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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dramatischer Überlebenskampf in der Arktis, 1. Februar 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Packeis: Das Drama der kanadischen Polarexpedition von 1913 (Gebundene Ausgabe)
Mit unglaublicher Akribie und Liebe zum Detail hat J. Niven in diesem Buch den zähen Überlebenskampf der Expeditionsteilnehmer der Karluk zusammengetragen. Es ist ein schwieriges Thema, das sie literarisch aufarbeitet. Die Expedition war geprägt von einem extremen Mangel an Kameradschaft, die Handlungsweise des Leiters Vilhjalmur Stefansson blieb bis zu dessen Tod 1962 umstritten.
Das Buch leidet darunter, dass sich die Autorin bei ihren Charakterstudien auf die subjektive Wahrnehmung der Teilnehmer stützen muss, deren Aufzeichnungen überliefert sind. Eine Gratwanderung, die dem Leser nicht entgeht und bei der er sicherlich nicht immer zum gleichen Ergebnis gekommen wäre. Frau Niven drängt dem Leser ihre oft subjektive Einschätzung der Ereignisse, die sie aus dem Studium der verfügbaren Quellen gewonnen zu haben meint, an vielen Stellen regelrecht auf, bleibt in ihrer Schilderung dabei nicht durchgehend konsistent. Mit Unverständnis begegnet man bereits der äußerst negativen Schilderung der Karluk vor dem eigentlichen Reiseantritt in arktische Gewässer. Sollten sich die Reiseteilnehmer bereits zu diesem frühen Zeitpunkt über den katastrophalen Zustand ihres Schiffes bewusst gewesen sein und an der Vertrauenswürdigkeit ihres Expeditionsleiters gezweifelt haben, wieso haben sie dann nicht auf die Teilnahme verzichtet?
Nervend ist die Form der wörtlichen Rede, wenn J. Niven Inuit sprechen lässt. Dies geschieht ausschließlich in grammatikalisch falschen Sätzen. Dabei kannten auch etliche wissenschaftliche Expeditionsteilnehmer Englisch nicht als Muttersprache. Gesprochene Sätze a là Indianer in den Büchern Karl Mays, das liest sich nicht gut.
Dem Erstlingswerk einer ehemaligen Journalistin mag man dennoch diese kleiner Fehler verzeihen. Das Buch büßt in keiner Weise an Dramatik ein und bleibt ein hochgradig bewegendes, schockierendes und eindringliches Zeitdokument.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen FASZINIERENDER ÜBERLEBENSKAMPF, 23. Oktober 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Packeis: Das Drama der kanadischen Polarexpedition von 1913 (Gebundene Ausgabe)
Niven beschreibt den faszinierenden Überlebenskampf der Karluk Expedition in der Arktis 1913-14. Während der Leiter Stefansson offenbar das Gegenteil von Shackleton ist - er lässt seine Leute einfach im Stich - gibt es andererseits interessante Parallelen zu Shackletons Antarktis-Expedition:
- beide finden praktisch zur gleichen Zeit statt
- beide Schiffe werden vom Eis zerdrückt
- beide Gruppen retten sich auf eine extrem unwirtliche Insel
- Shackleton in der Antarktis und Kapitän Bartlett in der Arktis gelingt es unter unglaublichen Bedingungen, Hilfe zu holen.
Fazit: wer Shackleton gelesen hat, sollte auch dies Buch lesen.
PS: Mit Sicherheit wäre dies auch Stoff für einen packenden Film...
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5.0 von 5 Sternen Thriller am Nordpol, 24. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Packeis: Das Drama der kanadischen Polarexpedition von 1913 (Gebundene Ausgabe)
1913: Die letzte Expedition der alten Schule mit einem Schiff aus Holz, ohne Funk und Flugzeug. Expeditionsleiter Stefansson genießt einen zweifelhaften Ruf. Die Besatzung besteht aus einer schnell zusammengestückelten Crew und Wissenschaftlern, gut auf Ihrem Gebiet, jedoch ohne Arktiserfahrungen. Immerhin: Kapitän Bartlett, ein charakterstarker, erfahrener Mann, der beste Spezialist seiner Zeit für Fahrten ins Packeis. Mannschaft und Wissenschaftler stehen sich von Anfang an feindselig gegenüber. Später kommen noch einige Eskimos (eine Eskimofamilie!) hinzu, unverzichtbare Experten für das Überleben am Nordpol. Die "Karluk" ist zum Zeitpunkt des Starts technisch schon nicht mehr auf der Höhe der Zeit, die Planken zum Eisbrechen ungeeignet.

Doch für Umbauten ist keine Zeit mehr - es herrscht Aufbruchstimmung. Der Nordpol ist zwar 1909 von Peary erobert worden (nicht wissenschaftlich gesichert), dennoch ist Land zu kartographieren, sind Marken zu setzen. Der Nordpol: "Nirgendwo sonst sind wir langsamer vorangekommen, hat uns jeder Schritt so viel Mühe gekostet, so viele Entbehrungen und Leiden, und ganz gewiss versprachen die Entdeckungen nirgendwo weniger materiellen Gewinn" (Fridjof Nansen). Dem Leser stehen bereits bei der Einleitung die Haare zu Berge, warum tun die das?!

Die Geschichte ist langsam aufgebaut und erfordert ein wenig Geduld, die Zusammenstellung der Crew und das Schiff sind ausführlich beschrieben, ich langweile mich jedoch nicht. Schließlich aber beginnt der Krimi: DAS EIS! Der Stoff ist gewaltig, dagegen können sämtliche Krimi-, Psycho-, Thriller- Autoren einpacken. Ein echtes - leider wahres - Drama vollzieht sich vor unseren Augen. Das Schiff friert im Eis fest, kommt wieder frei, zu einem frühen Zeitpunkt ist jedoch endgültig die Fahrt vorbei, die Drift mit dem Packeis beginnt. Expeditionsleiter Stefansson macht sich unter einem windigen Vorwand über das Eis nach Alaska davon, angeblich um Rettung zu holen. Durch die weite Drift, ohne Funk, scheidet jedoch eine Ortung bereits nach wenigen Wochen aus. Die Männer werden im Eis überwintern müssen. Warum nur ergreifen sie nicht die Chance, sich zum Festland durchzuschlagen, so lange noch die Möglichkeit besteht "Point Barrow war etwa fünf Meilen entfernt"? Die Nackenhaare des Lesers sträuben sich immer stärker. Der arktische Winter beginnt, die Sonne geht nicht mehr auf, Schneestürme tosen, das Packeis entfesselt starke Druckkräfte auf das Schiff. Dennoch gibt es auch schöne Dinge: die abendlichen Victrola-Konzerte waren sehr beliebt, es gibt ein Schach- sowie ein Fußballturnier. Die Nordlichter: "Die Männer staunten über die schimmernde, glitzernde Welt ringsum. Häufig waren Himmelsphänomene zu beobachten wie Strahlenkränze und wunderbare Nordlichter, der Mond wirkte durch die Lichtbrechung drei Mal so groß wie sonst. Das strahlende Licht verwandelte die Eisschollen und -gebilde in die fantastischsten Figuren, die jede Vorstellungskraft überstiegen."

Doch das Schiff sinkt, rechtzeitig wurde Proviant abgeladen, das "Shipwreck Camp" auf dem Eis errichtet. Wer kann ahnen, dass das Camp im Gegensatz zur späteren Logis noch komfortabel sein würde? Kapitän Barnett, Winter-Trapper Hadley und die Eskimos sorgen für Überlebens-Logistik. Dennoch zeigt sich nun die heterogene Gruppenstruktur, Einige brechen aus der Gemeinschaft aus, es gibt die ersten Erfrierungen, die ersten Toten - Drama auf dem Packeis! Unter großem Kraftaufwand wird schließlich Wrangel Island erreicht. Kapitän Bartlett und Kataktovik lassen die Mannschaft zurück, um sich 700km über Sibirien, die Bering-See nach Alaska zum ersten Telegrafenamt durchzuschlagen, um Rettung zu holen. Die Männer müssen sich nun mit knappen Vorräten, kaum Jagdwild, durchbringen, Einer nach dem Anderen verfällt einer rätselhaften Erkrankung. Wird es Barnett bis Alaska schaffen? Und: wird es noch rechtzeitig sein?

Ich habe schon Einiges an biographischen Geschichten gelesen - selten jedoch etwas von derartiger Dichte und Monstrosität. Man merkt die umfangreiche und gut sortierte Sammlung von Originalaufzeichnungen, Recherche bei Angehörigen. Jennifer Niven gelingt es, die Geschichte fein zu weben und mit "Fleisch und Blut" zu erzählen. Ich stelle das Telefon aus, kralle mich ins Buch und bin erst nach einer Woche wieder ansprechbar, Hammer, ein wahrer Thriller im Packeis - lesen!
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4.0 von 5 Sternen Ein Lehrstück zum Thema Leadership, 2. März 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Packeis: Das Drama der kanadischen Polarexpedition von 1913 (Gebundene Ausgabe)
Der Boss Stefansson ein Feigling, das Team aus lauter Einzelgängern. Nur einer (Bartlett) reisst sich zusammen und rettet wenigstens ein paar Teilnehmer.
Man vergleiche das mal mit Shackletons Endurance Expedition.
Und ziehe Vergleiche mit den heutigen Politikern und Managern.
Sehr spannendes Buch. Zwischendurch unübersichtlich. Wer wohnt jetzt mit wem wo ? Ein paar Skizzen wären besser als tausend Worte.
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Packeis: Das Drama der kanadischen Polarexpedition von 1913
Packeis: Das Drama der kanadischen Polarexpedition von 1913 von Jennifer Niven (Gebundene Ausgabe - September 2000)
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