Amazon.de: Kundenrezensionen: EVIL

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169 von 177 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Alptraum
In einer der zahlreichen Online Rezensionen zu EVIL (THE GIRL NEXT DOOR) bei Amazon.com schrieb ein Leser, dass er als Amerikaner für die Redefreiheit eintrete, die für alle gelten solle. Für alle, nur nicht für Jack Ketchum. Gründe für diese Aussage werden kaum gegeben, außer dass der Roman abartig sei.

Ja, diese Geschichte ist schockierend, Ekel erregend. Sie...

Veröffentlicht am 14. August 2005 von D. Wolter

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versus
27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Schwer zu bewerten!!!
Ich behaupte aufgrund der Literatur die ich Lese und bewerte schon ein wenig abgehärtet zu sein, doch dieses Buch ist wirklich sehr grausam und erschrekend nahe an der Realität.

Die Story des Buches wurde bereits erötert weswgen ich da nicht näher drauf eingehe.

Ketchum hat einen schnörkelosen und zügigen Schreibstil, der nicht annähernd so...
Veröffentlicht am 10. April 2007 von Danny Kemmerling

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169 von 177 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Alptraum, 14. August 2005
In einer der zahlreichen Online Rezensionen zu EVIL (THE GIRL NEXT DOOR) bei Amazon.com schrieb ein Leser, dass er als Amerikaner für die Redefreiheit eintrete, die für alle gelten solle. Für alle, nur nicht für Jack Ketchum. Gründe für diese Aussage werden kaum gegeben, außer dass der Roman abartig sei.

Ja, diese Geschichte ist schockierend, Ekel erregend. Sie überschreitet die Grenzen des Erträglichen. Ich habe beim Lesen Pausen einlegen müssen, um das Grauen in kleinen Portionen verarbeiten zu können. Mir standen Tränen in den Augen, und ich habe gewünscht, dass sich in der beständig abwärts führenden Spirale der Gewalt ein Hoffnungsschimmer entdecken lässt. Manchmal habe ich sogar gehofft, dass die Geschichte eine unglaubwürdige Wendung nimmt, mir die Chance lässt, mich auf diese Weise zu distanzieren.
Aber Jack Ketchum schreibt gnadenlos realistisch. Er besitzt ein meisterhaftes Gespür für die Psychologie seiner Figuren. Und so unglaublich das für manchen Leser scheinen mag: die hier geschilderten Vorgänge beruhen zum größten Teil auf Tatsachen.

Im Jahr 1965 gab ein Schausteller seine beiden Töchter vorübergehend bei einer Psychopatin
in Obhut. Vier Monate später wurde die Leiche der 16-jährigen Silvia Likens auf einer Matratze im Keller eines gut bürgerlichen Hauses gefunden. Der Leichnam war von über 100 Zigarettenbrandwunden übersät. Auf dem Bauch befand sich eine Tätowierung, eingebrannt mit einer glühenden Nadel. Gertrude Baniszewsk, die für 20 Dollar in der Woche auf die beiden Kinder aufpassen sollte, hatte Silvia Likens gemeinsam mit ihren eigenen 7 Kindern und Kindern aus der Nachbarschaft misshandelt und zu Tode gequält.

Man hat Jack Ketchums Roman in die Horrorecke verbannt. Verstört er dort weniger? Braucht er ein zusätzliches Etikett, damit man sich als Leser in die Behauptung flüchten kann, dies alles sei doch letztlich nur Fiktion? Vielleicht. Wer sehr sensibel ist, wird das hier Beschriebene unerträglich finden. Wer als Kind sexuell missbraucht oder körperlich misshandelt worden ist, wird mit einem Kloß im Hals nicken: „Ja, so ähnlich war's. Sie haben alle weggeschaut, niemand wollte es genau wissen. Dinge wie diese dürfen nicht geschehen. Deshalb ist es besser, sie zu ignorieren."

Weil ich selbst viele der Grausamkeiten erlebt habe, kann ich aus meiner Sicht nur bestätigen, dass die Figuren in diesem „Spiel" realistisch geschildert werden. Wie Maggie habe auch ich mir die Fragen gestellt. „Warum? Was habe ich getan, dass mir das angetan wird?"
Auch Jack Ketchum kann darauf nicht viele Antworten geben. An einer Stelle schreibt er:
„Aber es scheint mir wahrscheinlicher, dass wir es deshalb taten WEIL sie im Gegensatz zu uns schön und stark war (....), um ihre Schönheit zu bewerten." In diesem Irrsinn der Gewalt ist man schon dankbar, dass es wenigstens einen Versuch der Erklärung gibt.
Dank an den Heyne Verlag, dass dieses Buch 16 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung endlich auch auf Deutsch erscheint. Es ist ein wichtiger Roman. Gnadenlos kompromisslos und so verstörend, dass man ihn nie vergessen wird.

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55 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Horror als Grenzerfahrung, 1. Juni 2005
Ganz, GANZ hart an der Grenze des Erträglichen. Ganz nah an dem, was "Horror" ausmacht, wenn er den Namen verdient: Grenzerfahrung - stellvertretend natürlich (Gott sei Dank!) durch einen künstlerischen Filter, hier in Prosa-Form.
Ketchum erzählt eine denkbar einfache Geschichte. Wir sind in einer US-Kleinstadt Ende der 50er. Heile Welt trotz Atombombe, Rock'n'Roll und Playboy. Keiner schließt Türen ab, jeder kennt jeden. Das Grauen kommt nicht in Form von Alien-Schoten oder Riesenameisen. Das Grauen ist schon da. In der Nachbarschaft.
Die Eltern von Meg und Susan kamen bei einem Autounfall ums Leben. Ruth Chandler (alleinerziehend) und deren drei Söhne sind die nächsten Verwandten, und dort werden die beiden Mädchen einquartiert. Die ältere, Meg, ist bildschön, ihre Schwester Susan nach dem Unfall auf Gehhilfen angewiesen. Ruth hat nun 5 Kinder, aber niemand im Ort scheint danach zu fragen, ob das vielleicht eine Überforderung sein könnte. So ist das halt: Familie hilft sich. Erst einmal scheint also das Leben für die Mädchen trotz des tragischen Unfalls in der unter den Umständen bestmöglichen Idylle normal weiterzugehen.
Aber was ist normal? Ketchum stellt diese Frage durchaus als Moralist und lässt nie locker. Wir dringen in die Welt der Kinder und Jugendlichen ein: Ist es normal, dass Woofer Chandler Spielzeugsoldaten verbrennt, dass er Würmer in Ameisennester wirft, um ihren Todeskampf zu beobachten? Ist es normal, dass die (männlichen) Kinder der Clique "Das Spiel" spielen, bei dem der Verlierer angebunden und der Quälerei der Sieger ausgesetzt ist? Ist es normal, dass irgendwann auch die kleine Denise mitspielt und den ersten sexuellen Gelüsten der Mitspieler ausgesetzt ist (und es auch genießt)? Ist es normal, dass Eltern ihre Kinder schlagen und misshandeln, bis diese selbst die Gewalt an ihre Spielkameraden weiterreichen? Wo fängt die Spirale der Gewalt an, wo wird die Grenze des "Zivilisierten", des Menschseins überschritten?
Ruth, die von ihrem Mann verlassen wurde und sich nun allein mit fünf Kindern durchschlagen muss, empfindet die neuen Mitfresser als Zumutung. Speziell Meg ist ihr ein Dorn im Auge. Und allmählich verwandelt sich Argwohn und Abneigung in blanken, irrsinnigen Hass, der offen als Sadismus zu Tage tritt. Ruth sperrt Meg in den Keller, misshandelt das Mädchen, animiert ihre Söhne dazu, es ihr gleich zu tun, Nachbarskinder gesellen sich hinzu, machen mit. Die Dinge eskalieren immer weiter.
EVIL (Originaltitel: The Girl Next Door) ist pessimistisch im Grundton und das bis zum Schluss: Irgendetwas stimmt mit dieser Gesellschaft/den Menschen nicht, aber was genau das ist, ist beunruhigenderweise nicht wirklich fassbar. Eines aber ist sicher: zurückziehen auf "das Böse" kann sich niemand. Ketchum vermeidet den reaktionären Ton (Selbstjustiz, Rache, Weg mit dem Abschaum), den man erwarten könnte, den man fasst herbeisehnt, weil er wenigstens so etwas wie einen Anschein von Erlösung oder Gerechtigkeit bieten könnte. Das Buch ist zu Ende und es geht einem nur schlecht.
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Nicht Horror: sadistisches Kinderdrama, 21. Juni 2007
Jesus Maria.

Was für ein Buch...

Ich würde mich als "Horror Connoisseur" bezeichnen, allerdings wohl eher aus der Clive Barker Ecke, wo menschliche Abgründe mit phantastischen Elementen (fremde Welt, Unsterblichkeit etc.) kombiniert werden. Bei diesem Buch habe ich eine Art Krimi-Thriller erwartet und bewusst nichts über den Inhalt gelesen. "Schleichender Horror", hiess es.

Das Buch ist zwar absolut horrormässig zu lesen, ich verstehe allerdings nicht, warum darauf so rumgeritten wird und man grad einen Stephen King zitieren muss. Meiner Meinung nach tut dies dem Buch nicht gut, denn ist ist ein reinrassiges, überaus brutales, menschenentwürdigendes Drama. Vermutlich kleben überall die Horroretiketten, weil Jack Ketchum (Pseudonym) ansonsten effektiv Horrorbücher geschrieben hat. (OFF SEASON: Kannibalen fallen über eine Stadt her, ausserhalb der Feriensaison etc.). Hier wird nun aber eine WAHRE GESCHICHTE erzählt. Und somit wird das ganze zum wahrhaftigen Alptraum. Ungefähr in der Mitte des Buches musste ich mir effektiv regelmässig, fast schon chronisch einreden, hier eine fiktive Geschichte zu lesen, die allerdings so passieren könnte. Und was vernehme ich dann...? Sie IST so passiert.

EVIL empfand ich erstmals als Titel unglaublich schlecht gewählt. Englisch heisst das Buch "THE GIRL NEXT DOOR". Das Buch handelt davon, wie Erwachsene Regeln aufstellen können, die von unerfahrenen Kindern aus "gutem Hause", die nicht sonderlich leiden mussten und sich deswegen nicht in das Leid anderer versetzen können, bedenkenlos übernommen und weiter gepflegt werden. Sie werden zu Sadisten, egoistischen Sadisten, die zum Zeitvertreib Schnecken verbrennen, Würmer zwischen Ameisen schmeissen um genüsslich den schmerzhaften Windungen des Tieres während des Todeskampfes zuzuschauen.

Das Buch kommt meines Erachtens ungefähr aus derselben Ecke wie cineastische Schocker à la "IRREVERSIBLE". Erstmals sind die Bilder und Beschreibungen dermassen menschenverachtend, dass man ernsthaft am Verstand des Regisseurs/Schriftstellers zweifelt, jedoch wird das Thema dermassen tief ausgeleuchtet, dass nicht die blosse Faszination am Horror an für sich an der Frontseite hängen bleibt. Das Thema, die Geschichte, die Hergänge, alles wird für den blutgeilen Horristen zu détailiert, zu menschlich dargestellt. EVIL ist ein Drama, schlicht und einfach. Wer also unbeschwerten Horror lesen möchte, muss einen grossen Bogen um dieses Buch machen. Hier wird man mit den nun wirklich abgrundtiefsten Seiten des Menschen konfrontiert. Und wer ein Happy End erwartet... dem soll gesagt werden, dass hier dermassen kompromisslos vorgegangen wird, dass es unglaubliche Wut und Trauer auslösen kann. Es gibt in diesem Buch keine Gerechtigkeit:

David lebt im Haus neben den Chandlers. Ruth Chandler muss drei kleine Söhne über die Runden bringen, bis eines Tages zwei Nichten auftauchen, die nun auch zu versorgen sind, weil deren Eltern in einem Unfall tragisch ums Leben gekommen sind: Meg und Susan. Wegen des Unfalls ist Susan sehr eingeschränkt und mit Beinschienen und weiteren medizinischen Geräten ausgestattet. Ruth Chandler offenbart erst nach einigen Seiten ihr wahres Ich: eine verbitterte, gewaltbereite, überforderte Mutter mit einem schweren psychichen Defekt, der zunehmend schlimmer wird. Meg, die schöne Rothaarige, wird fortan zu einer Leidensträgerin, neben welcher die Opfer aus HOSTEL wie Strahlemänner wirken müssten, denn der wahre Horror spielt sich auf der psychologischen Ebene ab, wobei auch körperliche Schändungen der wirklich extremsten, kaltblütigsten Sorte nicht ausgelassen werden. Schlimmer wird das ganze in dem Moment, als sich beim "Kindsmissbrauch durch Erwachsene" nun auch noch Kinder beteiligen.

Mir persönlich hat das Buch teilweise den Verstand verdreht. Ich kenne Situationen aus Jugendjahren, die recht extrem waren, weil sie es erstens tatsächlich waren, und man zweitens als Kind vollkommen wehrlos ist. Diese Wehrlosigkeit und die Naivität/Dummheit und in gewissen Fällen Kaltblütigkeit Mitbeteiligter ist es, welche den absoluten Terror dieses Buches ausmacht. Das ganze wird dann auch vollkommen kompromisslos aufgezeigt, niemand relativiert, niemand hilft, niemand fühlt mit. Da wird einem an Schnüren in einem unterirdischen Bunker gefesselten Mädchen zum x-ten mal in empfindliche Körperstellen gekniffen, mit der Aufforderung zu weinen. Was manchmal nicht möglich ist, wenn man bis vor wenigen Minuten während den letzten Tagen nur geweint hat.

Kein Buch für zarte Seelen (wie mich). Wie bei IRREVERSIBLE ein Buch, das berührt und man fühlt sich genau wie David: man will nicht weiterlesen, und doch kann man irgendwie nicht anderst. Noch nie war ich selbst so nah und so sehr Teilnehmer. Ein Fluch. Doch wenn man solche Themen auffasst, dürfen sie nicht simplifiziert werden.

Ansonsten wirds genau so sein wie mit David: man denkt sich "ist schon schlimm, aber wird schon!". Wird nun aber bis ins letzte Détail alles präsentiert, wird man sich der unglaublichen Tragik erst bewusst. Eine Vergewaltigung beispielsweise ist kein Akt von wenigen Sekunden, das ist allerhöchstens in Filmen so. Dennoch: man hat als Mensch das Recht etwas NICHT zu sehen oder zu lesen. Es gibt auch Dinge, von denen ich nichts genaueres wissen will, auch wenn ich weiss, dass sie geschehen. Bei diesem Buch ist das eine solche Gradwanderung. Ich hätte fast aufgehört.

Fazit: wer Horror ala Clive Barker / Stephen King / Dean Koontz etc. möchte, soll das hier schleunigst vergessen. Ich würde hier eher von TERROR als von Horror sprechen. Das Buch macht nicht Spass und leuchtet jegliche Fazetten von purem Schmerz aus. "Ihr wisst, was Schmerz ist?", so der erste Satz dieser Erzählung. Der ganze Roman befasst sich mit Schmerz: jener, den sich Kinder unabsichtlich beim Spielen zufügen, jener, den lieblose Eltern den Kindern zufügen, jener, den sich Ehepartner gegenseitig zufügen, wenn die Familie nicht mehr Bilderbuchkonform ist, Schmerz aus Masochismus, Schmerz aus Sadismus, unverstandendener, fehlinterpretierter Schmerz...
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Verstörend, schockierend und erschütternd, 14. November 2008
Ich mag das Horrorgenre und habe in meinen Leben einiges an heftigen Medien konsumiert, aber die Ereignisse in diesem Buch haben sogar bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, mir schwirrt der Roman selbst noch durch den Kopf.

Ich will nicht viel über den Inhalt verraten, aber der Roman strotzt nur so von Gewalt und Grausamkeiten. Und obwohl man Jack Ketchum gerne als Horrorautor vermarkten möchte, ist "Evil" kein Horrorroman. Sicher sind die geschilderten Ereignisse der reine Horror, aber das Buch erzählt in erster Linie eine Tragödie, ein verstörendes Drama über menschliche Abgründe gepaart mit Psychohorror.
Die Greueltaten werden oft ziemlich drastisch geschildert, aber sie werden nicht zelebriert, sondern wirken abstoßend. Der Roman wird vielmehr von den Figuren und ihren Geschichten getragen, man empfindet Mitleid mit dem Opfer und Abscheu für die Täter. Das Buch ist aus der Sichtweise einer der Hauptpersonen geschrieben, und so erreicht "Evil" eine nur schwer zu ertragende Intensität. Als Leser kommt man sich letztendlich selbst so vor, als wäre man hilflos und zum Zuschauen verdammt. Verstörend, brutal, schockierend, gleichzeitig auch bewegend, erschütternd und traurig.

Erschreckend ist auch, daß dieser Roman auf dem Fall Sylvia Likens beruht, und sich viele Details tatsächlich so oder zumindest sehr ähnlich abgespielt haben. Der Roman wurde mittlerweise ebenso verfilmt Jack Ketchum's Evil wie auch der echte Fall, An American Crime (Steelbook Edition).

Ich kann den Roman wirklich empfehlen, und ich möchte sogar behaupten, "Evil" ist einer der verstörendsten, bewegensten und auch besten Romane, die ich jemals gelesen habe.

Übrigens sollte man auf keinen Fall das Vorwort lesen, da zu vieles aus dem Buch verraten wird.
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27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Schwer zu bewerten!!!, 10. April 2007
Ich behaupte aufgrund der Literatur die ich Lese und bewerte schon ein wenig abgehärtet zu sein, doch dieses Buch ist wirklich sehr grausam und erschrekend nahe an der Realität.

Die Story des Buches wurde bereits erötert weswgen ich da nicht näher drauf eingehe.

Ketchum hat einen schnörkelosen und zügigen Schreibstil, der nicht annähernd so Blumig und langgezogen ist wie der seiner Gruselkollegen.

Dieser trockene Schreibstil in Verbindung mit dem was sich im Hause
der Chandler abspielt macht einen ähnlich wie die Hauptfigur David zu
einem Voyeur, als welcher man sich fragt, soll ich das wirklich weiterlesen oder in die Ecke feuern.

Doch die Kapitel sind sehr kurz gehalten, immer weiter liest man sich von Kapitel zu Kapitel und wird dabei Zuschauer immer Grausamerer Foltermethoden bis man irgendwann nicht mehr zurück kann, und auf ein gutes Ende hofft welches ab einem bestimmten Zeitpunkte ja auch gar nicht mehr möglich erscheint, und Ketchum beraubt einem hier auch schnell jeglicher Hoffnung.

Literarisch ist dies sicher eine 5 Sterne-Geschichte. Sie ist nah an der Wahrheit, sie verstört und Ketchum schreibt gute Prosa. Der Plot ist schlichtweg brilliant aufgebaut und kein Vergleich zu der Geschwätzigkeit eines Saul´s oder King.

Allerdings tue ich mich schwer eine offenkundige Kaufempfehlung auszusprechen und damit 5 Sterne zu vergeben. Den dem Käufer sollte klar sein das hier die niedrigsten Instinkte des Lesers angesprochen werden, das es hier keine Verdunklungen wie in vergleichbaren Romanen gibt.

Man sollte sich der Grausamkeiten also vollstens im klaren sein wenn man hier zugreift. Nach diesem Buch wird wohl keiner behaupten können er habe es genossen, dieses Buch wird sie noch Tage nach dem zuschlagen des letzten Kapitels im Kopf rumgeistern.

Also entscheiden Sie bitte selbst ob das die Art Literatur ist mit der Sie Ihre Freizeit verbringen wollen
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Grausam, gemein, sadistisch-krank und ultra-spannend!, 3. September 2006
Das Buch hat mich, von sämtlichen Thrillern und Horrorbüchern, die ich bis jetzt gelesen hab, am meisten schockiert aber auch sehr berührt. Es lässt sich so grausam und erschreckend echt lesen, dass man es in unserer heutigen Gesellschaft gelesen haben muss! Ich kenne nichts Vergleichbares, was so sehr unter die Haut geht.

Eigentlich fängt alles mit spielenden Kindern, an einem Fluss im Wald, wie in einem King-Roman an.
Wenn der Leser jedoch perfekt in dieser Stimmung, vielleicht auch an seine eigene Kindheit erinnert, eingehüllt ist, stößt einen der Autor gnadenlos in einen finsteren Keller voller Grausamkeiten, macht die Tür zu, verriegelt diese sorgfältig. Man fängt wie von selbst an ununterbrochen in jeder freien Minute zu lesen, nur um schnellstens wieder ans Tageslicht zu kommen. Da das Buch sehr flüssig und unglaublich spannend geschrieben ist, merkt man die Zeit, die vergeht, nicht im Geringsten. Man muss einfach lesen! Lesen um sich aus diesem Alptraum zu befreien!

Genial geschrieben, jedoch zum Teil recht krank. Man bittet fast beim Lesen, dass es nicht noch grausamer wird.
Auch wenn Jack Ketchum mit Clive Barker verglichen wird, gibt es (fast) keine blutigen Splatter-Details. Da ich auch ein Barker-Fan bin, muss ich jedoch gestehen, dass der Stil Ketchums sowohl ihn als auch Stephen King bei weitem übertrifft und hoffe, dass seine restlichen Bücher auch noch in Deutschland veröffentlicht werden.

Ein ganz großer Lesetipp:
LESEN SIE AUF KEINEN FALL DAS VORWORT VON STEPHEN KING!
Hier wird nicht nur der gesamte Inhalt des Buchs auf ein paar Seiten beschrieben und auseinander gepflückt, sondern auch das komplette Ende verraten!
Warum man diese Seiten nicht als Nachwort gedruckt hat ist für mich unverständlich, hat jedoch schon einige Leser sehr verärgert!
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Absolut bewegend, 11. Mai 2007
Diese Erzählung hat für mich wirklichen Tiefgang. Sie ist ganz anders als viele 08/15-Geschichten, in denen schlimmste Ereignisse sich oberflächlich aneinanderreihen, Berge von Leichen anfallen und man dennoch nicht viel dabei fühlt. In diesem Buch wird man auf quälende Art und Weise an einem Punkt festgehalten, die Zerrissenheit und Hilflosigkeit des Ich-Erzählers wird meines Erachtens beinahe schon genial rübergebracht. Diese Geschichte stellt für mich sehr gut dar, wie Menschen sein können, wenn sie glauben, sich austoben können. Sie zeigt bestimmte destruktive Seiten mancher Menschen meines Erachtens realistisch dar. Ich war während der Lektüre und auch danach absolut bewegt. Mir fällt kein Buch ein, das ich bislang besser fand.
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen abartige Phantasie??? Nein, harte Realität!!, 11. September 2007
Evil wurde mir von einer Freundin empfohlen. Besser gesagt empfahl sie mir, es NICHT zu lesen. Doch wie es eben so ist, machte diese Aussage es für mich nur noch interessanter. In den anderen Rezessionen ist der Inhalt und die Grausamkeit des Buches schon hinreichend thematisert worden. Meiner Meinung nach sollte dieses Buch tatsächlich ein FSK 18 bekommen.

Ich habe jedoch unter anderem in einer Rezession auch gelesen, dass der Autor, Jack Ketchum, in diesem Buch eine abartige Phantasie beweist. Dass es unfassbar ist, wie ein Mensch sich sowas nur ausdenken kann. Dass der Autor für "Ruth", die das Mädchen foltert, keine nachvollziehbaren Beweggründe liefern kann. Das hilft natürlich sehr, wenn man sich das immer vor Augen halten kann: Es ist ja nicht real. Es ist ein Horror Buch, und somit alles vom Autor erfunden.

Äh .. nein.

Das wirklich Abartige, Beschämende, Entsetzliche resultiert nicht etwa aus den kranken Phantasien eines Mannes oder dem Erzähltalent eines versierten Horroautors. Das Unfassbare daran ist, dass die komplette Geschichte auf einem wahren Fall beruht. Das Mädchen gab es wirklich. Sylvia Marie Likens wurde 1965 von ihrer Pflegemutter und einigen Nachbarn in einem Keller zu Tode gefoltert. (Nachzulesen auf wikipedia.com - nur englische Version) Und in der "realen Version" hatte der Junge, durch dessen Auge der Leser die Geschichte verfolgt, noch nicht einmal die Courage am Ende einzugreifen.

Das was Evil beschreibt ist nicht real? Kann nicht real sein? Doch, ist es. Und das macht es zu wahrem Horror. Denn nichts ist grauenhafter, als die Realität selbst.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Unbedingt lesen, Klappentext stimmt ausnahmsweise!, 2. Mai 2007
Dieses Buch ist wirklich keine leichte Kost. Man kann Leute verstehen, die es aus "moralischen Gründen" nicht weiter empfehlen werden. Für den durchschnittlichen Unterhaltungs/Krimi-Leser ist das Buch wohl auch nicht geeignet.
Allerdings sollten sich Horror-Fans dieses Buch unter keinen Umständen entgehen lassen. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass dies eines der besten Bücher ist, die ich jemals gelesen habe. Auch 1 Jahr nach der Lektüre hat dieses Buch einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen. Absolut mitreißender Schreibstil, hochspannend, schockierend, tragisch... und zusätzlich eine anspruchsvolle Geschichte. Mehr als 5 Sterne!
Wirklich ein Buch, dass man nicht mehr aus der Hand legt.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Unerbittlich!, 21. August 2006
Ich möchte hier nichts Weiteres zum genauen Inhalt des Romans schreiben, da sich bereits mehrere Leser hierzu geäußert haben.
Auch kann ich verstehen, warum die Meinungen über dieses Werk so auseinander gehen- denn es ist ein Ausnahmetitel, der dem Slogan von Heyne wirklich mal entegegen kommt (Heyne Hradcore: "Bücher, die Aufsehen erregen).
Hier eine Meinung abzugeben, ist mehr als in jdem andere´n Falle subjektiv, wie es nahezu immer ist bei solchen Grenzfällen.
Und ein solcher ist "Evil".


Wie bereits in einigen Rezensionen weiter unten gesagt wird, geht es um die unschuldige Meg, die ohne Grund bis zu ihrem unerbittlichen Ende gefoltert wird. Nicht mehr und nicht weniger.
Das klingt banal und grausam, vielleicht auch verachtenswert, denn die Folter eines Menschen und alles Weitere, kann und darf nie banal sein!
Und genau das wird in dem Roman von Jack Ketchum ersichtlich.
Ich habe viele Horroromane gelesen, von Clive Barker, Stephen King, und einigen anderen auch. Dennoch muss ich sagen, dass mich kein Buch in den lezten Jahren so bewegt und aufgewühlt hat.
Ketchum schreibt in einer unglaublich einfachen flüssigen Art, dass man denken könnte, man wäre in einem Pulproman zuhause.
Doch der Inhalt erschüttert. Er schlägt einem tief in den Magen und lässt den Leser nach der Lektüre mit einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit zurück. Denn genau dieser einfache Sprachstil Ketchums ist es, der diese "banalen" Handlungen so präzise wie ein Skalpel in der Hand eines Chirurgen werden lässt- sie exakt bei dem Leser in das Innerste eindringen und aufwühlen lässt.
Man fühlt sich hilflos, wird wütend, ertappt sich selbst bei dem Gedanken, ob man die gleichen Empfindungen gehabt hätte, wie der "Held" der Geschichte, und muss wohl mit Erschrecken feststellen, dass der Autor mit seiner Intensität, eine vor sich hin dümpelnde und zwischenmenschlich unaufmerksame Gesellschaft wachzurütteln, vollkommen ins Schwarze getroffen hat.
Es gab einige Momente, in denen ich dachte nicht fähig zu sein, das Buch wieder in die Hände zu nehmen und weiterzulesen.
Wie bereits erwähnt, habe ich viele Horrorromane, Thriller und in diese Richtung gehende Bücher verschlungen, aber dieser Roman nimmt einen Extraplatz ein.
Vor allem auch dadurch, dass man nicht umhin kann, "Evil" nicht nur als Horrorroman zu sehen (,der er nicht wirklich ist), sondern als Drama, Psychogramm einer in Depression lebenden Gesellschaft, und deren Folgen, die dann am Ende in den Horror münden.
Abschließend bleibt zu sagen, dass man "Evil" nicht als 08/15 Horrorroman annehmen sollte, wenn man beabsichtigt, es zu kaufen.
Sondern als beinhartes und brutales Drama, dass einen bereits nach zwei Runden ko gehen und nicht wieder aufstehen lässt. Es ist definitiv kein Buch, das man im Bett kurz vor dem Einschlafen lesen sollte und auch nicht am Strand im Urlaub.
Des Weiteren muss erwähnt sein, dass Leser, die bisher nur normale Thriller gelesen haben und ab und zu ins Horrorfach reinschnupperten, dieser Roman nicht ans Herz gelegt werden kann, denn es besteht die Gefahr, dass sie das Buch nicht zuende lesen und sich über die Investition des Geldes ärgern werden.

Sollte man jedoch mal wieder Lust verspüren, einen Roman zu lesen, der aufrüttelt, einer starrsinnigen Gesellschaft, die alles reglos konsumiert, was ihr vorgehalten wird, den Spiegel vorhält und letztendlich einfach unbequem und fast kaum zu ertragen ist, aber den Leser nachdenklich zurücklässt, kann dieses außergewöhliche Stück Literatur nur ans Herz gelegt werden.
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