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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen PKDs Meisterwerk der 70er
Nach einer überaus fruchtbaren Schaffensphase in den 1960er Jahren geriet PKD Anfang der 70er in eine persönliche Krise, die in einem Nervenzusammenbruch, einem (halbseidenen) Selbstmordversuch und dem freiwilligen Eintritt in ein Therapiezentrum mündete. In "der dunkle Schirm" verarbeitete PKD seine Erfahrungen mit der Drogen-Subkultur und seine...
Veröffentlicht am 30. Januar 2004 von RK, Germany

versus
2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen missglücktes geschenk
...sehr schwere kost...

eigentlich hatte ich das buch für meinen freund gekauft. er ist ca bis zur hälfte gekommen und hat dann aufgegeben. also hab ich es mir geschnappt und auch tapfer bis zum ende durchgehalten :)

das buch ist zum teil recht verwirrend, man muss immer mit dem kopf dabei bleiben und sollte nicht zu lange pausen zwischen...
Veröffentlicht am 19. Mai 2011 von zottel


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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen PKDs Meisterwerk der 70er, 30. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Der dunkle Schirm (Taschenbuch)
Nach einer überaus fruchtbaren Schaffensphase in den 1960er Jahren geriet PKD Anfang der 70er in eine persönliche Krise, die in einem Nervenzusammenbruch, einem (halbseidenen) Selbstmordversuch und dem freiwilligen Eintritt in ein Therapiezentrum mündete. In "der dunkle Schirm" verarbeitete PKD seine Erfahrungen mit der Drogen-Subkultur und seine Therapie-Eindrücke zu einer schriftstellerischen tour-de-force, die trotz einiger (marginaler) SF-Einschläge eher der zeitgenössischen Literatur zuzurechnen ist. "Der dunkle Schirm" ist PKDs Meisterwerk der 70er, rasant und irrwitzig wie "UBIK" und "Palmer Eldritch", aber auch durchzogen von einer tiefen Düsternis. Als musikalisches Pendant kommen mir auf Anhieb die frühen "Joy Division" in den Sinn, und es verwundert nicht wenn man liest, dass einige Musiker aus dem New Wave- / Industrial-Umfeld Ende der 70er Dicks "dunklen Schirm" neben Ballard und Burroughs als maßgeblichen literarischen Einfluss nannten. - Und nicht zuletzt zeigt dieses Werk, dass im "Ghetto" der Science Fiction einige Bücher auf die längst fällige Anerkennung über die Grenzen ihres Genres hinaus warten. (Robert Silverbergs "Es stirbt in mir" wäre als ähnlich gelagerter Fall zu nennen.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lest mehr Philip K. Dick!, 30. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Der dunkle Schirm (Taschenbuch)
Jedes Mal, wenn ich Philip K. Dick lese, werde ich hinweggefegt von seinen visionären Erzählungen. "Der dunkle Schirm" ist kein Science-Fiction-Roman, höchstens ein Drogenroman mit SF-Elementen. Doch der allumfassende, fesselnde und zutiefst verstörende Plot, der sich in seinen groß angelegten Ausmaßen tatsächlich erst auf den letzten Seiten enthüllt, entspricht Dicks charakteristischem Stil. Mich hat die Auflösung schlichtweg umgehauen, und ich bin völlig hin und weg von der institutionellen, gesellschaftlichen Matrix, die Dick enthüllt: In seinen paranoiden Phantasien steckt eine verblüffende und beängstigende Wahrheit.

Bob Arctor, dessen geheime Identität "Fred" ist, sucht als verdeckter Drogenermittler nach dem Produzenten und Vertreiber der Modedroge "Substanz T" (T für Tod). Bob ist durch seine Ermittlungen selbst zum Konsumenten der Droge geworden und lebt mit zwei abgewrackten Drogenfreaks, Barris und Luckmann, in einem verkommenen Haus in Kalifornien. Als verdeckter Ermittler erhält Fred den Auftrag, Bob Arctor zu beobachten - und somit hat er die Aufgabe, sich selbst zu observieren. Durch seine zunehmende Abhängigkeit von Substanz T kann Bob Arctor bald nicht mehr von seinen Identitäten als Ermittler und Zielobjekt unterscheiden und gerät in eine verwirrende Identitätsstörung, in der er die Realitäten seiner Existenz nicht mehr unterscheiden kann. Er verliert den Bezug zu seinem Ich. Erst gegen Ende des Romans enthüllt sich ein größerer Kontext, wird doch Bob / Fred nur benutzt, um an die Drogenbosse im Hintergrund heranzukommen ...

Typisch für Dick ist das Verwischen der Realität: Bob Arctor kann nicht mehr zwischen sich und seiner geheimen Identität unterscheiden und wechselt zwischen den sich daraus ergebenden Zwischenzuständen. Wie sehr Philip K Dick damit Autoren wie Chuck Palahniuk oder Filme wie "Matrix" beeinflusst hat, kann ich gar nicht genug herausstellen.

"Der dunkle Schirm" ist voller herrlicher, urkomischer Dialoge, die bizarr und gleichermaßen erschreckend sind. Denn die Drogenfreunde debattieren stundenlang über die absurdesten Dinge. Allein die Eingangsszene, in der Bobs Drogenfreund meint, er sei von Läusen befallen, ist entsetzlich (da offensichtlich drogeninduziert) und komisch zugleich.

Außerdem hat Christian Gasser ein sehr erleuchtendes und wunderbares Nachwort geschrieben, das ich nur empfehlen kann. Das Buch ist ein absolutes Muss!
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A Scanner Darkly, 3. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Der dunkle Schirm (Taschenbuch)
Philip K. Dick war einer der genialsten Autoren des 20. Jahrhunderts. Und dies ist sein zweitbestes Buch.
Die Story: Undercover Drogenfahnder Fred ist selbst süchtig nach der Droge, die er bekämpfen will. Substance D. Die Folge ist die entwicklung verschiedener Persönlichkeiten. Auch Fred hat's erwischt. Als er auf den Drogendealer Robert Arctor angesetzt wird, wird ihm erst langsam klar, wen er da Überwacht. Schließlich führt das ganze zu einem bitterbösen Ende, das wohl keiner Vorraussehen kann.
Das Buch ist cool geschrieben und die Charaktere sind, wie in allen PKD romanen normale, oder fast normale Bürger. Diesmal jedoch kommt noch der Autobiographische Aspekt hinzu. Dick verarbeitet hier seine eigene Drogenvergangenheit. Die gewisse Distanz, die das Buch etwas unheimlich wirken lässt ist der größte Reiz, denn man bekommt niemals eine ganze Geschichte serviert. Man weiß, was der protagonist wissen muss oder bekommt hintergrundinfos. Mehr nicht.
FAZIT: Tolles Buch mit einigen Überraschungen, dass sehr fasziniert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der dunkle Schirm, 10. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Der dunkle Schirm (Taschenbuch)
Ja was soll man über Philip K. Dick's "A scanner darkly" noch viel rezensieren, eigentlich ist schon alles Relevante in der ein oder der anderen Form schon gesagt worden. Und doch möchte ich noch ein paar Worte zu Dicks wohl wirkmächtigsten Roman verlieren. Was ist es, das dieses Werk so besonders macht? Es ist die unübertroffene Darstellung der schleichenden Zersetzung einer Persönlichkeit. Dick schafft es diese so perfekt zu inszenieren, dass der Leser genauso unfähig und hilflos wie der Protagonist ist, den Übergang bzw. die Spaltung in zwei eigenständige Persönlichkeitsstrukturen (rechtzeitig) zu realisieren. Genau in diesen Textabschnitten offenbart sich das große erzählerische Talent eines Philip K. Dicks, und das auch in der deutschen Überstetzung, die meines Erachtens in den entscheidenen Phasen des Textes sehr gelungen ist.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hinein in den Abgrund, 29. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Der dunkle Schirm (Taschenbuch)
Selten hat mich ein Buch in so einen Zwiespalt getrieben wie Philip K. Dick's "Der Dunkle Schirm". Zu anfangs meint man sich in einer Dia-Show eines Freaks, so schnell kommen und gehen die verrückten Widersprüchlichkeiten. Von Lausbefall und Drogenrausch ist die Rede, Frauen sind das Objekt fataler Begierde und mittendrin ein Jedermann - Drogenermittler der selbst nicht weiß wieso er eigentlich so genervt von der Welt ist.

Handlungstechnisch bewegt sich Dunkler Schirm auf einem sehr schmalen Grat zwischen verschwommener Realität und greifbarer Fiktion. Klingt jetzt abgedrehter als es tatsächlich ist, denn sobald man das Buch zu Ende gelesen hat bleibt ein grotesk genialer Streifen literarischer Punkkunst übrig. Der perfekte und zudem noch äußerst eindringliche Drogentrip zum Miterleben.

Zur Handlung: Die Welt von Bob Arctor aka Fred dreht sich um Drogen, speziell um die Substanz T. Die neue Superdroge. Er selbst ist als Ermittler der Drogenfahndung unterwegs, etwas übermotiviert könnte man meinen, denn je mehr er sich in den Drogensumpf verstrickt umso undurchsichtiger wird der Lauf der Dinge. Zu anfangs noch routinemäßig Dope einwerfend wird er zum richtigen Junkie, sein Leben als Bob Arctor und als Fred, seinem Alter Ego bei der Polizei, beginnen getrennte Wege zu gehen, seine Identität spaltet sich. Mit der Zeit geht es sogar soweit, dass er auf sich selber angesetzt wird. Sein Welt steht kurz vor dem Einsturz. Er ist am Ende, er verliert jedweden Sinn für Realität. Substanz T hat sein nächstes Opfer gefordert. Bob Arctor geht sprichwörtlich den Bach runter.

Dick schafft es mit "Der dunkle Schirm" ein zeitloses Meisterwerk zu schaffen. Kaum ein Buch hat die Untiefen des Drogenkonsums je so gut aufgedeckt. Man wandelt stets am Abgrund, man meint sich sicher, doch am Ende erschlägt einen die Realität. Man ist unten angekommen. Und genau diese Achterbahn der Identitäten bringt Dunkler Schirm so treffend, so präzise, so erschütternd auf den Punkt. Ein echtes Meisterwerk. Grandios.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Drogenroman, kein SF, aber sehr gut!, 22. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Der dunkle Schirm (Taschenbuch)
"Der dunkle Schirm" ist ein Roman über Drogenmißbrauch. Dick hat
ihn von 1972 bis 1975 verfasst, nachdem er selbst eine schwere Krise,
einen Selbstmordversuch und einen Aufenthalt in einem
Rehabilitationszentrum für Drogenkranke überstanden hatte. Der Roman
steht eindeutig in der Tradition der 68er. Er verarbeitet die dunkle
Seite dieser Zeit, die Desillusionierung, die Zerstörung von Hoffnung
und Idealen im Drogensumpf.

Einmal mehr stellt Dick unter Beweis, dass er keine
Science-Fiction-Autor im eigentlichen Sinne ist: Er schreibt über die
Gegenwart, seine Zeit, sein Leben und nutzt die Stilmittel der Science
Fiction zu Entfremdung und Überzeichnungen. Inzwischen ist das Buch
längst als das erkannt worden, was es tatsächlich ist, nämlich ein
gesellschaftskritischer Gegenwartsroman.

Worum geht es? Bob Arctor arbeitet als Undercover-Agent im
Drogenmilieu. Längst ist er selbst abhängig und verliert mehr und mehr
den Bezug zu seiner Identität. Bald hält er sich in seiner
Undercover-Identität und in seine Ermittlerrolle für zwei verschiedene
Personen. Er beobachtet sich selbst, ja wird sogar dazu
beauftragt. Die Grenzen zwischen dem Drogenmilieu und dem Staatsapparat,
der den Drogenhandel bekämpfen soll, sind aufgehoben. Die
Ermittlungsbehören mit ihren verdeckten Ermittlerin sind längst selbst
Teil der Drogenszene geworden. Die Ermittler dealen und konsumieren
genau wie diejenigen, die sie hinter Gitter bringen sollen. Jeder
Dealer könnte genau so gut ein verdeckter Ermittler sein.

Den größten Raum nehmen Schilderungen ein, in denen auf komische Weise
das absurde Verhalten der Junkies beschrieben wird, die zu keinem
klaren Gedanken mehr fähig sind. Es gibt absurde Unterhaltungen,
irrsinnige Anekdoten traurigen Zerfall. Schon die ersten Seiten geben
den Ton an. Auf ihnen wird geschildert, wie Jerry Fabin eine
Wahnvorstellung bekommt. Er glaubt sich von Wanzen
befallen. Waschzwang, Insektenvertilgungsmittel, eingebildete
Schmerzen, verrückte Suchaktionen, das ganze Programm. Jerry Fabin ist
einer, der ganz am Ende steht. Sein Gehirn hat sich "zersetzt",
er wird bald sterben oder in einer Drogenklinik vor sich hin
vegetieren. So wird dem Leser schon auf ganz am Anfang vor Augen
geführt, wohin der Weg des Protagonisten Bob Arctor unaufhaltsam
führt. Auch er landet in einer Drogenklinik. Am Ende erfährt man, dass
er immer noch, inzwischen ohne sein Wissen, als Undercover-Agent
eingesetzt wird. Er soll die wahren Ziele der Hilfsorganisation
"Neuer Pfad herausbekommen." Auf den letzten Seiten des Buchs
sieht Arctor die Wahrheit und wir sehen uns endgültig einer Welt
gegenüber, in der es nichts anderes mehr gibt, als den Anbau, den
Verkauf und den Konsum von Drogen. Eine Welt, die sich selbst ad
absurdum geführt hat.

Man kann den Roman guten Gewissens als einen Anti-Drogenroman
bezeichnen, geschrieben von einem, der die Szene von innen kennt. Dick
streitet das jedoch ab. Das Buch enthält ein sehr interessantes
Nachbemerkung des Autors, in dem er auf die autobiografischen Bezüge des Romans
hinweist und fast so etwas wie eine Deutung gibt. Auch das Nachwort
von Christian Gasser ist lesenswert.

Der Roman bleibt erträglich durch seinen absurden Humor. Etwas schwer
erträglich scheint mir die Übersetzung zu sein. Sie wirkt manchmal
hölzern. Wer kann, sollte Dick vielleicht lieber im Original lesen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten Romane von Dick., 15. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Der dunkle Schirm (Taschenbuch)
Das Gesamtwerk von Philip K. Dick als umfassend zu bezeichnen, wäre sicherlich eine Untertreibung.

Mit A Scanner Darkly bzw. Der dunkle Schirm, liefert der Autor einen sehr runden Roman ab. Story, Akteure, Scenerie alles befindet sich im Einklang.

Wer Figuren mit Ecken und Kanten mag, keine Seifenopernenden bevorzugt und eine runde Geschichte zu schätzen weiß, ist hier genau richtig.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tottrauriger Roman um die Drogenkultur, auch heute noch aktuell, 30. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Der dunkle Schirm (Taschenbuch)
Ich hab jetzt schon etwa die Hälfte aller Werke von Dick gelesen, und dieses Buch ist mit Abstand das verrückteste und traurigste, das ich bisher gelesen habe.

Es wird schnell klar, dass unter all den verrückten Protagonisten Robert Arctor noch der am bodenständigste Typ ist. Er ist angeekelt von fast allem, was er tut, hasst die fetten glatzköpfigen Spiesser und stellt vieles vom Staat vorgeschriebene Rechtszeug in Frage. Bis dahin ergeht es wohl auch heute, und auch in Europa vielen Menschen, zumindest mir. Nach und nach merkt man, dass auch Arctor übel zugerichtet wurde von der Droge, die er selbst bekämpft. Er wohnt in einer Art Wohngemeinschaft mit zwei Typen zusammen, die dermassen abgehoben und abgedroschen sind, dass man sich sogar wünschen könnte, so zu sein wie die. Was die den lieben langen Tag machen ist schlicht urkomisch und bringt den Leser nicht selten zu einem amüsierten Kopfschütteln. Der Hintergedanke, dass Dick von eigenen Erfahrungen schreibt und die Figuren realen Menschen nachempfunden wurden bleibt einem aber ebenso im Gedächtnis wie der schräge Humor.

Neben vielen absurden Gesprächen zwischen den Protagonisten ("Ich bin heute auf eine Firma getreten. -Was für eine Firma? -Ich glaube, das Namensschild klebt noch an meinem Schuh") wird die Geschichte selbst immer unheimlicher und verzwickter. Arctor selbst wird immer leerer, was Dick überdeutlich und erschreckend real rüberbringt.

Das Ende ist dann so dermassen traurig und Dick-untypisch, dass man selbst beinahe in eine kleine Depression fällt. Heute noch, rund 6 Monate nach dem zu Ende gelesenen Buch verfall ich in Tränen, wenn ich an Dicks "Der dunkle Schirm" denke.

Ich bin jedenfalls extrem auf den Film gespannt. Ich habe schon viele Szenen aus "A Scanner Darkly" gesehen und kann mit deutlicher Sicherheit sagen, dass sich der Film sehr nahe am Buch hält.

Also, lest bitte zuerst das Buch, bevor ihr euch den Film anschaut.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie immer - Dick's movie..., 26. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Der dunkle Schirm (Taschenbuch)
Als elendiger, diesem Autor verfallener Hardcore-Fan ist es klar, dass auch dieser Roman 5 Sterne bekommt von mir.
Warum?
Dick ist für mich einer der genialsten Autoren, der es vermag, die zunächst sicher scheinende FAssade der "Realität" zu zertrümmern, um dahinter eine subtile Erscheinung namens "Bewusstsein" preiszugeben. Er konfrontiert den Leser gnadenlos mit der Einsicht, dass die Sicherheit die Mutter aller Illusionen ist und verpackt dies auch noch in spannende, herzzerreissende Stories voller Intensität und Emotion.

Zum Roman;
Bob Arctor - der Protagonist - ist absolut "kaputt". Eine Droge, namens "ToD" (kurz auch: T.), hat seine GEhirnhälften voneinander getrennt, sodass er zwei voneinander unabhängige Persönlichkeiten erlangt. Er selbst ist nämlich der Spion, welcher ihn überwacht...
Die Aussage dieses Romans, verpackt in eine ellenlange Metapher, welche die GEschichte darstellt, ist so dermaßen klar, dass man es gar nicht wahrhaben mag. Und sie lautet: Wir wissen nichts und am wenigsten wissen wir etwas über uns selbst.

Dick hat zu diesem Roman selbst gesagt, dass die lustigen Stellen die lustigsten und die traurigen die traurigsten sind, die er je geschrieben hat. Auch entdecke ich in diesem Roman viel autobiographisches in Bezug auf seine Psyche.
Der Roman ist außerdem auch ein dermaßen spannender Drogenkrimi, der die Drogenpolitik der USA aufs Korn nimmt. Zum Lachen und Weinen. Zum nicht mehr aufhören können, zu lesen. Dieses Buch haute mich vom Hocker.

Kauft's, wenn ihr Lust auf einen emotionalen Trip durch die Seele eines Visionärs habt. Für mich ist P.K.Dick einer der bedeutensten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielschichtig und persönlich, 19. Oktober 2007
Von 
M. Ünlü "Duke" (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der dunkle Schirm (Taschenbuch)
"Der dunkle Schirm" ist im Gegensatz zu PKDs meisten Romanen im Wesentlichen ein Gegenwartsroman und nur zweitrangig ein Sci-Fi. Obwohl der Roman in den 70ern entstanden ist, hat er sicher nichts an Aktualität verloren, beschreibt er doch vielschichtig die Drogenszene. D.h. also nicht nur die Abhängigen, sondern auch diejenigen, die Drogen verkaufen, Ermittler, Nachbarn, Strippenzieher, etc.

PKD kommt mit sehr wenigen Sci-Fi-Elementen aus. Eines der wenigen Sci-Fi-Elemente, die er verwendet - der Jedermann-Anzug- , ist - wie man sich schon wegen des Namens denken kann - eine wunderbare Metapher (ebenso z.B. wie die 6/7/10 Gangschaltung) .

Der Roman bezieht seine Vielschichtigkeit dadurch, dass er nicht nur die Sicht des Abhängigen darstellt, in der PKD selber wohl für eine Zeit war. In ebeso grandioser Weise erzählt er die Wahrnehmnung und das Leben des Ermittlers, welches nicht unbedingt viel besser ist als des Opfers. Ich denke, PKD war einer der ersten, die dieses erkannt haben (es gibt viele Quellen, die zeigen, wie erbärmlich letztendlich die Welt des Ermittlers ist). Darüberhinaus wird auch das Verhalten von Nachbarn und Drahtzieher aufgezeigt". Sie werden aber nicht in einer banalen Art kritisert, ebenso wenig wie der Abhängige in einer vereinfachten Art (z.B. als Willensschwacher) dargestellt wird. Darin liegt das Besondere an diesem Werk: es ist keine moralische Anklage!

Es ist klar, dass PKD sich auf das Individuum konzentriert. Das Individuum, das abhängig ist. Es wird in schonungsloser Offenheit bloß gestellt. Solche Sprüche wie Bewußtseinerweiterung" werden hier ad-absurdum geführt. Die Drogenabhängigen erleben zu keinem Zeitpunkt etwas Bewußtseinserweiterndes. Ihr Leben wird als eine Wiederholung von absurden, lächerlichen und unbedeutenden Augenblicken dargestellt. Im Gegensatz z.B. zu ..Palmer Eldritch" gibt es keine besonderen Wendungen in der Story - bewusst. Nur eine kleine" Überraschung am Ende, die zur erweiterten Kritik genutzt wird aber nicht zur Rettung des Protagonisten..

Im persönlichen Nachwort führt PKD seine Freunde auf, die er aufgrund von Drogen verloren hat - beklemmend.
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Der dunkle Schirm
Der dunkle Schirm von Philip K. Dick (Taschenbuch - 1. Januar 2004)
EUR 9,95
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