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Kundenrezensionen

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am 5. April 2013
Gleich zu Beginn im Rahmen einer "Vorbemerkung" stellt Gorbatschow klar, dass die­ses Buch ganz anders sei, als alle Bü­cher, die er bis­her ver­fasst habe. "Es gibt keine feste Struk­tur, es han­delt sich um keine Me­moi­ren im ei­gent­li­chen Sinne, son­dern ein­fach um meine Sicht un­se­res Le­bens", schreibt der Verfasser. Und hofft, dass es ihm mit dem Buch gelungen sei, "eine um­fas­sen­de Vor­stel­lung von der Ge­schich­te mei­nes Le­bens zu geben. Die­ses Buch ist meine Ant­wort auf die Frage nach den Fak­to­ren, die letzt­lich aus­schlag­ge­bend waren für mei­nen po­li­ti­schen Weg."

Wer als Käufer dies beherzigt, wird auch keine Enttäuschung erleben. Im ersten Buchteil schildert er seinen Lebens- und Berufsweg sowie seine Familiengeschichte, in der seine Frau Raissa eine zentrale Rolle spielt. Sehr gut gefallen haben mir die ergänzenden, zum Teil sehr privaten Fotos aus der Familiengeschichte.
Die Fotomotive sind im zweiten Buchteil "Der Weg nach oben" deutlich weniger familiär, dafür sieht man Gorbatschow zusammen mit vielen wichtigen Politkern und anderen Personen der ehemaligen Sowjetunion und aus dem "Rest" der Welt - wie Breschnew, Jelzin, Ronald Regan, Kohl etc. Zudem gibt es historische Fotomotive von Demonstrationen oder Putschs.

Mir fiel es an mnachen Stellen schwer, Gorbatschows Ausführungen zu folgen, da im Mittelpunkt seines Textes die Veränderungen in seinem eigenen Land standen, dessen Historie ich nur grob kenne. Zudem gibt es immer wieder zeitlich Vor- und Rücksprünge.
Am spannendsten für mich war, neben den biografischen Daten, das große Kapitel zum Thema Perestrojka und die selbstbewusste Sichtweise von Gorbatschow: "Was un­se­rer Au­ßen­po­li­tik die Kraft gab, war un­se­re in­ne­re Pe­restro­j­ka und die Ein­sicht in die Ver­än­de­run­gen, die das neue Den­ken mit sich brach­te... Die Pe­restro­j­ka hatte den Weg für eine Er­neue­rung un­se­res ei­ge­nen Lan­des ge­öff­net und ent­sprach den aku­ten Be­dürf­nis­sen der Welt, zu einer neuen Frie­dens­per­spek­ti­ve zu kom­men."
Den eher nach innen gerichteten Blick erklärt der Autor damit, dass sich das Schick­sal des Lan­des und der Pe­restro­j­ka in ers­ter Linie in­ner­halb der So­wjet­uni­on ent­schie­d. "Die Pe­restro­j­ka war eine Ant­wort auf die Be­dürf­nis­se der so­wje­ti­schen Ge­sell­schaft. Gleich­zei­tig griff sie aber auch Pro­ble­me auf, die sich im letz­ten Vier­tel des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts welt­weit stell­ten. Mit der Pe­restro­j­ka kehr­te unser Land zu den Ent­wick­lungs­pro­zes­sen der Welt­ge­mein­schaft zu­rück."

Aufgrund dieser Rückkehr zur Weltgemeinschaft wurde die Perestrojka welt­wei­t exportiert und "habe auch an­ders­wo zu­kunfts­wei­sen­de Ten­den­zen ausgelöst", schreibt Gorbatschow. "In die­sem Sinn ge­hört die Pe­restro­j­ka zur »drit­ten Welle de­mo­kra­ti­scher Re­vo­lu­tio­nen«, die Mitte der sieb­zi­ger Jahre durch Eu­ro­pa zog (Grie­chen­land, Spa­ni­en, Por­tu­gal) und im fol­gen­den Jahr­zehnt auf die ge­sam­te west­li­che Welt über­griff. Die Pe­restro­j­ka nahm diese Be­we­gung auf und lei­te­te sie zu­rück nach Eu­ro­pa, in den Osten des eu­ro­päi­schen Kon­ti­nents, der bis dahin durch den »Ei­ser­nen Vor­hang« von Eu­ro­pa ab­ge­schnit­ten war."

++++ Mein Fazit: Wer an Gorbatschow, seinem privaten und beruflichen Lebensweg sowie an seinen Gedanken intensiv interessiert ist, kann bedenkenlos zugreifen. Eine schöne "Zugabe" sind die vielen Fotos.
Wer eine Gorbatschow-Biografie sucht, die zeitlich/historisch und gedanklich durchgehend geordnet und strukturiert ist und vielleicht auch den ein oder anderen Punkt kritisch beleuchtet, sollte zu einem anderen Buch greifen. Das gilt auch für Leser, die eher an politischen Gedanken von Gorbatschow interessiert sind, die sich auf die Welt außerhalb der ehemaligen Sowjetunion beziehen.
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am 27. April 2013
Ich hatte mich eigentlich auf Gorbatschows Erinnerungen gefreut, bin aber nach der Lektüre des Buches eher enttäuscht. Es ist eine Mischung aus Erinnerungen an seine politische Laufbahn und seine Frau Raissa. Diese Verküpfung funktioniert aber nicht richtig. Die Erinnerungen an Raissa Gorbatschow werden immer mal wieder eingestreut, meist aber ohne wirklichen Zusammenhang. Für den deutschen Leser ist es sehr schade, dass die Wiedervereinigung in dem Buch überhaupt keine Rolle spielt. Auch die Beziehung zu Ronnie Reagan und Maggie Thatcher wird nur am Rande beschrieben, das gilt auch für die Gipfeltreffen, die in wenigen Seiten abgefrühstückt werden. Einen großen Raum nimmt der Zerfall der Sowjetunion ein, das ist ok so und das will ich auch nicht kritisieren. Hier merkt man aber die Verbitterung Gorbatschows deutlich, der von sich selbst immer wieder in der dritten Person schreibt. Seine Größe bleibt, den Zerfall des kommunistischen Regimes in Osteuropa und auch in der Sowjetunion nicht aufgehalten zu haben, vor allem nicht mit Gewalt. Immer noch danke dafür. Interessant ist, dass Gorbatschow bis heute noch glaubt, man könnte den Sozialismus irgendwie reformieren oder demokratisieren. Dass das nicht funktionieren kann, liest man aus dem Buch sehr schön heraus, obwohl Gorbatschow das Gegenteil behauptet.
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am 9. Mai 2013
"Alles zu seiner Zeit: Mein Leben", ist das erste Buch, welches ich von Michail Grotbatschow gelesen habe. Dieser große Mann der Weltgeschichte beschreibt in diesem Buch sehr eindringlich seine Kindheit im Zweiten Weltkrieg, sein Leben als junger Student in Moskau, die große Liebe seines Lebens, Raissa Gorbatschowa, das Leben in der Sowjetunion, schließlich seine Wahl zum Generalsekretär und die von ihm eingeleiteten Perestroika.

Gleich zu Beginn erwähnt er, das dieses Werk anders ist, als die Vorgänger. Sehr bewegt hat mich die Erzählung über seine verlorene Kindheit während des Zweiten Weltkrieges. Diese bittere Armut, die sich auch bis in die ersten Jahre seiner Ehe zieht.

Michael Gorbatschow lässt uns teilhaben an dem großen Leid nach dem Tod seiner Frau. Diese ist bereits 1999 verstorben und er trauert noch heute.

Die Kapitel, die über die Arbeit im Politbüro berichten, sind für den deutschen Leser zwar interessant, er wird aber mit den vielen Namen überfordert.

Das Gleiche gilt über die Berichte über die Perestroika. Das Buch wurde für seine russischen Landsleute geschrieben, damit sie verstehen, was diesen Mann damals bewegt hat. Es ist interessant zu erfahren, gerade für einen ehemaligen Bürger der DDR, wie die Machtstrukturen innerhalb der Partei funktionierten und auch missbraucht wurden. Das wird in der Leitung der damaligen DDR nicht anders gewesen sein.

Sehr aufschlussreich war, was auf der großen Weltbühne geschehen ist. Gorbatschow berichtet, dass die Welt in den 80-iger Jahren sehr nahe an einem Atomkrieg war.
Leider erfahren wir wenig über seinen Kontakt mit den DDR-Bonzen, dem Fall der Mauer und der Deutschen Einheit. Das ist schade aus Sicht der Deutschen, dennoch verständlich, da das Buch von einem Russen für Russen geschrieben wurde.

Trotzdem ist das Buch sehr interessant und das Lesen lohnt sich.

Lassen wir Michael Gorbatschow diese Rezension mit seinen Worten schließen: "Ich hatte Glück. Ich habe an die Türen der Geschichte geklopft, und sie taten sich für mich auf, auch für die, für die ich mich eingesetzt habe."
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am 6. April 2013
Wer das 1995 erschienene Buch von Michail Gorbatschow "Erinnerungen" gelesen hat, wird feststellen, das einiges davon übernommen wurde, manches sogar in umgeschriebener Form wiederholt wird. Zwar ist das keine Mogelpackung an sich, aber mancher Leser könnte das als solche empfinden. Und das genügt mir um diesem Buch nicht mehr als 3 Sterne zu geben. Was wir hier erfahren, wurde schon alles in den 1200 Seiten 1995 geschrieben. Gorbatschow das Kriegskind, der Emporkömmling, der die Welt verändert. Die Ehe... und jetzt kommt das was er sagen will aber nicht treffend rüberbringt: Die große Liebe zu Raissa! Die Premise zu diesem Buch, Ehe und Liebe in den Vordergrund zu rücken und gefühlvoll zu beschreiben, ist dem Autor nicht geglückt. Wenn ein so bedeutender Mann, wie Michael Gorbatschow über Liebe redet, dann wird es schwer. Wie schwer das sein kann, wissen wir von Helmuth Kohl, der sich nach dem tragischen Tod seiner Frau Hannelore, diesbezüglich noch nie dazu bekannt oder geäussert hat. Für diesen mutigen Schritt in die Öffentlichkeit gebührt Herrn Gorbatschow viel Respekt. Dennoch habe ich den Eindruck gewonnen, das hier ein alter Mann (dem zweifelsohne der größere Respekt für seinen Monumentalbeitrag in der Weltgeschichte zu Teil wird) geplagt ist von der Sehnsucht nach der verstorbenen Frau, der er ein Denkmal setzen möchte, weil ihn Nostalgie und Einsamkeit verzehrt. Angetrieben von einer Portion Altersmilde, die der Leser zwischen den Zeilen sehr genau spüren kann, ist dieser Versuch das gefühlte für die Geliebte zu einem Denkmal zu machen, meiner Meinung nach zwar nicht vollkommen misslungen, aber auch nicht ganz gelungen. Was solls, Herrn Gorbatschow sollte man so wie man Helmuth Schmidt das rauchen in der Öffentlichkeit verzeiht, noch mehr verzeihen, das er nicht gerade einen romantischen Bestseller geschrieben hat. Ich mag ihn trotzdem!
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TOP 100 REZENSENTam 19. März 2013
Michail Gorbatschow hat sicher mit seiner Perestroika Europa verändert wie kaum ein anderer Politiker im letzten Jahrhundert. Deshalb freut man sich, wenn er sich mit dem aktuellen Buch wieder zu Wort meldet. Gewidmet hat er es seiner Frau Raissa, mit der er fast 50 Jahre zusammen lebte. So schreibt er in der Einleitung: "Ich beschloss, ein Buch über unser Leben zu schreiben". Mit seinem Werk möchte er also nicht nur eine politische, sondern auch eine persönliche Bilanz ziehen. Dies gelingt auch größtenteils. In der ersten Hälfte des Buches steht mehr das persönliche, das familiäre im Mittelpunkt - etwa der beruftliche Wertegang von Raissa und ihm, ihre jeweiligen Familien, ihre Zukunftspläne. In der zweiten Hälfte des Buches steht eher seine politsche Karriere im Vordergrund, die dann das Familiäre etwas in den Hintergrund drängt.

Manche seiner Schilderungen über die damaligen Verhältnisse in der Sowjetunion sind für den deutschen Leser wahrscheinlich gar nicht so leicht nachzuvollziehen. Wer kennt hierzulande schon Namen wie Fjodor Kulakow oder Leonid Jefremow, denen er jeweils Unterkapitel widmet. Was Michael Gorbatschow aber sehr anschaulich schildert, ist der schon offentsichtliche Verfall des Sowjetregimes, als er 1985 an die Macht kam. Er schreibt: "In weniger als 3 Jahren waren drei Generalsektretäre der Reihe nach gestorben und außerdem noch einige wichtige Politbüromitglieder. Es lag etwas Symbolisches darin. Das System selbst lag im Sterben, es war vergreist und hatte keine Lebenskraft mehr. Mir war klar, was ich mir da aufgebürtet hatte".

Was mir im Buch etwas fehlte war, dass er kaum auf die Verhältnisse zwischen der Sowjetunion und Deutschland gerade im Bezug auf die Wiedervereinigung 1990 einging. Der legendäre Spaziergang mit Helmut Kohl im Kaukasus im Juli 1990 wird zum Beispiel gar nicht erwähnt. Auch der Name Erich Honecker taucht im Buch nur ein einziges Mal auf, und zwar nicht etwa in Bezug auf die Wendezeit Ende der 80iger Jahre, sondern in Bezug auf eine Auslandsreise von ihm in die DDR im Jahr 1966. Auf Seite 198 heißt es: "Wir waren fünf Jahre vor dem Wechsel von Ulbricht zu Honecker in der DDR. Letzterer legte schon damals eine große Selbstsicherheit an den Tag, als er am Schluss des Aufenthalts mit unserer Delegation sprach". Man merkt an diesen wenigen Worten wohl schon, dass sich beide nicht sonderlich sympathisch fanden. Wahrscheinlich auch ein Grund dafür, dass Honecker im Buch ansonsten nicht vorkommt.

Fazit: Das Buch enthält sicher manch Lesenswertes, gerade wenn man sich für die persönliche Seite von Michail Gorbatschow interessiert, der ja mal einer der mächtigsten Männer der Welt war. Was seine politische Bilanz angeht, benötigt man schon einiges Hintergrundwissen über die damaligen Verhältnisse in der Sowjetunion, um alles nachvollziehen zu können. Auch hätte ich mir persönlich mehr Reflektionen von ihm über die sowjetisch-deutschen Beziehungen gerade im Bezug auf die Wiedervereinigung 1990 gewünscht. Aber er richtet sich mit seiner Biografie natürlich vor allem erstmal an seine Landsleute und so kann man auch verstehen, dass er besonders die speziellen Verhältnisse in der damaligen Sowjetunion in den Blick nimmt
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TOP 1000 REZENSENTam 10. Dezember 2013
Im Westen verehrt, im Osten umstritten
Gorbatschow hat diese Memoiren nach dem Tod seiner Frau im Jahre 1999 geschrieben. Sie sind ein Dokument der Liebe zu seiner Frau. Vor allem aber sind sie eine Geschichte der Sowjetunion: Von der stalinistischen Periode zu einer leichten Liberalisierung durch Chrutschows Enthüllungsrede 1956. Auf diese Zeit folgte eine weitere Zeit der Erstarrung des kommunistischen Systems unter Breschnew, bis dann endlich eine Zeit der Demokratisierung begann. Wir erfahren, wie schwer es offenbar ist, sich aus dem undemokratischen Denken des kommunistischen Systems zu befreien. Man erfährt viel über den Irrweg des Sozialismus, der einfach scheitern musste, weil der Mensch so bleibt, wie er ist und eine Entwicklung zum Menschen mit sozialistischem Bewusstsein nicht möglich ist.
Wer je vom Segen staatlicher Planung geträumt hat, wird kuriert, wenn er liest, zu welchen Defiziten es führt, wenn selbst der Bau einer öffentlichen Toilette von der Moskauer Zentralbehörde genehmigt werden muss. Das führt dann z.B. dazu, dass es selbst im Hochsommer in Moskau kein Obst und Gemüse gab.
Alle Entscheidungen wurden von Mitgliedern der Nomenklatura getroffen. Diese waren hierarchisch streng gegliedert, letztlich traf in vielen Fällen der Mann an der Spitze, der Generalsekretär bzw. das Politbüro die Endentscheidung. Nicht Wissen und Können führte in diese Hierarchie, sondern das Parteibuch, die Linientreue. Selbst unter den Führungskräften gab es nur Misstrauen, Gorbatchow führt aus Sorge, abgehört zu werden, wichtige Gespräche nur im Freien. Persönliche Kontakte waren absolut unerwünscht. Gleichheit gab es auch unter Genossen nicht. Der Höhere duzte den Niederen, der Niedere siezte den über ihm Stehenden. Die Rangordnung wurde streng beachtet und galt auch für die Ehefrauen der „Genossen“, wehe dem, der versuchte, sich näher an höher Gestellte zu setzen, als es ihm nach dem Rang zustand. Es war ein völlig verkrampftes, von Misstrauen und Opportunismus geprägtes System. Dieses System beherrschte den gesamten Ostblock, also auch die DDR.
Mit Glasnost und Perestroika versuchte Gorbatschow nicht die Abschaffung des Sozialismus, sondern seine Reform. Er richtete sich aus aufh das Denken Lenins und war streng darauf bedacht, diese Linie nicht zu verlassen. Lenin selbst hatte durch die NEP ( Neue Ökonomische Politik) versucht, das zentralistische System durch marktwirtschaftliche Methoden zu liberalisieren. Sein Tod verhinderte das, und Stalin brach alle Neuerungen ab. Die Quintessenz Gorbatschows Wirken zieht Alexej Lewinson im Schlusskapitel: „In diesem Sinne kann man sagen, dass er das, wovon er träumte, nicht erreicht hat, während das, was er in Wirklichkeit geschaffen hat, nicht von ihm geplant war.“
Wer das Buch liest, fragt sich, wie so ein verkrustetes, von einer Partei beherrschtes System überhaupt möglich ist. Vorsicht: In Deutschland sind nur 1,6 % der Bürger Mitglieder einer Partei, aber die Parteien besetzen fast alle wichtigen Posten vom Schulhausmeister bis zum Richter am Verfassungsgericht ausschließlich nur mit Parteimitgliedern. Wer keiner Partei angehört, ist auch bei uns fast chancenlos.
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am 10. Mai 2013
Eine sehr gefühlsbetonte Autobiografie des einst mächtigsten Mann der Sowjetunion, in der Michail Gorbatschow seine politische Laufbahn und seine fast 50jährige Ehe mit Raissa beschreibt. Ein sehr beeindruckendes und inspirierendes Buch.
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am 1. Mai 2013
Sehr informativ und leicht zu lesen. Viel Neues, was man so aus den Nachrichten nicht entnehmen konnte. Bin sehr eingenommen von dieser Autobiografie.
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am 17. April 2013
Wie es diesem hervorgehobenen Kader erging, kann man nicht auf die "normalen" Menschen in Russland beziehen. "Ossis" könnten das aber aus ihrer Erfahrung aus dem, was sie am eigenen Leibe erfahren mussten, ableiten.
Man kann viele Ursachen dafür finden, was auch in der DDR geschehen ist und wie viel Macht und Einfluss die Bonzen der SED eigentlich hatten.

Das Buch ist sehr lesenswert, wenn es auch in einer Sprache der Nomenklatura geschrieben wurde, die heute wohl nicht einmal Politiker richtig verstehen.
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am 9. August 2014
Biografien: Michail Gorbatschow, Lothar Bisky, Peter Sodann.
Beim Lesen der Biografien von Gorbatschow, Bisky und Sodann war es für mich besonders interessant festzustellen, wie viele Ähnlichkeiten es mit meiner eigenen gibt, obwohl ich, Anni Kloß, im Heer der Millionen Deutschen untergehe. Gemeinsam ist uns, dass ich in etwa gleichaltrig bin mit den oben genannten und ich habe, wenn auch auf unterster Ebene, die Wende in der DDR, bewusst mitbekommen.
Michail Gorbatschow war mir nicht nur schon seit 1985/86 sympathisch, sondern hat mit seiner Politik mein Leben direkt beeinflusst, so dass mir seine Autobiografie, ‚Alles zu seiner Zeit‘, nur bestätigte, was ich ohnehin schon fühlte und über diese historische Person wusste und dachte. Für mich hätte es ohne Gorbatschow, den so erfreulichen, manchmal auch schmerzlichen, historisch-gewaltigen, politischen Umbruch in den osteuropäischen Ländern, einschließlich der DDR, zu diesem Zeitpunkt nicht gegeben. Allein, dass er diesen Prozess ausgelöst hat, stellt ihn mit so wichtigen Person der Weltgeschichte, wie Nelson Mandela, Martin Luther King, Lenin, Mahatma Gandhi, Kemal Atatürk, Friedrich II. der Große und Peter I. der Große auf eine Stufe. Das Buch ist in flüssigem Stil geschrieben und bringt dem Leser auch den Menschen Gorbatschow mit seiner sympathischen Familie sehr nahe.
Lothar Bisky stand mir von der Wende an, als Linker sehr nah. Doch erst mit dem Lesen seiner Biografie, ‚So viele Träume: Mein Leben‘, ist mir bewusst geworden, wie ähnlich meine Empfindungen und Erlebnisse und erst recht die meines Freundes Max Balladu (s. Buch ‚Mord am Abend und die kleine Revolution‘) zur Wende 1989/90 sind. Ich verbeuge mich vor dem Fleiß, der Ge-radlinigkeit und dem ehrlichen, achtungsvollen Umgang des linken Politikers mit den sogenannten kleinen Leuten, vor und nach der Wende. Wer von den Lesern aufgeschlossen genug ist, sich in die Ansichten der Linken hineinzudenken, der sollte diese Biografie lesen, weil sie sehr flüssig, optimistisch und auch ein wenig humorvoll geschrieben ist.
Diese Verbeugung will ich gern für den Schauspieler und Regisseur Peter Sodann wiederholen, der mir natürlich bereits aus den 80-ger Jahren durch seine Arbeit in Halle an dem von ihm gegründeten ‚Neuen Theater‘ bekannt ist. Die Aufführung des ‚Großen Friedens‘ von Volker Braun in diesem Haus unter der Regie von Sodann ist mir bis heute in bester Erinnerung geblieben. Beim Lesen der Biografie, ‚Keine halben Sachen‘, hat mich der Mut des Künstlers schon in seinen jungen Jahren in der DDR besonders beeindruckt. Das vielleicht auch vor allem deshalb, weil er trotz Gefängnisaufenthalt und ununterbrochener Bespitzelung einer linken Weltanschauung, auch nach der Wende, treu blieb. Das Buch von Sodann zu lesen hat mir viel Spaß gemacht, weil es optimistisch, sympathisch, sehr ehrlich und humorvoll geschrieben ist, obwohl der Autor, allein an den Fakten gemessen, auch ein düsteres Bild hätte mahlen können.
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