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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk des Horrors
Der Sandmann ist ein sehr vielschichtiges, tiefgründiges Werk. Da hier schon zahlreiche sehr gute Rezensionen vorliegen, die auf verschiedenste Aspekte eingehen und ich mich in letzter Zeit mit moderner Horrorunterhaltungsliteratur befasst habe, möchte ich mich auf den Horroraspekt der Erzählung beschränken.

E.T.A. Hoffmann skizziert mit...
Veröffentlicht am 25. Oktober 2008 von Sir Arthur Conan Poe

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Arg konstruiert
Ich habe nicht alle Erzählungen von Hoffmann gelesen, aber wer sich z. B. das "Fräulein Scuderi" zu Gemüte geführt hat und von allen Hoffmannschen Erzählungen diese Klasse erwartet, der wird hier eher enttäuscht.
Zwar ist auch der Sandmann stilistisch gelungen als Briefroman aufgemacht und unterhaltsam erzählt, allerdings...
Veröffentlicht am 23. März 2008 von helmut seeger


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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk des Horrors, 25. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Sandmann (Taschenbuch)
Der Sandmann ist ein sehr vielschichtiges, tiefgründiges Werk. Da hier schon zahlreiche sehr gute Rezensionen vorliegen, die auf verschiedenste Aspekte eingehen und ich mich in letzter Zeit mit moderner Horrorunterhaltungsliteratur befasst habe, möchte ich mich auf den Horroraspekt der Erzählung beschränken.

E.T.A. Hoffmann skizziert mit einigen wenigen Pinselstrichen ein Meisterwerk des Horrors. Ich habe noch nie zuvor irgendetwas gelesen, das so erschreckend ist und unter die Haut geht wie der Eröffnungsteil des Sandmanns. Bemerkenswert ist, dass Hoffmann diese schreckliche Bild des Sandmanns in einer düsteren, angespannten Atmosphäre sehr kurz und präzise erzählt ohne weit auszuschweifen. So manch moderner, gefeierter König des Horros schafft auf 1000 Seiten nicht, was Hoffmann auf nur 10 erledigt. Beim Lesen hat man das Gefühl, dass man sich tatsächlich selbst in der Situation befindet: man ist ein Kind, das mit Schrecken darauf wartet, dass der Sandmann die Treppe heraufgeht. Die Figur des Sandmanns selbst ist in wenigen Worten so erschreckend und furchteinflößend dargestellt, dass man hofft ihm niemals zu begegnen.

Allein der von mir beschriebene Aspekt verdient sich 5 Sterne. Dieser ist aber, wie bereits oben erwähnt, nur einer von vielen, den dieses Meisterwerk zu bieten hat.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wahn und Wirklichkeit, 12. Juli 2006
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Sandmann (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Es fängt ganz harmlos an: Der kleine Nathanael fürchtet sich vor dem Sandmann, wie das bei Kindern nun mal vorkommen kann. Nathanael ist sich sicher, dass der Advokat Coppelius, der oft abends den Vater besucht, der Sandmann ist, von dem ihm die Kinderfrau schreckliche Dinge erzählt hat. Als dann der Vater ums Leben kommt, woran Coppelius nicht ganz unschuldig ist, bestätigt das die Ängste des Jungen. Jahre später - Nathanael ist inzwischen Student - glaubt er in einem Hausierer Coppelius wiederzuerkennen. Seine Angst flammt wieder auf; er fürchtet, Coppelius könnte mit dämonischen Kräften sein Leben zerstören. So kommt es dann auch: Nathanael sieht sich auf Schritt und Tritt vom bösen Sandmann verfolgt, der es auf Menschenaugen abgesehen hat. Schließlich stürzt er sich von einem Turm in den Tod. Ist Nathanael tatsächlich wehrloses Opfer einer bösen Macht? Oder verfällt hier ein übersensibler junger Mann nach und nach dem Wahnsinn? Diese Frage wird nicht geklärt. Denn E. T. A. Hoffmann, der Meister der phantastischen Literatur, verwischt in seiner Erzählung bewusst die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Wahn und lässt unterschiedliche Deutungen zu. Mit dieser Erzählweise gilt der "Gespenster-Hoffmann" als ein Vorläufer der modernen Literatur.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hoffmann als Vollender und Überwinder der Romantik, 31. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Sandmann (Taschenbuch)
Hoffmanns Erzählung "Der Sandmann", der Sammlung "Nachtstücke" entnommen, gehört zu den am meisten gelesenen Werken Hoffmanns, wenn es nicht gar das meistgelene ist. Entsprechend groß ist auch die Anzahl der Interpretationen, die zwar oft weit hergeholt sind - bei der psychoanalytischen Deutung Freuds meint man, es sei kein literarisches Kunstwerk mehr, sondern eine psychopathologische Fallstudie -, die aber doch letztendlich ein Beweis für jene gewaltige literarische Substanz sind, die Hoffmann in eine spannende Geschichte eingearbeitet hat. Das Ammenmärchen vom Sandmann und ein Kindheitstrauma bestimmen das Schicksal Nathanaels, die Grenzen zwischen Realität und Fiktionalität verschwimmen, für den jungen Mann gibt es kein Entrinnen mehr.
E. T. A. Hoffmann steht in dieser Erzählung einerseits in der Tradition der Romantik (Schauerroman) wird aber zugleich zu deren Überwinder, indem er durch das Motiv des Augenraubs Brentanos Definition der Romantik als ein "Perspektiv", das tote Gegenstände belebt, an Nathanaels tragischem Schicksal bis zur Unhaltbarkeit verspottet. Im Sandmann stehen Aufklärung und Romantik am Beispiel Klaras (Nathanaels Jungendliebe), für die die Vernunft das höchste Gut ist, und Nathanaels, dem Inbegriff des unverstandenen romantischen Künstlers und seiner narzisstischen Liebe zu einem Automaten, in Konflikt, ohne zu einer klaren Lösung zu kommen. Weitere Motive sind u. a. das serapionitische Prinzip (Versuch eines Ausgleichs zwischen phantastischer Innenwelt und wirklicher Außenwelt), die prometheische Selbstüberschätzung und die beißende Kritik an den Teegesellschaften.
Doch auch in der Konzeption der Erzählung ist Hoffmann seiner Zeit weit voraus und nimmt Techniken des 20. Jahrhunderts vorweg. Nach erzählerlosem Beginn in Form von Briefen finden Wechsel zwischen auktorialer und personaler Erzählweise statt, wodurch eine Verwirrung beim Leser entsteht und der beginnende Wahnsinn Nathanaels zum Ausdruck kommt.
Insgesamt hat Hoffmann mit dem Sandmann die Romantik zu ihrem krönenden Abschluss geführt und ein Werk von tiefem Grauen und ungemeiner Komplexität erschaffen, an dem sich die Geister bis heute scheiden. Gedankt haben Hoffmann viele seiner Zeitgenossen nicht. Viele sahen in ihm nur den "Gespenster-Hoffmann", dessen Werke Auswürfe einer kranken Seele seien. Selbst Goethe, der ihn um zehn Jahre überlebte, stand gegen ihn, wohl aus dem einfachsten Grund: Hoffmanns Erzählkunst machte ihn international weitaus erfolgreicher als den greisen Dichterfürsten.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Paradestück der Schauerromantik, 18. November 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Sandmann (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Der "Sandmann" darf wohl mit Fug und Recht als Paradestück der Schauerromantik bezeichnet werden. Genial verschiebt Hoffmann die verschiedenen Ebenen von Wirklichkeit und Wahrnehmung, versieht die an sich schon spannende Geschichte mit ironischen Seitenhieben und Zivilisationskritik und schafft es dennoch, einen gepflegten Grusel zu erzeugen. Nathanael bekommt schon als Kind Gruselgeschichten über den Sandmann zu hören, den er in Gestalt eines Mannes inkarniert sieht (der sich später in einer anderen Gestalt als Teufel entpuppt...). Auch später noch bleibt er geistig überempfindlich und interpretiert viele Dinge anders als seine Umgebung. Im Wahnsinn begeht er schließlich Selbstmord, wobei auch hier wieder der Teufel seine Finger im Spiel hat... Eine absolut phantastische Erzählung- im wahrsten Sinne des Wortes! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kritik an der Romantik und der Aufklärung, 10. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Sandmann (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Ich bin sehr froh, dass wir zu Beginn der 12. Klasse Hoffmanns Sandmann im Deutschunterricht gelesen haben - so wusste ich wenigstens schon was ich als Schwerpunktthema für das Colloquium nehmen würde, denn der Sandmann ist mit ABSTAND die beste Schullektüre, die ich je lesen "musste" (und ich musste EINE MENGE lesen, oh ja^^).

Die Novelle erzählt das Schicksal und Ende Nathanaels, eines von der Romantik stark beeinflussten Literaten und Studenten. Als ihm eines Tages der Wetterglashändler Coppola seine Ware anbietet, bricht ein verdrängtes Kindheitstrauma in ihm auf, denn er glaubt in Coppola den zwielichtigen Advokaten Coppelius wieder zu erkennen, dem er die Schuld am Tod seines Vaters bei gemeinsamen alchemistischen Experimenten vorwirft. Nathanael versteigt sich zu der Annahme, dass mit Coppola Coppelius (für ihn ein Vertreter einer dunklen Macht) in sein Leben getreten sei und ihn zugrunde richten wolle. Da er sich mehr und mehr in diese Vorstellung hineinsteigert, verfällt er allmählich dem Wahnsinn.

Die Novelle beginnt mit einem, vom eigentlichen Stück losgelösten Briefwechsel zwischen Nathanael, Clara und Lothar u.a. über die Begegnung mit Coppelius, dem Ammenmärchen vom Sandmann und dem Tod des Vaters. Anschließend erfolgt dann ein Erzählbericht, der sich in drei Teile untergliedert, wobei jeder Einschnitt immer mit einem Ausbruch von Raserei bei Nathanael endet, der sich von mal zu mal steigert und letztendlich zu seinem Tod führt.

Was mir jedoch persönlich am Besten an dem Buch gefallen hat, ist die Beziehung, oder treffender formuliert, die spürbare Abhängigkeit bzw. aufeinander Angewiesenheit zw. Nathanael und Clara bzw. später zw. Nathanael und Olimpia: auf der einen Seite steht die stark rational geprägte Clara und auf der anderen Seite Nathanael, der sich nur auf seine Gefühle verlässt; beide werden dadurch zu einseitigen Persönlichkeiten, die nur gemeinsam einem "Menschen" verkörpern können; als Clara aber Nathanaels Gefühle/ Phantasien nicht mehr in sich lässt, muss sich Nathanael ein neues, rationale(re)s Wesen suchen, um überleben zu können; er entscheidet sich für die Holzpuppe Olimpia, die er durch seine Phantasie zum Leben erweckt und sogar heiraten will, bis er schließlich erkennt, dass die Puppe eigentlich gar kein Mensch ist...

Mit "Der Sandmann" ist E.T.A. Hoffmann, als ein Hauptvertreter der Romantik, definitiv ein interessantes - und zu keinem Zeitpunkt langweilig (!) werdendendes - Meisterwerk gelungen.

Ein a b s o l u t empfehlenswertes Buch, dass zudem leicht verständlich ist (und mir somit ohne großen Lernaufwand reichlich Punkte im Abitur beschert hat ;])!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Schauerroman, 28. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Sandmann (Taschenbuch)
E.T.A. Hoffmann leitet seinen Ende 1816 erschienen zweiteiligen Zyklus "Nachtstücke" mit der Erzählung Der Sandmann" ein. Die vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten haben sich seit Sigmund Freuds Studie über "Das Unheimliche" (1919) sicherlich noch vermehrt.

Diese nun als eigenständiges Buch erhältliche Erzählung schildert die Geschichte des Schriftstellers Nathanael, dem im Kindesalter von einem Sandmann erzählt wird, der ungezogenen Kindern "Sand in die Augen [wirft], dass sie blutig zum Kopf herausspringen" (S. 5, Z. 15f). Diese Gestalt verbindet er mit einem grässlich aussehenden Mann, der seinen Vater immer wieder besucht, und der Coppelius genannt wird. Coppelius verfolgt der Protagonisten fortan. Die Frage, ob dies Nathanaels Wahnsinn zuzuschreiben ist, dem er mehr und mehr verfällt, oder der Wahnsinn doch eher als Wahrsinn zu sehen ist und Nathanael tatsächlich von Coppelius verfolgt wird, sei einmal dahingestellt. Fest steht jedoch, dass Nathanaels "mystische Schwärmerei", die dem Geist der Romantik entspricht, und die aufklärerische Vernunft seiner Verlobten, Clara, zu Kommunikationsproblemen zwischen den beiden führen. Wie sich die Situation entwickelt, wird auf sehr rätselhafte und beeindruckend unheimliche Weise geschildert. Daher rate ich davon ab, diesen Schauerroman als Bettlektüre zu verstehen. Andererseits werden zur Auflockerung der Situation immer wieder ironische Erläuterungen eingestreut, sodass zwar eine unheimliche Atmosphäre erzeugt wird, man sich jedoch nicht vor Angst unter der Bettdecke verstecken muss.

Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich vom Mysterium begeistern lässt und vor hoher Literatur nicht zurückschreckt.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen E.T.A. Hoffmann, Der Sandmann, Insel � Frankfurt O.J., 83 S., 21. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Sandmann (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Dieses Buch wurde von Jochen Schmidt herausgegeben, der auch das Nachwort geschrieben hat. In dieser Ausgabe befinden sich einnehmende Ilustrationen von Hugo Steiner-Prag, die die expressive Atmosphäre der Erzählung Hoffmanns unterstützen.
Die Vieldeutigkeit, die die Erzählung formal und inhaltlich durchzieht, bestimmt auch die Motivstruktur. Im Sandmann wirken zwei Motive maßgeblich am Spannungsaufbau der Erzählung mit und geben wichtige strukturelle und inhaltliche Impulse - die Motive Auge und Automat. Nathanael reproduziert nach Freud (das ist auch meine Meinung) ständig die einseitige traumatische Situation mit dem Sandmann, es kommt in seinem Leben zur Wiederholung dieses Ereignisses, zur Wiederkehr gleicher Komplikationen, denen es wie einer äußeren Macht unterworfen scheint. „Das Unheimliche ist jene Art des Schreckhaften, welche auf das Altbekannte, Längstvertraute zurückgeht." (S.Freud) Zugrunde liegt hier die Bedeutung des Wortes heimlich im Sinne von Verstecktem, Verborgengehaltenem. Verborgen, versteckt sind in der Geschichte vom Sandmann, Freud zufolge, infantile Komplexe, die verdrängt worden sind. Nathanael leidet nach dieser These am Ödipuskomplex und an inzestuösen Liebeswünschen. Nathanaels Vater und Coppelius sind vielleicht dieselbe Person. Der gute Vater bittet um die Augen des Kindes. Der böse Vater, Coppelius, droht mit dem Verlust der Augen. Nach Freud ist diese Angst vor dem Verlust der Augen nur die Angst vor Kastration, die hier als gerechte Strafe für die inzestuösen Wünsche benutzt worden ist.
E.T.A. Hoffmann ist einer der bedeutendsten Autoren der Spätromantik, seine psychologischen phantastischen Erzählungen wie „Der Sandmann" sind für seine unheimliche und psychoanalytische Dimension etwas Besonderes. Seine Texte benutzen die Phantasie als Grundmittel des Schaffens, in jedem Wort steckt Magie, in jeder Geschichte Mehrdeutigkeit. Die Augen sind im Sandmann das Fenster in die menschliche Seele, der Sandmann ist der Spiegel des Inneren der Menschen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Attacke auf den gesunden Menschenverstand, 7. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Sandmann (Taschenbuch)
In dieser Erzählung versteht es E.T.A. Hoffmann wirklich meisterhaft, dem Leser immer mehr den sicheren Boden der Realität zu entziehen. Zunehmen verfällt in der Erzählung Nathanael dem Wahn und verliert den Blick für die Realität, aber auch als Leser kann man das rätselhafte Geschehen um Nathanael nie ganz fassen und man vierliert zunehmend die Sicherheit des Urteils. Verfällt z.B. Nathanael in Wahnsinn, weil dieser in seinem Innern angelegt war, oder wird er durch Einwirkung von aussen in den Wahn getrieben? Ist Coppelius Coppola? Und wie glaubhaft ist eigentlich der Erzähler?
Da gelangt man nun auch zur Frage, wie weit eigentlich "Vernunft" und "Wahnsinn" voneinander getrennt sind. Doch dies ist wirklich nur ein Aspekt dieser faszinierenden Erzählung.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Verzerrung der Perspektive, 23. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Sandmann (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Die Erzählung beginnt mit einem Brief, den der Student Nathanael im Zustand des Entsetzens an seinen Schwager Lothar richtet. Nathanael geht dabei auf das verhängnisvolle und ewig im Inneren nachwirkende Ereignis ein, das sich während seiner frühen Kindheit zugetragen hatte - die Begegnung mit der Figur, die der Protagonist seiner Alpträume, der furchtbarsten Vorstellungen Ausgeburt war. Der Grund des inneren Aufruhrs des Studenten war der Besuch eines Wetterglashändlers, der seine Lorgnetten und Perspektive feilbot und in seiner Gestalt der widerwärtigen Kreatur glich, deren Existenz Nathanael sowohl die unbeschwerte Jugend als auch den Vater kostete und die grässlichen Erinnerungen aus den Tiefen der Seele hervorbrachte... All dies mutet phantastisch an, und in der Tat verschieben sich die Realitätsebenen im Sandmann unentwegt, Einbildung und Tatsache verschwimmen und ergeben ein Zerrbild der Wirklichkeit, sodass dem Leser alle Konzentration abgefordert wird - ein Musterbeispiel eines romantischen Werkes, das alle typischen Merkmale der Literatur jener Epoche verbindet - Schauer, Nacht, Traum, Weltflucht. Sowie man sich wähnt auf einer sicheren und fassbaren Ebene, getragen von der flüssigen und reichen Sprache Hoffmanns, dahinzugleiten, bricht diese ein und man wird in die tiefen der Traum- und Phantasiewelten Nathanaels entführt, in denen sich Trugbilder und objektive Fakta ablösen.
Auf nur rund 40 Seiten ballen sich unzählbar viele Elemente, die man behutsam der Phantasie des Studenten und der tatsächlichen Begebenheit zuordnen muss. Ein höchst anspruchsvoller aber lohnender Lesegenuss, dessen Leser nicht mit einem fortlaufenden Fluss von Ereignissen rechnen dürfen. Vor allem Interessenten, die einen Hang zur Tiefenpsychologie haben, sei die Lektüre dieses Buches, auf das Sigmund Freud in seinen Ausführungen oft zurückgreift, empfohlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dunkle Romantik mit der nötigen Portion Wahnsinn, 11. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Sandmann (Taschenbuch)
Nathanael schreibt angsterfüllt einen Brief an seinen zukünftigen Schwager Lothar. Er ist voller Angst den 'Sandmann' wiedergesehen zu haben, den er für den Mörder seines Vaters hält. Diesen Brief adressiert Nathanael jedoch fälschlicherweise an seine Verlobte Clara. Der Erzähler, ein Freund Nathanaels fährt nach den einführenden Briefen fort. Er beschreibt, wie Nathanael im Verlauf der Geschichte immer mehr in den Wahnsinn verfällt.

Mir hat die Geschicht um Nathanael recht gut gefallen. Der Wahn des Protagonisten ist detailliert dargestellt. Alles in allem hat das Werk seinen Platz in der Schwarzen Romantik und diesen auch wirklich zurecht.
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Der Sandmann (insel taschenbuch)
Der Sandmann (insel taschenbuch) von E. T. A. Hoffmann (Taschenbuch - 6. Dezember 1986)
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