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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das geheime Prinzip der Liebe
Zum Inhalt

Camille ist eine alleinstehende Frau Mitte 30. Gerade ist ihre Mutter gestorben und sie fühlt sich ziemlich allein. Zwischen den ganzen Beileidskarten flattert ihr dann aber eines Tages ungewöhnliche Post ins Haus. Zuerst hält sie die offensichtliche Beschreibung eines Liebesgeschichte vor Beginn des Zweiten Weltkriegs für ein...
Veröffentlicht am 6. März 2012 von Daniela U.

versus
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wahre Liebe tötet nicht
Ein interessanter Roman, der aufgrund seiner vielschichtigen Struktur nicht auf Anhieb verständlich ist, besonders, wenn man die ersten Kapitel getrennt liest.
Zwei Zeitstränge sind miteinander verwoben, die siebziger Jahre und die Rückblenden in die Kriegszeiten in Frankreich, die auch gelungen durch das sehr ansprechende Umschlagbild manchen Leser zu...
Veröffentlicht am 15. April 2012 von Sobota


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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das geheime Prinzip der Liebe, 6. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Das geheime Prinzip der Liebe (Literatur-Literatur) (Gebundene Ausgabe)
Zum Inhalt

Camille ist eine alleinstehende Frau Mitte 30. Gerade ist ihre Mutter gestorben und sie fühlt sich ziemlich allein. Zwischen den ganzen Beileidskarten flattert ihr dann aber eines Tages ungewöhnliche Post ins Haus. Zuerst hält sie die offensichtliche Beschreibung eines Liebesgeschichte vor Beginn des Zweiten Weltkriegs für ein unverlangt eingesendetes Manuskript, denn sie ist ja Lektorin. Obwohl sie zuerst gar nicht angetan von dieser Herangehensweise ist, wird sie doch immer neugieriger und wartet bald förmlich auf die Dienstage, an denen sie den nächsten Teil der Geschichte erhält und erfährt wie es mit Louis und Annie damals weitergegangen ist.

Meine Meinung:

Ein wunderbares Buch. Eine gelungene Mischung aus Liebestragödie, Kriminalroman und Familiengeschichte. Ganz am Anfang hatte ich etwas Probleme, die verschiedenen Perspektiven zuzuordnen, aber nachdem das einmal klar war, las sich das Buch wie von selbst. Zu Beginn denkt man relativ bald, man hätte die Lösung des Rätsel bereits herausgefunden, aber das ist mitnichten so. Der Leser wird immer wieder auf falsche Fährten gelockt und dann die ganze Geschichte doch wieder völlig herumgedreht.

Menschliche Abgründe tun sich hier auf, persönliches Drama vor dem Hintergrund der aufziehenden geschichtlichen Katastrophe des Zweiten Weltkrieges.

Das alles in einer sehr schönen Sprache, einerseits französisch-poetisch, an vielen Stellen aber auch sehr direkt und klar.

Für mich ein absolut bemerkenswertes Debut - diese Autorin werde ich auf jeden Fall im Blick behalten!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Liebe in Paris, 18. März 2012
Von 
bonomania "bonomania" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Das geheime Prinzip der Liebe (Literatur-Literatur) (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Paris 1975:
Nach dem Tode ihrer Mutter erhält die Verlegerin Camille zusammen mit den Kondolenzbriefen ein geheimnisvolles Schreiben ohne Anrede, ohne Absender. Ein Mann namens Louis erzählt hier von seiner Jugendliebe Annie. Camille ist verwirrt und denkt zunächst, man müsse sie verwechselt haben oder vielleicht will man auf diese ungewöhnliche Weise ihr Interesse daran wecken, ein Manuskript zu verlegen.

Eine Woche später erhält sie einen weiteren Brief mit der Fortsetzung aus Annies Leben. Und die Woche darauf wieder. Camille erwartet die Briefe bereits, und später dämmert es ihr, dass vielleicht doch ein Zusammenhang mit ihr selbst besteht. Aber was ist des Rätsels Lösung?

Anfänglich hatte ich Schwierigkeiten mit dem mir etwas zu schnörkeligen Schreibstil. Aber dann ging es mir wie Camille und ich wurde in den Sog der Erzählung gezogen.

Die Autorin hat die Lebens- und Liebesgeschichte interessant verpackt und mit überraschenden Elementen gespickt. So wurde z.B in den Briefen später die Erzählperspektive gewechselt und man erfuhr interessanterweise ganz andere Aspekte. Auch einen überraschenden Schluss gab es, mit dem ich wirklich nicht gerechnet hatte. Mehr will ich jedoch nicht verraten, denn es ist schön, sich selbst durch die Handlung treiben zu lassen und mit Camille zusammen die Rätsel zu lösen.

Der Schreibstil hat mich später übrigens nicht mehr gestört, sondern war für die Handlung sehr passend;-)
Alles in allem ein sehr gelungenes Debut.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine schöne, ruhige Geschichte die nicht "trieft" !, 9. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Das geheime Prinzip der Liebe (Literatur-Literatur) (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Der Roman erzählt die Geschichte von Camille, einer Verlegerin in Paris im Jahre 1975. Gerade ist ihre Mutter bei einem Autounfall gestorben, was sie sehr traurig macht, denn sie hatte ein sehr inniges Verhältnis zu ihr. Außerdem ist Camille schwanger und diese Zeit hätte sie natürlich gerne mit ihrer geliebten Maman geteilt.

Zwischen den vielen Kondolenzschreiben, die Camille erhält ' und grösstenteils nicht einmal durchliest ' findet sich ein Brief, der sich von den anderen direkt abhebt. Es ist ein langer Brief, ohne Anrede und unterzeichnet von einem gewissen Louis, einem Mann den Camille überhaupt nicht kennt.

Er erzählt ihr seine Lebensgeschichte, beginnend in frühester Kindheit, wie er im kleinen Ort N. das Mädchen Annie kennenlernt, die ihn in seinem Herzen sein gesamtes weiteres Leben begleiten soll. Camille ist gleichzeitig gefesselt, verwirrt und sehr neugierig was es mit dem Schreiben auf sich hat. Hat dies einer ihrer Autoren geschrieben um sich einen Scherz zu erlauben? Oder ist es die Anfrage für einen neuen Roman von jemandem, der sich nur durch eine ausgefallene Art und Weise, sein Manuskript einzureichen, Erfolg verspricht?

Im Abstand von eingen Wochen kommen immer neue Briefe von Louis und erzählen seine Lebens- und Liebesgeschichte zu Annie weiter. Schreibt wie Annie sich entschieden hat, für ihre Gönnerin Madame M. ein Kind für sie auszutragen, da sie selber unfruchtbar ist. Soviel hat Madame M. für Annie getan, ihre Malerei unterstützt und Annie selber will sowieso nie eigene Kinder. Er erzählt, wie Annie mit ihr nach Paris geht, seine grosse Liebe im Laufe der folgenden Kriegsjahre aus den Augen verliert und plötzlich wiederfindet.

Camille ertappt sich dabei, dass sie mittlerweile auf die Briefe des geheimnisvollen Louis wartet, weil sie wissen muss wie die Geschichte um Annie und ihn weitergeht. Ausserdem beschleicht sie eine Ahnung, dass sie selbst vielleicht ein Teil dieser vielen beschriebenen Seiten ist '.

***

Ich lese ja generell Romane quer durch alle Genres und daher auch immer mal wieder gerne eine schöne Liebesgeschichte, wenn sie denn nicht trieft vor lauter gespielter Emotionen '

Bei diesem Roman hat mich zuallererst das Cover angesprochen, daher kann ich dann gleich mit dem Erscheinungsbild des Buches anfangen. Das Cover ist schwarz-weiss und nur durch den dunkelroten Regenschirm farbig aufgelockert. Das Kopfsteinpflaster, die Schuhe der alten Zeit und die nicht erkennbaren Personen unter dem Schirm: das hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen und mich die Inhaltsangabe lesen lassen.
Die hat mich dann letztendlich überzeugt und meine Neugier war komplett geweckt, sodass ich das Buch bestellt habe.

Die Autorin hat eine ruhige, schöne Stimmung geschaffen, auch wenn die Umstände der Handlung oft auch sehr dramatisch waren. Der Schreibstil ist sehr angenehm und hat mich überzeugt. Sie hat die Gefühle ihrer Protagonisten erstaunlich gut in Worte fassen können. Hier meine ich nicht nur die Liebe, die natürlich auch eine grosse Rolle spielt, auch schlechte Gefühle und Eigenschaften wie Hass, Rachsucht, Wahnvorstellungen und extreme Verlustängste hat sie in ihrer Figur Madame M. fantastisch ausgearbeitet. Die Hintergründe für deren teilweise hinterlistiges, bösartiges Handeln und Lügen waren so verständlich und überzeugend, dass der Leser all dies sehr gut nachvollziehen konnte.

Die Handlung beginnt im Jahre 1975 nach dem Tod von Camilles Mutter. Die Passagen der Briefe von Louis bilden eigene Kapitel, die uns zurück in die Vergangenheit bringen. Hier spielt sich viel in dem kleinen malerischen Ort N. ab und da diese Kapitel sich wie Louis' eigene Berichte lesen, hatte ich das Gefühl in einem Tagebuch zu stöbern und fühlte mich in die damalige Zeit zurückversetzt.

Im letzten Drittel des Romans wird die Geschichte noch einmal erzählt, aber aus der Sicht einer anderen Person. Eigentlich ein einfaches Prinzip: Jede Geschichte hat zwei Seiten und das war absolut interessant umgesetzt.

Natürlich war das Ende oder die Lösung von Anfang an absehbar, doch die Autorin hat zum Schluß noch eine kleines Highligt eingebaut, das ihr gelungen war. Ich hatte es vermutet und es gefiel mir gut.

Was noch erwähnenswert ist: Die Haupthandlung der Jetztzeit um Camille ist komplett kursiv und die Passagen von Louis' Briefen und Berichten dann in normaler Schrift gedruckt. Anfangs fand es etwas gewöhnungsbedürftig, sind doch sonst eher die Rückblenden dann schriftbildlich vom restlichen Text abgehoben, doch nachher ging es gut.

Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für eine ruhige Liebesgeschichte, die sich nicht auf eine Handlungszeit bezieht und Einblicke in das Gute und Böse der Menschen gibt. Eine angenehme Leseatmosphäre und eine Handlung in die man sich fallenlassen kann. Mir hat das Buch gefallen und ich werde gewiß weiteres von der Autorin lesen, wenn mir nach ruhiger Stimmung ist.

© Buchwelten 2012
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wahre Liebe tötet nicht, 15. April 2012
Von 
Sobota (Wuppertal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das geheime Prinzip der Liebe (Literatur-Literatur) (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Ein interessanter Roman, der aufgrund seiner vielschichtigen Struktur nicht auf Anhieb verständlich ist, besonders, wenn man die ersten Kapitel getrennt liest.
Zwei Zeitstränge sind miteinander verwoben, die siebziger Jahre und die Rückblenden in die Kriegszeiten in Frankreich, die auch gelungen durch das sehr ansprechende Umschlagbild manchen Leser zu diesem Buch greifen lassen.
Sprachlich wir auf einem hohen Niveau und klar formuliert wird, sodass einzelne Kapitel gut lesbar sind.
Der Inhalt, sofern er die Kriegszeiten und damit verbundene Situationen der Menschen widerspiegelt, ist authentisch und für den Geschichtsinteressierten Leser wertvoll.
Die eigentliche Geschichte, inwiefern eine Frau für ihre Gönnerin ein Kind austragen kann, ohne dass es dabei zu Gewissenskonflikten kommt, ist spannungsgeladen. Vermeintliche Liebe kann zu Hass führen, wenn sie mit wahren Gefühlen konfrontiert wird. Das Ende des Buches, erinnert an das Gleichnis vom Salomonischen Rat: Wenn ich nicht weiß, wer von zwei Müttern die richtige ist und gebe das Kind zur Zerreißprobe frei, wer von beiden wird dann nachgeben?

Fazit: Für einen Leser, der sich gern mit philosophisch-psychologischer Thematik auseinandersetzt, ist dieses Buch eine geeignete Lektüre. Eine triviale Bettlektüre ist es nicht. Das Ende des Buches empfinde ich als zu grausam dargestellt, als dass mir das Buch wirklich gut gefallen könnte.

Mich erinnert das tragische Ende der Geschichte an ein Zitat von Oscar Wilde:
"Wenn man liebt, täuscht man zunächst sich selbst.
Schließlich täuscht man andere.
Das nennen die Leute Romantik"
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Raffiniert komponiertes Debüt, 29. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Das geheime Prinzip der Liebe (Literatur-Literatur) (Gebundene Ausgabe)
Es ist schwierig, über den Inhalt des Buches zu schreiben, ohne zu viel zu verraten - was das Lesevergnügen deutlich einschränken würde, da der Roman sehr von überraschenden Wendungen, neuen Blickwinkeln und nach und nach gestreuten Details lebt.

SO VIEL SEI ZUM INHALT VERRATEN:
Insgesamt kommen vier verschiedene Ich-Erzähler zu Wort, was zunächst verwirren mag, aber so kunstvoll verwoben ist, dass man den Überblick nicht verliert. Über die Geschichte, die erzählt wird, muss man nur wissen, was der Verlag bereits in seiner Kurzbeschreibung verrät: Es geht um zwei Frauen, deren Freundschaft in Hass umschlägt, als die eine sich bereit erklärt, für die andere ein Kind auszutragen. Wer sich für dieses Thema interessiert, wird mit diesem Buch auf seine Kosten kommen. Und wer Geschichten mag, bei denen man im Verlauf immer wieder die eigenen Theorien zum Ausgang überdenken und umwerfen muss, wird dieses Buch lieben.
Einen Stern Abzug erhält "Das geheime Prinzip der Liebe", weil mir die Figur, mit der das Buch beginnt, am Ende zu wenig in die Geschichte involviert ist und kaum mehr als ein Rahmen für das Erzählte bleibt. Vielleicht hätte es die Geschichte gesprengt, sozusagen ein neues Fass für diese Figur zu öffnen, so aber hatte ich das Gefühl, schönes Potential verschenkt zu sehen. Der eigentlichen Geschichte tut das allerdings keinen Abbruch.

FORMAL:
"Das geheime Prinzip der Liebe" ist fabelhaft komponiert und sprachlich so wunderschön erzählt, dass man nie und nimmer auf die Idee kommen würde, es handle sich um ein Debüt. Man darf sich auf kommende Titel von Hélène Grémillon freuen.

FAZIT:
Ein lesenswertes Buch von einer vielversprechenden Autorin, die man im Auge behalten sollte.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mutterliebe, 16. Januar 2013
Von 
Antje Burkert (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das geheime Prinzip der Liebe (Literatur-Literatur) (Gebundene Ausgabe)
Hélène Grémillon kreiert mit ihrem ersten Buch "Das geheime Prinzip der Liebe" einen großartigen Roman über das Thema Mutterliebe. Mit sehr viel Sensibiliät und Emotionalität begegnet sie diesem Thema, schreibt mit französischer Finesse, aber auch Tristesse. 3 Zeitebenen, 3 verschiedene Mütter, die eine kann keine Kinder bekommen, die andere gibt sich als Leihmutter her, die dritte bekommt ihr Kind ohne einen Partner. Doch eine jede Liebe der verschiedenen Mütter zu ihrem Kinde, berührt den Leser (oder nur die mütterliche Leserin?) im tiefsten Herzen. Ohne kitschig oder schnulzig zu sein, ein großartiger Roman.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, dass man in Erinnerung behält!, 17. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Das geheime Prinzip der Liebe (Literatur-Literatur) (Gebundene Ausgabe)
Ich habe dieses Buch - wie viele Andere - eher aus Zufall, als aus großem Interesse gekauft. Ich fand den Klappentext zwar interessant, doch konnte ich mir nichts genaueres vorstellen bzw. habe ich nicht im Ansatz mit dem gerechnet, was mich beim Lesen dieses Buches erwartete.

Die Geschichte ist anfänglich ein bisschen wirr, da sehr viele Charaktere vorkommen und die Erzählzeiten stätig wechseln, doch mit der Zeit kommt man recht gut hinein und kann das Buch kaum noch aus der Hand legen, weil man wissen will was als nächstes passiert.

Im großen und ganzen geht es anfänglich um eine Frau um die Dreißig, die Ihre Mutter verloren hat und selbst ein Kind erwartet, ohne auf die Unterstützung des Kindsvaters hoffen zu können. Sie bekommt seltsame Briefe von einem unbekannten Verfasser, der ihr nach und nach eine Geschichte erzählt, die sie aber anfangs als Skriptum auffasst (sie ist in der Literaturbranche tätig). Die Geschichte lässt aber auch sie - wie den Leser - nicht mehr los, und sie hofft Woche für Woche auf neue Briefe mit neuen Geschichtsteilen.

Ich finde, dass dieses Buch insoweit sehr gut ausgearbeitet ist, als der Leser bis mindestens zum letzten Viertel der Geschichte nicht weiß, wie er diese Geschichte zusammenfügen soll, oder wie die Briefe des Fremden mit der Lebensgeschichte der Protagonistin zusammenpassen. Das ist leider sehr selten, dass man nicht schon nach einem Viertel des Buches erahnen kann, wie die Geschichte ausgeht. Dies steigert aber natürlich unaufhörlich die Spannung! Ich mag vor allem solche Familiengeschichten, dass heißt dieses Buch war wie gemacht für mich :)

An diesem Buch gefiel mir auch sehr gut der geschichtliche Hintergrund. Ich bin kein Fan von bloßen Geschichtsbüchern, mag es aber sehr gern, wenn man sich in einem Roman mit einer interessanten Zeit der Geschichtsschreibung befasst. Dass heißt die Ausschnitte der Geschichte, die im zeiten Weltkrieg spielen, sind schön ausgearbeitet und geben dem Buch noch einen gewissen historischen Background, ohne sich in der Vordergrund zu drängen.

Alles in Allem muss ich sagen, dass mich dieser Roman sehr lange beschäftigt hat. Immer wieder muss an diese Geschichte denken, weil sie wirklich bis ins kleinste Detail ausgeschmückt und auch im Nachhinein ein volles Bild ergeben hat. Ein packendes Buch mit viel Erinnerungswert, was sich ganz bestimmt zu lesen lohnt!!!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Traurig schönes Drama, 8. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Das geheime Prinzip der Liebe (Literatur-Literatur) (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
"Die Liebe ist ein geheimnisvolles Prinzip, ihr Ende noch viel mehr. Man weiß vielleicht, warum man liebt, aber niemals, warum man nicht mehr liebt."

Dieses Buch hat wieder einmal meinen Eindruck gefestigt, dass französische Autoren zur wundervollen Melancholie neigen. Ihre Geschichten sind poetisch, traurig, leise und handeln oft von bedrückenden, fehlgeschlagenen Liebesgeschichten. So ist es auch beim Werk von Hélène Grémillon. Sie entführt uns in das Paris von 1940, wo sich eine herzzereißende Geschichte entspinnt.

Annie, gerade einmal dreizehn Jahre alt, findet in der wohlhabenden Madame M. ihre beste Freundin; bei ihr lebt sie auf, kann ihre Leidenschaft für die Malerei ausleben und fühlt sich verstanden. Doch über die alles einnehmende Freundschaft vergisst sie ihre Beziehung zu Louis, obwohl die beiden immer als unzertrennlich galten und er sie schon liebt, seit er denken kann. Erst Jahre später soll Louis von Annie erfahren, was in jenem Jahr 1940 geschehen ist: wie Annie sich vom Mann ihrer Freundin hat schwängern lassen, um ihr Kind auszutragen, da sie selbst unfruchtbar ist. Und wie Madame M. sie schließlich verstoßen und vor die Tür gesetzt hat, als das Kind da war und sie fortan aus ihrem Leben verbannt hat. Louis, der Annie trotz allem nie aufgegeben hat, ahnt jedoch nicht die ganze Wahrheit...

All dies erfährt Camille aus den mysteriösen Briefen eines Fremden. Sie hat gerade ihre Mutter beerdigt, nachdem auch ihr Vater schon vor Jahren im Krieg gefallen ist. Und obwohl es eine sehr dramatische Geschichte ist, die sich ihr jeden Dienstag mit dem Eintreffen eines neuen Briefes weiter enthüllt, findet sie in diesen Schreiben doch Trost. Als ihr der Verdacht kommt, dass die Geschichte sie persönlich betreffen könnte, geht Camille den Hinweisen nach...

"Das geheime Prinzip der Liebe" hat mich von der ersten traurigen Seite an in seinen Bann gezogen. Es verknüpft das tragische Schicksal zweier Frauen mit dem Aufleben des zweiten Weltkriegs in Frankreich. Doch hinter der Geschichte verbirgt sich sogar noch mehr, als man auf den ersten Blick denkt. Das ganze Drama lässt sich nämlich erst erkennen, wenn man die letzte Seite gelesen und das Buch wieder zugeklappt hat. So hat die Geschichte tatsächlich fast schon etwas krimihaft Raffiniertes an sich und man sehnt sich wie Camille nach jedem Brief, der die wahre Geschichte langsam enthüllt. Und wenn man denkt, man hat das ganze Drama durchschaut, überrascht die Autorin den Leser und wechselt nach der Hälfte plötzlich die Erzählperspektive und zeigt die Geschichte aus einem ganz anderen Blickwinkel. Eine Geschichte, bei der es keine Gewinner gibt, bei der jeder jeden verletzt und man mit einem verlassenen Gefühl zurückbleibt.

Hélène Grémillon offenbart mit feinem psychologischem Gespür die menschlichen Abgründe, die in jeder der Personen lauern, schafft es aber auch, dass man für jede Figur Partei ergreift, da niemand hier nur Täter oder Opfer ist. Sie schreibt die Geschichte auf eine ganz wundervolle, poetische Art, mit traurig schöner Sprache, bei der einem jeder Satz im Ohr nachklingt. Eine Geschichte, die noch lange nachwirkt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Große erzählerische Meisterschaft, außergewöhnlicher Sinn für Spannung.Eine Suche nach den eigenen Wurzeln, 4. April 2012
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das geheime Prinzip der Liebe (Literatur-Literatur) (Gebundene Ausgabe)
Als die Ich-Erzählerin des vorliegenden Romans im Paris des Jahres 1975 die schreckliche Nachricht vom tödlichen Autounfall ihrer Mutter erhält, ist sie natürlich erschüttert. Camille weiß seit einigen Wochen, dass sie schwanger ist, und möchte im Gegensatz zu ihrem Partner das Kind sehr gerne behalten. Als sie die eintreffenden Beileidsschreiben beginnt durchzusehen, ahnt sie noch nicht, dass ein anonymes Schreiben darunter ist, dem in den folgenden Wochen und Monaten weitere folgen werden. Briefe, in denen es unter anderem auch um Schwangerschaften geht. Durch Unfruchtbarkeit unmögliche Schwangerschaften und geliehene Schwangerschaften.

Schon der ersten Brief, in dem der offensichtlich männliche Autor von seiner Freundschaft und Liebe zu einem Mädchen namens Annie berichtet, weckt in Camille eine leise Ahnung davon, dass die Geschichte, die hier erzählt wird, etwas mit ihr selbst zu tun haben könnte.

Mit jedem neuen Brief, die ganz regelmäßig ankommen, wird diese Vermutung zu einer immer sichereren Gewissheit. Die Briefe erzählen die Geschichte des armen Mädchens Annie, die in einem Dorf in der Champagne aufwächst und die zu Beginn des Zweiten Weltkriegs die Bekanntschaft einer sehr wohlhabenden Frau aus Paris macht, die vorübergehend mit ihrem Mann, einem Journalisten, aufs Land gezogen ist. Bald wird auch klar, warum. Sie hat über viele Jahre vergeblich versucht, schwanger zu werden und möchte auf dem Land Abstand bekommen.

Annie ist bald jeden Tag im Haus der reichen Frau und entfremdet sich so ihrem Freund seit Kindertagen, der bald als der Autor der Briefe sich entpuppt. Eines Tages erzählt die Frau Annie von ihrem Leid und die macht ihr einen verhängnisvollen Vorschlag. Weil sie so dankbar ist für die Fürsorge der Frau aus Paris, erklärt Annie sich von sich aus bereit, ein Kind für sie zu empfangen und es zur Welt zu bringen.

Der Leser ahnt schon früh, dass so etwas nicht gut gehen kann, und tatsächlich wird die ganze Sache zu einer Quelle von Eifersucht, Verrat und Hass. Atemlos und die geschickt eingesetzte Spannung kaum ertragend, liest man sich von Seite zu Seite durch eine Geschichte, die immer verwickelter wird. Denn jeder neue Brief, den Camille erhält, bringt neue Informationen. Und irgendwann begibt sie sich selbst auf die Suche nach ihrer, so wird ihr immer klarer, eigenen Geschichte.

Besonders nachdem sie erfahren hat, dass Annie nach der Geburt ihres Kindes spurlos verschwunden ist, beginnt Camille den verborgenen Hinweisen in den vielen Briefen, die sie erhalten hat, auf die Spur zu kommen.

Immer mehr bislang verdeckte oder unbekannte Einzelheiten kommen ans Licht bis zu einem wahrlich überraschenden Ende, das der Leser niemals für möglich gehalten hätte. Mit großer erzählerischer Meisterschaft hat Helene Gremillon einen Roman mit einem außergewöhnlichen Sinn für Spannung geschrieben, der sich liest wie ein Thriller, aber auch einfühlsam erzählt von dem Drama kinderloser Frauen, einer geliehenen Schwangerschaft und der Suche nach den eigenen Wurzeln.

Ein Buch, das man bis zur letzten Seite nicht aus der Hand legt, bis man atemlos mit einem Ende konfrontiert wird, das tief berührt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr bewegendes Buch und viel mehr als ein Liebesroman, 2. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Das geheime Prinzip der Liebe (Literatur-Literatur) (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Nach dem Tod ihrer Mutter erhält Camille viele Kondolenzschreiben. Unter all den Briefen ist auch ein Brief, der anders
ist. Er stammt von einem Louis, enthält aber sonst keinen Absender. Der Brief erzählt eine Geschichte. Er berichtet von
der Liebe zwischen Louis und Annie im zweiten Weltkrieg. Zunächst denkt Camille, es handele sich um eine Verwechselung,
und der Brief sei nicht für sie bestimmt. Doch dann erhält sie weitere Briefe, in denen Louis die Geschichte fortsetzt.
Er erzählt davon, wie Annie Madame M kennenlernt und ein Kind zur Welt bringt. Jeden Dienstag kommt wieder ein Brief,
den Camille inzwischen mit Spannung erwartet. Doch allmählich hat sie den Verdacht, dass diese Briefe etwas mit ihr selbst
zu tun haben könnten und beginnt Nachforschungen anzustellen.

Dieser Roman ist spannend und bewegend zugleich. In einer wunderschönen Sprache erzählt die Autorin die tragische
Geschichte von Annie. Dabei wechseln die Kapitel immer wieder zwischen dem Leben von Camille und den Briefen. So erlebt
der Leser, wie Camille nach und nach das Geheimnis der Vergangenheit entschlüsselt, und trifft auf eine Geschichte voller
Liebe, Eifersucht, Rache und Hass. Dabei ist der Roman so fesselnd geschrieben, dass man das Buch kaum aus der Hand
legen möchte.
Leider tritt Camille im Laufe des Buches immer mehr in den Hintergrund und es geht fast nur noch um Annie und Madame M.
So wird am Schluss die ganze Geschichte auch noch aus der Sicht von Madame M geschildert. Das führt dazu, dass man
als Leser wirklich alle Beteiligten gut verstehen kann, da jeder auf seine Weise zugleich Opfer und Täter ist. Das Ende
kommt dann etwas zu schnell und wirkt sehr konstruiert. Ich hätte mir hier gewünscht, noch mehr über Camille zu erfahren,
und wie sie mit dem Geheimnis umgeht. Leider bleiben am Ende viele Fragen offen.

Das ganze Buch ist ein wunderbarer, spannender, bewegender und fesselnder Roman, mit einer sehr tragischen Geschichte.
Dabei ist das Buch immer tiefgründig und wird nie oberflächlich. Einzig das Ende konnte mich nicht überzeugen.
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Das geheime Prinzip der Liebe (Literatur-Literatur)
Das geheime Prinzip der Liebe (Literatur-Literatur) von Hélène Grémillon (Gebundene Ausgabe - 17. Februar 2012)
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