entsprechen, bis eines Tages eine Frau auf ihre Annonce antwortet. Der Besuch dieser Friseurin ändert alles, auch wenn Finn zunächst nicht begreift wieso, denn die Mutter entscheidet sich gegen sie als Untermieterin. Stattdessen zieht ein Mann ein. Kristian. Er bringt einen Fernseher mit und Bücher, Bildung, ein Schachspiel und ein Mikroskop. Doch etwas hat sich verändert, auch wenn der Untermieter zunächst kaum in Erscheinung tritt. Plötzlich ist Finns Mutter anders und abwesend, ihre Allianz mit Finn scheint ins Wanken zu geraten, bis die Mutter schließlich mit dem wahren Grund herausrückt. Die Friseurin war gar nicht an der Wohnung interessiert, sie war auch gar keine Friseurin, sondern die Witwe und zweite Frau von Finns Vater, Mutter von Finns Halbschwester Linda. Die Frau hat große Probleme, führt einen zweifelhaften Lebenswandel und nimmt Drogen. Sie bittet Finns Mutter, sich der kleinen Linda anzunehmen, denn sie ist ihrer Aufgabe nicht gewachsen.
Wenig später reist mit einem Bus ein kleines sechsjähriges Mädchen an, außer einem kleinen blauen Koffer hat sie nichts bei sich und sie ergreift die Hand der Mutter mit einer Nachdrücklichkeit, die sich tief in Finns Herz gräbt...
Das Mädchen spricht kaum und scheint auch sonst völlig lebensfremd zu sein. In dem Koffer findet sich eine Art Gebrauchsanweisung, die Finn und seine Mutter mit Bestürzung lesen. Von Kinderliebe ist darin keine Spur. Finn und seine Mutter haben das kleine Mädchen sofort ins Herz geschlossen. Sie sehen es als eine gemeinsame Aufgabe an, aus Linda ein normales Kind zu machen. Doch natürlich geht nichts wie geplant, denn die Behörden legen ihnen Steine in den Weg ...

Dieser Geschichte wohnt ein Lächeln inne. Roy Jacobsen erzählt mit einer Leichtigkeit, die einen von der ersten Zeile erfasst und bis zum Schluss nicht loslässt.
Das schönste Buch dieses Sommers! Unbedingt lesen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sozialer Sprengstoff in Norwegen, 21. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte: Roman (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Der zehnjährige Finn lebt mir seiner Mutter in einem Sozialbau in Oslo. Die Eltern sind geschieden, der Vater nach der Scheidung bei einem Unfall ums Leben gekommen. Plötzlich erfahren Mutter und Sohn, dass der Vater wieder verheiratet war und eine Tochter hatte. Diese Tochter mit dem schönen Namen Linda steht plötzlich mit einem leeren Koffer vor den beiden und redete kaum. Die Mutter nimmt Linda auf und es beginnt eine sehr emotionale Geschichte, bei der es nicht nur Gewinner gibt.
Dieser Familienroman von Roy Jakobsen spielt im Jahr 1961, dem Jahr von Juri Gagarin und dem Bau der Mauer.
Er erzählt vom Leben in einem Großstadtsozialbau, umgeben von weiteren Sozialbauten. Hier leben viele Kinder und müssen sich mehr oder weniger gegenüber anderen behaupten.
Die Figuren sind zu jeder Zeit menschlich, lebensnah und sympathisch. Der Leser erfährt sehr viel von dem Leben dort, von den Ängsten, Zwängen, Gefühlen und Freuden dieser Menschen.
Es war interessant zu erfahren, wie das Leben zu dieser Zeit in Norwegen gewesen ist.
Der Schreibstil war für mich zu Beginn gewöhnungsbedürftig. Der Autor versteht sehr lange Sätze zu formulieren und tut das mit Begeisterung. Nach ein paar Seiten hatte ich mich daran gewöhnt und war verwundert, dass ich diese langen Sätze sogar verstehen konnte.
Viele Themen wurden angerissen, die eigentlich jedes für sich ein eigenes Buch zu füllen vermögen.
Ich war traurig, als ich das Buch zu Ende gelesen hatte und kann dieses Buch jedem empfehlen, der leise Töne mag und zwischen den Zeilen lesen kann.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen 'Dann kam Linda. Sie kam mit dem Bus. Allein.', 25. Juni 2013
Von 
sabatayn76 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte: Roman (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Inhalt:
Der 10-jährige Finn lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter in Norwegen. Sein Vater ist nach der Scheidung bei einem Unfall gestorben, hat kurz zuvor jedoch geheiratet, so dass Finns Mutter keine Witwenrente bekommt und die beiden mit sehr wenig Geld auskommen müssen.

Eines Tages steht die drogenabhängige Witwe vor ihrer Tür, und kurz darauf zieht ihre 6-jährige Tochter Linda bei Finn und seiner Mutter ein. Das Leben aller Beteiligten ändert sich dadurch vollkommen.

Mein Eindruck:
Der Einstieg in 'Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte' fiel mir verhältnismäßig schwer. Zwar lässt sich das Buch gut und meistens flüssig lesen, aber die Protagonisten haben mich nicht mitreißen können, die Geschichte hat mich nicht gefesselt. Ich habe gehofft, dass sich dies im Verlauf ändert - erfolglos.

Trotz der emotional sehr bewegenden Geschichte um Linda hat mich die Geschichte zu keiner Zeit berühren können, und die Protagonisten sind mir über alle 300 Seiten hinweg fremd geblieben.

Sprachlich empfand ich den Roman bisweilen als zu hölzern, als ob der Autor ein Wort vergessen oder einen Satz nicht richtig beendet hätte.

Mein Resümee:
Das Buch hat mich von Anfang an nicht neugierig gemacht, und bis zum Ende wartete ich vergeblich auf die 'ergreifende Geschichte' und 'ein unglaublich bewegendes Buch', wie es im Klappentext versprochen wurde.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Plötzlich ist die kleine Schwester da, 2. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte: Roman (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
"Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte" von Roy Jacobsen ist ein norwegischer Roman über die Veränderungen im Leben einer Familie. Er ist zwar schön erzählt, hat mich aber nicht wirklich überzeugt.

Inhalt: Bis zum Jahr 1961 lebte der 10jährige Finn allein mit seiner Mutter in Oslo. Die Mutter hält die Familie mit ihrem Halbtagsjob und dem gerade gefundenen Untermieter Kristian über Wasser, seit der Vater sie verlassen und sogar noch einmal geheiratet hatte, bevor er kurz darauf starb. Finn und seine Mutter wissen von der Halbschwester, haben die kleine Linda aber noch nie gesehen. Dennoch nehmen sie das 6jährige Mädchen bei sich auf, als die Mutter sich nicht mehr kümmern kann. Doch Linda ist merkwürdig still und auch Finns Mutter verändert sich durch das neue Familienmitgleid sehr...

Inhaltlich ist die Geschichte durchaus lesenswert. Lindas bisheriges Leben, ihre Entwicklung und auch die Vergangenheit von Finn und seiner Mutter sowie das Zusammenleben mit dem neuen, sich irgendwie merkwürdig verhaltenden Untermieter Kristian bergen viele Höhen und Tiefen, die es zu offenbaren und zu bewältigen gilt. Leider wurde mir das Vergnügen an dieser doch ganz interessanten Geschichte durch den Schreibstil doch ein wenig verhagelt.

Erzählt wird aus der Ich-Perspektive des 10-jährigen Finns. Der Schreibstil wirkt oft eher nüchtern, die Sätze sind lang, verschachtelt und durch viele Aufzählungen gekennzeichnet, was zusammen mit dem eher vagen Andeutungen der meisten Konflikte durchaus zu einer kindlichen Sicht- und Ausdrucksweise passt. Allerdings ist das Buch als Erinnerung eines älteren Finns geschrieben, der die Zusammenhänge begreifen müsste und näher erläutern könnte und genau das hätte dieses Buch auch gebraucht. Die Geheimnisse und Konflikte werden jedes Mal nur angedeutet, im Stillen aufgearbeitet und gelöst. Das Buch hat dadurch eine gewisse Leichtigkeit, bekommt aber nicht den Tiefgang, den ich mir bei den angedeuteten Themen gewünscht hätte und enttäuschte mich dann letztlich durch das Ende, das so wenig stimmig erschien. Obwohl die Thematik der Geschichte rund ums Erwachsenwerden das Potential dazu gehabt hätte, konnte es mich nicht berühren und sich auch nicht lange in meinen Gedanken festsetzen.

Besonders entsetzt bin ich aber über etwas anderes, von dem ich nicht sagen kann, ob es dem Autor selbst oder der Übersetzerin zuzuschreiben ist, was aber so offensichtlich, schrecklich und falsch ist, dass ich nicht verstehen kann, wie ein Buch mit solchen Fehlern veröffentlicht werden kann. Die Zeitformen wechseln in diesem Roman nach Belieben. Eigentlich ist er im Präteritum geschrieben, doch hin und wieder wechselt die Sprache willkürlich ins Präsens. Mal sind es ein paar Sätze, mal ein paar Abschnitte, mal ein paar Seiten. Das hat mich wirklich sehr gestört und regelrecht wütend gemacht. Leicht zu entdeckende und absolut unnötige Stolpersteine im Lesefluss.

Fazit: "Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte" ist auf der einen Seite inhaltlich sehr interessant zu lesen und manchmal überraschend, aber etwas trocken geschrieben und hat ein paar Längen. Sprachlich war es eher enttäuschend. 3 Sterne
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr lesenswerter Gesellschaftsroman, 22. Oktober 2012
Von 
Colin Wood - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte: Roman (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Roy Jacobsen erzählt in seinem Roman „Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte“ von einer besonderen Mutter-Sohn-Beziehung. Diese Kleinstfamilie wird eines Tages um ein kleines Mädchen erweitert, das sich unerwartet als Katalysator für die Vergangenheit der Mutter erweist.

Schon lange habe ich keinen so überzeugenden und ergreifenden Roman mehr gelesen. In diesem Buch wird wenig beschrieben, aber sehr viel gezeigt. Die Handlung hat viele Leerstellen und fordert damit den Leser heraus, sich selbst Lösungen zu überlegen. Nicht alle Fragen werden restlos geklärt, manches bleibt im Ungefähren, aber gerade das macht für mich die Spannung dieses Buches aus. Der Text funktioniert deshalb so hervorragend, weil der Erzähler ein erst zehnjähriger Junge ist, dem viele Zusammenhänge mangels Kenntnissen und Lebenserfahrung unverständlich bleiben. Zudem gab es am Beginn der sechziger Jahre viele Tabus, über die nicht gesprochen wurde, schon gar nicht mit Kindern. Gemeinsam mit Fynn, dem Erzähler und Protagonisten, muss sich der Leser zunächst vieles zusammenreimen, bevor sich ein Gesamtbild ergibt.

Es lohnt sich unbedingt, dieses Buch zu lesen, weil es sich sehr positiv aus der Fülle des immer schon mal da gewesenen hervorhebt. Man kann nach der Lektüre noch lange über den Roman reflektieren.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Finns Erinnerungen Anfang der 60-er Jahre in Oslo, 2. August 2012
Von 
Skatersally "skatersally" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte: Roman (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Jeder Sommer hat eine Bezeichnung, wenn man sich an ihn erinnert. Dieser Sommer ist der, in dem Linda schwimmen lernte. Die Ereignisse im Jahr 1961 werden als Rückblick aus der Sicht des 10-jährigen Finn erzählt. Er wohnte damals mit seiner Mutter in einem Vorort von Norwegens Hauptstadt. Bislang wusste er von seiner Familie nur, dass sein Vater Kranfahrer war und bei einem Unfall ums Leben gekommen war. Da seine Eltern geschieden waren und der Vater bereits eine zweite Familie hatte, blieb von der Witwenrente nichts übrig. Um über die Runden zu kommen, vermietet die Mutter ein Zimmer der Wohnung. Der Untermieter Kristian integriert sich nach und nach in die kleine Familie und fast hat man den Eindruck, er würde Finns Stiefvater werden. Eines Tages überrascht Finn die Nachricht, dass seine sechsjährige Halbschwester Linda auch bei ihnen einzieht. Schnell bemerkt er, dass sie nur selten spricht, Wiederholungen liebt und in ihrer eigenen Welt wohnt.

Roy Jacobsen wählt für seinen Roman einen dichten Erzählstil. In der Ich-Form lässt er seinen Protagonisten über den Alltag Anfang der 60-er Jahre in Norwegen berichten. Die Erinnerungen des Zehnjährigen an einen ereignisreichen Sommer werden aus seiner Perspektive treffend dargelegt. Vieles, was um ihn herum geschieht, kann er noch nicht begreifen. Die Gefühle, die diese Veränderungen hervorrufen, werden plastisch beschrieben. Als Leser hat man sofort Empathie für Finn aufgebaut. Seine Welt besteht aus den allgemeinen Schulsorgen, gelegentliche Streitereien mit den Jungs aus der Trontheimvej und dem Zusammenleben mit seiner Mutter. Die Rolle des großen Bruders nimmt er ohne Murren an und verteidigt Linda gegen Hänseleien und sogar in schulischen Belangen. Der Leser ahnt natürlich, dass Linda während ihres kurzen Lebens bereits schlimme Dinge erlebt haben muss und deswegen nicht altersgerecht entwickelt ist. Es werden genug Informationen eingeflochten, dass eine Ahnung entsteht, jedoch nicht genug, um alles restlos zu erfassen. Finn steht zwar im Zentrum des Geschehens, erhebt sich aber niemals über einen gewissen Punkt, dass er die Zusammenhänge erfassen könnte. Er ist auf die Erklärungen der anderen Erwachsenen angewiesen, wenn in seiner Umwelt Veränderungen vorgenommen werden. Dieser Erzählstil lässt die Geschichte authentisch wirken.

Der norwegische Schriftsteller hat mit seinen Romanen, Novellen und Erzählungen schon einige wichtige Preise verliehen bekommen. Auch dieses Mal beeindruckt er mit seiner Fähigkeit, sich in seine Figuren psychisch einzufühlen und ihre Beziehungen untereinander detailreich darzulegen. Die Charaktere sind facettenreich gestaltet und einige Beweggründe bleiben im Schatten verborgen, sodass mitunter auch Antipathie aufgebaut wird. Auch bei den Nebenfiguren entsteht kein plakatives Bild. Eine komplette Auflösung aller Verstrickungen würde bei diesem Roman unpassend wirken. Die gemeinsame Zeit mit Linda ist in Finns Erinnerungen zeitlich begrenzt und überfrachtet somit auch den Leser nicht. Der Roman lässt sich zwar wegen des Schreibstils leicht lesen, ist aber dennoch nicht leicht zu verdauen. Linda wirkt auf alle Fälle noch länger nach.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Unaussprechliche in Worte fassen, 28. Dezember 2012
das gelingt in meinen Augen R. Jacobsen.auf eine bewundernswerte Weise. Durch das ganze Buch ziehen sich Erlebnisse, die schwer in Worte zu fassen sind. Erlebnisse von denen Menschen, die sie nicht erlebt haben oder unbeteiligt sind, gerne mehr Details- genaueres- wissen wollen, die jedoch, wenn man nur die Fakten erzählen würde, nichts von dem transportierten, was sie wirklich beinhalteten. Wobei die Erlebnisse sowohl "schöne" als auch "schreckliche" sind. Gerade durch die Lücken, die der Autor lässt, bleibt der Raum zu fühlen,z.B. wie es ist mit einer traumatisierten Mutter zusammenzuleben oder wie es sich anfühlt erwachsen zu werden,Mutters "Schutzraum" kühn zu verlassen und in der Grenzüberschreitung zu wachsen.
Auch das unaussprechliche von Gewalt, die einem VERTRAUTE Menschen zufügen... die "einem die Sprache verschlägt" habe ich selten so in Wort gefasst gelesen.
Es ist auch ein Buch über die Liebe, über das sich selbsterkennen am Du ...über wahres und unwahres...über zu sich stehen lernen- innerhalb des Familiengefüges...über Mut... über Wut... über die Schwierigkeit Dinge/Erlebtes/Gedanken zum Ausdruck zu bringen... und über im Dunkel sehen lernen.
Und es ist ein Buch, das die Möglichkeiten von Sonne und Lachen in "schweren Zeiten" oder gerade weil schweres da war, nicht als trotzdem beschreibt, sondern als Natürlichstes in jedem Menschen, das "nur" freigelegt werden "muss" und kann und die sehr unterschiedlichen Wege, die jede(r) dazu braucht.
Es gibt auch ein paar schwierig formulierte Sätze, mit Fremdwörtern, die ich an der Stelle unnötig fand, doch ich konnte gut darüber hinweglesen bzw. sie charakterisieren schon auch, den früh erwachsenwerdenmüssenden Jungen, der sich diesen "Schutzpanzer" anlegt um "hindurch" zu kommen.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Drei bis vier Sterne für diesen Roman, 28. August 2011
Von 
Finn und seine Mutter Gerd leben allein, ein starkes Duo, das sich aufeinander verlässt. Die Vertraulichkeit dieser Zweisamkeit gerät jedoch ins Wanken, als Finns Halbschwester Linda bei ihnen einzieht und das Leben von Mutter und Sohn auf den Kopf stellt. Linda ist die Tochter von Finns Vater, der nach der Scheidung ein zweites Mal heiratete und kurz darauf verstarb. Seine zweite Frau jedoch ist drogenabhängig und sucht letztlich Hilfe bei Finns Mutter, die beschließt, Linda bei sich aufzunehmen. Und so steigt eines Tages ein kleines dickes Mädchen mit einem himmelblauen Koffer aus dem Bus und greift fest nach der Hand ihrer neuen Mutter. Ein Griff, von dem Finn weiß, dass er fürs Leben ist. Und es dauert nicht lange, da erkennt Finn, dass sowohl seine Mutter als auch er sich verändern und voneinander entfernen. Bei Gerd brechen alte Wunden auf, von deren Existenz Finn bisher gar nichts wusste und die er nicht einordnen kann. Und Finn selbst lernt, was es bedeutet, ein großer Bruder zu sein: mal liebt man die Schwester, mal nervt sie nur noch. Zumal Linda anders zu sein scheint als andere Kinder: sie spricht kaum, spielt nicht und will beim Vorlesen nie die ganze Geschichte hören. Die Kinder aus der Nachbarschaft stellen bohrende Fragen und Finn erträgt den Gedanken nicht, dass seine kleine Schwester für dumm gehalten wird. Doch bei all diesem Druck, der nun auf Finn lastet, scheint er der einzige, der es schafft, einen wirklichen Zugang zu Linda zu finden...

Dieser Roman lässt mich ein bisschen ratlos zurück. Zum einen mochte ich die Geschichte, die Roy Jacobsen zu erzählen hatte, auf der anderen Seite fand ich jedoch, dass er sich viel zu vieler "großer" Themen angenommen hat: Vaterlosigkeit, Heranwachsen und erste Verliebtheit, Missbrauch, Adoption, Drogenabhängigkeit, Lernschwäche, Gesellschaftsbild der 60er Jahre, Familienzwiste, alleinerziehende Mütter, etc.pp. Dieses ganze Konglomerat an Problemthemen drohte mich als Leser zu erschlagen - manchmal ist weniger doch mehr. Schwer getan habe ich mich auch mit der Sprache Jacobsens: zu lange Sätze, die Fakten aneinanderreihen wie an einer Perlenkette, als hätte ein neuer Satz nicht das Recht, diese Informationen zu transportieren. Glücklicherweise habe ich mich an diese Sprache gewöhnen können, so dass ich immer seltener im Lesefluss stolperte.
Das Ende des Romans ist ernüchternd, wahrscheinlich aber auch realistisch. Das Herz wünscht mehr, doch der Verstand sagt, dass mehr nicht sein kann.
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Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte: Roman (insel taschenbuch)
Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte: Roman (insel taschenbuch) von Roy Jacobsen (Taschenbuch - 16. April 2012)
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