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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anspruchsvoller historischer Kriminalroman
Ich lese gerne Kriminalromane und gut recherchierte Historische Romane. Das Schandweib ist eine gelungene Mischung aus beidem. Der Schreibstil ist anspruchsvoller, fast schon ehrwürdig und somit wirkt der Roman noch authentischer.
Man erhält von Anfang an Einblick in die damalige Zeit, die politische Situation auf dem europäischen Kontinent, die oft...
Veröffentlicht am 15. September 2011 von Lucy M.

versus
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Faszinierende Story, trockener Stil
Hamburg, 1701: Eine kopflose Frauenleiche wird am Schweinemarkt gefunden. Für diesen zunächst rätselhaften Mordfall gibt es bald eine überraschende Verdächtige. Ilsabe Bunk, die sich Hinrich nennt, Männerkleidung trägt und mit Frauen zusammenlebt. Ihr Pflichtverteidiger, der junge Hinrich Wrangel, ist gerade erst in Hamburg angekommen,...
Veröffentlicht am 4. Oktober 2011 von Filmfreundin


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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Faszinierende Story, trockener Stil, 4. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Schandweib: Roman (hist. Romane) (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Hamburg, 1701: Eine kopflose Frauenleiche wird am Schweinemarkt gefunden. Für diesen zunächst rätselhaften Mordfall gibt es bald eine überraschende Verdächtige. Ilsabe Bunk, die sich Hinrich nennt, Männerkleidung trägt und mit Frauen zusammenlebt. Ihr Pflichtverteidiger, der junge Hinrich Wrangel, ist gerade erst in Hamburg angekommen, die dortigen Seilschaften sind ihm fremd, er geht mit unverbautem Blick ans Werk. Er recherchiert und merkt schnell, dass Bunk den ihr zur Last gelegten Mord nicht begangen haben kann. Zu seinem Entsetzen gesteht die Angeklagte überraschend. Dennoch kämpft der junge Mann um ein gerechtes Verfahren für seine Mandantin und versucht, sie zu einer Rücknahme ihres Geständnisses zu bewegen. Er ahnt nicht einmal, mit welch mächtigen Gegnern er sich dabei anlegt und welch eine uneheuerliche Intrige man hofft, mit der Verurteilung des "Schandweibs" vertuschen zu können. Unerwartete Hilfe bekommt Wrangel von der jüdischen Bankierstochter Ruth.

Der faszinierenden Story liegt ein authentischer Kriminalfall zugrunde. Eingebettet in reichlich Lokalkolorit und ausgedehnte Beschreibungen des gesellschaftlichen und politischen Lebens in jeder Epoche, erfahren Leser viel über die damalige Rechtsprechung und die teils unmenschliche Behandlung von Verdächtigen.

Die Autorin ist Wissenschaftlerin und hat ausgiebig recherchiert. Es kam eine fundierte Beschreibung der damaligen Zeit heraus. Leider ist dabei auch der Stil des Buches recht trocken und "wissenschaftlich" geworden. Besonders zu Beginn, wenn man noch nicht in der Geschichte drin ist, sind die ellenlangen Beschreibungen von Örtlichkeit und Gewohnheiten ermüdend. Der Stil ist oft beschreibend und völlig humorlos. Die Geschehnisse rund um den Anwalt hätten durchaus mehr Süffigkeit und Lebendigkeit vertragen. Die Liebesgeschichte wirkt aufgesetzt und kein bisschen inspiriert, es fehlt an romantischem Esprit. Die ständigen Hinweise auf die gesellschaftliche Stellung der Frauen, mit all ihren Einschränkungen für vive, intelligente, aufgeschlossene Gemüter, sind wichtig, aber irgendwann zu penetrant in ihrer Wiederholung, die zunehmend mit erhobenem Zeigefinger einherzugehen scheint.

Lebendig geschildert sind lediglich die Teile des Buches, in denen das ereignisprallen Leben der Ilsabe Bunk, des "Schandweibs", geschildert wird.Hier lebt die Geschichte und atmet Not, Verzweiflung und auch ein bisschen Glück eines Menschen, der in seiner sexuellen Identität nicht so einfach einzuordnen ist, wie es sich für die damalige Zeit "gehörte".

Fazit: Eine von der Grundlage her faszinierende Story mit viel historischem Kolorit, sprachlich trocken und teilweise ermüdend.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine echte Überraschung!, 22. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Schandweib: Roman (hist. Romane) (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Bisher habe ich diese Bücher immer gemieden, die im Mittelalter spielen und weibliche Hauptfiguren haben. Aber hier hat mich die Kurzbeschreibung so neugierig gemacht, dass es doch mal versucht habe. Und es hat sich vollkommen gelohnt, das Buch ist interessant und spannend. Die Geschichte spielt im Hamburg des 18. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht Hinrich Wrangel, der grade eine Stelle als Prokurist am Niedergericht angetreten hat. Dort wird sein erster Fall der von Hinrich Bulk - eigentlich einer Frau, die sich über Jahre als Mann ausgab. Damals noch ein Fall fürs Gericht. Doch der anfänglich einfach aussehende Fall wird verzwickter als gedacht. Im Rahmen seiner Ermittlungen kommt Wrangel noch einer ganz anderen Sache auf die Spur - einer großen Verschwörung? Wer ist darin verwickelt? Und was ist der Sinn? Was hat Wrangels Bruder und sein Vorgesetzter damit zu tun?

Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Der Autorin gelingt es sehr gut, das mittelalterliche Szenario und die Handlungen der Hauptfiguren glaubhaft zu schildern. Die Geschichte wirkt gut recherchiert und nimmt den Leser mit auf eine Reise in das Hamburg vor 300 Jahren. Ich habe so einen interessanten Einblick in das damalige Leben und die derzeit herrschende Rechtssprechung erhalten.
Dieses Buch zu lesen ist interessant, unterhaltsam und spannend. Für mich war es eine angenehme Abwechslung zu meinen sonstigen Krimis - ich empfehle es gerne weiter.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anspruchsvoller historischer Kriminalroman, 15. September 2011
Von 
Lucy M. "cute & cool" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Schandweib: Roman (hist. Romane) (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Ich lese gerne Kriminalromane und gut recherchierte Historische Romane. Das Schandweib ist eine gelungene Mischung aus beidem. Der Schreibstil ist anspruchsvoller, fast schon ehrwürdig und somit wirkt der Roman noch authentischer.
Man erhält von Anfang an Einblick in die damalige Zeit, die politische Situation auf dem europäischen Kontinent, die oft unvorstellbaren Lebensumstände, in denen die Menschen damals gelebt haben. Genauso erfährt der Leser so einiges über Hamburg, was für mich jetzt sehr interessant war, da ich noch nie ein Buch über die hanseatischen Städte gelesen habe.
Vordergründig werden behandelt die Gerichtsbarkeit zur damaligen Zeit, der Wandel weg vom Aberglauben, der tief verankert ist in den Menschen, zu modernen Ansichten, was jedoch sehr schwer fällt. Ebenso wird detailliert der Status der Frau in der damaligen Zeit behandelt.
Wenn eine Frau damals keinen Ehemann oder Familie hatte, die sie versorgte und ihr einen gesicherten Lebensstandard bieten konnte, hatte eine Frau nicht viele Möglichkeiten ein ehrbares Leben zu führen. Viele Berufsmöglichkeiten gab es nicht, da es Frauen immer noch nicht erlaubt war zu studieren, und wenn sie als Dienstmagd ihren Lebensunterhalt verdienen wollte, war sie den Launen ihrer Herrschaft ausgeliefert. Sexuelle Übergriffe waren damals wohl gang und gäbe.
Um sich vor solchen sexuellen Übergriffen zu schützen, entschließt sich Ilsabe Brunk ein Leben als Mann zu führen.
Als in Hamburg eine Frauenleiche ohne Kopf gefunden wird, verlaufen die Ermittlungen sehr schnell im Sande, da man keinen Verdächtigen finden kann. Als man jedoch Ilsabe, die sich Hinrich Brunk nennt, verhaftet, weil sie Männerkleidung trägt, wird ihr sehr schnell dieser Fall angehängt. Der Pöbel hält sie für schuldig, sie wird der Hexerei beschuldigt, sie ist eine Schande für das weibliche Geschlecht.
Als Pflichtverteidiger muss sich der junge Prokurator Wrangel mit dem Schandweib auseinandersetzen und langsam kommen im Zweifel an Ilsabes Schuld. Er versucht ihr zu helfen, muss jedoch bald feststellen, dass man ihn absichtlich bei den Untersuchungen behindert.
Schnell wird klar, dass jemand in einer hohen Stellung verhindern will, dass der wahre Täter gefunden wird'.
Obwohl der Anfang des Romans etwas zäh war, konnte ich nach den ersten 100 Seiten nicht mehr aufhören zu lesen. Je länger ich gelesen habe, umso offensichtlicher wurde, dass mehr hinter dem Fall stecken muss. Und gerade das fasziniert mich an einer guten Kriminalgeschichte.

Fans von historischen Kriminalromanen mit gut recherchiertem Hintergrund kann ich das Schandweib von Herzen weiterempfehlen!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch für den Küchen- nicht für den Nachttisch, 27. Oktober 2011
Von 
Ulf Evers (Wattenbek) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Schandweib: Roman (hist. Romane) (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Anfänglich war ich skeptisch. Der Titel klingt doch sehr nach den Werken sattsam bekannter Vielschreiber. Aber dann stellte sich Seite für Seite heraus, dass ich einen kleinen Schatz in den Händen halte.

Hamburg zu Beginn des 18. Jahrhunderts - plastisch und sehr detailgetreu geschildert: sowohl die Stadt, als auch ihre Bewohner, als auch die politische und religiöse Situation, das Rechtssystem und die Handelsverbindungen. Wer dieses Buch gelesen hat, wird mit anderen Augen durch Hamburg gehen, so wird z.B. bei einigen Straßennamen die Handlung des Buches sofort wieder präsent sein.

Die Haupthandlung, der Kriminalfall, aber auch die vielen kleinen Nebenhandlungen bieten viel Raum zum Nachdenken. Immer wieder stoßen die Akteure an die Grenzen der sie umgebenden Ordnung. Die sich innerhalb der Ordnung bewegen, leben vergleichsweise sicher; diejenigen, die die Grenzen überschreiten, leben gefährlich, bezahlen die Grenzüberschreitungen teilweise mit ihrem Leben. Und diese Grenzüberschreitungen gibt es auf vielen Feldern und immer wieder kann man sich als Leser die Frage stellen: Wo wären wir, wenn es nicht die Menschen gegeben hätte, die diese Grenzen gedehnt und überschritten hätten? Hätte keiner die Grenzen überschritten, würden wir immer noch in der Gesellschafts- und Rechtsordnung des beginnenden 18. Jahrhunderts leben. Dies kann niemand wollen.
Deshalb sollten wir diejenigen, die heute Grenzen überschreiten, manchmal etwas zurückhaltender und nachdenklicher beurteilen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend, interessant, empfehlenswerter Debütroman, 18. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Schandweib: Roman (hist. Romane) (Gebundene Ausgabe)
Ein historischer Roman, ein authentischer Kriminalfall, eingebettet in eine Handlung, ein Buch für Krimifans, ein gelungener Debütroman der Autorin Claudia Weiss, promovierte Historikern und Privatdozentin.
Wer den Norden liebt oder dort lebt, kennt Hamburg, vor allem seine besonderen Stadtteile, und auch die Speicherstadt mit den alten Gebäuden. Sehenswürdigkeiten. Was hatte sich früher dort alles abgespielt?! Allein der Gedanke daran fasziniert, aber nicht nur das.
Anfang 1700 geht der junge Advokat Hinrich Wrangel von Lübeck nach Hamburg. Dort hat er eine Stelle am Niedergericht erhalten. In Hamburg angekommen, gerät er in eine Menschenversammlung und als er näher schaut, sieht er, wie ein weiblicher kopfloser Körper geborgen wird. Auf dem Schweinemarkt lag die Leiche in einer öffentlichen Toilette, ohne aber irgendwelche Verletzungen aufzuweisen.
'Schandweib', erzählt in der Ich-Form des jungen Wrangel, der nunmehr gleich Nachforschungen anstellen will, aber sein Vorgesetzter hält ihn zurück. Als nach etlichen Monaten 'Hinrich' Bunk wegen einer Messerstecherei festgenommen und ins Gefängnis kommt, stellt sich heraus, dass dieser eine Frau ist: Ilsabe Bunk. Und so war sie auf sich allein gestellt und um sich in der damaligen Zeit zu schützen, verkleidete sie sich als Mann. Doch es kommt noch schlimmer, nicht nur für sie, sondern auch für die Öffentlichkeit. Es stellt sich heraus, dass sie mit anderen Frauen zusammen war, eine Schande, ein Skandal zu der damaligen Zeit.
Hinrich Wrangel wird die Pflichtverteidigung für Ilsabe übertragen, doch diese steht dem allen verbittert gegenüber, sie ist den Kampf um das Leben müde und lehnt seine Hilfe ab.
Dieser aber gibt nicht auf und will ihre Unschuld beweisen. Für ihn ist es ein reiner Indizprozess gegen Ilsabe.
Hamburg will einen Schauprozess, bezichtigt Ilsabe sogar der Hexerei. Alles, was der Advokat tut um Ilsabe zu helfen, wird von höchster Stelle verhindert.
Frauen hatten schon immer einen schweren Stand in der Gesellschaft. Doch es gibt so viele Beispiele, die hier aufzuführen, wären einfach unendlich, dass das Leben spannende Wege bereit hält, auch wenn man anders ist als der 'normale' Mensch. Doch was ist normal?
Was wir heutzutage in der Gesellschaft (fast) akzeptieren, die gleichgeschlechtliche Beziehung, zu der damaligen Zeit war es weitaus mehr als eine Schande.
Obwohl der Einstieg in das Buch etwas mühselig war, gelingt es der Autorin durch ihre detaillierte und sehr authentische Wiedergabe den Leser in die Vergangenheit zurückzuversetzen. Die Handlung, die Figuren, alles sehr glaubhaft geschrieben, nachvollziehbar.
Dem ganzen historischen Roman 'Schandweib' sind die mit Sorgfalt geführten Recherchen anzumerken. Beeindruckend für mich war das Gerichtsverfahren, nichts für schwache Nerven. Und wieder einmal zeigt ein historischer Roman die große Kluft auf zwischen Arm und Reich.
Fazit: 'Schandweib' erhält von mir absolute Leseempfehlung.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leben und leben lassen, 14. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Schandweib: Roman (hist. Romane) (Gebundene Ausgabe)
Historische Romane, die von Frauen handeln, die in Männerkleidern und -berufen unterwegs sind - da war mein Reflex bisher: Finger weg! Aber Claudia Weiss schafft es mit ihrem Debütroman Schandweib, mich diese Haltung überdenken zu lassen. Nicht nur schildert sie glaubhaft bei dem im Hamburg des beginnenden 18. Jahrhunderts spielenden Roman die Gründe für das Anlegen von Männerkleidern, sondern lässt uns auch tief in das Innenleben ihrer Protagonistin Ilsabe Bunk blicken. So erleben wir eine zutiefst verletzliche Frau, die nicht nur aus praktikablen Gründen lieber als Mann zur Welt gekommen wäre. Was hier aus ihrem Leben ans Licht gezerrt wird, lässt nicht nur Mitleid, sondern auch Mit-Gefühl beim Leser aufkommen.

Auch der zweite Protagonist Hinrich Wrangel wird sehr intensiv und berührend beschrieben. Der Leser begleitet ihn vom Antritt seiner Stelle bis zum Abschluß des Falles der Ilsabe Bunk. Nebenbei lernt man auch noch etwas über das hamburgische Rechtssystem, die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit, die Gebräuche des Judentums und etlicher anderer Zeit bezogener Vorkommnisse. Insgesamt hatte ich den Eindruck eines sehr gut recherchierten und sprachlich auf hohem Niveau agierenden Roman. Claudia Weiss ist ein Name, den man sich als eifriger Leser historischer Romane merken muss.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Informatives Porträt Hamburgs im beginnenden 18.Jahrhundert, 11. Januar 2012
Von 
€nigma - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Schandweib: Roman (hist. Romane) (Gebundene Ausgabe)
"Schandweib" ist auf den ersten Blick ein historischer Kriminalroman, in dessen Mittelpunkt eine Frau steht, die eine Außenseiterin der Gesellschaft ist. Da sie sich als Frau den Annäherungsversuchen lüsterner Männer ausgesetzt sieht und außerdem lesbische Neigungen hat, legt Ilsabe Bunk ihre weibliche Identität ab und lebt als Mann unter dem Namen Hinrich Bunk. Sie, bzw. er zieht wie viele Männer zur damaligen Zeit durch Norddeutschland und nimmt harte körperliche Arbeiten an, wo immer sich ihm die Gelegenheit bietet. Zweimal lässt er sich mit Frauen trauen, mit denen er dann auch in "widernatürlicher Unzucht" lebt. Schließlich verschlägt es ihn nach Hamburg. Als dort im Januar 1701 eine kopflose weibliche Leiche im öffentlichen Aborthäuschen gefunden wird, gerät er bald ins Visier der ermittelnden Beamten unter der Leitung von Prätor Wilken. Aus einer wohlhabenden und einflussreichen Hamburger Patrizierfamilie stammend, hofft dieser, demnächst zum Bürgermeister gewählt zu werden und möchte deshalb sein Prätorenamt mit einer rundum gelungenen Aufklärung dieses Mordes zu Ende bringen. Hinrich Bunk bietet sich als perfekter Sündenbock an, da sein gotteslästerlicher Lebenswandel darauf schließen lässt, dass einer solchen Person auch ein abscheulicher Mord zuzutrauen ist. Jedoch ist es nicht nur die willkommene Sündenbockfunktion, die den Prätor zu seinen manipulativen Umtrieben motiviert...
Der Prokurator Wrangel wird als Bunks Pflichtverteidiger berufen. Er ist ein geradliniger, ehrlicher und auch recht naiver junger Mann, dem die Wahrheitsfindung wichtiger ist als die Karriere. Bei seinen vorurteilslosen Recherchen stößt er auf Ungereimtheiten, die ihn an der Schuld seines Mandanten zweifeln lassen. Der jüdische Bankier Abelson und seine kluge Tochter Ruth, die sich nicht auf die traditionelle Rolle einer Frau beschränken lassen will, helfen Wrangel bei seinen Untersuchungen, sein Mandant sabotiert dagegen überraschend die Arbeit des Verteidigers, da er plötzlich eine eigene Agenda zu verfolgen scheint. Die aufblühende Romanze zwischen Wrangel und Ruth wird unaufdringlich präsentiert und nimmt einen vergleichsweise geringen Raum ein. Sehr gut hat mir die detaillierte Charakterisierung des Henkers gefallen, der hier sehr menschlich dargestellt wird und nicht nur als "Totmacher" erscheint.

Es handelt sich trotz der als Mann verkleideten weiblichen Hauptfigur nicht um einen der gängigen Historienromane mit diesem Sujet, sondern um die literarische Rekonstruktion eines tatsächlichen Falls aus der Geschichte Hamburgs. Über den Kriminalfall hinaus erfährt der Leser eine Menge über die Hamburger Stadtgeschichte mit ihren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Konventionen. Zwei Glossare (Historische Personen, Historische Begriffe) erleichtern dem Leser das Verständnis.
Über einen historischen Roman geht "Schandweib" insofern hinaus, als das Buch Parallelen zur heutigen Zeit aufzeigt und das Verhalten karriere- und machtbessessener Politiker bloßstellt, eine offenbar "zeitlose" Eigenschaft, die einem bestimmten Menschentypus zugeordnet werden kann, mit dem man beinahe täglich in den Nachrichten konfrontiert wird.

Fazit: "Schandweib" ist ein gründlich recherchierter, facettenreicher historischer Roman, der einen historischen Kriminalfall aufgreift. Es handelt sich jedoch bei dem Buch auf keinen Fall um einen Thriller, sondern eher um ein Sittengemälde des beginnenden 18.Jahrhunderts.
Der Leser erhält viele interessante zeitgeschichtliche Informationen in einem authentisch wirkenden Sprachstil, wobei jedoch keine Hochspannung erzeugt wird. Dennoch könnten plastische Darstellungen damaliger Heilbehandlungen und Hinrichtungsmethoden sensible Leser belasten.
Für Fans nervenstrapazierender Thriller ist das Buch weniger empfehlenswert, für Liebhaber anspruchsvoller historischer Romane dagegen sehr!
Von mir gibt es 4,5 Sterne.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Historische Genauigkeit geht zulasten der Spannung, 3. Januar 2012
Von 
Mama Bavaria "Mama Bavaria" (Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Schandweib: Roman (hist. Romane) (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Die Geschichte der Ilsabe Bunk, im übrigen hat sie sich tatsächlich zugetragen, ist die Geschichte einer Frau, die zu Beginn des 18ten Jahrhunderts ein Leben gegen die starren Regeln und Moralbegriffe führt. Um unabhängig leben zu können und den verhassten Übergriffen der Männer zu entkommen, verkleidet sich die junge Frau als Mann und lebt so jahrelang relativ unerkannt. Sie heiratet sogar eine Frau und lebt ihre Neigung zum eigenen Geschlecht aus.
Ihr Dasein fliegt auf, als sie des Mordes an einer andere Frau angeklagt wird und Opfer einer schrecklichen Intrige wird.

Ich war sehr gespannt auf diesen Roman. Historische Romane über Frauen ziehen mich immer in ihren Bann. Das Buch scheint mir sehr gut rcherchiert zu sein und man merkt dem Roman an, wieviel Herzblut die Autorin eingebracht hat.
Man erfährt viel über das Rechts- und Finanzwesen in Hamburg um das Jahr 1700.

Aber gerade das entzieht dem Buch Tempo und Spannung. Die Geschichte entwickelt für mich dann ihren Reiz, wenn über das unglückliche Leben der Ilsabe Bunk berichtet wird. Dann zieht es mich rein und berührt mich. Ilsabe,die früh ihe Mutter verloren hat, will nichts weiter, als frei zu leben, allerdings zu einer Zeit,in der Frauen nur als Ehefrauen einen gewissen Wert hatten. Sie sucht nach Liebe und findet doch nur Unverständnis, Verachtung und am Ende den Tod.

Der daraus resultierende Kriminalfall konnte mich nicht so fesseln. Hier fehlte mir die Spannung, heir wird man mit vielen Details zum Rechtswesen förmlich erschlagen. Auch die übrigen Personen blieben mir sehr fern, ob nun der junge Advokat Hinrich Wrangel oder die Jüdin Ruth. Die zart angedeutete Liebesgeschichte zwischen den beiden entspricht sicher der damaligen Zeit, liess mich aber etwas kalt.

Ich bin mir nicht sicher, ob es sich hier um einen Kriminalroman handelt oder die tragische Geschichte einer Frau oder manchmal auch ein Sachbuch. Es hat ein bisschen von allem. Vielleicht ein bisschen zuviel von allem.
Im Großen und ganzen ein Buch, das gut recherchiert wurde und interessante und anrührende Momente hat. Es hat mich aber nicht richtig mitgerissen.

Die Autorin hat ein Glossar angehängt und eine Erklärung der historischen Begriffe. Was mir aber fehlt, wäre noch ein Nachwort zu realen Fall. Das es sich um einen solchen handelt, habe ich erst durch das Internet erfahren.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen historischer Roman mit Längen, 6. Oktober 2011
Von 
Bücherhimmel (Belm) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Schandweib: Roman (hist. Romane) (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Hamburg Anfang des 18.Jahrhunderts. Der junge Advokat Wrangel tritt sine erste Stelle am Niedergericht an und bekommt gleich am Ankunftstag eine Leiche zu sehen. Eine Frauenleiche ohne Kopf wird gefunden und gleich hat man einen Täöter,bzw. eine Täterin parat.Ilsabe Bunk , eine Frau , die jahrelang in Männerkleidung gelebt hat, um ihren Lebensunterhalt sicher verdienen zu können, was zur damaligen Zeit eben nur den Männern vorbehalten war, wird des Mordes und der Hexerei verdächtigt.Ist es doch nicht normal, dass sie als Frau mit Frauen verheiratet war und sogar den Geschlechtsakt vollziehen konnte.Da kann nur Hexerei im Spiel sein.Advokat Wrangel bekommt den Auftrag Ilsabe zu verteidigen und versucht aus Erzählungen, die ihm Ilsabe liefert eine Verteidigung aufzubauen, doch schon bald wird klar, das einigen Leuten nicht an der Wahrheit gelegen ist. Was ist der Grund dafür? Kann Wrangel Ilsabes Unschuld beweisen?

Wie schon einige Rezensenten vor mir schrieben,ist der Schreibstil der Autorin sehr trocken geraten. Das Buch braucht lange um in Schwung zu kommen, was auch wohl daran liegt,das die Autorin Historikerin ist und sie die Gerichtsbarkeit der damaligen Zeit, aber auch Hamburg und das Leben Anfang des 18.Jahrhunderts zeitgerecht schildern wollte.Mir hat dabei aber die Lebendigkeit und Leichtigkeit in der Erzählung gefehlt. Auch den Personen bin ich nicht sehr nahe gekommen, einzig die Schilderungen von Ilsabes Leben haben die Geschichte etwas aufgelockert.
Die Grundsteine der Geschichte Intrigen , Hinterlist und der dafür gut zu gebrauchende Aberglaube der damaligen Zeit haben die Geschichte dann zum Schluss noch etwas interessant gemacht,konnten mich aber nicht so vom Hocker reissen, dass ich das Buch als sehr gut bezeichnen möchte. Als Debüt ganz ordentlich, in der Sprache und der Lebendigkeit der Geschichte aber noch ausbaubar, daher 3,5 Sterne.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend und mitreissend, 29. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Schandweib: Roman (hist. Romane) (Gebundene Ausgabe)
Als echter Krimijunkie habe ich diesen historischen Krimi in die Finger bekommen und muß sagen: Ich will mehr!
Das war mein erster historischer Roman und ich fand ihn sehr gut. Vor allem vor dem Hintergrund, dass es sich bei dem Fall um einen wirklichen Kriminalfall handelt.

Hamburg, 1701:
Ilsabe Bunk stellt fest, dass ihr Leben einfacher ist, wenn sie Männerkleidung trägt. Als alleinstehende Frau war sie häufig Übergriffen ausgesetzt und in Männerkleidung ließ man sie in Ruhe.
Als eine kopflose Leiche gefunden wird, muß schnell ein Verdächtiger her, oder besser gesagt, eine Verdächtige, denn eine Frau die Männerkleidung trägt, ist den Leuten nicht geheuer.
Hinrich Wrangel wird als junger Anwalt mit ihrer Verteidigung beauftragt und hat Zweifel an Ilsabes Schuld.
Er versucht der Gefangenen so gut es geht zu helfen und bekommt plötzlich von unerwarteter Seite Steine in den Weg gelegt. Eine mächtige Person will verhindern, dass nach dem wahren Schuldigen gesucht wird. Für Hinrich wird es langsam eng.

Für Krimifans, Fans von historischen Romanen und alle, die gerne über wahre Kriminalfälle lesen...
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Schandweib: Roman (hist. Romane)
Schandweib: Roman (hist. Romane) von Claudia Weiss (Gebundene Ausgabe - 23. August 2011)
EUR 19,99
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