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28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jede Generation platzt eine Blase, 14. Juni 2002
Rezension bezieht sich auf: Das Geld: Roman (Taschenbuch)
Wie alle Bücher von Zola ist auch "Das Geld" durchtränkt von der typischen Das-Leben-ist-eine-Orgie-dunkler-menschlicher-Emotionen-Stimmung...
In diesem Buch ist es das Geld, das die dunklen Seiten des Menschen entfesselt. Denjenigen, die noch an einem Kater aus der kürzlich beendeten Internet Mania leiden, wird es den einen oder anderen Seufzer des Wiedererkennens entlocken.
Das Buch spielt im Paris des Second Empire, kurz vor dem deutsch-französischen Krieg 1871. Die Hauptperson heißt Saccard, wie alle Romanhelden Zolas auch irgendwie ein Rougon-Macquart, ein Mitglied dieser Familie, die durch alle Bücher Zolas hindurch an ihrer Maßlosigkeit, ihrem Wahnsinn und ihrem Alkoholismus zugrunde geht, aber doch nie ganz stirbt.
Saccard will Geld, denn Geld ist für ihn Macht. Deshalb gründet er ein Start-up, die "Banque Universelle", die Bauvorhaben im Nahen Osten finanziert, mit dem verklärten Ziel, irgendwann Jerusalem für die Christenheit zurückzuerobern und vielleicht den Papst dort residieren zu lassen. Für die Zeit eine geniale Idee, genau richtig, um die Menschen zu begeistern und den Börsenkurs in die Höhe zu treiben.
Eine zweite Hauptperson, Madame Caroline, die Nachbarin, die Schwester des Kollegen und später die Geliebte Saccards, erlebt die Geschichte des Aufstiegs der Bank an der Börse und ihren unvermeidlichen Fall hautnah mit. Zola benutzt sie, um mit ihren Augen Saccard zum Leben zu erwecken, seinen unglaublichen Willen und sein Feuer, seine Fähigkeit zu lügen, seine Gabe, Leute mitzureißen und sie für seine Sache Geld ausgeben zu lassen, sein grenzenloser Egoismus, seine Grausamkeit und sein gleichzeitiger kindlicher Glaube, er handle zum Wohle der anderen.
Es schwirren mehr als anderthalb Dutzend Nebencharaktere durch die Geschichte, Mätressen und Spekulanten - meistens jüdische, worauf sehr stark und politisch unkorrekt herumgeritten wird -, sowie brave, einfache Menschen, die von der Spekulationsgier ergriffen werden und ihre Träume, Hoffnungen und ihr Geld der Banque Universelle und Saccard anvertrauen. Am ergreifendsten ist die Geschichte einer Mutter mit ihrer Tochter aus uraltem, verarmten Hochadel. Sie hausen in einem Schloss und sparen sich die Kleider vom Leib, um einmal im Jahr adelige Mitmenschen zu einem Diner einladen zu können. Bis sie Saccard treffen und ihre gesamten Ersparnisse, die eigentlich als Mitgift für die Tochter geplant waren, für Aktien der Banque Universelle ausgeben, in der Hoffnung, reich zu werden und endlich wieder ein würdiges Leben zu führen.
Zolas Beschreibungen von der Euphorie, wenn alle Kurse an der Börse steigen, und von der nachfolgenden Depression, wenn sich alle plötzlich verdrücken und die Börse grau und verlassen mitten in Paris steht, weisen erstaunliche Parallelen zum Internet-Boom der Jahrtausendwende oder zum Schwarzen Freitag von 1929 auf.
So lernen wir, dass die Erfahrungen von Börsencrashs sich nicht an nachfolgende Generationen weitergeben lassen.
Praktischer Hinweis:
Das Buch ist zu lang. Vielleicht hatte Zola eine Mindestdicke für seine einzelnen Bände im Auge und sich deshalb gezwungen, die Geschichte auszudehnen. Nach einem Drittel der Seiten sind alle dramatischen Weichen gestellt für den Fall in den Abgrund, aber Zola muss immer noch einen draufsetzen, immer noch einmal die Banque Universelle sich aus einer Krise retten und sogar gestärkt heraustreten lassen, bis man als Leser keine Lust mehr hat.
Deswegen Mut zum Überblättern, bis das Ende erreicht ist, denn das Ende lohnt sich!
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Vision vom schnellen Reichtum!, 28. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Das Geld: Roman (Taschenbuch)
Spekulanten sind Spieler! Diese einfache Aussage beschreibt Zola sowohl im Positiven, durch den rasanten gesellschaftlichen und finanziellen Aufstieg des Herrn Saccard, aber vor allem im Negativen, durch dessen Absturz und dem daraus resultierenden Sog , der all seine Anhänger mit ins Verderben reisst.
Es ist auch ein Machtkampf des auf der einen Seite leidenschaftlich und bedingungslos kämpfenden Christen Saccard, gegenüber dem berechnenden im Hintergrund agierenden Juden Gundermann.
Zu Beginn sind die Absichten und Ziele der Hauptfigur, der durch Träumereien und mit viel Phantasie zu überzeugen weis, durchaus nicht eigennützig. Ganz im Gegenteil versucht er durch Einsatz und Geschick das Beste für seine Mitstreiter zu erreichen. Aber im Laufe der Handlung gewinnt sein Judenhass immer mehr die Oberhand, und dadurch benebelt, führt dies, trotz zahlreicher Warnungen seiner engsten Freunde, unweigerlich zum Untergang.
Besonders eindrucksvoll ist die Schilderung der vielen Einzelschicksale der "kleinen" Aktionäre, die durch blindes Vertrauen und Unwissenheit, der drohenden Baisse nicht entkommen.
Schauplatz des Geschehens ist Paris während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, aber trotzdem hat der Roman keineswegs an Aktualität verloren. Darum sei dieses Buch allen empfohlen, die mehr über die Machenschaften und Intrigen der Börse erfahren wollen.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Geld von 1891, 26. November 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Geld: Roman (Taschenbuch)
Emile Zolas Roman „Das Geld" wurde 1891 erstmals veröffentlicht und spielt fast ausschließlich an der Pariser Börse. Anhand des Protagonisten Saccard, der einen Unternehmer, Finanzier und Spekulant zugleich darstellt, wird deutlich, wie durch gewandte Manipulationen und unlauteren Handelns ein enormes Vermögen aus dem Nichts entstehen kann. Zu Beginn des Romans erweist sich die Beziehungsstruktur mancher Charaktere zueinander als diffizil, jedoch im Laufe der Handlung wird diese leichter verständlich. Der Leser kann durch dieses Werk viel über diverse Geldgeschäfte, wie Kapitalerhöhungen und Wechselgeschäfte, erfahren. Für den Leser stellt es folglich einen Vorteil dar, sich bereits vorher mit gewissen Finanzgeschäften auseinandergesetzt zu haben. Selbst wenn nicht, wird alles anschaulich und nachvollziehbar erläutert. Durch illegale und zum Teil unmoralische Machenschaften sowie Absprachen wird dem Leser vor Augen geführt, wie der Titel des Romans bereits hervorhebt, daß Geld, Geld und nochmals Geld, die Welt regiert. Die unterhaltsame Erzählweise Zolas, sowie die malerischen Beschreibungen der Umgebung und zwischenmenschlicher Beziehungen machen dieses Werk auf jeden Fall lesenswert und einzigartig.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Treffende Erzählung vom Geldmenschen, 15. Juli 2003
Von 
Werner, Henry (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Geld: Roman (Taschenbuch)
Die Soziologie hat verschiedentlich den masslosen Trieb des "Geldmenschen" charakterisiert. Zolas "Das Geld" ist ein treffender Roman zu diesem Phänomen und gerade deshalb so beeindruckend, da alle menschlichen Beziehungen in diesem Buch sich über Reichtum und Geld definieren. Einzige Ausnahme ist die Figur der Karoline, die als moralisches Korrektiv (das sich dennoch zum Höhepunkt des Buches vom Geldtreiben einfangen lässt) die "reine", menschliche Beziehung retten möchte.
Ein beeindruckender Klassiker, eindeutig zum Lesen zu empfehlen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Emile Zola. Geld, 5. Januar 2009
Von 
Gerhard Mersmann "GM" (Mannheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Rougon- Macquart: Das Geld (Taschenbuch)
Im Jahr 1895, also vor einhundertvierzehn Jahren, erschien der Roman Emile Zolas. In ihm werden Vorgänge an der Pariser Börse während des II. Kaiserreichs in den Jahren zwischen 1864 und 1867 beschrieben, die zu einem Crash führten und maßgeblich zu einer auch politischen Baisse Frankreichs führten, die mit der Niederlage im Krieg gegen Deutschland in den Jahren 1870/71 ein böses Ende fanden.

Obwohl der Handlungsrahmen einer Fiktion entspricht, gelingt es Zola, das Wesen der Börse und ihrer Zyklen zwischen Hausse und Baisse in exorbitant kunstvoller Weise zu charakterisieren. Ausgangspunkt ist das Zusammentreffen des momentan abgehalfterten Spekulanten Saccard und einem mittellosen Geschwisterpaar, das einige Jahre im Nahen Osten verbracht hat. Während der Bruder Hamelin, ein Ingenieur, davon träumt, den Nahen Osten durch Schifffahrtskonsortien, Eisenbahnen und den Bau von Silberminen zu erschließen, gebärdet sich dessen Schwester Caroline als mäßigendes, liebevolles Gewissen. Als Saccard die Pläne des Bruders erfährt, stachelt er beide zu einem groß angelegten, börsennotierten Unterfangen auf, das in der Gründung der Banque Universelle ihren ersten Höhepunkt erreicht und zu einem Kampf auf Leben und Tod mit dem allmächtigen Bankier Gundermann führt, der seinerseits dem Spekulationswahn abhold ist und eine realistische Vorstellung von der Wertbemessung handelsfähiger Papiere hat.

Der Feldzug Saccards besteht in der Bildung eines Konsortiums, das ein hohes Stammkapital zeichnet, aber de facto nie einzahlt. Durch Bilanzierungstricks und Spekulation mit eigenen, nicht geldmäßig hinterlegten Aktien treibt Saccard die Kurse der Banque Universelle in die Höhe, ohne dass die Aktivitäten im Nahen Osten Wertschöpfungen zeitigten, die auch nur annähernd die Bewertung an der Börse legitimierten. Saccard zieht alle Register, unterhält Strohmänner, gründet Briefkastenbanken in Rom und Istanbul und kauft konservative Zeitungen, mit denen er seinen Schwindel durch begünstigende Meinungsbildung eskortiert.

Zwar ist sehr früh zu ersehen, dass die künstlich erzeugte Hausse keinen Bestand haben wird, doch Zola nutzt in seiner Figuration die Vorzeichen des Niedergangs, um sich mit einer ihm typischen Akkuratesse der Psychologie der Spekulation zu widmen, die aufgrund der zyklisch immer wiederkehrenden und höchst aktuellen Ursachen eines Börsenkrachs als ein unverzichtbarer Beitrag der Erklärung zu gelten hat. Obwohl es in dem von Zola erschaffenen Panoptikum von windigen Abkochern, kriminellen Bankrotteuren, abscheulichen Schuldeintreibern, gierigen Aufkäufern und süchtigen Spielernaturen nur so wimmelt, dechiffriert er auch das große Potenzial der Börsentäuschung, nämlich das der bürgerlichen Kleinanleger, die mit wachsender Gier der trügerischen Option des Märchens vom plötzlichen Reichtum jenseits der realen Wertschöpfung anheim fallen. Letztendlich sind sie es, die der Vernunft einen Laufpass geben und ihr an und für sich bescheidenes Wohl hart erarbeitet haben, um es dann im Rausch der Spekulation bar jeglichen Verstandes in den Orkus zu schießen.

Die Großen, wie der Bankier Gundermann, haben eine sehr präzise Vorstellung davon, wie der Wert bestimmt wird und welche Wachstumsprognosen solide sind. Deshalb sind auch sie es, die den Kampf an der Börse gewinnen, die Regisseure der künstlichen Hausse hingegen landen im Gefängnis oder in der Versenkung oder sie starten ihr Spiel erneut an einem anderen Ort und unter anderem Namen. Die Opfer hingegen sind die Träger der Illusion, dass Reichtum aus dem Nichts entsteht und ohne Anstrengung erworben werden kann.

Zola gelingt es, die Funktionsweise der Börse transparent zu machen, er enttarnt die Camouflage der Spekulation, aber er ist auch so redlich, den positiven Nutzen und die Notwendigkeit einer funktionierenden Börse nicht zu negieren. Und die Aktualität ist verblüffend, denn bei der Lektüre vermisst man nur Namen wie Freddie Mac, Fanny Mae oder Lehman, denn die handelnden Figuren und Konsortien kommen einem seltsam vertraut vor.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unsterbliches Meisterwerk, aktueller denn je, 26. März 2009
"Das war die verhängnisvolle, periodisch wiederkehrende Epidemie, deren Verheerungen alle 10 bis 15 Jahre an den sogenannten schwarzen Freitagen den Markt rein fegt und den Boden mit Trümmern bedeckt. Jahre müssen vergehen, damit das Vertrauen wiederentsteht, die großen Bankhäuser wiederhergestellt werden, bis die Spekulationsleidenschaft erneut auflebt, entfacht wird und die Geschichte wieder von vorn beginnt, eine neue Krise herbeiführt und und in einem neuen Krach alles vernichtet."

Aktuell?
Diese Rezension wird geschrieben in der weltweit größten Wirtschaftskrise seit den 1920iger Jahren. Das Zitat allerdings, aktuell passend wie die Faust aufs Auge: stammt von Emile Zola, Mitte des 19. Jahrhunderts verfasst.

Zola, der Seher?
Nein, Zola, der Analysator. Ups and Downs, Bulle und Bär, Irrsinn und Trübsal. Menschliches Maß, eingefangen vom Meister.

Keine Worte, nur ehrfürchtiges Staunen. Ein Werk für Generationen.
Zola entwirft in groben Zügen das Abbild des Kapitalismus, ohne jedoch - wie oft von anderen nervtötend mit erhobenem Zeigefinger vollbracht - die Idee des Sozialismus überzustrapazieren.
Paris anno 1800 - Seelenleere, Armut, Größenwahn. Die schiere menschliche Existenz, gebündelt durch triebhaften Antrieb zur Zuspitzung im Exzess.

Pflichtlektüre! (Eine Schande, dass dieses Standardwerk der Weltliteratur weithin unbekannt ist, demgemäß in keinem Verlagskatalog aufscheint. Ich musste es beim Antiquar besorgen).
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unsterbliches Meisterwerk, aktueller denn je, 26. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Geld. Roman (Taschenbuch)
"Das war die verhängnisvolle, periodisch wiederkehrende Epidemie, deren Verheerungen alle 10 bis 15 Jahre an den sogenannten schwarzen Freitagen den Markt rein fegt und den Boden mit Trümmern bedeckt. Jahre müssen vergehen, damit das Vertrauen wiederentsteht, die großen Bankhäuser wiederhergestellt werden, bis die Spekulationsleidenschaft erneut auflebt, entfacht wird und die Geschichte wieder von vorn beginnt, eine neue Krise herbeiführt und und in einem neuen Krach alles vernichtet."

Aktuell?
Diese Rezension wird geschrieben in der weltweit größten Wirtschaftskrise seit den 1920iger Jahren. Das Zitat allerdings, aktuell passend wie die Faust aufs Auge: stammt von Emile Zola, Mitte des 19. Jahrhunderts verfasst.

Zola, der Seher?
Nein, Zola, der Analysator. Ups and Downs, Bulle und Bär, Irrsinn und Trübsal. Menschliches Maß, eingefangen vom Meister.

Keine Worte, nur ehrfürchtiges Staunen. Ein Werk für Generationen.
Zola entwirft in groben Zügen das Abbild des Kapitalismus, ohne jedoch - wie oft von anderen nervtötend mit erhobenem Zeigefinger vollbracht - die Idee des Sozialismus überzustrapazieren.
Paris anno 1800 - Seelenleere, Armut, Größenwahn. Die schiere menschliche Existenz, gebündelt durch triebhaften Antrieb zur Zuspitzung im Exzess.

Pflichtlektüre! (Eine Schande, dass dieses Standardwerk der Weltliteratur weithin unbekannt ist, demgemäß in keinem Verlagskatalog aufscheint. Ich musste es beim Antiquar besorgen).
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4.0 von 5 Sternen Chronist der Krise, 2. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Geld: Roman (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Wer etwas über das 19. Jahrhundert erfahren will, der lese Emile Zola. Ob das Milieu der Bergarbeiter (in Germinal), ob die Welt der Pariser Markthallen (in Der Bauch von Paris) oder das Entstehen der Kauf- und Warenhäuser (in Das Paradies der Damen), Zola ist ein hervorragender Chronist seiner Epoche.

Aber vielmehr noch ist Zola gleichsam ein Sozialforscher, seine Romane Studien zur Gesellschaft, ihrer Sozialstruktur, ihren Veränderungstendenzen und deren Folgewirkungen. Anschaulich und in allen Details entsteht vor dem Leser ein gesellschaftliches Panorama. Das macht Zola auch heute noch absolut lesenswert und lehrreich.

Auch auf sein Werk 'Das Geld' trifft dies zu. Nicht zufällig hat der Suhrkamp Verlag das Werk in Zeiten der Finanzkrise neu aufgelegt.

Zola schildert, wie mit Hilfe von Propaganda und finanztechnischen Tricksereien Aktienkurse in die Höhe getrieben werden. Der Bezug zu realen Werten geht mehr und mehr verloren. Geldgier und Leichtgläubigkeit siegen. Alle Schichten der Bevölkerung sind von Spekulationswut erfasst, bis schließlich der große Krach kommt, das Phantasiegebäude bricht zusammen und die Aktienkurse fallen ins Bodenlose.

Zola sieht hier ein periodisch wiederkehrendes Muster. Alle zehn Jahre tritt eine Krise ein. Sein Verdienst ist es, die Triebkräfte und den Verlauf solcher Krisen anschaulich gemacht zu haben. Wenngleich manche Passagen von Kitsch und Schmalz gekennzeichnet sind, die Lektüre ist absolut lohnens- und empfehlenswert.
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4.0 von 5 Sternen Zola lesen heißt das Heute verstehen, 16. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Geld: Roman (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Was kann das Werk Emile Zola's über das Geld und das Geschehen an der Pariser Börse von vor über 130 Jahren uns Heutigen noch sagen?
In diesem Buch erfährt man alles, was man auch heute über die Rolle des Geldes und über die Spielstätte Börse wissen muß. Die sich mit jeder Hausse steigende Gier der Anleger, in der Hoffnung auf ein immer noch ein Stückchen mehr. Das Hineinziehen auch einfacher Sparer in diesen Wirbel. Die hinter den Kulissen dieses Treiben schürenden und steuernden Oberabsahner, bei Zola sind es die Juden und die Kirche, heute die Banker und ihre hörigen Politiker. Zola beschreibt uns als Folgen solcher ProzesseUnd die schließlichen zwangsweisen Zusammenbrüche alle paar Jahre mit den existenzvernichtenden Verlusten vieler und den Gewinnen der Drahtzieher. Alles heute kein bißchen anders als zu Zola's Zeiten.

Und auch kein bißchen anders als damals haben die Mächtigen aus Europa und den USA nicht nur den kurzfristigen Gewinn im Auge. Beschreibt Zola die all den Börsengeschäften zugrunde liegenden Pläne um die Eroberung und Technisierung des Nahen Ostens und Asiens und seiner Rohstoffe, so geht es auch heute um gewinnbringende Anlagen und Rohstoffe für die Mächtigen dieser Erde. Zola lesen, heißt das 'Heute' verstehen.
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5.0 von 5 Sternen Unsterbliches Meisterwerk, aktueller denn je, 26. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Das Geld (Broschiert)
"Das war die verhängnisvolle, periodisch wiederkehrende Epidemie, deren Verheerungen alle 10 bis 15 Jahre an den sogenannten schwarzen Freitagen den Markt rein fegt und den Boden mit Trümmern bedeckt. Jahre müssen vergehen, damit das Vertrauen wiederentsteht, die großen Bankhäuser wiederhergestellt werden, bis die Spekulationsleidenschaft erneut auflebt, entfacht wird und die Geschichte wieder von vorn beginnt, eine neue Krise herbeiführt und und in einem neuen Krach alles vernichtet."

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Diese Rezension wird geschrieben in der weltweit größten Wirtschaftskrise seit den 1920iger Jahren. Das Zitat allerdings, aktuell passend wie die Faust aufs Auge: stammt von Emile Zola, Mitte des 19. Jahrhunderts verfasst.

Zola, der Seher?
Nein, Zola, der Analysator. Ups and Downs, Bulle und Bär, Irrsinn und Trübsal. Menschliches Maß, eingefangen vom Meister.

Keine Worte, nur ehrfürchtiges Staunen. Ein Werk für Generationen.
Zola entwirft in groben Zügen das Abbild des Kapitalismus, ohne jedoch - wie oft von anderen nervtötend mit erhobenem Zeigefinger vollbracht - die Idee des Sozialismus überzustrapazieren.
Paris anno 1800 - Seelenleere, Armut, Größenwahn. Die schiere menschliche Existenz, gebündelt durch triebhaften Antrieb zur Zuspitzung im Exzess.

Pflichtlektüre! (Eine Schande, dass dieses Standardwerk der Weltliteratur weithin unbekannt ist, demgemäß in keinem Verlagskatalog aufscheint. Ich musste es beim Antiquar besorgen).
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Das Geld: Roman (insel taschenbuch)
Das Geld: Roman (insel taschenbuch) von Emile Zola (Taschenbuch - 25. Oktober 2009)
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