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Kundenrezensionen

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am 16. September 2012
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Schon lange hat kein Roman mehr so sehr meine Seele berührt. Auf gerade einmal 127 Seiten erzählt der französische Autor das Leben von Jocelyne. Immer wieder stellt die 47jährige fest, dass die Chance etwas Außergewöhnliches zu erleben, unendlich klein ist. Trotzdem heiratet sie einen Mann, der fast den gleichen Vornamen wie sie trägt (Jocelyn), hat als Kurzwarenhändlerin mit ihrem Blog über Stoffe, Garne und Knöpfe unerwarteten Erfolg und gewinnt schließlich beim erstmaligen Lottospiel 16 Millionen Euro. Statt ihre Wünsche zu erfüllen, behält sie ihr “Glück“ für sich. Was dann geschieht, sollte jeder selbst lesen...

Mich hat diese einfache Frau, die trotz ihrer Schicksalsschäge immer wieder die positiven Seiten des Lebens sucht und findet, sehr angesprochen. Dem männlichen Autor gelingt es, die weiblichen Saiten des Menschen zum Klingen zu bringen. Indem er sich auf das Wesentliche beschränkt hat, gelang ihm eine ganz besondere Charakterstudie einer vom Leben gezeichneten Frau.

Vielleicht ein Buch, das sich erst dem etwas reiferen Leser erschließt? Einem Leser, der weiß;, wie trügerisch Träume sein können? Mir entlockte es ein paar Tränchen, ließ mich verständnisvoll lächeln und gab mir das Gefühl, mit dieser Lektüre einen „reichen“ Nachmittag verbracht zu haben.

Claudia Steinert vielen Dank, dass sie dieses „literarische Juwel“ (Le Point) auch dem deutschsprachigen Leser zugänglich gemacht hat! Das Cover, das der Hoffmann und Campe Verlag diesem Büchlein verpasst hat, spricht mich sehr an. Es kommt vielfältiger daher als die vielen Garnrollen, die das französische Original zieren.
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am 18. November 2012
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Was für ein super schönes Cover - das war mein erster Gedanke, als ich dieses kleine Büchlein in der Hand hielt.
Und was für eine interessante Idee! Frau, Ende 40, in einer relativ zufrieden stellenden Beziehung lebend mit einem gut eingerichteten Berufs- und Freundesumfeld gewinnt die Wahnsinnssumme von über 18 Millionen beim erstmaligen Lottospiel.
Was für ein Glück! Was für ein Unglück! Was für ein Dilemma!
Sie versteckt den Scheck, redet mit niemandem darüber, auch nicht mit ihrem Mann.
Wie sich die Geschichte dann entwickelt, das erzählt Grègoire Delacourt wirklich wunderschön und feinsinnig. Ich war sehr beeindruckt, wie gut er sich in seine weibliche Protagonistin hineinversetzen konnte.
Wie sich Jocelyne selbst und auch ihr Leben verändert, wird deutlich gemacht durch die immer wieder eingefügten Wunschlisten von ihr. Was tun mit dem vielen Geld? Jocelyne macht es sich nicht einfach. Sie grübelt und überlegt. Ist mein Leben nicht gut so, so, wie es jetzt ist? Wie würde sich ihre Ehe verändern wenn plötzlich alle ( naja, fast alle ) Wünsche in Erfüllung gehen würde? Will ich das?
Dieses Gedankenkarussel wird urplötzlich durch eine Handlung ihres Mannes gestoppt.
Jocelyne wird gezwungen, zu reagieren, zu handeln, sie verändert sich, alles verändert sich.
Man erfährt auch manches aus der Sichtweise von Jocelynes Mann. Wie er darauf gewartet hat, dass sie redet. Sich ihm anvertraut.
Wie durch dieses gegenseitige Schweigen und Abwarten etwas in Gang gesetzt wurde, was nicht mehr aufzuhalten und für einen der Beiden auch nicht zu verzeihen war.
Und ab diesem Punkt habe ich mehrfach gedacht: Warum habt ihr nicht miteinander geredet? Warum war da so wenig Vertrauen? Warum hat die Versuchung gesiegt?
Das Ende fand ich für den einen sehr hart und für den anderen etwas zu viel des Guten. Mir haben hier ein wenig die Punkte Vergebung, Verzeihung oder vielleicht sogar das Wort Gnade gefehlt. Denn nicht umsonst tauchte das Wort "Mörder" nicht nur einmal auf.
Geschrieben ist das Buch wunderschön, optisch gestaltet auch, die Papierqualität ist sehr gut. So dass ich ausnahmsweise einmal den doch recht hohen Preis für wenige Seiten ( aber mit viel Inhalt ) gerechtfertigt finde.

Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.
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am 9. September 2012
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Jocelyne ist 47 Jahre alt, lebt in einer französischen Kleinstadt, ist Mutter zweier erwachsener Kinder und Ehefrau von Jocelyn, der in der Eisfabrik der Stadt arbeitet.
Sie betreibt einen Kurzwarenladen und einen Internetblog.
Nach schwierigen Zeiten, in denen sie ein Kind verloren und eine Depression, ausgelöst durch den Verlust des 3. Kindes und der darauf folgenden Alkoholsucht ihres Mannes durchstehen musste, ist sie nun mit ihrem Leben zufrieden. Sie liebt ihren Mann, ist stolz auf ihre Tochter, sorgt sich um den Sohn, ihr Laden läuft eher mäßig, ihr Internetblog ist erfolgreich.
Als Jo im Lotto gewinnt, fürchtet sie, ihr gewohntes Leben könnte sich ändern, ihr Glück verloren gehen. Den Scheck versteckt sie im Kleiderschrank und erählt vorerst niemandem vom Gewinn.

Im zweiten Teil des Buches nimmt die Geschichte eine Wendung, mit der ich nicht gerechnet hätte, auch wenn man als Leser eine Ahnung hat, wie es vielleicht weitergehen könnte.

So kurz die Geschichte, so dünn das Buch aus ist, so gewaltig ist die Sprache des Autors und das sich zuspitzende Ende.

Erst war ich der Meinung, dass der Preis für so ein Buch, das eher einem etwas dickeren Heftchen gleicht, unerhört ist. Jetzt, nach dem Lesen, muss ich zugeben, dieses tolle Werk ist es wert.
Als Leser bleibe ich nachdenklich und überwältigt zurück. Zwar denkt man sich schon, Geld macht nicht glücklich, Geld macht einen miesen Charakter, ich war dann aber doch erstaunt, wie sehr sich das Leben Jos verändert hat.
Ich habe die Lesestunden sehr genossen, die Sprache fand ich überaus ansprechend und sehr schön, ohne kitschig zu sein. Ich empfehle "Alle meine Wünsche" uneingeschränkt weiter. Und ich bin mir jetzt ganz sicher: ich möchte lieber niemals 18 Millionen im Lotto gewinnen.
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am 3. Oktober 2012
Zum Inhalt
Eine Frau Ende vierzig gewinnt völlig unerwartet plötzlich 18 Mio. Euro im Lotto – sie hatte nur auf Drängen ihrer Freundinnen gespielt. Statt sofort ihr Leben zu ändern, tut sie nichts anders als sonst auch: führt weiter ihren nicht sonderlich erfolgreichen Kurzwarenladen und schreibt einen deutlich erfolgreicheren Blog über Handarbeiten. Den Scheck holt sie im letzten Moment zwar noch ab, aber sie versteckt ihn und erzählt niemandem davon – außer ihrem demenzkranken Vater, der alles nach wenigen Minuten vergisst.

Der Leser wird von der Ich- Erzählerin mitgenommen auf eine Reise durch ihr Leben – die tragischen Tiefs und die kleinen Hochs. Weder den Tod ihrer Mutter noch die Totgeburt ihres dritten Kindes hat sie je verwinden können, nur die darauf folgende schwere Ehekrise ist angeblich kein Thema mehr. Nach dem Lottogewinn schreibt diese Frau immer neue Wunschlisten, die viel über ihren Gemütszustand und ihre Träume verraten.

Cover und Titel
Blau und türkis sind meine Lieblingsfarben, darum hat mir das Cover sofort sehr gefallen. Die Nähutensilien passen gut zum Kurzwarengeschäft, spielen im Buch allerdings keine große Rolle. Die auffällige, ordentliche Schreibschrift hat mich vor allem an die Grundschule erinnert, wobei ich aber überhaupt keinen Bezug zum Buch feststellen konnte.

Einschätzung
Ein sehr dünnes Buch, das ich sehr langsam gelesen habe. Es vermittelt eine nachdenkliche Stimmung und es werden viele schlimme Momente aus dieser Familie erzählt. So schlimm, dass ich die Glücksmomente nicht wirklich glauben konnte und eher den Eindruck hatte, hier wird eine gutbürgerliche Fassade um jeden Preis aufrechterhalten. Der Lottogewinn hätte Veränderungen bedeutet und aus Angst, die „perfekte“ Fassade könnte Risse bekommen, wurde er verheimlicht. Die Frau gab vor glücklich (gewesen) zu sein, aber so sieht aus meiner Sicht Unglück aus, nicht Glück.

Für mich ging es in dem Buch deshalb weniger um den Lottogewinn und die Frage: macht Geld unglücklich? Stattdessen fand ich die Themen Liebe, Vertrauen und Ehrlichkeit viel interessanter.

Mehrere Dinge haben mir an dem Buch nicht so gut gefallen: zu der ruhigen, nachdenklichen Stimmung im ersten Teil passen die vulgären Ausdrücke nicht, die immer mal wieder vorkommen. Im letzten Drittel des Buches überschlagen sich dann plötzlich die Ereignisse. Hier wurde die Geschichte für mich unglaubhaft und an einer Stelle auch komplett unlogisch. Gerne hätte ich mehr Hintergründe und Details erfahren, aber dafür hätte das Buch deutlich länger sein müssen. Das Ende bilden einige Blogeinträge, die ich großartig fand. Leider waren sie aber auch Fremdkörper, denn vorher hatte dieser Blog noch keine Rolle gespielt.

Fazit
Das Buch hat mir nicht so recht gefallen ABER es lohnt sich und ich bin sehr froh es gelesen zu haben: es wirft wichtige Fragen auf und regt dazu an, sich mit schwierigen Themen zu beschäftigen. Als Gesamtbewertung ergibt das unschlüssige drei Sterne.
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TOP 500 REZENSENTam 13. November 2012
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Glück mit Mängeln und mit Gewöhnlichkeit. Das, was zunächst eigentlich gegensätzlich klingt, das ist es, was Jocelyne hat. Und was sie gerne behalten möchte. Doch ein unerwarteter Lottogewinn bringt alles durcheinander und stellt ihr Leben auf dem Kopf. Eine Auseinandersetzung um Notwendigkeiten (erfüllbar), Wünsche (unerfüllbar) und die Veränderung von Menschen, sobald es um Geld geht, beginnt.

"Alle meine Wünsche" von Grégoire Delacourt ist ein dünnes Büchlein (noch nicht einmal 130 Seiten) und es hat mich verwirrt. Ich hatte vom Buch etwas Anderes erwartet. Eine leichte Geschichte. Ich dachte, es beschreibt den Alltag der Protagonistin mit ihrem Kurzwarenladen und ihrem Blog, der mehr und mehr zum Erfolg wird. Ganz anschaulich, was sie im Blog veröffentlicht und so weiter. Stattdessen ist es mehr eine philosophische Auseinandersetzung mit dem (Sinn des) Leben(s). In einem Stil, der verblüfft. Ein erstaunlich sensibler und gleichzeitig unverblümter Stil, der die Dinge beim Namen nennt. Eigenwillig und zugleich faszinierend. Und immer mit einer unterschwelligen Prise Melancholie und Traurigkeit. Hinzu kommen gerade am Ende noch einmal Perspektiven- und Stilwechsel. Und ein ungewöhnlicher Schluss.

Das alles trug dazu bei, dass ich das Buch mit einem komischen Gefühl beendete, das mir schwer fällt, in Worte zu fassen. Ich war gleichzeitig irritiert und gefesselt und doch irgendwie unzufrieden und traurig. Vielleicht muss es noch ein wenig weiter in mir arbeiten, aber im Moment gibt es von mit ambivalente drei Sterne.
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VINE-PRODUKTTESTERam 18. September 2012
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Das Büchlein kann locker an einem Nachmittag oder Abend gelesen werden. Die Geschichte ist interessant und nimmt in ihrem Verlauf öfters unerwartete Wendungen an, was sehr zur Spannung beiträgt. Ganz besonders originell fand ich, dass der Roman zwar von einer Frau, Jocelyne, in der Ich-Form erzählt wird, der Autor, Gregoire Delacourt, ja aber ein Mann ist. Fast immer hat man den Eindruck, er kann sich gut in die Erzählerin hinein versetzen, nur sprachlich gibt es doch einige eher derbe Redewendungen, die für mich eindeutig eher in die Männerwelt passen.
Das tut aber der guten Unterhaltung absolut keinen Abbruch.
Die kleine Welt der Jocelyne u. des Jocelyn (1:1 Million, dass 2 Ehepartner mit diesen Namen zusammen finden) wird durch den Lottogewinn der Frau jäh verändert. Bislang waren sie zufrieden und zeitweise sogar glücklich, die beiden Kinder Romain und Nadine sind aus dem Haus, das Paar hat Beruf und Auskommen.
Was zunächst als ein Segen erscheinen könnte, nämlich über 18 Millionen Gewinn (1:67 Millionen Chance, aber sie musste es treffen), wird belastend und zerstörend.
Wer hätte nicht schon einmal von so einer Menge Geld geträumt, was könnte man damit nicht alles anfangen, auch die Freundinnen schwärmen, ohne zu wissen, das Jocelyne die Gewinnerin ist, denn sie verschweigt es zunächst allen, sogar ihrem Ehemann.
Was daraus entsteht und folgt, ist eine sehr gut erzählte Story, die man nicht aus der Hand legen möchte, bis man das Ende erfährt.
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TOP 1000 REZENSENTam 7. April 2014
"Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele" Matth.16,26
Der berühmteste Konjunktiv der Geschichte. Wo, wenn nicht hier, fände er seine plausible Verwendung?

18 Millionen Euro sind freilich nicht 'die ganze Welt'. Und wenn doch? Eine Frage der Sichtweise!
Jocelyne, 47 Jahre alt, Inhaberin eines Kurzwarenladens, Internetbloggerin über Handarbeitsthemen, Mutter zweier erwachsener Kinder, Ehefrau von Jocelyn, dem subalternen Fabrikangestellten, der seiner Beförderung entgegenstrebt, kauft sich ein Los und gewinnt. Anfängerglück? Die bürgerliche Existenz, mittelmäßige Ehe, die kleine Welt, Hort ihres bescheidenen Glücks, soll das all die Jahre nichts wert gewesen sein? Soll das jetzt mit einem Mal zu Ende sein? Wo bleiben die Träume, wenn alle nur denkbaren Wünsche auf einen Schlag Erfüllung finden? Ist das Glück? Wie steigert man dieses Gefühl? Gibt es ein großes Glück, das umfassender ist als das kleine Glück? Und was, wenn Glück nur absolut zu denken ist?

Julia Fischer in der Hörbuch-Fassung hat der Ich-Erzählerin Jocelyne einfühlsam und berührend eine fast authentisch wirkende Stimme gegeben. Ohne Kitsch, ohne falsches Pathos, ohne Selbstmitleid und Larmoyanz, mit einer emotionalen Distanziertheit, als stünde sie außerhalb ihrer selbst und betrachte sich durch die Brille einer anderen Frau.
Es stellt sich heraus, daß Jocelynes Leben im Grunde ein einziges Leiden ist: mit 17 Jahren verliert sie die Mutter auf tragische Weise. Ihr Vater leidet nach einem Schlaganfall an Altersdemenz. Es zerreißt ihr das Herz, wenn sie mit ansehen muß, wie der alte Mann sein Leben in 6-Minuten-Abschnitten vegetiert und sie von einem Augenblick auf den anderen nicht mehr erkennt. Sie hat vor 7 Jahren ihr drittes Kind verloren, das nicht lebensfähig auf die Welt gekommen ist. Fast wäre ihre Ehe daran zerbrochen. Der Kindsvater projizierte den ganzen Schmerz auf seine Ehefrau und quälte sie mit Schuldzuweisungen in brutalster seelischer Grausamkeit. Die Ehe hielt. Sie verzieh, er vergaß. Im Angesicht dieser Gemengelage wird sehr schnell klar, daß sich alle ihre wirklichen Wünsche mit Geld nicht erfüllen lassen.

Grégoire Delacourt ist es gelungen, eine leise, weise, nachdenkliche Geschichte zu erzählen über das Leben, das Glück, über Träume und das Gespenst der Gier. Lesenswert, hörenswert. Sie ahnte wohl nicht, wie nahe an der Realität ihre Protagonisten sich tatsächlich bewegen.
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am 23. Februar 2013
Jocelyne ist 47 Jahre alt und ihre Ehe mit Jocelyn - diese beinah gleichen Namen haben mich beim Lesen übrigens genervt - ist im wahrsten Sinne des Wortes in die Jahre gekommen. Frust macht sich breit. War das wirklich alles? So hatte sich Jocelyne das Leben nicht vorgestellt.

„Jedes Mal überrascht es mich, wenn ich Jo nach Hause kommen höre. Ein Riss in der Seide meines Traums. Ich ziehe mich hastig wieder an. Schatten bedecken die Klarheit meines Körpers. Ich weiss um die seltene Schönheit unter meinen Kleidern. Aber Jo sieht sie nie.“

Die Geschichte handelt in einer kleinen Ortschaft in Nordfrankreich. Jocelyne mag die Arbeit in ihrem Kurzwarenladen und die Kontakte, die ihr Handarbeiten-Blog bringt. So ereignislos wie ein kleines Bächlein plätschert ihr Leben dahin; weder ist sie besonders unglücklich noch besonders glücklich. Eine seltsame Art der Taubheit macht sich breit. Bis der grosse Knall in Form eines 18 Millionen Lottogewinns in ihr Leben einbricht. Wobei es eigentlich ein sehr leiser Knall ist, denn Jocelyne beschliesst, weiterzuleben wie bisher und erzählt keiner Menschenseele davon. Zu gross ist ihre Angst, mehr zu verlieren als sie gewonnen hat. Aber seit wann lassen sich Tragödien durch Wegsehen verhindern?

Kein Wort zuviel steckt in diesen 126 Seiten. Wie lange Grégoire Delacourt wohl an diesen Sätzen gefeilt hat, bis sie in solch scheinbarer Leichtigkeit übers Papier geschwebt sind. Sein Schreibstil macht es einen leicht, einfach mitzugehen mit Jocelyne und ihren versteckten 18 Millionen. Sie ist eine Protagonistin, die ich auf der letzten Seite nur ungern verabschiedet habe.

Fazit: Ein stiller und unaufgeregter Roman über das, was im Leben wichtig ist. Empfehlenswert für alle, die leise Töne mögen.
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am 6. Oktober 2012
Die 47-jährige Jocelyne lebt mit ihrem fast gleichnamigen Mann Jocelyn in der nordfranzösischen Stadt Arras. Was die beiden verbindet, ist unklar. Vielleicht sind es die vielen guten und schlechten Erinnerungen oder die Kinder, die bereits ausgezogen sind. Möglicherweise verbindet das Paar aber auch einfach die Resignation. Einzig ihr kleiner Kurzwarenladen und ihr erfolgreicher Blog “Zehnfingergold” bereiten Jocelyne aufrichtige Freude im Leben – das Leben, das es ohnehin nicht gut mit ihr meint. Die geliebte Mutter verstirbt früh und der demenzkranke Vater durchlebt seine Existenz in sechsminütigen Episoden. Die Katastrophen in Jocelynes Leben werden durch das dritte Kind gekrönt, dass das Licht der Welt nach der Schwangerschaft nicht erblicken durfte. All diese Ereignisse haben sich in ihre Seele gebrannt. Heute lebt ist die Französin weder glücklich noch unglücklich. Sie existiert einfach.

Doch eines Tages stellt sich das Glück auf Jocelynes Seite, denn die genügsame Frau, die Lotto für Geldverschwendung hält, gewinnt beim ersten Versuch 18 Millionen Euro. Zukünftig darf sie sich also nun mehrfache Millionärin nennen. Doch mit dem Gewinn wachsen nicht nur die Wünsche, die einst mit einem Sparschäler begannen, sondern auch die Zweifel an ihrem Umfeld. Wem kann sie denn genug vertrauen, um die schwere Last, die der Gewinn zu hinterlassen scheint, zu teilen? Für Jocelyne, die ihr Leben auch nach dem Lottogewinn zunächst nicht ändern will, beginnt eine Phase, in der sie ihre Biografie, ihre Träume und ihre Zukunft überdenkt – bis sich der Gewinn in Luft auflöst …

*

Alle meine Wünsche von Grégoire Delacourt ist ein tiefgründiger Roman rund um die persönlichen Wünsche und Ziele, der trotz des geringen Umfangs seine Lesezeit einfordert. Er beschreibt das Leben der Jocelyne, welche die Geschichte aus ihrer eigenen Sicht beschreibt, so trostlos und distanziert, dass der Wunsch entsteht, die Protagonistin einfach zu schütteln, um wenigstens eine winzige Gefühlsregung zu provozieren. Doch die Schicksalsschläge, Gefühle und auch Ängste werden sehr gut mithilfe dieser Erzählweise transportiert.

Trotzdem muss auch bemerkt werden, dass sich die Handlung, die zunächst gemächlich beginnt und sehr nachdenklich wirkt, sich plötzlich von 0 auf 100 steigert – und diese Steigerung geschieht in nicht einmal 40 Seiten. In Anbetracht der Tatsache, dass Alle meine Wünsche einen Gesamtumfang von 128 Seiten hat, wirken die Entwicklungen des letzten Drittels leider zu rasant. Fast scheint es, als gehören Anfang und Ende des Buches nicht so recht zusammen oder stammen aus zwei verschiedenen Federn. Ein paar zusätzliche Seiten hätten diesem Roman wahrscheinlich nicht geschadet. Wer nun denkt, dass Jocelyne nun vielleicht einmal mit steigendem Erzähltempo aus ihrer Starre erwacht, irrt sich gewaltig.

Alle meine Wünsche beginnt wirklich wunderbar. Die französische Erzählweise und die vielen Gedanken, die Jocelyne mit dem Leser teilt, bauen eine Intimität auf, die zunächst an die Handlung binden. Doch leider entwickeln sich die Geschehnisse in eine vorhersehbare, doch trotzdem zugleich überraschende Richtung, die sich kaum beschreiben lässt. Vielleicht trifft hier aber auch nur das Sprichwort zu, dass sich über Geschmack nicht streiten lässt. Doch selbst, wenn das Buch nur bei Liebhabern vollkommenen Anklang findet, regt es zumindest zum Nachdenken über die eigenen Träume an.
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VINE-PRODUKTTESTERam 1. Oktober 2012
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Jocelyne ist verheiratet, hat einen Vater, der genau sechs Minuten weiß, welcher Tag heute ist. Sie hat ausgewachsene Kinder, die nur Geld brauchen oder sich selbst verwirklichen ohne Worte. Sie steht mit beiden Beinen im Leben, siw weiß, dass sie alles hat und dass Menschen nur selten zufrieden sind. Aber was passiert, wenn man plötzlich noch mehr hat, als man braucht? Kann man noch glücklicher sein oder noch unglücklicher werden? Denn eigentlich hat Jocelyne keine Wünsche. Oder doch?

Die Protagonisten:

Jocelyne ist ein bodenständiger Charakter, der genau weiß, was sie hat, was sie braucht und was sie auch nicht braucht. Wir nehmen teil an ihren Gedanken zu ihrer Liebe, zu ihrem Ehemann und zu ihren Kinder. Ihre Gedanken sind kurz und prägnant, sie verschenkt eigentlich keine Zeit mit langer Trauer oder tiefem Schmerz.

Ihre Kinder und auch ihr Ehemann sind dabei die meiste Zeit eher nebulöse Gestalten, die sich an dem Rand ihres Blickfeldes herumdrücken. Die Mutter ist nun mal diejenige, die alles zusammenhält, aber wenn es nichts mehr gibt? Was bleiben für Wünsche?

Ein bisschen Wind bringen die Zwillinge hinein, die immer ihr Leben ändern wollen und immer einen Mann suchen.

Die Kulisse:

Frankreich, die Kulisse der Wünsche, der Träume und der Liebe. Kein Wunder, dass sich auch diese Geschichte um die Schwächen oder Stärken einer Beziehung rankt. Die Idee, dass eine normale, gestandene Frau plötzlich eine Million zur Verfügung hat und ihr kleines Glück ins Wanken gerät, ist vor allem mit dem Kurzwarenladen gut in Szene gesetzt. Der Abstand von "arm-normal-reich" wird immer wieder vor Augen geführt.

Die Handlung:

Im Leben dreht sich eigentlich alles um die Liebe und ums "liebe" Geld. Das eine hat man immer zu wenig, dass andere oftmals auch. Was also tun, wenn es eine Million zu viel auf dem Konto gibt? Wenn alle Wünsche erfüllt werden können? Die neuen Schuhe sind möglich, das Dach kann repariert werden, das Cabrio beim Händler kann bestellt werden. Doch was kommt danach? Gibt es noch ein danach? Werden die Wünsche größer? Kleiner? Oder immer fadenscheiniger?

Dieser Teil des Buches, das Hadern mit der Million hat mir sehr gut gefallen. Jocelyn lockert ihre Gedanken sehr gut auf, in dem sie mal eine Liste schreibt, mal die Million ganz vergisst und auch schlecht schläft.

Wunderbarerweise störte mich die Idee mit dem "Näh-Blog", den sie führt. Es passte gar nicht zu der gestandenen Frau, so etwas ins Leben zu rufen und dann auch noch zu betreuen. Außerdem kam die Blogsache, wenn sie den Teil der Geschichte sein sollte, einfach zu kurz. Immer nur nebenbei werden Artikel erwähnt, oder der Onlineshop erwähnt, den sie eröffnet haben. Der Leser bekommt davon aber gar nichts mit.

Die Gestaltung:

Ein verträumtes Foto zeigt den Lebensinhalt von Jocelyne. Ein Bild, das mich in eine verträumte Stimmung versetzt hat und was mir immer ein: " Lies mich" ins Ohr geflüstert hat.

Zitat:

"Ich mag Wörter gern. Ich mag die langen Sätze, die endlosen Seufzer. Ich mag es, wenn die Worte manchmal verbergen, was sie sagen, oder es auf neue Weise sagen. "

Die Bewertung:

Ich vergebe schweren Herzens 3 Bücherpunkte, weil dieses Buch mich verletzt hat. Mit seiner unendlichen Traurigkeit, dem ewigen Seufzen und dem Verlust an das Gute im Menschen zu glauben, bleibe ich nach dem Lesen einsam zurück:
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