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Kundenrezensionen

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am 11. Februar 2012
"Einem feineren Auge und Mitgefühl wird es trotzdem nicht entgehen, was vielleicht den Reiz dieser Schriften ausmacht, - dass hier ein Leidender und Entbehrender redet, wie als ob er nicht ein Leidender und Entbehrender sei. Hier soll das Gleichgewicht, die Gelassenheit, sogar die Dankbarkeit gegen das Leben aufrechterhalten werden, hier waltet ein strenger, stolzer, beständig wacher, beständig reizbarer Wille, der sich die Aufgabe gestellt hat, das Leben wider den Schmerz zu verteidigen und alle Schlüsse abzuknicken, welche aus Schmerz, Enttäuschung, Überdruss, Vereinsamung und andrem Moorgrunde gleich giftigen Schwämmen aufzuwachsen pflegen. Dies gibt vielleicht gerade unsern Pessimisten Fingerzeige zur eignen Prüfung? - denn damals war es, wo ich mir den Satz abgewann: "ein Leidender hat auf Pessimismus noch kein Recht!" So Friedrich Nietzsche in seinem Buch für freie Geister. In seiner Vorrede zu MM2,5: "Über den Optimismus zum Pessimismus" fängt er das Voltairesche Gedankengut bestens ein. Nun zu Voltaire und Candide.

Eine Geschichte voll beißender Ironie, die uns Voltaire (1694 -1778) hier auftischt. Seine gegen den Optimismus von Leibniz ausgereizte Erlebniswelt entführt und verführt den jungen Candide aus der westfälischen Heimat in eine Welt voller zufälliger Ereignisse, Schrecken und Freuden nach jeder Beliebigkeit. Sein Freund, Lehrer und philosophischer Berater Pangloss, der eben alles (pan) weiss und über alles sprechen kann, versucht in einer Welt mit Krieg (siebenjähriger Krieg endet 1763) und Erdbeben (Lissabon, 1755) die beste aller Welten aus der Philosophie eines Leibniz diesem Candide verständlich zu machen. Doch seine Reise führt ihn von Tod zu Leben, von Schrecken zu Freude, von Armut zu Reichtum, von Unglück zu Glück. Selbst dort, wo das Paradies im Eldorado sich mehr als deutlich zeigte, konnte er nicht bleiben. Seine Sehnsucht und Suche nach Kunigunde, der unrechtmäßig Geküssten und somit Anlass für den Fußtritt, mit dem er aus der Geborgenheit weggejagt wurde, war eben stärker und letztendlich findet er sie nach langer Reise völlig entstellt im fernen Konstantinopel.

In allem verkörpert Candide die resignative Zustimmung zu den Dingen, die nicht zu ändern sind. Zugleich zeigt er, dass das Schöne ohne das sehnsuchtsvoll Gesuchte nichts ist. Voltaire im Zuge seiner Zeit verweist auf diese Art des Menschen, dem nichts anderes anhaftet, als jenes, was nicht aus Pandoras Büchse entweichen konnte. Candide zeigt die Kehrseite in der vermeintlich besten aller Welten. Und in einer Welt voller Kontingenz, Schmerz und Unglück vermag er sich zu stärken an einer Hoffnung, die im Erreichen zur Erkenntnis wird, noch viel für die beste aller Welten machen zu müssen. Am Ende bleibt ihm die zwar erreichte Liebe zu Kunigunde und doch nur der zum lustvollen Leben resignative Satz, ab sofort den Garten bestellen zu müssen. Das Leben belohnt eben für den zähen Willen zum Leben, wie Nietzsche schrieb, aber auch gibt es eines der größten Geschenke - "wir bekommen unsre A u f g a b e wieder zurück". (Nietzsche) Nicht all das Glück im Eldorado, noch die Liebe zählen, es bleibt die Arbeit und die Aufgabe.

Leibniz Idee von der besten aller Welten wird vom Zustand mit Candides unerklärlichem Optimismus zum ewigen von Pessimismus geprägten und vom Hoffen in Gang gehaltenen Prozess.
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am 1. Mai 2016
Ja es ist philosophisch, nein es ist nicht trocken und lehrmeisterlich. Auf seine Weise führt uns der Protagonist durch seine erlebte Welt und ob er mal eine positive und mal eine negative Erfahrung macht bleibt er stehts überzeugt das nur der Optimismus ihn/uns glücklich macht.
Einfach lesen, beim lesen die Logik nicht überstrapazieren dann klappt's und am Ende hat man ein nettes Buch gelesen.
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am 2. September 2003
Ein frecher, kurzer Roman mit einem Haupthelden, der trotz aller schrecklichen Erlebnisse immer noch seinen Optimismus behält und fatalistisch alle Qualen wie Folter, Krieg, Verlust geliebter Menschen usw. übersteht. Was in diesem kurzen Text alles passiert! Hätte ich gewusst, wie spritzig, lustig, geistreich und sarkastisch dieses kleine Büchlein ist, hätte ich es wohl schon längst gelesen. Wirkt gar nicht verstaubt, der gute Voltaire... (Auch empfehlenswert all jenen, die meinen, erst in unserer Zeit würde Gewalt gezeigt und beschrieben.)
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am 20. Juni 2016
Voltaires Parodie auf Leibniz' "die beste aller möglichen Welten" ist angenehm lesbar - in 30 Kapiteln - niedergeschrieben. Am Anfang jeden Kapitels ist deren Inhalt mit wenigen Worten beschrieben. Jedes Kapitel wird, gut verständlich, auf seine eigene trockene satirische Art erzählt. Am meisten beeindruckt hat mich Candides Aufenthalt in El Dorado und sein Besuch bei Signor Pococurante. Beim Ersten wird die "beste aller möglichen Welten" vorgeführt. Signor Pococurante hingegen kann sich über nichts freuen. Er steht somit eher für ein Anti-El Dorado.
Erkenntnisreich endet Candides lange Reise in Konstantinopel.
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am 5. September 2015
Jedem der/die sich für die europäische Aufklärung interessiert, sei dieses Werk von Voltaire wärmstens empfohlen. Seine beissende Gesellschaftskritik setzt an Leibnitz's Theodizee-Betrachtungen/philosophische Weltsicht aus der Frühaufklärung an, die, aus dem 17 Jahrhundert stammend, noch von einer starken Gottesfürchtigkeit geprägt war. Die entstandene Parodie gibt einen interessanten Einblick in den vorrevolutionären Zeitgeist Frankreichs Mitte des 18. Jahrhunderts. Lesenswert!
Die Übersetzung liest sich gut (auch wenn ich das französische Original nicht gelesen habe), das Buch selbst, vom marix Verlag, ist - für den Preis - ebenfalls gut gelungen. Alles in allem habe ich lediglich eine Handvoll Rechtschreibfehler entdeckt, was sich im Rahmen hält.
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am 30. April 2014
Tolles Buch, das ich sehr schnell durchgelesen habe. Schreibstil ist relativ einfach, macht dennoch Spaß. Besonders durch den durchgängig sarkastischen Ton des Schriftstellers. Das Buch hat anfangs sehr viel Spaß gemacht, doch zum Schluss fand ich, dass es in der Spannung abbaut und der Schluss hat mir auch nicht gefallen; was aber wohl Geschmackssache ist. Sollte denoch jeder mal lesen.
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am 20. Januar 2016
Wer einmal Voltaire lesen möchte, sollte hiermit anfangen. Es liest sich heute noch gut und ist erstaunlich aktuell.
So sehr hat sich der Mensch wohl nicht verändert. Sogar der Humor funktioniert noch teilweise.
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am 23. Februar 2013
Bei Voltaire hab ich Langeweile vermutet - das Buch ist überraschend unterhaltsam, teilweise komisch,
teilweise erschreckend in dem Welt- u. Sittenbild, das gezeichnet wird.
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am 26. August 2008
"... auf dem Unglück einzelner baut sich das Wohl der Allgemeinheit auf, ..." (Voltaire, ebd.)

Zwei Könige hat das Europa des 18. Jahrhunderts - den König von Preußen und Francois-Marie Arouet, genannt Voltaire (1694 - 1778). Während Friedrich II. die militärische Gewalt inne hat, gebraucht der französische Philosoph die Waffen des Geistes. Voltaires Leben und sein Kampf gegen Absolutismus und Dunkelmänner sind ein Faszinosum: Gefangenschaft in der Bastille, Flucht in das freiheitliche England, Freundschaft zu Friedrich II.in Potsdam, Ankläger von Justizverbrechen, Gegner Rousseaus, meistgespielter Bühnenautor Frankreichs, gerissener Geschäftsmann und Großgrundbesitzer, Satiriker, Romancier, Religionskritiker, Philosoph der Vernunft und der modernen Toleranz... und des Optimismus.

Im Kostüm der Satire lässt Voltaire seinen Candide aus der besten aller möglichen Welten, dem schönen Westfalen, mit einem Tritt in die Welt werfen, weil dieser Kunigunde, im Überschwang seiner Gefühle unrechtmäßig in den Augen ihres Vaters, seine Liebste ohne französischen Zierat und bar aller Eitelkeit küsste. Wie war diese Welt, die im Leibniz' Gewand als die schönste aller möglichen galt und doch neben Freud zuviel Leid zu ertragen hatte. Wie eine Marionette durchwanderte Candide diese Welt im Sinne Voltaires, sehend, schmunzelnd und redend, insbesondere in sarkastischen Nebensätzen wurde Fett gespritzt gegen die Kirche, gegen den Katholizismus, gegen die Obrigkeit und gar gegen den Naturbekenner Rousseau. Mit welcher Freude ging dieser Candide durch die Lande, wissend zu sterben und doch zu überleben, Kriege sehend, am Galgen hängend und doch mit einer Philosophie seines Lehrers in der Tasche, die sich als Eldorado entpuppte, wo Friede trotz Reichtum herrschte. Pangloß, dieser Lehrer der vermeintlich guten Welt, treuer Begleiter und manchmal Retter war der Sancho Pansa dieser Geschichte, die dem Reden Pangloß Lügen straft wegen all der Schlechtigkeit, jedoch in parallelem Erzählen eine Liebesgeschichte zwischen Candide und Kunigunde ist. Kunigunde als Ziel der Reise und virteulle Helferin in allen Erlebnissen. Ein Happy End in der Liebe, Candide traf Kundigunde in Italien und bei aller Wiedersehensfreude war nicht vergessen, dass - nun wieder auf den Boden der Tatsachen, zu arbeiten sei. "Wir müssen unseren Garten bestellen..." eines der bekanntesten letzten Sätze der Literatur und hier wegen einer maroden Welt die einzige Chance zu überleben, in dem man dem Treiben durch Arbeit und Schweigen entgeht. Einzig der beliebige Optimismus scheint bleiben zu müssen.
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am 18. November 2013
Das Büchlein besticht durch enorme Wortgewandtheit und hat ganz nebenbei einen gewissen Charme, trotz des allgegenwärtigen schwarzen Humors.

G. Meier
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