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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Satire zur neuen Weltordnung USA
Das grelle Cover machte mich neugierig, umso erfreulicher, dass der Inhalt nicht nur ebenfalls außergewöhnlich, sondern auch außergewöhnlich gut ist. Max Barry hat eine Welt von Morgen geschaffen, in der sich alles um Marketing, Globalisierung und Profite dreht. Die Welt ist aufgeteilt in die Vereinigten Staaten von Amerika (auch Australien, wo der...
Am 4. Juli 2003 veröffentlicht

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Handelskriege - das Geschehen ist durchaus mitreissend
In diesem Buch gefällt weniger das Literarische, als viel mehr das Zeitbild, das als Thema gezeichnet wird. Für den Stil , wie die Geschichte erzählt wird, passt die Bezeichnung minimalistisch.

Mir hat das Thema sehr zugesagt, weil ich solcherlei Dystopien immer schon interessant fand. Dystopien zeigen uns im Gegensatz zu einer Utopie einen...
Veröffentlicht am 20. November 2010 von Steve


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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Satire zur neuen Weltordnung USA, 4. Juli 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Logoland (Taschenbuch)
Das grelle Cover machte mich neugierig, umso erfreulicher, dass der Inhalt nicht nur ebenfalls außergewöhnlich, sondern auch außergewöhnlich gut ist. Max Barry hat eine Welt von Morgen geschaffen, in der sich alles um Marketing, Globalisierung und Profite dreht. Die Welt ist aufgeteilt in die Vereinigten Staaten von Amerika (auch Australien, wo der Roman großteils spielt gehört jetzt zu Amerika) und ein paar Nicht-USA-Staaten. Die Schulen sind in der Hand großer Konzerne, das öffentliche Leben ist privatisiert, Straßen sind fast durchweg gebührenpflichtig, wer die Polizei braucht, muss dafür bezahlen. Steuern gehören der Vergangenheit an, der Staat ist entsprechend pleite und machtlos, die wahre Macht haben die Großkonzerne, die untereinander gnadenlos Krieg führen. Als sich ein kleiner Merchandising-Vertriebsangestellter von Nike in der Marketingabteilung Wasser holen möchte, wird ihm dort von zwei skrupellosen Marketingmitarbeitern ein Job angeboten, den er ohne großes Nachdenken annimmt. Er unterschreibt blind einen Vertrag, der Folgendes beinhaltet: Hack Nike (die Nachnamen der Menschen richten ich nach ihren Arbeigebern) muss für eine Promotionaktion zur Markteinführung eines neuen Turnschuhs im Einkaufsrummel 10 Kids erschießen; es soll so aussehen, als wäre der Run auf die Schuhe so gewaltig, dass die Kids für die Schuhe sogar töten. Eine neue Form des Guerilla-Marketing! Hack bekommt kalte Füße und geht zur Polizei. Diese macht ihn darauf aufmerksam, dass im Vertrag eine Schadensersatzforderungen bei Nichterfüllung enthalten ist. Der Polizist bietet ihm jedoch an, dass sie den Auftrag gegen Bazahlung ausführen würde. Hack willigt ein, nicht ahnend, dass die Polizei den Mord an die NRA weitervergibt. Das ist erst der Anfang einer wilden Satire auf den american way of life und die Folgen einer Amok laufenden freien Marktwirtschaft. Mitunter ist die Handlung fast schon slapstickhaft und rennt mit irrem Tempo voran, doch hat Max Barry seine Zukunftswelt so gut durchdacht, dass der Roman weit mehr als reiner Zukunftsklamauk ist. In den USA wurde das Buch bereits heftig diskutiert und gelegentlich als neues "1984" angepriesen. Ganz so visionär halte ich "Logoland" vielleicht nicht, eines der ungewöhnlichsten und dabei unterhaltsamsten Bücher der letzten Zeit ist es allemal.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schöne neue Welt des globalen Kapitalismus, 23. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Logoland (Taschenbuch)
Willkommen in der Zukunft:
In den USA und den ihr angeschlossenen Ländern herrscht die freie Marktwirtschaft: Konzerne wie Nike, Pepsi und McDonald's kämpfen mit allen Mitteln um die Vorherrschaft in einer vom Konsum bestimmten Welt. - Willkommen im „Logoland", dem bunten Kosmos der Marken, Slogans und Trends:
Als Angestellter trägst du statt eines Nachnamen den Firmennamen, deine Kinder gehen in eine gesponserte Schule und tragen McDonald's-Schuluniformen. Wenn du einen Krankenwagen rufst, denk daran, die Nummer deiner Kreditkarte zu nennen. Falls man dich überfällt, wird dir die Polizei anbieten, den Täter zu verfolgen - auf deine Rechnung, versteht sich.
Und so funktioniert innovatives Marketing in der Welt von morgen:
Nike produziert einen Turnschuh für 85 Cent pro Paar und verkauft ihn für 2,500 Dollar. Um die Street Credibility der Schuhe zu steigern, ersinnt die Werbeabteilung eine „bahnbrechende Kampagne" - zehn Käufer sollen erschossen werden um den Eindruck zu erwecken, die „Nike Mercurys" seien derart begehrt, dass ghetto kids dafür morden.
Doch der damit beauftragte relativ ahnungslose Angestellte Hack will nichts damit zu tun haben und gibt den Auftrag an die Polizei weiter, die wiederum die Waffenlobby NRA damit betraut.
Doch die Regierungsbeamtin Jennifer Government funkt dazwischen: sie bekämpft die korrupte Konsumwelt und hat ausserdem noch eine persönliche Rechnung mit John Nike, dem Vizepräsidenten der Marketingabteilung, offen.
Bevor sie ihn zu fassen bekommt, zettelt dieser aber einen regelrechten Krieg zwischen den beiden größten Treueprogrammen Team Advantage und US Alliance an: er will die Regierung endgültig abschaffen und den Weg für die absolute Herrschaft des Kapitalismus frei machen...
Nach seinem erfolgreichen Erstlingswerks „Fukk" (im Original: „Syrup") ist „Logoland" Max' Barrys zweiter Roman; - „erst", will man einfügen, denn der junge Australier schreibt professionell wie ein mehrfacher Bestseller-Autor.
Der Aufbau der Geschichte, die Szenenaufteilung, der Spannungsbogen - all das wirkt bei näherer Betrachtung wie nach dem Lehrbuch entworfen. Das macht es dem Leser fast unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen: die Story jagt stellenweise voran wie in einem Actionfilm, die einzelnen Handlungsstränge verstricken sich immer mehr bis es schließlich zur Auflösung kommt.
Auch wenn „Logoland" inhaltlich satirisch ist, so ist Barrys Schreibstil so „neutral", dass der Leser während der Lektüre mit Unbehagen feststellen wird, dass die Vision von der „schönen neuen Welt" die das Buch zeigt gar nicht so unrealistisch ist. Von der Abschaffung der Steuern und der Privatisierung der Polizei mag man in den USA ja noch weit entfernt sein - aber die Premium Highways, die man nur gegen Gebühr benutzen kann und die gesponserten Schulen sind weniger abwegig.
Weil der Max Barry beim Erzählen seiner Geschichte so ganz auf den moralischen Zeigefinger oder andere Wertungen verzichtet, kann man den Roman entweder einfach als unterhaltsame Lektüre lesen oder als Zukunftsvision, als das „1984" oder „Minority Report" unserer Zeit als das viele Kritiker ihn bezeichnen.
Gleichgültig für welche Möglichkeit man sich entscheidet - „Logoland" bringt einem zum Schmunzeln, Schaudern, Stutzen, Kopfschütteln, und auf jeden Fall dazu, nichts anderes zu tun als zu lesen bis man die letzte Seite erreicht hat.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn Tote zu Mitteln der Promotion werden, 20. Juli 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Logoland (Taschenbuch)
2.500 Dollar kosten sie pro Paar: die neuen „Nike Mercury". Um den Absatz anzukurbeln ersinnt der Manager John Nike eine gnadenlosen Marketing-Strategie. Zehn Kunden sollen am ersten Verkaufstag erschossen werden, um Street Credibility und Nachfrage zu erhöhen. Den Auftragsmord schanzt er einem naiven Mitarbeiter zu, der den Vertrag unterschreibt, ohne ihn zuvor zu lesen. Und der kalte Füße bekommt, als er erfährt, wofür er sich gerade verpflichtet hat. Er geht zur Polizei und bittet sie, den Mord auszuführen. Die Polizei wiederum gibt den Auftrag weiter an einen weiteren Subunternehmer. Das Resultat: 14 Tote und eine unglaubliche Nachfrage nach den Turnschuhen.
Zum Zeitpunkt eines Mordes steht die Regierungsagentin Jennifer Government bereit. Sie soll verhindern, dass Jugendliche tödliche Opfer des Marketings werden. Jennifer scheitert, stirbt beinahe. Ihr Überleben stachelt sie nur noch mehr an, ihre Mission zu beenden: Sie muss John Nike das Handwerk legen. Dass das Motiv durchweg etwas mit ihrer und Johns Vergangenheit zu tun hat, lässt ihren dienstlichen Pflichteifer in persönliche Besessenheit umschlagen.
Doch irgendjemand muss schließlich John Nike stoppen. Vierzehn Tote belasten sein Gewissen keineswegs, im Gegenteil gibt seine Strategie der Karriere einen kräftigen Schub. Gegen unliebsame Gegner ersinnt er permanent neue Strategien, deren Skrupellosigkeit das zentrale Merkmal ist. Seine Philosophie: Wenn es um Profit geht, ist ein Menschenleben nicht von Wert, auch nicht das des amerikanischen Präsidenten. Und nur Jennifer kann John zu Fall bringen ...
McDonald's oder Burger King, IBM oder Apple, Reebok oder Nike. In der Welt von Max Barrys „Logoland" sind das existenzielle Fragen. Denn die großen Firmen, die global players, haben sich zusammengeschlossen zu zwei mächtigen Organisationen, die um Märkte konkurrieren. Es herrscht Krieg zwischen US Alliance und Team Advantage. Ohne Regeln, doch die gibt es in Form von Gesetzen ohnehin nicht mehr. Die Regierung ist pleite und machtlos, die Polizei privatisiert und korrupt. Steuern sind verboten und Angestellte heißen nach ihren Arbeitgebern. In der ungezügelten, freien Marktwirtschaft fahren die Reichen auf privaten Highways, und medizinische Hilfe wird nur geleistet, wenn man eine gültige Kreditkarte besitzt.
Willkommen in der schönen neuen Welt. Bei Max Barrys bitterbösen Thriller über die Globalisierung kann das Urteil natürlich nur lauten: kaufen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingt Lesen!!!, 19. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Logoland (Taschenbuch)
Logoland wurde mir von einem Freund empfohlen und als ich einmal angefangen hatte es zu lesen, war es um mich schon geschehen! Dieses Buch öffnet das Tor in eine mögliche Zukunft die von zwei rivalisierenden "Rabattsystemen" beherrscht wird. Es ist meiner Meinung nach gerade für Lesemuffel zu empfehlen, weil es durch Benutzung echter Firmennamen unglaublich real rüberkommt! Eine packende und unterhaltende Gesellschaftskritik wie sie schöner und besser nicht verpackt sein könnte!
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterhaltsam, Lustig, Spannend: JUST DO IT, 10. Januar 2004
Von 
Rezension bezieht sich auf: Logoland (Taschenbuch)
Na endlich! Die Steuern sind abgeschafft, die Regierung muss sich für all ihre Aktivitäten jeweils gezielt von den Bürgern bezahlen lassen. Die Polizei ist auch nur eine Sicherheitsfirma, genau wie die NRA (derzeit noch amerikanischer Lobbyverein für Waffennarren). Rechtsprechung - eine Sache des Preises.
Dazu tragen die Leute praktischerweise gleich mal den Namen ihrer Hauptgeldquelle (i.d.R. der Arbeitgeber) als Nachnamen - oder gar keinen, wenn sie selbständig sind. Komischerweise dominieren bei all der vermeintlichen Freiheit doch nur einige wenige amerikanische Konzerne die Welt - jedenfalls außerhalb Europas. Australien, Japan, Südostasien und Russland haben sich mit den USA zu einem amerikanischen Superstaat zusammengeschlossen - und überall sieht es gleich aus (identische Produkte, Malls, Wolkenkratzer). Eine munter pseudoliberale Parallelwelt, in die uns der gerade mal 30jährige australische Bestseller-Autor mit seinem zweiten Buch da führt. Und sie als „nahe Zukunft" bezeichnet.
Wie glaubwürdig der Weltentwurf auch sein mag, immerhin zieht Barry einige der beliebtesten Argumentationslinien der Globalisierungsgegner durchaus sorgfältig und mit viel Spass am Detail ein bisserl weiter - und baut einen spannenden Krimi hinein.
Der Plot
Hank Nike, ein rechter Tropf und armer Tor in Diensten des niedrig beleumundeten Nike-„Merchandising" wird von gleich zwei wichtigen John Nikes aus dem megawichtigen „Marketing" für einen besonderen Job im Guerilla-Marketing rekrutiert. Um zu sichern, dass der seit Monaten heftig beworbene, bisher aber nur in Minimalst-Auflagen an Prominente verteilte „Mercury"-Shuh sich richtig schnell zu einem maximalen Preis (2500 $) abverkauft, gilt es ihn bei der Primärzielgruppe unglaublich begehrt zu machen: Teenager. Dazu sollen beim großen Rollout am nächsten Wochenende 10 frischgebackene Käufer gleich beim Verlassen eines beliebigen Nike-Stores erschossen werden - Sooo begehrt sollen die Schuhe erscheinen, dass dafür auch mal ein Mord begangen werden kann.
Hank wird, tropfig nun mal, erst nach Unterschrift unter den umfangreichen Vertrag dazu klar, auf was er sich eingelassen hat. Nach Rücksprache mit seiner energischen Freundin Violet (ohne Nachnamen) entschließt er sich, zur Polizei zu gehen.
Gerne hilft die Polizei - und präsentiert gleich mal die bestmögliche Lösungsalternative für Hank's Dilemma: Wir machen das für Sie! Natürlich nur gegen einen kleinen Obulus von 150.000 $. Völlig aufgelöst willigt Hank ein. Die Polizei ihrerseits allerdings beauftragt ein weiteres Subunternehmen, die National Rifle Organisation (NRA), die nach Auflösung der meisten Regierungseinheiten die größte Armee der neuen Vereinigten Staaten aufbieten kann. Die Jungs von der NRA erledigen den Job, sogar besser als geplant: 14 Teens mit frisch gekauften Turnschuhen finden den schnellen Tod.
An einem der Schlachtpätze treten dann auch erstmalig zwei wichtige weitere Figuren auf:
1. Buy Mitsui, Flüchtling aus dem überregulierten Frankreich und Börsenmakler. Er wird einem Teenmädel, Opfer, kurz vorher das nötige Geld für den Erwerb der Mercurys schenken. Einfach so, hat er doch kurz zuvor mit einem hochriskanten Deal (nicht legal) seinen Job, seinen Bonus und sein Auskommen gerettet. Das Mädel wird in seinen Armen sterben, während er für den Callcenter-Menschen von der Ambulanz nach seiner Kreditkartennummer sucht.
2. Jennifer Government, Titelheldin des Romans (habe ihn im englischen Original gelesen). Sie erwischt einen der NRA-Attentäter fast, bevor sie mit einem Schuss auf ihre selbst gekaufte Sicherheitsweste in die Windschutzscheibe eines zwei Stockwerke tiefer zu gewinnenden Mercedes katapultiert wird (natürlich muss die Regierung den Schaden am Auto ersetzen).
Jennifer, alleinerziehende Mutter, früher mal wichtig in der Werbebranche, wird die Verfolgung der Täter aufnehmen.
Beschleunigung
Die tödlichen und abstrusen Vorfälle häufen sich. Während der eine der bösen Johns von Hanks Freundin mittels Toaster ins Koma befördert wird, steigt der andere in der Nike-Hierarchie weiter auf. Nike ist mit anderen Firmen in einem gemeinsamen Bonusprogramm („US Alliance") verbunden - und eigentlich gibt es nur noch ein rivalisierendes Bonusprogramm („Team Advantage"). John will Krieg - und den Gegner vernichten. Doch bevor es den Firmen-Gegnern an den Kragen geht, muss noch ein Hindernis beseitigt werden: Die Regierung!
Schnell gedacht, konsequent gehandelt, ein Flugzeug mit den wichtigsten Ministern und dem Präsidenten wird (für gutes Geld) von der befreundeten NRA abgeschossen. Dann geht der Krieg der Bonusprogramme auf der Straße erst richtig los. Mitten drin Buy, Hank, Violet und Jennifer, die es nach etlichen Verwirrungen doch noch schafft, den ultrabösen John (Vater ihrer Tochter) hinter Gitter zu bringen. Nach den zahlreichen Todesfällen wird es den anderen Chefs der Bonusprogramme nämlich doch etwas unsicher - und zu wenig profitabel.
Moral von der Geschicht: Ohne Regierung geht es nicht, aussteigende Börsenmakler geben gute Väter ab - und geschwängert verlassene Frauen sind auf Dauer unbezwingbar!
Bewertung
Wenn auch die konzernkritische Grundstimmung manchmal arg platt vorgetragen wird, das Buch ist sehr unterhaltsam. Immer wieder erfreuen kleine Vignetten und Seitenhiebe auf den Konsum-Absolutismus amerikanisch-japanischer Prägung. Als Marketing-aktiver Mensch erkenne ich so manche Situation wieder - und die Überzeichnung ist oft nur gering.
Zudem ist das Buch bis in die Nebenfiguren hinein (tumbe Scharfschützen, blöde Teenkälber, überambitionierte Softwareentwickler) farbig und erfrischend besetzt. Klar sind einige Charaktere eher Schablonen denn wahrhaftige Menschen - aber in einem lustigen Actionkracher darf das auch mal sein. Zumal er gelegentlich auch ein wenig zum Weiterdenken anregt. Ein guter Kauf!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herrliche Satire, 2. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Logoland (Taschenbuch)
Handlung: 4/5 Sterne
Ein unbedarfter Mitarbeiter eines Sportartikelkonzerns wird damit beauftragt, ein paar Kunden zu töten, um für Schlagzeilen zu sorgen. Daraus entwickelt sich eine epische Schlacht der "Guten" (unterbezahlte Regierungsvertreter) gegen die "Bösen" (skrupellose Konzernmanager). So weit, so bekannt - Barry hat gewissermaßen die akutelle Finanzkrise vorweggenommen. Die Handlung schlingert ein wenig von Schauplatz zu Schauplatz und von Figur zu Figur. Das ist aber nicht mehr als angemessen für eine Satire und führt zu einer hübschen Achterbahnfahrt durch die höllische Zukunft des amerikanischen Kapitalismus.
Nicht so gelungen finde ich das Happy End. Letztlich wird nur die vorhandene "gute" Ordnung (gezähmter Kapitalismus) restauriert. Hier hätte Barry nochmal so richtig auf die Pauke hauen können.

Figuren: 5/5 Sterne
Die Protagonisten finde ich für eine blanke Satire sehr prägnant gezeichnet. Der "Held" bleibt dabei noch am blassesten, er hat einfach keine Ahnung von gar nichts und ist stets am falschen Ort. Die anderen sind richtig einprägsam: eine FBI-Agentin mit einem Erziehungsproblem, ein Soldat auf Abwegen, ein Finanzmakler mit Burnout. Das geht so runter bis in die Nebenrollen. Gut gemacht!

Sprache: 4/5 Sterne
Die Sprache ist überwiegend verknappt, verslangt und arbeitet mit eigenen Wortschöpfungen. Das ist ok und trägt zum Gesamtkunstwerk bei. Ein wenig prägnanter wäre es aber vielleicht schon noch gegangen.

Atmosphäre: 5/5 Sterne
Die Welt von morgen, die hier beschrieben wird, bleibt zwar kursorisch in der Darstellung, ist emotional aber gut greifbar. Vermutlich deshalb, weil wir alle die Dynamiken der Marktwirtschaft und der Durchökonomisierung unserer Welt aus eigener Erfahrung kennen. Da kann Barry gut aufsetzen und die Dinge einfach noch ein wenig mehr extrapolieren, bis es ins Absurde kippt.

Struktur: 5/5 Sterne
Die Kapitel sind sehr kurz, der Focus springt zwischen den (vielen) Protagonisten hin und her. Dennoch bleiben alle Schicksale verbunden, man versteht die Zusammenhänge. Insgesamt baut sich daraus eine Art Netzwerk auf (sowieso ein aktueller Topos), daraus entsteht auch die wachsende Spannung.

Zusammenfassung: 5/5 Sterne
Insgesamt hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Es ist richtig böse und macht Laune beim Lesen. Besonders gelungen finde ich die konsequente Weiterentwicklung und Übertreibung von bereits bekannten Trends, diese werden wirklich zu Ende gedacht. (Das macht Eschbach beispielsweise bei "Ein König für Deutschland" nicht - das Potenzial der Idee wird dort nur angekratzt). Ich bin eigentlich kein Kapitalismus-Kritiker, hatte aber trotzdem viel Spaß bei der Lektüre.

Gabriel B.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ziemlich durchgeknallt, 11. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Logoland: Roman (Taschenbuch)
Dies ist eine Satire um den absoluten Konsumwahnsinn, in der die großen Konzerne anscheinend mehr Macht haben als die Regierung und deren Mitarbeiter sogar den Firmennamen als Nachnamen tragen, wie z. B. John Nike, der als skrupelloser Marketingexperte eine steile Karriere hinlegt und selbst davor nicht zurückschreckt, einige Teenager erschießen zu lassen, um die Nachfrage nach Turnschuhen zu steigern. Die Polizei ist durchweg korrupt und greift nur ein, wenn man sie vorher bezahlt (mit Ausnahme von Jennifer Government, der auch der Originaltitel gewidmet ist). Auch um einen Krankenwagen zu rufen, muss man erstmal seine Kreditkartennummer angeben, obwohl vielleicht gerade jemand am Verbluten ist.

Bei den ersten 150 Seiten habe ich mir etwas schwer getan. Viele Charaktere in scheinbar unabhängigen Handlungen und manch echt abstruse Idee haben keinen Lesefluss aufkommen lassen. Aber dann nimmt das Buch ganz schön an Fahrt auf und so langsam erkennt man, wie die Wege der Protagonisten sich am Ende kreuzen werden. Eine tolle Mischung aus Action und Comedy und hoffentlich nur Zukunftsvision des Autors.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Handelskriege - das Geschehen ist durchaus mitreissend, 20. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Logoland: Roman (Taschenbuch)
In diesem Buch gefällt weniger das Literarische, als viel mehr das Zeitbild, das als Thema gezeichnet wird. Für den Stil , wie die Geschichte erzählt wird, passt die Bezeichnung minimalistisch.

Mir hat das Thema sehr zugesagt, weil ich solcherlei Dystopien immer schon interessant fand. Dystopien zeigen uns im Gegensatz zu einer Utopie einen für den Menschen schlechten Verlauf der gesellschaftlichen Entwicklung.

Freilich, für einige wenige Vertreter des Gewinnstrebens zeigt dieser Roman auch eine Utopie, wie leicht es nämlich ist, das grosse Geld zu machen - wenn man nur bereit ist die (ungeschriebenen) Grenzen zu übertreten. Hier wird eine Welt der Konkurrenz gezeigt, in der bestehende gegenwärtige Tendenzen des Wettbewerbes (Vernichtung des Gegners) übersteigert sind. Zur Not wird auch die Regierung als ein Gegner deklariert, den man ausschalten muss. Damit wird ein Anarchismus angedeutet, der im Buch thematisiert wird. Die Konzerne nehmen das Heft des Handelns in die Hand und definieren eine eigene Legalität bzw. eigene Gesetze.

Im Ganzen war ein Unterhaltungswert gegeben. Ich werde sicher hin und wieder das Buch bei Freunden erwähnen, aufgrund des Themas bzw. Sujets - aber so richtig hängen geblieben ist es nicht in meiner persönlichen Schatztruhe gelesener Bücher.
Das Buch bietet auf den ersten Seiten viel, verspricht einiges, lässt dann aber stark nach und wartet nur noch auf das Ende. Langweilig ist das Ganze nicht, aber mit dem Ende etwas seicht oder einfältig geworden. Eines der Bücher, wo ich auf den letzten Seiten dem Ende sehnsüchtig entgegen sah.

Schnell entfalten sich von Anfang weg mehrere paralelle Handlungsstränge, bei denen verschiedene Figuren ihre Reise durch eine Welt antreten. Eine Welt, die gewisse Tendenzen der heutigen Zeit ins Absurde übersteigert. Es herrscht ein Handelskrieg, bei dem die Grenzen längst überschritten sind oder andere Grenzen gerade in Begriff sind, überschritten zu werden.

Es ist eine Welt, wo Du zum Beispiel verklagt werden kannst, wenn Du kündigst, aber Dein Nachflger ist schlechter als Du. Von solchen Gepflogenheiten, Machenschaften, Grausamkeiten und Besonderheiten hätte ich mir aber ab der zweiten Hälfte des Buches mehr gewünscht.
Anfangs faszinierte (erschreckte) diese Welt mit den absurden Gesetzmässigkeiten, aber es wurde schliesslich nur noch die Odyssee verschiedener Figuren gezeichnet, die entweder auf der Jagd nach etwas sind, oder auf der Flucht. Manche sind auf der Jagd nach Geld, andere wollen aus dem Fadenkreuz gelangen, in das sie geraten sind. Am Ende geht es im Grunde nur noch um das Überleben, aber so viel liest man dann nicht mehr von den eigenen Gesetzen dieser Welt und was diese mit den Menschen machen.
Gut gelungen ist dabei, dass die Geschichte dieser verschiedenen Figuren paralell zueinander erzählt wird. Zwischenzeitlich und am Ende begegnen sich dann einige dieser Figuren und so schliesst sich ein Kreis.

Die nicht nur in der heutigen Jugend verbreitete Identifikation mit einem Produkt wird an verschiedenen Stellen thematisiert, was teils lustig rüber kommt.

Im Buch wird uns auch eine Welt der Egoismen einerseits gezeigt, und es wird andererseits eine Odyssee gezeigt, wie man in einer solchen Welt wie ein Blatt im Wind von Ort zu Ort kommt, weil man einen Job braucht, und von anderen dabei nur noch ausgenutzt wird.

Die verschiedenen Akteure und Figuren gefallen durch ihre Verschiedenartigkeit, obwohl sie nicht deutlich herausgearbeitet sind.
Leider sind die vielen Figuren mit den verschiedenen Handlungssträngen auch ziemlich verwirrend - dabei werden die verschiedenen Figuren nahezu gleichrangig behandelt, was den Roman aufwertet, obwohl die verschiedenen Erlebensweisen auch hätten stärker herausgearbeitet werden können.

Im zunehmenden Verlauf verlor ich öfter den Faden (wer war das noch gleich mit welcher Geschichte), und war nicht gerade begeistert, öfters zurückzublättern, was ich dann auch sein liess, und einfach weiterlas. Es war dann doch gut möglich, der Handlung zu folgen, weil man erinnert wurde, und sich derweil auch diverse Kreise schlossen. Im Ganzen durchaus ein nettes Buch.

Es ist keine grosse Literatur, dafür fehlt eindeutig die Tiefendimension der Charaktere und vielleicht auch die entsprechende Art und Weise des Erzählens. Die Story mündet schliesslich in eine gewisse Einfältigkeit. Obwohl die Charaktere durchaus lebendig werden - aber nicht durch das, was sie tun oder denken, sondern mehr durch Dialoge, und weil sie sich dabei meist in einem Geschehen befinden: Das wenige, was sie durch Dialog oder Taten ausdrücken funktioniert aber, um sich ein Bild der verschiedenen Akteure zu machen. Es ist also nicht schlecht geschrieben, aber sparsam und mit grösserem Gewicht auf das Geschehen.

Da wäre zum Beispiel John, der Bösewicht. Den es auch gleich zweimal gibt. Einer, der plant, und gewissermaßen Schreibtischtäter in einem quasi mobilen Büro ist, und ein John, der Aktionen und Missionen ausführt.

"1984" und "schöne neue Welt" begeistern schliesslich auch literarisch.
Für "Logoland" bin ich gespannt auf die angekündigte Verfilmung (ob das noch was wird?).
Angeblich sollen G. Clooney und Soderbergh hier ihre Finger im Spiel haben... - George Clooney könnte ich mir dabei sehr gut als John vorstellen (den planenden Schreibtischtäter). Es ist für meinen Eindruck wirklich ein Buch, das auf eine Verfilmung wartet. Dieser Film würde wohl mehr durch Witz als durch eine komplexe Handlung oder einen komplexen Plot überzeugen. Was der Plot hergibt, sind vor allem die vielen andersartigen Figuren, die die Geschichte eines militanten Handelskrieges aus ihrer jeweiligen Perspektive erleben.
Die Geschichte bleibt ohne besondere Pointe. Ungefähr nach der ersten Hälfte gibt es nichts neues mehr. Es wird auf den Abschluß, das Ende hingearbeitet, was allerdings zusammen mit dem Plot solide gestaltet ist - mit der erwähnten Einschränkung, dass die vielen Akteure etwas verwirren.
Wenn man beim Lesen des Buches aber von Anfang an darauf achtet, wer was getan hat und wer was vor hat, dürfte man diese Hürde leicht nehmen und Lesevergnügen ist gewährleistet. Vom Hocker gerissen hat mich das Buch aber nur anfangs.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach, 11. August 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Logoland (Taschenbuch)
Einfach das beste Buch der letzten Jahre. Frisch, unverbraucht und voller genialer Seitenhiebe auf die moderne Konsumgesellschaft. So manches AHA Erlebnis für den Leser ist garantiert, und soooo abwegig ist die Story auch nicht. Wir sprechen uns einfach in 10 Jahren noch einmal.
MfG
Thomas Telekom
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2.0 von 5 Sternen Lara Croft meets Big Brother, 6. Dezember 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Logoland: Roman (Taschenbuch)
Alleinerziehende Mutter kämpft gegen den Rest der Welt. Natürlich mit Liebesgeschichte. Schlecht geschrieben und an den Haaren herbeigezogen. Die deutsche Übersetzung ist auch wenig gelungen.
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Logoland
Logoland von Max Barry (Taschenbuch - 1. Juli 2003)
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