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5.0 von 5 Sternen Dostijewski in Höchstform - spannung & Psychologie satt
Der Clou an dieser Erzählung ist die "Vorbemerkung des Verfassers", welche die Erwartung des Lesers in eine Richtung lenkt, die das sonst lediglich tragische Ende zu einem absoluten Schock werden läßt (mehr soll hier nicht verraten werden). Die Frau eines Pfandleihers, so erfährt man, hat sich umgebracht und liegt aufgebahrt im...
Am 3. September 1999 veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Getrübter Genuß
Ordentlicher Rhytmus und Betonung allein sind nicht genug:
Ein Sprecher von Literatur muß, -wie jeder (gute) Schauspieler auf der Bühne auch-, im Text *sein* um den Zuhörer vergessen zu machen, daß er einer Deklamation beiwohnt.
Misske gelingt dies kaum. In weiten Passagen hastet er in unschöner und eher oberflächlicher Weise...
Veröffentlicht am 12. April 2010 von Fritz


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43 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dostijewski in Höchstform - spannung & Psychologie satt, 3. September 1999
Von Ein Kunde
Der Clou an dieser Erzählung ist die "Vorbemerkung des Verfassers", welche die Erwartung des Lesers in eine Richtung lenkt, die das sonst lediglich tragische Ende zu einem absoluten Schock werden läßt (mehr soll hier nicht verraten werden). Die Frau eines Pfandleihers, so erfährt man, hat sich umgebracht und liegt aufgebahrt im Nebenzimmer. Der Mann ist bestürzt und fassungslos. Die Erzählung ist das Protokoll seiner Gedanken, sprunghaft, aber immer versuchend, das geschehene zu begreifen. Er ist ein schmieriger Pfandleiher, ehemaliger Hauptmann eines glänzenden Regiments. Seine Suche nach einer Frau war darauf ausgerichtet, eine solche zu finden, die er sich durch eine Heirat zu ewiger Dankbarkeit verpflichtet. Schließlich findet er ein Mädchen, eine Waise, die bei ihren bösartigen Tanten lebt. Er stellt sich aufs allerhöflichste vor, beeindruckt die Tanten mit seiner finanziellen Situation und diese nutzen die Gelegenheit, die Sechzehnjährige loszuwerden. Er heiratet sie aber nicht, um sie zu quälen, die Lüge geht tiefer: Er will mit ihrer Anwesenheit sich selbst ein täglich sichtbares Zeichen seiner Güte geben, will vor sich selbst asl ihr Retter und Held gelten. Es ist klar, daß so keine Beziehung zwischen dem verschüchterten, sanften Mädchen und dem zerrissenen, nur mit sich beschäftigten Mann entstehen kann - die Katastrophe wird unausweichlich. Mit bekannter psychologischer Schärfe seziert Dostojewski seine Figuren und bietet am Ende eine Lösung, die überrascht und bestürzt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fesselnd, 5. August 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Sanfte: Eine phantastische Erzählung (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Mich hat dieses Buch nachhaltig in seinen Bann gezogen. Es ist natürlich immer die Frage, was während des lesens empfunden/gefühlt wird. Bei diesem Exemplar mochte ich nicht glauben, was passiert bzw. passieren wird, spürte u.a. entsetzen, Mitleid und Fassungslosigkeit.

Diese "phantastische" Erzählung rüttelt wach und ist für mich -trivial ausgedrückt- eine Anleitung, wie man es nicht machen sollte. Miteinander reden, über seinen Schatten springen können, Gefühle zeigen, kein Prinzipienreiter sein, welches auf einem rein theoretischem Gedankenkonstrukt baut, all das hat mir dieses Buch verdeutlicht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Getrübter Genuß, 12. April 2010
Ordentlicher Rhytmus und Betonung allein sind nicht genug:
Ein Sprecher von Literatur muß, -wie jeder (gute) Schauspieler auf der Bühne auch-, im Text *sein* um den Zuhörer vergessen zu machen, daß er einer Deklamation beiwohnt.
Misske gelingt dies kaum. In weiten Passagen hastet er in unschöner und eher oberflächlicher Weise durch den Text.
Dies trübt den Genuß beträchtlich.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Starke Erzählung, guter Sprecher, 6. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Sanfte (Audio CD)
In Dostojewskis Erzählung »Die Sanfte« treffen zwei vollkommen ungleiche Wesen aufeinander: auf der einen Seite steht der Erzähler, ein verbitterter und kauziger Pfandleiher - einst Hauptmann eines angesehenen Militärregiments -, auf der anderen die sechzehnjährige »Sanfte«, welche er sich zur Frau nimmt, obgleich oder gerade weil sie bis aufs Äußerste verarmt ist. Dafür erwartet er von ihr Dankbarkeit, Unterordnung und Liebe. Um sie nach seinen Wünschen umzuerziehen, begegnet er ihr mit Strenge, Kälte und Schweigen ...

Die Geschichte beginnt damit, dass der Pfandleiher aufgebracht in seinem Zimmer auf und ab geht und zu verstehen versucht, wie all das hatte geschehen können - neben ihm, aufgebahrt, liegt die Leiche seiner Frau. Im Verlauf der Geschichte rekonstruiert er alles, vom ersten Treffen bis zum bitteren Ende, bis ins kleinste Detail. Das Wort richtet er dabei direkt an eine unbekannte Richterinstanz, der er sich verständlich machen und der gegenüber er sein Handeln rechtfertigen will - im Endeffekt richtet er sich also direkt an den Leser.

Und wenn der Erzähler dann bis ins kleinste Detail in endlosen (inneren) Monologen seine Geschichte und sein Handeln seziert, um sich zu erklären, dann überfällt den Leser eine Mischung aus Ekel, Abscheu, kaltem Mitleid und Unverständnis. Wenngleich die Gedankengänge und Motive haargenau und in sich lückenlos logisch dargelegt werden ... Verständnis kommt nur selten auf. So erging es zumindest mir.

Am Ende bleibt eine überaus gelungene Erzählung, bestehend aus einem sehr intelligent geschriebenen, abgründigen Monolog.

Und da ich mich auf die Hörbuch-Version beziehe:
Ralph Misske (Schauspieler, Regisseur, Autor) liest sehr lebendig und emotional. Mich jedenfalls konnte er vollends überzeugen. Mal haspelt er sich schnell und aufgebracht durch die Sätze (jedoch ohne die Betonung zu verlieren), dann senkt er nachdenklich seine Stimme, nur um sofort wieder aufzubrausen ... die Art, wie er vorliest, fügt sich wirklich gut in die Stimmung des Textes ein.
Das macht das Hören sehr angenehm, hat allerdings den kleinen Nachteil, dass es sich nur bedingt zum Einschlafen eignet (zumindest, wenn noch jemand im selben Zimmer schlafen will und in dem Moment nicht ganz so überzeugt ist von der Geschichte), da mit zunehmender Aufgebrachtheit des Erzählers auch die Lautstärke steigt.

Laufzeit der 2 CDs beträgt insgesamt 144 Minuten. Die Aufmachung ist recht schlicht: ein dünner Pappschuber, in dessen Seiten die CDs stecken. Kein Booklet, kein sonst irgendwas. Nur Verlagswerbung für weitere erschienene Klassiker-Hörbücher.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn es anders kommt als erwartet..., 8. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Sanfte: Eine phantastische Erzählung (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Bücher haben immer viel gewonnen, wenn sie es schaffen, den Leser erstmal auf eine falsche Fährte zu lenken und wenn am Ende dann doch irgendwie alles anders kommt als erwartet.
Das schafft Dostojewski mit seinem Roman "Die Sanfte". Das Buch ist mit seinen wenigen Seiten schnell durchgelesen und doch wiegt jedes Wort schwer und süß auf der Zunge, die eine gute Süßigkeit, die man möglichst lange genießen will.
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4.0 von 5 Sternen Die Sanfte: Eine phantastische Erzählung, 7. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Sanfte: Eine phantastische Erzählung (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Verwirrende, sehr langatmiger und psychologisch verwirrender Text, teilweise unlogische Handlungen und Schlussfolgerungen. Übersteigertes, fast fiebriges Denken, verqueres und verkrampftes Verhältnis zum weiblichen Geschlecht,Überschätzung der eigenen Person, völliges Unverständnis für Frauen im allgemeinen, wohl eine allgem. Erscheinung der damaligen Zeit im vorrevolutionären Russland. Das Verhalten der Frau lässt viele Raum für Vermutungen, wobei die Frau die einzig rational denkende und handelnde Person in dieser Geschichte ist.
Generell ist man nach der Lektüre dieses Buches verwirrt ob der vielen pseudo-psychologischen Deutungen über den Protagonisten. Die Geschichte aus Sicht der Frau zu schildern mit ebensolchen psychologischen und sozialen Verwirrungen könnte eine interessante Version zu dem Thema: "Ehe zwecks finanzieler Versorgung" werden.
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5.0 von 5 Sternen Liebe ist wie eine Blume, wenn man sich nicht um sie kümmert, dann verwelkt sie !, 3. Juni 2014
Eine Erzählung, der wie so häufig bei Dostojewski, das Gefühl des Ressentiments zu grunde liegt, als Initiationsereignis, dem bekanntlich entweder das Bestreben nach Vergeltung oder die Einkapselung in träumerische Phantasiewelten folgt. Doch in der vorliegenden Erzählung sind es nicht die klassischen Minderwertigkeitsgefühle, wie im Jüngling, die einen Groll gegen die Gesellschaft nach sich ziehen, sondern der hier vorliegende Unmut rührt von einem verletzten Stolz her, den es wieder zu rehabilitieren gilt. Aufgrund eines Missverständnisses nagt der Erzähler, an seiner Vergangenheit, einer Zeit, die ihn, als Folge eines abgelehnten Zweikampfes in der Armee, mit dem Merkmal eines Feiglinges abstempelte. Unehrenhaft entlassen, sieht er sich gezwungen einen Neuanfang zu beginnen und die ihm zugefügte Schmach zu vergessen. Sich als Pfandleiher eine neue Existenz aufbauend, hat er sich insgeheim einer Idee verschrieben, die ihn wieder mit der Gesellschaft aussöhnen und rehabilitieren sollte.

Als ein junges Mädchen etwas versetzen möchte, scheint sich sein ausgedachtes System, nach mephistophelischer Manier, zu realisieren. Über ihre Lebenskrise informiert, gedenkt er das Mädchen zu heiraten und sich an ihr stellvertretend für die Gesellschaft zu rächen. Anstatt sie fortlaufend mit Liebe zu überhäufen, beginnt er stattdessen einen Erziehungsprozess, der sich durch Zurückhaltung, Distanz und Unnahbarkeit auszeichnet. Sein Verzicht an Liebesbekundungen, gründet sich auf dem Vorhaben eines langanhaltenden Glückes, welches durch die nötige Enthaltsamkeit, an Feuer und Ausdauer gewinnen soll, anstatt sich durch überschwängliche Empfindungen, zu schnell zu verbrauchen. Als kluges, stolzes Mädchen, dass sie in ihrer Jugend schon verkörpert, sehnt sie sich jedoch nach Annerkennung und Liebe, wodurch es zu revoltierenden Verhaltensweisen kommt, die auf die Aufmerksamkeit des Gatten abzielen. Sogar ihre Affäre, als Signal nach Zuwendung, führt nach dessen Bekanntwerden, nur zu einer Periode des Schweigens, wodurch die Distanz der Beiden noch größer wird. Als er merkt, das sein Plan nicht zu der von ihm erhofften Liebe führt, im Gegenteil, den Hass gegen sich nur vermehrt, wird ihm auf einmal bewusst, was er angerichtet hat. Eine Pflanze die man nicht gießt geht ein und so fällt es ihm wie Schuppen von den Augen, was er mit seiner mangelnden Zuneigung angerichtet hat. Seine Liebe ausgießend, will er seinen Schaden wiedergutmachen und glaubt ihrer Liebe wieder gewiss zu sein, nur um kurze Zeit später konstatiert festzustellen, dass er sie zugrunde gerichtet hat. " Ich habe sie zu Tode gequält, das ist es ! ", muss er rückblickend feststellen.

Er hat erkennen müssen, das seine Absicht, in seiner Frau den Eindruck entstehen zu lassen, ein Edelmann und kein Feigling zu sein, nicht erzwingbar ist und vor lauter Unterdrückung ihre Selbständigkeit missachtet. Dostojewski hat mit der Person des jungen Mädchens, seinen schon bekannten Frauentyp wieder einfließen lassen, der sich durch Klugheit und Hochmut auszeichnet und sich aus einer hoffnungslosen Situation, als zu retten erweiste. Eine schöne Erzählung, die sich durch Dostojewskis klassische Gefühlssezierungen und einem für damalige Verhältnisse untypischen retrospektiven Erzählstil auszeichnet, der teils hektisch, teils geordnet und dann wieder dramatisch daher kommt. Insgesamt eine leicht schwermütige Erzählung mit einem sanften Unterton.
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4.0 von 5 Sternen Faszinierend, 24. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Sanfte: Eine phantastische Erzählung (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Wunderschöne Sprache, berührende Geschichte - man taucht wirklich in die bizzare Gedankenwelt des Erzählers ein und das auf wenigen Seiten. Hat mir sehr gut gefallen
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5.0 von 5 Sternen schön, 29. August 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sehr schöne Erzählung. Ich kann es weiterempfehlen. Es wäre schön wenn es Jeder Mensch, vor allem Männer es lesen wurden...
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ohneeinander, 26. Mai 2006
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Die Sanfte: Eine phantastische Erzählung (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
"Sie sang von Liebe und Liebesgram, / Aufopferung und Wieder finden
Dort oben, in jener besseren Welt, / wo alle Leiden schwinden."
( H. Heine, Deutschland - ein Wintermärchen, Caput I,4)

Dostojewskis Erzählung «Die Sanfte» erschien 1876. Wie auch in "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" stellt ein Protagonist sich in einem inneren Monolog vor und nach und nach bloß. Wieder eine feinsinnige Erzählung aus dem tiefsten Inneren eines Menschen.

"Solange sie noch hier ist, ist noch alles gut; [...] aber morgen, wenn man sie fort trägt, wie soll ich dann allein bleiben?" fragt der Ehemann einer Selbstmörderin. Wirklich begegnet ist er ihr nie, da doch ihre Ehe unter dem Prinzip des Schweigens geführt wurde.
Zwei Phasen durchwehen diese phantastische Geschichte. Ein Mann, gewesener Offizier und gequält durch seine Vergangenheit beschreibt sein Leben und Werden aus egoistischer Sicht. Er sucht sich eine Ehefrau, die zu nichts anderem da zu sein scheint, als ihm ein Spiegel des extravertierten Leidens zu sein. Seine Liebe zu ihr wird niemals deutlich, eine Bedrohung durch seine Ehefrau nimmt er als Verstärkung des Schweigens und der beständig steigenden psychischen Quälerei, die die sechzehnjährige Frau ihrerseits durch Krankheit zu entgehen weiß. Seine überdeutliche Fürsorge ist nicht mehr als psychischer Druck in einer von Beginn an scheinbar bewusst gescheiterten Beziehung.

Der zweite Teil, im beginnenden Frühling, bestimmt eine Wende, weil ihr Singen, vergleichbar dem Singen der ersten Phase der Verliebtheit dazu führt, das er sich vergessen fühlt. Niemals sang sie, wenn er in der Wohnung war, nur manchmal allein. Und nun in seinem Dabei sein kommt die innere Wendung wie dem Sog der Loreley gleich. Er tritt in das Leben und in die Liebe zu dieser seiner Frau. Diese sieht nichts glaubhaftes an seiner nun zu Tage tretenden Wahrheit, der Tod kann ihr helfen, aber auch deswegen, weil sie erkennt, dass die Strafe der Morddrohung an ihren Ehemann nicht abgegolten ist. Ihr Glaube und Beten vor dem Marienbildchen brachte sie bereits mental in jene bessere Welt. ("Denn wer auf der Höhe steht...")

Der namenlose Protagonist dieser Erzählung berichtet aus dem Zimmer der aufgebahrten Ehefrau. Im Angesicht des Todes werden ihm nicht nur die Brüche sondern auch die Brücken der ehelichen Verbindung sichtbar. Er kann und will nicht loslassen, lässt das Gewesene im Geist vorbeiziehen, macht die Vergangenheit zur Gegenwart. Zeiten verzwirbeln ineinander, Reales und Surreales vermischen sich. Das Netz seiner Erzählung, ein introvertiertes Gedankenportrait, durchwandert die Sanfte und auch ihn selbst. Über die Geschichte des Ehemanns entsteht ein mehrdimensionales Bild, in dem die Frau ebenso wie der Mann zum Erzähler wird. Es ist eine letzte Zwiesprache zweier abgekapselter Welten. Sanft und bewegend ziehen Impressionen durch den Leser, Erinnerung und Wirklichkeit, Gewissheit und Vermutung paaren sich; Vergangenes verbleibt jedoch ohne Zukunft. "was soll ich dann?"; die letzten Worte eines verzweifelten Witwers.
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Die Sanfte: Eine phantastische Erzählung (insel taschenbuch)
Die Sanfte: Eine phantastische Erzählung (insel taschenbuch) von Fjodor Dostojewski (Taschenbuch - 7. Januar 1989)
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