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Kundenrezensionen

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am 4. März 2008
Dieses Buch behandelt (wie der Untertitel sagt) Formen, Störungen und Paradoxien der menschlichen Kommunikation, allerdings, um es gleich vorwegzunehmen, in sehr theoretischer Form. Zahlreiche Aspekte und Ebenen der Kommunikation werden beleuchtet. Zunächst werden die aufgestellten Axiome völlig abstrakt und theoretisch, also quasi in ihrer Urform, dargestellt; die Darstellung grenzt schon fast an Mathematik, zur Beschreibung der Kommunikation werden tatsächlich Variablen und mathematische Operatoren verwendet.
Der von der Mathematik gezeichnete und abgeschreckte Leser soll allerdings deswegen nicht zurückschrecken. Die Mathematik kann Dinge tatsächlich sehr klar und unmissverständlich veranschaulichen. Außerdem werden alle Phänomene der Kommunikation auch verbal beschrieben und später durch praxisnahe Beispiele und Einzelfälle untermalt. Ferner werden die Ideen durch interessante Auszüge aus literarischen, philosophischen und wissenschaftlichen Texten veranschaulicht.

Kurz zum Inhalt: Zuerst legt das Buch allgemeine Axiome der menschlichen Kommunikation dar, stellt also in theoretischer Form dar, wie Kommunikation eigentlich verlaufen sollte. Anschließend kommt es zur gestörten Kommunikation, also dazu, wie es leider in der Realität viel häufiger der Fall ist, weiter zu Organisationsform menschlicher Kommunikation, zur Veranschaulichung der Theorie anhand des Theaterstücks "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" , zu Paradoxien und abschließend zum Existentialismus, der mit der Kommunikation eng verknüpft ist.
In der Praxis wird der Leser das Wissen leider allzu schnell vergessen, zumal es, der Natur der menschlichen Kommunikation entsprechend, sehr komplex ist. Allerdings gewährt es einem einen tiefen Einblick in urmenschliche Mechanismen, in den Charakter der Kommunikation, kurz: in Dinge, die wir normalerweise nie wahrnehmen würden. Es schult und sensibilisiert schlichtweg den Geist, erweitert den Horizont. Menschen, die an Paradoxien und komplexen Ideen und Gedanken Gefallen finden, werden sicherlich ebenso an dem Buch Gefallen finden.
Zwar muss man sich durch eine ganze Reihe von Fachbegriffen durchschlagen, die dem Laien wohl sehr fern sind (entweder lernen, damit umzugehen, oder einfach mal ignorieren...), aber es lohnt sich, diesen Tod zu sterben, um wirklich interessante Dinge zu erfahren.

Im Grunde kann ich das Buch sehr empfehlen (interessant, komplex, kreativ, gründlich, auf angenehme Weise paradox, tiefgründig...), nur ist es einfach nicht jedermanns Sache. Es gibt ja durchaus auch Menschen, die sich mit Kommunikation lieber in der Praxis befassen als in der Theorie...
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am 9. November 2001
Dieses Buch ist zugegebenermassen nicht für den Alltag gedacht, es ist kein Selbsthilfe-Handbuch und enthält keine leicht zugänglichen Ratschläge oder Tipps. Trotzdem ist und bleibt es ein Klassiker und ein unverzichtbares Instument um menschliche Kommunikation zu verstehen und zu analysieren. Durch die Aufreihung verschiedener Störungen und Anomalien der Pathologischen Kommunikation ermöglicht es den Rückschluss auf 'normale' oder 'gesunde' Kommunikation. Es beschreibt klassische Catch22 Situationen und weisst mögliche Auswege aus diesen auf. Aber vor allem enthält es den berühmten Satz, der in keiner kommunikationswissentschaftlichen Arbeit fehlen sollte: "Man kann nicht, nicht Kommunizieren." Je mehr man sich mit diesem Satz auseinander setzt, je deutlicher wird es wie genial dieses kleine Statement ist, weil es die Grundlage für jede Form von Kommunikation ist egal über welches Mittel sie Erfolgt. Auch wenn ich schweige oder meinen Fernseher nicht einschalte ist darin eine Botschaft enthalten, ich kann mich der Kommunikation nie entziehen, weshalb die Beschäftigung mit und das Verstehen dessen um so wichtiger wird. Menschliche Kommunikation vermittelt hier die notwendigen Grundlagen.
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am 22. Dezember 1998
Es handelt sich um ein überschaubares sprachwissenschaftliches Buch, das die verschiedenen Sprachebenen in Alltagskommunikation gliedert und untersucht.
Der eigentliche Zweck der Untersuchung ist das Erkennen von Sprachstörungen, die das zwischenmenschliche Verhältnis von Familien oder Ehepartnern beeinträchtigen. Das Buch ist aber auch für professionelle oder Amateur-Autoren geeignet, z. B. für Technische Autoren, die Handbücher zu schreiben haben. Viele Kommunikationsstrukturen, die beim Sprechen wie selbstverständlich angewendet werden, filtert Watzlawick deutlich heraus.
So beispielsweise die Unterscheidung zwischen Inhalts- und Beziehungsaspekt einer Aussage. Die Frage "Sind das echte Perlen?" kann sehr unterschiedliche Auswirkungen haben, je nachdem, in welcher Beziehung die Kommunikationspartner zueinander stehen. Zwischen zwei Freundinnen wäre es eine reine Informationsabfrage. Stellt eine Sekretärin diese Frage jedoch der Ehefrau ihres Chefs, sind weitreichendere Konsequenzen denkbar.
Um eindeutig zu sein, ist linguistische Fachliteratur wohl immer mit speziellem Fachvokabular durchsetzt, durch das sich der Leser gelegentlich nur mit sehr hoher Konzentration hindurchkämpfen kann. Er wird aber im vorliegenden Buch mit zahlreichen anschaulichen und sehr unterhaltsamen Kommunikationsbeispielen aus der (psychotherapeutischen) Praxis mehr als entschädigt.
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am 22. Dezember 2009
Wer die populären Bücher von Paul Watzlawick kennt, zum Beispiel die vorzügliche Anleitung zum Unglücklichsein, geht mit hohen Erwartungen an dieses Standardwerk der Kommunikation heran. Allerdings verrät schon der erste Satz, dass es hier nicht um die Unterhaltung des Lesers, sondern um das Vermitteln von Fakten geht: "Dieses Buch handelt von den pragmatischen (den verhaltensmäßigen) Wirkungen der menschlichen Kommunikation, unter besonderer Berücksichtigung von Verhaltensstörungen."

Das Buch gliedert sich in acht Kapitel:

1. Die begrifflichen Grundlagen
2. Pragmatische Axiome - ein Definitionsversuch
3. Gestörte Kommunikation
4. Die Organisation menschlicher Interaktion
5. Kommunikationsstrukturen im Theaterstück "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?"
6. Paradoxe Kommunikation
7. Die Paradoxien der Psychotherapie
8. Epilog: Existentialismus und menschliche Kommunikationstheorie: ein Ausblick.

Gelungen finde ich an dem Buch den Aufbau, der einer stingenten Logik folgt und auch den unbewanderten Leser erst mit den Grundlagen der Kommunikations vertraut macht, dann mit den Feinheiten. Gelungen finde ich ebenfalls, dass der wissenschaftliche Schreibstil immer wieder durch konkrete Beispiele und Dialoge fassbar gemacht wird, vor allem im Kapitel "Wer hat Angst vor Virginia Woolf".

Weniger gelungen finde ich, dass das Buch insgesamt schwer lesbar ist. Mir ist die Lektüre bei Zugfahrten nicht geglückt, erst in der Stille meines Arbeitszimmers. Etliche Passagen musste ich, obwohl mit den Grundlagen der Kommunikation vertraut, mehrfach lesen, was auch an einer Vielzahl von Fremdwörtern liegt.

Den Leser erwartet ein gehaltvolles, aber auch anspruchsvolles Buch. Wer es leichter und praxisnäher liebt, der sei auf die vorzüglichen Kommunikationsbücher von Friedemann Schulz v. Thun verwiesen Miteinander reden, Bd. 1: Störungen und Klärungen.: Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation
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am 9. November 2001
Dieses Buch ist zugegebenermassen nicht für den Alltag gedacht, es ist kein Selbsthilfe-Handbuch und enthält keine leicht zugänglichen Ratschläge oder Tipps. Trotzdem ist und bleibt es ein Klassiker und ein unverzichtbares Instument um menschliche Kommunikation zu verstehen und zu analysieren. Durch die Aufreihung verschiedener Störungen und Anomalien der Pathologischen Kommunikation ermöglicht es den Rückschluss auf 'normale' oder 'gesunde' Kommunikation. Es beschreibt klassische Catch22 Situationen und weisst mögliche Auswege aus diesen auf. Aber vor allem enthält es den berühmten Satz, der in keiner kommunikationswissentschaftlichen Arbeit fehlen sollte: "Man kann nicht, nicht Kommunizieren." Je mehr man sich mit diesem Satz auseinander setzt, je deutlicher wird es wie genial dieses kleine Statement ist, weil es die Grundlage für jede Form von Kommunikation ist egal über welches Mittel sie Erfolgt. Auch wenn ich schweige oder meinen Fernseher nicht einschalte ist darin eine Botschaft enthalten, ich kann mich der Kommunikation nie entziehen, weshalb die Beschäftigung mit und das Verstehen dessen um so wichtiger wird. Menschliche Kommunikation vermittelt hier die notwendigen Grundlagen.
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am 14. Juni 2014
Ich besitze sämliche (deutschen) Schriften von Paul Watzlawick, selbst die "Anleitung für Amerika" hatte ich mir vor einigen Jahren vor lauter Euphorie für den Autor und im Hinblick auf die Vollständigkeit seiner Werke zugelegt. Obwohl ich weder damals noch heute einen Amerikaurlaub plante. Das Buch "Menschliche Kommunikation" von Watzlawick und den MRI-Kollegen Beavin und Jackson war leider das Einzige, was mich nicht recht zu packen vermochte. Die beiden Nachfolger, nämlich der Sammelband "Interaktion" und "Lösungen", welche ebenfalls von Mitgliedern des Mental Research Instititutes (kurz MRI oder manchmal auch "Palo Alto Gruppe" genannt) zusammegestellt wurden, vermochten es weit mehr, mich mitzureißen. Warum, will ich im Folgenden zu erklären versuchen.

Die Originalausgabe erschien 1967, die deutsche Übersetzung 1969 und 2011 die komplett unveränderte Neuauflage. Erfreulich finde ich, dass sich an den Seitenangaben bis heute nichts verändert hat. Dies trifft im Verlag Hans Huber sowohl für "Menschliche Kommunikation", "Lösungen" als auch "Die Möglichkeit des Andersseins" zu, was ich sehr erfreulich finde. Man muss so als Student der Psychologie also nicht immer an die aktuellste Fassung (Denn die zitiert man gewöhnlich in seinen fachlichen Ausarbeitungen). Da die Seitenzahlen der 2011er-Auflage mit älteren Auflagen übereinstimmen. Fair hätte ich es gefunden, wenn man auf dem Cover von 2011 auch seine Mitstreiterin Janet H. Beavin und den damaligen Direktor des MRI Don D. Jackson abgebildet hätte. Alle Ehre Paul Watzlawick, doch es ist das Werk eines Autorentrios und nicht allein der Verdienst desjenigen, dessen Kontafei da allein das Cover ziert.

Der Titel menschliche Kommunikation verbleibt sehr stark auf der Ebene der Beschreibungen und Erklärungen, ohne dass sich daraus wirklich praktische und nützliche Erkenntnisse ableiten ließen. Bzw. lassen sich diese schon ableiten, beispielsweise verbinde ich mit zirkulären und rekursiven Kommunikationssystemen, wie sie das Buch beschreibt, dass niemand so richtig (bzw. nur) als Opter oder Täter tätig ist. Sondern ständig auf ihn einwirkenden Wirkungen und auf ihn - durch sein Verhalten bewirkte - Rückwirkungen ausgesetzt ist. Ein Beispiel und vielleicht das bekannteste Beispiel aus dem Buch ist das des Mannes, der sich zurückzieht, weil seine Frau nörgelt. Und die Frau nörgelt, weil er sich zurückzieht. Das ist aber einer der wenigen Grundideen, die neben "nicht nicht kommunizieren" und wenigen anderen Prinzipien wirklich hängen bleiben.

Unterm Strich kamen in den Jahren seit Ersterscheinen von Menschliche Kommunikation zahlreiche Veröffentlichungen zu Systemtheorie und Konstruktivismus, die die Inhalte des rezensierten Buchs integrierten und insgesamt deutlich mehr bieten konnten. Darunter zähle ich auch sämtliche anderen Werke von Watzlawick, allen voran für mich "Interaktion" und "Lösungen", die ebenfalls nicht von Watzlawick allein geschrieben wurden.

"Interaktion" ist ein 1980 erschienener Sammelband, der sich aus einer repräsentativen Auswahl aus neun Büchern und 130 Artikeln zusammensetzt, die zwischen 1965 und 1974 von Mitgliedern des MRI veröffentlicht wurden. Die Beiträge sind kurzweilig und gut zu lesen. Aus meiner Sicht zu unrecht erfuhr diese Publikation nur wenig (oder zumindest relativ wenig) Aufmerksamkeit (Vor allen Dingen, wenn man einen Vergleich zur Wahrnehmung von Menschliche Kommunikation zieht). Das Buch wurde in meiner Hochschule (Wiesbaden / Hochschule RheinMain) gar so spärlich ausgeliehen, dass die Bibliothek ihr einziges Exemplar von Interaktion ausmusterte. Während von Menschliche Kommunikation sogar immer wieder das aktuellste Exemplar (jetzt 2011) neu angeschafft wird. Für mich ein klarer Fall davon, dass eine Publikation nicht allein deshalb gut ist, weil sie von vielen gelesen oder zitiert wird.

Beim Titel "Lösungen" ist der Name Programm. Das von Richard Fisch, John Weakland und Paul Watzlawick herausgegebene Buch enthält zwar auch manche schräge mathematische Metapher, die einem das Lesen streckenweise nicht direkt vereinfacht. Aber dafür wartet das Buch mit einer großartigen Theoriebildung und Klassifizierung rund um Problem- und Lösungswesen auf. Was man wirklich in den Alltag transportieren und praktisch nutzen kann, setzt sich dramatisch vom hier rezensierten Buch ab. Auch "Lösungen" erfuhr, vergleiche ich die Mengen der zu "Menschliche Kommunikation" und "Lösungen" geschriebenen Rezensionen alles andere als die Aufmerksamkeit zu, die dem Buch zu wünschen gewesen wäre.

Muss man sich wirklich mit Theorien der Kommunikation auseinandersetzen, so kommt man ums Werk wohl einfach nicht herum. Liest man aber eher privat um des Spaßes willen oder deshalb, weil man für konkrete Probleme konkrete Lösungswege sucht, so ist man mit "Menschliche Kommunikation" definitiv nicht gut bedient. Zu meiner Schande muss ich gestehen, das Buch trotz mehrerer Anläufe nie auch nur bis zur Hälfte geschafft zu haben. Ich empfand es einfach als zu anstrengend und zu wenig nutzbringend.
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Mit diesem Buch leistet Paul Watzlawick einen Beitrag zur kommunikationstheoretischen Forschung. In der Einleitung wird seine Motivation deutlich: "… offensichtlich ist, dass der Mensch von den ersten Tagen seines Lebens an die Regeln der Kommunikation zu erlernen beginnt, obwohl diese Regeln selbst, … ,ihm kaum jemals bewusst werden". Watzlawick definiert fünf pragmatische Axiome der Kommunikation. Er sucht bewusst den Bezug zur Mathematik, wenngleich einleuchtend ist, dass die Strenge der Mathematik in der Kommunikation nicht gelten kann. Daher spricht Watzlawick auch von "versuchsweise getroffenen Formulierungen".

Im dritten Kapitel behandelt Watzlawick Störungen der menschlichen Kommunikation im Hinblick auf die fünf zugrunde liegenden Axiome. Er erläutert Beispiele aus Therapiesitzungen. So sind z.B. Eskalationen in symmetrischen Beziehungen möglich, weil Gleichheit subjektiv anders wahrgenommen wird. Hoimar von Ditfurth hat einst in "So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen" die Rüstungsspirale auf diese Weise erklärt. Ein ununterbrochener Austausch von Mitteilungen kann zu selbsterfüllenden Prophezeiungen führen. Sobald ein bestimmtes Verhalten vom Gesprächspartner erwartet wird, erzwingt man durch eigenes Verhalten genau dieses Verhalten.

Ein Highlight bei Watzlawick ist die paradoxe Kommunikation im sechsten Kapitel. Hierzu gehören z.B. die Sei spontan! - Paradoxie oder die unerwartete Schulprüfung des Schulleiters, auch in jüngeren Büchern von ihm erläutert. Das Widersprüchliche ist bei Watzlawick oft schon in den Buchtiteln vorhanden. Er strukturiert Paradoxa und erläutert deren Grundlagen. Sein Fokus liegt auf der am wenigsten erforschten Gruppe der pragmatischen Paradoxien. Wer sich umfassend über Paradoxa und Gödels Unvollständigkeitssätze informieren will, greift auf "Gödel Escher Bach" zurück, ein Buch aus dem Jahre 1979.

"Menschliche Kommunikation" ist mehr ein wissenschaftliches und weniger ein unterhaltsames Werk wie z.B. "Anleitung zum Unglücklichsein" oder "Vom Unsinn des Sinns oder Vom Sinn des Unsinns". Das Buch stammt aus dem Jahr 1969, wurde viel kritisiert, aber auch sehr oft zitiert. Es handelt sich um ein Basiswerk, auf dessen Inhalt Watzlawick in anderen Büchern Bezug nimmt. In einer Besprechung kann man nur einen kleinen Eindruck von diesem umfassenden Werk vermitteln. An Paul Watzlawick kommt man nicht vorbei, wenn man sich mit Kommunikationswissenschaft beschäftigt. Man kennt ihn, man schätzt ihn, man zitiert ihn.
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am 13. Juli 2009
Kommunikation trägt ihren Paradoxiengenerator ständig mit sich herum.
Missverständnisse, Mitteilungsmängel, Verstehensmängel sind jedem Gespräch inhärent, und es gibt sogar Gespräche, die finden gar nicht statt :)
Paul Watzlawick hat mit diesem - mittlerweile - Klassiker einen Grundstein zum Verständnis der Fallen und Wolfseisen der geräuschvollen Zwischenmenschlichkeit gelegt.
Das Buch ist für ein Sachbuch locker genug geschrieben, um auch von Laien verstanden zu werden, und es enthält wichtige einfache Struktursegmente zum Aufdecken jener Aspekte, die Störungen und Paradoxien verursachen.
Es ist heutzutage Mode, derartiges Lesewerk vor allem jenen zu empfehlen, die beruflich mit Kommunikation zu tun haben, doch ist mir das zu merkantil und zu abgedroschen. Die Merkantilisierung psychologischer Einsichten und Techniken führt stets nur in ihre Trivialisierung, wie man bei einigen "grauen Katzen" des NLP tagtäglich beobachten kann.
"Menschliche Kommunikation" ist einfach für jeden geeignet, der sich selbst, den Anderen und das, was da zwischen den beiden passiert, besser verstehen und optimieren möchte.
Das Berücksichtigen von Interpunktionsprozessen, Aspekten der Kommunikation, Pressionen, das Aufdecken der Relevanz von "Ego versteht" ist für jeden ein Gewinn. Die übliche Paranoia (Schuldzuweisung zwecks Selbsterleichterung) kann hiermit massiv reduziert werden, da der Kommunizierende zunächst auf sich selbst rückgeworfen wird, zur Analyse gezwungen ist und nicht mehr zwanghaft das Problem mit sich herumträgt, im Anderen "einen Idioten" sehen zu müssen ;)
Lesenswert, empfehlenswert - schlicht und ergreifend richtig gut!
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am 23. Mai 2016
Auch wenn Kommunikation und Kommunizieren uns leicht und häufig über die Lippen kommt, so spricht doch manches dafür, dass wir davon nur eine sehr vage Ahnung haben und mit dem Begriff recht oberflächliche und voreingenommene Bedeutungsfelder verbinden. Die merkwürdig folgenarme Karriere Watzlawicks illustriert das. Dennoch erschließt sich aus dem vorliegenden Standardwerk die kaum zu überschätzende Bedeutung dieses sozialpsychologischen Ansatzes, für den Watzlawick und seine amerikanischen Kollegen vom MRI in Palo Alto stehen. Faszinierend an Watzlawick ist seine Unvoreingenommenheit, seine wissenschaftliche Redlichkeit und sein nonchalenter Pragmatismus auf diesem brisanten Gebiet des menschlichen Interagierens, das von Freud über Fromm bis Rosenthal auf die Spintisierer, Dogmatiker und "Kirchenväter" offenbar eine große Anziehungskraft ausgeübt hat, sodaß Schulstreitigkeiten die Sache selbst oft überwuchert haben.
Ganz anders Watzlawick. Durch eine glückliche Veranlagung und Biographie, durch Mehrsprachigkeit, Interkulturalität, musisches und literarisches Interesse, unbändige Neugier und Abenteuerlust hat er erkundet und geprüft, was ihm auf seinem Weg begegnet ist, genutzt und entwickelt für sein System des Konstruktivismus, anderes leidenschaftlos beiseite gelassen und überwunden ohne je mit akademischem Grimm dagegen zu Felde gezogen zu sein. Man wird in seinem Werk kaum eine dezidierte Auslassung gegen die Psychoanalyse finden. Großzügig räumt er ihre Verdienste ein. Im gleichen Atemzug wird klar, dass sie für einen Großteil zwischenmenschlicher, ernster und quälender Probleme unter therapeutischem Gesichtspunkt weitgehend irrelevant ist.
Systemische Ansätze, die auch auf seinen Beschreibungen sozialer Interaktionen fußen, sind wohl mindestens in der Paar- und Familientherapie heute unentbehrlich. Dennoch hat es in der allgemeinen intellektuellen, kulturellen Diskussion die System- und Kommunikationskationstherie immer noch schwer, aus dem Schatten der erfolgreich zum Jahrhundertereignis stilisierten psychoanalytischen Theorie herauszutreten. Kommunikationstheorie assozieren viele mit Verhandlungsoptimierung, Marketing und Kundenbindung. Die wirklichen ernsten Probelme kleiden die einschlägigen psychoanalytischen Begriffe nach weitgehend übereinstimmender Meinung unserer Feuilletonredakteure doch sehr viel vorteilhafter. Das ist schwer verständlich.
Watzlawicks "Menschliche Kommunikation" ist nicht leicht zu lesen. Es ist anspruchsvoll. Mehr ein grundlegendes Lehrbuch der Kommunikation und des damit verbundenen Konstruktivismus als eine witzige und charmante Plauderei über menschliche Paradoxien. Solche Bücher - das Bekannteste "Anleitung zum Unglücklichsein" - hat er auch geschrieben. Watzlawicks Interpretation menschlicher Kommunikationsstörungen und ihrer überall greifbaren, deprimierenden Eskalationen hat zwei überzeugende Stärken. Die zweite ergibt sich folgerichtig aus der ersten. W. fokussiert die Beziehung, die Interaktion, nicht eine Person, eine Individualität. Das kommunikationstheoretische Paradigma benötigt keinerlei Bewertung und Pathologisierung der Akteure. Niemand ist unreif, auf irgendeiner Stufe blockiert oder ähnliches. Es geht lediglich um das gezielte Mißverständnis, das An-einander-vorbei-Reden und wie man es durchbrechen kann. Eine "Königsmöglichkeit" ist die paradoxe Intervention. Aus diesem pragmatischen, funktionalen Zugriff auf ein Problem ergibt sich die Möglichkeit, es in einem anderen Rahmen, den der Therapeut hilft, zu konstruieren, ganz anders zu machen. Das Problem wird nicht verarbeitet oder abgearbeitet. Fronarbeit ist nicht gefragt. Ihm wird durch konstruktive Änderungen des Settings der Boden entzogen. Es implodiert. "Die Lösung des Probelms merkt man am Verschwinden des Problems", sagt Wittgenstein.
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am 25. Mai 2003
Ein unglaubliches Buch, welches Horizonte öffnet und ein völlig neues Verständnis für die zwischenmenschliche Kommunikation - mit einem Teilschwerpunkt auf der Familie - eröffnet. Watzlawick beschreibt anhand vieler Fallbeispiele auf äußerst populärwissenschaftliche, verständliche und immer humorvolle Art das Gedankengut des Konstruktivismus und belebt sein buch mit sehr vielen Stellen der eltliteratur, die wiederum dazu einladen, seinen Horizont zu erweitern.
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