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5.0 von 5 Sternen Trügerische Idylle
Inhalt: Max und Daniel sind eineiige Zwillinge und sehen sich entsprechend ähnlich. In ihren Wesenszügen unterscheiden sie sich jedoch sehr. Während Max sehr impulsiv und teilweise unberechenbar auftritt, ist Daniel eher ruhig und zurückhaltend. Nicht zuletzt die unterschiedlichen Charaktere der beiden führen zur Trennung der Eltern. Max bleibt...
Vor 23 Monaten von mrs-lucky veröffentlicht

versus
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Schein trügt
Daniel besucht seinen Bruder Max in Himmelstal, einem Sanatorium in den Schweizer Alpen. Auf Wunsch von Max tauschen beide vorübergehend ihre Identität, da Max wichtige Dinge erledigen muss und das Sanatorium nicht ohne weiteres verlassen kann. Von da an nimmt das Unheil seinen Lauf, denn Max kehrt nicht wie vereinbart zurück und in Himmelstal ist nichts so...
Veröffentlicht am 4. April 2012 von Nina2401


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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Schein trügt, 4. April 2012
Von 
Nina2401 (Sankt Augustin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Himmelstal: Roman (Taschenbuch)
Daniel besucht seinen Bruder Max in Himmelstal, einem Sanatorium in den Schweizer Alpen. Auf Wunsch von Max tauschen beide vorübergehend ihre Identität, da Max wichtige Dinge erledigen muss und das Sanatorium nicht ohne weiteres verlassen kann. Von da an nimmt das Unheil seinen Lauf, denn Max kehrt nicht wie vereinbart zurück und in Himmelstal ist nichts so wie es scheint. Niemand glaubt Daniel, dass er nicht Max ist und der anfangs so idyllische Ort wird immer bedrohlicher.

Die Geschichte ist von Anfang an sehr geheimnisvoll, ich bekomme nur langsam Einblicke in das Leben von Max und Daniel und in die Zustände in Himmelstal. Mir ist es zu langsam, ein bisschen mehr Tempo hätte der Story bestimmt gut getan. Der Schreibstil ist nordisch unterkühlt und somit perfekt geeignet, um eine leichte düstere Stimmung zu verbreiten, auf die ich ja schon durch das Cover, das mich an die Splatter-Filme aus den 80ern erinnert, vorbereitet wurde. Ich konnte das Böse die ganze Zeit ahnen, aber ich bin lange im Dunkeln getappt, denn obwohl das Buch in der 3. Person erzählt wird, erfahre ich nicht mehr als Daniel, der nur so nach und nach hinter das Geheimnis von Himmelstal kommt. Der Schreibstil erinnert mich an einen kristallklaren Bergsee. Oberflächlich betrachtet sehr schön, aber beim Eintauchen bekomme ich eine Gänsehaut, die sich langsam ausbreitet. Schade nur, dass die Autorin den Nervenkitzel nicht konstant auf einem Level halten kann. Er flammt immer mal wieder auf und das auch auf eine feine hintergründige Art. Das gefällt mir sehr gut, denn ich mag keine Blutorgien. Zum Ende hin wird die Story allerdings etwas abstrus, so dass ich dieses Buch, das so einen guten Einstieg hatte, letztendlich nur mittelmäßig finde.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vorhersehbar, aber ganz unterhaltsam, 24. März 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Himmelstal: Roman (Taschenbuch)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Anstalten - egal welche - sind in Romanen eigentlich nie das, was sie zu sein scheinen. Eine Kurklinik ist nie einfach nur eine Kurklinik. Mit psychischen Erkrankungen sind nie einfach "nur" Erschöpfungszustände, Depressionen, Burn-out Syndrom o.ä. gemeint. Nein, in den Kliniken, die man für gewöhnlich zwischen zwei Buchdeckeln vorfindet, lauern hinter jeder Tür und in jeder Ecke Wahnsinn und Gefahr. Die Patienten sind eine Bedrohung und die Therapeuten irre Wissenschaftler.

Wenn also wie hier Hauptfigur Daniel für seinen Zwillingsbruder Max vorübergehend als Patient im vermeintlich idyllischen Himmelstal einspringt, ahnt der einigermaßen erfahrene Leser schon, was die Stunde geschlagen hat... ja, ganz genau: In Himmelstal ist nichts so, wie es scheint, und hinter jeder Tür und in jeder Ecke lauern Wahnsinn und Gefahr. Den anderen Patienten ist nicht zu trauen, und die Ärzte scheinen auch etwas im Schilde zu führen. Der vorübergehende Aufenthalt lässt sich (Überraschung!) nicht einfach so beenden, und der arglose Daniel muss bald (Überraschung!) um Leib, Leben und Verstand fürchten.

So weit, so vorhersehbar. Nein, die Grundidee, die hinter "Himmelstal" steckt, ist wirklich nicht neu, und sie wurde schon weitaus besser umgesetzt. Ich erwähne hier beispielhaft "Shutter Island" von Dennis Lehane und - wenn es denn noch ein bisschen anspruchsvoller sein und mehr in Richtung Dystopie gehen soll - "Never Let Me Go" von Kazuo Ishiguro. Beides Romane, die mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt haben (Ishiguros Geschichte beunruhigt mich Jahre nach der Lektüre immer noch).

Dennoch will ich "Himmelstal" nicht so ganz schlecht machen, denn das ist es nicht. Es ist zwar oft vorhersehbar, und einige der besonders weit hergeholten Ereignisse in dem Buch haben bei mir Stirnrunzeln und Augenrollen hervorgerufen. Trotzdem hat mich der Roman insgesamt nicht schlecht unterhalten. Als "atemberaubenden Psychothriller" (Zitat Klappentext) würde ich ihn nicht beschreiben, aber er bietet durchaus Spannungsmomente, ist flüssig geschrieben und hat mir so ein recht angenehmes Lese-Wochenende beschert. Insgesamt vergebe ich solide drei Sternchen, d.h.: keine Pflichtlektüre, aber gut lesbar.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Trügerische Idylle, 23. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Himmelstal (Audio CD)
Inhalt: Max und Daniel sind eineiige Zwillinge und sehen sich entsprechend ähnlich. In ihren Wesenszügen unterscheiden sie sich jedoch sehr. Während Max sehr impulsiv und teilweise unberechenbar auftritt, ist Daniel eher ruhig und zurückhaltend. Nicht zuletzt die unterschiedlichen Charaktere der beiden führen zur Trennung der Eltern. Max bleibt bei seinem Vater, Daniel wächst bei seiner Mutter auf, die Kinder sehen sich selten. Mit Mitte dreißig bittet Max während seines Aufenthalts in einem Sanatorium in den Schweizer Alpen, seinen Bruder Daniel um einen Besuch und dessen Hilfe. Max muss die Klinik verlassen, um an Geld zu kommen, damit er seine Klinikrechnung bezahlen kann. Ohne zu Bezahlen, kommt er aber nicht aus der Klinik. Da beide sich zum Verwechseln ähnlich sehen, soll Daniel an Max Stelle in der Klinik bleiben, bis Max seine Geschäfte erledigt hat. Daniel ist skeptisch, wird aber von Max überrumpelt. Als Max nicht wie versprochen zurück kommt, muss Daniel feststellen, dass das Klinikpersonal nicht bereit ist, ihm seine Geschichte zu glauben und ihn aus dem Tal heraus zu lassen. Nach und nach deckt Daniel auf, dass es sich in „Himmelstal“ nicht um eine harmlose Rehaklinik handelt, wie er geglaubt hatte, sondern um eine Verwahranstalt für nicht therapierbare Psychopaten. Daniel

Meinung: Die Geschichte ist originell und spannend erzählt. Spannung wird hier jedoch nicht durch Action erzeugt, sondern durch ruhige Töne, Anspielungen und eine unheimliche Atmosphäre. Daniels Beklemmung und ausweglose Situation sind so plastisch, dass sie bei Zuhören Gänsehautfeeling erzeugen. Achim Buch liest den Roman mit sehr viel Einfühlungsvermögen, so dass der Schauplatz rund um Himmelstal für den Hörer lebendig wird. Eine außergewöhnliche Geschichte mit Spannung bis zum Schluss.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verheerender Rollentausch, 12. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Himmelstal: Roman (Taschenbuch)
Als Daniel einen Brief seines Zwillingsbruders Max erhält, denkt er zunächst er käme direkt aus der Hölle. Doch das scheint nur ein Lesefehler. Denn es steht "Himmelstal" als Absendeortes. Daniel kommt Max' Bitte nach und Besucht seinen Bruder in der luxuriösen Klinik in den Schweizer Alpen. Dort angekommen, rückt Max sehr schnell mit dem Wahren Grund für Daniels Anwesenheit heraus: Er muss für kurze Zeit aus der Klinik verschwinden, um Geld für die Rechnungen zu beschaffen und Daniel soll ihn vertreten. Ohne wirklich zugesagt zu haben, findet sich Daniel am nächsten Morgen allein in der Unterkunft seines Bruders, der Pass, Handy und sogar seine Brille mitgenommen hat. Doch zunächst spielt er das Spielchen mit, denn es handle sich ja nur um ein paar Tage, und da gibt es ja auch noch die attraktive Corinne...
Doch Max taucht nicht wieder auf, und Daniel kommt allmählich dahinter, dass er nicht nur in dieser Hinsicht von seinem Bruder belogen wurde. Ein verzweifelter Kampf um die Freiheit beginnt...

Ein spannender Thriller, der mit einer guten Idee und kurzen Kapiteln besticht.. Ich habe das Buch auf nur zwei Tagen ausgelesen, denn ich wollte dringend wissen, wie es Daniel in der Klinik ergeht.
Der Hauptprotagonist ist sehr naiv und gutgläubig, Eigenschaften die ihn ja erst in seine brenzlige Lage gebracht haben. Es ist spannend zu sehen, welche Wandlung er im Laufe der Geschichte durchmacht. Die Autorin beschreibt ihr "Himmelstal" in einer sehr detaillierten, ja beinahe bildhaften Sprache. Doch das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf Daniel und der Umgebung, wobei die restlichen Charaktere doch sehr blass erscheinen. Was mich überrascht hat, war das Ende. Es kam mir zu schnell und zu lieblos. Hier hätte sich die Autorin an ihre vorhergehende Genauigkeit halten sollen.

Fazit: Ein flott zu lesender und spannender Thriller "für zwischendurch" in einem wirklich fesselndem, bildhaften Schreibstil verfasst.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Himmelstal, 14. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Himmelstal: Roman (Taschenbuch)
Daniel besucht seinen Zwillingsbruder Max in einer exklusiven Privatklinik für reiche Burn-Out Patienten. Mitten in den schweizer Alpen gelegen, erscheint Himmelstal wie ein Paradies auf Erden. Jeder Bewohner lebt in einer eigenen Blockhütte die Ärzte sind fast unsichtbar und Pfleger gibt es nicht, sondern nur Hostessen. Mehr ein Luxushotel, statt einer Klinik. Daniel ist begeister davon, kann er sich dies als Aushilfsarbeiter nicht leisten. Als Max ihn bittet, für einige Tage seinen Platz in der Klinik einzunehmen, da ihn dringende Geschäfte nach Italien rufen, stimmt Daniel sofort. Ruhe, Frieden und die attraktive Corinne, laden zu einem besinnlichen Wohlfühlleben ein. Doch der Schein trügt.

Das Cover zeigt eine einsame Berghütte, umschlossen von Schnee bedeckten Bergen. Das Szenario wird einzig vom Mondlicht beschienen. Ich finde es sehr gut zu Titel und Inhalt gewählt, da es die perfekte Mischung aus Ruhe und Unheimlichkeit wiederspiegelt, die dem Buch zu eigen ist.

Marie Hermanson hat einen ungewöhnlichen Schreibstil. Direkt zu Beginn, stellt sie ihre Protagonisten Max und Daniel vor. Ansich nichts ungwöhnliches, aber allem haftet ein dermaßen unheimlicher und beklemmender Touch an, dass mir eine Gänsehaut den Rücken runter lief. Dabei offenbart Hermanson eigentlich gar nichts, sondern spielt vielmehr mit der Phantasie ihrer Leser. Inmitten einer idyllischen Landschaft erschafft sie eine Athmospere der Dunkelheit und Bedrohlichkeit, die unter die Haut geht. Hinter jeder Ecke lauert etwas Neues, so dass der Leser kaum Zeit zum Luft holen findet. Besonders fasziniert hat mich an dem Buch, dass es absolut glaubwürdig klingt und das Szenario immer an der Grenze des Möglichen ist.

Mein Fazit: Spannend von der ersten bis zur letzten Seite!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Enklave Himmelstal, 29. Februar 2012
Von 
CabotCove - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Himmelstal: Roman (Taschenbuch)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Daniel Brant erhält eine Nachricht von seinem Bruder Max, er möchte ihn bitte besuchen. Max befindet sich derzeit in einer Art Kurklinik in den Alpen, in der vorrangig Burn-Out-Patienten ihren schwierigen Alltag wieder in den Griff bekommen sollen, ohne dass der Stress sie wieder bzw. weiterhin krank macht.
Obwohl Max und er nie viel Kontakt hatten (sie wuchsen sogar getrennt auf; Max beim Vater und Daniel bei der Mutter. Die eineiigen Zwilling entwickelten sich sehr unterschiedlich und Max war eher von Daniel abhängig, das sollte durch die Trennung geändert werden. Einmal im Jahr wurden die Beiden zu ihrem Geburtstag dann allerdings wieder zusammengeführt, wodurch sich jedoch kein wirklich festes Band erzeugen ließ), willigt Daniel ein und fährt nach Himmelstal.

Die Atmosphäre dort nimmt ihn gleich "gefangen", Himmelstal wirkt wie eine eigene, kleine Welt, außerhalb derer nichts mehr wirklich zählt.
Als Max ihm erklärt, er müsse dringend Geld besorgen, da die Klinik sehr teuer sei und ihm die Mittel ausgegangen sind, müsse dafür aber persönlich das Geld abholen, dürfe die Klinik aber nicht verlassen und Daniel bittet, für ein paar Tage für ihn einzuspringen, gleichen die Beiden ihr Aussehen an und bevor Daniel einwilligen kann, ist Max schon abgereist.
Nun halten natürlich alle Daniel für Max - und dieser merkt bald, dass es mit der Klinik wohl mehr auf sich hat, als er dachte...
Mehr möchte ich an dieser Stelle auch besser nicht verraten, denn gerade bei diesem Buch ist die Gefahr sehr groß, dass man zuviel verrät und so anderen Lesern den Spass an der Lektüre verdirbt und das möchte ich nicht !

Die Geschichte, dass Zwillinge ihre Rollen tauschen ist nicht sonderlich innovativ, aber Marie Hermanson hat sie so glaubwürdig und spannend inszeniert, dass man nicht aufhören kann zu lesen, weil man unbedingt wissen will, wie es weitergeht und was hinter all dem steckt, das einem oftmals den Atem raubt.
Ihr Geschick, die Landschaft so malerisch und schön zu schildern, dass man glaubt, selbst durch das Tal zu streifen, hat mich wirklich beeindruckt.
Ganz abgesehen davon, dass die Geschichte an sich kein großes Thriller-Potential hat, wie ich fälschlicherweise anfangs dachte... Doch da hat mich die Autorin eines Besseren belehrt !

Die kauzigen, merkwürdig wirkenden Dorfeinwohner geben der Geschichte noch den nötigen Pfiff, aber die Autorin schafft es auch, den Leser an der Gedankenwelt der Protagonisten teilhaben zu lassen, ohne zu ausschweifend zu werden, was ich sehr schätze. Sie erzählt ausführlich, aber ohne den Leser mit langatmigen Beschreibungen zu langweilen.

Ein wenig enttäuscht hat mich das Cover. Gut, das hat mit dem Buch an sich wenig zu tun, aber das Buch wäre mir im Handel nicht aufgefallen und falls das anderen Lesern auch so geht, täte mir das um das gute Buch wirklich leid. Mit dem Cover hätte man sich wirklich mehr Mühe machen können - das Buch hat es verdient !

Ich kenne die vorangegangenen Romane von Marie Hermanson nicht, aber ich werde sie auf jeden Fall im Auge behalten, denn "Himmelstal" hat mir äußerst gut gefallen und ich hoffe, dass sie noch mehr Thriller schreibt in Zukunft.

Mein Fazit: Für Thriller-Fans, die das Besondere lieben, ist dieses Buch genau das Richtige !
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider nur Durchschnitt von der großen Meisterin, 5. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Himmelstal: Roman (Taschenbuch)
Was mir Marie Hermanson immer zu einer meiner Lieblingsautorinnen gemacht hat, ist ihre Befähigung, Geschichten zu erzählen, die aus der Mitte des bürgerlichen Alltags entstammen, dem Leser dabei jedoch - meist langsam und bedächtig - den Boden unter den Füßen hinwegziehen, bis man ins Bodenlose stürzt ob des Grauens, das sich dann meist auftut unter der Oberfläche eines scheinbar sicheren und behüteten Lebens. Sei es, daß da jemand mitlebt im neuerstandenen Haus, den man jedoch niemals eingeladen hatte, seien es Exemplare eines seltenen Insekts, als dessen Wirt man dient, sei es die eigene Geschichte, die sich scheinbar gegen sich selbst wendet - immer sind es fast surreal anmutende "Unstimmigkeiten", die für Hermansons Protagonisten früher oder später das Leben zur Hölle werden lassen. Bewandert in den Mythen, Sagen und Legenden ihrer skandinavischen Heimat, versteht es die Autorin, diese Kenntnisse einer Welt "hinter der Welt" mit den psychischen Verfasstheiten und Verwerfungen der modernen Welt und deren Überforderungen so zu vermischen, daß daraus Miniaturen des Grauens werden, die den Leser immer mit einer gewissen Rat- und Hilflosigkeit zurücklassen: haben wir es mit den Hirngespinsten überhitzter Gemüter unserer Hochgeschwindigkeitsgesellschaft zu tun? Oder doch eher mit dem Einbruch des Un- wie Übernatürlichen in unsere Welt? Dabei gelingt es ihr jedoch, die Sprache so einzusetzen, daß sie nicht in die Niederungen trivialer Horrorgeschichten abgleitet, sondern - dabei ganz in der Tradition der großen Erzähler des Grauens, sei es Poe, sei es (mehr noch) Ambrose Bierce - den hohen Ton des schleichenden Unwohlseins anschlägt.

Genug der Lobhudelei, denn auch eine Meisterin kann sich mal verhauen. Und das scheint Marie Hermanson mit diesem Werk geschehen zu sein. Erzählt wird die Geschichte der Zwillinge Max und Daniel. Letzterer Dolmetscher in diversen europäischen Behörden und gerade dabei, sein Leben neu zu ordnen, ersterer ein Lebemann und Geniesser. Daniel wird von Max eingeladen, ihn in einer Klinik in den Alpen zu besuchen, wo er ein Burn-Our-Syndrom behandeln läßt. Daniel willigt ein und besucht seinen Bruder. Dieser bittet ihn, für einige Tage die Rollen zu tauschen, da er, Max, in den Süden reisen müsse, er spiele hier ein Vabanquespiel, sei pleite und müsse Geld organisieren, damit er den kostspieligen Aufenthalt in diesem Luxusressort überhaupt finanzieren könne. Daniel willigt nach anfänglichen Bedenken ein. Und so übernimmt er die Rolle seines Bruders, der sich aus der Klinik entfernt. Zunächst scheint alles ähnlich angenehm und erholsam weiterzulaufen, wie Daniel es in den ersten Tagen seines Aufenthalts erlebt hatte, doch nach und nach erscheint ihm die Klinik mehr und mehr wie ein Gefängnis mit recht harschen Regeln. Und als er nach einigen Tagen den Eindruck gewinnt, daß er es ganz und gar nicht mit einer "Klinik" zu tun habe, da ist es zu spät: Er ist Max und jeder hier weiß das...

Hermanson nimmt eine ganze Reihe klassischer Motive, allen voran jenes des "Wrong Man", des falschen Mannes, der zu Unrecht in eine Situation gerät, in der er beweisen muß, unschuldig/gesund zu sein. Hinzu kommt das Motiv des Identitätstausches, bzw. des Identitätsdiebstahls. Eingebettet in eine Atmosphäre, die ja nicht von ungefähr an den "Zauberberg" erinnern soll, erweitert sich diese Mischung zu einer höchst modernen Variation des Frankensteinmythos, angesiedelt irgendwo zwischen Genmanipulation und der klassischen behavioristischen Methode der Konditionierung. Doch leider geht das als Spannungsroman, also reiner Thriller, ebenso wenig auf, wie es als nachdenkliche Meditation über den Mesnchen und die Bedingungen unter denen wir leben und lieben, deshalb nicht funktioniert, weil den philosophischen Hintergründen viel zu wenig Platz eingeräumt wird. Der Thriller hingegen löst seine Spannungsversprechen viel zu früh ein, so daß man es im letzten Drittel des Romans plötzlich mit einem herkömmlichen Escape-Thriller zu tun hat. Doch für solche Geschichten gibt es andere, erfahrenere Experten, die wissen, wie man leinwandgeprägte Action auf die Seiten eines Buches transferiert. Marie Hermanson steht nicht im Verdacht, zu diesen Experten zu zählen.

So bleibt dieser Thriller zu unspannend und muß sich auch den Vorwurf gefallen lassen, am Timing zu scheitern, während der Effekt des Grauens verpufft, weil zu früh preisgegeben wird, womit man es zu tun hat (und wenn man ehrlich ist, kann man sich einiges denn auch schon denken, BEVOR es überhaupt preisgegeben werden sollte). Und wenn dann die Geheimnisse gelüftet sind und der Leser begreift, womit er es zu tun hat, bleiben sowohl die moral-, wie auch die technophilosophischen Überlegungen zu oberflächlich - ja, sie werden lediglich als Motivationsgrundlage für die Geschehnisse genutzt - als daß man ernsthaft bereit wäre, in die Überlegungen einzusteigen, die sich hier anbieten. Angeboten hätten. Was schade ist, denn es sind im Grunde spannende und uns unmittelbar betreffende Fragen und Überlegungen, die Hermanson aufwirft. Es sind Fragen, denen wir uns werden stellen müssen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten, denn die technischen Möglichkeiten, die der Mensch geschaffen hat, befähigen ihn ja längst, sich als "moderner Prometheus" (um es mal mit Mary Shelley zu sagen) zu betätigen.

Schade, daß gerade jemand wie Marie Hermanson, die ganz sicherlich über das literarische und sprachliche Rüstzeug verfügt, sich diesen Fragen zu stellen, diesmal einfach zu kurz gegriffen hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Himmelstal- Thematik interessant, 9. Juni 2013
Die eineiigen Zwillinge Max und Daniel wachsen getrennt auf und so haben beide unterschiedliche Persönlichkeiten entwickelt. Während Daniel ein ruhiger Typ ist, ist Max Charakter von starken Stimmungsschwankungen geprägt. Als Max seinen Bruder nun bittet, ihn in der Klinik in Himmelstal in der Schweiz zu besuchen, ist Daniel zuerst mal skeptisch. Trotzdem macht er sich auf den Weg in die mysteriöse Klinik. Max und Daniel tauschen ihre Rollen und so verschwindet Max, als Daniel verkleidet, aus der Klinik.
Daniel begreift schnell, dass die anderen Patienten ein Geheimnis haben und dass die Klinik gar nicht so harmlos ist, wie es anfangs erschien.
Die Story vom Rollentausch fand ich recht gut und ich habe sie in solch einer Form noch nie gelesen. Doch leider blieb die Spannung etwas auf der Strecke und die Geschichte plätschert so dahin. Streckenweise liest es sich gut und man muss einfach weiter lesen in der Erwartung, wie kommt Daniel aus Himmelstal wieder heraus.

Fazit:
Ich gebe 4 Sterne. Auch wenn die Geschichte zeitweise holprig geschrieben ist, fand ich die Grundidee sehr fesselnd.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Düstere Zauberberg-Variante, 15. Februar 2012
Von 
Buchdoktor - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Himmelstal: Roman (Taschenbuch)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Ob Marie Hermanson sich auf den Zauberberg-Effekt verlassen hat? Ihr Ich-Erzähler reist aus Schweden in die Schweiz, um seinen Bruder in einer psychiatrischen Klinik zu besuchen. Leider nimmt der junge Mann während der dreistündigen Autofahrt von Zürich nach Himmelstal kaum etwas von seiner Umgebung wahr und die Aussicht "entspricht dem, was ein Tourist in den Alpen erwartet." (S. 28) Aha. Der Beginn des Buches, das als atemberaubender Psychothriller beworben wird, wirkte auf mich zunächst lahm. "Hübsche kleine Häuser" gibt es in Schweden sicher auch. Max und Daniel sind eineiige Zwillinge, die seit ihrer frühen Kindheit getrennt bei Vater und Mutter aufwuchsen. Daniel war ursprünglich Dolmetscher am Europaparlament und wechselte seinen Beruf, weil ihn das Gefühl beim Dolmetschen deprimierte, seine Worte gehörten immer anderen Menschen. Die bei ihm diagnostizierte Depression betrachtet er selbst eher als Erkenntnisschock über sein Leben. Nun ist Max, wie er behauptet, in der Schweiz wegen seines Erschöpfungszustands in Behandlung und wünscht sich dringend einen Besuch seines Bruders. Daniel weiß es besser, sein Bruder leidet an einer bipolaren Persönlichkeits-Störung, früher hätte man ihn als manisch-depressiv bezeichnet. Wenn Max eine überschäumende Phase hat wie zur Zeit, vermag kaum jemand, seinen Plänen etwas entgegenzusetzen. Symptom seiner Krankheit ist auch die mangelnde Krankheitseinsicht. Max hält sich für völlig gesund und sieht nur schwer ein, warum er Medikamente nehmen soll. Er überredet seinen Bruder Daniel zu einem raffinierten Kostümwechsel, weil er angeblich außerhalb der Klinik etwas Wichtiges zu erledigen hat - und verschwindet als Daniel mit dessen Pass und dessen Handy. Als Max nach Tagen noch nicht wieder in die Klinik zurückgekehrt ist, stößt Daniel in Himmelstal auf eine unsichtbare Wand, als er dem Personal verdeutlichen will, dass er nicht Max ist. Für einen Psychothriller ist dies eine aparte Ausgangssituation: wenn ein Bruder eine dissoziative Störung hat, dann vielleicht auch der andere? Kann Daniel die Situation evtl. falsch beurteilt haben und Max ist gesund? Ist Dr. Obermann wirklich Psychiaterin oder sind die Ärzte in dieser Einrichtung die Verrückten? Was ist mit den Dorfbewohnern, die ebenso abgeriegelt leben wie die Patienten der Klinik - sind sie auch psychisch krank? Daniel fühlt sich wie in einem neuropsychiatrischen Guantanamo - wer einmal drin ist, hat drin zu bleiben, selbst wenn er tatsächlich nicht psychisch krank ist.

"Himmelstal" entwickelt seine Wirkung durch die Fortschreibung des Gedankens, wie und wo ein Staat nicht therapierbare psychisch kranke Gewalttäter unterbringt, um die Gesellschaft vor ihnen zu schützen. Die streng abgeriegelte Klinik im düsteren Gebirgstal wird bei Marie Hermanson zu einer Nachfolgerin historischer Leprakolonien mit Safari-Tourismus für Forscher aus aller Welt. Das Verwirrspiel um Daniels Erlebnisse in den Schweizer Alpen fand ich weder ungewöhnlich fesselnd noch besonders gruselig. Dennoch gelang es Marie Hermanson, mich mit subtilen Hinweisen ähnlich den Dornenranken bei Dornröschen zu umgarnen und festzuhalten. Ich wollte wissen, ob Daniel mich als Leser evtl. manipuliert und ob in Himmelstal vielleicht doch die Psychiater die Kranken sein könnten. Stilistisch hätte der Roman etwas mehr Glanz vertragen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unheimlicher Zauberberg, 26. Februar 2012
Von 
Tom Kadi (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Himmelstal: Roman (Taschenbuch)
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Als Daniel Post von seinem Bruder Max erhält, denkt er im esten Moment, dass der Brief aus der Hölle kommt, weil das schwedische Wort dafür, "Helve", in der Landesbezeichnung Helvetia enthalten ist. Aber dann wird er nur zu einem Besuch in einer Schweizer Luxus-Klinik eingeladen, in der Max ein Burn-Out behandeln lässt. Daniel und Max sind Zwillinge, die aber ein Jahr nach der Geburt getrennt wurden. Sie haben sich ganz unterschiedlich entwickelt und sich seitdem nur sporadisch getroffen. Max leidet an einer bipolaren Störung, ist manisch depressiv, hat immer wieder großen finanziellen Erfolg und dann auch finanzielle Probleme, während Daniel eher einen ruhigen, fast langweiligen Lebensweg gewählt hat. Als er jetzt seinen Bruder besucht, fallen ihm bereits bei der Anfahrt gewisse Merkwürdigkeiten ins Auge: Die Klinik liegt in einem unzugänglichen Tal, auf dem Weg zu ihr wird sein Taxi von der Polizei an einer Wegsperre aufgehalten, sein Wunsch sich im nahen Dorf ein Zimmer zu nehmen, wird im Krankenhaus sehr ablehnend aufgenommen. Als Max ihn bittet, für ein paar Tage in einen Rollentausch einzuwilligen, der es ihm - Max - ermöglichen würde, ein paar dringende Geschäfte außerhalb der Klinik zu erledigen, gerät Daniel in den Sog dieser Einrichtung und wird in eine Spirale von bedrohlichen und geheimnisvollen Abenteuern hineingezogen. Wie im Zauberberg von Thomas Mann kommt jemand, der nur als Besucher für ein paar Tage in die Bergklinik gekommen ist, von ihr nicht mehr los. Anders als der Nobelpreisträger erzählt Marie Hermanson aber nicht in lang mäandernden Perioden sondern in kurzen, stakkatohaften Sätzen. Das Buch ist ein echter Pageturner, unglaublich spannend und gut und wirklichkeitsnah, mit einem sehr präzisen Blick auf die einzelnen Personen geschrieben. Ich habe die gut 430 Seiten an einem Tag verschlungen. Empfehlung!
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Himmelstal: Roman
Himmelstal: Roman von Marie Hermanson (Taschenbuch - 12. März 2012)
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