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Kundenrezensionen

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am 16. Februar 2016
Wer “Gott bewahre” oder “Coma” gelesem hat erwartet einen komischen, schonungslosen Roman, einen echten Niven. Vorweg: Komisch ist hier gar nichts. Der Thriller ist ernsthaft, brutal und spannend; insofern ein echter Niven.

Der Plot ist ein Rache-Plot, wie man ihn kennt. Das Setting in einer einsamen Gegend Kanadas passt, könnte aber auch überall anders sein. Vorwegnehmen möchte man weder die “Überraschung”, noch die Wendungen. Zugegeben: Die Story macht auch nicht den Reiz des Buches aus.

Denn Niven-typisch sind die Dialoge. In denen werden auch mal nebenbei der Scaphismus erläutert oder psychische und moralische Abgründe von Menschen aufgezeigt. Ein faires Urteil mag man den beiden Hauptpersonen Schirach-mäßig ohnehin nicht zugestehen. Zu ambivalent sind die Hintergründe.

Kommt man mit dieser emotionalen und psychischen Irrfahrt klar, so bedingt die beschriebene Brutalität, dass weitere Leser “aussteigen”. Denn nicht nur der Scaphismus ist eklig und verstörend, auch das, was den Personen in dem Buch widerfährt. Ein glatter Kopfschuss mit verspritztem Hirn wäre da noch die gewaltärmste Variante.

Der Reiz des Buches ist für mich einerseits der klare Rache-Plot, andererseits die unklare moralische Wertung; dass dabei mit der Brutalität über die Strenge geschlagen wird, passt zu Niven und hat mich nicht gestört.

5 Sterne
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am 26. September 2014
Der Anfang ist John Niven wirklich gut gelungen. Die ersten Seiten waren ein Genuss, beginnen Romane die sich mit dem Thema Rache befassen doch nicht selten mit einem monologisierenden Rächer, der im Gebüsch vor dem Haus des Opfers hockt. Schön, dass das hier umgangen wurde und man die Bedrohung vollständig aus Donnies Perspektive erleben kann. Denn gerade das macht den Reiz der ersten Seiten aus. Der Leser weiß nie mehr, als Donnie selbst. Und dass dieser anscheinend eine düstere Vergangenheit hat, steigert die Spannung umso mehr.

Ich war also geneigt das Buch nicht mehr aus der Hand zu legen...bis ich zum Mittelteil kam. Und hier gibt es genug Patzer, die das Lesevergnügen nachhaltig beinträchtigen.

Zunächst mal wird jeder Mensch, der in seinem Leben mehr als drei Krimis oder Thriller gelesen hat, ab der Mitte wissen, wer der geheimnisvolle Rächer ist. Dies wird auch noch völlig plump und getreu dem Motto "Der Mörder ist immer der Gärtner" inszeniert.
Ohne hier groß vorgreifen zu wollen...der Rächer ist so dermaßen unglaubwürdig, dass einem die Haare zu Berge stehen. Hier hat Niven offensichtlich in Stephen Kings "Misery" geblättert. Nur dass die folternde Anni Wilkes ausgebildete Krankenschwester ist und daher weiß, wie man Amputationen durchführt und Leuten fachgerecht die Knochen bricht. Nivens Rächer hat jedoch keinerlei Ausbildung in diesem Bereich. Dieses Problem wird dann einfach dadurch gelöst, dass Niven den Rächer eine Weile in der Bibliothek verbringen lässt, wo er "Bücher über Folter und Krankenpflege" ließt.

Aha.

Ich stelle mal die Behauptung auf, dass ich, wenn ich mich morgen in die Bücherei setzte und ein paar wissenschaftliche Werke über Raumfahrt lese, dennoch niemals eine Rakete bauen und mich selbst zum Mond schießen könnte.
Ärgerlich ist auch die Konfrontation zwischen Rächer und Donnie. Der Rächer möchte ein Geständnis Donnies bezüglich dessen düsterer Vergangenheit (dam dam daaaam). Der Kunst des gelungenen Dialogs anscheinend nicht mächtig,lässt Niven Donnie dann einfach in einer netten Rückblende schildern, was passiert ist. Diese Rückblende ist auch so geschrieben, dass sie sich explizit an den Leser richtet, und nicht an den Rächer.

Was aber am meisten stört sind die sinnlose Blutvergießerei und das Abschlachten von jeder sinnlosen Nebenfigur, für die der Leser sowieso nichts empfindet, weil sie neben Donnie, seinem Sohn und seiner Frau ungefähr 5 eigene Absätze im ganzen Buch bekommen.

Ich habe die ersten hundert Seiten in rasender Geschwindigkeit gelesen, weil sie wirklich fesselnd und toll geschrieben sind. Ab der Mitte fing ich dann zu gähnen an, und das Finale schlug dem Fass echt den Boden aus. Absolut nicht mein Fall.
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John Niven hat sich mit seinen bisher in Deutschland erschienenen Romanen eine größere Fangemeinde erschrieben, sodass sich der Heyne-Verlag dazu entschied, das neueste Buch des Autoren im Heyne-Hardcore-Label als Hardcover-Ausgabe zu publizieren. Die auf dem Buchumschlag abgedruckten Zitate geizen nicht mit Überschwänglichkeiten ("großartig", "ergreifend") und Superlativen ("einer der raffiniertesten Thriller"). Und soll ich Ihnen etwas sagen? Die Begeisterung ist, das kann ich nach dem förmlichen Verschlingen binnen weniger Stunden konstatieren, vollständig gerechtfertigt.

John Niven erzählt in "Das Gebot der Rache" von der Zerstörung des Bilderbuchlebens des Protagonisten Donnie Miller, der mit seiner erfolgreichen Frau Sammy, seinem kleinen Sohn Walt und dem Hund Herby in einem riesigen Haus lebt. Eines Tages findet Donnie auf dem Weg zum Schulbus den bestialisch zugerichteten Leichnam seines Hundes. Diesen Vorfall ignorierend muss Donnie leidvoll feststellen, dass sein Glück von jemandem zerstört werden soll - mit allen Mitteln.

Ein kleiner Tipp vorweg: Belassen Sie es bei einer weiteren Recherche zum Inhalt und lesen Sie - zur Wahrung der Spannungskurve - nicht den Klappentext des Buches und auch nicht die Beschreibung bei Amazon, da viel zu viel vom Plot verraten wird. Umso schwerer ist das Verfassen einer Rezension zu diesem brillant geschriebenen Stück Thrillerliteratur, ohne zu intensiv auf den Handlungsaufbau einzugehen. Für mich war es die erste Erfahrung mit dem Autoren und ich muss wirklich sagen: Niven kann schreiben! Die Schreibe wirkt wie aus einem Guss, der Leser bleibt stetig bei der Stange und möchte die clever gelegten Hinweise des Schriftstellers ergründen. Er lässt sich relativ viel Zeit, um die Charaktere sowie deren Beziehungen zueinander darzustellen und die Vergangenheit des Ich-erzählenden Donnie zu beleuchten. Somit fängt der Leser an, mit den Figuren zu sympathisieren und sie "gern" zu haben.

Aber ab Seite 180 geht die Post so richtig ab. John Niven packt den Leser an der Gurgel und schleudert ihn in das packende Geschehen hinein. Das Ende ist der Inbegriff der Spannung, die Seiten flogen nur so durch meine Finger und ich wollte wissen, wie die Handlungsstränge aufgelöst werden. Die Veröffentlichung im Heyne-Hardcore-Bereich hat ebenfalls ihren Grund: "Das Gebot der Rache" ist blutig und strotzt nur so vor Gewalt. Wer vor expliziter Darstellung ebensolcher zurückschreckt, sollte bei diesem Buch auf einen Lesekonsum verzichten.

Niven stellt sich und dem Leser die Frage nach der Wurzel des Bösen, nach dessen Antrieb und den Beweggründen. Bei der Beantwortung bleibt der Leser jedoch völlig auf sich alleingestellt und Niven konstruiert mit seinem genial konzipierten Thriller ein wahrlich ambivalentes Leseerlebnis. Die Opfer-Frage beschäftigt ebenso wie die moralische. Das Lesen wird zu einer Folter. Nachdem ich die 302 Seiten gelesen hatte, starrte ich aufgewühlt und mitgenommen auf die gegenüberliegende Zimmerwand. Der dicke Kloß in meinem Hals wollte und wollte sich nicht lösen; ich fühlte mich wie paralysiert. Oder kurz gesagt: der Roman wird mich noch einige Zeit gedanklich beschäftigen.

Verpassen Sie ihn nicht!
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am 20. Februar 2013
Das Buch beginnt sehr ruhig, regelrecht behutsam erzählt der Protagonist von seinem scheinbar sorglosem Leben im Wohlstand in Kanada, von seinem Leben mit seiner erfolgreichen Frau und ihrem kleinen Sohn. Im Wechsel mit diesen Schilderungen fügt er Erinnerungen aus seiner Kindheit in Schottland ein, die in einem ganz anderem Milieu stattgefunden hat. Nach und nach wird immer mehr klar, dass der Protagonist im Alter von 13 Jahren mit einigen fragwürdigen Freunden etwas Schreckliches getan hat und dass nun 30 Jahre später die Zeit der Rache gekommen ist.
Niven erzählt das alles recht gekonnt und glaubwürdig. Der Protagonist ist auch alles andere als ein Held; dass er am Ende überlebt (wenn auch mit erheblichen körperlichen und seelischen Schäden) weiß man von Anfang an.
Bis etwa zur Buchmitte passiert allerdings nicht allzu viel und in der Erwartung, in der man dieses Buch gekauft und zu lesen begonnen hat, stellt sich langsam die Frage, wann denn nun die angekündigten Schrecken eigentlich beginnen werden. Die ganze Situation ändert sich dann schlagartig, als die Frau des Protagonisten während eines gewaltigen Schneesturms nicht nach Hause kommt. Von da an wird es plötzlich richtig spannend und all das passiert nun, worauf man das halbe Buch gewartet hat. Und die Spannung reißt auch bis zum Schluss nicht mehr ab, man kann dann wirklich kaum noch aufhören zu lesen. Hier ist der Hinweis sicher nicht ganz unangebracht, dass die zweite Hälfte nichts für zartbesaitete Gemüter sein dürfte.
Fazit: Ein gut geschriebenes Buch, vielleicht mit dem kleinen Kritikpunkt, dass in der ersten Hälfte nicht unbedingt das passiert, was man möglicherweise schon frühzeitiger erwartet hat oder erwarten konnte. Aber man sollte keinesfalls zu früh aufgeben, es lohnt sich auf jeden Fall weiter zu lesen und dafür gibt es gute vier Sterne.
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am 25. November 2015
Ein gutes Buch hat John Niven hier geschrieben. Kein "Knaller" aber ordentliche Kost.
Allerdings ist es nicht soooo brutal, wie der Klappentext vermuten lässt.
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am 21. März 2013
Donald Miller ist Journalist - nicht sonderlich erfolgreich oder ambitioniert, aber das hat er auch nicht nötig. Seine Frau ist nicht nur Herausgeberin der Zeitung, für die er Filme rezensiert, sondern verfügt auch sonst über finanzielle Sicherheit. So kümmert sich Donald vor allem um den gemeinsamen Sohn Walt und den Haushalt.
Familie Miller ist eine sehr sympathische Familie und man fühlt sich dank John Nivens Schreibstil auch gleich wohl und geborgen im Anwesen der Millers. Dennoch ist spätestens, als Donald die Leiche des Familienhundes findet klar, dass da doch noch irgendwas sein muss, etwas lauerndes, böses.....

In Rückblenden erfährt der Leser häppchenweise mehr über Donalds Kindheit, die dieser in Schottland verbracht hat und das offensichtlich nicht in der besten Gesellschaft. Auch bei diesen Kindheitserinnerungen wird deutlich, dass da noch etwas unausgesprochenes sein muss...

Die erste Hälfte des Buches ist, trotz dieser Vorahnungen, recht geruhsam, wenngleich aber nicht langweilig. Berechnend lullt der Autor den Leser ein, sodass der Horror, der in der zweiten Hälfte über Donald hereinbricht, nicht nur ihn, sondern auch den Leser umso härter trifft.

War die erste Buchhälfte mehr ein laues Sommerlüftchen, ereilt uns in der zweiten Hälfte ein Tornado, und zwar einer der blutigen Art. Jeder Leser sollte sich darüber im Klaren sein, dass bei einer Neigung zu Albträumen dieses Buch besser vermieden werden sollte. Jeden anderen aber wird es gnadenlos in seinen Bann ziehen und seit gewiss: wenn ihr denkt, das Ende ist nah, ändert sich nochmal alles...

Ein Buch wie ein hungriger Wolf: erst umschleicht er dich; dann, wenn du es nicht erwartest, springt er dich an und wenn du glaubst, den Reißzähnen entkommen zu sein, packt er dich wieder und wieder.
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am 14. Juli 2014
95% der als Pageturner apostrophierten Bücher sind in Wahrheit keine Pageturner, sondern mehr oder weniger gute Werke, die man mit mehr oder weniger Genuss durchliest. Dieser Roman ist jedoch das seltene Exemplar eines echten Pageturners. Er ist so flüssig und sympathisch geschrieben, die Story ist so spannend und frei von Langatmigkeiten, daß es keinen Anlass bietet, es wieder zuzuklappen. Im Gegenteil: Ständig ist man daran interessiert, noch ein bißchen weiter zu lesen.
Schwere Empfehlung. Mein erster Niven und definitiv nicht mein letzter.
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am 21. Oktober 2015
Also "Das Gebot der Rache" ist sicherlich kein typisches Buch, wie man es von John Niven kennt, das dürfte jetzt jeder verstanden haben. Deswegen dann auch Punkte abzuziehen, halte ich persönlich für unzulässig. Jeder Autor soll schließlich selbst entscheiden können, welches Buch er schreibt und warum. Daher zählt hier nur die Qualität und die ist durchaus da.

Es fängt alles langsam an, behutsam, behäbig, fast schon banal. Natürlich weiß man, wenn der Hund stirbt und von Donnie aufgefunden wird, dass etwas im Argen liegt, aber dennoch gelingt es Niven, den Schein des Normalen aufrechtzuerhalten. Den Schein von Donnie, der als zweitklassiger Journalist in der Zeitschrift seiner Frau angestellt ist und eigentlich nicht ganz so viel mit deren High Society-Leben anfangen kann, der aber dennoch glücklich verheiratet ist und sein Leben mit Frau, Kind, Haus und Hund sichtlich genießt.

Bis er von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Eine Vergangenheit in der er und seine Freunde Dinge getan haben, die Kinder niemals tun sollten. Getrieben von Eltern, die sich nicht um einen kümmern oder ihre "Zuneigung" nur durch Schläge, Missachtung und Schlimmeres ausdrücken. Dabei versucht Niven gar nicht erst wirklich, hier eine Entschuldigung zu suchen, aber er setzt Denkanstöße, lässt den Leser zunächst mit Donnies Gegenwart mitfreuen, ihn dann mit seiner Vergangenheit mitleiden, sich über gewisse Dinge mitekeln und -entsetzen und katapultiert den Leser dann wieder ins Hier und Jetzt mit der Frage, ob das, was nun geschieht, Gerechtigkeit oder Unrecht ist!? Niven wirft nur Fragen auf, kann naturgemäß selbst keine Antworten geben, aber regt mit diesem Rache-Thriller zum Nachdenken an. Ob das Buch und die Handlung an sich hier und da etwas weiter hergeholt sind? Mag sein. Das ändert aber nichts an der Eindringlichkeit, mit der uns der Schotte das Leben des Hauptdarstellers entgegen schleudert und den Leser mal auf dessen Seite zieht und ihn mal wieder genau auf die andere Seite wechseln lässt.

Am Ende ist nicht alles gut - wie auch bei solchen Schicksalen und Tragödien - und irgendwie bleibt man vielleicht nach nur knapp 300 Seiten und einem so abrupten Schluss auch etwas unschlüssig zurück, was man jetzt davon halten soll. Aber ähnlich geht es auch Donnie und den Überlebenden dieses Blutbads. Es ist hier weniger die Frage, ob die Story an sich das große Ding ist (das ist sich wohl eher nicht), sondern ob der Weg zum Ende, das Mitleiden und Mitfiebern mit dem Protagonisten das ist, was einen an "Das Gebot der Rache" eben so fesselt. Und das tut es. Insbesondere die Schlüsselszene und dieses "Klick" im Kopf wirkt böse und ist genau das, was Niven eben auszeichnet, auch in einem Genre, was ihm eigentlich bislang eher fremd war. Niven ist einfach ein Meister darin, die Banalität des Alltags grausam erscheinen zu lassen Hoffnungen und Träume wie Seifenblasen platzen zu lassen, und Charaktere von ganz oben nach ganz unten zu befördern. Und das auch ohne Happy End...
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am 29. März 2015
„Das Gebot der Rache“ ist ein Roman von John Niven, der 2014 als gekürzte Lesung durch Gerd Köster bei Random House Audio erschienen ist.
Der gebürtige Schotte Donald Miller ist in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen. Ihn hat es nach Kanada verschlagen, wo er an der Universität seine Frau Sammy kennengelernt hat. Gemeinsam mit ihrem Sohn Walt leben sie auf einem großen Anwesen in der kanadischen Provinz. Seine wohlhabende Frau ermöglicht Donald ein sorgenfreies Leben als Hausmann und gelegendlichem Artikelschreiber. Gemächlich führt uns der Autor in Donald Leben ein. Er wechselt dabei zwischen Episoden aus der Jetztzeit und Geschichten, die aus seiner Zeit als Schüler und junger Erwachsener spielen. Dann findet Donald den Kadaver ihres Hundes und erste dunkle Wölkchen tauchen am Horizont auf. Dabei bleibt es aber auch bis zur Mitte des Hörbuches. Dann bricht auf einmal bei einem aufkommenden Unwetter die heile Welt zusammen und Donald Miller muss verzweifelt um sein Leben und das Leben seines Sohnes kämpfen.
Selten habe ich in einem Buch zwei so unterschiedliche Teile vorgefunden. Nach einem extrem ruhigen und beschaulichem ersten Teil, in dem eine kanadische Familienidylle gezeichnet wird, geht es dann ohne Übergang in ein blutiges Thrillerszenario über – und der Autor beherrscht beide Schilderungen. Der Autor thematisiert die Rache. Er schildert glaubhaft und realistisch die Auswirkungen, die ein schweres Verbrechen auf Angehörige des Opfers, aber auch an der Tat beteiligte haben kann. Keiner ist ohne Schaden davongekommen und dann kommt es in der kanadischen Provinz zur Explosion.
Mich hat an diesem Buch die gelungene Mischung zwischen ruhigen, fast langweilig wirkendem Auftakt und dem furiosen Aktionsspektakel im zweiten Teil beeindruckt. Im zweiten Teil fließt vielleicht ein wenig Blut zu viel und es wird auch sehr brutal, so dass das Buch nichts für Zartbesaitete ist. Wer mit der Gewalt zurechtkommt wird ein spannendes und packendes Hörbuch erleben. Meine Wertung für das Buch 85 von 100 Punkte bzw. vier von fünf Sternen.
Gerd Köster wird als Vorleser beiden Szenarien in bemerkenswerter Weise gerecht. Er kommt einer Idealbesetzung sehr nahe. Für ihn gibt es fünf Sterne.
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am 8. September 2013
An dieser Stelle keine Inhaltsangabe (daher kein Spoileralarm!), eher eine Kritik, wie mir das Buch gefallen hat:

Es ist das 2. Buch, das ich von John Niven gelesen habe (nach "Gott bewahre", das ich genial fand, 5 Sterne!), daher war ich gespannt auf seinen Ausflug ins Thrillerfach und das Verlassen der höllischen Satire bzw. blitzgescheiten zeit- und kulturgeschichtlichen Groteske im Mantel einer banalen Erzählung.

"Das Gebot der Rache" beginnt als Drama und wird deshalb wohl von Hardcore-Thriller-Fans auf den ersten ca. 100 Seiten als eher unspektakulär beschrieben. Denn auf diesen Seiten werden Figuren etabliert, Stimmung erzeugt, Hintergründe (ansatzweise) beleuchtet. Was danach aber passiert ist ein wirklich beachtliches Psychogramm von Tätern, Opfer, Verblendung und Wahnsinn! Nivens Buch ist einem Realismus verpflichtet, der weh tut - nicht wie in Hollywood-Filmen (oder schlechten Büchern wir "Der Menschenmacher" von Cody McFadyen) sind Dutzende Tote nötig, um Sterben und Gewalt als brutalen Akt zu zeigen - hier wird gestorben und gelitten wie in der Realität - was das Buch stellenweise zur echt harten Kost macht - nicht, weil das Geschilderte um so viel härter ist wie in anderen Büchern (auch hier der Vergleich zum "Menschenmacher"), sondern weil die Figuren dreidimensional sind und der Leser ihre Leidensfähigkeit hautnah spürt. Dazu kommen Perspektivenwechsel, Twists und Tragödie - alles in allem würde ich daher sagen: das Buch ist ein Thriller - auch! - aber noch mehr Drama und Tragödie über , Gewalt, Sterben, Tod, Brutalität, Verlust Verblendung und Wahnsinn!

Weil bestimmte Parallelen existieren möchte ich ein letztes Mal einen Vergleich zum "Menschenmacher"-Werk von McFadyen ziehen: in beiden Büchern sind die Protagonisten schriftstellerisch/journalistisch tätig, in beiden Romanen geht es um Nachbeben von traumatisierenden Erlebnissen aus der Jugend, beide müssen sich als Erwachsene erneut ihrer Vergangenheit stellen. Nur während der eine Autor dafür viele Tote und Superlative an Sadismen benötigt und trotzdem seltsam unberührt lässt (ich habe "Menschenmacher" einen Stern gegeben), schafft es Niven letztlich deutlich besser, Gewalt, Sterben, Brutalität, Verlust und Verblendung zu schildern als McFadyen. Das eine eher ein auf billige Schockeffekte und Brutalismen abzielender Thriller, das andere ein echtes packendes Drama, das unter die Haut geht wie ein Skalpell - ohne Narkose.

So würde ich 3,5 Sterne vergeben, weil das aber nicht geht, gebe ich 4 Sterne - auch deshalb, weil Niven seine Geschichte auf 300 Seiten erzählt und nichts krampfhaft und künstlich in die Länge ziehen muss, wie viele (mäßig gute) Autoren. Aber wie gesagt: für mich ist das Buch eher Drama als Thriller im Slaughter'schen oder Adler Olsen'schen Sinne… aber als erschütterndes, packendes Psychogramm funktioniert es "wunderbar".
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