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71 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erhebend...
Über dieses Buch ist von meinen Vorgängern hier schon sehr vieles gesagt worden. Ich finde es ausgesprochen bedauerlich, daß das Buch hierzulande nicht ebenso als liebevoller Bildband erschienen ist, wie in Portugal. Dann sähen die Reaktionen etwas anders aus, denke ich. Mit zahlreichen passenden Fotos (die Saramago teils selbst geschossen hat)...
Veröffentlicht am 9. April 2006 von Vasco da Gama

versus
25 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen �Das Glück hat viele Gesichter ..."
„... Das Reisen ist wahrscheinlich eines davon." Der jetzt über achtzigjährige José Saramago, dem 1980 mit der Familienchronik „Hoffnung im Alentejo" der literarische Durchbruch gelingt, bekommt 1981 das Angebot, einen Reiseführer über das damals noch touristische Niemandsland Portugal zu schreiben. Der Autor macht seinem Verlag...
Veröffentlicht am 11. Mai 2004 von Michaela Schmitz


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71 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erhebend..., 9. April 2006
Von 
Vasco da Gama (Westfälisches Ruhrgebiet, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die portugiesische Reise (Taschenbuch)
Über dieses Buch ist von meinen Vorgängern hier schon sehr vieles gesagt worden. Ich finde es ausgesprochen bedauerlich, daß das Buch hierzulande nicht ebenso als liebevoller Bildband erschienen ist, wie in Portugal. Dann sähen die Reaktionen etwas anders aus, denke ich. Mit zahlreichen passenden Fotos (die Saramago teils selbst geschossen hat) erhält der Leser einen viel besseren Einblick, wird mitgenommen, kann ein bißchen nachfühlen, ist mit dabei. So bleibt nur das geschrieben Wort, aus dem natürlich trotzdem zur Genüge die Menschenliebe, der Humor, die Großmütigkeit, die Vernunft, die Ironie Saramagos spürbar ist. Mancher erwartet mehr (siehe vorherige Rezensionen).
Das Buch heißt im Original "Reise nach Portugal", nicht "Reise durch Portugal". Saramago bereist das Land nicht, er versucht es zu finden. Dies ist nichts anderes als ein ganz individueller Bericht einer persönlichen Reise, vollkommen subjektiv. Der Leser mag mitreisen, wenn er mag. Er wird Portugal (und in gewisser Weise Menschen und Länder allgemein) auf eine sehr menschliche, unbeschwerte und persönliche Weise kennen lernen. Nicht wie mit einem Reiseleiter, sondern wie mit einem portugiesischen Freund bekommt man hier einen sehr subjektiven, aber dafür ungeheuer tiefgehenden Einblick. Es mag auch ganz andere Einblicke geben, ganz andere Arten, Portugal kennen zu lernen. Saramago bietet seine ganz persönliche in diesem Buch an. Nicht mehr und nicht weniger. Ich persönlich halte dies für eine denkbar gute Art, dieses unbekannte kleine, arme, reiche Land kennen zu lernen. Wer es lauter, stolzer, glänzender, extrovertierter mag, der fährt wahrscheinlich ohnehin ins viel besser vermarktete Spanien. Bei uns wird das positiv belegte Spanien nie als Vielvölkerstaat wahrgenommen (ebensowenig seine Probleme mit allen Nachbarn, von Frankreich bis Marokko, von Gibralter ganz zu schweigen). Dafür ist das Bild des kleineren Nachbarn Portugal eher negativ belegt, wenn überhaupt irgendwie "belegt"... klein, arm, unbedeutend, unbekannt. Und wer irgendwie zufällig doch Interesse an Portugal abseits der Postkartenmotive findet, für den ist dieses Buch Saramagos eine gute Möglichkeit, etwas mehr über das Wesen UND die Landschaft Portugals kennen zu lernen. Weitergehende Eindrücke gibt es in jedem Reiseführer, oder persönlich vor Ort. Oder bei Pessoa, Lobo Antunes, Lidia Jorge, Castelo Branco etc.
Unbedint erwähnen muß man aber, daß dieses Buch bereits älter ist (schon 1998 gab es eine 17.Auflage des aufwendigen Bildbandes!), und Portugal seither eine stete veränderung durchmacht, immer mehr seiner Eigenarten einbüßt. McDonalds, Lidl, Werbung auf jeder Anhöhe, immer weniger regionale Produkte, die auch bei uns bekannten gesellschaftlichen Veränderungen (Verstädterung, Individualisierung, Kommerzialisierung, Überalterung, etc), alles dies sieht Saramago auf dieser Reise bereits, aber nur als Ahnung, noch nicht als Beschreibung des heutigen Zustands, der immer weiter die großen Städte und Küstengebiete verläßt und sich über das gesamte Land ausbreiten will. Die EU will schließlich irgendwann die "Vereinigten Staaten von Europa" werden. Um so mehr ist dieses Buch ein Genuß und ein Dokument.
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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Das Ende einer Reise ist nur der Anfang einer neuen.", 16. Oktober 2004
Von 
Mag Wolfgang Neubacher "wolfgang_neubacher" (A - 5203 Köstendorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die portugiesische Reise (Gebundene Ausgabe)
Und: "Reisen heißt entdecken, alles andere ist nur vorfinden." Diese 2 Mottos bestimmen das Buch des portugiesischen Nobelpreisträgers.
Zugegeben - das Werk ist nicht gerade "leichte Kost". Saramago bereist Portugal auf 6 Etappen; teilweise sogar im späten Herbst und im Winter. Und er reist sehr "subjektiv": So liebt er Romanik und Gotik; mit den übrigen Baustilen der portugiesischen Kunstgeschichte kann er meistens nur wenig anfangen; er liebt eher die kleinen, künstlerisch wertvollen Dorfkirchen als die großen Abteien.
Lässt man sich als Leser allerdings auf diese "Vorgaben" ein, ist dieses Buch eine faszinierende Lektüre, denn Saramago "hat noch einen Trumpf im Talon": Er sucht immer und immer wieder das Gespräch mit dem portugiesischen Menschen. Und so ergeben sich oft faszinierende oder berührende Momente - etwa wenn Saramago, der berühmte Dichter, mit einem Hotelkellner in dessen abgelegenen Heimatort fährt: 2 Menschen auf der gleichen Wellenlänge.
Wahrscheinlich wird man dieses Buch nur lesen, wenn man -wenigstens Teile von - Portugal kennt. Dann ist die Lektüre aber ein großer Gewinn für den Leser - eben weil das Buch weit über eine Reisebeschreibung Portugals hinausgeht.....
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Doch ein Reiseführer, 28. April 2010
Von 
Dr. Ludwig Krysl (Wien-Salzburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die portugiesische Reise (Taschenbuch)
Die portugiesische Reise (rororo)Man ist ja vom Autor einiges gewohnt - doch dieser Reisebericht ist derart farbig, lebendig und von einer tiefen Zuneigung zu Menschen, Kunst und Kultur getragen, dass man sich selbst damit einiges Gutes tun kann. Ich habe mir eine genaue Portugal-Karte besorgt, um die Reisen nachvollziehen zu können. Sehr hilfreich ist es auch, die Höhepunkte gleich bei der Lektüre im Internet zu suchen, ich habe fast alle mit genauer Beschreibung gefunden.
Den Ärger des Reisenden über verschlossene Kirchen und Gebäude sowie über städtebauliche oder allgemein architektonische Missgriffe kann ich gut nachvollziehen.
Alles in allem eine erholsame, fast "erbauliche" Lektüre, die einfach guttut.
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hommage an Portugal, 5. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Die portugiesische Reise (Gebundene Ausgabe)
Eins vorweg: Dieses Buch ist eines der Schönsten, die Saramago bisher geschrieben hat!
Mit viel Atmosphäre wird in diesem Buch ein Bild von Portugal gezeigt, wie es wirklich ist: Die kleinen Dörfer mit ihren schönen alten Kirchen, im Nebel liegende Täler, der Tau auf den Weinreben, Flüsse, Berge, Wälder, Begegnungen mit fremden Menschen, die den Reisenden zum Abendessen einladen wollen, obwohl sie selbst wenig zu Essen haben. Doch auch die andere Seite: Die Hafenarbeiter in den Werften, Industriegebiete, soziale Probleme. Es ist mehr als ein simpler Reiseführer, dieses Buch ist ein Spiegelbild Portugals, gespickt mit historischen Anekdoten, Weisheit und einem Augen fürs Detail, geschrieben von einem Portugiesen, der sein Land mit den Augen eines Fremden beobachtet. Wundervoll!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wunderbares Portugal, 23. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Die portugiesische Reise (Gebundene Ausgabe)
Mit seinem jüngsten Werk „Die portugiesische Reise" geht es José Saramago sicherlich nicht darum, neuen literarischen Ruhm zu erlangen, sondern vielmehr um die Vorstellung seines Landes Portugal, das Land, das sich einem fernab des gewöhnlichen Tourismus erschließt, indem man Fragen stellt, die keine Antworten haben oder haben sollen, indem man nach Deutungen und Bedeutungen sucht. Der Literaturnobelpreisträger des Jahres 1998 ist eigentlich kein Reiseschriftsteller. In seinen Romanen wehrt er sich stets gegen den im Großen unaufhaltsamen Fortschritt, der zu Lasten der Menschlichkeit geht. Er greift die Melancholie auf und beschreibt sie auf unvergleichliche Weise. Umso größere Anerkennung verdient daher seine Fähigkeit, in „Die portugiesische Reise" das Traurige abzuschütteln und den Zustand einer tatsächlichen wunderbaren Reise herbeizuführen, auf der wir vor allem auch einen überaus menschlichen Autor kennen lernen, der sein Portugal liebt wie den Ort, an dem sich „die Welt verabschiedet", am Cabo de São Vicente, der Details sieht in der riesigen Kirche von Carrazedo de Montenegro, der Fantasie hat, wenn er mit den Fischen im Rio Douro spricht, der am anderen Ufer den Namen Rio Duero trägt, den die Harmonie der kleinen Kirche São Frutuosa de Montélinos begeistert und der sich wundert, wie der Sklavenmarkt, der einst auf der heutigen Praça da República grauenvolle Wirklichkeit gewesen war, in Vergessenheit geraten konnte.
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25 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen �Das Glück hat viele Gesichter ...", 11. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Die portugiesische Reise (Gebundene Ausgabe)
„... Das Reisen ist wahrscheinlich eines davon." Der jetzt über achtzigjährige José Saramago, dem 1980 mit der Familienchronik „Hoffnung im Alentejo" der literarische Durchbruch gelingt, bekommt 1981 das Angebot, einen Reiseführer über das damals noch touristische Niemandsland Portugal zu schreiben. Der Autor macht seinem Verlag einen Gegenvorschlag: „Ich würde eine Reise machen, so wie ich Lust hatte (...) und über (...) diese Reise (...) schreiben. Also keinen Reiseführer, sondern eine Erinnerung an diese Reise." Entstanden ist keine touristische Lektüre für die Handtasche, sondern ein sechshundert Seiten umfassender Reisebericht, der jetzt ins Deutsche übersetzt wurde. „Gleichzeitig ist es ein Buch über Portugal geworden."
Saramago reist durch sein eigenes Land und „durch die Kultur, die ihn prägte und immer noch prägt" und begibt sich damit stellvertretend auf die Suche nach der eigenen portugiesischen Identität, einem nationalen und zugleich individuellen Selbstbewusstsein. Es ist eine Forschungsreise mit dem Ziel, „das endlose Murmeln eines Volkes" aufzuzeichnen, um den Reisenden über die Spuren der jahrhundertealten Geschichte Portugals zurück zur eigenen Herkunft zu leiten. Eine mehrmonatige Fahrt führt den Autor in sechs Teilstrecken von Nord nach Süd und Ost nach West. Die „Tour des Portugueº" beginnt im unwirtlichen nebligen Oktober fernab in den Bergen und endet im Frühsommer an der sonnendurchfluteten Algarve im äußersten Südwesten bei der steil abfallenden Küste von Sagres. „Es ist ein sehr einsamer Weg, Dutzende von Kilometern ohne eine Menschenseele, Berge über Berge, wie kann ein so kleines Land so riesig sein."
Aber die Route ist für Saramago zweitrangig, denn für ihn ist Reisen „eher eine Sache des Bewusstseins als der Fortbewegung." Voraussetzung für diese Bewusstseinsreise sind höchste Aufmerksamkeit und eine aufs Äußerste geschärfte Wahrnehmung, denn „Reisen heißt entdecken, alles andere nur vorfinden." „Die Philosophie dazu lautet: Alles ist eine Reise. Das, was man sieht, und das, was sich versteckt, das, was man berührt, und das, was man erahnt, das Tosen des Wasserfalls und diese leichte Schläfrigkeit, die die Berge umhüllt."
Zur Schärfung des Blicks nähert sich der Autor dem Heimatland aus der Fremde von der spanisch-portugiesischen Grenze her. Der prototypische „Reisende" sieht in idealer Weise alles mit unverstelltem Blick. „Hinter den Bergen" in Trás-os-Montes beginnt die beschwerliche Fahrt über schlechte Straßen in zahllose Dörfer. Der Start im Niemandsland ist programmatisch: Der Reisende soll das Vertraute unverfälscht und wie zum ersten Mal sehen mit dem Ziel, alles gleich-berechtigt zu betrachten und gleich-gültig zu bewerten. Augenzwinkernd wundert sich der Einheimisch deshalb: „In was für einem Land bin ich hier eigentlich, fragt der Reisende seinen Wein im Glas, der nicht antwortet, sich aber gütigerweise trinken lässt."
Der Charakter des Landes und der Region, die Mentalität der Menschen, die Geschichte und Geschichten spiegeln sich auch und gerade in der Kultur, die sich in der Provinz vornehmlich in der sakralen Kunst manifestiert. Als kulturgeschichtlicher und kunsthistorischer Autodidakt erkundet Saramago Kirchen, Klöster und Paläste. „Er sucht die Kunst dort, wo sie ist, er geht in die Kirchen, in die Kapellen, zu den Grabmälern, und überall stellt er dieselben fragen: Was ist das? Wer hat das gemacht? Was wollte er uns damit sagen? Worin bestanden seine Angst oder sein Mut? Welchen Traum wollte er sich als Nächstes erfüllen?"
Was ihn an der Kultur im Besonderen interessiert, das sind die Menschen, die sie gemacht haben, die Menschen, an die sie erinnert und die Menschen, mit denen sie sich beschäftigt. Der Reisende sucht gezielt Kirchen und Friedhöfe als dörfliche Kommunikationszentren auf, weil sich dort die Geschichten der Toten und Lebenden verknüpfen. „Friedhöfe sind ja keine Orte nur für die Toten. Auf Friedhöfen findet man Geschichten von Leuten, die mal gelebt haben." Saramago spürt Lebensgeschichten und Legenden auf, mischt vorhandene mit erdachten Mythen und sammelt historische Anekdoten über Könige, Krieger, Maler, Entdecker, Schriftsteller, Heilige und Sünder. Der Autor bringt Menschen zum Erzählen und Steine zum Reden: „Man muss sich genau umschauen, ganz still sein und warten, dass die Steine mit einem sprechen, und wenn man Geduld hat, so wird man schließlich nur ungern gehen."
Leider werden die Geschichten für den Leser nur selten so lebendig wie bei diesen: der Legende des als Christusfigur tradierten Helfers im Konflikt mit den Spaniern, dem Soldaten, der zu Unrecht zu Tode verurteilt wird, da jemand in seiner verliehenen Uniform gemordet hat, der jungen Frau, die nach der Geburt des ersten Kindes nichts von dem zweiten weiß und es einen Tag später tot zur Welt bringt oder dem surrealen Disput des Reisenden mit dem Leibhaftigen. Auch Landschaftseindrücke werden meist nur schemenhaft erfahrbar. Auch wenn der Reisende vorgibt, „zwanzig Sinne" zu haben und" in der Lage ist (...) zu hören, was er sieht, zu sehen, was er hört, zu riechen, was er mit den Fingerspitzen tastet, und auf der Zunge das Salz zu schmecken, das er gerade in diesem Augenblick auf der von der offenen See heranrollenden Welle hört und sieht". Saramago gelingt es in der „Portugiesischen Reise" leider nur momentweise, diese Wahrnehmungen auch sprachlich zu vermitteln. So bedauert der Leser gemeinsam mit dem Reisenden, „dass eine Reihe von Wörtern nicht gleichzeitig eine Kette von Bildern, Lichtern und Klängen ist, dass der Wind nicht zwischen ihnen hindurchweht, dass kein Regen auf sie fällt" und Portugal in der „portugiesischen Reise" nur selten lebendig wird. Das „ hinsehen und wahrnehmen, anhalten und herumgehen, nachdenken und die Gedanken aussprechen" wird zum großen Teil viel zu kleinteilig zu Papier gebracht, und die Details werden in der Masse der Schilderungen zur Beliebigkeit abgewertet. Subjektive Momentaufnahmen und prägende Charakteristika bleiben kaum haften. Die Informationen über die sechshundert im Ortsverzeichnis aufgelisteten Stätten nivellieren sich auf hunderten von Seiten. Das Ende der Lektüre und der Schluss der Reise lässt den Leser daher etwas ratlos und orientierungslos zurück. Es wird ihm allenfalls gleichzeitig mit dem Reisenden „bewusst, was für eine lange Reise er hinter sich hat. Von Rio de Onor bis Vila do Conde, vom Gemurmel zum geschriebenen Wort, freimütig und offenherzig über Berge und Täler, durch Regen und Nebel, unter wolkenlosem Himmel, an den Terrassen des Douro,im Schatten der Pinien, die Sprache Portugals."
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5.0 von 5 Sternen Qualitaet des gebrauchten Buches, 31. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die portugiesische Reise (Literatur-Literatur) (Taschenbuch)
Das Buch ist obwohl es gebraucht ist, fast wie neu.Ein paar unauffaellige Knicke an den Ecken, ansonsten super. Kann man ohne Bedenken weiterempfehlen
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3.0 von 5 Sternen Es hätte eine schöne Reisebeschreibung werden können....., 27. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Etwas einseitig auf Kirchen fixiert ist der Herr Saramago schon....seine unermüdlichen Besuche der Ortskirchen und detaillierten Beschreibungen des Kircheninventars ermüden schon mächtig mit der Zeit! Darüberhinaus scheint ihn auf dieser Reise nicht so sehr viel zu interessieren, viele landschaftliche Ansichten, die ihn und den Leser begeistern können, ein paar wirklich interessante Gespräche mit Einheimischen, die Land, Leute und die Kultur erklären...und dann weiter ins nächste Dörfchen und in die nächste Kirche.
Viele der bereisten Orte habe ich selbst besucht und schmerzlich die vielen anderen reizvollen Höhepunkte einer Besichtigungstour vermisst. Ich habe keinen Reiseführer erwartet, aber doch einen etwas breiter gefächerten Bericht über die besichtigten Ortschaften. Weniger wäre wohl mehr gewesen: weniger Landschaftsstriche-mehr Details.
Trotz sehr angenehmer Sprache, die dem Leser das Gesehene wirklich vor Augen führt, ermüdet man bei der 20. Kirche, liest nur noch "quer" oder hört ganz auf....schade!
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4.0 von 5 Sternen Nachlesen, vorlesen, blättern, 27. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Die portugiesische Reise (Literatur-Literatur) (Taschenbuch)
So richtig rund wird eine Reisebeschreibung wohl doch erst mit Fotos. Deshalb hatte ich mir zuerst die portugiesische Ausgabe des Verlags Círculo de Leitores mit Fotgrafien von Maurício Abreu zugelegt. Und stellte fest, dass mein Portugiesisch doch nicht für ein entspanntes Lesen reicht. Also die deutsche Version (ohne Fotos) nachgekauft. Und so fange ich bei den Orten an zu blättern, die ich selber besucht habe, das Original mit seinen zum Teil großformatig ganzseitigen Fotos parallel geöffnet. Ja, mitunter wirkt es ein bisschen geschwätzig, was "der Reisende" José Saramago erzählt. Aber warum auch nicht. Der Plauderton passt zum Reisen. Und wenn dabei solche Sätze herauskommen, wie "wann wird der heilige Georg einsehen, das nur Menschen Drachen töten können", denen man nachgrübeln kann - um so besser. Das Buch ist wenig geeignet, auf einen Ritt gelesen zu werden, weil sich die Fülle der Orte dem Gedächtnis entzieht und leicht zu Überdruss führt (man stelle sich vor: Martin Walser reist kreuz und quer durch Deutschland. Aber nein. Das wäre doch eher etwas für Kempowski gewesen). Und um so mehr geeignet, den Autor auf einzelnen Etappen seiner Reise zu begleiten und eigene Eindrücke zu vergleichen. Hm. Ich sollte mal wieder nach Portugal reisen.
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Eines der langweiligsten Bücher, die ich je gelesen habe, 13. Januar 2013
Von 
Jörg Pochert (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die portugiesische Reise (Gebundene Ausgabe)
Vorab: Ich liebe Portugal. Ich kenne das Land zwar noch nicht besonders gut, aber meine Begeisterung dafür bewegte meine Brüder, mir dieses Buch zum Weihnachtsfest zu schenken. Und ganz ehrlich? Es war das nutzloseste Geschenk seit langem. Ich habe dieses Buch nicht mal zur Hälfte gelesen und es danach vollkommen entnervt zur Seite gelegt. Warum? Weil die Schilderungen der Reise aus meiner Sicht furchtbar langweilig sind. Sicherlich, Saramago beschreibt einzelne Orte und Begebenheiten sehr ausführlich. Aber bereits nach nicht mal 50 Seiten war ich damit absolut überfordert, denn ich habe es schlichtweg nicht mehr geschafft, einzelne Orte voneinander abzugrenzen. Wenn man die Regionen, die Saramago bereist hat, nicht sehr gut aus eigener Erfahrung kennt, sollte man hiervon lieber die Finger lassen oder schnell vorblättern. Ich jedenfalls nur noch verwirrt, was sich mit jeder weiteren Seite verschlimmerte. Das Buch ist über 500 Seiten dick und im Ortsverzeichnis werden mehr als 600 Orte genannt, das sagt schon alles. Leute, die jeden Flecken in Portugal schon bereist haben, also wirklich jedes klitzekleine Dreckskaff, mögen hierbei vielleicht Aha-Erlebnisse verspüren. Aber Leser, für die die meisten Orte fremd sind, und die beim Leben nebenbei permanent auf eine Landkarte schauen müssen, um wenigstens irgendetwas nachzuvollziehen, können sich sehr schnell dabei ertappen, genervt zu sein. Weniger wäre hier mehr gewesen. Und was nutzt es mir, wirklich berührende Geschichten zu lesen, die aber sehr schnell abgehandelt werden - so schnell, dass sie zehn Seiten weiter schon vergessen sind, weil man bereits wieder mit zahlreichen neuen Ortsnamen und anderen Lebensgeschichten überfrachtet wird? Mir hat es gar nichts genützt. Deutlich weniger wäre deutlich mehr gewesen. Das Buch hat mich letztlich fast ausschließlich überfordert und gestresst. Persönlicher Erkenntnisgewinn oder gar Lesespaß? Fehlanzeige!

Fazit: Absoluten Portugal-Insidern - und das ist man in diesem Fall nicht, wenn man fünf oder sechs Mal im Urlaub dort war - sei dieses Buch empfohlen. Aber wer Portugal kennenlernen möchte, besorgt sich besser einen Reiseführer und macht vor Ort seine eigenen Erfahrungen. Als Reisender oder als Tourist. Um Dinge vorzufinden, aber auch neue zu entdecken.
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Die portugiesische Reise (Literatur-Literatur)
Die portugiesische Reise (Literatur-Literatur) von José Saramago (Taschenbuch - 1. Oktober 2012)
EUR 17,99
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