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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen104
3,8 von 5 Sternen
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am 14. Juli 2011
Dem Autoren würde ich für dieses Buch gerne fünf Sterne geben, denn er hat sie verdient. Schwan trägt Fakten, persönliche Eindrücke und Gesprächsfragmente zusammen, die ein interessantes, facettenreiches Portrait der Hannelore Kohl zeichnen. Trotz vieler privater Details spürt man beim Lesen die Zuneigung und die Achtung, die der Autor für Hannelore Kohl empfand. Voyeure kommen hier nicht auf ihre Kosten. Danke dafür!

Aber: Schwan ist ein gestandener Journalist, kein Belletristik-Autor. Der Versuch, das Porträt in blumige Roman-Schreibe zu fassen, gelingt ihm nicht. Muss ja auch nicht, schließlich ist es Aufgabe eines kompetenten Lektorats, stilistische Brüche und grammatikalische Patzer zu glätten. Dies fand aber nicht statt.

Hier kommen wir zum handwerklichen Mangel des Buches, der angesichts des Kaufpreises schlicht inakzeptabel ist: Offenbar hat Heyne/Random House das Lektorat wegrationalisiert. Oder spricht man dort nur noch Englisch?

Von der ersten Seite an strotzt das Buch vor grammatikalischen Fehlern, Wortwiederholungen, sachlichen Widersprüchen (Irene Renner ist mal »die lebenslustige Bremerin«, zwei Seiten später »die kühle Bremerin«, einige Seiten später unterzieht sie sich weiteren semantischen Metamorphosen. Wie denn nun?), falsch verwendeten Floskeln und unglücklich gewählten Metaphern. Dies erschwert den Lesefluss sehr und macht es stellenweise unmöglich, den Inhalt zu erfassen.

Fazit: Null Sterne für Verlag und Lektor. Es ist wirklich eine Schande, dieses sensible Thema in so schlampiger Form auf den Markt zu werfen! Fünf Sterne für den Autoren. Und vielleicht einen kompetenteren Verlagspartner für das nächste Projekt.....
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am 15. August 2011
Ich habe das Buch soeben zu Ende gelesen und schwanke bei der Bewertung etwas. Die erste Hälfte des Buches ist durchaus interessant, erfährt man doch viel aus den Kindheits- und Jugendjahren von Hannelore Kohl. Ab der zweiten Hälfte wird es doch sehr pathetisch und man bekommt fast den Eindruck, der Autor war heimlich verliebt oder schwärmte mindestens ein bisschen für sie. Etwa 3-4 Kapitel lang, reiht sich eine Lobhuddelei an die nächste, wird teilweise Gebetsmühlenartig wiederholt. Gleichzeitig wird auch Mann recht glorifiziert, zumindest seine Politik. Das ist nun zwar Ansichtssache und ich habe auch versucht, meine eigene politische Meinung nicht in die Bewertung einfließen zu lassen, aber man kommt eben nicht umhin, festzustellen, dass der Autor eher in das "Kohlianer" Lager gehört und dann stellt sich eben die Frage, wie objektiv seine Darstellung von Hannelore Kohl tatsächlich ist. Ich bewundere diese Frau, nach allem was sie durchgemacht hat, durchaus für ihr Durchhaltevermögen und ihre Disziplin. Das Leben an Helmut Kohls Seite war alles andere als ein Zuckerschlecken, um so erschreckender finde ich, aus heutiger Sicht (ja ich weiß, es war eine andere Generation)ihr ständiges zurückstecken und nicht ausbrechen. Alles in allem ist das Buch flüssig zu lesen, streckenweise sehr interessant, aber insgesammt irgendwie unbefriedigend.Fazit: Schade, da hätte man mehr draus machen können.
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am 27. Dezember 2011
Der Journalist und Autor Heribert Schwan lässt in dem Buch jegliche journalistische Distanz vermissen. Er schreibt selbst in seinem Buch, dass Hannelore Kohl Journalisten nie gemocht hat und scheint angetan von dem Umstand gewesen zu sein, dass sie bei ihm eine Ausnahme gemacht hat: Das Buch strotzt geradezu von verherrlichenden Beschreibungen ihres sensiblen Umgangs mit Menschen, ihrer menschlichen Größe und ihrer sympathischen Art, dass einem beim Lesen fast schwindlig wird. Dabei wäre es Schwans Aufgabe gewesen, dem Menschen Hannelore Kohl auf die Spur zu kommen - beispielsweise, wie sie mit der Nazi-Vergangenheit ihrer Eltern umgegangen ist. Den Menschen hinter der Maske offenbart der Autor dem Leser leider nicht. Ihm scheint vor allem daran gelegen gewesen zu sein, den Kohls nicht auf die Füße zu treten. Damit reiht er sich in die Schar der Journalisten ein, die keine unbequemen Fragen mehr stellen, weil sie von Helmut Kohl (der sich zur Zeit seiner Kanzlerschaft auch selbstherrlich damit rühmte, bestimmte Zeitungen nicht zu lesen) umgehend mit einem Interview-Stopp belegt wurden. So bleibt die Geschichte von Kohls langjähriger Ehefrau leider an der Oberfläche. Das liegt auch am vor sich hin plätschernden Sprachstil, dem jegliche Dramaturgie fehlt.
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Gleich zu Beginn sei gesagt: Das Buch ist keine Abrechnung mit Helmut Kohl. Natürlich wird manch Kritisches über ihn gesagt. Denn der Autor ist ein enger Vertrauter der Kohls gewesen, der manch Konflikt aus nächster Nähe miterlebt hat und nun 10 Jahre nach dem Tod von Hannelore erstmals darüber berichtet.

Aber der Buchtitel heisst ja: "Die Frau an seiner Seite". Das war sie wirklich, im besten Sinne des Wortes. Dies kommt nicht zuletzt im Abschiedsbrief an ihn zum Ausdruck, wo sie u.a. schreibt: "Ich danke dir für ein Leben an Deiner Seite, voller Ereignisse, Liebe, Glück, Zufriedenheit." Aber neben solchen Lobesworten gab es eben auch noch eine andere, von der Öffentlichkeit verborgene und weniger erfreuliche Seite. Und auch davon handelt das Buch.

Ausgehend von der politischen Karriere ihres Mannes wird beschrieben, wie der Druck der Öffentlichkeit auf sie immer unerträglicher wurde und sie immer weniger damit zurechtkam. Sie mochte die Bonner Bühne nicht und die nach Privatem gierenden Journalisten noch weniger. So oft sie konnte, versuchte sie sich dem zu entziehen. Gleichwohl musste sie viele Termine wahrnehmen, die ihr eigentlich zuwider waren. Ein gutes Beispiel ist hier der alljährliche Urlaub am Wolfgangsee, wo sie und die Söhne nur Randfiguren im Begleittross des Kanzlers waren und sich bereitzuhalten hatten für die gestellten Urlaubsmotive. Sie selbst wäre viel lieber auf die kanarischen Inseln geflogen oder in noch exotischere Gefilde.

Zu dieser Unzufriedenheit kam, dass ihr Mann sie mehrmals vor den Kopf stiess und sie in wichtige, auch sie betreffende Schritte nicht einweihte. Ein Beispiel ist hier der 3. April 1997, wo Helmut Kohl seine erneute Kanzlerkandidatur verkündete. Dies wäre mit der Familie abgesprochen - eine glatte Lüge. Hannelore war entsprechend enttäuscht und wütend. Gleichwohl wäre sie nie auf die Idee gekommen, öffentlich zu protestieren. Sie wollte mit aller Macht das Bild einer normalen Familie nach innen und aussen aufrechterhalten, nie zeigen, was sie wirklich bedrückte.

Dies git nicht zuletzt auch für ihre Krankheit in den letzten Lebensjahren. Nach Meinung der Ärzte, die der Autor konsultierte, sprach sehr viel dafür, dass sie unabhängig von ihrer Lichtallergie an einer schweren Depression litt. Am Ende war sie medizinischem und sonstigem Rat nicht mehr zugänglich, wie es im Buch heisst. Sie trennte sich von Menschen, die nur das Beste für sie wollten, zog sich zurück in ihre eigene Welt - mit den bekannten Folgen.

Was bleibt ist der Rückblick auf ein Leben, dass nach allen Maßstäben erfolgreich und erfüllt war. Denn Hannelore Kohl hat sich bleibende Verdienste erworben und bleibt unvergessen. Aber sie war eben nicht geboren für ein Leben in der Öffentlichkeit. Dies zu spät gemerkt zu haben und es dann nicht mehr ändern zu können, war vielleicht das Tragische an ihrem Leben.
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am 5. September 2011
Zur Hörbuch Ausgabe:

Das ist leider eine hochgradig betuliche Angelegenheit: sowohl der Text ("seine geliebte Tochter", "die geliebte Stadt", ein Zug ist die "Eisenbahn" usw.usf.), als auch, leider, leider die Stimme von Herrn Primus machen es nicht gerade zu einem Vergnügen, sich das Hörbuch anzuhören.
Herr Primus ist mit seiner großväterlichen, tja, und leider eben auch betulichen Art wirklich überhaupt nicht der richtige, diesem sprachlich eher schwachen Text etwas mehr Substanz zu geben. Stellen Sie sich vor, der Weihnachtsmann liest Ihnen etwas über die NS-Zeit vor - unpassend!
Sehr schade!!
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am 12. Juli 2011
Eines vorweg: Ich habe das Buch gerne gelesen. Das Leben von Hannelore Kohl wird überzeugend mit seinen Höhen und Tiefen geschildert. Frau Kohl, die auch ich immer eher belächelt habe, wird als kluge Frau skizziert. Der Autor geht meines Erachtens jedoch wenig kritisch mit Hannelore Kohl um, viel eher scheint sie "seine Heldin" zu sein. Es wundert dann aber doch, warum ein solcher Titel gewählt wird, in dem Hannelore Kohl wieder nicht als eigenständige Person und Individuum gesehen wird, sondern lediglich als ein Teil von Helmut Kohl. Das ist unwürdig und macht aus Frau Kohl wieder nur ein Anhängsel. Hier sollte der Autor wirklich mal sein eigenes Bild von Hannelore Kohl hinterfragen.
Das Buch liest sich gut, wenngleich Hannelore Kohl meinem Geschmack nach zu sehr als Opfer dargestellt wird. Als Opfer ihrer Nazi-Eltern, als Opfer russischer Soldaten, als Opfer ihres Ehemannes und Opfer der ehemaligen Geliebten und nun Ehefrau von H.Kohl, Maike Richter Kohl. Dabei wird vergessen, dass Hannelore Kohl eine privilegierte Frau war. Sie verfügte lange Zeit über Geld, Macht und Ansehen. Es hätte nicht geschadet, wenn Schwan etwas genauer hingeschaut hätte. So fragt man sich, warum er die Vergewaltigung von Hannelore Kohl als Einzelschicksal darstellt und nicht die systematischen Vergewaltigungen von Frauen mit in den Blick nimmt. An dieser Stelle sich über Frau Kohls Eltern (Mutter) zu beschweren, da diese sich am Ende des Weltkrieges nicht um eine psychotherapeutische Behandlung für ihre Tochter bemüht hat ist geschichts- und realitätsfern.
Statt sich permanent als der letzte "Hannelore-Kohl-Versteher" aufzuspielen, hätte Schwan Frau Kohl als Individuum wahrnehmen sollen.
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am 17. September 2012
Dieses Buch ist schwer zu bewerten - es war streckenweise sehr langweilig und oberflächlich geschrieben. Immer wieder dieselbe Wortwahl, sehr viel "Lobhudelei" um die Protagonistin, was sie ein wenig unglaubwürdig erscheinen lässt.

Mit Auftauchen der Person Helmut Kohl hatte ich den Eindruck, es geht nun nur noch um die Schilderung dessen politischer Karriere und kaum noch um das Leben seiner Frau Hannelore.

Erst in den letzten Kapiteln, ergab sich für mich ein Gesamtbild der Kanzlergattin: Sie hat eigentlich nicht ihr eigenes, sondern sein Leben gelebt. Sehr aufoperungsvoll und ziemlich bemitleidenswert!

Somit ist es am Ende doch noch eine recht aussagekräftige Biographie - ich fürchte nur, der Autor hatte das so nicht bezweckt.
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am 19. September 2011
Das Buch fängt gut an, es liest sich gut. Der Anfang ist meiner Meinung nach auch interessant. Bis zur Mitte handelt das Buch wirklich von Hannelore Kohl. Dann aber leider verliert Herr Schwan den Faden. Es werden nur noch Zahlen und Fakten heruntergelistet, die eigentlich Herrn Kohl und seine Karriere betreffen. Auf einmal erfährt man nichts mehr über Frau Kohls Meinung und Gefühle. Dass die Kinder heiraten, sie Oma wird-- wird gar nicht oder nur sehr sehr kurz angesprochen. Schade, dass das Schlußthema auch nur noch Frau Kohls Krankheit beschreibt. Ich habe nicht ganz nach vollziehen können, einerseits wurde sie laut Herrn Schwan immer kränker und konnte das Haus nicht mehr verlassen, andererseits konnte sie noch sehr lange sogar an Sitzungen teilnehmen, für Ihren Mann Spenden eintreiben usw. Sicherlich war Frau Kohl schwer krank , aber wie Herr Schwan das beschreibt. Schlecht.Auch wiederholt sich vieles am Ende des Buches immer wieder. Schade darum, in Wirklichkeit wußte wohl auch Herr Schwan nicht wirklich viel über die wirkliche Frau Kohl und Ihre Gefühle. Warum sollte sie diese auch gerade ihm anvertrauen?
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am 28. Dezember 2011
Leider muss ich mich meinen Vorrednern, die das Buch von Heribert Schwan schlecht besprochen haben, voll und ganz anschließen. Was für ein Graus. Wer eine wissenschaftlich korrekte oder zumindest aufschlussreiche Biographie erwartet, wird schwer enttäuscht. Ich empfand das Buch als Lobhudelei eines Autors, der durch die Gunst der Stunde den einen oder anderen Spaziergang mit Frau Kohl machte (wie häufig er tatsächlich mit ihr im Gespräch war, erfährt man nicht - es kann nicht oft gewesen sein) und sich nun anmaßt, Interpretationen über ein ganzes Leben und eine ganze Familie anstellen zu dürfen, die so simpel und klischeehaft sind, dass einem graut. "Intelligente Frau, verkannt durch ihre Umwelt und ausgenutzt durch ihre Familie, vergeudet ihr Leben und findet am Ende einsamen Tod" - so in etwa würde ich Herr Schwans Buch zusammenfassen.
Belege jeder Art (auch für die intimsten Details) bleibt Herr Schwan schuldig, zieht persönliche Schlussfolgerungen, die jede Grundlage entbehren. Fußnoten? Fehlanzeige! Zeitzeugenberichte? Fehlanzeige (sieht man mal von unbedeutenden Interviews mit Haushälterinnen oder entfernten Bekannten von Frau Kohl ab)! Politische Details? Fehlanzeige! Facettenreiche Darstellung eines vielschichtigen Lebens? Fehlanzeige! Ich war wirklich entsetzt, wie solch ein Buch geschrieben, aber mehr noch, wie solch ein Buch zur Veröffentlichung gelangen kann. Gab es denn um Himmels Willen keinen Lektor, der zumindest die einfachsten Mittel biographischer Arbeit beherrscht? Schrecklich.
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am 23. Dezember 2015
Ich habe zum Vergleich beide Biografien gelesen: „Hannelore Kohl – Ihr Leben“, von Peter Kohl nebst der Biografie von Heribert Schwan „Die Frau an seiner Seite“. Um es gleich vorweg zu nehmen: Wirklich zufrieden bin ich mit keiner von beiden. Aus folgenden Gründen:
Die Biografie von Peter Kohl und Dona Kujacinski gibt eine sehr gute, chronologische Auflistung von Hannelores Leben bis zum Tag ihres Todes. Alles angenehm aufbereite und schön erzählt, so dass man es eigentlich gerne liest. Dennoch ist die Biografie unerfüllend, sie bleibt an der Oberfläche, geschrieben von zwei wohlwollenden Beobachtern eines Lebens, bei dem nur in die Tiefe gegangen werden soll, wenn es unvermeidlich ist. Man erfährt deshalb auch nur am Rande, was für ein Mensch Hannelore wirklich war, was in Ihrem Innersten wirklich vorging und wie sie sich selbst begriff. Die ständige Lobhudelei im Erzählstil, mit der sie alles in ihrem Leben prima schafft, gepaart mit dem nur vagen Andeuten von Konflikten, die gleich wieder glatt poliert werden, ist mir beim Lesen irgendwann auf die Nerven gegangen. Es ist verständlich, dass ein Buch unter Mitwirkung ihrer Familie so kurz nach ihrem Tod in erster Linie eine Hommage, eine Lobrede auf die Verblichene sein kann und kaum die Leichen im Kohlschen Keller an die Öffentlichkeit zerren wird - vor allem, da Helmut Kohl das Veto-Recht darüber hatte, was publiziert werden durfte und was nicht. Aber es ist nun mal auch traurige Tatsache, dass man aus einem einzigen Kapitel aus Walter Kohls Buch „Leben oder gelebt werden“ tiefer gehendere Informationen darüber erhält, was Hannelore Kohl in ihrem Innersten bewegte, als im gesamten Kujacinski-Kohl Buch.
Allerdings –so viel besser ist Heribert Schwans Buch denn auch nicht! Wer sich etwas auskennt, der merkt recht schnell, dass Schwan natürlich alle Stilmittel benutzt, die ihm als versiertem, investigativem Journalisten zur Verfügung stehen. Er schreibt dramatisch, kritisch, will die Leser in seinen Bann ziehen und holt aus Hannelore Kohls Leben alles heraus, was an dunklem, schwarzen vielleicht auch skandalösem oder peinlichen nur zu finden und womöglich auch aufzubauschen ist. Beispiel gleich zu Anfang: Dass der Vater Renner in der NSDAP war, wird im Kohl-Buch nicht einmal erwähnt, Herbert Schwan macht aus den Eltern linientreue Nazis. Was von beidem stimmt nun?

In seinem aktualisierten Vorwort zu „Hannelore Kohl, Ihr Leben“ erwähnt Peter Kohl die Biografie von Heribert Schwan mehrmals und erklärt sehr glaubwürdig, dass einige von Schwans preisgegebenen Informationen schlicht und ergreifend unwahr seien. Als guter Journalist besitzt Heribert Schwan natürlich die Skrupellosigkeit, den Wahrheitsgehalt jeder Information mit Hilfe von kluger Wort- und eleganter Satzwahl zumindest etwas in die gewünschte Richtung zu biegen. Das gehört schlicht und ergreifend zum Handwerk dazu.
Wieviel von dem, was Hannelore Kohl Schwan in nächtlichen Spaziergängen als ultimatives Geheimnis erzählt, ist also wirklich wahr? Schwans Aussage nach vertraut sie es ihm alleine an, einem Journalisten, mit dem Wunsch, dass dieser es später veröffentlichen möge. Eine Frau, die Zeitlebens wie eine Löwin für die Unversehrtheit ihrer Familie kämpfte, die schlechte Erfahrungen mit und großes Misstrauen gegenüber Journalisten hatte, die aus einer Generation stammte, in der man schwieg, oft auch vor Freunden, vor der Familie, besonders bei Themen, die die Sexualität angingen? Diese Frau soll ausgerechnet einem Journalisten ihre dunkelsten Geheimnisse verraten haben, wie zum Beispiel eine Vergewaltigung 1945 durch die Russen – die die Kohlfamilie dementiert? Möglich ist alles, aber wieviel darf man glauben? Dass Schwan packend und dramatisch schreibt, Vermutungen äußert und die Gedanken des Lesers so auf neues Terrain bringt, ist folgerichtig. Eine Biografie kann niemals objektiv sein. Die Frage ist jedoch, wieviel Unwahrheiten oder Meinungsmache sie verträgt?

Sehr geärgert haben mich in diesem Zusammenhang viele unverhohlen persönliche Sätze, mit der Schwan ein bestimmtes Bild kreiert und damit für meine Begriffe immer wieder über seine eigene Glaubwürdigkeit hinausschießt. Bleiben wir für das Beispiel der Einfachheit halber bei Wilhelm Renner, Hannelores Vater. Sätze wie: „Es ist erstaunlich, wie weltfremd er in dieser Situation reagierte“, sind einfach nur manipulativ und sie ziehen sich, mal plump wie in diesem Fall, mal etwas eleganter verpackt durch das gesamte Buch, so dass es schwierig ist, sich davon nicht beeinflussen zulassen.
Andererseits liefert er durch seinen kritischen Erzählstil auch viele Impulse, wichtige Informationen über den Mensch Hannelore, die folgerichtig und nachvollziehbar sind, in Peter Kohls Biografie jedoch ausgespart wurden.

Und nun? Welcher Biografie darf man mehr Glauben schenken? Wo liegt die wirkliche Wahrheit?
Sie wird – wie bei so vielem – auch in diesen so unterschiedlichen Büchern in der Mitte liegen. Das Bild ist wohl am Vollständigsten, wenn man beide Biografien liest, am besten zuerst die Kohlsche, dann die Schwansche, und sich dabei stets im Klaren ist, dass alle beide der Welt ein bestimmtes Bild von Hannelore Kohl präsentieren wollen - wozu sie einige Begebenheiten in ihrem Leben entweder dramatisieren (Schwan) oder unerwähnt lassen (Kohl). Vieles wird einfach für immer das Geheimnis Hannelore Kohls und ihrer Familie bleiben. Und das ist auch in Ordnung so.
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