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Kundenrezensionen

55
4,2 von 5 Sternen
Der Atem der Welt: Roman
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Format: Gebundene AusgabeVine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Der Roman spielt in der Mitte des 19. Jahrhunderts, damals endete in der Literatur die Epoche der Romantik. Ihre Themen waren Liebe, Sehnsucht und die Erforschung des Unbekannten als Herausforderung. Dazu zählte auch die Erforschung der eigenen Gefühle und Motive, Drama und Pathos mischen sich mit Poesie. Diese moderne Autorin scheint bewusst diese Stilmittel in ihrer weniger romantischen und gut konstruierten Erzählung einzusetzen. Die Handlungen und Beweggründe der intensiv gezeichneten Charaktere sind glaubhaft und nachvollziehbar, dazu handelt es sich ganz einfach auch um eine interessante Geschichte.

Die Autorin lässt die Erzählung aus der fiktiven Erinnerung ihres Protagonisten schildern. Ein Junge aufgewachsen in der Gosse Londons und diese Gosse bringt sie uns gleich bildhaft nahe, indem sie aus der Sicht von Jaffy von seinen ersten Erinnerungen aus seinem damaligen Leben berichten lässt.
Im Netz findet man die Information, dass der Stadtteil Bermondsey in dem Jaffy seine ersten Lebensjahre verbrachte zu den schlimmsten Slums Londons im 19. Jahrhundert gehörte. Dieser Stadtteil soll auch Charles Dickens als Bühne für seinen Oliver Twist gedient haben.

Wenn nicht die leicht inflationäre Verwendung von beschreibenden Adjektiven wäre – halt der Romantik geschuldet - hätte mir dieser Roman ausgezeichnet gefallen. So haben die überbordenden Eigenschaftsaufzählungen hin und wieder meinen Lesespaß gemindert.
Ein zum Glück extremes Beispiel:
Und wenn wir dann blinzelnd das Flussufer erreichten, offenbarte sich uns vollendete Schönheit: ein
wahres Wunder, ein hoher, edler Dreimaster, der Tee aus Indien brachte und sich schnell dem Pool of London näherte, der Hafenanlage, wo hundert Schiffe – als wären es reinrassige Pferde, die gefüttert, gestriegelt, aufgezäumt, beschwichtigt und beruhigt wurden – vor Anker lagen, um sich auf die nächste große Bezwingung der Meere vorzubereiten.

Ich liebe auch die alten Teeclipper, das waren Schiffe die jedem Seefahrt Begeisterten das Herz höher schlagen lassen, ein bisschen weniger Pathos wäre mir aber lieber.

Interessiert hat mich der Begriff „Pool of London“ - es handelt sich um einen ganz bestimmten Teil der Themse-Häfen in denen die Überseeschiffe ankamen. Die Autorin schildert ihrem Stil gemäß bildgewaltig und drastisch die Lebensumstände der Unterschicht im damaligen London.
Der Hauptfigur gelingt es sich mit Intelligenz und Abenteuerlust aus diesem Umkreis zu befreien.
Man muss aber nicht befürchten, dass es nur düstere, bedrückende Szenen gibt. Wie im wirklichen Leben gibt es auch immer wieder schöne und lustige Momente, die C. Birch mit viel Einfühlungsvermögen schildert. Wie Jaffy das erste Mal auf dem Walfänger mit der Takelage, den Tauen und dem Ankerspill konfrontiert wird, ist geradezu unheimlich authentisch. Wer wie ich auch schon mal auf einem Großsegler tätig war, wird wissen was ich meine. Auf der Suhrkamp-Verlagsseite findet man ein Interview mit der Autorin zu den interessanten Hintergründen ihres Buches. Ich war überrascht zu erfahren, dass die Szene mit Jaffy und dem Tiger auf einer wahren Begebenheit beruht, über die Parallelen zum Schiffsunglück der ESSEX wurde ja schon geschrieben.

Fazit: Gewöhnungsbedürftiger sehr detailverliebter Schreibstil, der einem liegen muss. Dabei eine wirklich gute Geschichte mit einem wenig romantischem Verlauf und einem tiefen Verständnis für menschliche Psychologie. Aus Neugier hatte ich mir die englische Leseprobe auf meinen Rechner geladen, dabei konnte ich feststellen, dass sich die Übersetzung eng ans Original hält nur die Sprachmelodie ist aufgrund der englischen Grammatik eine andere, in meinen Augen angenehmere.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
VINE-PRODUKTTESTERam 12. Februar 2013
Format: Gebundene AusgabeVine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Der Roman von Carol Birch ist festgemacht an zwei historisch verbürgten Ereignissen. Da wird einmal im London des 19. Jahrhunderts ein Achtjähriger von einem ausgerissenen Tiger ins Maul genommen, herumgetragen und unverletzt wieder abgesetzt. Zum anderen losen zwei schiffbrüchige Freunde darum, wer den anderen erschiessen und essen, also überleben darf.-
Das waren ganz bestimmt besondere Ereignisse. Beim Lesen dessen aber, was der Protagonist Jaffy und sein Freund Tim zwischen diesen beiden Fixpunkten tun und
lassen, denken und erfahren, beschleicht mich sehr bald ein Deja-vu-Gefühl – das kenn ich doch irgendwoher! Ich bin erinnert an >Grosse Erwartungen<, was das Leben in London angeht, kenne den Dreck und die Gerüche aus dem >Parfüm<, habe von den Schönheiten und Schrecklichkeiten der christlichen Seefahrt bei >Hornblower< und >Moby Dick< gelesen. Etwas von der >Entdeckung der Langsamkeit< klingt an, im Hintergrund winkt die >Vergessene Welt< von Conan Doyle, und wie ein Hintergrundrauschen ist allgegenwärtig der >Schiffbruch mit Tiger<.
Dieses Gefühl steht ein Buch lang zwischen mir und Jaffys Abenteuern – sie scheinen aus zweiter Hand zu sein, es funkt einfach nicht. Auch die Wortwahl, womöglich der Übersetzung geschuldet, lässt keine Nähe aufkommen - ein Londoner Gassenjunge des 19. Jahrhunderts verwendete sicher nicht das Wort „exquisit“, um ein Beispiel zu nennen. Abstand schafft auch eine Reihe von kurzen aber sehr drastisch beschriebenen Szenen, die sich völlig überraschend und nicht unbedingt notwendig auf den unvorbereiteten Leser ergiessen und einen beträcht-lichen Ekelfaktor bergen. Während anschliessend die Erzählung weiterplätschert, sitze ich betäubt und frage mich – Was war das denn – und wozu!? –
Ich finde, Frau Birch hat da eine Geschichte geliefert, deren Bestandteile schon von anderen meisterlich ausgeführt worden sind. Das kann sie nicht toppen. Mein alter Deutschlehrer hat gesagt, Man nehme zwei Bücher und mache ein drittes. Er bezog es zwar auf Fachliteratur, aber mit Belletristik scheint es auch zu gehen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Format: Gebundene AusgabeVine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Alls Jaffy Brown den Tiger kennenlernt ist es so, als ob er neu geboren würde. Diese Begegnung ist es auch, die ihn gemeinsam mit dem Leser in eine exotische und faszinierende Welt entführt. Der Beginn einer überwältigenden Reise, erzählt von Carol Birch mit poetischer Kraft.

Das erste, das mich an diesem Buch fasziniert hat, war das wunderbare Titelbild, das den Inhalt exakt spiegelt. Der Tiger im Londoner Hafenviertel. Und schließlich der klangvolle Titel. "Der Atem der Welt". Einfach wunderschön. Ebenso ist der Inhalt, der mich trotz einiger Längen völlig begeistern konnte. Gemeinsam mit Jaffy und seinem besten Freund Tim erleben wir spektakuläre Abenteuer und wer nun der Meinung ist, dass ich in meiner Rezension zu viele Adjektive verwende, irrt sich. Man müsste eigentlich noch viel mehr davon verwenden, um das Buch auch nur annähernd beschreiben zu können.

Das Buch stand 2011 auf der Short List des Man Booker Prize und ich frage mich, warum es nicht gewonnen hat. Natürlich gibt es auch ein paar kleinere Schwachstellen. Dazu gehören die oben erwähnten Längen des Buches. Besonders das Ende gestaltet sich eher zäh und erschien mir für die Geschichte selbst auch eher vernachlässigbar.

Fazit: Ein Buch, in das man ohne Erwartungen eintauchen sollte, um dann umgehauen zu werden.
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TOP 500 REZENSENTam 26. Dezember 2012
Format: Gebundene AusgabeVine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Carol Birch führt ihre Leser nach London in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein wenig lebte in meiner Fantasie die Welt des Charles Dickens auf. Ich lese Romane, die in dieser Zeit angesiedelt sind, an sich sehr gern und selten hat mich einer so zwiegespalten zurückgelassen wie dieser. Den Erzählstil der Autorin mochte ich. Durch die Verwendung vieler Adjektive erscheint die erzählte Geschichte sehr plastisch und man kann sich die Gegebenheiten sehr gut vorstellen. Andererseits hätte ich manches gern noch ausführlicher beschrieben gehabt, so zum Beispiel die Kindheit des Jaffy Brown in den Londoner Docklands. Es fiel mir auch etwas schwer, mich in den Roman einzulesen. So richtig einfangen konnte mich Carol Birch erst zum Zeitpunkt des Schiffbruchs. In diesem Abschnitt waren die Personen besonders gut charakterisiert, so wie im echten Leben in Notsituationen die Charaktereigenschaften besonders gut sichtbar werden, so empfand ich das auch in diesem Fall. Ungeschönt und psychologisch gekonnt wurden die Ängste und Gewissenskonflikte der Protagonisten dargestellt und manch harte Szene musste der Leser verdauen, Szenen, die nahe gingen und in denen auch Abscheu aufkommen konnte. Die Walfangkapitel erinnerten mich sehr an Moby Dick, konnten aber in ihrer Intensität nicht mit dem Klassiker mithalten. Im Nachwort wurde dann auch deutlich, auf welchen wahren Begebenheiten der Roman fundiert und die Parallelen zum Werk von Melville wurden verständlicher.

So hin- und hergerissen, wie ich beim Lesen des Romans war, bin ich auch bei dessen Bewertung, weil ich nicht an handfesten Fakten festmachen kann, was mich gestört hat. Vielleicht waren die Erwartungen meinerseits zu hoch, vielleicht war es das falsche Buch zur falschen Zeit. In Anbetracht der wirklich schönen Beschreibungen von Menschen, Tieren, Begebenheiten und Umwelt vergebe ich 3,5 von 5 Sternen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Format: Gebundene AusgabeVine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Von der britischen Schriftstellerin Carol Birch hatte ich noch nie zuvor gehört, obwohl sie in über 20 Jahren bereits elf Romane geschrieben hat.
Aber ein Mitte des 19. Jahrhunderts spielendes Seefahrerabenteuer, das hatte mich angesprochen und das ebenso schöne wie ungewöhnliche Umschlagbild mit dem Tiger tat sein übriges...

Die Geschichte beginnt in den Londoner Slums, wo der achtjährige Jaffy Mitte des 19. Jahrhunderts in ärmlichen Verhältnissen aufwächst.
Als er eines Tages beim Ausbruch eines Tigers Charles Jamrach, einen Importeur wilder Tiere, kennenlernt, nimmt dieser ihn unter seine Fittiche und heuert Jaffy als Tierpfleger an.
Ein neues, abenteuerliches Leben beginnt für Jaffy, in dem er einiges von der Welt sieht, das harte Leben auf See kennenlernt, sich mit seinem neugewonnenen Freund Tim auf die Suche nach einem "Drachen" für einen Kunden Jamrachs macht und vieles mehr...

Geschickt vermischt Carol Birch in "Der Atem der Welt" Fiktion und historisch Belegtes, denn Charles Jamrach gab es wirklich und auch der fulminante Beginn mit dem Ausbruch eines Tigers hat sich tatsächlich zugetragen, wovon noch heute eine Statue an den London Docks zeugt.
Die Schiffbruchgeschichte, die einen recht großen Teil des Romanes einnimmt, basiert wiederum auf dem Untergang des Walfängers Essex, der auch Herman Melville zu seinem Klassiker "Moby Dick" inspirierte, und der Geschichte seiner Überlebenden.

Ein Seefahrerabenteuer hatte ich erwartet und bin da auch nicht enttäuscht worden, aber "Der Atem der Welt" bietet darüber hinaus noch viel mehr, nämlich eine Reise nicht nur an exotische Schauplätze, sondern auch in menschliche Abgründe, die sich auftun, als die Protagonisten Schiffbruch erleiden und sich die Frage stellt, wie weit man für sein Überleben zu gehen bereit ist...
Dabei schafft es Birch, einen tatsächlich an die beschriebenen Handlungsschauplätze zu entführen;
sowohl die Londoner Slums des 19. Jahrhunderts als auch das harte Leben auf See zu dieser Zeit, die exotischen Schauplätze wie die Pitcairn-Inseln, wo auch die Meuterer der Bounty an Land gingen, und die beklemmende Situation im Rettungsboot werden so plastisch geschildert, daß man sich tatsächlich mittendrin wähnen könnte.
Birchs Stil ist dabei einerseits sehr fantasievoll und bildhaft, andererseits aber auch überraschend deftig und unverblümt;
fast schon poetisch anmutende Schilderungen wechseln sich mit drastischen Beschreibungen von Dreck, Armut und Tod ab, die teilweise nichts für allzu sensible Gemüter sein dürften.
Für einen Abenteuerroman ist "Der Atem der Welt" dabei ungewöhnlich vielschichtig;
sowohl das Seefahrerabenteuer als solches als auch die Frage nach der Vertretbarkeit von Wildtierfang gäben jeweils schon alleine genug Stoff für einen eigenen Roman ab, ganz zu schweigen von der Frage, wie weit der menschliche Überlebenswille in Extremsituationen gehen kann und darf und wie man später mit dem, was man für sein eigenes Überleben zu tun bereit war, umzugehen schafft.

Fazit: Ein faszinierender Abenteuerroman, der einen für eine Weile abtauchen lässt in eine Zeit voller Entbehrungen, aber auch voller Abenteuer, manchmal in seiner Drastischkeit beinahe schon abstoßend, aber dennoch fesselnd, dazu hervorragend geschrieben - eine absolute Empfehlung!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 18. Oktober 2012
Der Roman Der Atem der Welt" von Carol Birch ist im Insel Verlag als Hardcover mit Schutzumschlag erschienen und umfasst auf 394 Seiten 17 Kapitel in drei Teilen unterschiedlicher Länge. Das Buch verfügt über ein orangefarbenes Lesebändchen. Der Schutzumschlag ist entsprechend der Erzählung gestaltet. Auf der Vorderseite sind die Docks des Wolken überschatteten Londons im Hintergrund zu sehen, hier beginnt die Geschichte. Ein Tiger wie er im Vordergrund des Covers abgebildet ist, bringt die Wende im Leben von Jaffy Brown, dem Protagonisten und Ich-Erzähler des Romans.
Auf der Flucht vor dem Liebhaber seiner Mutter ziehen die beidenin den 1850er Jahren in die Nähe der Londoner Docks. Der erst achtjährige Jaffy hat oft kaum genug zu essen und die Gegend ist schäbig und voller Gestank. Für kleine Besorgungen, die er für Nachbarn erledigt, erhält er ein wenig Geld. Bei einem dieser Einkäufe begegnet er einem Tiger, dem er gerne die Schnauze streicheln möchte, doch er landet in dessen Maul. Der Besitzer und Tierimporteuer Jamrach greift ein und zeigt sich erleichtert darüber, dass Jaffy nichts weiter geschehen ist. Er bietet ihm an, bei ihm zu arbeiten. So lernt er Tim kennen, der auch dort arbeitet. Die beiden werden beste Freunde, obwohl Tim Jaffy oft ärgert. Als Jaff fünfzehn ist, bekommt Jamrach von einem Auftraggeber die Order einen legendären Drachen" zu besorgen. Dazu wird ein Walfängerschiff gechartert und Tim wird für die Crew und der anschließenden Pflege des Tiers verpflichtet. Jaffy heuert aufgrund seines Wunschs, die Meere zu befahren, auf eigene Faust an. So beginnt die Weltumseglung der beiden Freunde, eine Fahrt ins Unbekannte und an den Rand des Erträglichen.
Dieses Buch erzählt über Freundschaft zwischen zwei Jugendlichen mit allen nur erdenkbaren Höhen und Tiefen bis zum Äußersten und nahezu nicht begreifbar für den Leser. Carol Birch zeichnet in in ihrer Sprachgestaltung eine Welt für den Leser so, dass nicht nur ein Eindruck der äußeren Umgebung entsteht, sondern dass er förmlich die Gerüche und Geräusche die Jaffy begleiten, wahrzunehmen glaubt. Bei allen Widrigkeiten ergibt sich doch aus der Ich-Erzählung von Anfang an eine Wiederkehr vom Abenteuer für Jaff. Oftmals spricht der Ich-Erzähler den Leser auch direkt an und zieht ihn dadurch unmittelbar in die Geschichte mit ein. Es ist so, als ob er seine Erlebnisse einem guten Bekannten nach der Rückkehrs seiner Reise berichten würde. Die Autorin zeichnet mit dem Protagonisten einen selbstbewussten Charakter, der mit den Lesern seine Gedanken und Gefühle teilt. Die Mannschaft des Walfängers umfasst natürlich einige Mitglieder, die jedoch mit persönlichen Eigenschaften versehen und dadurch unterscheidbar sind.
Der Atem der Welt" ist, faszinierend und bewegend. Der Roman ist sicher nichts für zartbesaitete Leser, aber für alle die sich auf ein Abenteuer einlassen möchten und vor Gefahren und deren Konsequenzen nicht zurückschrecken.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. November 2012
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Ich hatte mich spontan von dem "Tiger-Cover" ansprechen lassen, zudem waren die zitierten Pressestimmen recht positiv.

Nachdem ich nun das Buch gelesen habe kann ich mich diesen Besprechungen leider nicht anschließen.

Ein zwiespältiges Buch.

Eine Kritik lautete: »Phantasievoll geschriebenes Literatur-Patchwork ...«

Das trifft es m.E. ganz gut. Das Buch erinnert mich an einen Mix aus "Der Seewolf", "Moby Dick", "Schatzinsel" und ähnlichen Werken.

Es beginnt mit einem Paukenschlag, dem Auftritt des Tigers - am Ende der 400 Seiten frage ich mich schon, ob es nicht auch ohne diese Overtüre gegangen wäre.

Der umfassende Teil 2 ist dann die Abenteuer- und Seereise, mit Walfang, Tierjagd und Schiffbruch. Auf gut 100 Seiten begleitet man dann die Protagonisten in ihrer Nussschale zwischen Wasser- und Zwiebackration, Kanibalismus und täglich zunehmendem Wahnsinn. Sehr zähe und auch nicht sehr appetitliche Kost !

Teil 3 des Buch dient der Bewältigung des Traumas (Schiffbruch und Rettung), nachvollziehbar aber nicht unbedingt lesenswert.

Der Schreibstil hat mir zudem überhaupt nicht gefallen, alles in allem kein Vergnügen dieses Buch bis zum Schluß zu lesen.

Max 2 Sterne, zu mehr kann ich mich nicht hinreissen lassen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Format: Gebundene AusgabeVine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Carol Birch stand mit diesem Roman auf der Shortlist des Man Booker Prize 2011, dem wichtigsten britischen Literaturpreis. Vollauf berechtigt, darf ich nach der fast atemlosen Lektüre feststellen. Birch versteht ihr Handwerk, ist es doch schon ihr elfter Roman, von denen bisher aber erst vier in Deutschland erschienen sind. Den Blick zurück warf sie schon in ihren letzten beiden Romanen „The Naming of Eliza Quinn“ (2005) und „Scapegallows“ (2007). Auch in „Der Atem der Welt“ geht sie mehr als hundert Jahre zurück. Sie greift Melvilles Moby Dick Thema rund um das authentische Schicksal des Untergangs des Walfängers Essex auf. Das Schicksal der jungen Crew, der jüngste an Bord war 14 Jahre alt, hat sie berührt. Auch Mr. Jamrachs Londoner Tiermenagerie ist ebenso historisch belegt, wie der Ausbruch eines Tigers aus dieser Menagerie. Aus der Begegnung eines achtjährigen Jungen, der den Tiger gestreichelt haben soll, entwirft Birch die Handlungsmuster ihres überbordenden Abenteuerromans.

Der kleine Jaffy wird nach dieser Begegnung, einer Art Wiedergeburt, Tierpfleger bei Jamrach, lernt dort Tim kennen, mit dem er sieben Jahre später eine Weltreise auf einem Walfänger antritt. Die Geschichte der Freundschaft und Rivalität im Kampf um Vaterfiguren ist eingebettet in die Brutalitäten des Alltags, die völlig ohne Beschönigung dem Leser dargeboten werden. Sie ist eingebunden in einen dramatischen Überlebenskampf.

Sprachlich äußerst dicht, atemlos, schonungslos und brutal geschrieben. Wer sich darauf einlässt, wird das Buch nicht aus der Hand legen.
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TOP 1000 REZENSENTam 22. Januar 2013
Format: Gebundene AusgabeVine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Londoner Docklands, 1857: Die Begegnung mit einem aus Jamrachs Menagerie entlaufenen Tiger ändert das Leben Jaffy Browns, dessen Kindheit und Zuhause bisher von Armut, Gestank und Unrat geprägt war. Jamrach bietet dem Jungen, der das mächtige Gebiss des Tigers auf so wundersame Weise unbeschadet überstanden hatte, einen Job in seiner Tierhandlung und damit den Zugang in eine völlig neue Welt voller magischer Geschöpfe und bisher unbekannter Tiere.
Zwischen Jaffy und Tim, der ebenfalls bereits bei Jamrach arbeitet, entsteht eine nicht immer ausgeglichene Freundschaft, die gemeinsam mit ihrem Fernweh dafür sorgt, dass beide Jungen auf einem Walfänger anheuern. Ebenfalls mit an Bord geht Dan, der im Auftrag eines reichen Exzentrikers für Jamrachs Menagerie in der Südsee einen Drachen fangen soll, über deren Spezies es bisher nur in Spelunken erzählte Gerüchte gibt.
Anfangs ist den Seeleuten auch das Glück noch hold, aber Abenteuer, Schrecken und Wahnsinn warten...

Und mein Fazit:
Der Roman von Carol Birch war für mich ein sehr zwiespältiges Leseerlebnis.
Während die erste Hälfte des Buches mein Durchhaltevermögen überstrapaziert hat, da ein Spannungsbogen aufgrund gefühlt ewig gleicher Handlung ohne erzählerische Höhepunkte fast komplett fehlte, entwickelt sich die zweite Hälfte - ab der Landung auf der Insel der Drachen - zu einer wahren Tour de Force, traurig, schockierend und wahnsinnig.
Auch mit dem Schreibstil bin ich nicht wirklich warm geworden.
Die Bewertung mit 3 von 5 Sternen trifft es daher für mich am besten.
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TOP 500 REZENSENTam 16. Dezember 2012
Das fast tödliche Zusammentreffen mit einem Tiger auf den Straßen Londons verändert das Leben des achtjährigen Jaffy Brown für immer. Jahre später heuert er auf einem Segelschiff an, um mit seinem Freund einen Drachen zu fangen.

Carol Birch bedient sich einer bildhaften Sprache, die vielleicht jedem liegt. Da sie aber nicht blumig ist, gefiel mir ihr Schreibstil sehr gut. Die Autorin schafft es beispielsweise wunderbar, das London des 19. Jahrhunderts lebendig werden zu lassen.

Dabei schreibt sie aus der Sicht eines Jungen, der in den Slums aufgewachsen ist. Obwohl Jaffy keine einfache Kindheit hat, beschwert er sich nicht, sondern saugt die Wunder, die er erlebt, in sich auf.
So toll der kleine Jaffy beschrieben ist, so viele Probleme hatte ich manchmal den älteren Jaffy als jungen Erwachsenen zu sehen. Mir kam er meist noch wie der Träumer von damals vor.

Ein Großteil der Handlung dreht sich um die Schiffsreise, die Jaffy als Teenager macht. Besonders in der zweiten Hälfte des Romans sind teils starke Nerven gefragt. Den Grund verrate ich natürlich nicht.

„Der Atem der Welt“ ist ein spannender und berührender Abenteuerroman.
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