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5.0 von 5 Sternen "Leben und Tod eines Mannes von Charakter"
Der ärmliche Heubinder Michael Henchard verkauft im Zustand der Trunkenheit und Übermut seine Frau und Tochter auf einem Jahrmarkt, weil er ihrer überdrüssig geworden ist. Schon am nächsten Morgen bereut er seine Dummheit, doch seine Frau ist mit ihrem "Käufer", einem Seemann namens Newson, längst über alle Berge. Von diesem Tag an...
Veröffentlicht am 14. Dezember 2011 von Ophelia

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3.0 von 5 Sternen Soap Opera im frühviktorianischen, ländlichen England
Thomas Hardy schildert den Werdegang von Michael Henchard vom armen, dem Alkohol zugeneigten Heubinder zum geachteten Mitglied der Gesellschaft, den schließlich die Schatten der Vergangenheit einholen. Er setzt dabei seine Figuren prächtig in Szene und entwickelt deren Charaktere in meisterhafter Weise. Greifbar wird auch die Athmosphäre der...
Vor 12 Monaten von schmechi veröffentlicht


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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Leben und Tod eines Mannes von Charakter", 14. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Bürgermeister von Casterbridge: Leben und Tod eines Mannes von Charakter (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Der ärmliche Heubinder Michael Henchard verkauft im Zustand der Trunkenheit und Übermut seine Frau und Tochter auf einem Jahrmarkt, weil er ihrer überdrüssig geworden ist. Schon am nächsten Morgen bereut er seine Dummheit, doch seine Frau ist mit ihrem "Käufer", einem Seemann namens Newson, längst über alle Berge. Von diesem Tag an schwört er, 21 Jahre lang keinen Tropfen Alkohol anzurühren. Viele Jahre gehen ins Land, Henchard lässt sich in der Kleinstadt Casterbridge nieder und erarbeitet sich durch Fleiß und Zielstrebigkeit eine beachtliche Position, schließlich bringt er es bis zum Bürgermeister. Nach fast zwanzig Jahren erscheint seine Frau (ihr Mann Newson gilt als verschollen) mit ihrer Tochter, die er einst so schlecht behandelte, und bittet ihn, sie wieder aufzunehmen, da sie mittel- und heimatlos sind. Henchard, an dem seine alte Schuld immernoch nagt, willigt ein, macht aber zur Bedingung, dass weder ihre Tochter Elizabeth-Jane noch die Bürger von Casterbridge ihre gemeinsame Vergangenheit erfahren. Seine Versuche, das Geschehene wieder gut zu machen, enden jedoch in einem dramatischen Schicksal.

Schon zu Beginn vermag es Hardy, den Leser durch seine detaillierte und einfühlsame Beschreibung der Menschen und ihrer Umgebung in den Bann zu ziehen. Mit wenigen Pinselstrichen malt er ein Bild des frühviktorianischen Englands, in dem die Industrialisierung noch in den Kinderschuhen steckt. Doch bedeutender und faszinierender ist Hardys Fähigkeit, seine Protagonisten zu "psychologisieren". Sprache, Gang, Kleidung und Gesichtsausdruck der Menschen lassen indirekt auf ihren Charakter schließen, das Innere wird sichtbar nach außen gekehrt. Dieser Sinn für Optik und Ästhetik ist sicherlich nicht zuletzt der Arbeit Hardys als Architekt geschuldet. Der Farb- und Lichtsymbolik kommt in diesem Roman ebenfalls eine wichtige Rolle zu. Henchards Charakter ist von wechselhaftem Temperament, er ist widersprüchlich, ungestüm, und eigentlich sehr ungebildet und unkultiviert. Dennoch ist er kein schlechter Mensch, wie die Anfangsszene vermuten lässt. Er erdrückt seine Mitmenschen mit seinen unbeholfen wirkenden Freundschaftsbekundungen, sieht aber nicht, was diese Menschen wirklich wollen und brauchen. Sein Mangel an Menschenkenntnis und Urteilsvermögen verleitet ihn zu Handlungen, die für den außenstehenden Leser nicht nachzuvollziehen sind und die ihn in Situationen bringen, die seinem Ruf ernsthaft schaden. Durch eine Verkettung von Begebenheiten beginnt sein langsamer gesellschaftlicher Abstieg. Es ist das Schicksal eines einfachen Mannes, der sich mühevoll hocharbeitet, es zu Wohlstand bringt, im Innern aber doch der gleiche einfach gestrickte und von Fehlern behaftete Mensch geblieben ist, und dem fortdauerndes Glück nicht gegönnt zu sein scheint.

Zum Untertitel: Er bedeutet nicht das, was er suggeriert, oder was man als Leser mit dem Begriff "Mann von Charakter" verbinden mag. Aber er ist passend. Denn "Charakter ist Schicksal", wie Tochter Elizabeth-Jane aus Novalis zitiert. Im Nachwort wird Hardys Ansicht erläutert, dass man als Mensch nie vollkommen frei handeln kann, sondern dass unsere Persönlichkeit und Veranlagung uns dazu drängen, so zu handeln, wie es unserem Wesen entspricht. Und genau das ist bei Henchard der Fall - er kann einfach nicht aus seiner Haut heraus. Sein Charakter ist konsequent, und genau diese Konsequenz führt ihn in sein düsteres Schicksal.
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3.0 von 5 Sternen Soap Opera im frühviktorianischen, ländlichen England, 29. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Bürgermeister von Casterbridge: Leben und Tod eines Mannes von Charakter (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Thomas Hardy schildert den Werdegang von Michael Henchard vom armen, dem Alkohol zugeneigten Heubinder zum geachteten Mitglied der Gesellschaft, den schließlich die Schatten der Vergangenheit einholen. Er setzt dabei seine Figuren prächtig in Szene und entwickelt deren Charaktere in meisterhafter Weise. Greifbar wird auch die Athmosphäre der ländlichen Kleinstadt Casterbridge im frühviktorianischen England.

Schwächen hingegen weist der Handlungsverlauf auf: Zu gekünstelt wirken die Wendungen, fast schon wie eine Seifenoper aus frühviktorianischer Zeit. Einerseits gelingt es Hardy dadurch zwar, eine stete Spannung aufzubauen und den Leser zu fesseln, andererseits verprellt er diesen auch durch allzu seichte und durchschaubare Handlungsknicke.

Erwähnenswert ist auch das Glossar der Ausgabe, dass in lobenswerter Weise die zahlreichen Anspielungen Hardys auf die Literatur- und Kunstgeschichte sowie das alte Testament erläutert. In völlig unverständlicherweise Weise und entgegen der ansonsten tadellosen Übersetzung und der erwähnten Erläuterungen bleibt hingegen eines des Schlüsselereignisse des Romans, eine Schandparade zur öffentlichen Demütigung zweier Hauptprotagonisten, nicht nur unerläutert sondern auch unübersetzt ("Skimmity" bzw "Skimmington-Ritt"), was den grundsätzlich ausgezeichneten Eindruck, den die vorliegende Ausgabe macht, deutlich schmälert.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wunderschöner Anfang, dann zerläuft es sich, 28. Oktober 2012
Von 
Grüner Baum - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Der Bürgermeister von Casterbridge: Leben und Tod eines Mannes von Charakter (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
In diesem Hardy-Roman aus dem Jahr 1886 (als er schon ein etablierter Schriftsteller war) geht es um die Figur des Michael Henchard. Als junger Ehemann und einfacher Arbeiter, der sich öfters dem Trinken hingibt, 'verkauft' er in einer grotesken, halb ernst, halb ironisch gemeinten Aktion seine Ehefrau und seine junge Tochter an einen Seemann. - 18 Jahre später: Henchard hat nach der Tat dem Alkohol komplett entsagt, ist über die Jahre erfolgreicher Getreidehändler geworden, schließlich sogar Bürgermeister der fiktiven Stadt Casterbridge. In diese kommen nun seine frühere Frau und die Tochter und nehmen Kontakt zu ihm auf. In der Folge kommt es zu allerlei Verwicklungen in den persönlichen Liebesbeziehungen, in denen auch noch eine andere Frau im Leben Henchards und ein anderer Geschäftsmann eine Rolle spielen, zuweilen verquickt mit geschäftlichen Geschichten. Da die Geschichte die ein oder andere überraschende Wendung bietet, kann das wegen Spoilergefahr nicht näher beschrieben werden.

Damit kann ich auch einen meiner Kritikpunkte an dem Buch - wegen denen es mir im ganzen nicht gefallen hat - nicht wirklich begründen. Die Geschichte fängt aber ca. 1/3-1/2 des Buches ziemlich sprunghaft zu werden. Sich gerade entwickelnde Figuren und Subplots werden plötzlich einfach zu Ende geführt und durch neue ersetzt. Eventuell gibt es sogar einen inneren Sinnzusammenhang des ganzen und ich habe ihn nur nicht erkannt. Das ist dann mein Fehler, aber ich denke einer, der anderen auch passieren kann.

Dabei fängt das Buch grandios an. Die Szene zu Beginn ist sehr stark geschildert inclusive des Seelenlebens der beteiligten Figuren. Auch was sch nach 18 Jahren geändert ist, wird zunächst stark und einfühlsam präsentiert. Man taucht in die Figuren ein, beginnt sie zu lieben und ist gespannt auf ihr weiteres Schicksal. Dann aber zerfasert alles, die Geschichte verliert die Spur, verirrt sich in Gegenden, bei denen man sich fragt, was sie da soll. Ich muss einräumen, dass ich das letzte Drittel nur noch kursorisch gelesen habe.

Der zweite größere Kritikpunkt ist die Sprache Hardies. Die ist immer etwas grenzwertig. Er kann wunderschön schreiben, poetisch, fließend, einfühlsam. Aber er hat immer auch die Neigung zur Verquastheit und übertriebenen Bilder (aus den Büchern, die ich im Orginal gelesen habe, weiß ich, dass das nicht nur ein Problem der Übersetzung ist). Das passiert ihm in der zweiten Hälfte des Buches zu häufg.

Fazit: Ein phantastisch beginnendes Buch und die ersten 100-150 Seiten sind definitiv für sich des Lesens wert und ein Hochgenuss. Für den m.E. weniger gelungenen zweiten Teil des Buchs zwei Sterne abzusehen ist schon ein wenig streng, aber er hat mich halt zu sehr gelangweilt und das spielt auch ein wenig Enttäuschung mit.
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9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterlich, 22. April 2002
Rezension bezieht sich auf: Der Bürgermeister von Casterbridge: Leben und Tod eines Mannes von Charakter (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Ein meisterliches Werk aus der victorianischen Zeit England`s. Hardy versteht es meisterlich die unterschiedlichen Figuren und ihre Charaktere zu zeichnen. Die Handlung läuft nicht nach "Schema F" ab, und überrascht durch ihre Wechselwirkungen. Die Geschichte des Heubinders und Bürgermeisters Henchard wirkt durch sein zu bewältigenden Schicksal beklemmend. Wer Bronte`s "Sturmhöhe" gelesen hat muß hier einfach zugreifen!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Wonne für jeden Hardy-Liebhaber, 9. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Bürgermeister von Casterbridge: Leben und Tod eines Mannes von Charakter (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Seit Jahren versuchte ich vergeblich über eine Buchhandlung diesen Roman zu bekommen - bis ich endlich auf amazon.de gestoßen bin. Doch die lange Suche hat sich gelohnt! Das Buch ist ein Herzstück aus Hardy's Werk und ein absolutes Muss für jeden Liebhaber englischer Romane. 400 Seiten voll literarischer Wonne ergießen sich über den gespannten Leser.
Die landwirtschaftliche Welt Südenglands bildet den romantischen Hintergrund für die Charakterstudie eines Mannes, der durchaus von ehrenwerten Grundsätzen und voll positiver Energien ist. Jedoch seine zeitweise aufwallende Grobheit, sein despotisches Verhalten und unangebrachter Stolz bringen seinen Nächsten großes Leid. Der wirklich Leidtragende an diesem unglückseligen Charakter ist jedoch letztendlich er selbst.
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5 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jenseits von Schuld und Sühne ? � beeindruckend erzählt, 10. September 2002
Von Ein Kunde
Einst hatte der Erntearbeiter und spätere Bürgermeister von Casterbridge, David Henschard unter Alkoholeinfluss seine Frau und seine Tochter an einen unkomplizierten Seemann „verkauft". Jahre später von einer Sandlerin dieses Vergehens öffentlich beschuldigt, gibt er es zu - womit sein bereits begonnener Niedergang endgültig besiegelt ist. Und trotzdem., obwohl ich Henschards früheres Verhalten nicht richtig finde, als ich diese Stelle las, habe ich mir fast gewünscht, dass er alles abstreitet. Ebenso erging es mir bei seiner letzten, unglücklichen Begegnung mit Elisabeth Newson, die ihn abweist. Aus verständlichen Gründen, immerhin hatte er behauptet, ihr Vater zu sein und außerdem das Wiedersehen mit ihrem wirklichen verhindert. Und doch, auch hier hätte ich mir gewünscht, dass sich Henschart doch verteidigt. Die Vaterschaft hatte er schließlich in gutem Glauben beansprucht. [An solchen Stellen zeigt Henschaft durchwegs Ähnlichkeit mit Tess Turbeyfield, obwohl beide grundverschiedene Charaktere sind.] Der Roman ist in erster Linie das beeindruckende Porträt eines Mannes, der zwar absolut kein sympathischer Held ist, dessen durchwegs tragisches Leben aber erschüttert.
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