Kundenrezensionen


86 Rezensionen
5 Sterne:
 (15)
4 Sterne:
 (23)
3 Sterne:
 (25)
2 Sterne:
 (10)
1 Sterne:
 (13)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tannöd reloaded, aber trotzdem lesenswert
Man kann Frau Schenkel sicherlich vorwerfen, dass ihre Romane einander recht ähnlich sind. Aber was sie macht, macht sie wirklich sehr gut. Man kann auch Grass vorwerfen, immer nur über Danzig im zweiten Weltkrieg zu schreiben. Nun gut, Anna Maria Schenkel ist nicht Grass, aber mir gefällt ihr Stil, der in die zeit und die Welt in der ihre Romane spielen...
Vor 4 Monaten von buecheroeli veröffentlicht

versus
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Finsterau
Man nehme einen historischen Kriminalfall, lasse die Geschichte plus Protagonisten lebendig werden und daraus entsteht: Finsterau.
Dieses Rezept funktioniert ein Mal, ein zweites Mal, aber auf die Dauer kann es nicht mehr begeistern. Man will etwas Neues !
Soll man dann für die kärglichen 125 Seiten noch 16.99 Euro berappen, dann schaut man doch etwas...
Veröffentlicht am 4. März 2012 von Bienchen


‹ Zurück | 1 29 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Finsterau, 4. März 2012
Von 
Bienchen (das schönste Bundesland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Finsterau (Krimi/Thriller) (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Man nehme einen historischen Kriminalfall, lasse die Geschichte plus Protagonisten lebendig werden und daraus entsteht: Finsterau.
Dieses Rezept funktioniert ein Mal, ein zweites Mal, aber auf die Dauer kann es nicht mehr begeistern. Man will etwas Neues !
Soll man dann für die kärglichen 125 Seiten noch 16.99 Euro berappen, dann schaut man doch etwas dumm aus der Wäsche.
3 Sterne trotzdem dafür, dass die Geschichte unterhaltsam geschrieben ist und gut zu Lesen ist ( und mir als Bayer die bayerischen Ausdrücke auch geläufig sind )
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tannöd reloaded, aber trotzdem lesenswert, 30. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Finsterau (Krimi/Thriller) (Gebundene Ausgabe)
Man kann Frau Schenkel sicherlich vorwerfen, dass ihre Romane einander recht ähnlich sind. Aber was sie macht, macht sie wirklich sehr gut. Man kann auch Grass vorwerfen, immer nur über Danzig im zweiten Weltkrieg zu schreiben. Nun gut, Anna Maria Schenkel ist nicht Grass, aber mir gefällt ihr Stil, der in die zeit und die Welt in der ihre Romane spielen genau hineinpasst. Es wird ihr in den vielen ein Stern Rezensionen auch noch vorgeworfen, dass Buch sei zu kurz. Literatur habe ich bislang nicht nach seitenanzahl bewertet. Häufig genug sind Bücher deutlich zu lang. Gerade bei vielen Vertretern der "ernsten Literatur" in Deutschland. Bei Ruges In Zeiten des abnehmenden Lichts oder dem Turm von Tellkamp wollte ich dem Autor ein ums andere mal zurufen, dann weniger mehr sein kann. Es gibt den alten Witz vom Juristen, der seinen 100-seifigem Schriftsatz mit den Worten entschuldigt, für einen 50-seinigen hatte die zeit leider nicht gereicht. Bei finsterau ist kein Wort zuviel und genau so sollte es sein.

Empfehlung, wenngleich Kalteis besser ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


38 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Bauerntheater in Serienproduktion, 3. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Finsterau (Krimi/Thriller) (Gebundene Ausgabe)
Nun also das neueste Werk von A. M. Schenkel. Bei der Lektüre kommt einem als Erstes gleich der Spruch von Henry Ford in den Sinn: "Any customer can have a car painted any colour that he wants so long as it is black." ("Jeder Kunde kann ein Auto in jeder gewünschten Farbe haben, solange es schwarz ist.") Offenbar folgte auch die Autorin dieser Maxime der Fließbandproduktion: Denn mit "Finsterau" ist ein nahezu exakter Klon von "Tannöd" entstanden, und das auf allen Ebenen: Sujet, Aufbau, Sprachduktus, Ort, Zeit und Milieu, in dem die "Handlung" spielt, ja sogar bis hin zum Umfang und Titel des Bandes - nur eben ein schlechter Klon. Das derb-klischeehafte Bild der bayerischen Provinz, à la Bauerntheater, resp. Komödienstadl, in "Tannöd" noch gebremst durch einen wohl eher zufällig entstandenen Hauch von Sozialkritik, feiert hier fröhliche Urständ - nicht umsonst eignen sich Schenkels Werke wohl vor allem deshalb als Adaption für mehr oder weniger gelungene folkloristische Theateraufführungen. Man beachte nur die Passage: "Alles, was wir hier in dieser Gegend zu sehen bekommen, sind Wirtshausschlägereien oder dass sich die Burschen bei der Kirchweih um ein Mädel streiten und sich gegenseitig die Maßkrüge an den Kopf werfen, aber die haben immer ein riesen Rausch (sic), können sich kaum mehr auf den Beinen halten ..." Ist das wirklich Bayern? Und auch im Hinblick auf den Schreibstil kommt die Autorin offenbar nicht von ihrer ebenso folkloristischen, unsäglichen Mischung aus schlechtem Hochdeutsch und einem Pseudovolkstümlichkeit suggerierenden Kunstbairisch los.
Betrachtet man den neuen Band im Gesamtkontext des Schenkelschen "OEvres", dann ist damit nach der Bauchlandung mit dem selbst gestrickten Fall "Bunker" klar, dass die Autorin wohl nicht anders als so schreiben kann.
Ob freilich die Leser so ein kurzes Gedächtnis haben, dass ihnen diese leicht durchschaubare Masche, mit exakt dem gleichen "Produkt", mit "Krimi in Serienproduktion" also, an frühere Verkaufserfolge anknüpfen zu wollen, nicht auffällt, ist zu bezweifeln. Das Feuilleton wird's schon richten ...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alles scheint klar - oder?, 15. Oktober 2012
Von 
Xirxe (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Finsterau (Krimi/Thriller) (Gebundene Ausgabe)
Kurz nach dem II. Weltkrieg: In Finsterau, tief im Bayrischen Wald, werden die junge Afra und ihr kleiner unehelicher Sohn mit einem Hackbeil erschlagen in ihrem Zuhause aufgefunden. Daneben sitzt ihr Vater, blutverschmiert, nicht ansprechbar. Die Sache scheint klar: Er hat beide getötet aus Wut auf den losen Lebenswandel seiner Tochter. 18 Jahre später lallt ein völlig betrunkener Hausierer im Gasthaus von Finsterau, er wüsste, dass für einen bestimmten Mord der Falsche verurteilt wurde. Als der Wirt bei dem Zecher ein Bild des hiesigen Staatsanwalts von früher findet, erzählt er dem Juristen von seiner Entdeckung, der den Fall daraufhin noch einmal unter die Lupe nimmt.
Andrea Maria Schenkels Schreibstil ist speziell. Es gibt keinen chronologischen Ablauf, sondern diverse Beteiligte berichten, wie sie damals die Situation erlebt haben. Daneben steuert Afras Geschichte unaufhaltsam auf den grausamen Moment zu und man (also ich ;-)) weiß wirklich bis zum Schluss nicht, wer nun der Täter war. Dieses fast in Dokumentarform erzählte Verbrechen ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Die einzelnen Abschnitte sind recht kurz und jeweils im Stil der erzählenden Person verfasst, so dass ein durchgehender Lesefluss wie beim Lesen eines 'normalen' Romans eher nicht entsteht. Stattdessen ist es mehr wie das Lesen einer Gerichtsakte, was (zumindest für mich) die Spannung dennoch nicht mindert. Durch die Anpassung der Sprechweise an die jeweiligen Personen wirkt das Ganze ausgesprochen authentisch - schade jedoch, dass es kein Glossar gibt. Denn insbesondere bei den Schilderungen von Afra und auch ihrem Vater werden sehr viele, damals wohl gängige, Ausdrücke benützt, von denen ich nur Bahnhof verstehe (Höll, Grand, anhabisch...).
Besonders beeindruckte mich wie es der Autorin gelingt, einem beim Lesen klar zu machen, wie schnell und leicht man die einfachsten Dinge fehlerhaft interpretiert und damit zu einem falschen Urteil kommt. Beispielhaft sind hier die zwei Abschnitte, in denen der gleiche Sachverhalt aus zwei Sichtweisen erzählt wird. Und plötzlich sieht alles, alles ganz anders aus.
Abzug bei der Punktzahl gibt es für den meiner Meinung nach völlig überzogenen Preis bei gerade einmal 110 Seiten ('netto').
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen krimis von Schenkel, 16. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Finsterau (Krimi/Thriller) (Kindle Edition)
Finsterau ist zu empfehlen, allen,die Bücher von A.M.Schenkel kennen und lieben.
Die etwas spezielleren Krimis.Ich finde Spitze!
Habe schon Tannöd und Kalteis gelesen.Auch super.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Finster in jeder Beziehung. Mir graut!, 18. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Finsterau (Krimi/Thriller) (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Das neue Büchlein von Frau Schenkel soll laut Verlagsinfo hier bei Amazon 160 Seiten haben. Meines hat definitiv weniger. Der Text fängt bei Seite 7 an und hört bei Seite 124 auf. Dazwischen ist auch noch viel Luft, die kurzen Kapitel ergeben recht viele lediglich zur Hälfte gefüllte Seiten in angenehm großem Druck. Dafür kostet die als Kriminalroman betitelte Geschichte 16.99 Euro. Schluck. Klar, Literatur wird nicht nach Seitenzahlen bezahlt, aber das ist schon einmal arg unverhältnismässig.

Man fängt an zu lesen. Gespannt. Das Gesicht wird bald schon lang und immer länger. Wie langweilig alles klingt. So gestelzt formuliert ist vieles. Das ganze Szenario, voller Vorurteile und Klischees Ich lese die Klappeninformation noch einmal. Habe ich das richtige Buch? Von einem "untrügliches Gespür" für ihre Figuren ist die Rede. Wo denn? Ich sehe Leute, die, wie man auf dem richtigen Land sagt, mit dem Holzbeil geschnitzt scheinen. Ritsch, ratsch, eine ungefähre Kontur und los geht's. Kein einziger Charakter hat auch nur ansatzweise so etwas wie Tiefe. Obwohl - eines muss man dem Werk lassen, es gibt sich hemmungslos der Beschreibung von alltäglichen Dingen hin. Vom Bleichen der Wäsche auf der Wiese bis zum Hineingehen in die Speis (das ist die Speisekammer, aber das schreibt Frau Schenkel natürlich nicht, dazu später) und dem Herausholen von gestockter Milch, einem Kanten Brot, einem Stück Wurst, einem Stück Käse. Fantastisch. Wer würde auf solch minuziösen Beschreibungen längst vergangener Tage verzichten wollen? Also ich schon, spätestens nach dem X-ten Mal, wenn nämlich dazwischen nicht viel passiert. Tatsächlich passiert kaum etwas. Die Geschichte selbst ist schnell erzählt: Kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs kehrt eine junge Frau aus der Stadt zurück in ihr Elternhaus auf's Land, bekommt ein uneheliches Kind. Beide werden ermordet. Der Vater soll's gewesen sein und wandert erst ins Gefängnis, dann in die Anstalt. Am Ende gibt es noch einen Schlenker, den ich nicht verraten möchte.

Zum Stil: Sprachlich spröde, null Humor, keinerlei Charme bei der Entwicklung der Figuren und der Umgebung. Alles hart und karg. Mag sein, dass das die Atmosphäre der Nachkriegszeit auf dem Land zeichnen soll. Soll. Aber darauf will ich nicht eingehen, das kann man auch unter künstlerischer Freiheit verbuchen. Die Charaktere sind unscharft, Beweggründe bleiben im Dunkel. Eitler Schreibstil, der der Leserschaft ein Glossar abverlangt. Aber welches? Die Geschichte spielt in Bayern, viele Ausdrücke kommen aus Österreich und werden über der Grenze nicht benutzt.

Die Geschehnisse werden aus vielen wechselnden Perspektiven erzählt, dabei unverdrossen in den Zeitabläufen hin- und hergesprungen.Das kann man dann, wohlwollend, ein Kaleidoskop der Wahrnehmungen nennen und das ist auch, neben dem kongenialen Buchcover, das Einzige, was mir an Finsterau gefällt. Wie sich die Geschichte in der Beschreibung der unterschiedlichen Menschen erst wirklich zusammensetzt.

Am Ende bleibt dennoch eine Frage offen: Lesen tatsächlich Millionen von Menschen solche Bücher?

Fazit: Hier wird mit einer Masche gestrickt, die einmal Erfolg hatte. Seither wiederholt die Autorin unverdrossen dieselbe Geschichte, mit unwesentlichen Abwandlungen. Eine Masche, die Leser zudem schnell ermüdet. Langweilig von Anfang bis zum Ende.Das Elaborat hatte ich tatsächlich in einer Stunde durch. Gottseidank hat es keinen bleibenden Schaden hinterlassen. Ab in die Tonne und nie wieder etwas von Frau Schenkel.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2.0 von 5 Sternen Hier wurde das Rad nicht nur nicht neu erfunden, es läuft nicht einmal mehr besonders rund..., 7. Mai 2012
Von 
Nicole W. - lilstar.de "N.W." (NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Finsterau (Krimi/Thriller) (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Andrea Maria Schenkels neuer Roman überrascht zunächst einmal diejenigen, die bisher keinen Roman der Autorin in der Hand hatten. Mit seinen knapp 120 Seiten ist es mehr als nur dünn und wenn man den Preis dazu nimmt, dann erwartet man eigentlich schon, dass der Inhalt zumindest jeden Cent wert sein sollte und die Autorin im besten Fall das Rad neu erfunden hat. Meiner Meinung nach ist dem allerdings nicht so.

Die Geschichte spielt in einem kleinen bayrischen Dorf im Jahre 1944, als achtzehn Jahre später ein Mann in einer Kneipe behauptet, er wüsst von einem Mord, der niemals aufgeklärt worden wäre. Die Ermittlungen kommen wieder ins Rollen und in kurzen und knappen Kapiteln erfährt der Leser aus Sicht vieler Personen was sich damals in Finsterau zugetragen hat als die junge Afra und ihr kleiner Sohn ermordet wurden.
Zwischendrin gibt es dann auch noch ein paar Aussagen der damaligen Beteiligten.

Obwohl es über den jeweiligen Kapiteln keinerlei Zeitangaben gibt, kann man den Geschehnissen nach wenigen Seiten trotzdem gut folgen. Über jedem Kapitel steht allerdings der Name der Person aus dessen Sicht gerade erzählt wird und das ist auch ganz gut so, denn den Schreibstil fand ich nicht sehr abwechslungsreich.
Natürlich ist dieser ohnehin sehr minimalistisch und außerdem wimmelt es nur so von Idiomen des Bayrischen. Ich hätte mir teilweise wirklich ein bayrisches Wörterbuch gewünscht, umso enttäuschter war ich, dass es auch im Anhang kein Glossar oder ähnliches gab, was zumindest einige Wörter erklärt hätte. Auch noch eine kurze, abschließende Erklärung, was denn nun genau Wahrheit und was Fiktion ist, hätte ich mir gewünscht, schließlich heißt es ja im Klappentext, dass die Autorin "einen historischen Mordfalls in einen atemberaubend spannenden Krimi verwandelt".
Ach das kann ich leider nicht bestätigen. Der Fall war allenfalls interessant, von Spannung allerdings keine Spur. Und wer auf diese Art der minimalistischen Erzählung steht, der wird das Buch wahrscheinlich auch aufgrund der Kenntnisse des Debütromans der Autorin "Tannöd" nicht einmal mehr besonders interessant finden, weil alles irgendwie schon einmal da gewesen ist.

Hier hat Frau Schenkel das Rad auf jeden Fall nicht noch einmal neu erfunden, ich fand es nicht einmal mehr besonders rund. Während mir "Tannöd" soweit gefallen hat und auch "Kalteis" noch okay war (Bunker habe ich nicht gelesen), scheint das Potential jetzt erschöpft.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ideenlose Reproduktion, 6. Mai 2012
Von 
mdt1900 "TS" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Finsterau (Krimi/Thriller) (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Die Aufarbeitung historischer Mord - und Kriminalfälle mag in Einzelfällen berechtigt sein und am Beispiel von Tannöd sowohl in Buch, als auch in Filmform z.T. gelungen sein. Leider verleitet derartiger Erfolg oft dazu, die ohnehin schon gemolkene Kuh vollständig zu schlachten - und ich denke genau dies geschieht auch im Bezug auf den Roman Finsterau von Andrea Maria Schenkel.

In Ihrem neuen Werk verarbeitet die Autorin einen realen Mordfall aus dem Jahre 1947, legt den Tatort allerdings in den frei gewählten Ort Finsterau. Alleine die Fakten zum Buch, ohne vorab auf den Inhalt einzugehen, sollten potenzielle Käufer zumindest stutzig machen. 124, oft halbherzig gefüllte Seiten, die in einer Lesezeit von gerade einmal einer guten Stunde von geübten Schmökerern abgearbeitet werden. Damit nicht genug, denn anstatt den Roman in einer preislich günstigen Taschenbuch-Version anzubieten, hübscht man die Verpackung mit einem Hardcover und einem recht einfallslosen Hochglanzcover auf und verteibt das Buch als gebundene Ausgabe. Dazu findet sich Finsterau als Hörbuch und als Kindle-Ausgabe im Verkaufsregal.

Nun gut, manchmal wissen auch eher dünne Bücher den Leser zu begeistern. Der Buchplot entspricht x-fach vergleichbarer Mordfälle. Afra kehrt, schwanger von einer Liebschaft mit einem Franzosen, notgedrungen in Ihr streng religiöses und vom herrischen Vater bestimmte Elternhaus zurück. Dieser respektiert weder Tochter noch das letztlich geborene Kind Albert. Die Mutter ist, vom harten Bauernleben und dem Krieg schwer gezeichnet, nicht in der Lage, die Familiensituation zu beruhigen. So nimmt das Drama seinen Lauf und Afra liegt samt schwer verletzten und später ebenfalls sterbenden Sohn am Ende leblos in der Wohnstube des ärmlichen Hofes. Alle Indizien verweisen als Täter auf Vater Johannes, der gefangen in seiner eigenen dementen Gedankenwelt der Gesamtsituation völlig hilfos und aufgebracht gegenübersteht.

Die Erzählung selbst wechselt in den einzelnen Kapiteln zwischen den Hauptprotagonisten hin - und her. Zwischen den Sichtweisen von Vater, Mutter und Tochter sind Aussagen der ermittelnden Polizisten und Staatsanwälte 18 Jahre später eingestreut, da der Mordfall aufgrund einer zufälligen Begebenheit nochmal aufgerollt wird.

Das alles kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Inhalt des Buches einfach belanglos ist. Der "historische Mordfall" bietet nie genügend Potenzial, um einen Spannungsbogen aufzubauen und den Leser in irgendeiner Form zu fesseln. Offensichtlich fiel es selbst der Autorin schwer, die Seiten vernünftig zu füllen. Alle Charaktere bleiben belanglos, austauschbar und das Geschehen vorhersehbar. Kein Vergleich zu einer wirklich mysteriösen Tatnacht wie im Fall Tannöd/Hinterkaifeck, welche mit insgesamt sechs Mordopfern bis heute ein ungeklärtes Verbrechen darstellt und viel Raum für Spekulationen bietet.

Einzig die eingestreute Verwendung alter deutscher/bayrischer Bezeichnungen sorgt ein wenig für Abwechslung im langatmigen Einheitsbrei, bei manchen Begriffen wäre eine nähere Erläuterung am Buchende hilfreich und vielleicht sogar notwendig. Leider wird auch in dieser Hinsicht die Aufklärung dem Leser selbst überlassen, was beispielsweise im Fall der Namensgebung der Tochter (Afra)wünschenwert gewesen wäre.

Achtung, Spoiler: Die Namensgebung Afra bezieht sich vermutlich auf den Begriff der "heiligen Afra", eine vor allem im Augsburger Raum verehrte ehemalige Prostituierte, die im 2ten Jahrhundert von den Römern hingerichtet wurde. Sie gilt als frühchristliche Märtyrerin im heutigen Bayern und gehört zu den Heiligen der katholischen Kirche und wird an Ihrem Gedenktag auch von reuigen Freudenmädchen angebetet. Hier ergibt sich im Hinblick auf die uneheliche Beziehung der Romanfigur Afra zu einem Franzosen, dem in dieser Liebschaft gezeugten Sohn (dem Bankart = uneheliches Kind) und Ihrem Ruf als "leichtes Mädchen" sehr wohl eine Sinn.

Dies allein kann über die vollständige Belanglosigkeit des gesamten Buches allerdings nicht hinwegtäuschen - ein überflüssiger Kriminalroman.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


17 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bekanntes Rezept aus Schenkel-Au, 3. März 2012
Von 
P.Hastings (Mittelfranken) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Finsterau (Krimi/Thriller) (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Man nehme:

Afra, das ungeliebte Kind einer armen Häuslerfamilie im Bayrischen Wald. Gebe dazu einen Franzosenbalg, den sich Afra in der Fremde eingefangen hat, einen gottgläubigen Vater mit Namen Johann, außerdem dessen Frau Theres.

Ferner sind notwendig einige außenstehende Personen, die Verwirrung in die Handlung tragen, damit der Leser den Geschmack nicht gleich erraten kann.

Dazwischen schiebe man Aussageprotokolle aus einer polizeilichen Vernehmung, garniere es mit einfachen Verhältnissen und lasse alles ein paar Jahrzehnte früher tatsächlich geschehen.

Anschließend backe man das Gemenge solange im Ofen, bis daraus ein Mord wird, ein brutales Verbrechen, das dem Leser gehörig unter die Haut kriechen soll. Dann kredenze man es ihm auf teuren Tellern bzw. mit viel weißem Papier in einem dünnen Buch, versehe es mit einem gesalzenen Preis, um den Eindruck zu erwecken, was wenig und teuer ist, muss auch gut sein.

Ist es aber nicht mehr.

Das Rezept ist bekannt, die Zutaten werden nur ein wenig variiert. Heraus kommt nichts Neues, sondern nur ein Variante Schenkelscher Backkunst.

Schade. Vielleicht sollte die preisgekrönte Autorin einmal die Sicht- und Schreibweise überarbeiten. Oder sich neue Kuchenformen anschaffen. Oder erneut den Verlag wechseln. Vielleicht ist das dünne Buch deswegen so teuer geraten, weil der Preis für das Rezept ins unerschwingliche gestiegen ist.

Wirklich Neues gibt es nicht. So schmeckt auch der entstandene Kuchen irgendwie bekannt, als hätte man diesen schon einmal beim Nachbarn Kalteis in Tannöd serviert bekommen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4.0 von 5 Sternen Düsteres Potpourri, 3. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Finsterau (Krimi/Thriller) (Gebundene Ausgabe)
In ihrem nunmehr dritten Kriminalroman bietet Andrea Maria Schenkel in höchster atmosphärischer Dichte das, was man im Rückblick auf französische Naturalisten als „tranche de vie“ bezeichnen könnte. Die Autorin nimmt ihre Leser mit in eine provinzielle Tragödie, lässt sie teilhaben am Leben eines Protagonisten, der letztendlich an seiner Hilflosigkeit zu Grunde geht. Der Potpourricharakter des Textes geht konform mit dem verpfuschten Leben des Johann Zauner, der zu Unrecht des Mordes an seiner Tochter und seinem Enkelsohn beschuldigt wird.
Schenkel brilliert außerdem mit einer reichhaltigen Sprache, die sich trotz vieler Bilder nicht in diesen verliert. Das jedoch, was in den Vorgängerromanen nur bedingt eine Rolle gespielt hat, schlägt nun voll zu Buche: viele Andeutungen verhindern, dass klare Porträts entstehen. Alle Figuren bleiben substanzlos. Was jedoch, so könnte man folgern, die Rolle der Leser stärkt. Diese sind aufgefordert die Sprache zu goutieren, die Puzzleteile zusammenzufügen und weiterführende Deutungen zu wagen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 29 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Finsterau (Krimi/Thriller)
Finsterau (Krimi/Thriller) von Andrea Maria Schenkel (Gebundene Ausgabe - 29. Februar 2012)
EUR 16,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen