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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Charles Dickens - der König des Romans
So lautet der Titel zu John Irvings elogenhafter Einführung in Dickens "Große Erwartungen" (1861). Irving hat natürlich Recht: Charles Dickens (1812-1879) war und ist der König des Romans. Und "Große Erwartungen" ist eines seiner vielen Meisterwerke. Irving schwärmt, "ein guter Titel - einer von dem viele Schriftsteller sich wünschten,...
Veröffentlicht am 25. Dezember 2011 von Sommerwind

versus
7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unterhaltsam, aber nicht tiefgreifend
Der Waisenjunge Pip (eigentlich Philipp Pirrip) wird von seiner älteren Schwester und deren Mann, dem Schmied Joe Gargery, im Marschland in der Nähe von London aufgezogen. Seine grobschlächtige und cholerische Schwester gibt ihm stets das Gefühl, unerwünscht, ja eine Last für sie zu sein. Mit dem sanften, herzensguten, aber einfach...
Veröffentlicht am 27. November 2011 von Ophelia


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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Charles Dickens - der König des Romans, 25. Dezember 2011
Von 
Sommerwind - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Große Erwartungen: Roman (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
So lautet der Titel zu John Irvings elogenhafter Einführung in Dickens "Große Erwartungen" (1861). Irving hat natürlich Recht: Charles Dickens (1812-1879) war und ist der König des Romans. Und "Große Erwartungen" ist eines seiner vielen Meisterwerke. Irving schwärmt, "ein guter Titel - einer von dem viele Schriftsteller sich wünschten, er wäre frei, ein Titel, den viele wunderbare Romane hätten haben können 'Der große Gatsby', 'Die Fahrt zum Leuchtturm', 'Der Bürgermeister von Casterbridge', 'Fiesta', 'Anna Karenina', 'Moby Dick' - sie alle sind selbstverständlich Bücher über große Erwartungen." (Irvings Aufsatz ist enthalten im Band "Rettungsversuch für Piggy Sneed" bei Diogenes.)
Der, der diese großen Erwartungen hat, ist Pip, eine der berühmtesten Figuren der Weltliteratur, aus ärmlichen Verhältnissen stammend, durch ganz merkwürdige Umstände zu Wohlstand und gesellschaftlicher Anerkennung gekommen. Der Plot ist bekannt - und Dickens' manchmal etwas irrationale Neigung zum Happy End auch.
Schauen wir ein wenig auf diese Ausgabe: Der Insel-Verlag tut des es dem Fischer-Verlag gleich und bringt bewährte Klassiker in neuer, optisch modernisierter Aufmachung heraus. Am Inhalt ändert sich dadurch nicht automatisch etwas. Und daher liegt hier auch eine schon über hundert Jahre alte Übertragung von Dickens#' Klassiker ins Deutsche vor. Das hat den einen oder anderen (Amazon-) Rezensenten zu höhnischen Kommentaren in Bezug auf diese Wiederveröffentlichung veranlasst. Tatsächlich gibt es dafür keinen Grund.
Zwar liegt mit Melanie Walz' aktueller Übertragung (im Hanser-Verlag) eine moderne, hochgelobte, in vielerlei Hinsicht sehr gelungene Übersetzung vor. Aber auch die alte von Paul Heichen hat ihre Vorzüge. Dort, wo Walz allzu sehr modernisiert und auch den Satzbau bisweilen über Gebühr vereinfacht, da lässt Heichen noch viel von der sprachlichen Eleganz des englischen Romanciers erkennen. Horribile dictu: In der älteren Übertragung kommt uns Dickens' Sprachwitz und Ironie doch gelegentlich näher als in der Neuausgabe. Dafür gibt es freilich manch bittere Pille zu schlucken. Heichen hat zu mancherlei Vokabel gegriffen, die den heutigen Lesern nicht mehr geläufig, nicht mehr vertraut ist. Da wirkt Dickens, dieser durch und durch moderne Schriftsteller, dann doch und völlig schuldlos ein wenig antiquiert.
Trotzdem eine noch immer sehr lesenswerte und schöne deutsche Fassung von Dickens' Roman - die auch neben der Neuübersetzung von Melanie Walz Bestand haben dürfte.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ach ja, Dickens..., 7. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Große Erwartungen: Roman (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Ist immer so eine Sache mit den großen Romanen des 19. Jahrhunderts. Die einen sagen, daß das DIE GROSSEN ROMANE schlechthin seien, daß die Kunst des Romanschreibens überhaupt zu ihrer Vollendung gekommen sei im 19. Jhd. Mag sein. Sofort denkt man an Flauberts "Madame Bovary", an Tolstoi und natürlich Dostojewski, an Fontane, Balzac, Stendahl, Hugo aber auch die großen Unterhalter wie Dumas et al. Und Dickens. Dickens? Was war der denn nun? Ein Weltliterat oder doch nur ein schnellschreibender Zeilenschinder, der drei, vier Sachen zugleich runterschmierte, weil er irgendwie seine Familie(n) durchbringen musste? Letzteres hat mir mal jemand in einem Seminar erklärt. Nun denn. Gute oder gar große Literatur darf doch gelegentlich auch unterhalten, oder?

Nicht alles, was der gute Charles so von sich gegeben hat, muß gefallen. Doch "Große Erwartungen" ist nun defintiv einer seiner besten, seiner größten Romane. Nimmt man "David Copperfield", "Oliver Twist" und "Bleak House" dazu, hat man sicherlich einen guten Dickesnkanon, der einen ersteinmal beschäftigt hält.

"Great Expectations" hat all die Vor- und Nachteile, die Dickens eben ausmachen: es fesselt, es rührt, es hat eine teilweise schaurig-unheimliche Geschichte und Atmosphäre, tolle Typen (wobei ich zugebe, daß meine Lieblingsdickensfiguren nicht aus diesem Roman stammen - es lebe Uriah Heep, allein für diesen Namen!), aber eben auch wilde Handlunsgsprünge, psychologische Ungenauigkeiten (obwohl dies gerade in diesem Buch nicht so zutrifft, wie in anderen, Pips Seelenleben und -nöte sind schon gut und genau erfasst), zuviele Zufälle und ist - wie immer beim großen Engländer - überkonstruiert. Aber dennoch ist es eines der besten seiner Werke. Ich finde hier übrigens auch interessant, daß es etwas weniger Humor aufweist, als frühere Werke aus seiner Feder (obwohl es eine Tragikomödie sein sollte). Und es ist dichter in der Erzählweise, moderner, auch stringenter. Da es einer seiner letzten Romane war und er sicherlich schon gezeichnet war von den zunehmenden Krankheiten und der Erschöpfung, die ihn am Ende seines Lebens häufig und schließlich bleibend befiel, mag das diesen Umständen geschuldet sein. Seine Blick ist wie immer scharf und kritisch. Die englische Gesellschaft als undurchlässige Klassengesellschaft mit leeren Ritualen und Idealen wird einmal mehr genauestens seziert.

Inhaltlich ist es "David Copperfield" verwandt, beides sind in gewisser Weise coming-of-age-Romane, in beiden bemüht sich ein junger Mensch, den Unbilden der Armut zu entkommen, in beiden wird er gewissen Seelennöten ausgesetzt, wobei Pip hier m.M.n. noch genauer beschrieben und erfasst wird in seiner Angst vor und um den entflohenen Strafgefangenen Magwitch. Seine Liebe zu Estella und deren Hartherzigkeit muten manchmal an wie ein moderner Bericht über das Liebesleben junger Leute und Pips Wandlung zum snobistischen Dandy, der sich seiner eigenen Verwandten schämt, leuchtet dramaturgisch ein. Daß das Ende der "großen Erwartungen" gekommen ist, als sich das Geheimnis um Pips plötzlichen Wohlstand lüftet und er sich ins Ausland zurückziehen muß um schließlich - geläutert - heimzukehren und doch noch in Estellas Arme zu sinken, ist purer Dickens mit all seinen Happy-End-Hoffnungen. Man mags oder nicht, doch am Ende dieser 500 Seiten, in denen man all diese Figuren kennen- und liebengelernt, man mit ihnen gefiebert und gefürchtet und gelitten hat, freut man sich, wenn sie ein wenig Glück finden, mag die Realität auch meist anders aussehen.

Wie Anthony Burgess einmal auf die Frage nach Joyce' "Ulysses" und deren Lesbarkeit geantwortet hat: Einfach lesen, nicht nach dem Sinn fragen, nicht sich fragen, ob man alles versteht, einfach lesen und genießen! - so möchte man auch über Dickens sagen: einfach lesen!! Ist das DIE GROSSE Weltliteratur? Vielleicht, vielleicht auch nicht (ich denke schon), unterhaltsam UND aufschlußreich als Zeugnis seiner Zeit ist es allemal.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erwartungen an das Erwachsenwerden, 28. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Grosse Erwartungen (Taschenbuch)
Der Junge Philip Pirrip, der seinen Namen einst zu Pip verkürzte, eine Vollwaise, lebt im grauen, nebligen, öden Marschland. Aufgezogen wird er von der Schwester mit eigener Hand", was für ihn gleichbedeutend mit ständiger Drangsalierung und Demütigung ist: In der kleinen Welt, in der Kinder aufwachsen, wird nichts so genau wahrgenommen und empfunden wie Ungerechtigkeit, ganz gleich, von wem sie erzogen werden ... Seit meiner frühesten Kindheit hatte ich innerlich einen ständigen Kampf gegen die Ungerechtigkeit auszufechten ..." Joe, der Dorfschmied und Ehemann der Schwester, ist zu schwach und zu gutmütig, ihn vor deren Übergriffen zu schützen, ist ihm aber gleichzeitig bester Freund und einziger Halt seiner Kindheit. Unvermittelt und unerwartet geschehen Ereignisse, die ihn aus dem engen Leben der Dorfschmiede hinausführen in eine bizarre Welt des Wohlstands, eröffnen sich ihm große Erwartungen" durch einen unbekannten Wohltäter. So erbärmlich sein Leben in der Schmiede war, so großartig lebt er nun in London auf seine großen Erwartungen hin, vergißt seine Freunde in der Heimat, gibt Geld aus und versucht, trotz aller Ausschweifungen, ein halbwegs anständiger Mensch zu bleiben.

Auch in diesem Buch treffen wir mit dem größten Vergnügen auf die skurrilen Figuren, die üblicherweise die Romane von Dickens bevölkern. Es sind prägnante Gestalten, die neben den Merkmalen ihrer Klasse über psychologisch (bereits vor Freud) gut erfaßte individuelle Merkmale und Schrullen verfügen. Einprägsam wird die Einbettung der Menschen in ihr soziales Milieu geschildert. Dickens übt jedoch nicht nur Kritik an sozialen Mißständen, sondern auch und vor allem an menschlichem Fehlverhalten, und so sind am Schluß des Romans alle Personen, auch die gutmütigsten und liebenswürdigsten, irgendwie mit Schuld beladen, und einer jeden wird das Recht auf Verzeihung gewährt. Dickens Erzählmethode entspricht in großen Zügen der des 18. Jahrhunderts, die sich durch eine unaufhörliche Aneinanderreihung von Abenteuern auszeichnete. Er geht jedoch in seiner Komposition weit darüber hinaus und schafft ein lebendiges Gesellschaftsgemälde seiner Zeit.

Im zweiten Drittel des Buches lebt Pip in Erwartung" in London und ist hauptsächlich mit Geldausgeben beschäftigt. Erst im letzten Teil trifft er seinen Wohltäter, dessen Erkennen für ihn jedoch zunächst alles andere als Grund zur Freude ist, bis sie der rasante Verlauf der Ereignisse einander näherbringt. In einem scheinbar unbedeutenden Satz wird Dickens Menschenbild deutlich: Es gehörte zu meines Vaters Prinzipien, daß nur derjenige ein Gentleman mit gutem Benehmen ist, der in seinem Innern ein Gentleman ist. Er sagt, kein Anstrich könne die Beschaffenheit des Holzes überdecken." So wird am Ende jeder den ihm zustehenden Platz einnehmen. Aber bis dahin müssen sich die Romangestalten aus ihrer Fremdbestimmung lösen, die von Dickens teilweise deutlich dargestellt, teilweise hintergründigpsycholgisch vermittelt wird.

Für den Leser bedeuten die über 500 Seiten Lesevergnügen pur, man wird in den Strudel der Ereignisse hineingesaugt.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein zeitloser Klassiker!, 5. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Grosse Erwartungen (Taschenbuch)
Charles Dickens' Meisterwerk "Große Erwartungen", welches Mitte des 19. Jahrhunderts erschien, handelt von dem Weisenjungen Pip und seiner unsterblichen Liebe zu der schönen, aber kaltherzigen Estella. Um ihren Ansprüchen gerecht zu werden, setzt Pip sich in den Kopf, eines Tages ein angesehener Gentleman zu werden. Und tatsächlich schafft er es mit Hilfe eines ihm unbekannten Gönners, aus seinen bescheidenen Verhältnissen zu fliehen und nach London zu gehen. Doch der Weg zum feinen Herrn ist hart und steinig.....
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, weil es trotz der Länge von über 700 Seiten nicht langweilig wird. Die Lernmaterialien helfen außerdem, die Geschichte besser zu verstehen.
Fazit: Ein Klassiker, der im Regal nicht fehlen darf.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine phantastisches Buch!, 24. April 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Große Erwartungen (Broschiert)
"Große Erwartungen" ist beinahe die Geschichte eines Märchens: Ein junger Mann (Pip) erhält durch einen unbekannten Gönner Geld und ihn werden für die Zukunft, na ja, eben "große Erwartungen" in Aussicht gestellt. Allerdings ist doch wieder alles anders, als im Märchen: Pip verändert sich durch seinen Reichtum immer mehr zum Snob, der unbekannte Gönner ist ein ehemaliger Sträfling und die Frau, die Pip liebt, zerstört fast sein Leben (doch Estellas Leben wurde vorher auch zerstört).
Das Buch ist einfach phantastisch geschrieben,in einer tollen Sprache. Es gibt kaum Schwächen im Handlungsgerüst (na ja, vielleicht der Schluss... na und?). Meiner Meinung nach das beste Dickens-Buch.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragendes Werk., 19. April 2012
Von 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch hat mich von Anfang an gefesselt. Detailliert wird die Geschichte eines jungen Emporkömmlings dargestellt, der sich in der englischen Gesellschaft als Waisenjunge beweisen muss und keinen größeren Traum hat, als ein Gentlemen zu werden. Vor allem verglichen mit anderen Romanen aus dieser Zeit ist "Große Erwartungen" äußerst anschaulich und gut verständlich geschrieben und zieht den Leser von Anfang bis Ende in seinen Bann.

Uneingeschränkt zu empfehlen, auch für Leser, die sonst wenig klassische englische Literatur lesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dickens' bester Roman!, 8. September 2010
"Great Expectations" ist meines Erachtens der beste Roman von Charles Dickens. All das, was seine früheren Werke bereits ausgezeichnet haben, ist hier zur Perfektion gebracht. Die Charaktere sind, wie immer, differenziert und in ihrem Handeln glaubwürdig motiviert. Das Geheimnis, das der junge Mann mit den großen Erwartungen nach und nach aufdeckt, ist kunstvoll angelegt, seine Verwicklungen und Irrungen hervorragend beschrieben. Was das Werk von den früheren angenehm abhebt, ist die Tatsache, dass Dickens hier seine sonst üblichen weitschweifigen Nebenschauplätze und -figuren hier zugunsten eines stringenten Plots weitgehend weggelassen hat.

Auch für die Augen des heutigen Lesers hält das Buch die eine oder andere lehrreiche Lektion bereit. Wer sich alle Bücher von Charles Dickens zu Gemüt führen will, dem sei dieses als letztes - als Höhepunkt - empfohlen!
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eines der besten Werke von Dickens, 15. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Große Erwartungen (Broschiert)
Dickens 1860/61 entstandener Roman spielt in den Themsemarschen unterhalb Londons, wo auch Dickens selbst seine Kindheit verlebte. Er hat große autobiographische Züge und ist daher bewusst in die Zeit um 1820 verlegt. Der kleine Junge Philipp hilft einem geflohenen Zuchthäusler, seine Ketten aufzufeilen. Daraufhin zahlt dem Heranwachsenden ein Unbekannter eine vornehme Erziehung und stellt im ein großes Vermögen in Aussicht. Später kehrt der Wohltäter - es handelt sich, wie zu vermuten war, um den Zuchthäusler - zurück und wird zum Tode verurteilt. Er stirbt nach einem Fluchtversuch. Das Vermögen des „Wohltäters" wird beschlagnahmt, weshalb die „großen Erwartungen" des Jungens nicht erfüllt werden. Dickens hat mit diesem Roman einen durchweg qualitativ hochwertigen Text geschrieben, der künstlerisch kaum zu wünschen übrig lässt. Dem Leser wird großer Raum gelassen, seine eigene Phantasie auszuleben, da vielfach nur angedeutet - ja, fast suggeriert - wird. Es handelt sich bei „Große Erwartungen" neben seine berühmten Weihnachtsgeschichte um das wahrscheinlich beste Werk von Dickens. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von dem Nutzen verlorener Illusionen, 15. März 2010
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Grosse Erwartungen (Taschenbuch)
Was steckt hinter dem Begriff "Große Erwartungen"? Nun, damit sind oft materielle Hoff-nungen und Entwicklungen verbunden, z.B. beruflicher Erfolg oder die Erlangung einer Erbschaft. Dieser Ausdruck kann sich jedoch auf eine positive, gesellschaftliche oder eine rein persönliche Weiterentwicklung beziehen, z.B. der Aufstieg in eine höhere Klasse oder eine ersehnte Verheiratung. In seinem Roman spielt der Autor mit den verschiedenen Begriffbestimmungen und jongliert dabei mit dem Wünschen und Träumen seines Helden, ein Waisenjunge mit großen Ambitionen, was seine Zukunft angeht. Der tragikkomische Weg des kleinen Dorfjungen ohne Rang und Namen zum Gentleman in der englischen Metropole kennzeichnet das Werk als klassischen Entwicklungsroman. Jedoch wird dem Helden dieser Geschichte der Triumphzug verwehrt. Dagegen steht die Frage im Raum, ob der so ehrgeizig verfolgte, scheinbar so glanzvolle Aufstieg nicht eine Dekadenz des Herzens förderte. Damit wird der gesellschaftskritische Aspekt, der in den späteren Werken Dickens noch stärker betont wird, herausgestellt.

Der Einstieg in die Geschichte könnte dramatischer nicht sein. Der kleine Pip sitzt auf dem Grabstein seiner Eltern, wo er über sein ungerechtes Schicksal grübelt. Unvermittelt wird seine Situation ungleich bedrohlicher, als ein entflohener Sträfling mit wilder Miene dem verängstigen Jungen einen großen Schrecken einjagt. Obwohl es für Pip alles andere als ungefährlich ist, besorgt der dem gewalttätigen Mann das Gewünschte und entwendet im Haus seiner Schwester wie gewünscht Feile und Messer. Ausgerechnet am Weihnachtsabend drohen seine Schandtaten aufzufliegen, doch der Zorn der harten Schwester wird glücklicherweise abgelenkt. Unterdessen hat Pip die Bekanntschaft einer sehr seltsamen Lady gemacht, die mit ihrer Adoptivtochter in einem verfallenden, wenn nicht gar verwe-senden Anwesen lebt. Miss Havisham ist vor Jahren von ihrem Verlobten an ihrem Hochzeitstag schmählich sitzen gelassen worden. Seitdem hat sie Leben und Licht aus ihrem Haus gesperrt und sitzt in ihrem Hochzeitskleid und der verfaulten Hochzeitstorte an ihrer Seite im Kerzenschein. Zur Unterhaltung hat sie den kleinen Dorfjungen bestellt, der mit der kleinen Estella Karten spielen soll. Was der kleine Pip, der von der Schönheit des kalten Mädchens ganz bezaubert ist, nicht ahnen kann, soll für die Zukunft der Kinder von enormer Bedeutung sein. Denn die enttäuschte Miss Havisham hat ihre Rachegelüste auf das arme Mädchen übertragen, damit diese kaltblütig an den Männern das Herz breche. Zum ersten Mal im Leben wird sich Pip seiner gewöhnlichen Erscheinung bewusst und schämt sich dafür. Der liebenswerte, aber sehr einfache Ehemann seiner Schwester bietet dem Jungen, den er von Herzen gern hat, eine Lehrstelle in seiner Schmiede an. Aber Pip ist in seiner Heimat, die geprägt ist von dem rauen Marschland, nicht glücklich, wie er es wohl hätte sein können, nachdem seine grausame Schwester durch einen Schlaganfall außer Gefecht gesetzt wurde und die fleißige Dorflehrerin Biddy sogar recht selbstlos seine Bildung aufbessert. Doch unerwartet wird Pip eröffnet, dass ein unbekannter Wohltäter Geldmittel zur Verfügung gestellt hat, damit der junge Mann in London zum Gentleman erzogen werde. Natürlich geht Pip davon aus, dass nur Miss Havisham, um deren Gunst er sich bemüht hatte, dieses Geschenk des Himmels ermöglichen konnte. Auch wenn der angehende Gentleman unter der Missgunst und der Eifersucht der Verwandtschaft von Miss Havisham zu leidern hat, gibt er sich die größte Mühe, ein würdiger Vertreter des hö-heren Standes zu werden. Leider wird er dadurch aber auch ein ziemlich unausstehlicher Snob und der aufwändige Lebensstil lässt das Schuldenkonto wachsen. Doch seine Besu-che bei Estella lassen seine Hoffnungen wachsen, einmal ein würdiger Bräutigam zu sein und Miss Havishams Verhalten gibt Anlass zu der Annahme, dass auch sie an die schicksalhafte Verbindung der beiden glaubt. Doch eines Nachts bekommt Sir Pip unerwartet Besuch, der ihn in Verwirrung stürzt und seine großen Erwartungen wie ein Kartenhaus einstürzen lässt. Um viele verlorene Illusionen reicher, versucht der Held der Geschichte sein Leben neu zu ordnen und ihm die Richtung zu geben, die ihn zu einem wahren Ehrenmann macht.

Da dieser Roman aus der Feder des großen, englischen Schriftstellers des 19. Jahrhunderts, Charles Dickens, ebenso wie David Copperfield, der ungefähr 10 Jahre davor entstand, ein Bildungsroman ist, kommt es dem Leser und Kritiker natürlich vor, diese zwei Werke miteinander zu vergleichen. Während Copperfield niemals den Pfad der Tugend verlässt, verändert sich der Charakter Pips auf seinem Weg zum Gentleman und dies nicht unbedingt zum Guten.
Während Dickens an der Kritik an der Gesellschaft nicht spart, zeigt er auch den Wert ehrlicher Arbeit und wahrer Freundschaft auf. Die Entwicklung des Helden aus der Ich-Perspektive ist sehr natürlich. Gleichzeitig ist das Sichtfeld des Lesers damit sehr beschränkt und die für Dickens so typischen Nebenfiguren mit ihren ganz persönlichen Geschichten kommen etwas zu kurz.
Das alternative Ende des Romans sorgt zusätzlich für einige Irritationen. War der erste Entwurf wohl etwas realistischer und passend zur der Ernüchterung und seelischen Läuterung des Helden, so beruhigt die nun geltende Fassung romantische Gemüter und macht die Gefühle Pips greifbarer, nachdem er die Nerven der Leser mit seiner schaftreuen Verehrung Estellas, über viele Seiten des Romans ziemlich strapaziert hatte. Charles Dickens schließt den Roman nicht mit dem typischen Ausblick auf die Zukunft seiner Protagonisten ab, sondern lässt das Ende bewusst etwas wage und ungewiss.
Auch dieser Roman zeigt trotz einiger Kritikpunkte die Virtuosität des Meisters des Gesellschaftsromans und gehört zu Recht zu den Klassikern der Weltliteratur!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lest dieses Buch!, 26. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Grosse Erwartungen (Taschenbuch)
Ich habe dieses Buch geschenkt bekommen und war anfangs wegen der hohen Seitenanzahl und der kleingedruckten Schrift etwas enttäuscht gewesen. Doch ich habe es gewagt und es war das Lesen wert!
Der Schreibstil hat mich ab der ersten Seite begeistert und ich las eine wundervolle Geschichte, die mich mal zum Lachen brachte, dann aber wieder berührte. In diesem Roman von Charles Dickens findet sich alles aus dem Leben wieder! Eine überaus lebendige, schön- traurige Geschichte mit allem, was einen guten Roman ausmacht!
Ich gestehe, dass ich Phasen hatte, in denen ich mir dachte: "Ach, noch so viel zu lesen...", dann jedoch fesselte es mich wieder durch seine Spannung und am Ende stand für mich fest, dass dieser Roman beeindruckend ist, weil darin so viele Facetten des Lebens stecken und mich diese Geschichte sehr berührt hat!
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Große Erwartungen: Roman (insel taschenbuch)
Große Erwartungen: Roman (insel taschenbuch) von Charles Dickens (Taschenbuch - 14. November 2011)
EUR 9,99
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