weddingedit Hier klicken muttertagvatertag Cloud Drive Photos Kamera16 Learn More bruzzzl Hier klicken Fire Shop Kindle Sparpaket Autorip GC FS16

Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen124
4,3 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 10. Januar 2004
Was für ein Buch. Was für ein verdammt gutes Buch, und ich habe keine Idee, wie es drei Jahre unbemerkt an mir vorbeigehen konnte, ohne daß jemand sagte, He, ließ dieses Buch. Als es dann jemand sagte, war der Grund recht simpel: "Lies es, denn es ist so witzig", wurde mir gesagt. Das Buch ist auch sehr witzig, ohne Frage, aber was dann nach dem Witzigen kommt, ist bodenlos ernst und tief und so menschlich, daß es einen mit offenem Mund zurückläßt.
Die Geschichte, die der Hauptcharakter Raymond erzählt, ist voller Wärme und Traurigkeit. Sie enthält die Arroganz der Jugend, ihren Frust und ihre Ratlosigkeit. All die Mißgeschicke des Lebens rasen auf den Leser zu. Wir haben hier einen Hauptcharakter, der das Leben und die Musik liebt und dabei vom Pech verfolgt wird. Wir haben jemanden, der einfach nur er sein will und kein Teil der normalen Welt. Ich denke, es gibt da draußen tausende Jugendliche, die sich fragen, was sie in unserer Zeit verloren haben und wie sie aus dieser Zeit fliehen könnten, wenn es möglich wäre. Willy Russels Roman handelt von solch einer Flucht. Er enthält so viele feine Geschichten, daß ich keine anreißen möchte. Nicht um zu viel zu verraten, sondern weil es albern wäre, neue Worte dafür zu finden.
Ein Roman, der mehr ist als ein Roman. Ein Roman mit viel Tiefe, mit viel Erfahrungen und einer Menge Humor. Ein wunderbarer Roman.
55 Kommentare|135 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Februar 2008
Eigentlich wollte ich diesen Monat ein anderes Buch vorstellen. Und ich weiß, dass das hier sicher keinen interessiert. Egal. Doch dieses Buch habe ich soeben zu Ende gelesen und bin so ergriffen von diesem Roman. Ich muss darüber schreiben - jetzt. Willy Russell Der Fliegenfänger". Noch nie habe ich einen so guten Roman gelesen. Ich war mittendrin. Die ganze Zeit war ich mit Raymond zusammen unterwegs, in seiner Vergangenheit und Gegenwart. Wahnsinn!

Es sind eigentlich nur Briefe, lange Briefe, Briefe an Morrissey zwischen zwei Buchdeckel gepresst. Doch eigentlich sind es nicht einfach nur Briefe. Das Ganze ist eine Geschichte, die unter die Haut geht, die einem aus der Haut fahren lässt, die Tränen und Lächeln gleichermaßen hervorruft. Eine unglaublich Geschichte, die sich so wahr anfühlt, dass man hinaus schreien möchte: Warum, warum nur hat denn niemand zugehört? Wieso hat diesem Jungen niemand ins Herz gesehen? Sind wir Menschen manchmal so oberflächlich, so fest in unseren Strukturen verwachsen, dass wir nicht merken, wenn wir ein Lebewesen falsch beurteilen? Verurteilen?

Raymond Marks ist elf, als sein Leben aus den Fugen gerät. Er erfindet das Fliegenfangen, das ich hier nicht wirklich näher beschreiben will. Doch Jungs in dem Alter sind einfach so und es ist völlig natürlich, völlig normal. Doch wenn Erwachsene aus harmlosen Situationen ein menschenverachtendes Drama machen, dann kann die kleine heile Welt eines Elfjährigen gefährlich ins Schwanken geraten. Ray fliegt von der Schule und jeder hält ihn für einen Idioten, der sich selbst umbringen will. Ein Verrückter, dem man sofort zutraut, dass er sich an kleinen Mädchen vergreift. Ein Subjekt, das weggeschlossen gehört. Verachtet. Gehasst. Ausradiert.

Jahre später, als 19-Jähriger, schreibt Raymond seine Geschichte nieder. Er, der größte Morrissey-Fan aller Zeiten, ist auf dem Weg nach Grimsby, weil er dort auf dem Bau arbeiten und erwachsen werden soll. Er schreibt in sein Songbook. Briefe. Briefe an sein Idol Morrissey. Ihm erklärt er ehrlich alles, was damals passiert ist, als man ihn von der Schule schmiss und keiner seiner Freunde mehr mit ihm spielen durfte. Ihm verriet er auch, was damals am Kanal wirklich passierte, als man die kleine Paulette Patterson mit zerrissenem Kleidchen und blutigen Armen in einem verlassenen Schuppen gefunden hatte.

Der Fliegenfänger" ist Russells erster Roman und ein fantastisches Debüt. Seine Sprache ist so authentisch, dass man beim Lesen manchmal das Gefühl hat, man hätte die schlimmen Dinge alle selbst erlebt. Wir Erwachsenen haben schnell vergessen, wie verloren wir uns manchmal als Kind im Dschungel der Welt vorkamen. Wie gefährlich harmlose Dinge auf uns wirkten, wie Fantasien mit uns durchgingen. Die Großen" hielten Raymond für verrückt und ich fühlte so sehr mit dem Jungen, dass ich gern ins Buch geschrien hätte: Lasst ihn in Ruhe!"

Der dicke Schmöker ist nicht einfach nur so ein" Roman. Auf dem Buchdeckel steht, es ist eine ganz persönliche Unabhängigkeitserklärung" - ja, dass trifft es sehr gut. Und ein Abschluss mit der Vergangenheit, ein Loslassen. Und warum Morrissey? Weil Raymond nicht nur sein größter Fan ist, sondern er sich mit diesem fantastischen Musiker so sehr identifizieren kann. Er fühlt, dass dieser ihn verstehen würde. Versteht, warum all dies passiert ist.

Das über 500-seitige Buch ist ein packender Roman. Mich hat er gefesselt. Und ich bewundere Russells unglaublichen Stil, der seine Geschichte zu einem wahren Meisterwerk gemacht hat. Vielleicht ist sie ja wirklich so passiert. Wer weiß.
0Kommentar|91 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. September 2009
Die Jugend eines Losers. So könnte man in einem Satz das Buch beschreiben, wenn es damit zu beschreiben wäre. Allerdings wird man dem mächtigen Werk damit nicht gerecht. Tatsächlich beschreibt der Held in der Ich-Form seine Jugend, die sich zunächst ganz normal anlässt, bis zum von seiner Umwelt vorangetriebenen gnadenlosen Absturz und dem letztendlich versöhnlichen Ende, in Form von Briefen an sein Idol. Mit einer schriftstellerischen Wucht, einer ergreifenden Sprache und einer unglaublich dichten Darstellung der Handlung und des Innenlebens des "Fliegenfängers" schlägt Russel dem Leser die Wahrheit über das Leben ins Gesicht, dass man am Ende nicht weiß, ob man mitfühlen oder an der Gesellschaft zweifeln soll, die sich in diesem Epos auf jeder Seite spiegelt.
Zumindest bleibt man nachdenklich zurück. Dinge wie diese passieren immer und überall, es trifft zu jeder Zeit die Falschen, die uns immer und überall auf der Suche nach einem Ausweg aus ihrem Dilemma begegnen. In unserer eigenen Welt gefangen, erkennen wir sie nur nicht.

In einem kraftvollen, sprachlichen Rundumschlag schreibt sich der Hauptdarsteller die über die Jahre seiner Kindheit aufgestaute Verzweiflung aus dem Leib und übergibt sie dem Leser zur weiteren Verwendung. Dieser muss sich vorher überlegen, ob er diese teilen will, um letztendlich durch Irrungen und Wirrungen hindurch an der erlösenden Befreiung teilzuhaben, oder ob er lieber in der Komfortzone verbleiben und Kitsch a là Karen Rose und dergleichen konsumieren will. Wer sich darauf einlässt, wird unweigerlich in den Kopf, den Körper und die Gedankenwelt eines vielleicht unterdurchschnittlich intelligenten, unansehnlichen und ungeliebten Teenagers hineinversetzt und fühlt sich wie dieser in dieser Rolle gefangen. Das macht letztendlich den Reiz dieses Buches aus. Es berührt unweigerlich.

Also: Doppeldaumen nach oben für Willy Russell, ein anspruchsvolles Leseereignis.
0Kommentar|9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Mai 2003
Ein Huckleberry Finn der heutigen Zeit, lustig und dann wieder so todtraurig, dass es einem den Hals zuzieht.
Der Protagonist Raymond Marks erfindet mit 11 Jahren in einer Schulpause ein pubertär harmloses, wenn auch wenig absonderliches Spiel auf "männliche" Art und Weise Fliegen zu fangen. Kleine Ursache, grosse Wirkung! Ab dem Zeitpunkt ist nichts mehr wie es war. Das harmlose Spiel wird aufgebauscht und missverstanden. Das führt so weit, dass Raymond von der Schule fliegt, sich eine dicke Speckschicht anfrisst, in seiner eigenen Phantasiewelt lebt und demzufolge zum Außenseiter und Sonderling wird. Seine alleinerziehende Mutter versteht ihn nicht und ist ihm keine Hilfe, lediglich bei seiner "verrückten" Oma stösst er auf Verständnis. Es scheint so, als habe sich alles gegen ihn verschworen, alles was er anfängt missglückt und wird falsch ausgelegt. Ein richtiger Pechvogel, der mir aber während des Lesens mehr und mehr ans Herz gewachsen ist. In seiner Not schreibt Raymond tagebuchartige Briefe an sein Popidol Morrissey.
In der Sonderschule gewinnt er schliesslich doch zwei Freunde, den schwulen Twinky und Norman, der lernen soll sein unbändige Wut zu zügeln. Diese Dreierclique hält nun zusammen wie Pesch und Schwefel. Die außergewöhnliche Freundschaft der drei Außenseiter der Gesellschaft, ist auf eine derart subtile, anrührende Art beschrieben, dass ich alle drei Jungen glatt adoptieren könnte. Ich kann dieses wunderbare Buch nur allen Lesern, die Kinder lieben und vor allem verstehen wollen wärmstens ans Herz legen.
Mit Sicherheit wird dieses Buch neben MONSIEUR IBRAHIM UND DIE BLUMEN DES KORANS zu meinen persönlichen Bestsellern 2003 zählen! Beide Bücher handeln von Jungen, die vom Schicksal benachteiligt und trotzdem auf der Suche nach ein wenig Glück sind, beide sind Kämpfer und gehen trotz aller widrigen Umstände nicht unter und beide geben Hoffnung letzendlich auf mehr Menschlichkeit, Wärme und Toleranz im zwischenmenschlichen Umgang.
Der Fliegenfänger ein weises, ein menschliches, ein zärtliches aber auch ein grausames Buch, dass den Vergleich zum Fänger im Roggen nicht zu scheuen braucht
0Kommentar|29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. November 2009
Ein absolut faszinierendes Buch. Die Geschichte selbst ist ein Drama und doch so witzig geschrieben, dass man an den dramatischsten Stellen in Lachen ausbricht.
Die ersten Seiten war ich skeptisch, da Raymond seine Geschichte in Briefen an Morrissey schreibt, was mir eigentlich nicht gefällt. Nach wenigen Seiten liest es sich allerdings wie ein "normaler" Roman und die Briefform fällt nicht weiter auf.
Dieses Buch sollte Pflichtlektüre in Schulen werden!
0Kommentar|7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. September 2009
Der Hauptcharakter: ein schlauer Junge namens Raymond, mit einer eigenen Sicht auf die Welt: Er ist augenscheinlich nur von dummen und primitiven Erwachsenen umgeben die anscheinend mit dem Wort Sarkasmus Nichts anfangen können und die zu arrogant sind um sich anzuhören was Raymond zu sagen hat. Dadurch entstehen natürlich nur Missverständnisse und er tritt von einem Fettnäpfchen ins Andere - Sachen die eigentlich Lapalien sind, aber die Leute um ihn herum neigen dazu aus Mücken Elefanten zu machen und so wird er schließlich, auch durch die Einwirkung von "Klatsch und Tratsch" und Klischees als gemeingefährlicher Perversling und schlimmeres abgestempelt.

Nach ungefähr einem Drittel des Buches habe ich mit dem Gedanken gespielt es nicht mehr weiter zu lesen - nicht weil es mich gelangweilt hat! Nein, es ist durchaus spannend und manchaml auch einfach nur witzig, aber es ist zeitweise wirklich NUR deprimierend. Missgeschick über Missgeschick, Erwachsene und auch seine besten Freunde verurteilen ihn .... und keine Aussicht auch auf nur einen Lichtblick. Aber ab einem gewissen Zeitpunkt erkennt man dass nicht alles verloren ist und langsam (erst schleichend dan öfters): Lichtblicke. Aber das Buch bleibt natürlich trotzdem noch tragisch und sarkastisch. Ich habe es feritg gelesen und ich muss sagen ich bereue es wirklich nicht!

Das Buch MUSS Anfangs einfach deprimierend sein um Raymond zu fomren und seine spätere Handlungsweise zu verstehen. Und dadurch kommt es auch, dass man sich über jedes noch so kleine positive Ereignis richtig freut (und wenn es nur ein Lächeln von seiner Mutter ist)
0Kommentar|12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Juni 2009
Was für ein Buch ! Unfassbar, dass es dem Verlag nicht gelungen ist, dieses Buch besser zu promoten. Mehr als 30 gute Kritiken bei Amazon haben mich dazu bewogen, dieses Buch zu kaufen. Ich habe es nicht bereut. Diese Buch ist wirklich lesenswert und jedem zu empfehlen. Eine Klasse Geschichte, welche von den kleinen Dingen des Lebens handelt.Selten hat mich eine Geschichte derartig berührt. Ein Vergleich mit Irving, Franzen etc. ist völlig berechtigt. Herzlichen Dank an Amazon und deren Rezensionen, ohne die ich nicht auf das Buch aufmerksam geworden wäre.
0Kommentar|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. September 2009
...ein Buch voll Wärme, Witz und Weisheit - die berühmten drei W's, die ein Buch besonders machen.

Ich bin über dieses Buch nur über die Amazon-Empfehlungen gestolpert, sonst wäre ich garnicht darauf gekommen. Bin aber nun froh, daß ich es mir angeschafft habe.

Über den Inhalt will ich garnicht viel erzählen; aber die Lebensgeschichte von Raymond, vorgetragen in Briefen an sein größtes Idol, ist so voller Wendungen, Irrungen, Wirrungen - ein Leben kann man immer von mindestens zwei Seiten sehen und wahrscheinlich haben beide recht....

Eine charmante, hochintelligente Sprache, die einem schlauen Jungen mit seiner eigenen Sicht der Dinge wie auf den Leib geschneidert ist und die einfach Spaß macht.

Ich kann das Buch jedem nur wärmstens ans Herz legen - wie aus einem Streich kleiner Jungen eine Lebensgeschichte wird, das ist einmalig.
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. August 2011
Das Buch 'Der Fliegenfänger' ist ein hervorragendes Debüt von Russell als Schriftsteller. Sein Erzählstil ist sehr gut zu lesen und man kann sich schon fast in die Geschichte hineinversetzen. Dies hat natürlich nicht nur mit dem Erzählstil, sondern vor allem mit der Geschichte selbst zu tun.

In 'Der Fliegenfänger' geht es um den Jungen Raymond Marks, der - ja schon fast chronisch - missverstanden wird. Angefangen hat es damit, dass er aus dem Zufall heraus das Spiel 'Fliegenfangen' erfand und dies aufgrund eines Unfalles und seines neuen Schulleiters völlig missverstanden wird, so dass er von der Schule fliegt. Und dann ging es so weiter. Egal was er auch tat, er wurde eigentlich immer von den Erwachsenen missverstanden. Ein Beispiel dafür ist, dass Raymond im Winter von der Brücke in den Kanal fällt, weil er sich erschreckte, da jemand seinem Namen aus dem Nichts rief. Jedoch wurde es so von den Erwachsenen verstanden, dass er sich das Leben nehmen wollte. Mehr möchte ich aber von der Geschichte nicht erzählen.

Die Geschichte ist etwa folgendermaßen aufgebaut: Raymond, mittlerweile neunzehn Jahre alt, befindet sich auf der Reise von seinem Zuhause nach Grimsby, wo er arbeiten gehen soll. Und auf dieser Reise erzählt er von seinen Erlebnissen seit er elf war - vom Fliegenfangen und allen anderen Vorkommnissen, von seiner Mam und seiner Oma, von Freunden und Leuten, die ihm angeblich immer nur helfen wollten. Dies alles schreibt er in Briefen an den Sänger Morrissey, den er als Vorbild sieht und sich mit dessen Lebensweise und Musik identifizieren kann. Darunter befinden sich auch ein paar Songtexte, die sich auf das Erzählte beziehen. All das schreibt er in sein Song- und Notizbuch, solange bis er endlich sein Glück fand.

Dem Text auf der Buchrückseite, dass es sich hierbei um eine ganz persönliche Unabhängigkeitserklärung handelt, kann ich nur zustimmen. Es ist eine fesselnde Geschichte des Jungen Raymond Marks, der auch einfach nicht normal sein will, wie es jeder gern von ihm hätte.

Ich weiß nicht, wieso ich erst vor Kurzem von diesem Buch erfuhr und nicht schon viel eher. Es ist ein wirklich zu empfehlendes literarisches Werk wie ich finde.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. Dezember 2010
Vor einem Tag habe ich Russells "Der Fliegenfänger" beendet und seine Geschichte spukt mir immer noch hartnäckig im Kopf herum. Es gibt hier schon viele Zusammenfassungen der Geschichte, also werde ich mich in meiner Rezension auf das beschränken, was mir sehr gut gefiel und warum ich dann doch nur 4 Sterne vergebe.

Raymond Marks' Geschichte hat mir im Grunde sehr gut gefallen. Sie ist intensiv, manchmal laut, manchmal leise und subtil, aufwühlend und sehr, sehr spannend. Ich habe sprichwörtlich alles stehen und liegen gelassen, nur um noch ein einziges Kapitel lesen zu können (hätte es mir jemand versucht wegzunehmen, hätte er es gewaltsam versuchen müssen!). Die Charaktere sind gut gezeichnet und interessant, besonders der Protagonist, Raymond. Durch seine ruhige und sympathische Art gelingt es dem Autor schnell, den Leser für ihn einzunehmen. Seine Oma, die Melancholie und Traurigkeit zu schätzen weiß, ist eine echte Wucht!

Leider meint es der Autor aber alles andere als gut mit Raymond und lässt ihn schon als Kind von einer Katastrophe in die nächste schlittern. Jedesmal wenn man denkt, schlimmer kann es nicht mehr kommen, beweist der ideenreiche und unbarmherzige Mr. Russell das Gegenteil und ich musste mich wirklich stark zusammenreißen, um das Buch nicht wütend aus dem Fenster zu werfen!!! In diesem Roman gibt es so viele inkompetente Lehrer und dilettantische Psychologen und es passieren so viele Missverständnisse, die für Raymond zu wahren Albträumen werden, dass es schon fast an den Haaren herbeigezogen und unglaubwürdig wirkt! Deswegen einen Punkt Abzug.

Trotzdem gibt es in diesem Roman auch sehr schöne, berührende Szenen, an denen ich regelrecht hängengeblieben bin: die tiefe Freundschaft von Twinky, Norman und Raymond, die Beziehung von Raymond und seiner Oma, das Zusammentreffen mit seinem Vater, als seine ganze Welt zusammenzubrechen scheint und die Darstellung der Außenseiter und ihrer Einsamkeit, unter der sie leiden und die sie alleine ertragen müssen ...

"Der Fliegenfänger" ist ein ernsthaftes Buch, das nichts für Menschen mit schwachen Nerven ist. Es ist humorvoll und komisch, todtraurig und tragisch, aber auch schön. Vergessen kann und werde ich Raymonds Geschichte nie!
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

10,00 €