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Kundenrezensionen

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am 12. Dezember 2011
Bei Büchern von Jack Ketchum ist stets eine Warnung angebracht. Sie sind verstörend, brutal und gehen für viele Menschen weit über die Grenzen des guten Geschmacks hinaus und nicht jeder kann damit etwas anfangen.

Kompromissloser Horror, der schonungslos alles ausspricht und eine starke Psyche erfordert. Wer zart besaitet ist wird schon auf den ersten Seiten Probleme bekommen und das Buch vermutlich ganz schnell weglegen.

Deshalb sollte man als Leser auch vor dem Kauf einige Informationen an die Hand bekommen. Wie in den beiden vorangehenden Büchern der Reihe, Beutezeit (Originaltitel: Off Season) und Beutegier (Originaltitel: Offspring), hat Beuterausch (Originaltitel: The Woman) Kannibalismus als zentrales Thema der Geschichte aufzuweisen.

Doch im Buch geht es um weit mehr - es beschreibt Schrecknisse die sich hinter der Fassade einer heilen Familie abspielen genauso, wie die verstörende Urgewalt einer Kannibalin aus den Wäldern, die ungezähmt und wild mit der Zivilisation konfrontiert wird, nur um zu erleben, dass die Menschen, auf die sie trifft, weit schlimmer sind, als sie selbst.

Die Frau ist die Letzte ihres Stammes. Verwundet und geschwächt schleppt sie sich an der Küste Maines entlang, bis sie in einer Höhle am Atlantischen Ozean Schutz findet. Dort versucht sie wieder zu Kräften zu kommen.

Christopher Cleek hingegen ist ein Mann, welcher nach außen hin perfekt die Fassade des erfolgreichen Anwalts und treusorgenden Familienvaters aufrechterhält. Doch er regiert seine Frau und seine Kinder mit eiserner Hand und seine perversen und sadistischen Neigungen drängen immer häufiger an die Oberfläche.

Bei einem Jagdausflug beobachtet er die Kannibalin und ist fasziniert von ihrer Erscheinung, während er sie beim Baden betrachtet. Wildentschlossen sie zu zähmen, plant er ihre Gefangennahme und als es ihm gelingt, sperrt er sie in den Keller und zwingt seine Familie erbarmungslos ihm zu helfen und nach und nach enthüllen sich seine dunklen und grausamen Geheimnisse.

Alle Beteiligten werden in einen Strudel aus Sex, Gewalt und Brutalität gerissen, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Der Wille der Gefangenen lässt sich nicht brechen, egal was für grausame Praktiken sich ihr Peiniger auch ausdenkt. Ein tödlicher Racheplan nimmt in ihrem Kopf Gestalt an.

Und so entfesselt sich alsbald ein blutiges, erbarmungsloses Inferno.

Für das Verständnis des Buches muss man nicht unbedingt die beiden Vorgängerbände gelesen haben, doch die tieferen Zusammenhänge erschließen sich deutlich besser, wenn man es getan hat.

Jack Ketchum, der als einer der Großmeister der Horrorliteratur der USA gefeiert und von Stephen King hochgelobt wird, vermag es mit seinen Büchern zu spalten. Von den einen wird er begeistert gelesen, die anderen wenden sich angewidert ab.

Deshalb sollte man sich gut überlegen, ob man sich für Jack Ketchum entscheidet. Doch wenn man sich entschließt dieses Buch zu lesen, bekommt man mit Beuterausch einen wirklich intensiven Horrorroman, voll psychologischer Tiefe und gnadenlosen, extremen, verstörenden Szenen geliefert.

Gerade weil Ketchum dieses Mal mehr Wert auf die Figurenzeichnung legt und die Abgründe hinter der heilen Welt ausleuchtet, ist der Gegensatz zur Welt der Kannibalin umso intensiver und erschreckender.

Fünf Sterne für ein wirklich meisterhaftes Werk der Horrorliteratur, welches allerdings nur von Leuten mit starken Nerven und im vollen Bewusstsein was sie erwartet, gelesen werden sollte. Beuterausch gehört definitiv nicht in die Kategorie sanfter, netter Grusel. Statt dessen ist es die wirklich dunkle, harte Abteilung und jeder sollte selbst wissen ob er sich, auf eigene Gefahr, in diesen Bereich begibt.
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am 14. Dezember 2011
Jack Ketchum ist ja bekannt dafür, die wohl zwei letzten Tabu-Themen der Menschheit aufzugreifen und die Leser damit zu konfrontieren - die Thematik "Inzest" und "Kannibalismus". Wo er vorher die beiden Themen in unterschiedlichen Romanen, getrennt voneinander aufgenommen- und den Lesern nahe gebracht hat, vereint er diese in "Beuterausch". Für die Leser wird es somit gleich doppelt schwer, das Gelesene zu verarbeiten, den Schrecken zu verdauen und dafür zu sorgen, dass sich die vorgestellten Bilder nicht dauerhaft in die Netzhaut einbrennen und für ein stetiges Kopfkino sorgen.

Mit knappen, präzisen und kurzen Sätzen verzichtet er auf das Aufschmücken der Figuren und der Szenerie, und beschränkt sich damit auf das Wesentliche - seinen Lesern die unverblümte Grausamkeit einzutrichtern. Er schafft es auf eine beängstigend einfache Weise, die Mägen der Leser auf links zu stülpen, und beschert ihnen somit ein dauerhaftes Schlucken des Kloßes, der sich im Hals bildet. Jack Ketchum seine Art zu schreiben ist wohl einzigartig, und er versteht es wie kein anderer - besitzt diese einmalige Gabe - seine Leser so tief in die Story eintauchen zu lassen, um sie die Schmerzen hautnah und intensiv fühlen zu lassen, genau so wie die Opfer sie fühlen. Die vielen versteckten Informationen zwischen den Zeilen tragen noch ihren Teil dazu bei und somit schafft Ketchum das, was kein anderes Medium sonst schaffen würde.

Ketchum führt den Lesern in "Beuterausch" deutlich vor Augen, wie viel Macht Erwachsene, speziell Männer, auf Kinder ausüben -, wie viel Angst sie in ihnen hervorrufen können, und sie ihnen dadurch dauerhaften Schaden zufügen, für den Rest ihres Lebens. Wo ein Kind erniedrigt wird, kann sich im Gegenzug dafür ein anderes, junges Familienmitglied die Gewalt des Vaters zu eigen machen, und somit auch den Hang zum "normalen" verlieren, in deren Fußtapfen treten - in diesen Fällen aber gibt es nur Verlierer. Selbst der weibliche, erwachsene Gegenpart kann dabei nur zusehen, aus Scham oder aus Angst, selbst in den Wirkungskreis des Mannes zu geraten, selbst zur Zielscheibe zu werden. Deshalb stellt sich hier ganz klar eine Frage, wer in "Beuterausch" ist wirklich der Jäger und wer der oder die Gejagte. Wer ist der wirklich kranke Mensch? Der labile Anwalt, der immer mehr den Verstand verliert, immer grausamer wird, oder die festgehaltene Frau, die fernab aller Werte und Normen lebte und jetzt auch so handelt?

Wo es noch im ersten Teil hauptsächlich um den Größenwahn und Inzest geht, rückt nachdem - das normale Leben der Familie nun völlig aus dem Ruder geraten ist, der "Kannibalismus" in den Vordergrund. Wer "Beutezeit" und "Beutegier" gelesen hat, der kann sich so ungefähr ein Bild von dem machen, was ihn nun erwartet. Allen anderen sei gesagt, schnallt Euch an, das wird eine rasende Fahrt durch ein Schlachthaus.

Ein fader Beigeschmack bleibt, denn der Größenwahn und der Inzest - die in diesem Roman einen Schwerpunkt bilden - herrschen mit Sicherheit in "einigen" Familien auch bei uns in Deutschland vor, nur dass es unter dem Deckmantel des Schweigens innerhalb der Familie, aus Scham oder Angst, wohl oftmals unter den Teppich gekehrt wird, und so nie im vollen Ausmaß ans Tageslicht gelangt. Von daher ist die Story gar nicht so weit hergeholt und man kann sich schon vorstellen, dass nicht hinter allen Vorhängen in den Fenstern heile Welt herrscht.

PS: Wer die Augen vor diesen Themen nicht verschließt, nicht nur überall rosa Blümchen sieht, der darf sich "Beuterausch" keinesfalls entgehen lassen...Ein Schlag ins Gesicht oder ein Tritt in die Magengrube aber, wären wohl leichter zu verkraften.
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am 1. November 2012
Das ist jetzt mein drittes Buch von Jack Ketchum und ich muss sagen, bis jetzt hat er mich nicht enttäuscht.
Bei den meisten Büchern steht dabei: „Psycho, Schocker, Thriller“ …. Und groß gruseln ist meist nie dabei.
Bei Jack Ketchum ist das anders. Teilweise könnte es „härter“ sein aber es ist ja nicht jeder ein Splatter Fan 
Kurz zum Buch:
Der liebe Daddy ist gar nicht so lieb wie er alle glauben lassen will …
Die Mutter ist meiner Meinung nach nur noch ein Schatten ihrer selbst…
Der Sohn … der Apfel fällt nicht weit vom Stamm …
Und die Töchter …. Überraschung ;)
Die Frau ist sehr gut beschrieben. Teilweise kann man sich sogar vorstellen wie sie riecht. (nicht wirklich gut)
Bei Ketchum habe ich ein Problem damit das Buch genauer zu Beschreiben, da man meist nur umschreiben kann oder aber man geht so ins Detail, dass es für denjenigen doof wird der es noch nicht gelesen hat.
Von mir gibt es auch für diesen Ketchum volle Punkte 
(Und den Film dazu werde ich mir natürlich auch ansehen)
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am 18. Dezember 2014
Die letzte Überlebende eines Kannibalenstammes wird von dem despotischen Rechtsanwalt Chris Cleek gefangen, um in der Abgeschiedenheit seines ländlichen Familienwohnsitzes auf sadistische Weise „zivilisiert“ zu werden, doch das menschenverachtende Experiment des Juristen, eines Mannes mit vielen Geheimnissen, geht auf dramatische Weise schief.

Die Vorlage ist bemüht, dem männlichen Protagonisten wenigstens oberflächlich annähernd menschliche Züge zu verleihen, dies jedoch nicht aus Interesse an einer differenzierteren Figurengestaltung, sondern nur um das beabsichtigte Grauen etwas subtiler zu machen.
Sohn Brian eifert dem Vater in seiner sadistischen Orientierung nach und löst mit seiner versuchten Vergewaltigung der Kannibalin die Rebellion der Mutter und damit den finalen Gewaltrausch der Vorlage aus.
Mit seichter Psychologie wird den Figuren ein Gemütskorsett angelegt, dss die bedrückende Grundstimmung innerhalb der Familie erklären und gleichzeitig einen Rest von Normalität versprechen soll. Ein despotischer, kontrollsüchtiger Vater und passiv-ergebene Familienmitglieder? Dergleichen ist den meisten Lesern vielleicht noch nicht ganz unbekannt. Aber alle Psychologie wird über Bord geworfen, als die Handlung im letzten Viertel des Buches auf ihr blutrünstiges Finale zudrängt, in dem sich Cleek als die wahre Bestie entlarvt und die Kannibalin zur Rächerin wird.
Am Ende bietet der Roman insgesamt nicht mehr als eine seichte, blutrünstige Gewaltorgie, Schade um die Lesezeit.
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am 2. Juli 2013
Meine Meinung:

Das Buch ist der direkte Nachfolger von Beutegier , denn die Geschichte geht fast übergangslos weiter. Dachten die Leser am Ende von Beutegier, das alle Kannibalen zur Strecke gebracht wurden, so hat man sich getäuscht. Denn auch diesmal hat Jack Ketchum eine vermeintlich Tote, wieder zum Leben erweckt. Nun ja, die Kannibalen sind zäh, wir haben eine Fortsetzung, alles ist gut...!
Und so erleben wir, wie es "der Frau", die wir als "die Älteste" aus Beutegier kennen, nach dem Showdown und der Vernichtung ihrer gesamten Sippe ergeht. Sie ist zwar schwer verletzt, sie weiß aber aus guter Erfahrung, wie sie damit umzugehen hat. Eine Höhle ist schnell gefunden, die erste (tierische) Nahrung auch. Doch sie weiß nicht, das sie beobachtet wird.

Chris Cleek geht gerne auf die Jagd und er kann kaum glauben, was er da vor sich hat. Gut getarnt im Gebüsch, beobachtet er die Frau, verfolgt ihr tun und handeln.
Er fasst einen folgenschweren Plan und kehrt einen Tag später zurück - um die Frau zu fangen....um sie zu zähmen und zu zivilisieren.
Sagt er.

Chris Cleek ist außerdem nach außen hin ein erfolgreicher Anwalt, guter Ehemann und Vater.
Doch nur seine Familie weiß, wie er wirklich sein kann.
Seine Frau Belle kennt seinen Jähzorn und hat schon des öfteren seine Fäuste zu spüren bekommen. Aus Angst kuscht sie vor ihm.
Seine Kinder, die sechzehnjährige Peggy, der dreizehnjährige Brain und die vierjährige Darleen wissen, das sie gehorchen müssen und hüten sich, etwas anderes zu tun.

Brain ist sogar sehr angetan von der Dominanz des Vaters. Er ist sein Vorbild und er möchte seinem Dad um jeden Preis gefallen.
Gerade bei ihm sieht man, wozu der schlechte Einfluss der Erwachsenen führen kann. Wenn man vor gelebt bekommt, das Sadismus Spaß macht oder das man vor Frauen keinen Respekt haben muss, da sie nur für eines gut sind, was soll sonst dabei heraus kommen?

Peggy jedoch weiß, wozu der Vater fähig ist. Viel zu viel hat sie schon unter ihm leiden müssen. Auf jede erdenkliche Art.

Auch die Jagdhunde, die ausschließlich in der Scheune gehalten werden, weil es der Vater so will, werden in der Geschichte noch eine tragende Rolle
spielen.
Doch um nicht zu viel zu verraten, werde ich nicht näher darauf eingehen.

Die Figuren samt Charakter waren wieder ausgezeichnet beschrieben und
man konnte entweder mit ihnen leiden oder sie hassen.

Natürlich gibt es wieder eine Menge Gewalt, der aber diesmal überwiegend vom Vater ausgelöst wird. Also stellt man sich wieder die Frage, wer denn eigentlich die "Bestie" ist.
Der super tolle Anwalt, oder die wilde Frau?
Man muss es lesen, um eine Antwort zu bekommen.

Fazit:

Der dritte und (bisher?!) letzte Teil der Beute- Reihe, konnte mich wieder
absolut überzeugen. Sogar mehr als das! Spannung hoch zehn, ich wollte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Besonders interessant fand ich die Perspektivwechsel, denn auch zu wissen, was "die Frau" denkt und fühlt, war sehr interessant und spannend!
Als Abschlusshighlight erfährt man im letzten Kapitel, wie und mit wem es "danach" weiter geht. Auch das hat mir sehr gut gefallen!

Absolute Leseempfehlung!

Die Bücher in der Reihenfolge:

Beutezeit
Beutegier
Beuterausch
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am 12. Dezember 2011
Nach den Romanen Beutezeit und Beutegier: Roman gibt es nun eine weitere Fortsetzung mit der bluttriefenden Kannibalen Sippe, oder das was von ihr übrig geblieben ist. Wer die erst genanten Bücher nicht kennt, kann den dritten Teil trotzdem lesen, die Handlung ist so aufgebaut das Vorkenntnisse nicht zwingend notwendig sind. Das vorliegende Buch wurde von Jack Ketchum zusammen mit Lucky Mckee geschrieben. Dieser hat den Roman unter den Titel The Woman verfilmt. Wer diesen gesehen hat der weiß was ihn erwartet. Das Buch endet mit der Geschichte - das Vieh, in dem weitere nachfolgende Ereignisse erzählt werden. So weiß der Leser wie sich das ganze weiterentwickelt hat.

Die Gewaltdarstellung ist nicht so drastisch ausgefallen wie in den beiden ersten Büchern. Besonders mit Beutezeit kann der Dritte Teil nicht mithalten. Tempo und Härte sind um einiges verringert. Im letzten Drittel des Romans wird die Geschwindigkeit der Handlung aber enorm erhöht und die Gewaltschraube angezogen. Aber auch wenn der Splatter-Anteil geringer ausgefallen ist, so ist die Geschichte zu keiner Zeit langweilig erzählt. Die Handlung zieht den Leser von Anfang an in seinen Bann. Sie ist zwar nicht so verstörend wie in EVIL, aber einige Ansätze davon sind enthalten. Wie steht es im Klappentext; Drastische Zivilisationskritik und Anprangerung häuslicher Gewalt. Das kann man so stehen lassen!

Beuterausch ist die Geschichte der letzten Überlebenden aus Beutegier, verletzt kann sie fliehen und sich verstecken. Doch dann gerät sie in die Hände einer seltsamen Familie. Dort wird sie zu einem der besonderen Projekte und das Grauen beginnt langsam aber nicht lautlos. Als Leser fragt man sich, wer ist hier gestörter und abartiger, die Kannibalenfrau oder einige der Familienmitglieder. Hinter der Fassade dieser Mittelstandsfamilie tun sich wahre Abgründe auf.

Das Buch liest sich flüssig und ist in wenigen Stunden durchgelesen. Die Geschichte ist zwar nicht allzu kompliziert aufgebaut, doch der Leser kann sich auf einige kleinere Überraschungen freuen. Es gibt keine unnötigen Handlungsstränge oder langweilige nichtssagende Dialoge und Szenen. Im Prinzip ist das alles nicht neu und der besondere Nervenkitzel stellt sich vielleicht auch nicht bei jedem ein. Aber spannent und wie von Ketchum gewohnt, solide Horror Unterhaltung, bietet das Buch auf jeden Fall.
Wenn ich es mit Beutezeit oder Evil vergleiche ist es nicht ganz so gut, aber für sich allein betrachtet, ist der Roman lesenswert und unterhaltsam. Daher eine 5 Sterne Bewertung.
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am 27. April 2015
Ihre Sippe ist ausgelöscht, nur Älteste hat verletzt überlebt und sucht Zuflucht in den Wäldern, sie jagt, versorgt ihre Wunden und wird dabei beobachtet.

Chris Cleek hat eine Familie, seine Frau Belle, sein Sohn Brian und die beiden Töchter Darleen und Peg, nach außen eine Vorzeigefamilie, doch zu Hause sieht es anders aus, vor allem die weiblichen Familienmitglieder müssen unter ihm leiden.
... und dann sieht er die seltsame halbnackte Frau im Wald, beobachtet und verfolgt sie, er muß sie einfach haben.
Nachdem er die Höhle entdeckt hat, in der sie lebt, lauert er ihr auf und verschleppt sie in seinen Vorratskeller, um sie erstmal seiner Familie vorzuführen.
Die Frauen sind entsetzt, der Sohn begeistert, immerhin hat nicht jeder eine nackte Wilde daheim im Keller
Unter dem Vorwand, sie zu zivilisieren wird die Fremde von ihm gedehmütigt, gefoltert, vergewaltigt und sie erträgt alles, denn sie hat gelernt zu warten und sie weiß, ihre Zeit wird kommen und sie wird mit niemandem Mitleid haben...

Neben "Beutezeit" und "Beutegier" ist "Beuterausch" der 3. und letzte Band über die Kannibalensippe an der Ostküste der USA.
Nach dem Polizeieinsatz in "Beutegier" ist allerdings nur noch Älteste übrig und versucht sich in den Wäldern ein neues Leben aufzubauen, bis sie brutal überwältigt und verschleppt wird.
Ein weiteres Mal stellt Ketchum die Frage, wer das wirkliche Tier ist, die Wilde, die um ihr Überleben kämpft oder der ach so zivilisierte Mensch...
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Viel zu selten publizieren Verlage Bücher, die aufwühlen, die einen packen und innerlich umher schleudern. Die einen Tag und Nacht beschäftigen. Bücher, die einen bis ins Mark schocken, aber trotzdem zum Nachdenken anregen. Am 12.12. war es wieder so weit; ein solches beschriebenes Buch betrat die umjubelte Bühne des Büchermarktes. "Beuterausch" von Jack Ketchum, das mittlerweile neunte Buch des berüchtigtsten Horror-Schriftsteller Amerikas.

Fans des fünfundsechzigjährigen "Henkers" dürfen sich auf ein Wiedersehen mit bereits bekannter Thematik freuen; neue Fans, die vielleicht von dem beängstigenden Cover angezogen wurden, dürfen sich auf eine nie dagewesene Fahrt mit einer Gondel durch trübes, sumpfiges und gefährliches Gewässer freuen: die Schlachtplatte ist angerichtet. Ketchum greift Handlungsstränge, die bereits in Beutezeit und Beutegier: Roman ihren Anfang nahmen und vermischt sie mit einer Geschichte über eine Familie, die von einem gewalttätigen und unberechenbaren Vater unterjocht wird, wobei sie zeitweilig an EVIL oder Wahnsinn: Roman erinnert. Was Ketchum dem Leser präsentiert, ist nachwievor erschreckend (gut).

Der despotische Familienvater Chris Cleek, erfolgreicher Anwalt und Misanthrop, lebt mit seiner Frau Belle und seinen drei Kindern Brian, Peggy und Darleen in einem abgeschiedenen Haus. Auf einem Jagdausflug sieht er eine verwilderte Frau in einer Höhle hausen, entschließt sich, sie einzufangen und in seinem Keller zu zähmen. Doch eine ehemalige Kannibalin lässt sich nicht ohne Weiteres vermenschlichen und es kommt schließlich zum finalen, blutigen Showdown.

Das Buch "Beuterausch" besteht aus der ersten (Haupt-)Geschichte, die sich auf ca. 230 Seiten erstreckt und wird von einer 50-seitigen Kurzgeschichte mit dem Titel "Das Vieh" abgerundet, die die erste Story weitererzählt. Für viele Horror-Autoren wäre ein solcher Plot eine Einladung für billige Sexfantasien, dumpfe Gewaltexzesse ohne Sinn und Verstand. Sicherlich wird es Leser geben, die bei Ketchum genau diese Aspekte herauslesen. Meiner Meinung nach verwebt er jedoch bissige Gesellschaftskritik mit orgiastischen Gewaltsequenzen und wirkt dabei nie platt - ich habe, auch bei "Beuterausch", das Gefühl, dass die Handlung nur auf diese brutale Weise enden soll beziehungsweise sogar muss.

Losgelöst von einem starken Magen, der für beide Geschichten erforderlich ist, ist der Roman moralisch äußerst fordernd. Auf der einen Seite haben wir die tierisch wirkende "Frau", die instinktgesteuert handelt, sich wehrt und dabei auch vor Mord nicht zurückschreckt. Auf der anderen Seite ist der widerliche Chris Cleek, der zum Spaß eine Frau in seinem Keller gefangen hält, sie quält, misshandelt und auch Gewalt seiner Familie gegenüber ausübt. Was soll der Leser tun? Sympathie für die Kannibalen oder den Vergewaltiger? Dies ist, platt und sehr vereinfacht ausgedrückt, das Dilemma, in dem der Leser steckt. Entscheidet sich der Leser - und ich sage Ihnen, Sie werden es tun, auch wenn Sie es nicht wollen - für eine der beiden Seite wird er ein paar Seiten später vom Gegenteil überzeugt, obwohl man weiß, es ist falsch. Ich fühlte beim Lesen eine gewaltige Blase Unwohlsein und Antipathie in mir aufsteigen, die dazu führte, dass ich wütend wurde. In erster Linie konzentrierte sich diese Aggression auf Chris Cleek und wird, das wird der Leser bereits zu Beginn der Geschichte ahnen, am Ende von der "Frau" DANKENSWERTERWEISE zerplatzt. Sollte man meinen, dass sich nun Erleichterung einstellt, muss ich Sie ebenfalls enttäuschen, denn was Ketchum auf den letzten 30 Seiten der Hauptgeschichte auffährt, ist menschenverachtend, bösartig und ekelhaft. Kurz und bündig: Sie werden sich beim Lesen konsequent unwohl in Ihrer Haut fühlen.

Der Stil Ketchums (der als Co-Autoren Lucky McKee mit an Bord hat) zeichnet sich, wie in seinen anderen Büchern auch, durch seine Schnörkellosigkeit aus. Kein langatmiges Bla-Bla, um Figuren zu beschreiben. Kurze und prägnante Sätze, die mehr sagen, als große Satzkonstruktionen. Ketchum arbeitet mit kleinen schriftstellerischen Kniffen, die Situationen aus unterschiedlichen Perspektiven schildern, wodurch ein umfassendes Bild der beschriebenen Sequenz entsteht. Als Beispiel wäre die Szene zu nennen, in der Chris seiner Familie voller Begeisterung und Enthusiasmus seinen Fang präsentiert und jeder der Familienmitglieder kommt mit einem kleinen Absatz zu Wort, um seine Gefühle darzustellen, der mit "Und (Vorname) sieht..." beginnt: von der entrüsteten Ehefrau bis zur Nachzüglerin, die das, was sie sieht, nicht versteht.
Bezogen auf einen tieferen Kern der Geschichte kann man natürlich deuten, dass Ketchum dem Leser sagen will, dass sich die Natur (dargestellt durch die "Frau") die Zähmung und Vergewaltigung durch den egoistischen, triebgesteuerten, sadistischen Menschen auf kurz oder lang nicht bieten lässt und zurückschlägt. Oder Ketchum will uns einfach nur sagen, wie verachtenswert manche Menschen in ihrem innersten Kern sind und wie scheußlich sie sich verhalten, wenn sie die Chance dazu bekommen.

Die Kurzgeschichte "Das Vieh" ist in Tagebuchform geschrieben und erzählt die Leiden eines Gefangenen. Mehr werde ich zu der Story nicht sagen, da jedes Wort zum auftretenden Personal oder zur Handlung das Ende der Hauptgeschichte vorweg nimmt. Im Vergleich schneidet "Das Vieh" schlechter ab als die vorangegangene Erzählung. Sie sollte eher als Epilog gelesen werden. Zu Gute halten muss ich jedoch die Tatsache, dass die Kurzgeschichte mit dem zynischen, typischen Ketchum-Ende abschließt. Einfach herrlich.

Schnallen Sie sich fest an, wenn Sie "Beuterausch" lesen wollen. Während Ketchum Sie auf eine moralische Achterbahnfahrt des Unwohlseins schickt, bewirft er Sie mit Körperteilen, Innereien und Menschenfleisch: entweder Sie mögen's oder Sie sollten um das Buch einen Bogen machen. Punkt.
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am 29. September 2013
Ich lese selten Horror-Romane. Aufgrund der Kurzbeschreibung habe ich mich für dieses Buch entschieden - ich kann nur sagen: ein Volltreffer. Von Anfang an ist klar, dass in dieser Familie etwas nicht stimmt - und dann kommt noch eine Kannibalin dazu. Ich will nicht zu viel verraten, aber es waren zwei, drei Schockmomente dabei, die mir lange im Gedächtnis bleiben werden. Da habe jeweils eine kurze Pause gemacht und durchgeatmet. Inzwischen habe ich gelesen, dass das Buch auch verfilmt wurde. Das finde ich interessant, denn beim Lesen habe ich mehrmals gedacht: So eine kranke Geschichte kann man eben nur schreiben, als Film wäre sie unerträglich. Allerdings vermute ich, dass nicht alle grausamen Details verfilmt wurden.

Die Handlung ist durchgehend sehr spannend, nur das Ende des Romans hat mich nicht überrascht. Da fand ich es passend, dass der Autor im Epilog zeigt, wie die Geschichte weitergeht. Ich will auf jeden Fall mehr von Jack Ketchum lesen.
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am 29. Dezember 2014
Wie bereits in meiner Rezension für "Beutegier" angekündigt war der 3. Teil der Trilogie wieder einfach nur genial. Jack Ketchum - Vielen Dank!
Dieses Buch verdient es in der "Hardcore" Reihe publiziert zu werden.
Diesmal ist es jedoch komplett anders, verglichen zu Beutezeit und Beutegier, da diesmal der Schlächter zum Schlachtvieh wurde. Einfach ausgedrückt ohne zu viel zu verraten: Eine Mischung aus "Beutegier bzw. Beutezeit und Evil bzw. Lebendig".

Die "Schwester" der Kinder, sprich die Tochter des Anwalts.. Das Familiengefüge.. der Vater selbst!! - die Kannibalin. EINFACH NUR UNGLAUBLICH - sowie das Abschlusskapitel "Das Vieh". Ein absolutes MUSS für jeden Ketchumfan. Hier werden Leser für den etwas langweiligen 2. Teil eindeutig belohnt.

5 Sterne bzw. 100% der Skala. Genial!!
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