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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literarischer und optischer Augenschmaus, 9. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Salome. Tragödie in einem Akt (Insel Bücherei) (Gebundene Ausgabe)
Dieses in der "Insel Bücherei" erschienene Büchlein ist ein literarischer und optischer Augenschmaus.
Die von Oscar Wild erzählte, von Eros und Begierde fast überbordende Sage wird durch die beigfügten Zeichnungen kongenial ergänzt, so dass es Freude macht das Buch ein zweites und drittes mal zu lesen.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tanz der sieben Schleier, 21. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Salome. Tragödie in einem Akt (Insel Bücherei) (Gebundene Ausgabe)
Ein Stück voll Gier. Voll Gier nach der verbotenen oder unerreichbaren Liebe, voll Gier nach Sünde, Sex und Macht. Und das alles mit einer längst bekannten Geschichte: Salome begehrt Johannes den Täufer. Als der sie abweist, fordert sie von ihrem Stiefvater den Kopf des Propheten. Um ihren Willen zu bekommen, gibt Salome dem Vater einen Teil von dem, was er begehrt: Sie tanzt ihren legendären Tanz der sieben Schleier und lässt den Papa geifern. Doch kein König ist gerne Wachs in den Händen einer blutjungen, bösartigen Frau. Salome muss die tödlichen Konsequenzen tragen.

Dieses Drama ist unheimlich brutal. Gewaltvoll in all seiner Gier, Vergeltung und sexuellen Sinnlichkeit. Und zugleich ist es unheimlich schwül. Denn die perfekt poetische Sprache von Oscar Wilde legt sich wie ein satter Schleier über all die Taten und umfängt sie mit einem dumpfen Wortteppich, der eine schwüle, höchst erotische Atmosphäre schafft.

Ein wahrhaftes Meisterwerk für die Bühne!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielschichtige Tragödie, 29. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Salome. Tragödie in einem Akt (Insel Bücherei) (Gebundene Ausgabe)
Mit Salome ist Oscar Wilde ein bedeutendes Drama der französischen Decadence gelungen. Es handelt von der verwöhnten Prinzessin Salome, Tochter der Herodias die sich in den Propheten Jochanaan verliebt. Als dieser sie jedoch verschmäht, erklärt sich Salomne bereit den Tanz der sieben Schleier für König Herodes, den Mann ihrer Mutter zu tanzen, wenn dieser ihr dafür alles gewährt worum sie ihn bittet. Herodes, den Reizen der bildschönen Salome erlegen, willigt ein. Nach dem Salome ihren Teil der Abmachung eingehalten hat, verlangt sie den Kopf des Jochanaan. Herodes ist über Salomes Wunsch entsetzt, da er jedoch einen Eid geschworen hat, bleibt ihm nichts anderes übrig als der Prinzessin ihren Wunsch zu erfüllen.

Obwohl Salome aus nur einem Akt besteht und sich sehr leicht und schnell lesen lässt, ist es eine sehr vielschichtige Tragödie, die verschiedene Elemente in sich vereint. So bekommt der Leser (oder auch Zuschauer) einen sehr genauen Einblick in das dekadente Leben des Herodes und der Prinzessin Salome. Die Prinzessin ist es gewohnt, dass ihre Wünsche sofort erfüllt werden. So verlangt sie den eingekerkerten Jochanaan zu sehen ohne sich darum zu kümmern, dass sie gegen den Willen des König handelt und ihre Diener in eine Situation stellt, bei der es um Ungehorsam gegen den Herscher und somit auch um ihr Leben geht. Als Salome dennoch ihren Willen durchsetzt und sich in Jochanaan verliebt, wird sie zum ersten Mal mit einem Menschen konfrontiert der höhere Ideale hat als Reichtum zu erlangen und anderen seinen Willen aufzudrängen. Jochanaan predigt von dem Messias, der sowohl Salome als auch Herodes und Herodias unbekannt ist, weigert sich jedoch den Schmeicheleien der Prinzessin nach zu geben.

Besonders deutlich tritt der Aspekt der Dekadenz auf, als Salome Herodes ihren Wunsch mitteilt und dieser versucht sie von ihrem Vorhaben abzubringen. Herodes verspricht der Prinzessin alle Kostbarkeiten die er besitzt, von Edelsteinen und Schmuck bishin zu weißen Pfauen. Diese Beschreibungen sind sehr ausführlich und detailiert und zeigen den Überfluss und Luxus in dem der König lebt und der auch Salome offen steht.

Auch die verschiedenen Darstellungsweisen der Salome während des Stücks sind sehr interessant zu verfolgen. Zunächst tritt sie als wunderschöne und verwöhnte Prinzessin auf, von der man nicht weiß in welche Richtung sie sich entwickeln wird. Dann mit Jochanaans Auftreten, wird das erste Mal das Gefühl des Begehrens in der Prinzessin geweckt. Nach dem ihr Stolz jedoch verletzt wurde, wird deutlich wie rachsüchtig und berechnend dieses junge Mädchen ist. In dem sie ihre Reize einsetzt um den König zu betören, besiegelt sie Jochanaans Todesurteil. Erst nach dem Tod des Propheten entläd sich das sexuelle Verlangen Salomes, auf eine Art und Weise die selbst den König erschreckt und schockiert.

Salome ist wirklich eine beeindruckende Tragödie, die nicht schwer verständlich ist und sich sehr rasch lesen lässt. Die blumige Sprache, die vielen Metaphern und auch die Symbolik, die dem Stück zugrunde liegen, machen die Tragödie zu einem faszninierenden Leseerlebnis.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Kuss, 22. Dezember 2006
Von 
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Rezension bezieht sich auf: Salome. Tragödie in einem Akt (Insel Bücherei) (Gebundene Ausgabe)
Erinnern wir uns an Oscar Wildes Ballade vom Reading Gaol: "Ein jeder tötet was er liebt, [...], der Feigling tut es mit einem Kuss, der Tapfere mit dem Schwert." Die Bibel liefert das Motiv für Salome, Matthäus und Markus in den jeweiligen Evangelien, Salomo im Hohen Lied oder in den Predigten ist sicher im Blick. Ein Motiv, welches in der schreibenden, musischen wie bildlichen Kunst häufig und unterschiedlich interpretiert verwendet wurde. Es geht um die Eckpfeiler des Lebens, um Eros und Tod. Salome - ein Mythos in der Kunst.

Ausgang des zeitlich und örtlich sehr gedrängten Einakters ist das Gastmahl des Herodes Antipas. Seine Frau, deren Tochter Salome sind Anwesende, verschiedene Soldaten, Juden u. a. und auch Jokanaan (Johannes der Täufer). Herodias, Frau des Herodes, begehrte den Tod des Jokanaan, Herodes verweigert. Salome verliebte sich vergebens in Jakanaan, bewundert seinen weißen, lieblichen Körper, liebt die wunderbaren Haare, sie liebt den roten Mund und will ihn küssen, Jakanaan lehnt dieses wie alle Schmeicheleien zuvor vehement ab, die verschmähte Salome bleibt bei der Forderung. Sie will ihn küssen, koste es was es wolle.

Der noch liebliche Mond steht über allem, gebiert Sehnsucht und Lust und verheißt letztendlich Unheil. Salome tanzt auf Bitten mit Gegenleistung ["Um was du mich auch bitten wirst, ich werde es dir geben bis zur Hälfte meines Reiches" (Mk 6, 23)]. den Tanz der sieben Schleier. Sie fordert Tribut, nämlich des Propheten Jakanaans Kopf, präsentiert auf einem silbernen Tablett. Nicht zurück vom Versprechen muss Herodes handeln. Diesem Wunsch kann er sich "um der Eide und um derer Willen, die mit zu Tisch lagen" nicht verweigern Der Kopf wird ihr überreicht. Sie vollstreckt ihre ursprüngliche Forderung, der Kuss auf seine Lippen beschließt das Bild, Herodes Soldaten töten Salome, bezichtigt der Gotteslästerung. Tod und Liebe treffen aufeinander, Gott und Lästerung ebenso, die Gedanken der Zeit Wildes spiegelt sich in Salome und Jokanaan. Sie frivol, offen, freizügig und fordernd, er gottestreu, keusch, zurückhaltend. Dekadenz in Bildern der Pracht, der Beschreibung der Geschmeide, erinnernd an die literarischen Begleiter von Oscar Wilde, namentlich Baudelaire oder Huysmans.

Zur Religion, die Fragen der Theodizee retten sich ins 19. Jahrhundert. Das Anbeten eines unbekannten Gottes wird von Wilde hervorgehoben, der jedoch bei Paulus Rede vor dem Areopag in Athen (Apg, 17) schon bekannt gemacht wurde. Salome avancierte in dieser Zeit beginnender weiblicher Emanzipationsversuche zur Ikone der l'art pour l'art- Bewegung, zur femme fatale mit unrechtmäßiger Anmaßung des Machtbereichs des Männlichen. Die Machtposition des Mannes wird deutlich in Frage gestellt.

Wilde hat hier in komprimierter Form (ein Akt, eine Zeit, ein Raum) eine Geschichte geschaffen, die den Menschen ein Leben lang begleitet. Liebe, Rache, Lust, Tanz, Sexualität, Begierde, Angst, Tod und auch den materiellen Dingen wie Reichtum, das Schöne in den Dingen begleiten, ängstigen und manipulieren den Menschen im Sosein. Und Wilde stellt fest: "Nur der Liebe soll man Beachtung schenken."
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Salome. Tragödie in einem Akt (Insel Bücherei)
Salome. Tragödie in einem Akt (Insel Bücherei) von Oscar Wilde (Gebundene Ausgabe - 6. Januar 1919)
EUR 9,80
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