Kundenrezensionen


56 Rezensionen
5 Sterne:
 (25)
4 Sterne:
 (9)
3 Sterne:
 (5)
2 Sterne:
 (4)
1 Sterne:
 (13)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kluges kleines Buch
Habe mir das Buch gekauft, um etwas Schlaues zum Thema Älterwerden zu lesen - und wurde nicht enttäuscht. Leise Verzweiflung machte sich bei mir breit angesichts der Tatsache, dass viele meiner Altersgenossen ihr Leben im "letzten Drittel" hektischer und stressiger denn je gestalten. Da werden altbewährte Ehen plötzlich geschieden,...
Vor 2 Monaten von Janne Hoffmann veröffentlicht

versus
44 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Was wir gewinnen, wenn wir dieses Buch nicht lesen oder Ein Bündel Banalitäten
Seit längerem wollte ich mal ein Buch von Wilhelm Schmid lesen, der sich ja mit seiner „Lebenskunst“ eine ergiebige Nische auf dem Buchmarkt eingerichtet hat. Nun habe ich zufällig zur „Gelassenheit“ gefunden.

Offenbar handelt es sich bei dieser Art Bestsellern um kurzgefasste Handreichungen, die man statt einer Tafel...
Vor 2 Monaten von Bücher-Bartleby veröffentlicht


‹ Zurück | 1 26 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kluges kleines Buch, 31. August 2014
Von 
Janne Hoffmann (Bad Schwalbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Gelassenheit: Was wir gewinnen, wenn wir älter werden (Gebundene Ausgabe)
Habe mir das Buch gekauft, um etwas Schlaues zum Thema Älterwerden zu lesen - und wurde nicht enttäuscht. Leise Verzweiflung machte sich bei mir breit angesichts der Tatsache, dass viele meiner Altersgenossen ihr Leben im "letzten Drittel" hektischer und stressiger denn je gestalten. Da werden altbewährte Ehen plötzlich geschieden, nervenzerfetzende Liebschaften angefangen. Nicht nur die Männlein, auch die Weiblein orientieren sich hier gern an (erheblich) Jüngeren, was ich einfach (schon als Beobachter) furchtbar anstrengend (für beide Betroffenen) finde. Ist das offizielle Berufsleben beendet, werden noch einmal Firmen gegründet, Läden oder Restaurants eröffnet. Manche Ältere meinen, nun plötzlich als "Künstler" Karriere machen zu müssen. Es werden schreckliche Bilder gemalt und Ausstellungen in unschuldigen Ostsee-Gemeinden organisiert. Hektische Reisetätigkeit setzt dem Fass die Krone auf und selbstverständlich muss man bei all dem noch blendend aussehen und dünn wie ein Bindfaden sein.
Wilhelm Schmid sorgt hier für Entlastung. Er ermuntert den Leser, die Freuden des höheren Alters anzunehmen und zu genießen. Wir sind raus aus dem Wettbewerb? Wie wunderbar. Wir können lesen, Musik hören, mit unseren Enkeln spielen - oder einfach nichts tun, aus dem Fenster schauen und sinnieren. Was für ein schöner Luxus! Wir entwickeln Schrullen, Eigenheiten, Gewohnheiten, von denen wir nicht mehr lassen wollen? Das ist gut, weil es unser Leben leichter und einfacher macht. Wir möchten nicht mehr aus unserer gewohnten Umgebung weg, um nochmal nach ins Ausland zu gehen oder doch mindestens in die Hauptstadt zu ziehen, wo das Leben tobt? Dann sollten wir einfach dazu stehen. Wir sind jetzt ganz gerne mal alleine, möchten einige nervige Zeitgenossen aus dem Adressbuch streichen und uns ansonsten auf den Kreis der Menschen beschränken, die uns wirklich etwas bedeuten? Falsch kann das nicht sein.
Leider geht der Trend dahin, einen älteren Menschen, der sich nach einem Leben in Ruhe und Einfachheit sehnt, zu diskriminieren. Nicht selten wird eine solche Sehnsucht wie eine Art Krankheit behandelt, die man mit Medikamenten und Coaching-Programmen meint "behandeln" zu müssen. Es ist erscheckend, wie vielen älteren Menschen Anti-Depressiva verordnet werden. Wer diese Medikamente braucht, soll sie natürlich bekommen. Aber oft werden die Pillen schon verordnet, wenn Menschen ein gesteigertes Ruhebürfnis entwickeln oder sich ein wenig aus der lärmigen Welt zurückziehen wollen. Das kann's nicht sein.
Die Art, wie Wilhelm Schmidt den Leser ermutigt, das Alter mit seinen Einschränkungen, aber auch vielen neuen Möglichkeiten anzunehmen, finde ich sehr ansprechend. Das Buch hat nichts von der Penetranz eines Lebensratgebers, es reiht einfach kluge Gedanken aneinander, gewürzt von Zitaten großer Denker. Auch den Gedanken an den näherkommenden Tod - und wie man ihn irgendwann ohne Panik annehmen kann - behandelt Schmid in seinem Buch. Ich werde das kleine Bändchen an einige Freunde verschenken. Es ist eins jener Bücher, nach deren Lektüre man sich bereichert fühlt und auf einige Dinge einen neuen Blick hat. In vielen Situationen, in denen ich mich früher aufgeregt habe, denke jetzt an Passagen aus Schmids Buch und stelle fest: Es hat mich wirklich ein wenig gelassener gemacht. Ich muss natürlich noch weiter "üben".
Vielen Dank, Herr Schmid!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Psychiater und Psychotherapeuten überflüssig ?, 9. April 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Gelassenheit: Was wir gewinnen, wenn wir älter werden (Gebundene Ausgabe)
Der Philosoph Wilhelm Schmid hat eine außerordentliche Begabung. Sehr lebensnah versucht er seine Lebenskunstphilosophie zu verorten. Dies gelingt ihm auch. Denn seine Ideen, die ihren Grund in dem Selbstsorge-Konzept des französischen Philosophen Michel Foucault haben, wirken authentisch. Schmid schafft es in seinen kleinen Büchern, wahre Erörterungen zum jeweiligen Thema zu schreiben.

Das Buch „Gelassenheit“ beschäftigt sich mit dem Älterwerden. Statt Trübsal zu blasen, sorgt sich Schmid, das Gegenteil zu tun. Er ermuntert, die Aufgaben des Älterwerdens anzunehmen, sicher in dem Bewußtsein, dass jede Lebensphase seinen Reiz hat. So ist das Buch „Gelassenheit“ von einem Optimismus geprägt, der das höhere Lebensalter eher reizvoll erscheinen lässt.
Schmid fordert den Leser auf, ein eigenes Verhältnis zu den Aufgaben des Älterwerdens und des Alters zu finden. Ermutigung ist die eine Seite der Medaille. Gut verstandener Protest ist die andere Seite der Medaille. So schreibt Schmid plakativ: „Art of Aging statt Anti-Aging – eine Kunst des Älterwerdens, um mit diesem Prozess zu leben statt dagegen anzuleben.“ (11)

Zehn Schritte schlägt Schmid vor. So schreibt er über ein „Verständnis für die Eigenheiten des Alt-und Älterwerdens“ und über „Gewohnheiten, die das Leben leichter machen“. Unter anderem formuliert Schmid, von unschätzbarer Bedeutung beim Älterwerden sei die Freundschaft. Vertrautheit sei die Schönheit der Freundschaft. Konkreter: „Der Freund ist ein Mensch, von dem ich nichts will und nichts erwarte, mit dem ich einfach nur gerne zusammen bin, weil er so ist, wie er ist. Es macht mich froh, dass da einer ist, der mich mag und ich ihn, bei dem ich Verständnis finde und er bei mir, bei dem ich Privilegien genieße und er wiederum bei mir.“ (82)

Schmid sinniert auch über die „Besinnung, um heiter und gelassen zu werden“. Er schreibt davon, dass es bei der Besinnung um „die Suche nach Sinn, nach Zusammenhang“ gehe. Der Sinn, um den es gehe, sei eher selten der Sinn des Lebens als vielmehr der Sinn im Leben, „der Sinn einzelner Phänomene und Erfahrungen“ (86).

Während der Lektüre stellt sich mehr als einmal die Frage, ob die zahllosen Psychotherapeuten und Psychiater arbeitslos wären, wenn die Gegenwartsmenschen mehr und mehr sich mit philosophischen Vorstellungen eines Lebenskunstphilosophen Wilhelm Schmid auseinandersetzen würden. Ersetzt ein kleines Buch im Jackentaschenformat die Gebührenordnung für niedergelassene Mediziner und ambulante Psychotherapeuten ? Es würde möglicherweise nicht nur zu einer Heiterkeit führen, würde man diese Idee einmal in einer breiteren Öffentlichkeit diskutieren.

„Die eigene Deutung des Lebens ist der oberste Gerichtshof der Existenz, nur vor sich selbst hat ein Mensch sich für sein Leben zu rechtfertigen.“ (88) Dieser Gedanke ist nicht einer radikalen Subjektivität geschuldet, sondern einer wirklichen und überzeugenden Haltung zur Eigenverantwortung. Schmid lässt es unter anderem führen in eine innere Haltung, die jeder einzelne Mensch zu entwickeln hat: „Mit Hilfe von Besinnung kann anstelle einer finalen Nervosität schließlich die ultimative Gelöstheit entstehen, die auch als Heiterkeit bezeichnet werden kann.“ Haben Sie keine Angst, setzen Sie sich mit Wilhelm Schmid auseinander. Es lohnt sich.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


60 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Altern ist eine Zumutung" (Loriot), 24. März 2014
Von 
HeikeG (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Gelassenheit: Was wir gewinnen, wenn wir älter werden (Gebundene Ausgabe)
Es ist erst wenige Jahre her, da machten amerikanische Wissenschaftler aus Harvard mit einem sensationellen Forschungsergebnis auf sich aufmerksam. Ihnen war es bei Mäusen gelungen, deren Alterungsprozess aufzuhalten und ihn sogar umzukehren. Die entscheidende Rolle dabei spielt das sogenannte "Untsterblichkeitsenzym" Telomerase, für dessen Entdeckung es im Jahr 2009 sogar den Medizin-Nobelpreis gab. "Forever young"! Sollte der Song von Alphaville aus dem Jahr 1984 bald kein Wunschtraum mehr sein? Bis dies allerdings auch für den Menschen Wirklichkeit wird, müssen wir uns "wohl oder übel" mit dem Alterungsprozess "abfinden".

Doch warum tun wir uns so schwer mit dem Alter? Warum ist unser Bild, das wir davon haben, so negativ aufgeladen? Warum wird es zuweilen gar als Bedrohung angesehen? Wir verknüpfen das Älterwerden und Altsein mit Krankheit, Vergesslichkeit, Schmerzen, Einsamkeit, grauen Haare oder Glatze, Falten, Gebrechlichkeit oder Pflegebedürftigkeit. Laut neueren Untersuchungen spuken sogar schon in den Köpfen von sechsjährigen Kindern negative Fantasien von den bedauernswerten senilen und in die Jahre gekommenen Alten herum. "Ein Aspekt der Wahrheit des Älterwerdens ist, dass dieses Werden mehr als jedes andere mit der Vergänglichkeit konfrontiert ist.", stellt Wilhelm Schmid fest. Das ist zwar schon seit Menschengedenken so, "aber in moderner Zeit wurde ein Ärgernis daraus, denn alles ist technisch machbar, warum nicht auch die ewige Jugend?", so Schmid.

"Der Mensch wird von allein alt. Aber ob sein Altern gelingt, hängt von ihm ab. Es ist eine hohe Kunst, in guter Weise älter zu werden.", stellte schon der Benediktinerpater Anselm Grün fest. Gelassenheit ist das "Zauberwort", dem schon in der Antike eine große Bedeutung beigemessen wurde. In der Moderne aber geriet gerade sie in Vergessenheit. Sie wurde zum Opfer des modernen Aktivismus, des wissenschaftlich-technischen Optimismus. Warum diese Tugend nicht einfach wieder kultivieren? "Art of Aging statt Anti-Aging", so Schmids Slogan. Das kleine, schmale Büchlein des Philosophen und Glücksforschers zeigt, wie man durch mehr Gelassenheit seine Einstellung zum Älterwerden und zum Alter beeinflussen, damit gesünder alt werden und so dem Alter abgeklärter und entspannter entgegensehen kann.

In tiefgehenden, aber verständlichen philosophischen Disputen, gegliedert in zehn kurze Kapitel, stellt er Überlegungen zur schrittweisen Erlangung von mehr Gelassenheit beim Älterwerden an. Grob zusammengefasst umfassen sie Gedanken:
1. zu den einzelnen Zeiten des Lebens
2. zum "Erwerb eines Wissens von den Eigenheiten dieser Lebensphase, eine Aufgeschlossenheit für das Werden, das sie ermöglicht, und ein Verständnis für die Herausforderungen, die sie mit sich bringt"
3. zum Pflegen und Kultivieren von Gewohnheiten
4. zur Erlangung einer bewussten Fähigkeit zum Genuss, sei es im Reisen, der Erinnerung, des Gesprächs, der Gartenlust oder auch der Lust zur Muße
5. zur Stärkung der Hinnahmefähigkeit, "um mit kleineren Malaisen und größeren Problemen zurechtzukommen"
6. zu Berührungen, egal ob aktiven oder passiven wie dem Gespräch oder der stillem Form während einer Lektüre
7. zum vielfältigen Netz aus Freund-, aber auch Feindschaft
8. zur Besinnung, der Suche nach Sinn und Zusammenhang
9. aber auch zum Finden einer Haltung "zur Grenze des Lebens" - dem Tod
sowie schlussendlich
10. zu einem möglichen Leben nach dem Tod.

Statt das Alter als eine Bedrohung, können wir es auch als eine Bereicherung und eine Chance ansehen. Oder wie es der Autor ausdrückt: "Das Einverständnis mit dem Leben kann alle Beschwernisse des Alters überwinden. Es geht mit der Gelassenheit einher, die nicht schwer ist, da sie vom Lassen kommt, das wiederum von selbst leichter wird, wenn das Tun schwerer fällt: Dinge einfach geschehen lassen und sie nicht komplizierter zu machen, als sie sowieso schon sind." In knappen, klaren, fast stichwortartigen Sequenzen gibt der Berliner Philosoph Gedankenanstöße und regt an, in sich zu gehen, das eigene Leben und auch sein Umfeld zu hinterfragen. Entstanden ist ein wunderbar-geistvolles, belebendes-besinnliches, ja schönes Büchlein, das zum Nachdenken ermuntert, zum In-sich-Hineinhorchen, zum Sinnieren. Ein Text, nicht opulent und ausschweifend, sondern wortweise und prägnant, der dazu verleitet, Gedanken spielen zu lassen: sehr sinnvoll! Manchmal kann weniger durchaus mehr sein.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


44 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Was wir gewinnen, wenn wir dieses Buch nicht lesen oder Ein Bündel Banalitäten, 28. August 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Gelassenheit: Was wir gewinnen, wenn wir älter werden (Gebundene Ausgabe)
Seit längerem wollte ich mal ein Buch von Wilhelm Schmid lesen, der sich ja mit seiner „Lebenskunst“ eine ergiebige Nische auf dem Buchmarkt eingerichtet hat. Nun habe ich zufällig zur „Gelassenheit“ gefunden.

Offenbar handelt es sich bei dieser Art Bestsellern um kurzgefasste Handreichungen, die man statt einer Tafel Schokolade o.ä. gut verschenken kann. Das ist es dann aber auch. Auf originelle Gedanken bin ich kaum gestoßen (womöglich finden sich welche in den umfangreicheren Büchern des Autors). Stattdessen: ein Schnellfeuer an Plattitüden, von wenigen Ausnahmen abgesehen (etwa das kleine Lob der „Feindschaft“ auf den Spuren Nietzsches).

Nun gehöre ich sicherlich noch nicht zum Seniorenpublikum, aber „älter“ wird man ja schon lange, bevor das eigentliche Alter einsetzt. Und ich denke mir, als wirklich alter und lebenserfahrener Mensch muss man sich von dieser Art „Lebensweisheit“ ein bisschen verschaukelt vorkommen. Es wirkt, drastisch gesagt, wie eine Ansprache an bereits Vierteldemente, denen man Selbstverständlichkeiten als Selbstgedachtes und Banalitäten als der Weisheit letzten Schluss offeriert. Zum Beispiel: „Das Leben ist zu kurz, um schlechten Kaffee zu trinken.“ Oder: „Eine Lust, die im Alter eher noch intensiver wird, ist die Lust des Gesprächs… Aber das Gespräch scheitert, wenn keiner zuhören will…“ Oder: "Aus der Zukunft wurde Gegenwart, aus der Gegenwart Vergangenheit." Ja, so ist das mit der Zeit.

Man liest viele schlichte Sätze, die trotzdem noch geschwollen klingen: „Das Medium der Annäherung von Menschen ist oft die Berührung.“ Was soll hier das Floskelwort „Medium“? Menschen berühren sich gern, Berühren tut gut – aber das hätte dann wohl doch zu dürftig geklungen.

Und was ist von einem Philosophen zu halten, der ständig die Formulierung „Sinn machen“ verwendet? Und über die Liebe im Alter Sätze wie den Folgenden verfasst: „Übereinander herzufallen kommt nicht mehr so oft vor.“

Immerhin weiß ich jetzt, wie man einen Bestseller schreibt: den Leuten das sagen, was sie sowieso wissen, dem Ganzen aber einen etwas feierlichen Rahmen geben…
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


34 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Kunst des Alterns, 25. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wir leben in einer Zeit, in der Jugendlichkeit idealisiert und die Endlichkeit des Lebens tabuisiert werden. Lebenssinn wird reduziert auf die Steigerung des Habens (Erich Fromm: Haben oder Sein). Glück wird zum Objekt der spirituellen Leistungssteigerung, angeboten auf dem Markt zwischen Produkten wie Abnehmen oder Zen . Erfolgszwang in jeder Beziehung lässt Menschen ausbrennen.
In dem neuen Büchlein von Wilhelm Schmid findet sich ein wunderbarer Gegenpol zu all dem: ein Juwel seelsorglicher Philosophie, Lebenskunst im besten Sinne: die Begegnung mit der Kunst, das Alter und das Älterwerden gelassen und humorvoll anzunehmen. Schmid erkennt die Polarität des Lebens an: Lust und Schmerz, gute und böse Tage, die Melancholie, Leben in Fülle und die Realität des Scheiterns. Schmid unterscheidet sich wohltuend von der Riesenflut esoterisch angehauchter Ratgeberliteratur nach dem Motto: “Ich bin dann mal positiv!”
Der Gnadenlosigkeit der Selbstoptimierung setzt Schmid eine weise Milde entgegen, die sogar den Feind aufwertet: “Hat der Feind es aufgrund langjähriger Treue nicht verdient, aufrichtige Anerkennung in seiner Rolle zu finden? Ein Feind kann Ansporn zu großen Dingen sein, die ansonsten sehr schwer gefallen wären.”
Der 17jährige Sohn Schmids hat gerade die Schule geschmissen. Auf die Frage des Vaters, was hilfreich beim Älterwerden sei, weiß der Sohn vortrefflichen Rat: “Gutmütige Kinder.” - Der Philosoph hat zuhause Alltag. Das tut beim Lesen gut, denn nichts ist abgehoben, aber alles ist in dieser Philosophie gut aufgehoben.
Humor kommt nicht zu kurz: Der letzte (erdachte) Erdentag des Philosophen möchte auf köstliche Weise der Tatsache entfliehen, dass der Tod uns und auch ihn wahrscheinlich in denkbar ungünstiger körperlicher und seelischer Verfassung antrifft.
Aber dies ist nur das vorletzte Kapitel. Das letzte Kapitel eröffnet die Tür zu einem möglichen neuen Raum des Seins. Aber wenn es nun doch nicht so sein sollte? - “Dann war dieses eine Leben wenigstens ein schönes Leben!”
Ein schönes, warmherziges, gnädiges Buch!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen "ich bin nicht im Besitz der Gelassenheit", 26. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Gelassenheit: Was wir gewinnen, wenn wir älter werden (Gebundene Ausgabe)
schreibt der Autor, und dieser Satz hätte für mich eine Warnung sein sollen. Trotzdem habe ich es gelesen und stehe jetzt mit einer Enttäuschung da. Ohne eingene Erfahrung von Gelassenheit wird es nämlich schwierig, darüber zu schreiben, bzw. es bleibt ein "darüber schreiben".

Die Wahrheiten, die nicht aus der eigenen Erfahrung kommen, mutieren zu Allgemeinheiten, alles kommt vom Kopf, wirkt aufgesetzt. Allein das Vorwort fällt authentisch aus: dort schreibt Schmid über seine Mutter, wie er sie wegen ihrer Gelassenheit im Alter bewundert hat und sich fragte, wie er doch selbst gelassen werden könnte.

Das Bild seiner älternde Mutter ist es, was mir als warmherzige Erinnerung vom Buch bleibt. Bei all den anderen Kapitel habe ich vergeblich gewartet vom Buch berührt zu werden.

Hätte ein wichtiges Buch werden können. Die erhoffte Inspiration blieb völlig aus.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gelassenheit zulassen, 7. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch hat mich berührt. Meine Gedanken, meine Gefühle. Älterwerden ist ein Privileg, genau wie die damit gewonnen Möglichkeit zu Gelassenheit. Unseren Grosseltern war das noch nicht vergönnt. Da war der Kampf ums Überleben wichtiger als das Leben in Gelassenheit. Gönnen wir uns also dieses Buch, das Philosophieren, die Hoffnung auf ein schönes, gelassenes Alter! Welcher Generation nach uns wird das mit unserem Konsumerbe noch vergönnt sein? Dieser Gedanke raubt mir dann doch ein Stück mühsam errungener Gelassenheit!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weise Worte zum Thema Älterwerden, 13. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Gelassenheit: Was wir gewinnen, wenn wir älter werden (Gebundene Ausgabe)
Ich glaube der erstaunliche Erfolg dieses Buches (zur Zeit Platz 2 in der SPIEGEL-Bestsellerliste) hängt mit dem Untertitel zusammen: "Was wir gewinnen, wenn wir älter werden." Eine solche Aussage ist für viele eine Überraschung. Nanu, man kann etwas gewinnen, wenn man älter wird? Die moderne Gesellschaft glaubt das Gegenteil. Sie versucht mit allen Mitteln (Anti-Aging & Co) das Altern zu verhindern und aus dem Bewußtsein zu verdrängen.

Das kann für einige Zeit sogar funktionieren, aber nicht allzu lange. Früher oder später macht sich das Alter in einer Weise bemerkbar, daß Anti-Aging und krampfhaftes Jung-sein-Wollen nicht mehr weiterhelfen. Anti-Aging erweist sich als Illusion.

Der Philosoph Wilhelm Schmid weist einen anderen Weg. Nicht Anti-Aging, sondern Better-Aging ist seine Devise. Er zeigt, daß es auch im Alter zahlreiche Möglichkeiten zu einem erfüllten Leben gibt. Die Tugend der Gelassenheit zu entwickeln ist Aufgabe und gleichzeitig die beste Strategie für den Herbst des Lebens. Dieses Buch gibt dazu viele Anregungen.

Fazit: Auf knappem Raum (nur ca 120 Seiten) bringt Schmid Wesentliches zum Thema Älterwerden. Ein sympathisches Buch, ein Brevier der Lebenskunst im Alter.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


27 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Artikel für die Renterbravo - aber kein philosophisches Werk, 2. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Lesenswert ist das Vorwort. Hier unterscheidet der Autor noch zwischen Älter WERDEN und Alt SEIN. Er definiert Begriffe, von denen man danach erwarten sollte, dass sich der Autor im Hauptteil seines Buches tiefer damit beschäftigt. Weit gefehlt! "Ich bin nicht im Besitz der Gelassenheit, aber sie erscheint mir erstrebenswert, um ein schönes Leben führen zu können." so schreibt der Autor und deshalb habe ich das Buch gekauft. DIESES BUCH HAT MICH DER GELASSENHEIT NICHT NÄHER GEBRACHT - würde Gernot Hassknecht aus der Heute-Show wohl sagen. ICH habe mich nur geärgert es gekauft zu haben. Wäre ich heute nicht 55 sondern weit über 70 und nicht mehr agil im Denken, hätte mich das Buch vielleicht weitergebracht. So schreibt der Autor: "In vielerlei Hinsicht durchlaufen wir beim Altwerden die Entwicklung vom Anfang des Lebens noch einmal, allerdings in umgekehrter Richtung. Daran hat sich der Autor gehalten und mutet so dem Leser ein Buch im Stile eines Ratgebers fürs erste Schuljahr zu.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Im Alter ein neues Ego, 29. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Werde im Alter gelassen (sonst bist oder wirst du verlassen)", lautet die Botschaft. Einverstanden. Dass dieses Ziel aber ein besseres/neueres/klügeres ist, als das uralte Sokratische Ziel "Opfert dem Asklepios einen Hahn", bleibt unbegründet.
Für einen Philosophen dünn.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 26 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Gelassenheit: Was wir gewinnen, wenn wir älter werden
Gelassenheit: Was wir gewinnen, wenn wir älter werden von Wilhelm Schmid (Gebundene Ausgabe - 24. März 2014)
EUR 8,00
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen