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Kundenrezensionen

21
4,4 von 5 Sternen
Gullivers Reisen (insel taschenbuch)
Format: TaschenbuchÄndern
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46 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Oktober 2007
Gullivers Reisen besteht aus vier Teilen, den Reisen ins Land der Lilliputaner, der Riesen, nach Laputa sowie ins Land der vernunftbegabten Pferde, die sich wilde Menschen als Haustiere halten.
Die ersten beiden Teile dieses unvergleichlich hellsichtigen und von einem gnadenlos scharfsinnigem, wenn auch misanthropischen Verstand gestalteten Beitrags zur Weltliteratur werden erstaunlicherweise auch heute immer wieder als Kinderliteratur verkauft. Während dies in vergangenen Jahrhunderten aus Gründen der Zensur geschah bzw., um dem Werk die satirische Schärfe zu nehmen, ist es heute nicht mehr zu rechtfertigen.
Vordergründig mag es noch in Ordnung gehen: der Verfasser strandet auf mehreren Schiffsreisen an diversen Stränden und muss sich auf unbekannten Inseln mit Lilliputanern, Riesen und seltsamen Mitmenschen auseinander setzen, erlebt auch allerlei merkwürdige Abenteuer in der Fremde.
Aber den Hohn und Spott, den Swift über Fürsten, Könige, Minister und Priester wie das gesamte Britannien seiner Zeit ausgießt, den kann kein Kind verstehen und auch mancher Erwachsene wird sich ohne Kommentar schwer tun.
Dabei liefert der Autor am Beispiel des Landes Lilliput einen kompletten gesellschaftlichen Gegenentwurf zum England des 18. Jahrhunderts, präsentiert Gedanken über Erziehungsmodelle, wie sie sich aktuell in der Presse finden und einen staunen machen.
Die Gesellschaft der Riesen nimmt er zum Anlass, Kriegstreiberei und Rüstungsunwesen sowie den Kampf des Empire um die Weltherrschaft zu karikieren.
Die Insel Laputa dient ihm zu einer politischen Kritik der englischen Politik gegenüber Schottland und Wales und kulminiert in einer derben Wissenschaftssatire sowie mit einer Abrechnung der fast 2000jährigen abendländischen Geschichte sowie schließlich einer satirischen Reflexion der Unsterblichkeit. Auch "Weiber" kommen als emotional und triebhaft gesteuerte Wesen ganz schlecht weg - da scheint der Autor einen tiefen Blick in die weibliche Psychologie getan zu haben.
Swifts weitere Verachtung gilt Moden und Trends, die ausschließlich den Zweck haben, das althergebrachte und funktionierende unter allen Umständen zu zerstören mit dem alleinigen Ziel, etwas neuem zum Durchbruch zu verhelfen - und sei es auch noch so sinnlos. Anhand der Zerstörung der laputanischen Kultur macht er auch diesen Ansatz lächerlich.
In der letzten Reise zu den vernunftbegabten Pferden schließlich präsentiert Swift - man versteht bis dahin schon sehr gut, warum das Buch zunächst unter Pseudonym erschien - eine Generalabrechnung mit der menschlichen Kultur und Zivilisation, Rechts- und politischem System und am Ende des Kolonialismus in einer bis dahin und seither kaum mehr dagewesenen ätzenden Weise.
Kurz: das ist kein Jugendroman, sondern einer der scharfsinnigsten und intelligentesten englischen Beiträge zur Weltliteratur.
Swift, der sich dabei als strenger Idealist outet, hält seinen Zeitgenossen den Spiegel vor, indem er deren Fehlentwicklungen in unbekannte Kulturen projiziert und sie durch Überzeichnung lächerlich macht oder seine eigene Kultur auf verächtliche Weise bloßstellt.
Das erstaunliche dabei ist, dass der Roman noch heute so frisch wirkt, dass man ganze Abschnitte davon als Argumente für in der Öffentlichkeit aktuell geführte Debatten nehmen könnte - insbesondere was die Erziehung angeht. Swift mokiert sich beispielsweise darüber, dass der weibliche Teil einer Kultur sich zuhause ausschließlich der Kindererziehung widmet - mit dem Argument, eine Zivilisation, die ausgerechnet dem "dümmeren" Teil die Erziehung überlasse, könne nur als lächerlich bezeichnet werden.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Oktober 2012
Diese Rezension bezieht sich auf die 464seitige it-Ausgabe:
Was der Herr Swift hier ablässt, ist ein Feuerwerk der Kritik am zeitgenössischen Leben, ein Rundumschlag mit der Satire-Keule. Und der Grossteil davon ist uneingeschränkt übertragbar auf heutige Massstäbe. Man möchte Swifts Worte Politikern, Beamten, Richtern und Anwälten ins Gesicht schreien. Wenn es nur irgendwie gegen diese Gattungen von Yahoos helfen würde...

Kein Kinderbuch und auch weniger ein Reisebericht sondern eine hintersinnige, satirisch verfasste Generalabrechnung mit den kulturellen und sozialen Auswüchsen der Menschheit. Kommt anfangs etwas schwer in Gang, nimmt aber mit zunehmender Seitenzahl an Schärfe und Wortwitz zu. Ein tolles Buch! 5 fette Punkte!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Oktober 2012
mit jedem kleinen detail und der phantastischen überreizung nähert sich der leser immer mehr der turmspitze und sieht am ende nur noch ganz klar die meinung des verfassers.
anfangs liest es sich noch recht harmlos und fast schon niedlich, doch mit jedem kapitel und jedem abschnitt werden die interpretationsmöglichkeiten immer eindeutiger. ich bin teilweise sehr überrascht gewesen von dem mut den er sich zu dieser zeit gefasst hat um so offensichtlich sein land und seine regierung anzuprangern.
das buch bleibt durch seine interpretation stets aktuell und war wohl auch nie wirklich modern in seinen darlegungen - am beispiel der griechischen philosophen wurde dieser beweis dargelegt.
es bleibt mir ein rätsel warum es soviele verfilmungen ohne auch nur den hauch seines sarkasmus und seiner gesellschaftskritik gibt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Juni 2013
bislang nur in English gelesen , aber in Deutsch wesentlich besser und leichter zu studieren,.
Ein großartiges Buch und endlich malö auch bekannt , kein Kinderbuch.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. November 2013
Ich habe viele positive und nur wenige negative Meinungen zu diesem Buch gelesen. Meiner Meinung nach liegt die "Wahrheit" irgendwo in der Mitte. Es ist ein Klassiker und wurde in einer völlig anderen Zeit, Kultur usw. geschrieben und man muss daher wohl differenzieren und nicht nur heutige Maßstäbe anlegen.

Es soll ein Satirebuch sein, welches aber nur derjenige als solche richtig einschätzen und verstehen kann, der sich gut mit der englischen Geschichte/Politik aus dieser Zeit auskennt. Der Autor ist sicherlich ein übler Zyniker/Menschenhasser und aus heutiger Sicht auch ein Frauenhasser und Rassist. Welcher weiße Mann aus Europa war dies aber zur damaligen Zeit aus unserem heutigen Verständnis nicht?

Für mich war das Buch weder Fisch noch Fleisch. Ich habe es gelesen und es waren einige nachdenkenswerte Sachverhalte dabei. Leider war aus heutiger Sicht auch einiges an "Schwachsinn" dabei.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Oktober 2013
vielen dürften die beiden ersten reisen (zu den liliputanern und zu den riesen) als gekürzte kinderbuchversion bekannt sein.
die vorliegende ausgabe ist ungekürzt und behandelt auch die beiden weiteren reisen (nach laputa und ins land der houyhnhnms).
die übersetzung ist sehr gut und so wird manchem klar,daß es sich hier nicht um abenteuer oder kindergeschichten handelt,sondern um reinste gesellschaftssatire. gerade die beiden letzten reisen behandeln themen wie politik,ethik,juristisches und moral,die vermuten lassen,daß swift möglicherweise starke misantrophische züge hatte. er rechnet jedenfalls auf elegante weise mit dem wesen mensch ab
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am 29. Juli 2014
Also Antworten liefert dieses Buch im Gegensatz zu der heutigen Flut von "Learning For Dummys" Büchern nicht und das ist auch das Erfrischende, weil nun selber denken angesagt ist. Daher nicht so spannend aber denk-anregend geschrieben. Wie selbstgefällig würden wir Heute dem Autor erscheinen in unserer vergesellschafteten Übernahme von Glaubensritualen und Handlungsmustern (millionenfach e-automatisiert und z.T. religiös verhetzt) ohne eben die Wahrheitssuche über die notwendigen unterschiedlichen Blickwinkel zu beginnen.

Ansprechend zeitlos dem Menschengeschlecht ins Gesicht geschrieben und mit Recht als Werk der Weltliteratur geführt
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am 17. Mai 2015
Satirisch-literarische Abrechnung mit dem Menschen, seiner Natur und Kultur, mit Hilfe der Verfremdung und des Perspektivwechsels. Zeitlose Gesellschaftskritik eines enttäuschten Autors auf das negative Wesen und die schlechten Gewohnheiten des Menschen; und das zu einer Zeit (1726) als eine solche mit ungleich mehr Risiko an Leib und Seele verbunden war als heute.
Viel viel mehr .... als ein Jugendbuch !
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. März 2015
In der Rubrik Kinder- und Jugendbuch werden etliche Klassiker der Weltliteratur gehandelt, obwohl sie aus mindestens zwei Gründen nicht dorthin gehören. Zum einen waren sie keineswegs für Leseanfänger geschrieben, was letztlich die vielen unterschiedlichen Fassungen, vermeintlich kindgerechten Bearbeitungen und teils radikalen Kürzungen erklärt; zum anderen sind unsere Jüngsten keineswegs unkritisch und durchaus in der Lage, den Etikettenschwindel zu bemerken, was wiederum erklärt, warum „das gute Buch“ so schnell in die Ecke fliegt.

Gullivers Reisen ist so ein Fall, ein Stück, wie aus dem tollsten Kinderland, mit Zwergen, Riesen, Piraten, fliegenden Inseln, vernunftbegabten Pferden, widerwärtigen Yahoos - und doch kein phantastisches Märchen, sondern vielmehr eine bitterböse Satire auf das britische Empire zu Beginn des 18. Jahrhunderts, die ohne entsprechendes Hintergrundwissen kaum vollständig entschlüsselt und aus der Distanz von 300 Jahren in ihrer durchschlagenden Wirkung auf das zeitgenössische (erwachsene) Publikum nicht annähernd nachvollzogen werden kann.

Vor allem muss man sich vor der Lektüre die Intension des Verfassers vor Augen führen. Jonathan Swift, der gelegentlich auch unter Pseudonym veröffentlichte (u.a. als „Dr. S***“!), mochte die Menschen nicht und die Engländer noch etwas weniger. Seine Abrechnung mit ihnen sollte gründlich sein, und das beflügelte seine Einbildungskraft unglaublich. Zunächst machte er sie zu Liliputanern, um ihre unerträgliche Blasiertheit, die sich in allen ministeriellen, adeligen und königlichen Gunstbeweisen oder der militärischen Zurückhaltung gegenüber dem überlebensgroßen Gulliver äußerte, in Anbetracht des tatsächlichen Kräfteverhältnisses, über die Maßen lächerlich zu machen. In Brobdingnag, dem Land der Riesen, kehrte Swift dann die Proportionen um und lässt die ins Monströse überzeichneten Engländer alle Hemmungen und Scheu vor dem vergleichsweise winzigen Gulliver verlieren, um ihre Verderbtheit und Sittenlosigkeit umso besser vorführen zu können. Auf Laputa geht es gegen den eingebildeten Wissenschaftsbetrieb der Royal Akademie und zu guter Letzt im Land der weißen Pferde und deren verachteten Bediensteten, den Yahoos (gieriges, hässliches Affenvolk), verhöhnt er die Gemeinheit, Unvernunft, Gier, Bosheit und Hässlichkeit der Menschennatur im allgemeinen.

Nicht die kleinste Einzelheit dieser abgrundtief bösartigen Erzählung ist absichtslos, kein Kapitel, kein Absatz, kein einzelner Satz ohne doppelte Bedeutung. Selbst der Titel „Reisen in verschiedene ferngelegene Länder der Erde von Lemuel Gulliver“ ist eine Anspielung auf das Streben der Engländer nach der Vorherrschaft auf den Weltmeeren. Wie soll das ein Kind verstehen, wenn es Erwachsenen schon schwer genug fällt, keinen Seitenhieb zu verpassen? Und wie soll die Geschichte noch funktionieren, wenn sie durch Auslassungen, Straffungen, Vereinfachungen ihres ursprünglichen Bedeutungsgehalts und ihrer Brisanz als Generalabrechnung mit einer ganzen Nation weitgehend beraubt wurde?

Die irischen Landsleute feierten Jonathan Swift dafür wie einen Nationalhelden. Aber die Welt, in der Dr. S*** (s.o.) seinen Gulliver unter die Yahoos brachte, ist nicht mehr dieselbe und das Vergnügen an diesem Welterfolg kein einfaches.
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am 28. September 2013
Eine gewichtige Wahl.
Dieses Buch scheint mir in der Tat komplett zu sein und würde ausgedruckt einiges wiegen.
Endlich mal eine Komplettversion, die nicht "für die Jugend" entschärft ist.
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