Kundenrezensionen


73 Rezensionen
5 Sterne:
 (8)
4 Sterne:
 (23)
3 Sterne:
 (22)
2 Sterne:
 (10)
1 Sterne:
 (10)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


4.0 von 5 Sternen Gut gemacht, trotz alten Rezept ...
Frau Schenkel bleibt ihren Stil treu. Das ist jetzt schon der dritte Roman den ich von ihr lese. Die Geschichte wird wieder aus verschiedenen Sichten erzählt.
Es geht um eine bayrische arme Familie, deren Tochter die Enge nicht mehr aushält und ihr Elternhaus verlässt um ihr eigenes Leben zu leben, aber es kommt für sie anderes als erhofft. Sie...
Vor 8 Monaten von J. Weis veröffentlicht

versus
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Finsterau
Man nehme einen historischen Kriminalfall, lasse die Geschichte plus Protagonisten lebendig werden und daraus entsteht: Finsterau.
Dieses Rezept funktioniert ein Mal, ein zweites Mal, aber auf die Dauer kann es nicht mehr begeistern. Man will etwas Neues !
Soll man dann für die kärglichen 125 Seiten noch 16.99 Euro berappen, dann schaut man doch etwas...
Vor 14 Monaten von Bienchen veröffentlicht


‹ Zurück | 1 28| Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Finsterau, 4. März 2012
Von 
Bienchen (das schönste Bundesland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Finsterau: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Man nehme einen historischen Kriminalfall, lasse die Geschichte plus Protagonisten lebendig werden und daraus entsteht: Finsterau.
Dieses Rezept funktioniert ein Mal, ein zweites Mal, aber auf die Dauer kann es nicht mehr begeistern. Man will etwas Neues !
Soll man dann für die kärglichen 125 Seiten noch 16.99 Euro berappen, dann schaut man doch etwas dumm aus der Wäsche.
3 Sterne trotzdem dafür, dass die Geschichte unterhaltsam geschrieben ist und gut zu Lesen ist ( und mir als Bayer die bayerischen Ausdrücke auch geläufig sind )
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


33 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Bauerntheater in Serienproduktion, 3. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Finsterau: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
Nun also das neueste Werk von A. M. Schenkel. Bei der Lektüre kommt einem als Erstes gleich der Spruch von Henry Ford in den Sinn: "Any customer can have a car painted any colour that he wants so long as it is black." ("Jeder Kunde kann ein Auto in jeder gewünschten Farbe haben, solange es schwarz ist.") Offenbar folgte auch die Autorin dieser Maxime der Fließbandproduktion: Denn mit "Finsterau" ist ein nahezu exakter Klon von "Tannöd" entstanden, und das auf allen Ebenen: Sujet, Aufbau, Sprachduktus, Ort, Zeit und Milieu, in dem die "Handlung" spielt, ja sogar bis hin zum Umfang und Titel des Bandes - nur eben ein schlechter Klon. Das derb-klischeehafte Bild der bayerischen Provinz, à la Bauerntheater, resp. Komödienstadl, in "Tannöd" noch gebremst durch einen wohl eher zufällig entstandenen Hauch von Sozialkritik, feiert hier fröhliche Urständ - nicht umsonst eignen sich Schenkels Werke wohl vor allem deshalb als Adaption für mehr oder weniger gelungene folkloristische Theateraufführungen. Man beachte nur die Passage: "Alles, was wir hier in dieser Gegend zu sehen bekommen, sind Wirtshausschlägereien oder dass sich die Burschen bei der Kirchweih um ein Mädel streiten und sich gegenseitig die Maßkrüge an den Kopf werfen, aber die haben immer ein riesen Rausch (sic), können sich kaum mehr auf den Beinen halten ..." Ist das wirklich Bayern? Und auch im Hinblick auf den Schreibstil kommt die Autorin offenbar nicht von ihrer ebenso folkloristischen, unsäglichen Mischung aus schlechtem Hochdeutsch und einem Pseudovolkstümlichkeit suggerierenden Kunstbairisch los.
Betrachtet man den neuen Band im Gesamtkontext des Schenkelschen "OEvres", dann ist damit nach der Bauchlandung mit dem selbst gestrickten Fall "Bunker" klar, dass die Autorin wohl nicht anders als so schreiben kann.
Ob freilich die Leser so ein kurzes Gedächtnis haben, dass ihnen diese leicht durchschaubare Masche, mit exakt dem gleichen "Produkt", mit "Krimi in Serienproduktion" also, an frühere Verkaufserfolge anknüpfen zu wollen, nicht auffällt, ist zu bezweifeln. Das Feuilleton wird's schon richten ...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Finster in jeder Beziehung. Mir graut!, 18. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Finsterau: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Das neue Büchlein von Frau Schenkel soll laut Verlagsinfo hier bei Amazon 160 Seiten haben. Meines hat definitiv weniger. Der Text fängt bei Seite 7 an und hört bei Seite 124 auf. Dazwischen ist auch noch viel Luft, die kurzen Kapitel ergeben recht viele lediglich zur Hälfte gefüllte Seiten in angenehm großem Druck. Dafür kostet die als Kriminalroman betitelte Geschichte 16.99 Euro. Schluck. Klar, Literatur wird nicht nach Seitenzahlen bezahlt, aber das ist schon einmal arg unverhältnismässig.

Man fängt an zu lesen. Gespannt. Das Gesicht wird bald schon lang und immer länger. Wie langweilig alles klingt. So gestelzt formuliert ist vieles. Das ganze Szenario, voller Vorurteile und Klischees Ich lese die Klappeninformation noch einmal. Habe ich das richtige Buch? Von einem "untrügliches Gespür" für ihre Figuren ist die Rede. Wo denn? Ich sehe Leute, die, wie man auf dem richtigen Land sagt, mit dem Holzbeil geschnitzt scheinen. Ritsch, ratsch, eine ungefähre Kontur und los geht's. Kein einziger Charakter hat auch nur ansatzweise so etwas wie Tiefe. Obwohl - eines muss man dem Werk lassen, es gibt sich hemmungslos der Beschreibung von alltäglichen Dingen hin. Vom Bleichen der Wäsche auf der Wiese bis zum Hineingehen in die Speis (das ist die Speisekammer, aber das schreibt Frau Schenkel natürlich nicht, dazu später) und dem Herausholen von gestockter Milch, einem Kanten Brot, einem Stück Wurst, einem Stück Käse. Fantastisch. Wer würde auf solch minuziösen Beschreibungen längst vergangener Tage verzichten wollen? Also ich schon, spätestens nach dem X-ten Mal, wenn nämlich dazwischen nicht viel passiert. Tatsächlich passiert kaum etwas. Die Geschichte selbst ist schnell erzählt: Kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs kehrt eine junge Frau aus der Stadt zurück in ihr Elternhaus auf's Land, bekommt ein uneheliches Kind. Beide werden ermordet. Der Vater soll's gewesen sein und wandert erst ins Gefängnis, dann in die Anstalt. Am Ende gibt es noch einen Schlenker, den ich nicht verraten möchte.

Zum Stil: Sprachlich spröde, null Humor, keinerlei Charme bei der Entwicklung der Figuren und der Umgebung. Alles hart und karg. Mag sein, dass das die Atmosphäre der Nachkriegszeit auf dem Land zeichnen soll. Soll. Aber darauf will ich nicht eingehen, das kann man auch unter künstlerischer Freiheit verbuchen. Die Charaktere sind unscharft, Beweggründe bleiben im Dunkel. Eitler Schreibstil, der der Leserschaft ein Glossar abverlangt. Aber welches? Die Geschichte spielt in Bayern, viele Ausdrücke kommen aus Österreich und werden über der Grenze nicht benutzt.

Die Geschehnisse werden aus vielen wechselnden Perspektiven erzählt, dabei unverdrossen in den Zeitabläufen hin- und hergesprungen.Das kann man dann, wohlwollend, ein Kaleidoskop der Wahrnehmungen nennen und das ist auch, neben dem kongenialen Buchcover, das Einzige, was mir an Finsterau gefällt. Wie sich die Geschichte in der Beschreibung der unterschiedlichen Menschen erst wirklich zusammensetzt.

Am Ende bleibt dennoch eine Frage offen: Lesen tatsächlich Millionen von Menschen solche Bücher?

Fazit: Hier wird mit einer Masche gestrickt, die einmal Erfolg hatte. Seither wiederholt die Autorin unverdrossen dieselbe Geschichte, mit unwesentlichen Abwandlungen. Eine Masche, die Leser zudem schnell ermüdet. Langweilig von Anfang bis zum Ende.Das Elaborat hatte ich tatsächlich in einer Stunde durch. Gottseidank hat es keinen bleibenden Schaden hinterlassen. Ab in die Tonne und nie wieder etwas von Frau Schenkel.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Als Hörbuch mehr als schlecht, 30. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Finsterau (Audio CD)
Handlung und Stil wurde ja schon genügend beschrieben.

Aber gelesen wird das Buch in der Hörbuchfassung (von der Autorin selbst), als wenn sie ihr eigenes Buch nicht gekannt hätte,
und gerade in die 3. Klasse gekommen wäre, sehr oft falsch betont.
Lesen und Schreiben sind anscheinend doch zwei völlig verschiedene Sachen.
Habe die anderen Werke der Frau auch gehört, und da war es nicht so schlimm, komisch...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


17 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bekanntes Rezept aus Schenkel-Au, 3. März 2012
Von 
P.Hastings (Mittelfranken) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Finsterau: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Man nehme:

Afra, das ungeliebte Kind einer armen Häuslerfamilie im Bayrischen Wald. Gebe dazu einen Franzosenbalg, den sich Afra in der Fremde eingefangen hat, einen gottgläubigen Vater mit Namen Johann, außerdem dessen Frau Theres.

Ferner sind notwendig einige außenstehende Personen, die Verwirrung in die Handlung tragen, damit der Leser den Geschmack nicht gleich erraten kann.

Dazwischen schiebe man Aussageprotokolle aus einer polizeilichen Vernehmung, garniere es mit einfachen Verhältnissen und lasse alles ein paar Jahrzehnte früher tatsächlich geschehen.

Anschließend backe man das Gemenge solange im Ofen, bis daraus ein Mord wird, ein brutales Verbrechen, das dem Leser gehörig unter die Haut kriechen soll. Dann kredenze man es ihm auf teuren Tellern bzw. mit viel weißem Papier in einem dünnen Buch, versehe es mit einem gesalzenen Preis, um den Eindruck zu erwecken, was wenig und teuer ist, muss auch gut sein.

Ist es aber nicht mehr.

Das Rezept ist bekannt, die Zutaten werden nur ein wenig variiert. Heraus kommt nichts Neues, sondern nur ein Variante Schenkelscher Backkunst.

Schade. Vielleicht sollte die preisgekrönte Autorin einmal die Sicht- und Schreibweise überarbeiten. Oder sich neue Kuchenformen anschaffen. Oder erneut den Verlag wechseln. Vielleicht ist das dünne Buch deswegen so teuer geraten, weil der Preis für das Rezept ins unerschwingliche gestiegen ist.

Wirklich Neues gibt es nicht. So schmeckt auch der entstandene Kuchen irgendwie bekannt, als hätte man diesen schon einmal beim Nachbarn Kalteis in Tannöd serviert bekommen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2.0 von 5 Sternen Zum Glück ...., 10. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Finsterau: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
... hat dieses Buch wenige Seiten , so ist man schnell fertig mit dem Lesen. Zum Glück. Irgendwie hat es mich nicht erreicht. Da in diesem Buch auch oft irgendwelche bayrischen , bäuerlichen Ausdrücke verwendet werden , liest es sich für mich wie ein Buch ala Bauertheater. Ich hoffe das dieses Buch nicht auch noch verfilmt wird.
Auch der Spannungsfaktor lässt sehr zu wünschen übrig.
Zum Glück musste ich dafür kein Geld hinlegen , sondern konnte es gratis aus der Bücherei ausleihen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4.0 von 5 Sternen Gut gemacht, trotz alten Rezept ..., 16. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Finsterau: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
Frau Schenkel bleibt ihren Stil treu. Das ist jetzt schon der dritte Roman den ich von ihr lese. Die Geschichte wird wieder aus verschiedenen Sichten erzählt.
Es geht um eine bayrische arme Familie, deren Tochter die Enge nicht mehr aushält und ihr Elternhaus verlässt um ihr eigenes Leben zu leben, aber es kommt für sie anderes als erhofft. Sie wird als Franzosenmädchen abgestempelt und muss ihre Anstellung sofort verlassen. Wieder zu Hause stellt sie auch noch fest das sie schwanger ist und bleibt somit bei den Eltern im engen Haus hängen. Die Beziehung ist schwer zwischen Tochter und Vater. Der ist nämlich streng gläubig und leidet sehr unter seiner schlimmen Vergangenheit und reagiert somit oft anders als „normal“. Eines Tages passiert dann das Unglück, das der Vater seine Tochter und seinen Enkel tot auffindet. Wir erfahren häppchen Weise was passiert ist, was wer zu welcher Zeit gemacht hat und wie immer kurz und knapp wie es nun mal der Still von Frau Schenkel ist. Sie lässt die Geschichte auch in verschieden Zeitabschnitten spielen, als Afra noch lebte und als der Fall noch mal neu aufgerollt wird, da sich doch noch ein Zeuge findet.
Ich überlege die ganze Zeit, wie ich mich am besten Ausdrücken soll. Mir hat die Geschichte schon gut gefallen, man bleibt dran, will wissen wie es weitergeht, wer der Täter war und was nun wirklich passiert ist. Da die Geschichte auch sehr kurz ist, hat man sie auch schnell durch. Aber trotzdem bin ich nicht ganz glücklich, da sich ihre Romane zu sehr ähneln. Den ersten fand ich toll, mal was ganz anderes, der Erzählstil war großartig und neu für mich, aber jetzt ist es halt Frau Schenkels Stil, man kennt ihn. Dann das ihre Geschichten immer in Bayern spielen und immer ein historischer Mord, es ist nicht so das sie das schlecht macht und wenn man sie zum ersten mal liest, denke ich ist man sehr beeindruckt.
Also, für mich eine tolle Geschichte, ein toller Stil, aber irgendwie, wie ihre anderen Bücher auch, wenn man sich viel Zeit zwischen den Büchern lässt merkt man es vielleicht nicht so.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3.0 von 5 Sternen Bayerisches Volkstheater mit Gruselfaktor..., 27. Juli 2012
Von 
Seestern - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Finsterau: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
diese Beschreibung trifft den knapp und auf teils sehr naive Art erzählten Roman von Andrea Schenkel meiner Meinung nach am besten. Es war für mich der erste Roman dieser Autorin und mir lief es kalt den Rücken runter bei den nüchternen Schilderungen über mysteriösen Tod von Afra und ihrem kleinen zweijährigen Sohn. Die Geschichte, erzählt aus verschiedenen Blickwinkeln, einem Verhör gleichend, teils in Behördendeutsch, und über fast zwei Jahrzehnte fortdauernd, empfand ich als äußerst spannend und fesselnd, auch wenn der Erzählstil sehr einfach gestrickt wirkt.

Trotzdem wird dies wohl der letzte Roman sein, den ich von Andrea Maria Schenkel lesen werde. Die einzelnen Personen sind mir einfach zu leblos und lieblos dargestellt. Auf mich wirkt diese Art so, als ob Frau Schenkel in den bayerischen Bauern der Nachkriegszeit nicht mehr als ein paar tumbe Gestalten sieht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alles scheint klar - oder?, 15. Oktober 2012
Von 
Xirxe (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Finsterau: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
Kurz nach dem II. Weltkrieg: In Finsterau, tief im Bayrischen Wald, werden die junge Afra und ihr kleiner unehelicher Sohn mit einem Hackbeil erschlagen in ihrem Zuhause aufgefunden. Daneben sitzt ihr Vater, blutverschmiert, nicht ansprechbar. Die Sache scheint klar: Er hat beide getötet aus Wut auf den losen Lebenswandel seiner Tochter. 18 Jahre später lallt ein völlig betrunkener Hausierer im Gasthaus von Finsterau, er wüsste, dass für einen bestimmten Mord der Falsche verurteilt wurde. Als der Wirt bei dem Zecher ein Bild des hiesigen Staatsanwalts von früher findet, erzählt er dem Juristen von seiner Entdeckung, der den Fall daraufhin noch einmal unter die Lupe nimmt.
Andrea Maria Schenkels Schreibstil ist speziell. Es gibt keinen chronologischen Ablauf, sondern diverse Beteiligte berichten, wie sie damals die Situation erlebt haben. Daneben steuert Afras Geschichte unaufhaltsam auf den grausamen Moment zu und man (also ich ;-)) weiß wirklich bis zum Schluss nicht, wer nun der Täter war. Dieses fast in Dokumentarform erzählte Verbrechen ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Die einzelnen Abschnitte sind recht kurz und jeweils im Stil der erzählenden Person verfasst, so dass ein durchgehender Lesefluss wie beim Lesen eines 'normalen' Romans eher nicht entsteht. Stattdessen ist es mehr wie das Lesen einer Gerichtsakte, was (zumindest für mich) die Spannung dennoch nicht mindert. Durch die Anpassung der Sprechweise an die jeweiligen Personen wirkt das Ganze ausgesprochen authentisch - schade jedoch, dass es kein Glossar gibt. Denn insbesondere bei den Schilderungen von Afra und auch ihrem Vater werden sehr viele, damals wohl gängige, Ausdrücke benützt, von denen ich nur Bahnhof verstehe (Höll, Grand, anhabisch...).
Besonders beeindruckte mich wie es der Autorin gelingt, einem beim Lesen klar zu machen, wie schnell und leicht man die einfachsten Dinge fehlerhaft interpretiert und damit zu einem falschen Urteil kommt. Beispielhaft sind hier die zwei Abschnitte, in denen der gleiche Sachverhalt aus zwei Sichtweisen erzählt wird. Und plötzlich sieht alles, alles ganz anders aus.
Abzug bei der Punktzahl gibt es für den meiner Meinung nach völlig überzogenen Preis bei gerade einmal 110 Seiten ('netto').
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Finster war's, 9. Juni 2012
Von 
Harald Grohrock "ohrenfreund.de" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Finsterau: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Wer die Bücher Tannöd und Kalteins mag, bei denen ja ebenfalls schon der Titel Programm ist, der ist hier genau richtig. Wieder führt uns Anna Maria Schenkel in eine versunkene Welt voller Sprachlosigkeit und Einsamkeit.

Eine lebenslustige junge Frau versucht während des Krieges aus dieser engen Welt zu entkommen und scheitert dabei. Ihre Beziehung zu einem französischen Zwangsarbeiter ist nicht ohne Folgen geblieben und so kehrt Sie als Schande der Familie zurück und wird kurze Zeit später ermordet aufgefunden.

Mit dem Vater hat man schnell einen geeigneten Verdächtigen gefunden und so macht man sich nicht die Mühe andere überdeutliche Spuren weiterzuverfolgen. Als 18 Jahre später der Fall auf Grund neuer Indizien neu aufgerollt wird, scheint Bewegung in die Sache zu kommen...

Mich beeindruckt die genaue Art in der uns die Autorin mit Ihrer knappen, kunstvollen Sprache, in diese archaische Welt führt immer wieder. Hier wird über den Kriminalfall hinaus viel von den Katastrophen des vergangenen Jahrhunderts atmosphärisch deutlich und den Spuren, die diese in den verwüsteten Seelen der Menschen hinterlassen haben.

Keine Gute-Laune-Literatur und auch kein Krimi nach den üblichen Strickmustern. Eher ein beeindruckendes Psychogramm.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 28| Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Finsterau: Kriminalroman
Finsterau: Kriminalroman von Andrea Maria Schenkel (Gebundene Ausgabe - 5. März 2012)
EUR 16,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen