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am 14. August 2005
In einer der zahlreichen Online Rezensionen zu EVIL (THE GIRL NEXT DOOR) bei Amazon.com schrieb ein Leser, dass er als Amerikaner für die Redefreiheit eintrete, die für alle gelten solle. Für alle, nur nicht für Jack Ketchum. Gründe für diese Aussage werden kaum gegeben, außer dass der Roman abartig sei.
Ja, diese Geschichte ist schockierend, Ekel erregend. Sie überschreitet die Grenzen des Erträglichen. Ich habe beim Lesen Pausen einlegen müssen, um das Grauen in kleinen Portionen verarbeiten zu können. Mir standen Tränen in den Augen, und ich habe gewünscht, dass sich in der beständig abwärts führenden Spirale der Gewalt ein Hoffnungsschimmer entdecken lässt. Manchmal habe ich sogar gehofft, dass die Geschichte eine unglaubwürdige Wendung nimmt, mir die Chance lässt, mich auf diese Weise zu distanzieren.
Aber Jack Ketchum schreibt gnadenlos realistisch. Er besitzt ein meisterhaftes Gespür für die Psychologie seiner Figuren. Und so unglaublich das für manchen Leser scheinen mag: die hier geschilderten Vorgänge beruhen zum größten Teil auf Tatsachen.
Im Jahr 1965 gab ein Schausteller seine beiden Töchter vorübergehend bei einer Psychopatin
in Obhut. Vier Monate später wurde die Leiche der 16-jährigen Silvia Likens auf einer Matratze im Keller eines gut bürgerlichen Hauses gefunden. Der Leichnam war von über 100 Zigarettenbrandwunden übersät. Auf dem Bauch befand sich eine Tätowierung, eingebrannt mit einer glühenden Nadel. Gertrude Baniszewsk, die für 20 Dollar in der Woche auf die beiden Kinder aufpassen sollte, hatte Silvia Likens gemeinsam mit ihren eigenen 7 Kindern und Kindern aus der Nachbarschaft misshandelt und zu Tode gequält.
Man hat Jack Ketchums Roman in die Horrorecke verbannt. Verstört er dort weniger? Braucht er ein zusätzliches Etikett, damit man sich als Leser in die Behauptung flüchten kann, dies alles sei doch letztlich nur Fiktion? Vielleicht. Wer sehr sensibel ist, wird das hier Beschriebene unerträglich finden. Wer als Kind sexuell missbraucht oder körperlich misshandelt worden ist, wird mit einem Kloß im Hals nicken: „Ja, so ähnlich war's. Sie haben alle weggeschaut, niemand wollte es genau wissen. Dinge wie diese dürfen nicht geschehen. Deshalb ist es besser, sie zu ignorieren."
Weil ich selbst viele der Grausamkeiten erlebt habe, kann ich aus meiner Sicht nur bestätigen, dass die Figuren in diesem „Spiel" realistisch geschildert werden. Wie Maggie habe auch ich mir die Fragen gestellt. „Warum? Was habe ich getan, dass mir das angetan wird?"
Auch Jack Ketchum kann darauf nicht viele Antworten geben. An einer Stelle schreibt er:
„Aber es scheint mir wahrscheinlicher, dass wir es deshalb taten WEIL sie im Gegensatz zu uns schön und stark war (....), um ihre Schönheit zu bewerten." In diesem Irrsinn der Gewalt ist man schon dankbar, dass es wenigstens einen Versuch der Erklärung gibt.
Dank an den Heyne Verlag, dass dieses Buch 16 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung endlich auch auf Deutsch erscheint. Es ist ein wichtiger Roman. Gnadenlos kompromisslos und so verstörend, dass man ihn nie vergessen wird.
99 Kommentare|346 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Juni 2007
Jesus Maria.

Was für ein Buch...

Ich würde mich als "Horror Connoisseur" bezeichnen, allerdings wohl eher aus der Clive Barker Ecke, wo menschliche Abgründe mit phantastischen Elementen (fremde Welt, Unsterblichkeit etc.) kombiniert werden. Bei diesem Buch habe ich eine Art Krimi-Thriller erwartet und bewusst nichts über den Inhalt gelesen. "Schleichender Horror", hiess es.

Das Buch ist zwar absolut horrormässig zu lesen, ich verstehe allerdings nicht, warum darauf so rumgeritten wird und man grad einen Stephen King zitieren muss. Meiner Meinung nach tut dies dem Buch nicht gut, denn ist ist ein reinrassiges, überaus brutales, menschenentwürdigendes Drama. Vermutlich kleben überall die Horroretiketten, weil Jack Ketchum (Pseudonym) ansonsten effektiv Horrorbücher geschrieben hat. (OFF SEASON: Kannibalen fallen über eine Stadt her, ausserhalb der Feriensaison etc.). Hier wird nun aber eine WAHRE GESCHICHTE erzählt. Und somit wird das ganze zum wahrhaftigen Alptraum. Ungefähr in der Mitte des Buches musste ich mir effektiv regelmässig, fast schon chronisch einreden, hier eine fiktive Geschichte zu lesen, die allerdings so passieren könnte. Und was vernehme ich dann...? Sie IST so passiert.

EVIL empfand ich erstmals als Titel unglaublich schlecht gewählt. Englisch heisst das Buch "THE GIRL NEXT DOOR". Das Buch handelt davon, wie Erwachsene Regeln aufstellen können, die von unerfahrenen Kindern aus "gutem Hause", die nicht sonderlich leiden mussten und sich deswegen nicht in das Leid anderer versetzen können, bedenkenlos übernommen und weiter gepflegt werden. Sie werden zu Sadisten, egoistischen Sadisten, die zum Zeitvertreib Schnecken verbrennen, Würmer zwischen Ameisen schmeissen um genüsslich den schmerzhaften Windungen des Tieres während des Todeskampfes zuzuschauen.

Das Buch kommt meines Erachtens ungefähr aus derselben Ecke wie cineastische Schocker à la "IRREVERSIBLE". Erstmals sind die Bilder und Beschreibungen dermassen menschenverachtend, dass man ernsthaft am Verstand des Regisseurs/Schriftstellers zweifelt, jedoch wird das Thema dermassen tief ausgeleuchtet, dass nicht die blosse Faszination am Horror an für sich an der Frontseite hängen bleibt. Das Thema, die Geschichte, die Hergänge, alles wird für den blutgeilen Horristen zu détailiert, zu menschlich dargestellt. EVIL ist ein Drama, schlicht und einfach. Wer also unbeschwerten Horror lesen möchte, muss einen grossen Bogen um dieses Buch machen. Hier wird man mit den nun wirklich abgrundtiefsten Seiten des Menschen konfrontiert. Und wer ein Happy End erwartet... dem soll gesagt werden, dass hier dermassen kompromisslos vorgegangen wird, dass es unglaubliche Wut und Trauer auslösen kann. Es gibt in diesem Buch keine Gerechtigkeit:

David lebt im Haus neben den Chandlers. Ruth Chandler muss drei kleine Söhne über die Runden bringen, bis eines Tages zwei Nichten auftauchen, die nun auch zu versorgen sind, weil deren Eltern in einem Unfall tragisch ums Leben gekommen sind: Meg und Susan. Wegen des Unfalls ist Susan sehr eingeschränkt und mit Beinschienen und weiteren medizinischen Geräten ausgestattet. Ruth Chandler offenbart erst nach einigen Seiten ihr wahres Ich: eine verbitterte, gewaltbereite, überforderte Mutter mit einem schweren psychichen Defekt, der zunehmend schlimmer wird. Meg, die schöne Rothaarige, wird fortan zu einer Leidensträgerin, neben welcher die Opfer aus HOSTEL wie Strahlemänner wirken müssten, denn der wahre Horror spielt sich auf der psychologischen Ebene ab, wobei auch körperliche Schändungen der wirklich extremsten, kaltblütigsten Sorte nicht ausgelassen werden. Schlimmer wird das ganze in dem Moment, als sich beim "Kindsmissbrauch durch Erwachsene" nun auch noch Kinder beteiligen.

Mir persönlich hat das Buch teilweise den Verstand verdreht. Ich kenne Situationen aus Jugendjahren, die recht extrem waren, weil sie es erstens tatsächlich waren, und man zweitens als Kind vollkommen wehrlos ist. Diese Wehrlosigkeit und die Naivität/Dummheit und in gewissen Fällen Kaltblütigkeit Mitbeteiligter ist es, welche den absoluten Terror dieses Buches ausmacht. Das ganze wird dann auch vollkommen kompromisslos aufgezeigt, niemand relativiert, niemand hilft, niemand fühlt mit. Da wird einem an Schnüren in einem unterirdischen Bunker gefesselten Mädchen zum x-ten mal in empfindliche Körperstellen gekniffen, mit der Aufforderung zu weinen. Was manchmal nicht möglich ist, wenn man bis vor wenigen Minuten während den letzten Tagen nur geweint hat.

Kein Buch für zarte Seelen (wie mich). Wie bei IRREVERSIBLE ein Buch, das berührt und man fühlt sich genau wie David: man will nicht weiterlesen, und doch kann man irgendwie nicht anderst. Noch nie war ich selbst so nah und so sehr Teilnehmer. Ein Fluch. Doch wenn man solche Themen auffasst, dürfen sie nicht simplifiziert werden.

Ansonsten wirds genau so sein wie mit David: man denkt sich "ist schon schlimm, aber wird schon!". Wird nun aber bis ins letzte Détail alles präsentiert, wird man sich der unglaublichen Tragik erst bewusst. Eine Vergewaltigung beispielsweise ist kein Akt von wenigen Sekunden, das ist allerhöchstens in Filmen so. Dennoch: man hat als Mensch das Recht etwas NICHT zu sehen oder zu lesen. Es gibt auch Dinge, von denen ich nichts genaueres wissen will, auch wenn ich weiss, dass sie geschehen. Bei diesem Buch ist das eine solche Gradwanderung. Ich hätte fast aufgehört.

Fazit: wer Horror ala Clive Barker / Stephen King / Dean Koontz etc. möchte, soll das hier schleunigst vergessen. Ich würde hier eher von TERROR als von Horror sprechen. Das Buch macht nicht Spass und leuchtet jegliche Fazetten von purem Schmerz aus. "Ihr wisst, was Schmerz ist?", so der erste Satz dieser Erzählung. Der ganze Roman befasst sich mit Schmerz: jener, den sich Kinder unabsichtlich beim Spielen zufügen, jener, den lieblose Eltern den Kindern zufügen, jener, den sich Ehepartner gegenseitig zufügen, wenn die Familie nicht mehr Bilderbuchkonform ist, Schmerz aus Masochismus, Schmerz aus Sadismus, unverstandendener, fehlinterpretierter Schmerz...
33 Kommentare|113 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Ganz, GANZ hart an der Grenze des Erträglichen. Ganz nah an dem, was "Horror" ausmacht, wenn er den Namen verdient: Grenzerfahrung - stellvertretend natürlich (Gott sei Dank!) durch einen künstlerischen Filter, hier in Prosa-Form.
Ketchum erzählt eine denkbar einfache Geschichte. Wir sind in einer US-Kleinstadt Ende der 50er. Heile Welt trotz Atombombe, Rock'n'Roll und Playboy. Keiner schließt Türen ab, jeder kennt jeden. Das Grauen kommt nicht in Form von Alien-Schoten oder Riesenameisen. Das Grauen ist schon da. In der Nachbarschaft.
Die Eltern von Meg und Susan kamen bei einem Autounfall ums Leben. Ruth Chandler (alleinerziehend) und deren drei Söhne sind die nächsten Verwandten, und dort werden die beiden Mädchen einquartiert. Die ältere, Meg, ist bildschön, ihre Schwester Susan nach dem Unfall auf Gehhilfen angewiesen. Ruth hat nun 5 Kinder, aber niemand im Ort scheint danach zu fragen, ob das vielleicht eine Überforderung sein könnte. So ist das halt: Familie hilft sich. Erst einmal scheint also das Leben für die Mädchen trotz des tragischen Unfalls in der unter den Umständen bestmöglichen Idylle normal weiterzugehen.
Aber was ist normal? Ketchum stellt diese Frage durchaus als Moralist und lässt nie locker. Wir dringen in die Welt der Kinder und Jugendlichen ein: Ist es normal, dass Woofer Chandler Spielzeugsoldaten verbrennt, dass er Würmer in Ameisennester wirft, um ihren Todeskampf zu beobachten? Ist es normal, dass die (männlichen) Kinder der Clique "Das Spiel" spielen, bei dem der Verlierer angebunden und der Quälerei der Sieger ausgesetzt ist? Ist es normal, dass irgendwann auch die kleine Denise mitspielt und den ersten sexuellen Gelüsten der Mitspieler ausgesetzt ist (und es auch genießt)? Ist es normal, dass Eltern ihre Kinder schlagen und misshandeln, bis diese selbst die Gewalt an ihre Spielkameraden weiterreichen? Wo fängt die Spirale der Gewalt an, wo wird die Grenze des "Zivilisierten", des Menschseins überschritten?
Ruth, die von ihrem Mann verlassen wurde und sich nun allein mit fünf Kindern durchschlagen muss, empfindet die neuen Mitfresser als Zumutung. Speziell Meg ist ihr ein Dorn im Auge. Und allmählich verwandelt sich Argwohn und Abneigung in blanken, irrsinnigen Hass, der offen als Sadismus zu Tage tritt. Ruth sperrt Meg in den Keller, misshandelt das Mädchen, animiert ihre Söhne dazu, es ihr gleich zu tun, Nachbarskinder gesellen sich hinzu, machen mit. Die Dinge eskalieren immer weiter.
EVIL (Originaltitel: The Girl Next Door) ist pessimistisch im Grundton und das bis zum Schluss: Irgendetwas stimmt mit dieser Gesellschaft/den Menschen nicht, aber was genau das ist, ist beunruhigenderweise nicht wirklich fassbar. Eines aber ist sicher: zurückziehen auf "das Böse" kann sich niemand. Ketchum vermeidet den reaktionären Ton (Selbstjustiz, Rache, Weg mit dem Abschaum), den man erwarten könnte, den man fasst herbeisehnt, weil er wenigstens so etwas wie einen Anschein von Erlösung oder Gerechtigkeit bieten könnte. Das Buch ist zu Ende und es geht einem nur schlecht.
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am 10. April 2007
Ich behaupte aufgrund der Literatur die ich Lese und bewerte schon ein wenig abgehärtet zu sein, doch dieses Buch ist wirklich sehr grausam und erschrekend nahe an der Realität.

Die Story des Buches wurde bereits erötert weswgen ich da nicht näher drauf eingehe.

Ketchum hat einen schnörkelosen und zügigen Schreibstil, der nicht annähernd so Blumig und langgezogen ist wie der seiner Gruselkollegen.

Dieser trockene Schreibstil in Verbindung mit dem was sich im Hause

der Chandler abspielt macht einen ähnlich wie die Hauptfigur David zu

einem Voyeur, als welcher man sich fragt, soll ich das wirklich weiterlesen oder in die Ecke feuern.

Doch die Kapitel sind sehr kurz gehalten, immer weiter liest man sich von Kapitel zu Kapitel und wird dabei Zuschauer immer Grausamerer Foltermethoden bis man irgendwann nicht mehr zurück kann, und auf ein gutes Ende hofft welches ab einem bestimmten Zeitpunkte ja auch gar nicht mehr möglich erscheint, und Ketchum beraubt einem hier auch schnell jeglicher Hoffnung.

Literarisch ist dies sicher eine 5 Sterne-Geschichte. Sie ist nah an der Wahrheit, sie verstört und Ketchum schreibt gute Prosa. Der Plot ist schlichtweg brilliant aufgebaut und kein Vergleich zu der Geschwätzigkeit eines SaulŽs oder King.

Allerdings tue ich mich schwer eine offenkundige Kaufempfehlung auszusprechen und damit 5 Sterne zu vergeben. Den dem Käufer sollte klar sein das hier die niedrigsten Instinkte des Lesers angesprochen werden, das es hier keine Verdunklungen wie in vergleichbaren Romanen gibt.

Man sollte sich der Grausamkeiten also vollstens im klaren sein wenn man hier zugreift. Nach diesem Buch wird wohl keiner behaupten können er habe es genossen, dieses Buch wird sie noch Tage nach dem zuschlagen des letzten Kapitels im Kopf rumgeistern.

Also entscheiden Sie bitte selbst ob das die Art Literatur ist mit der Sie Ihre Freizeit verbringen wollen
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am 9. Februar 2016
Gleich vorab muss gesagt werden, dieses Buch ist obwohl sehr gut gelungen sicherlich nicht die richtige Lektüre für jedermann.

EVIL ist zwar mit 335 Seiten und halbwegs großer Schrift eher knapp bemessen bietet aber durchaus mehrstündigen "lesespaß" und ist trotz alledem nicht um nur eine Seite zu dünn geraten.

Habe mein gekauftes Exemplar aufgeschlagen und am Stück durchgelesen, durchgängig spannender Inhalt, eine absurde und doch naheliegende ebenso nervenaufreibende wie fesselnde Geschichte geschrieben in der Ich -Form haben dies zu verantworten.

Des weiteren verwandelt die Tatsache, dass sich eine ganz ähnliche Geschichte auch tatsächlich nahezu genau so abgespielt hat jede einzelne der geschilderte Gewalttaten zu einem grausigen Einblick in die Abgründe des menschlichen Daseins.

Für abgebrühte Leser kann ich dieses Buch uneingeschränkt weiterempfehlen.
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am 3. September 2006
Das Buch hat mich, von sämtlichen Thrillern und Horrorbüchern, die ich bis jetzt gelesen hab, am meisten schockiert aber auch sehr berührt. Es lässt sich so grausam und erschreckend „echt“ lesen, dass man es in unserer heutigen Gesellschaft gelesen haben muss! Ich kenne nichts Vergleichbares, was so sehr unter die Haut geht.

Eigentlich fängt alles mit spielenden Kindern, an einem Fluss im Wald, wie in einem King-Roman an.

Wenn der Leser jedoch perfekt in dieser Stimmung, vielleicht auch an seine eigene Kindheit erinnert, eingehüllt ist, stößt einen der Autor gnadenlos in einen finsteren Keller voller Grausamkeiten, macht die Tür zu, verriegelt diese sorgfältig. Man fängt wie von selbst an ununterbrochen in jeder freien Minute zu lesen, nur um schnellstens wieder ans Tageslicht zu kommen. Da das Buch sehr flüssig und unglaublich spannend geschrieben ist, merkt man die Zeit, die vergeht, nicht im Geringsten. Man muss einfach lesen! Lesen um sich aus diesem Alptraum zu befreien!

Genial geschrieben, jedoch zum Teil recht „krank“. Man bittet fast beim Lesen, dass es nicht noch grausamer wird.

Auch wenn Jack Ketchum mit Clive Barker verglichen wird, gibt es (fast) keine blutigen Splatter-Details. Da ich auch ein Barker-Fan bin, muss ich jedoch gestehen, dass der Stil Ketchums sowohl ihn als auch Stephen King bei weitem übertrifft und hoffe, dass seine restlichen Bücher auch noch in Deutschland veröffentlicht werden.

Ein ganz großer Lesetipp:

LESEN SIE AUF KEINEN FALL DAS VORWORT VON STEPHEN KING!

Hier wird nicht nur der gesamte Inhalt des Buchs auf ein paar Seiten beschrieben und auseinander gepflückt, sondern auch das komplette Ende verraten!

Warum man diese Seiten nicht als Nachwort gedruckt hat ist für mich unverständlich, hat jedoch schon einige Leser sehr verärgert!
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TOP 500 REZENSENTam 22. August 2008
Mein Fazit gleich mal vorweg: schockierend, mitreißend; brutal, sprengt die Grenzen des Erträglichen.
Ich lese sehr gern & sehr viel Thriller.
Auf was es m.E. aber ankommt ist die Spannung & intelligente Unterhaltung Beides ist hier für meinen Geschmack nicht gegeben. Statt dessen v.a. gegen Ende sehr brutal & grausam. Wer so was in seiner Freizeit lesen möchte- bitte gerne, aber ich für meinen Teil bevorzuge da dann doch intelligentere Unterhaltung, die nichtnur brutal (nein ich bin keine mimose, ich halte schon einiges aus) ist. Sowas schaue ich mir wenn überhaupt lieber als Film an. Bücher des Genres Ketchum, Nasaw, King sind ergo definitiv nichts für mich.
Hatte mir etwas mehr von diesem Buch erhofft, nämlich wenigstens ein klein bisschen intelligente Unterhaltung & nicht nur Aneinanderreihungen von widerlichen Folterszenen gegen Ende.
Gefallen hingegen hat mir dies Ausdruckskraft & -stärke des Autors - man fühlt sich wahrhaft in die USA der 5er zurückversetzt, den heißen Sommer mit seinne leuchtenden Farben.

ERGO:
Ansonsten wirklich nur EINGESCHRÄNKT lesenswert für Fans des Genres!Der "normal"Thriller-Psychthriller-Krimi-Fan sollte seine Hände davon lassen, da zu grausam & brutal.
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am 19. Dezember 2015
Ich kann im ersten "Sinne" nichts über das Buch sagen weil ich mir es noch bestellen möchte...Aber ich habe den Film gesehen und habe die Bewertungen hier gesehen die nur 1 Stern gegeben haben,das verstehe ich nicht! Denn es ist eine wahre Begebenheit und hat sich Warscheinlich auch so zugetragen; na klar es ist Krank und Grausam aber deswegen sollte man den Buch kein 1 Stern geben weil man es nicht verkraftet...Ich weiß wie man sich fühlt wenn man den Film zuende gesehen hat ,ich bin auch sehr Schockiert und kann es nicht glauben was ich gesehen habe und denke das es sehr schwer ist zu verarbeiten aber sowas bekommt man von ganz alleine hin ;)
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am 25. Oktober 2007
Abscheulich. Nicht die (möglicherweise kranke) Phantasie, die den Autoren trieb, solch ein Protokoll des Grauens zu verfassen. Sondern die Ahnung, dass derartige unbeschreibliche (und auch eigentlich unbeschreibbare) Vorgänge tatsächlich irgendwo auf dieser Welt und zu jeder Zeit geschehen (und dieser Fall ja auch tatsächlich geschah).

Jack Ketchum beschreibt zunächst die pure amerikanische Landidylle der 50er Jahre. Das Grauen schleicht sich zunächst nicht greifbare und nur unterschwellig in dieses harmlose Alltagsgeschehen. Es fasziniert und nimmt den Leser in seinen Bann. Man will unbedingt wissen, was die nächste Stufe der Demütigung und der Ungerechtigkeit gegenüber der bedauernswerten Meg beinhaltet. Und die Schraube des Grauens und Unsäglichen dreht sich immer weiter erbarmungslos zu. Gegen Ende war mir wahrhaft zum Kotzen. Ich hätte diese Chandler-Bande am liebsten selbst mit der Pumpgun niedergemäht. Aber wie schon erwähnt:

Das eigentlich erschreckende an der Sache ist, dass sie so oder ähnlich auch in diesem Augenblick irgendwo auf dieser kranken Welt tatsächlich stattfindet.

Nachtrag: Ärgerlich ist, dass Stephen King mit seinem ausufernden (wie's halt so seine Art ist) Vorwort den Inhalt des Buches schon vorab erzählt. Es wäre besser gewesen, diese Lobeshymne als Nachwort zu platzieren.
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am 7. Januar 2016
Also wie schon Vorredner schrieben, nichts für schwache nerven, und ich sage nur es gibt nix grauseres wie den menschen selbst, wer dieses buch liest sollte sich dessen im klaren sein, denn wenn man es liest könnte man genauso gut daneben stehen, man fragt sich : wie würde ich reagieren was würde ich tun und fragen fragen...und man darf nicht vergessen es sind Kinder, mehr verrate ich nicht. Super geschrieben, es liest sich gut und man hat die ganze zeit das gefühl dabei zu sein , hilflos dabei zu sein!!
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