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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ach, halte mich nicht fest. Freiheit ist mein Segen. Erst mein erlöstes Herz kann ich zu deinen Füßen legen." Tagore, 23. Juni 2009
Von 
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Rezension bezieht sich auf: Liebesgedichte (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Rabindranath Tagore (1861-1941) war der bedeutendste Dichter des modernen Indien.
In dem Buch finden sie auf 72 Seiten unterschiedliche Liebesgedichte.
Liebe ist nach indischer Auffassung ursprünglich und grundsätzlich ein göttlicher Energiestrom, der das Universum durchfließt (eine apersönliche Kraft). Die persönliche Liebe zweier Menschen schöpft aus dieser Liebesenergie und strebt immer wieder zu ihr zurück.

Um die Schönheit der Gedichte zu zeigen greife ich mal auf meine Favoriten aus dem Buch zurück:

"Dich hab ich, mir scheint, geliebt in vielen Gestalten
so viele Male,
wieder und wieder in jedem Leben, wieder und wieder
in jeder Epoche.
Ewige Zeiten hat mein betörtes Herz dir Lieder und Kränze
gewunden,
die du, Viel-Gestaltiger, als Gabe empfangen und um
den Hals getragen hast,
wieder und wieder in jedem Leben, wieder und wieder
in jeder Epoche."

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"Aus Liebe, nur aus Liebe,
du Herzensdieb-
läßt du über diese Blätter
Lichter goldgelb tanzen;
läßt du diese trägen Wolken anmutig
überm Himmel treiben;
läßt du diese Winde die Leiber streifen,
sie in Wohlgefühl tauchend:
aus Liebe, nur aus Liebe,
du Herzensdieb!"
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die Welt besteht aus lauter Gelegenheiten zur Liebe". (Kierkegaard), 8. Juni 2007
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Liebesgedichte (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
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"Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden"; Kierkegaard denkt sicher an Augustinus, der Künftiges als Vorbeigehendes erwartet. Tagore hat in diesen Gedichten auch die Fragen von Sein und Zeit und wird in der poetischen Auslegung allerdings deutlicher, da er auf das Anwesensein in der Zeit abhebt, auch wenn es Traum und Vorstellung ist. Denn bis ins hohe Alter hat er Liebesgedichte und Liebeslieder geschrieben bzw. komponiert. Tagore sieht sich und die Welt in Liebesgedichten, fernöstlich mit all den Düften und Bändern und da brilliert er vorzüglich. So wie Rilke, Shakespeare und andere bereits richtig bemerkten, ist Liebe ein Kind der Freiheit und Tagore stellt bereits im ersten Gedicht dieses fest, indem er bedingend erklärt, "erst mein erlöstes Herz kann ich zu deinen Füßen legen." Unendliche Liebe, so seine nächste Gedichtsüberschrift ist eher ein religiöses Gedicht, "geliebt in vielen Gestalten, so viele Male" scheint eher der wechselnden Vorstellung eines Gottes zu genügen und doch wird diese kosmische Liebe in die persönliche transferiert, macht diese damit vielleicht göttlich. Der erste Kuss hingegen ist von profaner Sinnlichkeit, doch auch hier schwingt die religiöse Tradition zusammen mit den sinnlichen Metaphern. Die Fragen an die Liebe, "du, mein allzeit Geliebter, ist es wahr?" werden mit jeder Wiederholung dieser Sentenz intensiver und münden, die Frage ergänzend in ", dass das Morgenlicht mich in seinem Jubel umarmt - dass der Wind trunken wird, wenn er meine heißen Wangen berührt -"

Die "Zuneigung" ist die einer Mutter zu ihrem Kind, jedoch scheinbar gegensätzlich die Bitte des Kindes, frei und selbstbestimmt sein zu dürfen, denn nur so kann es die Liebe spüren. Und der "Abschied" vom angedrohten Reißaus des Kindes folgt direkt ein trauriger Abschied für immer. "Wenn du am morgen mit leerem Schoß mich rufst" zeigt die ganze Tragik eines frühen pränatalen Todes und doch gibt es Trost in der Vorstellung eines himmlischen Begleitens.

"Bevor der Tag zur Neige geht, / soll sich mein Hoffen erfüllen: / Noch ein letztes Mal / wollen wir beide / die vielen Frühlingsblumen pflücken". Der Wunsch, noch einen Frühling gemeinsam zu erleben, ist wie ein bewusster, dennoch trauriger Abschied in den Tod. Und die Zeilen enden, "das wird die letzte Berührung, dein Abschied, sein". Gerade dieses Gedenken des Anderen wird zum bewussten Andenken in der Zukunft.

In der "Fremden Blume" erkennt er, dass Namen Schall und Rauch sind, das der Weg ins Wesen hinein ein Lächeln, dass der Liebe Ort das Herz, dass der Liebe Sprache die Hoffnung ist, dass nicht Wissen sondern Berührung Nähe zeigt und dass Vergessen niemals sein kann, da doch Träume die vorgestellte Wirklichkeit in die Ewigkeit verheißen. Doch sind die Antworten auf seine Fragen immer seine Antworten, denn die Angebetete lächelt freundlich schweigend bei gewiegtem oder geneigtem Haupt. Eine sanfte Verweigerung. Damit ist "Gast" die Folge der fremden Blume, die aus der träumerischen Ewigkeit "der Sterne ernste Melodien" schickt: "Dich kennen wir. Wir kennen dich."

"Jener, der das Licht der Sterne entzündet am Firmament, fragt sich geduldig, wann auch in der Welt das Licht zu brennen beginnt". Welche Geduld bei diesem großen Auftrag an die Menschen. Erleuchtung ist das Thema, nicht nur in der Welt, sondern im Menschen. "Liebe ist die Speise der Seele", schreibt Tagore, wie "berauschender Wein" oder nur wie eine flüchtige Begegnung, wie im "Plötzlichen Treffen". Diese kleinen Aphorismen und Sentenzen sind von beredter Klarheit. "Den Preis ihrer eigenen Schönheit kann die Blume nicht sagen. Wer einfach empfangen hat, schenkt zurück ohne Fragen."

Es folgen die Lieder und dieses erinnert an Longos wunderbare Liebesgeschichte über Daphnis und Chloe: "Ich habe ihn noch nicht gesehen, / nur seine Flöte gehört. / Hin gab ich ihm mein Herz und Wesen, / ganz betört."

Sei wachsam, wenn die Liebe kommt! So beschließt er die Liebeslieder. "Die Liebe kam auf leisen Füßen. / Sie schien mir wie ein Traum. / Ich ließ sie außer Acht./ der Abschied kam, da hört ich sie."

Was sich entzieht, geht den Menschen wesentlicher an und nimmt ihn mehr in Anspruch, als alles Anwesende. Das Ereignis des Entzugs könnte das Gegenwärtigste in allem jetzt Gegenwärtigen sein und somit die Aktualität alles Aktuellen unendlich übertreffen. Was sich entzieht, zieht eben mit. Es zieht an, indem es sich entzieht. Und so wie nun dieser Band beendet ist, so soll er doch auf Ewig im Andenken bleiben. Das scheint die Absicht dieses wahren, das ganze volle Leben, sanfte Lieben, ernste Sterben bedenkenden Dichters.

Rabindranath Tagore (Thakur im Heimatland, * 7. Mai 1861 in Kolkata - 7. August 1941 ebd.) war ein bengalischer Dichter, Philosoph, Maler, Komponist, und Musiker, der 1913 den Literatur-Nobelpreis für den Gedichtband Gitanjali erhielt und damit der erste asiatische Nobelpreisträger war. Er bereiste Europa, Yeats redigierte Tagores Gedichte, gerade auch die aus dem Band Gitanjali und verhalf ihnen in England bekannt zu werden. Dreimal bereiste er Deutschland. Bekanntschaft machte er hier mit Thomas Mann, Rilke und Einstein. Deutsche Dichter nahmen wenig Anteil am Aufsehen dieses Mannes während die Bevölkerung ihn feierte.

Diese wunderbare Übersetzung Martin Kämpchen, die bibliophile Aufmachung des Buches, schon bekannt mit den Laura Gedichten Petrarca's, machen dieses Werk zu einem wertvollen Kauf.

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5.0 von 5 Sternen Unübertroffen: Rabindranath Tagore, 6. Februar 2013
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Rezension bezieht sich auf: Liebesgedichte (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
fantastisch übersetzte Poesie, fein, weise, große Literatur... unbedingt lesen... wie alles von Rabindranath Tagore! Gutes Geschenk an eine geliebte Person, auch an eine Freundin, Freund, deren Herz etwas beschwerlich ist...
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sinnliches Miterleben..., 17. August 2009
Von 
Kankin Gawain "Bis übermorgen dann..." (Eutopia) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Liebesgedichte (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Bevor ich dieses schmale Gedichtbändchen gelesen hatte, war mir Tagore nur dem Namen nach bekannt. Ich wußte nur, dass er Inder war und als erster Asiate den Nobelpreis für Literatur erhielt, nämlich bereits 1913. Der Griff zu diesem Büchlein scheint nun ein Glücksgriff gewesen zu sein - habe ich doch mittlerweile erfahren, dass es früher sehr viele schlechte Übersetzungen Tagores auf dem Markt gegeben hat.
Obwohl ich wenig erwartete, als ich seine Gedichte kaufte, bin ich doch nach der Lektüre tief beeindruckt. Tagores Sprache ist eher klassisch und die Fassung seiner Gedichte althergebrachten Formen bengalischer Dichtung verpflichtet. Nach europäischen Maßstäben eingeordnet, würde man seine Dichtung als spätromantisch bezeichnen müssen, jedenfalls im Kontext seiner Zeit. Das Neue, das Frische von Tagores Lyrik ergibt sich jedoch aus seiner meisterlichen Fähigkeit, mit einigen wenigen Begriffen in eins, zwei Zeilen den Leser einerseits in ein sinnliches Miterleben der skizzierten Szenen zu führen und andererseits durch eine einzige wohlgewählte Szene, ein treffendes Bild, einen bezeichnenden Ausdruck ganze Sinnzusammenhänge verstehbar zu machen.
Für diese Fähigkeit, verpackt in klassischer Sprache und tradierter Form, hat Tagore zurecht Weltruhm erlangt.
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Liebesgedichte (insel taschenbuch)
Liebesgedichte (insel taschenbuch) von Rabindranath Tagore (Taschenbuch - 26. Januar 2004)
Gebraucht & neu ab: EUR 3,83
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