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129 von 139 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Höchst relevant!
Ich hatte mir dieses Buch gekauft, weil es ein Klassiker der Weltliteratur ist und man immer wieder Artikel oder Bücher liest, in denen Bezug auf Machiavelli genommen wird - man will ja schließlich mitreden können. Um so überraschter war ich, wie brandaktuell dieses Buch ist. Obwohl vor fast 500 Jahren geschrieben, ist es immer noch höchst...
Am 8. August 2001 veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lüge, Brutalität, Verrat und Mord als legitime Mittel der Politik?,,,
Ser Autor des vorliegenden Buches ist der Florentiner Niccolo Machiavelli (1469-1527). Er legt seinen Ausführungen - das vorweg - ein sehr pessimistisches Menschenbild zugrunde.

"Von den Menschen kann man im Allgemeinen sagen, dass sie undankbar, wankelmütig, verlogen, heuchlerisch, ängstlich und raffgierig sind. Solange du ihnen Vorteile...
Veröffentlicht am 6. August 2008 von Helga König


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129 von 139 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Höchst relevant!, 8. August 2001
Von Ein Kunde
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Fürst (insel taschenbuch) (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte mir dieses Buch gekauft, weil es ein Klassiker der Weltliteratur ist und man immer wieder Artikel oder Bücher liest, in denen Bezug auf Machiavelli genommen wird - man will ja schließlich mitreden können. Um so überraschter war ich, wie brandaktuell dieses Buch ist. Obwohl vor fast 500 Jahren geschrieben, ist es immer noch höchst relevant für alle, die in verantwortungsvollen Positionen sitzen. Machiavellis Ratschläge zur Regierung eines Landes oder zur Übernahme einer (Staats)Macht kann meiner Meinung nach direkt auf das Top-Management übertragen werden. Seine Argumente sind plausibel und fundiert, er analysiert jedes Problem, das auftauchen könnte, und denkt es zu Ende. Ich war zuerst skeptisch, weil Machiavelli oft in Zusammenhang mit brutaler Machtpolitik genannt wird. Das ist auch nicht ganz aus der Luft gegriffen, schließlich war Cesare Borgia das Vorbild für den "Fürsten". Natürlich wird heutzutage eleganter mit den Konkurrenten umgegangen als zu Machiavellis Zeiten, aber die Grundideen dürften, denke ich, immer noch gültig sein: Durch dieses Buch bekommt man einen Einblick in die Gedankenwelt der Mächtigen.
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59 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Fürst, ein Buch besser als sein Ruf, 5. Mai 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Fürst (insel taschenbuch) (Gebundene Ausgabe)
Der Inhalt von Niccolò Machiavelli berühmtesten Werk ist hoch interessant und sehr schlüssig. Wer „Der Fürst" liest, wird die Verteufelung dieses Mannes, dessen Name bis heute Synonym für das Verhalten skrupelloser, absolutistischer Herrscher ist, nicht mehr ganz verstehen können. Weder fordert er zu Brutalität und Grausamkeit auf, noch hebt er Alleinherrscher in den Stand von Heiligen oder Göttern. Im Gegenteil! Er stellt klar, dass niemand sich lang an der Spitze halten kann, der das Volk gegen sich hat. Er zeigt an Beispielen der Großen und Nicht - So - Großen der Geschichte (vornehmlich Roms, Italiens und Frankreichs) wie ein Herrscher Erfolg haben kann oder wie er auf schnellstem Wege seinen Thron verliert. Sicherlich kann man diese Regeln und dieses Verhalten nicht eins - zu - eins in unsere Zeit übertragen; zu viel hat sich in 500 Jahren verändert. Doch Machiavelli zeigt ein erstaunliches Feingefühl für das Denken und Handeln der Menschen. Aus seinen Schlüssen können wir heute noch etwas lernen. Außerdem erkennt man während dem lesen den Mann hinter dem Namen. Ein treuer Bürger von Florenz, der zu Unrecht verbannt wurde, und ein Italiener, der die Ausschlachtung Italiens durch fremde Mächte nicht mehr ertragen kann. „Der Fürst" ist nicht zuletzt ein Aufruf zur Befreiung Italiens. Es ist auch ein sehr gut zu lesendes Buch. Trotz seines Alters ist es frei von schwerverständlichen und altertümlichen Floskeln. Allein der Stil, in dem es geschrieben ist, macht es äußerst lesenswert. „Der Fürst" ist also auf keinen Fall ein Buch nur für Historiker und Machtbesessene; es ist ein Buch für alle, die versuchen, das Handeln der Menschen in Vergangenheit und Gegenwart zu begreifen.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine leider oft mißverstandene realpolitische Schrift, 3. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Fürst (insel taschenbuch) (Gebundene Ausgabe)
1532 erschien Machiavellis Schrift "Ill Principe". Verfasst zu Ehren der Medicis, den Herrschern von Florenz, wurde das Buch und der Begriff "Machiavellismus" in späterer Zeit meistens als Symbol für den Zynismus der Politik und der sogenannten "realen Machpolitik" gebrandmarkt, zu Unrecht. Im "Fürsten" gibt Machiavelli an Hand von Fallbespielen, von der Antike bis zu seiner Gegenwart, Einblicke in das politische Handeln der Staatsmänner dieser Epochen. Er verstand es als Leitfaden für eine sichere Führung des Staatsschiffes. Man muss dabei bedenken, dass es in Machiavellis Zeit de facto keine Demokratie nach unserem heutigen Maßstab gab, und davon ist auch "Der Fürst" geprägt. Vieles von dem, was für Machiavelli sinnvoll und zweckdienlich erschien, in seiner Zeit sogar an der tagesordnung war, ist für unsere heutigen Begriffe oft verachtenswert. Und doch verdient sein scharfsinniger Kommentar zur Realpolitik auch heute noch unsere ungeteilte Aufmerksamkeit.
Als eine der wichtigsten staatstheroetischen Schriften seit der Antike, verdient Machiavellis "Ill Principe" die absolute Höchstwertung. In einem angenehmen Stil geschrieben, gewinnt der geneigte Leser Einblick in die Machtstrukturen, die sich auch heute gar nicht so sehr von denen der Renaissance unterscheiden. Höhst lesenwert und informativ, ebenso wie Machiavellis zweites großes Werk "Discorsi".
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Manifest des Pragmatismus, 28. Februar 2002
Rezension bezieht sich auf: Der Fürst (insel taschenbuch) (Gebundene Ausgabe)
In seiner klaren, schnörkellosen Sprache ein Meisterwerk der politischen Philosophie. In Niccolo Machiavellis "Der Fürst" werden grundlegenden Mechanismen des Machterwerbs und des Machterhalts in grandioser Prägnanz dargestellt. Der oft erhobene Ansatz, daß Machiavelli sich ausschließlich auf die Zustände seiner Zeit und auf Italien bezieht, ist natürlich die Angst vor der eigenen Courage bzw. fehlendes Verständnis hinsichtlich der großen Moralität dieses Werkes. Gesetzt der Autor deutet die menschliche Natur richtig, sind seine Folgerungen das bestmögliche, zumindest aber das am wenigsten verwerflichste Verhalten. Je nach Betrachtungsweise.
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39 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Muss man kennen, wenn man ihn im Munde führt..., 24. Februar 2006
Von 
Kankin Gawain "Bis übermorgen dann..." (Eutopia) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der Fürst (insel taschenbuch) (Gebundene Ausgabe)
Immer wieder hört man in den Medien und in der Öffentlichkeit das Wort vom „Machiavellisten" oder „Machiavellismus". Die meisten, die es im Munde führen, haben aber das Werk, auf das sich dieser Ausdruck bezieht wahrscheinlich nie gelesen. Das ist meines Erachtens unredlich, und es gibt auch keinen Grund dafür. Das Buch ist so leicht geschrieben, dass man es sich auch getrost als Nachtlektüre neben das Kopfkissen legen kann. Außerdem hat es kaum 120 Seiten, sodass man damit seine klassische Bildung recht schnell und ohne große Mühsal erweitern kann.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Oft missverstanden doch in seiner Art genial, 2. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Fürst (insel taschenbuch) (Gebundene Ausgabe)
Wohl kein Autor wurde in seinen Absichten dermaßen Fehlinterpretiert wie Machiavelli.
Tatsächlich handelt es sich bei diesem Buch hauptsächlich um die nüchterne und wertungsfreie Schilderung der Optionen eines Herrschenden. Trotzdem wurde es häufig, bedingt durch die totale objektivität und und somit fehlenden Verurteilung gewalttätiger oder unterdrückender Herrschafts- oder Machtergreifungsformen als Anleitung zur Hegemonie und Unterdrückung verstanden. Machiavellis Ziel der Einigung Italiens wurde letztendlich verfehlt doch trotzdem wurde dieses Buch zu einem Standardwerk der Staatsphilosophie und somit unverzichtbare Pflichtlektüre für jeden Politisch gebildeten und interessierten Leser.
Sprachlich ist das Buch klar und durchaus Zeitgemäß.
Diese Ausgabe enthält ein äußerst interessantes und informatives Nachwort, welches die einzelnen Aspekte des Buchs noch ausführt und Interpretationsansätze gibt.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre!, 9. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Fürst. (Taschenbuch)
"Der Fürst" von Niccolò Machiavelli. Die vorliegende Schrift ist sicher eine der bedeutendsten und prägendsten politischen Schriften des europäischen Raumes. In "Der Fürst" finden sich die politischen Theorien des Niccolò Machiavelli, welche man heute gemeinhin mit dem Begriff Machiavellismus bezeichnet. Einzig diese kleine Schrift hat unter den zahlreichen Schriften des Niccolò Machiavelli dafür gesorgt, daß sein Name bis heute jedermann bekannt ist und es wohl noch lange bleiben wird. Sein Name ist durch dieses Werk zum Inbegriff für skrupellose Machtpolitik geworden. Niccolò Machiavelli wurde am 3. Mai 1469 in Florenz geboren, wo er auch am 22. Juni des Jahres 1527 starb. 1498 wurde Machiavelli Sekretär in der zweiten Staatskanzlei der Republik Florenz, wenig später auch Kanzler des "Rates der Zehn". In dieser Stellung wurde mit zahlreichen diplomatischen Missionen betraut. Und 1506 schuf Machiavelli in Florenz eine Bürgerwehr. 1513 schrieb Machiavelli, der nach der verlorenen Schlacht bei Prato (1512) seiner Ämter enthoben war, in erzwungener Muße auf dem Lande sein Buch über die Fürstenherrschaft. Der Text der vorliegenden Ausgabe folgt der Überarbeitung durch Frau Beate Taudte-Repp der ursprünglichen Übersetzung aus dem Italienischen durch Friedrich von Oppeln-Bronikowski. Ein Buch, daß man nicht lieben, gewiß aber lesen sollte, denn es ist geradezu eine Pflichtlektüre für jeden politisch denkenden Menschen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Machiavelli bleibt stets modern., 24. Juni 2002
Rezension bezieht sich auf: Der Fürst (insel taschenbuch) (Gebundene Ausgabe)
Machiavelli schreibt in klarer, deutlicher Sprache was jedoch
nicht umbedingt heißen muss, dass man ihn einfach versteht. Sätze mit einer Länge von mehr als 60 Wörtern sind mehr die Regel als Außnahme und so muß man manchen Satz 2x lesen um am Ende zu wissen was am Anfang stand. Wer Interesse an Politik, Wirtschaft und gesellschaftlichen Zusammenhängen hat der sollte zumindest einmal einen Blick in dieses Buch werfen. Weiter hat mir an dieser Ausgabe das Nachwort von 17 Seiten länge gefallen, welches sowohl auf den geschichtlichen Hintergrund eingeht, als auch einen modernen Bezug findet.
Ich denke das Buch hat 5 Punkte verdient, denn egal ob man nun Anhänger Machiavellis ist oder nicht, liefert es zeitlosen Diskusionsstoff.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Whatever works, 1. August 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Fürst (insel taschenbuch) (Gebundene Ausgabe)
Viele, auch ich, lesen den Fürsten und erwarten eine staatsphilosophische Abhandlung. Eine Erörterung von Thesen, die man nur mit unserer heutigen Realität zu vergleichen brauch, um auf ihre Universalität zu schließen. Aber Fehlanzeige. "Der Fürst" ist in erster Linie kein Werk für die Geisteswelt, sondern politisches Kalkül. Machiavelli versuchte damit - und er beschrieb es gleich zu Anfang selbst so - sich "um die Gunst eines Fürsten" (Lorenzo de Piero de Medici) zu bewerben. Die Medici waren mit ihm seinerzeit wohl nicht allzu gut gestellt. Aber, und dieser rote Faden zieht sich durch das gesamte Werk, ist "der Fürst" nicht zuletzt vom aufrichtigen Hoffnung beseelt, dass dieser Lorenzo de Medici das Potential hat, die Einheit Italiens zu vollbringen. Machiavelli wollte ihn hierbei mit seinem Wissen unterstützen.

Diese Unterstützung ist freilich nichts Geringeres als das früheste Werk der politischen Philosophie, auch wenn es sich nicht wie eine klassische philosophische Abhandlung liest. Machiavelli offenbart sich stattdessen als ein begnadeter Analytiker, der anhand von Beispielen der antiken und der jüngeren Geschichte seiner Zeit, die Strategien erfolgreicher Herrscher darlegt. Seine Erkenntnisse sind hierbei jedoch über weite Strecken nicht direkt auf die westlichen Demokratien unserer Zeit übertragbar (auf einige andere Länder unserer Welt aber sehr wohl). Umso faszinierender dagegen sind die Gedanken und Schlussfolgerungen, die stark an andere, spätere Denker, wie Thomas Hobbes und Adam Smith erinnern. Mit Hobbes teilt Machiavelli sicherlich auch das äußerst negative Menschenbild. Für Machiavelli ist der Mensch von Natur aus böse. Eine Haltung, die man ihm als Kind einer Zeit voller Gewalt und Kriege sicherlich nicht verdenken kann. Aber auch hier fasziniert das Buch, wenn man an und auch zwischen den Zeilen erkennt, wie der Analytiker Machiavelli immer wieder gegen den Pessimisten Machiavelli gewinnt. Natürlich erlangte Machiavelli seinen heutigen Ruf vorallem durch die grundsätzliche Billigung von Gewalt, Grausamkeit, Intrige und Furcht als Mittel der Regentschaft. Man darf hierbei aber nicht ausklammern, dass diese Billigung nur im Kontext zu einem höhergestellten Oberziel (hier meist Macht, aber auch Frieden, Wohlstand) einhergeht. Machiavelli ist deshalb zeitlos, weil seine Maxime die Ideologielosigkeit, das Whatever-Works ist. Dürfen einige Menschen grausam getötet werden, damit es nicht zu einem Bürgerkrieg käme, der viel mehr Opfern fordern würde? Die Frage, ob der Zweck tatsächlich die Mittel heiligt, dürfte weitaus älter als Machiavelli selbst sein. Er allerdings beantwortet sie mit einem eindeutigen: Ja.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker mit aktuellem Bezug, 24. März 2009
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Fürst (insel taschenbuch) (Gebundene Ausgabe)
Sollte ein Fürst geliebt oder gefürchtet werden? Ist es für ihn besser, freigiebig oder knauserig zu sein, und warum sollte er dafür sorgen, nicht verachtet und gehasst zu werden? Diese Überlegungen bilden das Fundament fürstlicher Herrschaft und entscheiden über dessen Erfolg oder Misserfolg. Außerdem, welche Arten von Herrschaft gibt es und wie sind diese zu erlangen? Wie sollten diese dann erlangten Herrschaften durch List und Tücke aber auch durch militärische Mittel gefestigt werden, damit sie die Zeit überdauern?
In solchen Fragen steckt der Geist Niccolò Machiavellis (1469-1527), einem der bedeutendsten Staatsphilosophen der Neuzeit.

Mit seinem 1513 geschriebenen Werk "Der Fürst", beschreibt der Italiener die hinter der Politik stehende Mechanik, welche er durch Gespräche und Beobachtung mit amtierenden Machthabern, sowie der Analyse vergangener Herrscher zu erkennen glaubt. Sein Schreibstil ist klar und direkt. Eine Fehlinterpretation seiner Aussagen ist nahezu unmöglich. Diese Klarheit, mit welcher Machiavelli seine Theorie eines starken und erfolgreichen Fürsten beschreibt, macht einen ganz besonderen Reiz an diesem Werk aus. Der Leser erfährt ohne blumige Worte, wie ein Fürst zu seiner Macht kommt und vor allem, wie er diese zu sichern hat. Dabei ist es für Machiavelli wichtig, dass der Fürst die wahre Menschennatur kennt; denn nur so kann er sich gegenüber anderen Machthungrigen behaupten. Machiavelli nimmt dabei Abstand von bisherigen fürstlichen Verhaltensratgebern, die seiner Meinung nach eine Utopie darstellen und den wahren Menschen in seiner Natur verkennen. Damit ist es dem Fürsten durchaus erlaubt sein Wort zu brechen, dient es der Erhaltung seiner Macht. Denn der Mensch neigt laut Machiavelli zu unloyalem Verhalten, kann er sich dadurch einen Vorteil verschaffen. Würde der Fürst ausschließlich "gut" agieren, würden ihn jene Machthungrigen vernichten, die auch dazu bereit sind "böse" zu handeln. Daher soll der Fürst "nicht vom Guten lassen, wo dies möglich ist, aber auch das Böse tun, wenn es sein muss".

Zwar sind Machiavellis Empfehlung oft alles andere als moralisch gut und Kant würde sich bei dieser Lektüre wohl gerne mit wehenden Fahnen aus dem Grabe erheben um seinen "Kategorischen Imperativ" einzufordern, dennoch bleibt fraglich ob Machiavelli wirklich die Bestie in Person ist, als die er gerne bezeichnet wird. Für ihn ist es wichtig, alle Fakten zu beachten, den Menschen so zu sehen wie er (für Machiavelli) wirklich ist, um den Fürsten zu stärken; damit dieser zu herrschen in die Lage versetzt wird, um das Volk zu einen und es sowohl vor sich selbst, als auch von äußeren Bedrohungen zu schützen.

Beschreibt Machiavelli in "Der Fürst" ein politisches System seiner Zeit, so hat sich dieses in unseren Tagen gewandelt. Dennoch entdeckt man beim Lesen Parallelen zu einem anderen System, in welchem wir uns heute bewegen und welches uns beeinflusst: den Kapitalismus. Natürlich werden Gegner heutzutage nicht mehr mit dem Schwert in der Hand vertrieben und es geht deutlich humaner zu, doch lassen sich Machiavellis Kategorien wie persönliche Tüchtigkeit, angeworbene Arbeitskräfte sowie Arbeits- und Handelskämpfen auf Grund der verständlichen Sprache des Autors ohne größere Probleme in unserem Wirtschaftssystem wieder finden; man lese nur die Zeitung.
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Der Fürst (insel taschenbuch)
Der Fürst (insel taschenbuch) von Niccolò Machiavelli (Gebundene Ausgabe - 26. März 2001)
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