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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Exzellentes Buch.
Dostojewski liefert hier eine spannende und psychologisch perfekt konstruierte Geschichte über einen vermeintlich perfekten Mörder, der vor der Polizei und, viel wichtiger, vor seinem eigenen Gewissen auf der Flucht ist. Der Held, Rodion Raskolnikow, ein verarmter Student, hat eine alte Frau ermordet, um an ihr Geld - sie ist Wucherin - heranzukommen. Er hat die...
Veröffentlicht am 22. September 2002 von good ol' killboy

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viel Schuld, wenig Sühne
Der größte religiöse russische Erzähler (neben Tolstoi) lässt in der Frage, wie in Schuld zu gelangen und wie ihr zu entkommen sei, in seinem großen Roman "Schuld und Sühne" leider nicht genügend Tiefe erblicken. Der finanziell arme Protagonist Rodion Raskolnikow (dieser Name ist der russische Originaltitel des Buches und steht...
Vor 23 Monaten von Basileus Bibliophilos veröffentlicht


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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Exzellentes Buch., 22. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Schuld und Sühne: Roman (Taschenbuch)
Dostojewski liefert hier eine spannende und psychologisch perfekt konstruierte Geschichte über einen vermeintlich perfekten Mörder, der vor der Polizei und, viel wichtiger, vor seinem eigenen Gewissen auf der Flucht ist. Der Held, Rodion Raskolnikow, ein verarmter Student, hat eine alte Frau ermordet, um an ihr Geld - sie ist Wucherin - heranzukommen. Er hat die Tat perfekt geplant und sich eine wohldurchdachte Rechtfertigung ausgedacht, um sein Gewissen zu beruhigen. Aber es funktioniert nicht alles wie geplant...
Die Geschichte ist packend, der Held gehört zu den lebendigsten Figuren, die die Literatur zu bieten hat und sein Innenleben ist beklemmend gut geschildert. Darüber hinaus ist das Setting - St. Petersburg - großartig und sehr atmosphärisch beschrieben. Dieses Buch gehört zur Weltliteratur, es läßt einen nicht mehr los.
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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein außerordentlicher Einblick in die Psyche eines Menschen!, 19. Juni 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Schuld und Sühne: Roman (Taschenbuch)
Mit diesem Buch gelingt es Dostojewski, dem Leser einen tiefen Einblick in die Psyche eines anderen Menschen zu gewähren. Durch seine detaillierte Beschreibung der äußeren Lebensumstände, Beobachtungen und Gedankengänge der Hauptfigur, kann man die Entwicklung derselben nicht nur nachvollziehen, sondern sogar "erleben". Gerade dadurch, dass diese Entwicklung sehr extrem ist und schließlich nicht nur zu mehreren Morden, sondern auch in dem Wunsch zur Sühne sowie tief empfundener Liebe führt, gewinnt dieses Buch an Tiefe und Spannung. Dostojewski schafft es, trotz dieser extremen Entwicklung, dem Leser diesen Menschen näher zu bringen, ja sogar ihn zu verstehen. Diese Art den Leser die inneren Prozesse eines anderen Menschen erlebbar zu machen, habe ich bisher sonst nur bei Hermann Hesse gefunden.
Des Weiteren merkt man diesem Buch sein Alter kaum an, da die Sprache des Buches nicht antiquiert wirkt.
Lediglich die Fülle an russischen Namen und Spitznamen macht es dem Leser nicht leicht die Personen zuzuordnen, weswegen ich empfehlen würde das Buch ohne große Unterbrechungen durchzulesen oder sich Namensnotizen zu machen.
Für mich ist diese Buch eine große Bereicherung gewesen. Ich habe es genossen, mit diesem Buch eine geistige Reise in die Psyche eines Menschen zu machen, welche fast das gesamte Spektrum der menschlichen Gefühle umfasste. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen spannende Mischung aus Kriminalroman und Psychographie, 12. Juni 2006
Von 
Stephan Kleiber "buchtippse.de" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
°
Schuld und Sühne - oder 'Verbrechen und Strafe', wie er im Original heißt - ist ein wirklich großartiger Roman. Dostojewsik zeichnet darin einerseits eine durchweg spannende Kriminalgeschichte und gleichzeitig eine fesselnde psychologische Darstellung der Hauptfigur Rodion Raskolnikow.

Raskolnikow ist Student in St. Petersburg und lebt in sehr armen Verhältnissen. Dabei hegt er eine Theorie, nach der die 'Großen der Geschichte' schon immer geltendes Recht brachen, um ihre höheren Ideale und Ideen umzusetzen, was seiner Meinung nach ihr Handeln legitimiert. So kommt es, dass Raskolnikow eine alte Pfandleiherin und ihre Schwester tötet, um mit dem Geld sein Studium zu finanzieren - hier also die Schuld bzw. das Verbrechen.

Sein Gewissen lässt ihm jedoch keine Ruhe und bringt ihn an den Rand des Wahnsinns. Alle um ihn herum denken, er wäre psychisch krank geworden - eine Folge übermäßigen Studierens. Nur einer verdächtigt ihn der Tat, kann ihm jedoch nichts beweisen. Um sein Gewissen zu erleichtern und mit sich ins Reine zu kommen folgt er dem Rat seiner Freundin, sich zu stellen. Seine Strafe verbüßt er daraufhin lange Jahre im Arbeitslager, hält jedoch weiterhin an seiner Theorie des legitimen Rechtsbruchs für höhere Ziele fest.

Obwohl ich eigentlich kein Romanleser bin, fand ich das Buch von Anfang an faszinierend. Dostojewski beschreibt nicht nur die Hauptfigur und deren Gedankengänge sehr ausführlich. Als Leser bekommt man ebenso detaillierte Einblicke in das Leben zur damaligen Zeit und die anderen Figuren. Gleichzeitig ringt man im Lauf der Geschichte mit sich selbst, sieht man doch das offensichtliche Unrecht der Tat und fühlt dabei andererseits Raskolnikows rationale Begründungen, Zerrissenheit und Gewissensbisse. Nicht umsonst zählt 'Schuld und Sühne' zu den wichtigsten Werken der Weltliteratur.

~
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker und spannender Krimi, 5. September 2001
Von Ein Kunde
Rodion Raskolnikov glaubt, dass ein Genie sich über die weltlichen Gesetze erheben darf. Um seine Theorie zu beweisen, begeht er einen Mord an einer alten Frau. Der Roman handelt vom Umgang Rodions mit seiner Schuld angesichts der Sünde, die er begangen hat und angesichts der Verfolgung durch die Polizei. Am Ende seiner Odyssee findet er Erlösung in einer Beziehung zu der Prostituierten Sonja. Der Roman, der in einer sehr guten und sehr gut lesbaren Übersetzung vorliegt, gilt als Dostojewskis Hauptwerk. Ohne Zweifel zählt er zu den wichtigsten Werken der Weltliteratur und Episoden, wie z.B. der "Pferdetraum" sind zu eigenständigen Epigrammen der Literatur geworden. Dostojewski versteht es meisterhaft, ein komplexes und anspruchsvolles Thema (Schuld und deren Sühne vor Gott und der Welt) in einem spannenden "Kriminal"roman zu behandeln und darzustellen. Fazit: Der Roman ist ein MUSS ... und macht dabei noch Spaß!
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ist es recht, etwas schlechtes zu tun, um etwas gutes zu erreichen?, 16. September 2007
Für Raskolnikov ist die Antwort auf diese Frage klar: ja. Er, ein mittelloser, aber hochbegabter Student, eingepfercht in der düsteren, "sargartigen" Enge seines Zimmers, entwickelt eine wahnwitzige Genietheorie. Da er sich selbst, nach dieser Theorie, für ein Genie hält, gibt er sich selbst die Erlaubnis, seine Pfandleiherin, die "nur" eine Laus wäre, zu ermorden. Mit dem Geld, welches er ihr rauben will, könnte er sein Studium fortsetzen - doch dem geneigten Leser wird schnell klar, dass es ihm im Grunde um viel mehr geht, hauptsächlich um Selbstbestätigung. Trotz sämtlicher Zweifel macht er sich mit einer Axt auf den Weg zu der "Alten", mit der Absicht, sie zu töten. Doch der Mord, den er vorher einige Male im Kopf "vorgeplant" hat, verläuft anders als er denkt; nur mit Mühe kann er unbemerkt entkommen. Raskolnikov hat also, könnte man meinen, das perfekte Verbrechen begangen. Doch ausgerechnet das eigene Gewissen macht ihm einen Strich durch die Rechnung... Das besondere an diesem gar nicht verstaubten Klassiker ist meiner Meinung nach seine Vielschichtigkeit. Der erste Teil, in dem Raskolnikov den folgenschweren Doppelmord begeht, ist unglaublich spannend; teilweise ist mir beim Lesen fast das Herz stehen geblieben. Die folgenden Teile, in denen Raskolnikov im Fieberwahn liegt, lesen sich auch sehr... verzerrt, als wäre man selbst in einem Delirium gefangen. In den restlichen Teilen dagegen wird man förmlich überschwemmt mit klugen Gedanken und Fragen philosophischer Natur, die sich der ein oder andere sicher schon einmal selbst gestellt hat. Nach dem Genuss dieses Buches muss ich wirklich sagen, dass kein anderes Buch mich jemals so sehr zum nachdenken angeregt hat, wie "Schuld und Sühne". Meiner Meinung nach sollte jeder dieses Buch (mindestens!) einmal gelesen haben, denn es wühlt Fragen auf, die im Grunde die ganze Menschheit und ihr Verhältnis zueinander betreffen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schöne Ausgabe, Tolles Buch!, 25. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Schuld und Sühne: Roman (Taschenbuch)
Schauplatz des Romans ist Sankt Petersburg um 1860. Es geht um die Geschichte des bitterarmen, aber überdurchschnittlich begabten Studenten der Juristerei -- Rodion Romanowitsch Raskolnikow, kurz Raskolnikow. Die Mischung aus Armut und Überlegenheitsdünkel (er vergleicht sich selbst mit Napoleon Bonnaparte) spaltet ihn zunehmend von der Gesellschaft ab, was eigentlich der Urgrund allen Übels ist und gleichzeitig auch eine Spirale mit starkem psychischen Abwärtstrieb. Außerdem muss er tatenlos mit ansehen, wie seine Schwester von einem alten Lüstling bedrängt wird, der sie zur Heirat nötigen will (die Familie ist seit dem Tod des Vaters nämlich völlig verarmt und lebt weit unter den früheren Verhältnissen). Unter dem starken Eindruck eines von ihm zufällig belauschten Wirtshausgesprächs entwickelt er eine Theorie der "außergewöhnlichen" Menschen, die im Sinne des allgemein-menschlichen Fortschritts natürliche Vorrechte genießen sollten. Diese Vorrechte, sollen sie vor den übrigen Menschen, dem allgemeinen Pöbel (Läuse, wie er sie zu bezeichnen pflegt). auszeichnen Er selbst, jung und talentiert, doch mit Armut geschlagen, sieht sich als solchermaßen Privilegierter. Diese gehegte Wahnvorstellung wird ihm allmählich im Verborgenen zur Lebensmaxime.

In starkem Kontrast zu diesem inneren Selbstanspruch stehen freilich die bedrückenden äußeren Umstände. Seine Kleidung ist völlig zerlumpt und er haust in einem Zimmer von sargähnlicher Enge, in dem er sich nicht einmal vollends aufzurichten vermag. Die finanziell prekäre Situation zwingt Raskolnikow, sich an eine alte wucherische Pfandleiherin zu wenden. Jene ist eine geizige und herzlose Alte, die nur dafür lebt, ein immer größeres Vermögen zusammenzuraffen (wiederum ein Aspekt, in dem sich die tiefe christliche Überzeugung des Autors widerspiegelt). Für Raskolnikow ist sie der Inbegriff einer oben genannte "Laus", eines wertlosen Menschen, über dessen Leben die wirklich großen Menschen rücksichtslos hinweggehen dürfen, da sich jener nur parasitär von der Gesellschaft ernähr ohne selbst etwas zu schaffen.. Von dieser Weltanschauung getrieben, drängt sich ihm der Entschluss zum Mord immer mehr auf. Motiv für das Verbrechen ist dabei letztlich eine perverse Art der Selbstfindung, wie er später seiner Geliebten Sonja Mermeladowna gesteht, einem jungen Mädchen, welches sich auf Grund von Geldnöten ihrer Familie prostituiert.

Unter einem Vorwand besucht er die Alte erneut, erschlägt sie genauso wie ihre zufällig erscheinende, geistig zurückgebliebene Schwester mit einer Axt und raubt ihre Wertsachen. Nur mit großem Glück kann er unentdeckt aus dem vierten Stock des Wohnhauses entkommen, wobei seine nervliche Anspannung fast in Wahnsinn mündet. So fällt er nach gelungener Tat in einen mehrtägigen fiebrigen Dämmerzustand, ein Delirium, das die innere Abscheu vor der eigenen Tat widerspiegelt. Immer mehr zeigt sich, dass er seiner eigenen Theorie nicht gewachsen ist. Er ist nicht der Mensch ohne Gewissen, der er zu sein glaubte. Außerdem hat ihn seine Tat verändert. Wenngleich Raskolnikow ein scheinbar perfektes Verbrechen gelungen ist, empfindet er als Doppelmörder die gesellschaftliche Abspaltung innerlich nun umso schmerzhafter.

Nach der Mordtat findet er keine Ruhe mehr, selbst seine eigene Mutter verwirft er und gerät mit ihr in Streit. So dauert es nicht lange und er wird von einem Ermittlungsrichter als Schuldiger erkannt, obwohl jener Raskolnikows Täterschaft nicht zu beweisen vermag. Beiden, Täter wie Ermittler, ist dies bewusst, auch wenn es nicht offen ausgesprochen wird. Stattdessen steigert sich das intellektuelle Gefecht zwischen den Widersachern zu einem subtilen psychologischen Spiel, welches Raskolnikow, wiewohl er nach äußerlichem Stand der Untersuchungen beruhigt sein könnte, immer mehr in die Enge treibt. Die gläubige, sich für Ihre Familie selbst aufopfernde Prostituierte Sonja, welche er kennen und lieben lernt, rät ihm schließlich, sich zu stellen um für seine Sünden zu "bezahlen". In der Haft in einem sibirischen Arbeitslager folgt die Wandlung Raskolnikows zum Christen.

Fazit: Ein tiefer Einblick in die menschliche Psyche, noch lange bevor die Freudschen Thesen der Psychoanalyse überhaupt Fuß gefasst hatten. Noch dazu einer der spannendsten Kriminalromane aller Zeiten, in dem das Motiv aus dutzenden Blickwinkeln plausibel betrachtet wird.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meilenstein der Weltliteratur., 11. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Schuld und Sühne: Roman (Taschenbuch)
Wer bereits in den Genuss von Dostojewskij's Romanen gekommen ist, der wird wissen, was für ein Genius dieser Mann ist bzw. war. Wer ihn nicht kennt, könnte mit „Schuld und Sühne", einer der wohl besten Romane Dostojewskijs, durchaus einen Anfang wagen. Er wurde im Jahre 1866 fertiggeschrieben und gilt nicht umsonst als einer der größten psychologischen Kriminalromane der Weltliteratur.
Die Kernthematik des Buches kreist um das Thema des Verbrechens. Sankt Petersburg um 1860. Der junge und vollkommen verwahrloste Jura-Student Rodion Raskolnikow muss sein Studium aufgrund von Geldnot aufgeben. Kurz darauf begeht er einen fatalen Doppelmord: Eigentlich wollte er einzig eine alte, ihm verhasste Pfandleiherin töten, doch deren Schwester kreuzt unerwartet auf, sodass er gezwungen ist, auch sie zu töten. Zwar glaubt Raskolnikow, richtig gehandelt zu haben, da er meint, das Geld der alten Pfandleiherin könne vielen anderen, in erster Linie armen Menschen, Unterhalt bieten, doch schon nach einer gewissen Zeit plagen ihn schreckliche Schuldgefühle. Im Laufe des Buches wird seine Sehnsucht nach Sühne, nach Erlösung unermesslich groß. Er quält sich, wird schwerkrank und versinkt tagtäglich in ein fieberhaftes Delirium. Seine Mutter, seine Schwester und viele gute Freunde, die ihm zur Seite stehen, können ihm nicht helfen. Erst die Liebe zu der Prostituierten Sonja Marmeladowa schenkt ihm neuen Lebensmut und langsam aber sicher schafft er es, seiner so ersehnten Sühne näher zu kommen. Das Ende soll an dieser Stelle nicht verraten werden.
Besonders eindrucksvoll ist Dostojewskij die Symbiose aus psychologischem Feingefühl und kriminalistischer Verschrobenheit gelungen. Der Leser ist demnach an zweierlei Dingen interessiert: Wird Raskolnikow als Täter ausfindig gemacht? Und: Wie geht er mit den schmerzhaften Schuldgefühlen um? Überdies ist Raskolnikow zwar ein verwirrter und wenig kontaktfreudiger Mann, aber dennoch eine faszinierende und interessante Figur. Er ist kein Unmensch, sondern ein unglücklicher, determinierter Mann, welcher gleichzeitig ein durchaus intelligenter Zeitgenosse sein kann. Raskolnikow unterscheidet zwei Menschengattungen, nämlich die gewöhnlichen Menschen, welche das „Material" darstellen und sich durch die Zeugung weiterer Menschen auszeichnen, und die außergewöhnlichen Menschen, welche das Gesetz zugunsten einer neuen Idee übertreten dürfen; sie bewegen die Welt, sie sind „Zerstörer". Vor dem Mord sah er sich selbst in der Rolle des außergewöhnlichen Menschen, doch im Laufe der Zeit muss er auf bittere Art und Weise realisieren, dass dieser Gedanke fatal war. Raskolnikow erfährt nach dem Mord eine Wandlung vom revolutionären, fast schon nihilistischen Sozialisten zum gläubigen Christen und überdenkt seine bisherige Weltanschauung komplett. Gibt es Gott? Wie kann ich von der Schuld loskommen? Wo ist mein Platz in der Gesellschaft? Diese und andere Fragen plagen den Protagonisten, in den man sich schon fast beängstigend gut hineinversetzen kann, denn Dostojewskij gestattet dem Leser einen höchst detaillierten Einblick in das wirre Innenleben des Raskolnikow. In der Hinsicht muss ich mir offen eingestehen, dass ich noch nie ein nur annähernd vergleichbar gutes Buch gelesen habe. Die Nähe, welche man zum Protagonisten hat, ist einfach unglaublich. Und eigentlich sind die knapp 750 Seiten relativ handlungsarm - der Großteil setzt sich aus den Gedanken und Gefühlen Raskolnikows zusammen.
Der Roman ist einer der einzigartigsten, der mir je unter die Augen gekommen ist. Er behandelt psychologische, philosophische, religiöse und gesellschaftskritische Themenkreise. Die Figuren sind grandios umschrieben, die Atmosphäre sehr bedrückend. Untere Gesellschaftsschichten werden in ihrem ganzen Elend beschrieben; ihr Alltag wird bestimmt von Krankheit, Armut, Hunger, Kriminalität, Alkoholismus, Gewalt und Prostitution. Der Leser nimmt an diesem bitteren Leben teil und sieht sich -genau wie Raskolnikow- ständig mit der Frage konfrontiert: Rechtfertigt die Armut vieler Menschen den Mord an einem einzigen, wohlhabenden Menschen? Unser Moralkodex würde das verneinen, doch wenn Sie erst einmal anfangen zu lesen, so werden Sie Zeuge einer merkwürdigen, eigenen Ungewissheit.
Ein wichtiger, aufwühlender und fantastischer Roman des russischen Meisterautoren.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für die Ewigkeit!!, 25. Februar 2006
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Schuld und Sühne: Roman (Taschenbuch)
Ist es moralisch gerechtfertigt einen Menschen zu ermorden, der seiner Umwelt nur Schaden zufügt und dessen Tod der Allgemeinheit zu Gute kommen würde?
Raskolnikov, der Protagonist des Romans, beantwortet diese Frage mit einem klaren ja. Der hochintelligente aber mittellose und gescheiterte Jurastudent teilt die Menschheit in zwei Kategorien ein: die Durchschnittlichen und die Genialen. Zweitgenannte haben das Recht, ja sogar die Pflicht, gegebenes Recht sowie moralischen Konventionen zu brechen und somit die Gesellschaft voranzutreiben. Historisches Beispiel für Raskolnikov ist Napoleon.
Getreu seiner Theorie ermordet er die gierige Pfandleiherin Alyona Ivanova. Da er bei der Tat von ihrer Schwester Lizveta gestört wird, muss diese auch noch dran glauben. Doch nach der Tat ist für Raskolnikov nichts mehr wie es mal war. Geplagt von schrecklichen Visionen und Tagträumen erleidet er einen Zusammenbruch nach dem anderen. Die Ermittlungen des trottelig wirkenden aber genialen Inspektors Porfiry (eine Art russischer Columbo) beschleunigen Raskolnikovs Abgleiten in den Wahnsinn. Einzig seine Liebe zu der jungen und tief gläubigen Sofya, die als Prostituierte arbeitet, um ihre sich und ihre Geschwister über die Runden zu bringen, gibt seinem Leben noch einen Sinn.
Dies ist nur eine äußerst mangelhafte Plotzusammenfassung. In mehreren Nebengeschichten wirft Dostojewski einen genauen Blick auf die Verdorbenheit der russischen Gesellschaft Mitte des 19. Jahrhunderts. Besonders faszinierend ist der düstere Svidrigailov, der seinen Charme benutzt, um Frauen und junge Mädchen zu verführen und ins Elend zu stürzen. Das mysteriöse Ableben seiner Frau Marfa Petrovna zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman und der Leser muss selber entscheiden: hat Svidrigailov sie auf dem Gewissen oder nicht?
Leitmotiv von „Schuld und Sühne" ist die Geschichte von Lazarus, die in zahlreichen Varianten im Roman auftaucht. Auf Raskolnikov angewendet ist der Roman die Geschichte der moralischen Wiederaufstehung des Protagonisten aus den Untiefen der Menschenverachtung.
Fazit: Klassiker, Weltliteratur, Meisterwerk. Alles abgedroschene Bezeichnungen, aber auf „Schuld und Sühne" treffen sie alle zu. Unbedingt lesen!! Das ist ein Buch, welches Leben verändern kann.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dostojewski at his best, 23. Februar 2004
Von 
Th. Leibfried "TL" (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Schuld und Sühne: Roman (Taschenbuch)
Seit Jahren stehen die gesammelten Werke von Fjodor M. Dostojewski in meinem Bücherschrank. Bis auf den "Spieler" und den "Idioten" hatte ich aber keines gelesen. Die Stärke der Bücher und eine gewisse Anlaufzeit, die man benötigt, um in ein Werk aus der Mitte des vorvergangenen Jahrhunderts hinein zu steigen, schreckten mich immer wieder ab.
Nun habe ich einen Anlauf genommen, und "Radion Raskolnikoff - Schuld und Sühne" gelesen. Und ich bin belohnt worden. Es ist nichts zu spüren von etwa 150 Jahren, die zwischen dem Entstehen und dem Heute liegen. Das Buch ist ganz sicher eines der besten Psychogramme, die ich bisher in den Händen hielt. Vielleicht sogar das Beste.
Man fragt sich immer wieder, was macht 750 relativ handlungsarme Seiten so interessant, so spannend? Es ist die Suche nach der nicht so schnell veraltenden Frage, ob es eine Rechtfertigung geben kann, daß "wertvolle" Menschen "wertlose" Menschen vernichten dürfen, um die eigenen großen Ziele zu verwirklichen. 70 Jahre vor dem Nationalsozialismus und 150 Jahre vor den Religionskriegen unserer Zeit eine ungemindert spannende Frage, die der Protagonist in Dostojewskis Werk letztendlich verneint. Man möchte dieses Buch so manchem Staatsmann oder selbsternanntem Friedensstifter ans Herz legen.
Die Sprache ist ebenfalls beinahe zeitlos, jedenfalls problemlos zu lesen. An die Namen gewöhnt man sich, die Namenskonventionen machen einem das Leben zwar nicht leicht, mit Nachschlagen im Namensverzeichnis nimmt man aber auch diese Hürde.
Es wird nicht wieder Jahre dauern, bis ich den nächsten Dostojewski lese. Ein bißchen Verschnaufen und dann wage ich mich an "Die Brüder Karamasoff" oder an "Die Dämonen".
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bester Kriminalroman aller Zeiten!, 25. Januar 2007
Schauplatz des Romans ist Sankt Petersburg um 1860. Es geht um die Geschichte des bitterarmen, aber überdurchschnittlich begabten Studenten der Juristerei -- Rodion Romanowitsch Raskolnikow, kurz Raskolnikow. Die Mischung aus Armut und Überlegenheitsdünkel (er vergleicht sich selbst mit Napoleon Bonnaparte) spaltet ihn zunehmend von der Gesellschaft ab, was eigentlich der Urgrund allen Übels ist und gleichzeitig auch eine Spirale mit starkem psychischen Abwärtstrieb. Außerdem muss er tatenlos mit ansehen, wie seine Schwester von einem alten Lüstling bedrängt wird, der sie zur Heirat nötigen will (die Familie ist seit dem Tod des Vaters nämlich völlig verarmt und lebt weit unter den früheren Verhältnissen). Unter dem starken Eindruck eines von ihm zufällig belauschten Wirtshausgesprächs entwickelt er eine Theorie der "außergewöhnlichen" Menschen, die im Sinne des allgemein-menschlichen Fortschritts natürliche Vorrechte genießen sollten. Diese Vorrechte, sollen sie vor den übrigen Menschen, dem allgemeinen Pöbel (Läuse, wie er sie zu bezeichnen pflegt). auszeichnen Er selbst, jung und talentiert, doch mit Armut geschlagen, sieht sich als solchermaßen Privilegierter. Diese gehegte Wahnvorstellung wird ihm allmählich im Verborgenen zur Lebensmaxime.

In starkem Kontrast zu diesem inneren Selbstanspruch stehen freilich die bedrückenden äußeren Umstände. Seine Kleidung ist völlig zerlumpt und er haust in einem Zimmer von sargähnlicher Enge, in dem er sich nicht einmal vollends aufzurichten vermag. Die finanziell prekäre Situation zwingt Raskolnikow, sich an eine alte wucherische Pfandleiherin zu wenden. Jene ist eine geizige und herzlose Alte, die nur dafür lebt, ein immer größeres Vermögen zusammenzuraffen (wiederum ein Aspekt, in dem sich die tiefe christliche Überzeugung des Autors widerspiegelt). Für Raskolnikow ist sie der Inbegriff einer oben genannte "Laus", eines wertlosen Menschen, über dessen Leben die wirklich großen Menschen rücksichtslos hinweggehen dürfen, da sich jener nur parasitär von der Gesellschaft ernähr ohne selbst etwas zu schaffen.. Von dieser Weltanschauung getrieben, drängt sich ihm der Entschluss zum Mord immer mehr auf. Motiv für das Verbrechen ist dabei letztlich eine perverse Art der Selbstfindung, wie er später seiner Geliebten Sonja Mermeladowna gesteht, einem jungen Mädchen, welches sich auf Grund von Geldnöten ihrer Familie prostituiert.

Unter einem Vorwand besucht er die Alte erneut, erschlägt sie genauso wie ihre zufällig erscheinende, geistig zurückgebliebene Schwester mit einer Axt und raubt ihre Wertsachen. Nur mit großem Glück kann er unentdeckt aus dem vierten Stock des Wohnhauses entkommen, wobei seine nervliche Anspannung fast in Wahnsinn mündet. So fällt er nach gelungener Tat in einen mehrtägigen fiebrigen Dämmerzustand, ein Delirium, das die innere Abscheu vor der eigenen Tat widerspiegelt. Immer mehr zeigt sich, dass er seiner eigenen Theorie nicht gewachsen ist. Er ist nicht der Mensch ohne Gewissen, der er zu sein glaubte. Außerdem hat ihn seine Tat verändert. Wenngleich Raskolnikow ein scheinbar perfektes Verbrechen gelungen ist, empfindet er als Doppelmörder die gesellschaftliche Abspaltung innerlich nun umso schmerzhafter.

Nach der Mordtat findet er keine Ruhe mehr, selbst seine eigene Mutter verwirft er und gerät mit ihr in Streit. So dauert es nicht lange und er wird von einem Ermittlungsrichter als Schuldiger erkannt, obwohl jener Raskolnikows Täterschaft nicht zu beweisen vermag. Beiden, Täter wie Ermittler, ist dies bewusst, auch wenn es nicht offen ausgesprochen wird. Stattdessen steigert sich das intellektuelle Gefecht zwischen den Widersachern zu einem subtilen psychologischen Spiel, welches Raskolnikow, wiewohl er nach äußerlichem Stand der Untersuchungen beruhigt sein könnte, immer mehr in die Enge treibt. Die gläubige, sich für Ihre Familie selbst aufopfernde Prostituierte Sonja, welche er kennen und lieben lernt, rät ihm schließlich, sich zu stellen um für seine Sünden zu "bezahlen". In der Haft in einem sibirischen Arbeitslager folgt die Wandlung Raskolnikows zum Christen.

Fazit: Ein tiefer Einblick in die menschliche Psyche, noch lange bevor die Freudschen Thesen der Psychoanalyse überhaupt Fuß gefasst hatten. Noch dazu einer der spannendsten Kriminalromane aller Zeiten, in dem das Motiv aus dutzenden Blickwinkeln plausibel betrachtet wird.

Absoluter Pluspunkt dieser Ausgabe das hardcover und den recht fairen Preis!
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Schuld und Sühne: Roman (insel taschenbuch)
Schuld und Sühne: Roman (insel taschenbuch) von Fjodor Dostojewski (Taschenbuch - 28. Mai 2007)
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