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Strophen und Verse
Format: TaschenbuchÄndern
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der Käufer sei gewarnt: Es ist nur weniges überliefert worden von dieser vielleicht originellsten und eigenständigsten der antiken Dichter-Gestalten. Dennoch, das wenige, was uns, Gott sei Dank, erhalten blieb, zeugt von einer immensen Befähigung zur Seelenschau und von einem Überblick über Welt und Leben, wie sie kaum ein anderer Dichter späterer Zeit hatte. Es sind, wie gesagt, nur wenige Verse (diese aber treffend, dass es einem wie Schuppen von den Augen fällt), die solches Vermögen durchscheinen lassen. Aber sie geben einen Eindruck davon, was wir verloren haben, da wir unfähig waren, das Werk der göttlichen Sappho zu bewahren! Ein Buch das traurig macht über den unermesslichen Verlust...
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. September 2005
Über Sappho dichtete Anna Luise Karsch im 18. Jahrhundert:
„Halb Göttin war das Weib, neun Bücher schrieb sie voll,
So schön als wären sie geschrieben von Apoll.
Und ach! von alle dem, was sie schön geschrieben,
Ist nur ein kleiner Rest für unsre Zeit geblieben."
Ich möchte in ihre Klage einstimmen! Von allem, was Sappho um 600-500 v. Chr. schrieb, ist gerade mal ein vollständiges Gedicht (die Aphrodite-Ode) auf uns gekommen, daneben einige verstümmelte Gedichte und zahlreiche einzelne Zeilen oder Strophen. Sappho schrieb fast ausschließlich Liebesgedichte. Auch in dem Wenigen, das uns erhalten ist, kommt die ganze Spanne leidenschaftlicher Empfindungen zur Sprache. So kann das Wenige uns wenigstens noch einen schwachen Widerhall der göttlichen Sappho bringen. Einige Versschnipsel mögen dem einen oder andern Lust auf diesen Widerhall machen.
„Eros löst meine Glieder und stört mich auf,
bittersüßes, entmachtendes Ungetier."
„Weiß nicht, was ich zu tun; denn entzweit ist das Denken mir."
„O süße Mutter, nicht mehr kann ich schlagen das Gewebe,
von Sehnsucht nach dem Kind schwach, dank der schlanken Aphrodite."
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 15. April 2007
Sappho, vermeintlich der homoerotischen Beziehung zu Frauen zugetan, lebte in Lesbos im 5.Jahrhundert vor Christi. Pindar, der griechische Ruhmessänger, in etwa zur gleichen Zeit in Athen. Beiden ist das Rühmen zu eigen, die Oden Pindars befeuern die Philosophen wie Platon oder die Dichter wie Sophokles, Sappho rühmt die Liebe. Doch nicht die Liebe in dem absoluten Sinne wie Platon es tat in seinen Dialogen, sondern ihr geht es um das Auf und Ab, das Hin und Her - und sicher auch um ein Wunschbild. Und wenn sie schreibt "Und ich sehn mich und begehr (XVI)" taucht ihre Ungeduld auf, der eine Verwünschung folgt, denn "wer mich quält, den sollen die Winde treiben (XVII)", doch Oberhand gewinnen Sinnlichkeit "doch ich, auf Kissen lagernd, breite die Glieder (XXII)," und Leidenschaft "doch Eros zerwühlte mir das Gemüt, wie ein Wind, der vom Gebirge in die Eiche fällt (XXIII)." Doch Liebe ist alles und immerfort bei ihr, wenn sie schreibt: "...nur euer ist mein Gedanke, niemals zu wandeln (XIX)."

DIE Liebe, die nur weiblich scheint bei ihr, doch durch "reflektierten Geist gebrochen" zur Genüge die Liebe des Mannes zum Weib, wie es die Romanciers bestens zeigen, nicht auslässt. Von den physischen Reizen, die sie bildhaft zeigt, wird man begeistert sein. Sappho ist, wie sie ist, für sie ist nichts fließend, wie es etwa Proust auf der Suche der Verlorenen Zeit durchaus ist. Vorstellung und Wirklichkeit sind im Wechselspiel bei ihm, Sappho dient mit aller ihrer Poesie der Wirklichkeit, auch wenn es die Sehnsucht ist, diese zu erreichen bzw. dazu zu machen. Und in dieser Zielstrebigkeit sieht sie auch ihre Ambivalenz, wenn sie sagt: "Weiß nicht, was ich zu tun, denn entzweit ist das Denken mir."

Joachim Schickel hat eine gute Übersetzung gegeben, ist doch schon seit aller Zeit, dass die deutsche Sprache der griechischen im Rhythmus gleichen kann. Schade ist, dass nur wenig von dieser grandiosen Dichtung ins Heute gerettet werden konnte. Denn die Dichtung grenzt an Zauberei, allein die Ode an Aphrodite.
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