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175 von 187 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wörter sind wie Schachteln, in die man seine Gedanken einsortiert."
Germain sagt das, was er denkt, mit den Wörtern, die ihm zur Verfügung stehen. Und das sind nicht so viele, da er nicht der Schlauste ist. Germain, ein Hüne und etwas einfältig, lernt beim Tauben zählen im Park die kultivierte und feinsinnige alte Dame Margueritte kennen. Obwohl die beiden nicht unterschiedlicher sein könnten, freunden sie...
Veröffentlicht am 24. Februar 2010 von Regina Berger

versus
47 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine wunderschöne Geschichte!
Eine wunderbare Geschichte über einen beinahe analphabetischen Mann mitte vierzig, der mithilfe einer kleinen alten Frau nicht nur die Freude am Lesen entdeckt, sondern auch viel über seine Kindheit lernt. Der Ich-Erzähler Germain erzählt mit herrlicher Ironie und Naivität von seinem Leben. Dabei kommt man nicht nur ins Schmunzeln, sondern...
Veröffentlicht am 28. September 2010 von Lu


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175 von 187 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wörter sind wie Schachteln, in die man seine Gedanken einsortiert.", 24. Februar 2010
Von 
Regina Berger "Gina" (Rottach-Egern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Labyrinth der Wörter: Roman (Frauenromane) (Gebundene Ausgabe)
Germain sagt das, was er denkt, mit den Wörtern, die ihm zur Verfügung stehen. Und das sind nicht so viele, da er nicht der Schlauste ist. Germain, ein Hüne und etwas einfältig, lernt beim Tauben zählen im Park die kultivierte und feinsinnige alte Dame Margueritte kennen. Obwohl die beiden nicht unterschiedlicher sein könnten, freunden sie sich an. Bisher stand Germain nicht auf der Sonnenseite des Lebens, doch Margueritte bringt ihm die Anerkennung entgegen, die Germain noch nie erfahren durfte, sie begeistert ihn für die Welt der Bücher und verändert dadurch sein Leben.

Wenn man glaubt, das Buch ist lediglich eine nette Erzählung mit einem ungebildeten, einfachen Kerl als Hauptperson, der nicht einmal in der Lage ist, einen anständigen Satz zu bilden, ohne daß ein Haufen schmutziger Wörter darinsteckt, dann irrt man sich gewaltig. >Das Labyrinth der Wörter< hat viel mehr Tiefgang, als es vermuten läßt.

Es ist eine zarte Geschichte voller Menschlichkeit, Zuneigung und Gefühl erfrischend humorvoll erzählt. Eine Prise Nachdenkliches ist eingewebt, um die Lebensumstände von Germain zu erklären. Doch dieses ist niemals schwer, sondern erzeugt sprachliche Bilder vom Platz in der Gesellschaft und schließlich davon, dass man nur mit dem Herzen richtig sieht.

Der bodenständige Germain mit seinen frechen Aussagen, seiner nachvollziehbar klaren Denke und seiner sensiblen Seele wirkt ansteckend lebendig und liebenswert.
(Eine meiner Lieblingsaussagen von ihm: "Überlegen hilft mir beim Denken.")

Fesselnd ist dieses Buch, das mit seiner herrlich direkten Sprache und den knappen, aussagekräftigen Kapiteln den Zeitgeist trifft. Und man stellt fest, dass es so oft im Leben ums Zuhören und die Wertschätzung geht.

>Das Labyrinth der Wörter< ist eine Geschichte, die zu Herzen geht. Aus meiner Sicht uneingeschränkt empfehlenswert für alle, die an die Macht der Worte glauben.
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68 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein zu Herzen gehendes modernes Märchen, 9. Juni 2010
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Labyrinth der Wörter: Roman (Frauenromane) (Gebundene Ausgabe)
Wunderbar, dass es auf dem Buchmarkt immer mal wieder diese unverhofften literarischen Entdeckungen gibt. Von der in Südfrankreich lebenden Autorin war bisher in Deutschland noch nichts zu lesen. Schon bei ihrem ersten Junior Roman "Rigolo, Dakil le Magnifique" den die Grundschullehrerin Rocher Anfang 2000 geschrieben hat, hatte sie Spaß im Umgang mit der Sprache, ja dem Erstellen einer neuen Sprache durch einen Gnom. "Das Labyrinth der Worte" erschien unter dem Originaltitel "La tête en friche" im Jahr 2008 und erhielt 2009 den Prix Inter. Der Roman wurde aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer kongenial übersetzt.

Zum Plot: Der etwas ungewöhnliche Romanheld und Ich-Erzähler dieser märchenhaften und unkonventionellen Liebesgeschichte heißt Germain. Er ist kein Wunschkind, wurde von seiner Mutter streng erzogen, hat seinen Vater nie kennengelernt und sich mit "Ach und Krach" durch die Schule gequält. Ohne Schulabschluss führt er seither ein tristes Leben, verdient sich mit Gelegenheitsjobs gerade so viel wie er zum Leben benötigt. Er ist ungebildet bis an die Grenze zur Debilität, so dass ihn seine Freunde neckend den "Trottel" nennen. Dieser schrullige, kontaktarme 45 jährige Quartalstrinker Germain, 1,89 cm groß und 110 Kilogramm schwer, ist zwar ein Dummkopf, aber doch schlau genug um zu wissen wie beschränkt er ist. Er lebt in einem Wohnwagen auf dem Grundstück seiner Mutter, baut Gemüse an und schnitzt kleine Tiere aus Holz, vornehmlich Katzen und Hunde.

Wie kommt nun so ein Mensch zum Lesen? Davon erzählt Marie-Sabine Roger in diesem wunderbaren, einfühlsamen Buch. Es geht um eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen diesem schrulligen Germain und der kultivierten 86 jährigen Dame Margueritte. Die promovierte Biologin und passionierte Leserin lebt seit Jahren im Altersheim "Les Peupliers". Die beiden treffen sich beim Tauben füttern in einem Park, wo Margueritte wie ein zerbrechlicher kleiner Zwerg auf einer Bank sitzt und scheinbar "Löcher in die Luft schaut" oder Brieftauben zählt.

Sie lernen sich näher kennen und schon bald hat ihn ihre freundliche Art "zu Tränen gerührt". Das Treffen hat für ihn, der bisher keinerlei familiäre Bande kannte, sein Leben grundlegend verändert. Zärtlichkeit, Zuneigung und Vertrauen, diese reinen Gefühle" hat er für diese Margueritte empfunden, die ihrerseits entdeckt sehr schnell den aufgeweckten Geist des sensiblen Germain und kann ihn in seiner ungebremsten Reflexionslust festigen. In der schwarzen Tasche die immer neben ihr steht steckt stets ein Buch und so fängt Margueritte bald damit an ihm Romane vorzulesen und ihm somit die Tür in eine völlig neue Welt zu öffnen, die Tür zur Wörter- Welt. So findet Germain schließlich in Margueritte nicht nur eine Führerin durch "Das Labyrinth der Wörter", sondern die Großmutter die er im Leben nie gehabt hat.

Das Buch beschreibt nicht nur Germains spät einsetzenden unerwarteten Bildungsprozess, sondern es zeigt auch wie ihm Lebensmut und Lebensfreude zu teil werden und welche dringende Hilfe er eines Tages Margueritte zuteilwerden lässt.

Marie-Sabine Rogers erzählt uns diese rührende Geschichte über dieses sehnsuchtsvolle neu gefundene Miteinander mit großer Anmut und federleicht ausbalancierter poetischer Sprachschönheit, ganz dieser zauberhaften Lebens- Liebes- und Leidensgeschichte verpflichtet.

Ich empfehle dieses Buch mit Leidenschaft und Nachdruck, vielleicht wird dieser besonders wertvolle Roman ihr Buch dieses Sommers.
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47 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine wunderschöne Geschichte!, 28. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Labyrinth der Wörter: Roman (Frauenromane) (Gebundene Ausgabe)
Eine wunderbare Geschichte über einen beinahe analphabetischen Mann mitte vierzig, der mithilfe einer kleinen alten Frau nicht nur die Freude am Lesen entdeckt, sondern auch viel über seine Kindheit lernt. Der Ich-Erzähler Germain erzählt mit herrlicher Ironie und Naivität von seinem Leben. Dabei kommt man nicht nur ins Schmunzeln, sondern verliebt sich auch in die direkte Art von Germain.
Leider ist die deutsche Übersetzung nicht besonders gelungen, der Witz des französischen Originals geht teilweise verloren. Für jeden, der das Original nicht kennt ein herrliches Buch, für all jene, die sich in das französische Werk verliebt haben eine herbe Enttäuschung.
Trotz der mittelmäßigen Übersetzung ein schönes, abwechslungsreiches Buch, mit einem nicht ganz alltäglichen Thema.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ein poetisches und anrührendes buch, 29. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Labyrinth der Wörter: Roman (Frauenromane) (Gebundene Ausgabe)
Ist es wirklich ein Zufall, dass die Hauptperson; männlich, 45 Jahre alt, ungebildet; Germain heißt und zum Ende des Buches die germanischen Volksstämme auswendig daher sagen kann? Und die andere Hauptperson; weiblich, Mitte 80, gebildet und graziös; Margueritte heißt. Mag sein, dass die Autorin mit den gängigen Klischees der Franzosen und Deutschen gespielt hat. Dem Buch jedenfalls hat es nicht geschadet. Es ist eines jener Bücher, die man gerne liest, welche einem zum Nachdenken anregen; aber die dennoch nicht so sehr nachhallen wie zum Beispiel 'Die Bücherdiebin'.
'Das Labyrinth der Wörter' ist geistreich geschrieben und die Protagonisten sowie die Nebenfiguren sind sehr schön gezeichnet. Es gibt keine Ungereimtheiten, über die der Leser stolpern könnte.
Warum sollte sich ein großer, ungebildeter Mann mit einer kleinen, belesenen alten Frau in einem Park treffen? Und dann auch noch Freundschaft schließen. Immerhin vermag es Margueritte, Germain nicht nur zum Nachdenken über sich selbst und sein Leben zu bringen. Nein, sie weckt auch seine Leseneugierde. Das alles geschieht auf eine recht unspektakuläre Art und Weise, dass es angenehm zu lesen ist. Und so werden auch die Nebenfiguren eingeführt und vorgestellt. Beinahe kühl und sachlich, ohne ein Zuviel an Emotionen. Selbst Germains Mutter, die eigentlich hätte Marguerittes Aufgabe übernehmen sollen, bekommt zum Ende hin noch etwas Heiligenschein ab. Sie selbst war unfähig, sich auszudrücken oder es ihrem einzigen Kind beizubringen. Dennoch haftet ihrem gesamten Verhalten etwas Rühriges an, was letzten Endes dann auch bestätigt wird.
Dieses Buch kommt eben auf leisen Sohlen daher, auch wenn manche Szenen ein wenig derb daher kommen. Ob Landremont oder Youssef, sie bilden den Kontrapunkt zu Marguerittes Welt. Und doch sind sie authentisch und mit ihren Macken auch liebenswert.
Mit dem Ende hadere ich immer noch. Irgendwie kommt es mir zu weich gespült daher. Das ist mir zu viel FriedeFreudeEierkuchen. Mir gefällt es, dass Margueritte das Ende des Romans erlebt. Aber dennoch hat die Autorin hier eine Chance vertan. Man legt das Buch beiseite, denkt ein wenig darüber nach und freut sich, etwas Gutes gelesen zu haben. Und doch zweifelt man am Ende, ob es letzten Endes auch gut sein muss.
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34 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Große Leselust, 4. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Labyrinth der Wörter: Roman (Frauenromane) (Gebundene Ausgabe)
Was für eine charmante Geschichte! Im Mittelpunkt steht der etwas unterbelichtete Germain, der im Wohnwagen haust und im Garten Gemüse züchtet. Seine Zeit verbringt dieser Hüne am liebsten im Park, wo er die Tauben zählt und seinen Namen auf das Gefallenendenkmal schreibt. Eines Tages lernt er im Park eine zierliche alte Dame kennen, die seine Faszination für die Tauben teilt. Überraschenderweise freunden sich die beiden an, und die kultivierte alte Dame nimmt sich das scheinbar Unmögliche vor: den ungebildeten Mann für die Welt der Bücher zu gewinnen ... Mehr will ich hier nicht verraten, denn der Roman wartet mit einigen Überraschungen auf. Eine zu Herzen gehende Geschichte, die von einer ungewöhnlichen Freundschaft und der Liebe zur Literatur handelt. Die Figuren gehen einem nicht mehr aus dem Kopf.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine ganz besondere L(i)ebensgeschichte, 25. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Labyrinth der Wörter: Roman (Frauenromane) (Gebundene Ausgabe)
Das Labyrinth der Wörter - der Titel hat mich angelockt und die Geschichte von Germain mich schnell in den Bann gezogen. Viele Vorrezendenten sprechen von einer zarten, ungewöhnlichen Liebesgeschichte, die in diesem Buch erzählt wird. Ich lese die Geschichte Germains eher als eine Art Bildungsroman. Germain, der vermeintlich dummgebliebene Hüne von 45 Jahren, entdeckt in der Begegnung mit Margueritte, dass er durch die Zuwendung, Aufmerksamkeit und Respekt Margueritts, zu großen Gedanken fähig ist. Durch sie überdenkt er seine eigene Entwicklung und kann sehr genau beschreiben, was ihn zu dem gemacht hat, was er zu sein scheint, nämlich der Dorftrottel. Und nun beginnt für Germain eine rasante Entwicklung. Er beginnt zu spüren, was es heißt Nähe und Zugewandheit zu Menschen zu fühlen. Ein Gefühl, das für ihm bis dahin vollkommen fremd war. Und gleichzeitg beginnt der Analphabeth sich die Welt der Buchstaben, Wörter und Geschichten zu erorbern...
Eine wunderschön geschriebene, moderne Geschichte mit Tiefgang und Witz.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein besonderes Buch ' ein wahrer Schatz!, 20. Mai 2011
Germain ist vom Leben alles andere als verwöhnt. Seine Mutter zog ihn mit Kopfnüssen und harschen Worten groß, und in der Schule scheiterte er, weil die Lehrer ihn von vornherein für einen Dummkopf hielten. Mit Mitte vierzig und ohne festen Job haust er nun in einem alten Wohnwagen, schnitzt Holzfiguren, baut Gemüse an und trifft sich ab und zu mit Annette ' doch ob es Liebe ist, kann er nicht sagen, denn die hat er noch nie erfahren. Bis er eines Tages im Park die zierliche Margueritte kennen lernt, die dort, genau wie er, die Tauben zählt. Obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten, sind die beiden bald ein Herz und eine Seele. Die lebenskluge alte Dame ist zudem eine passionierte Leserin, und als sie dem ungeschliffenen Hünen vorzulesen beginnt, eröffnet sich Germain eine völlig neue Welt '
Statement:
Es war ein schöner Tag, ein Montag, mit strahlendem Sonnenschein, an dem Germain Margueritte kennen lernt. Der Tag im Park, als er wie immer dort die Tauben zählt, und Margueritte ebenso. Für sie beide ist es eine Beschäftigung, eine Ablenkung.
Die Nachmittage mit Margueritte oder auch 'Das Labyrinth der Wörter' geschrieben in der Ich-Form des Protagonisten Germanin, ist ein wahrer Schatz, ein Buch, dass das Herz berührt.
Germain und Margueritte, unterschiedlicher können Personen nicht sein und doch kommen sie sich so nah. Er, von großer Statur, grob wirkend, nicht der Schlaueste, dem das Leben schon von Kindheit übel mitgespielt hatte, vernachlässigt und immer wieder von seiner Mutter bestraft, so wuchs er auf und galt seit eh als ein Dummkopf.
Sie, Margueritte, die alte freundliche Dame, lebensklug, intelligent und kultiviert.
Sie öffnet ihm eine andere Welt, die Welt der Wörter, der Sprache.
Mit ihrem Schreibstil, der exzellenten Übersetzung, wird der Leser in einen Bann gezogen, dem man sich kaum entziehen kann.
Dieser Tag verändert Germains bis dahin trostlos, vor sich hinplätscherndes Leben, positiv. Und so erlebt man die Verwandlung, die menschliche Entwicklung des geistig nicht sehr hellen Germain. Marguerittes Gespräche lassen ihn wach und aufmerksam werden. Mit seiner liebevollen, aber doch so unbeholfenen Art muss man Germain einfach lieb haben. Und so baut sich zwischen den beiden Protagonisten eine einzigartige Verbindung auf.
'Die Großmutter und der Enkel' ' könnte man sagen.
Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Germain mit der Welt der Wörter vertraut zu machen, ihm die Scheu vor dem Lesen zu nehmen. Hintergrund dafür ist, dass Margueritte an einer unheilbaren Augenkrankheit leidet, ihre Sehkraft immer schlechter wird. Sie möchte, dass Germain ihr dann aus den Büchern vorliest.
Germain, der immer mehr in ihren gemeinsamen Gesprächen gelernt hat, sich in der Ausdrucksweise besser zu artikulieren, erkennt die Bedeutung der Wörter, die neuen Welten, die sich ihm öffnen. Sein Lieblingsbuch wird ein Lexikon der Synonyme. Er öffnet sich gegenüber Margueritte und erzählt ihr von seinem bisherigen Leben, seiner Bitterkeit. Seine Veränderung ändert auch die Beziehung zu Annette, bei der er sich bislang nur die körperliche Befriedigung holte, und verwandelt sich in Liebe.
Fazit:
Das Buch hat mich sehr beeindruckt. Die Autorin Marie-Sabine Roger lässt den Leser teilhaben an einer zauberhaften, menschlich zwar ungleichen Beziehung, aber anrührenden Geschichte. Mit ihrem wunderbar fließenden Schreibstil, poetisch und bildreich, hat sie einen einzigartigen Roman geschrieben, der uns doch einiges vermitteln möchte.
Gefühlvoll, lebendig und wundervoll, mit emotionaler Tiefe, genussvolle Literatur.
Es regt an zum Nachdenken, aber auch zum Lesen!
Wie heißt es so schön: 'Lesen bildet!' ' Dem ist nichts weiter hinzuzufügen.

'Wenn man zu sehr zeigt, dass man an etwas hängt, dann hindert das die Leute manchmal daran, es anzunehmen.
Die Art, wie man schenkt, ist mehr wert als das, was man schenkt.'
(S. 129)
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolles Buch zum Nachdenken, 13. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Labyrinth der Wörter: Roman (Frauenromane) (Gebundene Ausgabe)
Das Labyrinth der Wörter ' Der Franzose Germain, ein nicht gerade intellektueller Mann, wohnt mit 45 Jahren bei seiner Mutter Jacqueline im Garten, in einem Wohnwagen. Er führt ein eher tristes Leben, bis er die 86 Jährige Margueritte auf einer Bank im Park kennenlernt.
So unterschiedlich beide auch sind - der eine dick, der andere dünn/der eine alt, der andere jung/ der eine kultiviert, der andere nicht ' wird ihr Treffen auf der Parkbank zur Gewohnheit und Margueritte, die früher Biologin war, liest ihm zunächst aus Albert Camus ' Die Pest vor.
Germain, der eigentlich gar nichts mit Büchern anfangen kann und sich anfangs sogar sehr davor sträubt etwas vorgelesen zu bekommen, lässt es ihr zuliebe aber über sich ergehen.
Nach und nach fängt er an, die vorgelesenen Bücher zu analysieren, den Sinn dahinter zu suchen und sich seine Fantasie im Kopf aufzubauen, bis es ihm sogar gefällt, dass man ihm vorliest und es zu einem täglichen Ritual im Park wird.
Eines Tages erzählt ihm Margueritte, dass sie jedoch immer schlechter sieht und bald blind sein könnte, was Germain - der nie in seinem Leben ein Buch selber gelesen hat ' dazu anstachelt lesen zu lernen. Er leiht sich in der Bücherei auf witzige Weise, ohne sich mit einzelnen Genren auszukennen, ein Buch aus besser gesagt eine Novelle. Sein Ziel ist es, Margueritte, wenn sie eines Tages nicht mehr lesen kann, vorzulesen.
Das Buch wird aus der Sicht Germains erzählt, man merkt stark dass seine Sprache anfangs sehr salopp klingt und er Schwierigkeiten hat sich gewählt auszudrücken. Nach und nach, vorallem dadurch dass er ein Wörterbuch geschenkt bekommt, wird seine Sprache besser, weil er immer mehr versucht verschiedene Synonyme zu benutzen.
Lustig ist, dass er einige seiner Gedanken auch versucht mit dem Wörterbuch zu verdeutlichen in dem genau aufgeführt wird, welche synonyme es noch für dieses Wort gibt. Dadurch, dass Germain sich durch die Bekanntschaft mit Margueritte sehr ins positive verändert, wird er von einem seiner Freunde, oft auf den Arm genommen, weil er immer derjenige war, der in der Männerclique am meisten Wissen besessen hat.
Das Buch selber ist sehr gut erzählt, mir gefällt der Aufbau und vorallem dass man auch ein paar ausgewählte Passagen aus den Büchern zu lesen bekommt, die Margueritte ihm im Park vorliest.
Ich bin sehr gespannt auf die Verfilmung mit Gerard Depardieu als Germain und bin gespannt wie man einzelne Buchpassagen umgesetzt hat.
Ich kann das Buch jedem für zwischendurch empfehlen, aufgrund der knapp 200 Seiten hat man es auch ruckzuck gelesen.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wunderschöne Geschicht zum Nachdenken, 13. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit diesem Buch ist Marie-Sabine Roger etwas ganz Besonderes gelungen. Eine anrührende Geschichte, die es einem warm ums Herz werden lässt ohne dabei kitschig zu sein und die den Leser bewegt und mit Wärme im Herzen zurücklässt.
Germain, Mitte 40 und etwas trottelig, wird von allen akzeptiert, aber doch für etwas dümmlich gehalten. Er selbst empfindet das gar nicht als schlimm, denn das war schon immer so und es macht ihm auch nichts aus, für die anderen den Clown zu spielen. Seine Beziehung zu Annette plätschert so dahin. Wie soll er Liebe geben, wenn er selbst nie Liebe emfpangen hat?
Aber alles ändert sich, als er Margueritte im Park entdeckt. Das ungeliche Paar, die doppelt so alte kleine, zierliche Person und der mit viel zu viel Gewicht für seine Größe herumlaufende Germain freunden sich an und stellen Gemeinsamkeiten in ihren phantasievollen Gedankenwelten fest. Auf liebevollste Weise bringt Margueritte Germain dazu Bücher zu lesen und zu verstehen. Das ändert nicht nur seine Gedankenwelt sondern auch sein Verhalten zu den vermeintlichen Kumpels, vor allem aber zu Annette.

Dieses Buch ist zu meinem Lieblingsbuch geworden und ich finde es absolut empfehlenswert.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Pilchern auf Französisch, 3. Februar 2011
Von 
Thomas Holtbernd "Thomas Holtbernd" (Bottrop) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Eine Frau schreibt ein Buch aus der Perspektive eines Mannes, das lässt nichts Gutes ahnen. Eine Grundschullehrerin schildert die Situation eines Schülers, der nicht gefördert wurde, das könnte sozialromantisch auf dem methodischen Boden entgleiten. Die Geschichte ist nicht schlecht (s. Wörterbuch litotes), nur überzeugt sie nicht wirklich. Da trifft ein einfältiger Mann in den besten Jahren eine alte belesene Frau. Der Ungebildete kriegt es mit der Pest zu tun, mit der von Camus, und lernt, die Literatur zu schätzen. Er fängt an, über sein Leben nachzudenken. Die alte Dame liest ihm auf der Parkbank vor und schließlich hat er sich das Lesen angeeignet, es wird alles gut, die Mutter stirbt, er erbt, seine Freundin wird schwanger und seine Kumpels wenden sich nicht von ihm ab, obwohl er jetzt so intelligente Wörter kennt. Man kann das Buch nebenbei im Zug lesen und es dann weg legen. Der Protagonist ist konstruiert, es stimmt einfach nicht, die Autorin projiziert zu sehr ihre weiblichen Wünsche in diesen Mann. Und die Infizierung durchs Lesen bleibt an der Oberfläche. Es ist eine nette Geschichte, mehr nicht. Der Funke springt nicht über, weil die Freude an Literatur und den Wörtern im Kitsch von Frauenwünschen und Sozialromantik erstickt wird. Man muss das Buch nicht lesen, vielleicht ist der Film ja besser.
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Das Labyrinth der Wörter: Roman (Frauenromane)
Das Labyrinth der Wörter: Roman (Frauenromane) von Marie-Sabine Roger (Gebundene Ausgabe - 15. Februar 2010)
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