Kundenrezensionen


106 Rezensionen
5 Sterne:
 (45)
4 Sterne:
 (32)
3 Sterne:
 (17)
2 Sterne:
 (7)
1 Sterne:
 (5)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


41 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Begierde zerstört alles
Jocelyne ist 47 Jahre alt, lebt in einer französischen Kleinstadt, ist Mutter zweier erwachsener Kinder und Ehefrau von Jocelyn, der in der Eisfabrik der Stadt arbeitet.
Sie betreibt einen Kurzwarenladen und einen Internetblog.
Nach schwierigen Zeiten, in denen sie ein Kind verloren und eine Depression, ausgelöst durch den Verlust des 3. Kindes und der...
Veröffentlicht am 9. September 2012 von nw

versus
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nett zu lesen, aber leider nicht mehr
Die 47-jährige Jocelyne betreibt in Arras seit über 20 Jahren ein mäßig erfolgreiches Kurzwarengeschäft. Ihr Leben ist nicht aufregend, aber sie ist glücklich und liebt ihren Mann Jocelyn (!), auch wenn er nicht der Märchenprinz ist, den sie sich als junges Mädchen erträumt hat. Als sie im Lotto gewinnt, erzählt sie...
Vor 22 Monaten von _Buchliebhaber_ veröffentlicht


‹ Zurück | 1 211 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

41 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Begierde zerstört alles, 9. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Alle meine Wünsche (Frauenromane) (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Jocelyne ist 47 Jahre alt, lebt in einer französischen Kleinstadt, ist Mutter zweier erwachsener Kinder und Ehefrau von Jocelyn, der in der Eisfabrik der Stadt arbeitet.
Sie betreibt einen Kurzwarenladen und einen Internetblog.
Nach schwierigen Zeiten, in denen sie ein Kind verloren und eine Depression, ausgelöst durch den Verlust des 3. Kindes und der darauf folgenden Alkoholsucht ihres Mannes durchstehen musste, ist sie nun mit ihrem Leben zufrieden. Sie liebt ihren Mann, ist stolz auf ihre Tochter, sorgt sich um den Sohn, ihr Laden läuft eher mäßig, ihr Internetblog ist erfolgreich.
Als Jo im Lotto gewinnt, fürchtet sie, ihr gewohntes Leben könnte sich ändern, ihr Glück verloren gehen. Den Scheck versteckt sie im Kleiderschrank und erählt vorerst niemandem vom Gewinn.

Im zweiten Teil des Buches nimmt die Geschichte eine Wendung, mit der ich nicht gerechnet hätte, auch wenn man als Leser eine Ahnung hat, wie es vielleicht weitergehen könnte.

So kurz die Geschichte, so dünn das Buch aus ist, so gewaltig ist die Sprache des Autors und das sich zuspitzende Ende.

Erst war ich der Meinung, dass der Preis für so ein Buch, das eher einem etwas dickeren Heftchen gleicht, unerhört ist. Jetzt, nach dem Lesen, muss ich zugeben, dieses tolle Werk ist es wert.
Als Leser bleibe ich nachdenklich und überwältigt zurück. Zwar denkt man sich schon, Geld macht nicht glücklich, Geld macht einen miesen Charakter, ich war dann aber doch erstaunt, wie sehr sich das Leben Jos verändert hat.
Ich habe die Lesestunden sehr genossen, die Sprache fand ich überaus ansprechend und sehr schön, ohne kitschig zu sein. Ich empfehle "Alle meine Wünsche" uneingeschränkt weiter. Und ich bin mir jetzt ganz sicher: ich möchte lieber niemals 18 Millionen im Lotto gewinnen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was ist Glück?, 16. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Alle meine Wünsche (Frauenromane) (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Schon lange hat kein Roman mehr so sehr meine Seele berührt. Auf gerade einmal 127 Seiten erzählt der französische Autor das Leben von Jocelyne. Immer wieder stellt die 47jährige fest, dass die Chance etwas Außergewöhnliches zu erleben, unendlich klein ist. Trotzdem heiratet sie einen Mann, der fast den gleichen Vornamen wie sie trägt (Jocelyn), hat als Kurzwarenhändlerin mit ihrem Blog über Stoffe, Garne und Knöpfe unerwarteten Erfolg und gewinnt schließlich beim erstmaligen Lottospiel 16 Millionen Euro. Statt ihre Wünsche zu erfüllen, behält sie ihr “Glück“ für sich. Was dann geschieht, sollte jeder selbst lesen...

Mich hat diese einfache Frau, die trotz ihrer Schicksalsschäge immer wieder die positiven Seiten des Lebens sucht und findet, sehr angesprochen. Dem männlichen Autor gelingt es, die weiblichen Saiten des Menschen zum Klingen zu bringen. Indem er sich auf das Wesentliche beschränkt hat, gelang ihm eine ganz besondere Charakterstudie einer vom Leben gezeichneten Frau.

Vielleicht ein Buch, das sich erst dem etwas reiferen Leser erschließt? Einem Leser, der weiß;, wie trügerisch Träume sein können? Mir entlockte es ein paar Tränchen, ließ mich verständnisvoll lächeln und gab mir das Gefühl, mit dieser Lektüre einen „reichen“ Nachmittag verbracht zu haben.

Claudia Steinert vielen Dank, dass sie dieses „literarische Juwel“ (Le Point) auch dem deutschsprachigen Leser zugänglich gemacht hat! Das Cover, das der Hoffmann und Campe Verlag diesem Büchlein verpasst hat, spricht mich sehr an. Es kommt vielfältiger daher als die vielen Garnrollen, die das französische Original zieren.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kleine, aber feine Geschichte., 18. September 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Alle meine Wünsche (Frauenromane) (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Das Büchlein kann locker an einem Nachmittag oder Abend gelesen werden. Die Geschichte ist interessant und nimmt in ihrem Verlauf öfters unerwartete Wendungen an, was sehr zur Spannung beiträgt. Ganz besonders originell fand ich, dass der Roman zwar von einer Frau, Jocelyne, in der Ich-Form erzählt wird, der Autor, Gregoire Delacourt, ja aber ein Mann ist. Fast immer hat man den Eindruck, er kann sich gut in die Erzählerin hinein versetzen, nur sprachlich gibt es doch einige eher derbe Redewendungen, die für mich eindeutig eher in die Männerwelt passen.
Das tut aber der guten Unterhaltung absolut keinen Abbruch.
Die kleine Welt der Jocelyne u. des Jocelyn (1:1 Million, dass 2 Ehepartner mit diesen Namen zusammen finden) wird durch den Lottogewinn der Frau jäh verändert. Bislang waren sie zufrieden und zeitweise sogar glücklich, die beiden Kinder Romain und Nadine sind aus dem Haus, das Paar hat Beruf und Auskommen.
Was zunächst als ein Segen erscheinen könnte, nämlich über 18 Millionen Gewinn (1:67 Millionen Chance, aber sie musste es treffen), wird belastend und zerstörend.
Wer hätte nicht schon einmal von so einer Menge Geld geträumt, was könnte man damit nicht alles anfangen, auch die Freundinnen schwärmen, ohne zu wissen, das Jocelyne die Gewinnerin ist, denn sie verschweigt es zunächst allen, sogar ihrem Ehemann.
Was daraus entsteht und folgt, ist eine sehr gut erzählte Story, die man nicht aus der Hand legen möchte, bis man das Ende erfährt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nett zu lesen, aber leider nicht mehr, 6. Dezember 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Alle meine Wünsche (Frauenromane) (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Die 47-jährige Jocelyne betreibt in Arras seit über 20 Jahren ein mäßig erfolgreiches Kurzwarengeschäft. Ihr Leben ist nicht aufregend, aber sie ist glücklich und liebt ihren Mann Jocelyn (!), auch wenn er nicht der Märchenprinz ist, den sie sich als junges Mädchen erträumt hat. Als sie im Lotto gewinnt, erzählt sie niemandem davon. Zu groß ist die Angst, ihr Leben und ihr Umfeld könnten sich durch den plötzlichen Reichtum verändern. Stattdessen erstellt sie Listen mit den Dingen, die sie sich und ihrer Familie mit dem Geld kaufen könnte. Aber was würde passieren, wenn plötzlich all die lang gehegten Wünsche tatsächlich in Erfüllung gingen?

Die Idee, die hinter der Geschichte steht, ist interessant. Es wird kaum jemanden geben, der sich noch nie überlegt hat, was man mit einem Millionengewinn so alles machen könnte und wie angenehm es wohl wäre, sich nie wieder Sorgen um Geld machen zu müssen. Ob das in der Realität wirklich so wunderbar ist, werden wohl die wenigsten von uns je erfahren. Das Buch hat mir über weite Strecken gut gefallen und mir einen recht kurzweiligen Nachmittag beschert; so ganz überzeugt hat es mich aber nicht. Es wird als Parabel bezeichnet – zu Recht, denn man kann aus der Geschichte durchaus eine Lehre ziehen. Die ist allerdings arg banal: dass Geld nicht glücklich macht und man sich Liebe nicht damit kaufen kann, ist nun wirklich keine neue Erkenntnis. Irgendwie habe ich mir mehr erhofft.

Vor allem den Anfangsteil habe ich sehr gern gelesen. Jocelyne beschreibt darin in ruhigen Worten ihr Leben und ihre Gefühle, und sie wird dabei innerhalb weniger Seiten sehr lebendig. Man fühlt mit ihr und kann durchaus nachvollziehen, warum sie den Lottogewinn zunächst für sich behalten will. Die Sprache ist elegant, teilweise richtig poetisch, und einige Sätze sind so gelungen, dass man sie mehrmals lesen möchte. Als störend habe ich es deshalb empfunden, dass dieser wirklich schöne Erzählstil mehrfach unvermittelt unterbrochen wird. Zum einen wird Jocelyne als Ich-Erzählerin vorübergehend von einem anderen Erzähler abgelöst, der die Geschichte aus Sicht ihres Mannes weiterführt. Zum anderen stolpert man inmitten der eigentlich so eleganten Sprache immer wieder auf überraschend derbe Passagen, die für mich nicht so ganz zum Rest passen. Wahrscheinlich soll dadurch auch sprachlich verdeutlicht werden, dass Jocelynes Ehemann etwas ungehobelt und so ganz anders ist als seine sensible Frau. Das allerdings wird eigentlich schon durch Jocelynes Beschreibung deutlich genug.

Das letzte Viertel wirkt überhastet; innerhalb von ein oder zwei Absätzen passiert mehr als auf etwa 100 Seiten zuvor. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, der Autor habe das Buch möglichst schnell zu Ende bringen wollen. Das hat mich ziemlich gestört und meinen bis dahin insgesamt positiven Eindruck von dem Buch doch deutlich beeinträchtigt. Das Ende war dann auch entsprechend unbefriedigend.

Insgesamt ein durchaus lesenswertes kleines Buch. Wirklich begeistert hat es mich allerdings nicht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kunst oder künstlich?, 28. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Alle meine Wünsche (Frauenromane) (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Liegt es daran, dass ich mit den französischen Gegenwarts-Autoren generell eher auf Kriegsfuss stehe oder einfach daran, dass diese Geschichte ein künstliches Konstrukt darstellt, dass ich mit den Figuren und der Story nicht warm geworden bin? Die Gedankenwelt von Jocelyne ist mir so fern, das Zurechtlügen und Dulden, das Einrichten in einer kleinen Welt, mit Handarbeitsblog und Nichtaussprechen von Ängsten und Wünschen. Zudem handelt sie in meinen Augen unlogisch. Wenn ich jemanden lieben kann ohne ihm zu vertrauen (für mich eine Unmöglichkeit), in seiner ganzen „Kleinheit“, warum bin ich dann so unversöhnlich enttäuscht, wenn er einen Vertrauensbruch begeht?

Nicht die Gier zerstört alles, sondern die Angst und Unehrlichkeit. Und Angst bestimmt Jocelynes Leben, anders kann man ihr Aushalten in einer Ehe, die keine mehr ist nicht verstehen. Ihr Versagen macht das der anderen mit möglich.

An diesem Büchlein hat mir wenig gefallen. Die Sprache ist schön aber nicht frei von Künstlichkeit. Es gibt Passagen, die fordern zum Nachdenken auf, dafür 3 Sterne. Aber weder werden die Personen lebendig, noch kann ich ihr Handeln nachvollziehen, sie gingen mir einfach nur auf die Nerven.

Die Quintessenz für mich, nach dem Lesen: Hab weniger Angst! Geld kann dir nichts Schlimmes antun, nutze es um deine Freiheit zu vergrößern (nicht das ich welches hätte, aber nur so für den Fall...:-)).
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Versuchung, 18. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Alle meine Wünsche (Frauenromane) (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Was für ein super schönes Cover - das war mein erster Gedanke, als ich dieses kleine Büchlein in der Hand hielt.
Und was für eine interessante Idee! Frau, Ende 40, in einer relativ zufrieden stellenden Beziehung lebend mit einem gut eingerichteten Berufs- und Freundesumfeld gewinnt die Wahnsinnssumme von über 18 Millionen beim erstmaligen Lottospiel.
Was für ein Glück! Was für ein Unglück! Was für ein Dilemma!
Sie versteckt den Scheck, redet mit niemandem darüber, auch nicht mit ihrem Mann.
Wie sich die Geschichte dann entwickelt, das erzählt Grègoire Delacourt wirklich wunderschön und feinsinnig. Ich war sehr beeindruckt, wie gut er sich in seine weibliche Protagonistin hineinversetzen konnte.
Wie sich Jocelyne selbst und auch ihr Leben verändert, wird deutlich gemacht durch die immer wieder eingefügten Wunschlisten von ihr. Was tun mit dem vielen Geld? Jocelyne macht es sich nicht einfach. Sie grübelt und überlegt. Ist mein Leben nicht gut so, so, wie es jetzt ist? Wie würde sich ihre Ehe verändern wenn plötzlich alle ( naja, fast alle ) Wünsche in Erfüllung gehen würde? Will ich das?
Dieses Gedankenkarussel wird urplötzlich durch eine Handlung ihres Mannes gestoppt.
Jocelyne wird gezwungen, zu reagieren, zu handeln, sie verändert sich, alles verändert sich.
Man erfährt auch manches aus der Sichtweise von Jocelynes Mann. Wie er darauf gewartet hat, dass sie redet. Sich ihm anvertraut.
Wie durch dieses gegenseitige Schweigen und Abwarten etwas in Gang gesetzt wurde, was nicht mehr aufzuhalten und für einen der Beiden auch nicht zu verzeihen war.
Und ab diesem Punkt habe ich mehrfach gedacht: Warum habt ihr nicht miteinander geredet? Warum war da so wenig Vertrauen? Warum hat die Versuchung gesiegt?
Das Ende fand ich für den einen sehr hart und für den anderen etwas zu viel des Guten. Mir haben hier ein wenig die Punkte Vergebung, Verzeihung oder vielleicht sogar das Wort Gnade gefehlt. Denn nicht umsonst tauchte das Wort "Mörder" nicht nur einmal auf.
Geschrieben ist das Buch wunderschön, optisch gestaltet auch, die Papierqualität ist sehr gut. So dass ich ausnahmsweise einmal den doch recht hohen Preis für wenige Seiten ( aber mit viel Inhalt ) gerechtfertigt finde.

Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wunschlisten, 3. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Alle meine Wünsche (Frauenromane) (Gebundene Ausgabe)
Zum Inhalt
Eine Frau Ende vierzig gewinnt völlig unerwartet plötzlich 18 Mio. Euro im Lotto – sie hatte nur auf Drängen ihrer Freundinnen gespielt. Statt sofort ihr Leben zu ändern, tut sie nichts anders als sonst auch: führt weiter ihren nicht sonderlich erfolgreichen Kurzwarenladen und schreibt einen deutlich erfolgreicheren Blog über Handarbeiten. Den Scheck holt sie im letzten Moment zwar noch ab, aber sie versteckt ihn und erzählt niemandem davon – außer ihrem demenzkranken Vater, der alles nach wenigen Minuten vergisst.

Der Leser wird von der Ich- Erzählerin mitgenommen auf eine Reise durch ihr Leben – die tragischen Tiefs und die kleinen Hochs. Weder den Tod ihrer Mutter noch die Totgeburt ihres dritten Kindes hat sie je verwinden können, nur die darauf folgende schwere Ehekrise ist angeblich kein Thema mehr. Nach dem Lottogewinn schreibt diese Frau immer neue Wunschlisten, die viel über ihren Gemütszustand und ihre Träume verraten.

Cover und Titel
Blau und türkis sind meine Lieblingsfarben, darum hat mir das Cover sofort sehr gefallen. Die Nähutensilien passen gut zum Kurzwarengeschäft, spielen im Buch allerdings keine große Rolle. Die auffällige, ordentliche Schreibschrift hat mich vor allem an die Grundschule erinnert, wobei ich aber überhaupt keinen Bezug zum Buch feststellen konnte.

Einschätzung
Ein sehr dünnes Buch, das ich sehr langsam gelesen habe. Es vermittelt eine nachdenkliche Stimmung und es werden viele schlimme Momente aus dieser Familie erzählt. So schlimm, dass ich die Glücksmomente nicht wirklich glauben konnte und eher den Eindruck hatte, hier wird eine gutbürgerliche Fassade um jeden Preis aufrechterhalten. Der Lottogewinn hätte Veränderungen bedeutet und aus Angst, die „perfekte“ Fassade könnte Risse bekommen, wurde er verheimlicht. Die Frau gab vor glücklich (gewesen) zu sein, aber so sieht aus meiner Sicht Unglück aus, nicht Glück.

Für mich ging es in dem Buch deshalb weniger um den Lottogewinn und die Frage: macht Geld unglücklich? Stattdessen fand ich die Themen Liebe, Vertrauen und Ehrlichkeit viel interessanter.

Mehrere Dinge haben mir an dem Buch nicht so gut gefallen: zu der ruhigen, nachdenklichen Stimmung im ersten Teil passen die vulgären Ausdrücke nicht, die immer mal wieder vorkommen. Im letzten Drittel des Buches überschlagen sich dann plötzlich die Ereignisse. Hier wurde die Geschichte für mich unglaubhaft und an einer Stelle auch komplett unlogisch. Gerne hätte ich mehr Hintergründe und Details erfahren, aber dafür hätte das Buch deutlich länger sein müssen. Das Ende bilden einige Blogeinträge, die ich großartig fand. Leider waren sie aber auch Fremdkörper, denn vorher hatte dieser Blog noch keine Rolle gespielt.

Fazit
Das Buch hat mir nicht so recht gefallen ABER es lohnt sich und ich bin sehr froh es gelesen zu haben: es wirft wichtige Fragen auf und regt dazu an, sich mit schwierigen Themen zu beschäftigen. Als Gesamtbewertung ergibt das unschlüssige drei Sterne.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geld ist eben doch nicht alles im Leben, 23. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Alle meine Wünsche (Frauenromane) (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
In Arras, einem Dorf in Nordfrankreich, führt Jocelyne einen Kurzwarenladen. Ihre Kinder sind längst Erwachsen und mit ihrem Mann ist sie immer noch zusammen, auch wenn dieser etwas ungehobelt ist. Ihre Leidenschaft gilt ihrem Blog, in welchem sie übers Sticken, Nähen und Stricken berichtet. Jocelynes Leben ist nicht einfach, doch sie macht das Beste daraus. Ihre kleine Welt gerät auf einmal völlig aus den Fugen, als sie im Lotto eine nicht gerade kleine Summe Geld gewinnt…

Es gibt Bücher, die hält man in der Hand, bestaunt das hübsche Cover, erfreut sich am interessant klingenden Klappentext und atmet den frischen Duft des Buchs ein, und noch bevor man auch nur einen Satz gelesen hat, weiß man, dass man ein richtig tolles Buch in den Händen hält. Genau so ist es mir mit „Alle meine Wünsche“ von Grégoire Delacourt ergangen.

Die Sprache des Autors habe ich als ein klein wenig eigenwillig empfunden, so verwendet er bei wörtlicher Rede zum Beispiel keine „Gänsefüßchen“. Dadurch musste ich manchmal überlegen, ob nun gesprochen wird oder nicht, was dazu führte, dass ich die Sätze noch aufmerksamer gelesen habe. Dennoch ist seine Sprache sehr schön, fast schon ein wenig poetisch und vor allem voller Klugheit. Jede Seite enthält sehr schöne Sätze, welche mich nachdenklich gemacht haben, so dass ich beim Lesen immer wieder innegehalten habe, um über das Gelesene nachzudenken.

Jocelyne, auch Jo genannt, war mir gleich sehr sympathisch und im Laufe der Geschichte habe ich sie richtig ins Herz geschlossen. Sie ist eine gestandene Frau, die sowohl die Schönheit als auch die Schattenseiten des Lebens kennt und sich damit arrangiert hat, dass im Leben eben nicht immer die Sonne scheint und man auch nicht immer das bekommt, was man sich wünscht. Alle Figuren des Buchs wurden vom Autor mit viel Liebe dargestellt, wodurch sie auf mich sehr lebendig wirkten. Und auch wenn ich nicht viel für Handarbeiten übrig habe, was ich meinem mangelnden Talent diesbezüglich zuschreibe, würde ich Jocelynes kleinen Laden nur zu gerne einmal besuchen.

Als Jocelyne im Lotto gewinnt, verändert sich ihr Leben von jetzt auf gleich. Und dabei nimmt die Geschichte eine Wendung, mit welcher ich vorab absolut nicht gerechnet hätte. Etwas ungläubig habe ich die letzten Kapitel nochmal gelesen, denn diese Wendung hat mich sehr überrascht. Ich finde diese Wendung jedoch absolut genial, da der Autor hier sehr gut verdeutlicht, wie stark Geld und die Gier nach Geld Menschen und ihren Charakter verändern kann. Genauso zeigt er jedoch auch, dass Geld nicht alles ist und dass viel Geld nicht zwangsläufig bedeutet, dass man glücklich dadurch wird. Diese Botschaft gefällt mir sehr gut und ich finde es wichtig, dass man sich dies auch immer wieder selbst bewusst macht.

Das buch umfasst zwar „nur“ 128 Seiten, dennoch ist die erzählte Geschichte rund. Ich hätte die Geschichte zwar gerne noch länger verfolgt, aber das Gesamtbild ist absolut stimmig. Auch wenn das Buch durch das Cover und den Klappentext den Eindruck vermittelt, als wäre es eher ein Buch für Frauen, so sollte man(n) sich davon nicht täuschen lassen, denn die Geschichte selbst kann genauso gut von Männern gelesen werden.

Fazit:

Der erste Eindruck zu „Alle meine Wünsche“ hat mich nicht getäuscht, denn mir hat das Buch sehr gut gefallen. Dies liegt zum einen an Grégoire Delacourts tollem Schreibstil, vor allem jedoch an der erzählten Geschichte, welche verdeutlicht, dass Geld nicht alles im Leben ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Man lügt sich immer an., 22. September 2012
Von 
Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Alle meine Wünsche (Frauenromane) (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Wie bewahrt man sich die Liebe, wenn die mühelose Phase vorüber, die Leichtigkeit vorbei ist? Wenn der Alltag mit seinen festen Ritualen schon lange Einzug gehalten hat und leidvolle Erfahrungen zu überwinden sind? Wie geht man miteinander um, wenn die Kinder aus dem Haus sind und man sich im Lauf der Jahre nicht nur äußerlich verändert? Wie lebt man, wenn man zu großen Veränderungen nicht mutig genug ist, obwohl man weiß, dass sie einem gut tun würden? Nun, man arrangiert sich, sucht sich Nischen und findet Halt im Vertrauten und in den schönen Erinnerungen. Jocelyne und Jocelyn sind so ein in die Jahre gekommenes Paar, das irgendwann in eine Ehe geschlittert ist, über durchschnittliche Rahmenbedingungen verfügt und drei Kinder bekommen hat. Das letzte, ein Mädchen, ist bei der Geburt gestorben, die beiden anderen sind erwachsen und leben ihr eigenes Leben. Der Tod des dritten Kindes belastete die Ehe sehr, aber man ist noch einmal davongekommen, wenn auch nicht unverletzt. Man schaut nach vorn und hegt seine kleineren Wünsche, die man sich vielleicht einmal erfüllen wird und größere, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach nie erfüllen lassen.

Jocelyne, die ihre Wünsche gerne auf Listen festhält, betreibt den Kurzwarenladen, in dem sie in jungen Jahren zu arbeiten bekommen hat. Sie mag ihre Arbeit und hat seit einiger Zeit einen Handarbeits-Blog, der erstaunlich großen Anklang findet. Ihr Mann ist Angestellter in einem Konzern, ein kleines Rädchen, wie viele andere auch. Vielleicht wird er sogar noch Abteilungsleiter, ein größeres Rädchen also. Der Sohn ist vermutlich auf dem Weg zum Nichtsnutz, die Tochter sehr zielstrebig. Sie nutzt ihr kreatives Talent, das auch in Jocelyne schlummert und ein Erbe der Mutter und Großmutter ist. Jocelynes Mutter ist früh verstorben, ihr Vater lebt mittlerweile dement im Pflegeheim. Als Jocelyne den Jackpot knackt, gerät sie beinahe in Panik. Das ist zu groß für ihr schönes, kleines Leben, in dem sie sich seit Jahren eingerichtet und einen hohen Preis dafür bezahlt hat.

Eingebettet in die kleinbürgerliche Idylle eines Handarbeits- und Kurzwarenladens, die farblos bleibt, weil der Autor ganz offensichtlich über keine praktischen Kenntnisse dieses Metiers verfügt und sich mit Aufzählungen von Knöpfen, Borten und Spitzen durchlaviert, wird in diesem schmalen Buch eine schon oft in vielen Facetten erzählte Geschichte präsentiert. Die Großen der Literatur bis hin zu den unvermeidlichen Dilettanten haben sich ihrer angenommen: Es ist die Geschichte der Liebe und ihres Verrats. Eine Sache, die Menschen in ihren Grundfesten erschüttern und manchmal sogar vernichten kann. „Alle meine Wünsche“ hat durchaus berührende Momente und darf sich ins ordentliche Mittelmaß einreihen. Die Erzählung, die zwischen Roman und Novelle schwankt und als Parabel etikettiert wird, hat aber auch ihre Schwächen. Das liegt nicht nur an diesem seltsam unbelebten Laden, in dem das Buch zunächst zuhause ist und von dem auch sein hübscher Schutzumschlag inspiriert wurde, oder an diesem Blog, von dem ich nichts las, was seinen Erfolg rechtfertigen würde, und über dem das Buch am Ende ins Leere läuft. Vor allem aber liegt es an den Personen, die, außer der „ersten“ Jocelyne nicht lebendig werden. Bei Nebenfiguren ist das hinnehmbar, jedoch nicht bei so wichtigen Menschen wie ihrem Ehemann oder gar ihrem Beinaheliebhaber, der viel später, als schon alles zu spät ist, zu ihrem Lebensgefährten avanciert und doch nur eine zweidimensionale Figur aus Papier bleibt. Und das, obwohl Jocelyn, den wir lange nur aus der Sicht seiner Frau kennen, später selbst zu Wort kommt. Dieser Jo, wie sie ihn nennt, den sie sich lange schöngeredet hat, was sie auch weiß und ihre Lüge mag, weil:

„Der Schönste der Welt braucht nichts, weil er die ganze Welt hat. Er hat seine Schönheit und die unersättliche Gier aller Frauen, die sich an ihm weiden und ihn am Ende verschlingen und, die Knochen sorgfältig ausgesaugt, glänzend und weiß, im Abgrund seiner Eitelkeit tot zurücklassen werden.“

Arme Jocelyne, die bei überschaubaren Wahlmöglichkeiten mit einem Durchschnittsmann auf der sicheren Seite sein wollte und übersah, dass auch diese Männer, keineswegs frei von Eitelkeiten, Wünschen und Träumen, keine Garantie für Sicherheit sind. Und nein, es nützt meist auch nichts, „etwas für seine Figur zu tun“ und – hurra - endlich in Größe 38 zu passen und so schön und gepflegt zu sein, wie es für Geld eben möglich ist, um so den Mann fürs Leben zu finden oder zu halten, der doch nicht auftaucht oder gehen will. Auch diesen unausrottbaren Frauenratgeber-Sermon transportiert dieses von einem Mann geschriebene Buch, aber da ist es für Jocelyne II sowieso zu spät. Sie liebt nicht mehr. Ob sie es versteht, ihrem neuen Leben, das doch auch schon wieder auf tönernen Füßen steht, Sinn zu geben, bleibt offen, das alte ist verloren. Ein ehrliches Leben scheint nicht in Sicht. Jocelyne will einfach nicht Jocelyne sein. Sie schafft sich eine zweite Traumwelt. Dieses Mal geht es schneller und ist einfacher, weil Geld da ist.

Die Begierde zerstört alles, was ihr in den Weg kommt, heißt es an einer Stelle im Buch und an einer anderen,
… dass die Liebe den Tod besser erträgt, als den Verrat.

Das allerdings ist wahr. Unsere Toten gehören uns. Unsere Lebenden nicht.

Helga Kurz
22. September 2012
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einfach gut, 22. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es liest sich leicht und ist ein wunderbares Thema.
Was würde man selber bei einem Lottogewinn machen und würde man es auch verheimlichen?
Falls man gewinnt wie verhalten sich unsere nächsten Mitmenschen?
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 211 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Alle meine Wünsche (Frauenromane)
Alle meine Wünsche (Frauenromane) von Grégoire Delacourt (Gebundene Ausgabe - 7. September 2012)
EUR 15,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen