Fashion Sale Hier klicken calendarGirl Jetzt informieren Prime Photos Sony Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,3 von 5 Sternen3
3,3 von 5 Sternen
Format: Sondereinband|Ändern
Preis:11,50 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 15. Februar 2005
Elisabeth Charlotte von Orléans, hierzulande besser bekannt als Liselotte von der Pfalz, war eine intelligente und gebildete Frau, aber auch ein Opfer von Machtkalkül und Intrigen. Aus politischen Interessen wurde sie 1671 mit dem Herzog von Orléans, dem Bruder Ludwigs XIV, verheiratet. Die Ehe war alles andere als glücklich ("Ich kann nicht begreifen, wie papa s[elig] mir mein heuratscontract hat unterschreiben machen, denn niemalen ist einer erbermlicher gemacht worden und just umb mich zu einer bettlerin zu machen", schrieb sie im September 1701), und Liselotte, die all die Machtkämpfe am Hof des Sonnenkönigs schnell durchschaute, war diesen Intrigen dennoch meist ausgeliefert, auch hatte sie kaum Vertraute in Versailles. Hinzu kam, dass sie sich, so gut sie konnte, aus dem Intrigendschungel und damit auch aus dem höfischen Leben heraushielt - wegen ihres aufrichtigen Charakters wurde sie zwar durchaus geachtet, war zeitweilig sogar enge Vertraute des Königs, lebte aber dennoch meist isoliert.
Ohne Macht, Einfluss oder Freunde, auch von Heimweh geplagt, waren schließlich Briefe der einzige Ausweg, vor allem an ihre Tante Sophie von Hannover und ihre Halbschwester, Raugräfin Louise von Degenfeld. Liselotte selbst sah diese Briefe als lebenswichtig an: "Ich were erstickt, wenn ich dieses nicht gesagt hätte", schrieb sie einmal.
In diesen Briefen konnte sie in ihre Muttersprache "zurückkehren", sie waren Ersatz für die fehlenden Freundschaften bei Hofe. Sie dokumentieren eindringlich ihre Leidensgeschichte - aber gleichzeitig protokollieren sie auch das Leben am französichen Hof, en gros und en détail. Da die "Protokollantin" eine überduchschnittlich intelligente Frau mit glänzender Beobachtungsgabe war, die äußerst prägnant, oft sogar drastisch formulierte, liest man die Geschichte ihres Leidensweges immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge - Liselotte von der Pfalz nannte die Dinge beim Namen. Man täte ihr aber Unrecht, wenn man sie nur wegen ihrer drastischen Berichte rühmte. Ihre Briefe zeigen auch, wie rege sie Anteil nahm am intellektuellen und politischen Diskurs ihrer Zeit; keinem Geringeren als Leibniz vermittelte sie z.B. Kontakte zu französischen Gelehrten.
Die in diesem Buch ausgewählten Briefe sind spontane, sehr persönliche Mitteilungen, frei von Floskeln und Unterwürfigkeit; sie vermitteln eine Intimität, wie sie zu jener Zeit nicht üblich war - fast könnte man sie als "schriftlich fixierte oral history" bezeichnen, wenn nicht so viel mehr drinsteckte in diesen Briefen.
Wie bereits angedeutet, liegt mit diesem Buch eine Auswahl aus den vielen Briefen Liselottes von der Pfalz vor; dem Herausgeber ging es vor allem, interessierten Lesern ohne allzu viel Hintergrundwissen einen möglichst authentischen Eindruck zu gewährleisten; damit ist auch eine vorsichtige Angleichung der Orthographie zu erklären. Hilfreich sind auch die Worterklärungen im Anhang, und wem dieser schöne Band Appetit auf mehr gemacht hat, dem hilft die Auswahl-Bibliographie sicher weiter.
0Kommentar|70 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. April 2013
... denn Liselotte von der Pfalz scheint ein Mensch gewesen zu sein, dessen Lebensmotto es war: Das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite des Zauns. Ein Beispiel: Sie beklagt sich fortwährend, dass ihr Leben am Hof von Versailles in den späteren Lebensjahres Ludwig XIV., dessen Schwägerin sie war, von grosser Langeweile und viel Leid durch "schlechte" Menschen geprägt war. Nach dem Tod Ludwigs wird der Hof von Versailles aufgelöst und Liselotte lebt ab dann in Paris und St. Cloud (ihr Sohn wurde zum Regenten ernannt, bis der spätere Ludwig XV. alt genug war, den Thron zu besteigen). Und was geschieht? Sie beklagt sich ab dann über das Leben ohne Hof, über die Menschen und ihre Verhaltensweisen und den - wie sie meint - Mangel an Noblesse der Adligen.

Liselottes Leben war das Leben, dass die meisten Hochadligen dieser Epoche gelebt haben. Nahezu alle wurden in dieser Zeit unfreiwillig verheiratet und im Hochadel waren fast immer (macht)politische Gründe der Grund für Eheschliessungen - Liselottes "Schicksal" ist also keine Ausnahme und ihr jahrelanges Klagen über die Zustände in denen sie ihr Leben verbracht hat, war wohl schon damals für viele Menschen in ihrer Umgebung einfach unangenehm.

In dieser Auswahl Ihrer Briefe erfährt man ausserdem nur wenig über das alltägliche Leben am Hof des Sonnenkönigs - was für mich der eigentliche Grund war, das Buch zu kaufen.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Juli 2013
Geschichtlich und historisch sicherlich interessant sowie auch amüsant und für die Zeit von einer ganz ungewöhnliche Frau geschriebenenBriefe mit alltäglichen Blicken hinter die Fassaden einer Zeit bei Königs zu Paris.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden