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am 31. Januar 2014
Alissa Nutting, Dozentin für English Literature aus Ohio, legte 2013 ihren ersten Roman "Tampa" vor, der Anfang 2014 auf Deutsch erschien. Es handelt sich um ein in hohem literarischen Stil geschriebenes, zutiefst verstörendes und irritierendes Meisterwerk.

Im Zentrum der Handlung steht Celeste, eine junge High-School-Lehrerin Ende Zwanzig, die ihren Beruf keineswegs aus pädagogischer Berufung ergriffen hat, sondern die einzig und allein aus dem Zweck in die Schule geht, um dort nach Jungen Ausschau halten zu können, die sie in ihrer Freizeit missbrauchen kann. Anders gesagt: Die Lehrerin ist pädophil und nutzt ihren Beruf als Deckmantel, um ihre abseitigen Neigungen ausleben zu können.

Als ich zum ersten Mal von dem Roman erfuhr, war mein erster Impuls, ihn nicht zu lesen und ihn in eine Schublade mit anderen vermeintlich skandalösen Werken zu stecken wie etwa dem unsäglichen und unerträglich schlechten, langweiligen und oberflächlich nach Aufmerksamkeit gierenden "Feuchtgebiete" von Charlotte Roche. "Tampa" ist jedoch absolut das Gegenteil.

Ja, der Roman ist pornographisch – sehr sogar. Ja, der Roman behandelt ein verbotenes, daher selbstverständlich skandalträchtiges Thema. Aber "Tampa" ist so gekonnt, in einem solch literarischen Stil geschrieben, dass das Lesen fast einen Genuss darstellt. Die Beschreibungen sind göttlich, das sanfte Dahinplätschern des Erzählens wirkt sich prächtig auf den Lesefluss aus. Die Story ist spannend geschrieben und ebenso inszeniert, der Leser wird buchstäblich zum Verschlingen des Buches animiert. Ich hatte es nach eineinhalb Tagen durch.

Von seiner moralischen, über die Handlung hinausweisenden Aussage hat der Roman ebenfalls viel zu bieten. Zunächst einmal natürlich die Thematisierung der Pädophilie, die Darstellung der Auswirkungen auf die traumatisierten Kinder (vor allem am Ende) und die Selbstgerechtigkeit und eigentliche Gefühllosigkeit, wenn Celeste ihre Opfer mehr wie Fleischstücke beim Metzger behandelt als wie Mitmenschen.

Dann aber – und das ist auch ganz wichtiger meiner Meinung nach – die Thematisierung des in unserer westlichen Gesellschaft so eigenen und charakteristischen Hasses allen Unattraktivem und Älteren gegenüber: Celeste zeigt sich angewidert, wenn eine hässliche Schülerin sie anspricht: "Ihre Augen und ihre Nase waren so klein und nichtssagend, dass man fast nur die Zahnspange sah. Wie gern hätte ich sie... gefragt: Darf man überhaupt so aussehen wie du?" (S. 19). Die vom Sex regelrecht besessene Lehrerin beschreibt die Hand einer Kollegin, die sie nicht mag, als "Schweineklaue" (S. 69) und mokiert sich über "irgendein grausiges Geschöpf, dessen Kinn und Füße im Vergleich zum restlichen Körper monströs erschienen" (S. 20).

Nichts hasst Celeste so sehr wie ältere, verwelkende und imperfekte Körper: "Wie bei einem Kind löste der Gedanke an Paare mittleren Alters... Entsetzen und Abscheu in mir aus" (S. 47). In solchen Passagen erinnert Celeste nur zu brutal an uns selbst, an unsere heutige Gesellschaft, in der nur vermeintlich gut aussehende Menschen, nur schönheitsoperierte Top-Models und gutaussehende Menschen eine Chance haben und alle anderen verteufelt werden und in der Versenkung verschwinden.

Letzten Endes ist "Tampa" daher ein zutiefst moralisches Buch. Celeste Price gleicht einer Fleisch gewordenen Anklage an unsere westliche, auf Konsum, Sex und Äußerlichkeiten reduzierte Welt und beinhaltet gleichzeitig den Aufruf, uns endlich wieder zu mäßigen. Insofern stellt "Tampa" nicht nur eine flammende Streitschrift gegen die Pädophilie dar, sondern Alissa Nutting hält uns auch den Spiegel vor und hinterfragt unsere eigenen moralisch-ästhetischen Grundsätze. Gerade in einer Zeit, in der in Deutschland sogenannte "Teenie-Bordelle" im Kommen sind, sollten wir uns fragen, ob wir unsere sexuelle Offenheit und unsere übersexualisierte Dauer-Hedonie nicht endlich einmal auf den Prüfstand stellen sollten.

Ich war auf ein oberflächlich um Aufmerksamkeit heischendes Möchtegerndebüt gefasst. Alissa Nuttings "Tampa" ist jedoch tief sensibel, tragisch berührend und hochintelligent; ich möchte sogar fast sagen, es ist in unserer Gesellschaft überfällig geworden.
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am 21. Juli 2014
Sie ist 26 Jahre alt. Sie ist außergewöhnlich schön. Sie ist Lehrerin. Und sie steht auf vierzehnjährige Jungen.

Was schockierend klingt, ist das, wonach die Lehrerin Celeste Price sich verzehrt: Sex mit ihren minderjährigen Schülern. Hühnerbrüstige, unerfahrene, neugierige Teenager. Ihr Mann Ford hingegen törnt sie ab. Ausschließlich die Tatsache, dass er finanziell gut situiert ist, lässt Celeste bei ihm bleiben. Ihre Lust lebt sie heimlich aus, allen voran mit ihrem Lieblingsschüler Jack. Doch auch die Tatsache, dass sie dabei mit äußerster Vorsicht zu Werke geht, täuscht nicht darüber hinweg, dass jedes ihrer ungesetzlichen Abenteuer eine tickende Zeitbombe ist, die von einem Moment auf den anderen explodieren kann – mit vernichtender Wirkung…

Das Buch "Tampa" von Alissa Nutting hat in den USA zu äußerst kontroversen Debatten geführt. Auch in den deutschen Medien wurde es bereits heiß diskutiert. Im Zentrum steht vor allem die Frage: Wie weit darf ein Roman gehen? Fakt ist, dass die Autorin mit ihrer Hauptfigur Celeste Price eine schillernde und ebenso faszinierende wie abstoßende junge Frau zur Erzählerin ihres 288-seitigen Romandebüts gemacht hat. Wer die Lehrerin auf die Adjektive "pädophil" und "nymphoman" reduziert, beleuchtet allerdings nur einen Bruchteil des vielfältigen Charakters der von Alissa Nutting entworfenen Figur. Denn Celeste Price ist manipulativ, kaltherzig, aber auch klug, schlagfertig und humorvoll. Und schon befindet man sich als Leser im inneren Zwiespalt, indem man sich die Frage stellt: Darf ich eine Frau, die Unzucht mit Minderjährigen treibt, selbst ansatzweise sympathisch finden?

Seitens der Medienvertreter wurde unter anderem die Frage aufgeworfen, wie es wohl für Alissa Nutting gewesen sein muss, sich beim Schreiben in eine pädophile Lehrerin hineinzuversetzen. Eine reichlich seltsame Frage, wenn man bedenkt, dass es zahllose Krimis und Thriller gibt, die aus der Sichtweise von Mördern geschrieben werden – und zuhauf gelesen werden, denn der Boom des Spannungsgenres ist ungebrochen. Insofern beantwortet sich die Frage, wie weit ein Roman gehen darf, für mich von selbst: Fiktion darf alles, so wie Gedanken alles dürfen. Ich lehne Pädophilie selbstverständlich strikt ab, ebenso wie Mord und Totschlag – und dennoch bin ich eine begeisterte Krimi- und Thriller-Leserin. Allerdings gibt es natürlich sowohl im Fall des Romans “Tampa” als auch bei Belletristik über Mörder durchaus Bezüge zur Realität.

Über dieses Buch lässt es sich vortrefflich streiten. Intensiven und derben Sexszenen mit 14-jährigen Jungen kommt darin eine große Bedeutung zu. Alissa Nutting bricht wortgewaltig Tabus und lässt Grenzen verschwimmen. Allerdings ist “Tampa” keinesfalls ein Roman, der sich aus Effekthascherei durch das Verbotene, bloße Pornografie und Provokation speist. Die Erzählung zeigt das glasklare Profil einer von ständiger Lust getriebenen Frau, die sich nimmt, was sie will, mit der Kombination aus Schönheit und Cleverness geschickt alle Register zieht und panische Angst vor dem Altern hat.

Die durchtriebene Celeste Price hat mich gefesselt wie selten eine Protagonistin zuvor. Diese Tatsache beweist, dass Alissa Nutting ihren Job hervorragend gemacht hat: Denn wie einfach wäre es, den Leser eine solche Frau einfach abscheulich finden zu lassen.

"Tampa" ist jedenfalls schon jetzt eines meiner literarischen Highlights des Jahres 2014. Das Buch mit dem vermeintlich so obszönen Cover hat mich erschreckt, schockiert, fasziniert, erstaunt und mitgerissen. Der Erzählstil ist schlichtweg großartig. Gleiches gilt für die Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch, den Fortgang der Handlung und den besonders gegen Ende stetig ansteigenden Spannungsbogen.

Ich wünsche diesem mutigen Buch viele Leser, die sich ungeachtet des Presserummels ihr eigenes Bild davon machen.
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Am Cover sieht man bereits um was es bei diesem Roman geht: um weibliche Sexualität, um Lust und um eine harte Pornostory. Die Lehrerin Celeste ist Ende 20, sie ist blond, hübsch und heiß...auf ihre 14 jährige Schüler. Schon auf den ersten Seiten hat sie sich mehrmals selbst befriedigt und man fragt sich, was diese Frau für ein Problem hat! Sie ist nymphomanisch veranlagt und braucht den Reiz des Unschuldigen- sie ist also eine perfekte Pädophile, Unzucht mit Kindern betreibt sie und in vielem erinnert sie an das Avocadokerngetue von Charlotte Roches Feuchtgebieten, nur dass sie auf das Ganze geht und an ihren Schüler Jake ran will. Dieser Roman ist zwar sehr pornografisch, aber doch eher als Psychogramm einer eiskalten, kranken Frau zu verstehen. Man kann diese Person nur verabscheuen, fragt sich immer wieder, ob es einen Funken Realität in so einer Geschichte geben kann und wartet auf ihren Untergang.

Das Buch hat zweifelsohne Stil, ist sehr gut geschrieben, gibt Gänsehaut, ist etwas gruselig, aber durchaus ein beachtlicher Roman.
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am 15. Februar 2014
Zuerst die Oberfläche: eine junge Frau wird Lehrerin um kleinen Jungs nahe zu sein, die sie sich als Liebhaber wünscht. Sie dürfen nicht älter als 14 sein. Sie verfolgt rücksichtslos ihr Ziel mit der Intelligenz und den Mitteln einer Psychopatin. Sie manipuliert ihre Umgebung und ihre Opfer und ordnet alles ihrem Ziel unter. Die Sexszenen sind zahlreich und detailiert, sie scheint alles zu erreichen was sie will. Aber die Beschreibung macht auch völlig klar, wie monströs es ist, was sie mit den Jungen macht.
Aber, wenn man sich auf diese Handlungen fokussiert, übersieht man meiner Meinung nach die Hauptbotschaft der Autorin
Und unter der Oberfläche? wenn man versucht hinter das grelle Leuchten dieses amoralischen Chrakters zu schauen, sieht man einen zutiefst unglücklichen Menschen. Sie findet keine wirkliche Erfüllung in den sexuellen Akten, sondern jagt wie eine Rauschgiftsüchtige immer gleich dem nächsten 'Schuss' hinterher. Sie hasst das Älterwerden, verabscheut alte Menschen und weiss doch dass sie das gleiche Schicksal erleiden wird. Also unterzieht sie sich intensiven kosmetischen Behandlungen inklusive Botox Eigentherapie. Eigentlich will sie ewig jung und unsterblich sein ("Ich möchte eine Pforte in der Erinnerung dieser Jungen errichten, durch die alle zukünftigen Partner hindurch müssen und mit mir verglichen werden").
Meine Schlussfolgerung: kein Buch gegen Pädophilie, sondern eine Anklage gegen die allumfassende Forderung nach Jugend und Schönheit in unserer Gesellschaft, die es unmöglich macht das Leben als ganzes zu lieben.
Es macht Spass das Buch zu lesen, ich musste aber nach ein paar Kapiteln immer unterbrechen, um hinter die monströse Fassade zu blicken.
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TOP 500 REZENSENTam 24. Januar 2016
Celeste Price ist süchtig. Süchtig nach Sex. Nach Sex mit Minderjährigen, gerade in die Pubertät einsteigenden 14jährigen Jungen. Es ist ihre einzige Droge. Es ist die einzige Gravitation in ihrem Leben, die alles zu sich hinzieht. Es gibt kein anderes Thema für Celeste, das Buch, seine Sprache und den Leser. Im Kopf von Celeste bewegen wir uns durch eine Welt, deren Bildqualität nur an der Schnittstelle zwischen ihrer Vagina und ihrem besessenen Verstand ungestört ist.

Schilderungen von weiblicher Sexualität in Romanen sind ja seit jeher mit Vorsicht zu genießen, wird an eine solche Darstellung doch immer die Erwartung gestellt, entweder kritisch-gehemmt-neurotisch zu sein oder zügellos und bahnbrechend. Was nicht heißen soll, dass es immer so geschieht (aber doch noch allzu häufig). Es gibt gute, differenzierte Schilderungen von weiblicher Sexualität (und auch von weiblichen Ausschweifungen), in Werken von Virginia Woolf, D.H. Lawrence, Wolfgang Koeppen, Anne Sexton, um nur einige zu nennen. Weibliche Sexualität ist auch komplexer als männliche und wird bisher dennoch oftmals von dieser Warte aus beschrieben und definiert.

Aber das sind grundsätzliche Probleme und es ist natürlich auch nicht die Absicht dieses Buches das differenzierte Bild einer (Achtung: schwierig zu fassendes Adjektiv) gesunden Sexualität zu zeigen. Nicht umsonst wird es als Mischung zwischen American Psycho und Lolita angepriesen, zwei nicht gerade zimperliche Romane, die sich ebenfalls mit zwei pathologischen Extremen beschäftigen.

Trotz der ganzen Aberei bleibt ein fieser Nachgeschmack zurück, zumindest wenn einem vor lauter Vorfreude auf ein durchkomponiertes Portrait der Psychose und ihrem Innenleben das Wasser bereits im Mund zusammenlief und dann nur die sexuellen Brachialien dazu führten, dass einem ein bisschen die Spucke wegbleibt, während die Charakterzeichnung nicht so schön serviert wurde wie die großaufgetischte Gelegenheit, eine Frau und einen Pubertierenden möglichst häufig beim Geschlechtsakt zu beschreiben.

Es gibt durchaus Ansätze zu einem gelungenen Psychogramm, doch am Ende hat Celeste zu einfache Bewältigungsmechanismen, die die Problematiken zugunsten der Saturnalien überspringen, und die nicht nur im Hirn der Protagonistin, sondern auch im Verlauf der Handlung greifen. Der (im doppelten Sinne) Fall von Celeste böte viele Gelegenheiten zur Selbstbetrachtung und (Selbst-)Irritation, zu Wünschen nach Heilung oder kurzen Abschweifungen - stattdessen bekommt man einen Porno, der sich eine Rundumgeschichte aus exquisiten und bewährten Requisiten baut: eine Ehe, einige andere Beziehungen, einen Weltekel bei der Protagonistin und ein paar Spannungsbögen und Ereignisse, die auf unterschwellige Weise bedingen, dass noch mehr über Sex geschrieben wird.

Für diejenigen Leser, für die Sexualität nicht nur interessant ist, weil sie ein Reiz ist, sondern weil sie (gerade in Kombination mit Neurose) ein interessantes und wichtiges Thema der Lebenswirklichkeit sein kann, wird das Buch höchstwahrscheinlich enttäuschend verlaufen. Es ist weder schlecht geschrieben, noch total misslungen, stemmt sich aber zu wenig gegen sein eigenes Klischee und in seine eigene Problematik (ganz im Gegensatz zu z.B. Lolita). Es bietet vor allem: Sex und Ausführungen über den Wunsch nach Sex. Die Rahmenhandlung mit Schule, Ehe und Figuren rahmt ganz schön, mehr nicht, und ansonsten muss der Leser viel gedankliche Neurose ertragen, deren Ziel nur eines ist: sich möglichst schnell dahin zu bewegen, wo es zur Sache geht. In diesem letzten Zug nähert sich Nuttings Buch fast schon wieder einer Wahrheit über Sex: dem Wunsch, dass er geschehen möge, weil er etwas ist, auf das man nicht warten kann. Aber selbst das ist am Ende zu wenig.

Ein runder Roman, der sich Mühe gibt, seine Protagonistin und ihren Sex in eine Handlung zu integrieren, was am Ende auf etwas nicht ganz zusammengehörendes hinausläuft …
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am 9. März 2014
In Tampa geht es um die Lehrerin Celeste. Sie fängt gerade eine neue Stelle an einer Junior High in Tampa an. Aber sie hat ein Geheimnis. Sie unterricht nicht weil sie Spaß daran hat, sondern weil sie einen ihrer Schüler verführen will. Sie selbst hat angst zu altern und findet Erwachsene Körper abschreckend. Sie sucht also in ihrer 8. Klasse nach einem geeigneten 'Opfer' und wird fündig. Der 14-jährige Jack entspricht mit seinem noch kindlichen Alter genau ihrem Beuteschema. Durch ihren Körper ist es für Celeste einfach Jack um den Finger zu wickeln. Und so beginnt eine strafbare Affäre zwischen den beiden. Celeste kann einfach nicht genug von Jack bekommen und geht einen Schritt zu weit.

Meine persönliche Meinung bei diesem Buch ist zwei geteilt.
Das Buch ist sehr gut geschrieben und lässt sich dadurch sehr gut lesen. Es ist aber nicht für jeden zu empfehlen, da schon auf ca. den ersten 20 Seiten Celeste bereits ungefähr 7 mal selbst Hand angelegt hat, falls ihr versteht was ich meine. Diese Stellen werden jedoch nicht in einem Satz kurz erwähnt, sondern sehr detailliert geschrieben. Und auch weitere anzügliche Szenen mit Jack werden ausführlich geschrieben.
Kommen wir zum Inhalt. Am Anfang hat mir das Buch gefallen, da man einen Einblick in den Kopf der Protagonistin erhält. Zur Mitte des Buches muss ich allerdings sagen, dass ich mich mehr oder weniger nur noch durch das Buch geschleppt habe. Die Gedanken von Celeste wurden immer komischer und verschreckender. Ich habe das Buch komplett gelesen und gegen Ende hatte ich das Gefühl das es wieder besser wurde.

Zusammen fassend kann man sagen, dass mir das Buch vom Schreibstil her sehr gut Gefallen hat, der Inhalt jedoch an der ein oder anderen Stelle ein bisschen zu wünschen übrig lässt.
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am 10. Juni 2014
Ich finde, daß das Buch sich nicht so richtig entscheiden kann zwischen einer eindeutigen Sprache einerseits und der Darstellung der Konflikte der Protagonistin andererseits. Dazu einiges amerikanische Lokalkolorit, aber insgesamt eine recht ansprechende Lektüre. Vielleicht hätte man die Charaktere noch etwas stärker entwickeln sollen.
Mfg
Helmut F. Luge, Mainz
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am 11. Dezember 2014
Celeste ist jung, hat in eine reiche Familie geheiratet, hat einen tollen Job als Lehrerin und.... ist pädophil. Nur durch sexuelle Beziehungen zu jüngeren Buben erfährt sie die Befriedigung, die sie braucht. Sie lässt nichts unversucht, für diese Altersgruppe attraktiv zu wirken. Ältere Körper schrecken sie ab, widern sie geradezu an. So versucht sie auch alles, Sex mit ihrem Mann zu vermeiden.

Zwangsweise endet letztlich die Beziehung zu dem besonders kindlichen Jack in einer Katastrophe. Der Weg dorthin ist vorgezeichnet, wie bei einem guten Krimi kann man nicht aufhören, die Hauptpersonen auf ihrem Weg ins Verderben zu begleiten.

Die sexuellen Begegnungen sind mehr als deutlich beschrieben, wirken für mich allerdings in keiner Weise pornographisch. Manchmal sind sie zu übertrieben, mit Fortdauer des Buches - und mit Fortdauer der Beziehung von Celeste zu Jack - wird aus Leidenschaft mehr und mehr eine verzweifelte Obsession, sodass der Lustfaktor ohnehin hintan steht.

Hervorragend, ja geradezu zynisch lebensnah, ist beschrieben, wie Celeste, als Kinderschänderin überführt, von Medien und Öffentlichkeit als "Monster" dargestellt, dank ihrem finanziellen Background mit bester anwaltlicher Unterstützung der Gerechtigkeit entkommt und ihr weiteres Leben plant.
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am 26. Mai 2014
In Tampa, der drittgrößten Stadt Floridas, wurde Debra Lafave (23) 2005 wegen sexueller Unzucht mit ihrem minderjährigen (14) Schüler verurteilt. Sie dürfte die Vorlage für die Romanfigur Celeste des vorliegenden Romans sein, in dem die dunkle, bösartige Seite weiblicher Sexualität thematisiert wird. Ich vermute, der den Himmel andeutende Name Celeste hat pornografische Obertöne - es gibt zwei (auf Wikipedia bekannte) Pornodarstellerinnen, die sich Celeste genannt haben. Ob es sexuellen Missbrauch durch Frauen geben und wie er aussehen kann, wird im langen ersten Teil des Buchs dargestellt und gegen Ende wird die für mich interessantere Reaktion der Umwelt auf die pädophilen Exzesse von Celeste thematisiert. Der Großteil der Umwelt steht nach dem dramatischen Auffliegen von Celestes pädophilen Bedürfnissen dieser Perversion gänzlich fassungslos gegenüber, will Celeste als Monster sehen. Ihr Verteidiger vor Gericht lässt dagegen die Meinung sichtbar werden, dass die 14-jährigen Burschen nicht missbraucht worden sind, sondern froh über die Gelegenheit und die Einführung in ein intensives Sexualleben waren. Waren nicht gar die 14-Jährigen, diejenigen, die die sexuelle Beziehung angebahnt haben? Kann eine Frau junge Männer überhaupt sexuell missbrauchen?
Wie immer: Celeste ist am Schluss des Romans noch immer pädophil und sucht sich 14-jährige Teenager für kurzfristige sexuelle Abenteuer. Nach wie vor können nur junge Männer ihre Angst vor dem Altwerden, dem Sterben und dem Tod (dem großen Nothing=Nutting?) dämpfen. Sie ist offensichtlich durch die schockartige Enthüllung nicht von ihrer Obsession geheilt worden und sucht eine Beziehung zu einem erwachsenen Mann weiterhin nur, um sich ökonomisch abzusichern. Ich kann daran keine Kritik an der amerikanischen Gesellschaft erkennen (Pornographisierung, Übersexualisierung u.ä.m.), es wird vielmehr ein krank- und zwanghaftes Einzelschicksal beschrieben.
Immer wieder wird auch auf eine vermeintliche Analogie zu Lolita von Nabokov hingewiesen. Aus meiner Sicht ist diese nur sehr oberflächlich und vor allem von einem psychologischen aber auch von einem sprachlichen Gesichtspunkt her, kann Tampa in keiner Weise mit der Komplexität und Subtilität von Nabokovs Meisterwerk mithalten. Lolita ist auch sehr komisch, manchmal klingt die Geschichte wie die Parodie einer echten Liebesbeziehung zwischen zwei Personen auf Augenhöhe - bei Nutting dagegen habe ich Humor oder Komik weitgehend vermisst, obschon die Darstellung des Schullebens mitunter etwas Groteskes aufweist. Was man aber jedenfalls in Tampa finden wird, sind pornografische Darstellungen. So weit ich das beurteilen kann, sind diese durchwegs konventionell und auch zu lang geraten (außer vielleicht für die einhändigen Leser ....) und Nutting hat sich auch nicht wie seinerzeit Elfriede Jelinek (Lust)auf die Suche nach einer eigenen weiblichen Sprache für die explizite Beschreibung von Sex gemacht. Die Pornografie in Tampa ist nicht wie die kalte, kranke und todbringende Perversion von American Psycho, sondern kommt deutlich ... ja: weiblicher und softer rüber. Die Burschen werden zwar als Lustobjekte missbraucht, aber nicht misshandelt oder umgebracht.
Meine Meinung daher abschließend: Sicher kein faszinierendes Meisterwerk wie manche hier meinen, von Nabokovscher Großkunst sehr weit entfernt, aber man kann`s schon lesen. Und drüber angeregt reden.
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am 5. August 2014
War vom Kauf nicht enttäuscht. Ein sehr heikles Thema (Sex mit Minderjährigen) wird hier sehr offen beschrieben und ist (bis auf einige plötzliche Wendungen in der Handlung) durchaus nachvollziehbar.
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