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49 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anarchie + Chaos = Das Inferno
Kundenvideo-Rezension     Länge:: 4:51 Minuten
Der Heyne-Verlag publiziert mit "Das Inferno" den 12. Richard Laymon-Roman; dabei bleibt sich der Autor mit seinen bekannten Themen treu, denn es gibt wieder eine große Menge Sex, viel Gewalt und eine rasante Handlung, dennoch zeigt er auch andere Seiten seines schriftstellerischen Könnens.

Aber worum geht's?
Richard...
Veröffentlicht am 7. Juni 2010 von Spaddl

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spannender Laymon, mit Abzügen in der B-Note!
Horror-Fans, die beispielsweise Laymons "Der Pfahl" gelesen haben, konnten bereits die andere, gesellschaftskritische Seite des Autors kennengelernen. In seinen früheren Werken wie "Die Insel" geht es hauptsächlich um das Blutvergießen und die detaillierte Beschreibung dessen, was Menschen anderen Menschen grausames antun können - und das auf die...
Veröffentlicht am 4. Dezember 2010 von Julia Langosz Media-Mania.de


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49 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anarchie + Chaos = Das Inferno, 7. Juni 2010
Von 
Spaddl "spaddl" (SH) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Das Inferno: Roman (Taschenbuch)
Länge:: 4:51 Minuten

Der Heyne-Verlag publiziert mit "Das Inferno" den 12. Richard Laymon-Roman; dabei bleibt sich der Autor mit seinen bekannten Themen treu, denn es gibt wieder eine große Menge Sex, viel Gewalt und eine rasante Handlung, dennoch zeigt er auch andere Seiten seines schriftstellerischen Könnens.

Aber worum geht's?
Richard Laymon beschreibt in diesem Roman ein postapokalyptisches Los Angeles, das nach einem starken Erdbeben in absolutem Chaos versinkt. Strom funktioniert nicht mehr, die Wasserrohre sind geplatzt und die Straßen verstopft.
Der eigentliche Protagonist Clint Banner befindet sich beim Beben in seinem Büro und kann sich noch rechtzeitig auf die Straße retten, trifft beim Versuch nach Hause zu seiner Frau und seiner Tochter zu kommen, auf Em und Mary, die ihn dabei begleiten.
Seine knapp 16-jährige Tochter Barbara hat unterdessen Fahrunterricht und sitzt mit drei Altersgenossen im Auto während L.A. verwüstet wird. Nachdem der Fahrlehrer getürmt ist, schlagen die vier sich alleine durch eine Stadt, die sich selbst zerstört. Die größte Farce der Familie Banner muss aber Mutter Sheila durchstehen, denn sie war zum Zeitpunkt des Erdbebens im Haus, wollte ein Bad nehmen und ist mitsamt der Badewanne eingestürzt. Sie hat überlebt, ist nun aber nackt unter einem großen Balken eingeklemmt. Was für ein glücklicher Zufall, dass dies der Nachbar Stanley Banks mitbekommen hat - pech nur, dass er ein perverser Psychopath ist, der seit langer Zeit hinter Sheila her ist und nun seine Gelegenheit gekommen sieht.

Richard Laymon beschreibt meist im Wechsel die Geschehnisse der einzelnen Charaktere und beginnt dabei mit dem perversen Nachbarn Stanley, so dass - typisch Laymon - der Leser einen direkten Einblick in die Psyche dieses kranken Mannes bekommt. Die Handlungen um Barbara, Clint, Em und allen anderen Figuren nehmen mit zunehmenden Verlauf eine immense Rasanz an, so dass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen ausgelesen hatte.
Es ist auch mal wohltuend, dass der Autor sich mit dem katastrophalen Erdbeben eine Szenerie geschaffen hat, die sich von seinen "Psychopath jagt junge Frau"-Büchern abhebt.

Der gesamte Tenor von "Das Inferno" ist ebenfalls anders. Wirkten viele seiner vorigen Romanen doch eher als eine Aufarbeitung seiner möglichen persönlichen Obsessionen, schlägt er hier eindeutig gesellschaftskritische Töne an und richtet eine Lupe auf eine Menschheit, die durch eine Katastrophe alle Regeln vergisst, die Anarchie aufleben lässt und die "Bestie Mensch" ihre volle Blüte zeigt. Natürlich wird dabei auch viel nackte Haut präsentiert, es werden Körperteile amputiert und Menschen umgebracht - in diesem Bereich bleibt Laymon sich treu.

Alles im allem bleibt ein satirischer, total überdrehter Endzeit-Roman, der beim Lesen total viel Spaß gemacht hat. Von seinen bisher auf Deutsch veröffentlichten Büchern sticht "Das Inferno" - ähnlich wie "Das Spiel" - hervor. Ich kann immer nur wieder mein Bedauern zum Ausdruck bringen, dass Richard Laymon schon so früh gestorben ist.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Doch mehr für eingefleischte Laymon Fans !, 21. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Inferno: Roman (Taschenbuch)
Richard Laymon stellt seine Charaktere wie immer relativ flach und einfach gestrickt da. Sie sind meistens sehr naiv und zuweilen auch sehr dumm. Ihr Verhalten und Handeln ist oftmals völlig realitätsfremd und nicht nachvollziehbar. Das Thema Sex und brutalste Gewalt spielt natürlich auch hier eine wichtige Rolle, wie auch schon in seinem anderen Werken. Aber genau diese ganzen Eigenschaften sind es, die die Fans an seinen Büchern lieben.

In * Das Inferno * geht es vordergründig um das Verhalten der Zivilisation nach einer verheerenden Katastrophe und um die Familie Banner, die am Tag des großen Erdbebens in L.A, in drei verschiedenen Handlungssträngen ums Überleben kämpft. Natürlich führt Laymon diese Handlungsstränge am Ende des Buches zusammen. Zum Einen ist es Sheila Banner, die in ihrem verschütteten Haus, eingeklemmt von Balken in der Bandewanne liegt, mit der sie durch die Zimmerdecke nach unten durchgebrochen ist und von einem perversen Nachbarn bedroht und gequält wird. Des Weiteren gibt es noch ihren Mann Clint Banner, der sich mit einem 13 jährigen Mädchen Namens Em und einer Frau Namens Mary, zu Fuss durch die Straßen von seiner Arbeit nach hause kämpft. Zu guter letzt ist da noch die Tochter Barbara, die das Erdbeben in einem Fahrschulwagen erlebt und sich dann mit drei Freunden auf den Weg zurück zu Ihrer Schule macht. Klingt harmlos und einfach, ist es aber nicht. Schon kurz nach der Katastrophe gerät das Zivilleben völlig außer Kontrolle und die Bewohner drehen durch. Plünderer und Kannibalen ziehen durch die zerstörten Straßen von L.A. und lassen nackte und skalpierte Menschen auf den Straßen zurück. Für die Familie Banner beginnt ein nicht endender Albtraum...

Das Inferno ist in jedem Fall ein Roman für eingefleischte Laymon Fans. Wer dieses Buch als erstes seiner Werke liest, wird vielleicht ein klein wenig enttäuscht sein und es vielleicht auch nicht bis zu Ende lesen. Selbst dem eingefleischten Laymon Fan, dürften einigen Passagen zu skurril erscheinen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spannender Laymon, mit Abzügen in der B-Note!, 4. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Inferno: Roman (Taschenbuch)
Horror-Fans, die beispielsweise Laymons "Der Pfahl" gelesen haben, konnten bereits die andere, gesellschaftskritische Seite des Autors kennengelernen. In seinen früheren Werken wie "Die Insel" geht es hauptsächlich um das Blutvergießen und die detaillierte Beschreibung dessen, was Menschen anderen Menschen grausames antun können - und das auf die perfidesten Arten und Weisen. Bei "Das Inferno" liegt aber ein anderer Hintergrund vor. Allen Menschen in Los Angeles widerfährt ein und dasselbe Schicksal: Ein Erdbeben zerstört unwiderruflich ihr Leben und macht alles kaputt, was mühsam aufgebaut wurde. Dies weckt Endzeitgedanken und macht Panik. Alle bestehenden Regeln und gesellschaftlichen Normen werden über Bord geworfen, die Stadt versinkt in einem großen Chaos als die Bewohner ihr eigentliches Ich vergessen und zunehmend egoistisch handeln.
Etwas überspitzt wirken allerdings die Beschreibungen der Bewohner Los Angeles, die nach dem Beben in den chaotischen Zuständen relativ bald mit abartigen Handlungen beginnen. Das sich ein derart skrupelloses Verhalten der Bürger so entwickelt, kommt für den postapokalyptischen Horrorroman gerade recht, wirft aber die Frage auf, ob sich die Menschen wirklich so verhalten würden.
Es ist außerdem unheimlich und unbeschreiblich, wie Laymon es schafft die Gedanken und die Psyche eines Psychopathen wie dem Nachbar der Familie, Stanley, so direkt zu beschreiben. So eine detaillierte Charakterzeichnung erwartet man eher von einem professionellen Profiler als von einem Horrorautor! Gerade der Charakter von Stanley macht das unheimliche an der Story aus.
Leider treibt es Laymon in diesem Werk wieder etwas zu dolle mit der Beschreibung des weiblichen Geschlechts. In nahezu jedem Kapitel entwickeln sich die sexuellen Fantasien der männlichen Darsteller in eine eindeutige Richtung, die Laymon natürlich immer wieder in die Geschichte einbringt. Bemerkenswert ist, dass die weiblichen Protagonisten diese Gedanken eher weniger hegen oder Laymon diese nicht erfasst.
Die Charakterzeichnung von Sheila ist leider etwas widersprüchlich geworden. Warum bemerkt eine gestandene Frau nicht viel eher, dass sie von ihrem Nachbarn ausspioniert wird? Und warum bemerkt sie seine eindeutigen Blicke zunächst nicht, als er versucht, sie zu befreien? Sheila wirkt einfach etwas zu naiv.

Laymon greift in "Das Inferno" wieder einmal ein Thema auf, das viele gesellschaftskritische Anreize bietet: Schade, dass er diese Möglichkeit kaum nutzt, sondern in guter alter Laymon-Manier mit den abartigsten Beschreibungen des menschlichen Handels und deren Psyche überzeichnet. Wenn der Leser sich darauf einlässt und auch nicht viel mehr erwartet, dann gilt es, 640 Seiten puren Horror zu entdecken.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Chaos und Anarchie, 24. August 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Inferno: Roman (Taschenbuch)
Das Buch das Inferno handelt um ein Erdbeben welches Los Angeles erschüttert. Dieses Buch wird aus den Perspektiven von Clint, Barbara und Stanley erzählt. Im darauf folgenden Chaos versucht Clint, zu seiner Familie zurückzukehren. Mit der cleveren Em muss er sich der plündernden und mordenden Horden erwehren, die L. A. heimsuchen. Seine Tochter Barbara versucht sich ebenfalls in dem Chaos nach Hause durchzuschlagen. Des weiteren ist Clints Frau ist unter den Trümmern ihres Hauses verschüttet und ihrem psychopathischen Nachbarn Stanley hilflos ausgeliefert.

Da ich bisher jedes bei Heyne erschiene Buch von Richard Laymon gelesen habe musste ich nicht sehr überraschenderweise feststellen das "Das Inferno" wieder ein typischer Richard Laymon Roman ist. Doch leider ist in diesem Buch wiedereinmal alles sehr vorhersehbar und es liest sich doch wie einige andere seiner Bücher. Man kann beinahe sagen "kennt man einen, kennt man alle". Kopf ausschalten und unterhalten lassen.

Man wird bei diesem Buch sehr gut unterhalten. Auch wenn der Schreibstil sehr simpel ist, kein größerer Plot vorhanden und die typischen Stilmittel eine Laymons wieder zuhauf eingesetzt werden. Ein sexbesessener Psychopath (Stanley), ein Mädchen welches ihre vermeintliche große Liebe findet und dabei einige wirklich unnötigen Gedanken hat (Barbara) und ein Vater welcher mit aller Macht versucht zu seiner Familie zurückzukehren und dabei seine eigenen Prinzipien hat. Des Weiteren gibt es natürlich noch einige schräge Personen.

Doch trotzallem habe ich dieses Buch mal wieder sehr gerne gelesen. Den es ist Phasenweise sehr spannend, gerade die Gedankengänge von Stanley sind gelungen geschrieben und teils sind diese schon so abgedreht das man Grinsen muss. Das Buch ist trotz seiner 640 Seiten schnell durchgelesen da man immer wissen möchte wie es weitergeht. Das Finale ist leider verhältnismässig kurz ausgefallen.

4 Sterne für ein spannendes Buch mit bekannten Schwächen von Richard Laymon.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hart, zynisch, brutal und unterhaltsam, 18. Juni 2010
Von 
Florian Hilleberg (Göttingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Inferno: Roman (Taschenbuch)
Los Angeles wird von einem heftigen Erdbeben verwüstet. Sheila Banner kann sich vor den Trümmern des einstürzenden Hauses nur mit einem beherzten Sprung in die Badewanne retten und wird dort eingeklemmt, erbarmungslos der Willkür ihres sadistischen Nachbarn Stanley ausgesetzt, der seinen perversen Gelüsten endlich freie Bahn lassen kann. Sheilas Ehemann Clint steckt mitten in der Stadt im Büro fest, als das Unglück hereinbricht. Gemeinsam mit der nervigen Mary und der gewitzten Em muss er sich einen Weg nach Hause erkämpfen. Doch Plünderer und dem Wahnsinn anheim gefallene Menschen machen vor Nichts und Niemandem halt. Das muss auch Barbara Banner, die Tochter von Sheila und Clint, feststellen, die sich zur Zeit des Erdbebens mit drei Mitschülern beim Fahrunterricht befindet. Während der Fahrlehrer durchdreht und sein Heil in der Flucht sucht, müssen sich die vier jungen Menschen allein durch eine Stadt kämpfen, in der jegliche Gesetze und Regeln ihre Gültigkeit verloren haben. Der Weg nach Hause wird für Barbara und ihre Freunde zum Kampf um das nackte Überleben '

Der neuesten Übersetzung eines Romans von Richard Laymon liegt eine Geschichte zugrunde, die der verstorbene Autor im Jahr 1995 in den USA veröffentlichte. Das Setting wird von einem äußerst starken Erdbeben vorgegeben. Ein Szenario, das durch den Klimawandel und Katastrophenmeldungen, nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. In seinen Grundzügen erinnert der Roman ein wenig an 'Der Regen', auch wenn die vorliegende Story sehr viel realitätsnäher und in seiner Brutalität nicht nur erschreckend, sondern auch durchaus denkbar ist. Im Mittelpunkt des Romans steht die Familie Banner, deren Mitglieder in drei verschiedenen Bezirken der Stadt um ihr Leben kämpfen müssen. Dabei wird der Part von Sheila Banner, der Mutter von Barbara, aus der Sicht des Psychopathen Stanley geschildert, der ein typischer, triebgesteuerter Laymon-Bösewicht ist. In der Ausarbeitung der Charaktere hat sich der Autor sehr viel Mühe gegeben und glänzt durch eine unverfälschte Authentizität. Laymons Protagonisten sind keine Übermenschen, sondern normale Leute, die sich höchstens in Punkto Aussehen ein wenig von dem normalen Durchschnittsbürger abheben, zumindest was die Frauen angeht, denn natürlich geizt der Autor auch in diesem Horror-Schinken nicht mit freizügigen Beschreibungen. Bei welchem anderen Schriftsteller würde Sheila Banner splitterfasernackt in der Badewanne eingeklemmt werden, hilflos ihrem perversen Nachbarn ausgeliefert?
Als wären das Beben und der psychopathische Stanley noch nicht genügend Thrill, würzt Laymon die Handlung mit marodierenden Horden und Wahnsinnigen, die unter dem Deckmantel von Chaos und Anarchie ihren Gelüsten endlich freien Lauf lassen können. Doch das Buch ist keineswegs nur eine Aneinanderreihung von Gräueltaten, sondern beschäftigt sich durchaus intensiv mit den Gefühlen und Ängsten der agierenden Personen, und das auf eine wirklichkeitsgetreue Art und Weise, die man nur selten in einem Unterhaltungsroman findet. Hier liegt die Gefahr nahe, das Werk zu unterschätzen, denn häufig kommen einem die Gedankengänge der Charaktere oberflächlich und banal vor. Doch genau so denken die meisten Menschen, vor allem in Extremsituationen, nun einmal. Natürlich lebt auch dieser Roman von der Übertreibung und von seinem teilweise bitterbösen Humor. Stilistisch erwartet den Leser ein Pageturner, den man trotz seiner Seitenfülle binnen kurzer Zeit regelrecht verschlungen haben wird. Wer die anderen Bücher des Autors mochte, wird diesen Roman ebenfalls schätzen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Licht und Schatten, 26. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Inferno: Roman (Taschenbuch)
Ein Impulsivkauf führte mich nach "Das Grab" zu meinem zweiten Buch von Richard Laymon. Der akzeptable Leseeindruck des letzten Buches und das interessante Setting hatten mich schnell an der Angel:

Als ein verheerendes Erdbeben Los Angeles heimsucht, erleben die Mitglieder der Familie Banner getrennt von einander jeweils ihr ganz persönliches "Abenteuer": Während Vater Clint und Tochter Barbara sich auf dem Heimweg jeweils mit plündernden Horden, Streit in der Gruppe und anderen Widrigkeiten auseinander setzen müssen, ist Mutter Sheila zuhause unter den Trümmern ihres Hauses in einer Badewande eingesperrt. Dort ist sie allerdings nicht alleine: Ihr psychopathische Nachbar Stanley hat schon lange ein Auge auf die hübsche Sheila geworfen...

Tja, das klingt doch schon mal ganz interessant. Und in der Tat: Der Roman verschwendet nicht viel Zeit mit Vorgeplänkel, sondern schon auf den ersten Seiten wird man direkt in's Geschehen geworfen. Hier entfaltet der Roman seine Stärke: Laymon versteht es gut, das Tempo hoch zu halten. Der geschickte Wechsel zwischen den Perspektiven der drei Protagonisten ist abwechslungsreich und sorgt für mehrere "Cliffhanger" zwischen den Kapiteln. Ich kenne bisher nur zwei Bücher von Laymon, meine Sicht der Dinge auf seine Werke ist daher noch relativ unbefangen. Etwas fällt mir allerdings schon jetzt positiv auf: Laymons etwas überdrehte, irrsinnige und sich selbst nicht zu ernst nehmende Art. "Das Inferno" vereint auf seine eigene Weise Spannung, knallharte Brutalität, Schlüpfrigkeit und skurrile, fast schon humorvolle Passagen. So spielt Laymon regelrecht mit den Erwartungen des erfahrenen Lesers. An mehreren Stellen hört man den Autor förmlich sagen "So, du glaubst also du wüsstest wie der Hase läuft? Was als nächstes passiert, was Charakter xy als nächstes tut? Na dann schau dir mal DAS hier an...". Das ist erfrischend, überraschend und gepaart mit dem ansonsten so ernsten und brutalem Setting angenehm abgedreht.
Dieses Gefühl wird durch die eingeführten Charaktere meistens hervorragend transportiert: Während die obligatorischen Helden leider etwas stereotypisch geraten sind, entfalten Begleiter und Bösewichter einen ganz eigenen Reiz des Irrsinns und der Unvorhersehbarkeit. Auf diese Weise wird das Buch nie langweilig oder kalkulierbar.

Aber wie so oft, folgt auf das Lob auch der Tadel: Wer bei der Lektüre des Klappentextes oder der Kurzzusammenfassung darauf kommt, hier eine Sozialparabel in den Händen zu halten, wird enttäuscht werden. Das apokalyptische Szenario dient hier nicht dazu, sozialkritisch den Verfall oder die grundlegenden Defekte einer menschlichen Gesellschaft in Ausnahmesituationen zu dokumentieren, sondern schlichtweg als Leinwand und Arena für die Phantasien des Autors. Und obwohl ich bei Leibe nicht zu der Leserschaft gehöre, die beim ersten Anflug von logischen Auflösungserscheinungen direkt "Buh!" ruft, so wirkt die Entwicklung der Menschen im Roman doch äußerst unglaubwüdig und damit atmosphärisch irritierend. In nichtmal einer Stunde degenerieren Menschen blitzartig zu wahnsinnigen Mördern, plünderern und Vegewaltigern, als hätte man einen Schalter im Kopf umgelegt. Laymon selbst greift das schelmisch auf, indem er die Figur Pete mutmaßen lässt, das Erdbeben hätte ein Nervengas freigesetzt.
Aber bei allem Verständnis für die notwendige Realitätsbiegung für eine interessante Geschichte: Diese Art von erzählerischem Irrsinn ist im Gegensatz zum oben dargestellten eher hinderlich, da es den Leser in eine völlig konstruierte Situation entführt.
Dass es auch anders geht, zeigt zum Beipiel Stephen King in "Die Arena". Da wird der Verfall als langwieriger, aber kontinuierlicher Prozess gezeigt. Ein Ereignis führt zum nächsten und als plötzlich alles aus den Fugen gerät, wundert man sich, wo auf dem Weg alles schief gelaufen ist. Und wenn man dann kein spezielles Ereignis findet, sondern die Schlusskette am Ende logisch ist, dann muss man schlucken.... Hier aber geht es nur "Schnipp" und die Leute prügeln sich mit Eistenstangen die Birne ein. Naja.

Hinzu kommt das völlig überdimensionierte Maß an Sex und Gewalt. Sicher, ich lese hier "Das ist nunmal Laymon". Anscheinend gehört das wohl zum Autor und anscheinend ist es auch genau das, wofür ihn seine Fans schätzen. Ich persönlich bin aber aus anderen Gründen zu ihm gelangt, und finde das Maß an Obszönität eher hinderlich für das Lesevergnügen. Was in "Das Grab" noch einigermaßen wohldosiert war, gerät hier zuweilen zum Ärgernis. Nach der gefühlten tausendsten Schilderung diverser Brüste und Phantasien, zwischen all den schlüprigen Annäherungen und widerwätigen Vergewaltigungen wünscht man sich dann doch mal etwas mehr Substanz im Buch.
Ähnliches gilt für die Gewalt: Obwohl man agumentieren könnte, dass das hohe Maß an blutigen Greueltaten erzählerisch das Szenario stützt und den Irrsinn der Charaktere (allen vorran Stanley der Nachbar) unterstreicht, bin ich der Ansicht, dass es kein großer erzählerischer Verlust gewesen wäre, das etwas tiefer zu hängen.
Das ist wohl unter dem Strich alles Geschmackssache.

Eine Kleinigkeit, die ich am Ende noch kritisch anmerken muss: Wie kommt der Übersetzer wieder zu einem solchen Buchtitel? Nicht nur, dass die "gute alte" Tradition hochgehalten wird, immer nur Titel zu wählen, die aus maximal "Artikel + Wort" bestehen (worüber ich mich in anderen Rezensionen schon genug ausgelassen habe), was hat denn bitte ein "Inferno" mit diesem Szenario zu tun? Inferno, da würde man vielleicht eher auf Vulkan, auf Atomkrieg, Feuersturm etc.. tippen, aber Erdbeben? Will der Übersetzer suggerieren, dass das Erdbeben Los Angeles in "Die Hölle (=Inferno) auf Erden" verwandelt? Naja. Ich möchte an dieser Stelle mal ein klares Zeichen gegen irreführende/nichtssagende Buchtitel setzen.
Aber das ist nur eine Kleinigkeit und wird nicht in die Wertung einfließen.

Womit wir auch schon beim Abschluss wären: Ich muss sagen, ich bin hin und her gerissen. Auf der einen Seite bin ich durch das Buch wirklich gut unterhalten und auch überrascht worden, auf der anderen Seite gibt es immer wieder Stellen, die ich persönlich als bestenfalls überflüssige Effekthascherei und Reizbedienung empfinde, schlimmstenfalls als ärgerliche Ekelei. Mich erinnert das ein wenig an das berüchtigte Trashkino der Exploitation-Ära, wo viel Gewalt mit viel nackter Haut kombiniert wurde. Nur dass hier ein durchaus passabler Schriftsteller dazwischen steckt.
Für mich persönlich hat das Buch am Ende nicht ganz gehalten, was ich mir erhofft hatte. Erwartet hatte ich einen spannenden Thriller, der einen hier und da auch schon mal einen Schauer über den Rücken jagt. Durch die Verlagerung ins Irreale hat sich das mit dem Schauer für mich persönlich leider ziemlich erledigt, da ich auf eher realistisch angelegten Horror aus bin. Der Gedanke, das etwas wirklich so passieren könnte ist für mich furchterregender als ein ordentlicher Bodycount mit hektoliterweise Blut. Aber auch das ist Geschmackssache.

Summa summarum schlägt sich diese Ambivalenz auch in der Wertung wieder: Unter dem Strich steht eine durchschnittliche 3/5. Fans des Genres werden von "Das Inferno" sicherlich begeistert sein. Wer zudem auf skurrile, völlig übertriebene Situationen mit gehörig Sex und Gewalt sowie einer Brise schwarzen Humor steht und es mit dem Realismus dafür nicht so genau nimmt, kann bedenkenlos zugreifen.
Wer wiederrum eher einen klassischen Psycho/Horrorthriller mit Kopfkino statt plastischer Schilderung und dem Horror des Realen statt des Surrealen schätzt, sollte das Geld lieber in ein anderes Buch investieren.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tittenbeben in Los Angeles, 25. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Inferno: Roman (Taschenbuch)
Ich lese Laymon gerne und nehme ihm seine gelegentlichen Sexfantasien nicht übel. Aber hier hat es wieder eindeutig einen albernen Charakter angenommen. Kann einfach nicht sein, dass in jedem Kapitel ein Blüschen aufplatzt und Busen durch die Gegend beben, schlackern und wabbern. Unsinn - in lebensbedrohlichen Situationen unrelevant! Etwas nervig ist auch Laymons Prüderie, wenn es um das männliche Geschlecht geht. Wieso geht er da nicht mal richtig unter die Gürtellinie? Fehlt mir als Frau. Also wer auf Vergewaltigungen und Demütigung ( aus Sicht des Täters) steht, ist mit dem Roman gut bedient.
Ansonsten ließ es sich gut lesen, wie immer. Aber im großen Ganzen, habe ich mir ein wenig mehr vom Thema versprochen.
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3.0 von 5 Sternen Ein typischer Laymon, 11. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Inferno: Roman (Kindle Edition)
(Ich versuche starke Spoiler zu vermeiden, möchte jedoch darauf hinweisen, dass es den ein oder anderen Leichten geben könnte)
Über den Inhalt wurde bereits genug gesagt denke ich, daher nur ein paar Punkte die mir beim Lesen aufgefallen sind.

Insgesamt hat mir der Roman mäßig bis gut gefallen, besonders das Setting war sehr gut gewählt. Es gab eine stellenweise temporeiche Handlung, welche leider öfter durch langatmige Passagen unterbrochen wurde. Besonders im Handlungsstrang um Stanley kamen diese deutlich zur Geltung, dort hatte man das Gefühl der Autor will „Zeit gewinnen“, um zwischen den beiden anderen Handlungsstränge mehr Abwechslung zu schaffen und diese mit mehr Inhalt füllen zu können.
Laymon-typisch gab es beinahe keine schwarz-weiß Charaktere, was durchaus positiv ist auch wenn manchmal einzelne Handlungen doch sehr naiv wirkten (z.B. Der Angriff auf die Biker). Auch bei dem vermeintlich „edlen Ritter“ Clint konnte man durch verschiedene Anspielungen nie sicher sein ob da noch was kommen könnte und er sich ebenfalls dem umgebenden Wahnsinn anschließen könnte.
Exzessive Gewalt und Sexdarstellungen waren wieder zu genüge vorhanden, sonst wäre es ja auch kein Laymon, auch wenn sie in diesem Roman doch wieder v.a. am Schluss etwas übertrieben wirkten. Besonders interessant machen diesen Roman hingegen die Charakterentwicklung und die doch sehr freche und schlagkräftige Em, sowie die ein oder andere amüsante Stelle.

Wie auch schon andere Rezensenten anmerkten ist leider das Ende viel zu kurz ausgefallen und wirkt wie abgeschnitten. Einzelner Handlungstränge bekamen dabei immer größere Zeitsprünge und wurden nicht richtig zusammengeführt. Hier hätten ein paar zusätzliche Seiten dem Buch sehr gut getan, deshalb gibt es dafür auch einen Stern Abzug.

Wie immer darf man hier keinen literarischen Hochgenuss erwarten, aber wenn man sich im klaren darüber ist, was einen hier erwartet, nämlich ein brutaler, (stellenweise) rasanter, einfach gehaltener und flüssig geschriebener Thriller wird sich hier sehr gut unterhalten fühlen.

Laymon spaltet die Gemüter, entweder man mag ihn oder nicht. Deshalb für Fans definitiv zu empfehlen aber auch neue Leser können durchaus einen Blick wagen, auch wenn er definitiv bessere verfasst hat, z.B. Der Keller.

Alles in allem 3 Sterne.
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3.0 von 5 Sternen Hatte irgendwie mehr erwartet, 12. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Inferno: Roman (Taschenbuch)
Rezension:

“Das Inferno” von Richard Laymon ist mit seinen mehr als 600 Seiten eines der dicksten Bücher des Autors und hat sich für mich stellenweise leider ziemlich gezogen.

Anders als beim typischen ‘Laymon-Schema’, nach dem meist eine junge Frau im Mittelpunkt steht und von einem Wahnsinnigen bedroht wird, ist in dieser Geschichte der Wahnsinnige selbst der Protagonist – nämlich Stanley, ein extrem übergewichtiger Verlierer, der unter der Fuchtel seiner herrischen Mutter steht (was sich übrigens recht bald erledigt…).

Aber eigentlich gibt es mehrere Protagonisten, denn die Story besteht aus drei verschiedenen Handlungssträngen, die alle bei der Familie Banner zusammenlaufen. Während des starken Erdbebens ist Sheila, die Mutter gerade zu Hause. Bei dem Unglück wird sie nackt in der Badewanne verschüttet und ihr Nachbar Stanley, der sie vorher schon ständig heimlich beobachtete, findet sie. Allein und nackt. Clint – Sheilas Mann – ist gerade unterwegs, als das Chaos losbricht, lernt dabei die völlig unausstehliche Mary und eine Jugendliche namens Em kennen, mit denen er sich auf den Heimweg macht; während Barbara Banner, die Tochter, gerade mit einem Fahrschulauto fährt, das der völlig panische Fahrlehrer nach dem Beben übernimmt und die Stadt verlassen möchte – allerdings noch während Barbara und die anderen drei Fahrschüler, Heather, Pete und Earl im Wagen sitzen. Bald entkommen sie aus dem Wagen und machen sich zu Fuß auf den Weg zu ihren Familien.

Das Szenario läuft so ab, wie man es sich auch in der Wirklichkeit vorstellen könnte. Im Chaos der zertrümmerten Stadt werden Gesetze plötzlich vollkommen nichtig und die Menschen zeigen ihr wahres Gesicht. Es wird nach Herzenslust gemordet, geplündert und vergewaltigt. Die völlig unterschiedlichen Protagonisten, die der Zufall zu Grüppchen formte, zeigen ihre Wesenszüge in extremer Ausführung und man weiß nicht, wem man trauen kann. Gefahr lauert überall.

Der Schreibstil ist bei diesem Thriller aber nicht so ausgereift und spannend, wie man ihn sonst von Laymon kennt. Fesselnder wäre die Geschichte gewesen, wenn man die 600 Seiten auf 400 gekürzt hätte – denn es gibt einige Spannungslücken, in denen Stanley z.B. einfach nur durch die Nachbarschaft rennt, um einen Gegenstand zu holen. Bei einem Thriller interessiert mich das eher weniger, wie der Peiniger an seine ‘Werkzeuge’ gelangt und Logikfehler stören mich nicht so, wenn ich dafür einen Pageturner bekomme.

Für Thrillerfans, die sich bisher noch nicht an besonders ausführliche Grausamkeiten getraut haben, könnte “Das Inferno” aber ein Einstiegsbuch sein. Die Story beinhaltet zwar abartige Handlungen, aber diese werden nicht so intensiv beschrieben, dass man sich direkt in das Geschehen versetzt fühlt. Leser, die dies allerdings wollen, werden das Buch ziemlich sicher als ‘zu soft’ einstufen.

Fazit:

Durchschnittlicher Thriller. Nicht schlecht, aber ich hatte mehr erwartet.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine Stadt im Ausnahmezustand, 19. Juni 2010
Von 
Anja Hentrich (Magdeburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Inferno: Roman (Taschenbuch)
Das Buch ist in 3 Handlungsstränge aufgeteilt, die sich je einem Mitglied der Familie Banner widmen. Nach einem wahnsinnigen Erdbeben, muss jeder Einzelne die unterschiedlichsten Ereignisses dieses Tages durchleben. Während Papa Clint einfach nur von seinem Büro nach Hause will und auf seinem Weg zwei weitere Gefährten an die Seite gestellt bekommt, kämpft sich Tochter Barbara ,anfangs mit drei weiteren Fahrschülern, durch die schrecklich verwüstete Stadt. Beide verfolgen das gleiche Ziel - ihre Familie zu Hause unversehrt vorzufinden. Während dessen liegt Mama Sheila nackt in der Badewanne zwischen den Trümmern ihres Hause und hofft auf Hilfe, denn nur der völlig phychopathische Nachbar Stanley hat sie bisher entdeckt, wittert nun die Chance seines Lebens und verliert dabei mehr und mehr den Verstand.

Grundsätzlich ist es nicht verkehrt eine Geschichte in mehrere Segmente aufzuteilen, welche später zusammengeführt werden. Bei "Der Regen" ist das Richard Laymon wunderbar gelungen. Doch hier verliert man teilweise den Faden. Oft fragte ich mich, was war vorher noch mal genau, woran wird jetzt eigentlich angeknüpft. Nicht selten wurde man aus dem Geschehen überraschend herausgerissen und in den nächsten Schauplatz katapultiert. Dadurch war das Lesevergnügen schon etwas eingeschränkt, zumal das Buch generell interessant erzählt und dank des einfachen Schreibstils leicht und zügig zu lesen ist. Allerdings fehlte mir der gewisse Kick.

Die Hauptcharaktere erscheinen zwar alle, bis auf Stanley - der Typ hat echt `ne Schraube locker - sympathisch und deren Handlungen in Anbetracht der Situation meistens nachvollziehbar, jedoch wird im gesamten Buch munter drauf los geplündert, gemordet und regelrecht abgeschlachtet, aber ohne triftigen Grund. Nur weil ein Erdbeben eine Stadt verwüstet, werden alle zu Massenmördern oder gewissenlosen Gewalttätern? Das reicht mir als Motiv leider nicht aus. Ich sehe ein, dass tatsächlich Einige losziehen und sämtliche unbewohnte Häuser durchstöbern, um brauchbare Sachen abzustauben, das ist in so einer Situation normal. Auch, dass es unweigerlich zu erhöhter Gewaltbereitschaft kommt, ist nicht auszuschließen. Doch, dass nahezu jeder zum Mörder wird, einfach mit der Erklärung, weil er schon vorher dieses Verlangen hatte und es jetzt endlich ungestraft ausleben kann, erscheint mir etwas weit hergeholt. Besonders bei dem Nachbarn Stanley hat mich das gestört. Von Anfang an ist klar, dass er nicht ganz koscha ist, doch völlig unerwartet ermordet er auf brutalste Art und Weise jede in seinem Umfeld befindliche männliche Person und will nebenbei sämtliche Frauen vergewaltigen, die seinen Weg kreuzen. Urprünglich hatte er es nur auf die Nachbarin Sheila abgesehen, es wäre besser gewesen, es auch dabei zu belassen.

Im Großen und Ganzen ist "Das Inferno" eine nette, kurzweilige Lektüre für zwischendurch. Ich habe lange überlegt, da leider keine halben Sterne vergeben werden können. Von Richard Laymon gibt es aber durchaus bessere Werke, daher habe ich mich letztendlich für 3 Sterne entschieden.
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Das Inferno: Roman
Das Inferno: Roman von Richard Laymon (Taschenbuch - 8. Juni 2010)
EUR 9,95
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