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71 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie normal ist normal?
Wenn wir davon hören, dass ein Mensch sich innerhalb von wenigen Wochen 22514 Nachkommastellen der irrationalen Zahl Pi merken und vor einem großen Publikum und laufenden Kameras aufsagen kann, dann sind wir verblüfft, weil wir uns nicht vorstellen können, wie das zu schaffen ist. Daniel Tammet hat diese Leistung vollbracht, und wir kaufen uns dieses...
Veröffentlicht am 21. Juni 2009 von Dr. R. Manthey

versus
43 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Genie - kein Schriftsteller
Daniel Tammet gibt Einblicke in die innere Welt eines autistischen Savants.
Interessant ist dies für selbst Betroffene und Angehörige, denen es vor allem zeigt, dass es bei allen Gemeinsamkeiten in der Andersartigkeit und dem Nicht-"Funktionieren" auch sehr große individuelle Unterschiede gibt.

Sicher ist es bemerkenswert, dass Daniel...
Veröffentlicht am 12. Februar 2009 von Regine Rachelmann


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71 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie normal ist normal?, 21. Juni 2009
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Elf ist freundlich und Fünf ist laut: Ein genialer Autist erklärt seine Welt (Taschenbuch)
Wenn wir davon hören, dass ein Mensch sich innerhalb von wenigen Wochen 22514 Nachkommastellen der irrationalen Zahl Pi merken und vor einem großen Publikum und laufenden Kameras aufsagen kann, dann sind wir verblüfft, weil wir uns nicht vorstellen können, wie das zu schaffen ist. Daniel Tammet hat diese Leistung vollbracht, und wir kaufen uns dieses Buch vor allem, weil wir wissen wollen, wie so etwas möglich ist.

Eine Antwort werden wir nie erhalten, es sei denn, wir kennen sie schon, weil wir über dieselben Fähigkeiten verfügen wie Daniel. Sein Gehirn funktioniert anders als bei Menschen, die "normal" sind. Für ihn verbinden sich Zahlen mit Gefühlen, Farben und Figuren. Die Nachkommastellen von Pi bilden in seinem Kopf eine numerische Landschaft, die er sich genau merken kann. Er löst mathematische Probleme nicht wie ein Mathematiker, sondern auf seine ganz eigene Weise, die für einen Mathematiker mehr als verwunderlich ist.

Daniel ist krank, jedenfalls nach der Definition von Neurologen. Nach meinem laienhaften Verständnis ist in seinem Gehirn die Fähigkeit, strukturell zu denken, extrem gut entwickelt. Dafür kann er diese Gehirnregion nicht sehr gut mit anderen verbinden. Es fällt ihm zum Beispiel schwer, abstrakt zu denken oder Aussagen nicht wörtlich zu nehmen. Er fühlt sich in einer Welt sich immer wiederholender Vorgänge sicher und wird sehr nervös, wenn etwas in dieser Wohlordnung durcheinander gebracht wird.

In seinem Buch erzählt er die Geschichte seiner ersten dreißig Lebensjahre. Wir lernen, wie er seine Welt wahrnimmt, wo und wie er anders ist als die meisten von uns und wie seine Mitmenschen ihn sehen. Wenn wir also aus diesem Buch nicht erfahren, wie man auch ohne Autist zu sein, Daniels Fähigkeiten erwerben kann, warum sollten wir es dann lesen?

Der australische Professor Allan Snyder behauptet, dass autistisches Denken sich nicht grundlegend vom gewöhnlichen Denken unterscheidet. Es sei nur eine extreme Ausprägung davon. Auch Verhaltensweisen von Autisten sind nicht nur bei ihnen anzutreffen. Wie immer gibt es zwar eine harte diagnostische Grenze, an der die Krankheit festgestellt wird, vielleicht aber besitzen viele mehr Menschen als man vermutet gewisse Ausprägungen autistischen Verhaltens unterhalb der diagnostischen Grenze. Möglicherweise begreifen sie beim Lesen dieses Buches, was wirklich mit ihnen los ist.

Mich hat dieses Buch sehr bewegt, weil ich Daniels Lebenssicht sehr gut nachvollziehen kann. Für ganz normale Menschen ist seine Geschichte vielleicht nur wegen seiner verblüffenden Fähigkeiten interessant, obwohl wohl kaum jemand mit ihm tauschen möchte. Viele schreiben, er sei ein Betroffener. Aber irgendwie sind wir alle von irgendwas betroffen, die einen mehr, die anderen weniger. Wir können uns unser Leben nicht aussuchen und arrangieren uns gewöhnlich mit ihm. Als ich vor einigen Jahren einmal für eine kurze Zeit im Rollstuhl fahren musste, habe ich sehr schnell ein völlig anderes Verständnis für dauerhafte Rollstuhlfahrer entwickelt. Auch Daniel möchte bestimmt nicht bedauert, sondern vielmehr akzeptiert und respektiert werden. Wenn wir es zulassen, hilft uns dieses Buch zu einem anderen Verständnis einer besonderen Art nicht "normaler" Menschen.

Fazit.
Man kann aus diesem Buch nicht lernen, wie man zu außergewöhnlichen Merkfähigkeiten gelangt. Aber man erhält ein tieferes Verständnis für mildes autistisches Verhalten. Das Buch ist gewiss keine außergewöhnliche schriftstellerische Leistung. Darum geht es hier aber nicht. Ich habe aus ihm sehr viel mehr gelernt als ich vorher vermutet hatte.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolle Biographie, aber nur begrenzter literarischer Genuss, 20. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Elf ist freundlich und Fünf ist laut: Ein genialer Autist erklärt seine Welt (Taschenbuch)
Im Gehirn des Briten Daniel Tammet läuft irgendetwas anders als bei durchschnittlichen Menschen. Er ist Epileptiker und hat das Asperger-Syndrom, eine leichte Form von Autismus. Der direkte Umgang mit anderen Menschen ist für ihn oft schwierig und er hat oft Mühe, mit den vielen Reizen in seiner Umgebung fertig zu werden. Dafür hat er ein phänomenales Gedächtnis, spricht zehn Sprachen fliessend und kann eine neue Sprache in einer Woche erlernen. Er hat Synästhesie, für ihn sind Zahlen bunt, sie haben eine Struktur im Raum und eine Persönlichkeit. Und mit diesen bunten Zahlen macht er erstaunliches: er kann mathematische Probleme schneller und genauer lösen als ein Taschenrechner und kennt die Zahl Pi bis auf die 22514. Stelle nach dem Komma. Und er weiss von jedem Kalenderdatum, ob das ein Montag oder Mittwoch war.

Daniel Tammet ist ein "Savant", einer der ganz wenigen Menschen mit einer Inselbegabung. Doch auch unter den Savants sticht er hervor, denn die meisten von ihnen, vor allem jene mit Autismus, sind nicht in der Lage, ihr Leben selbständig zu meistern. Ihre Begabung erfasst nur einen kleinen Teil, eine Insel im Meer der alltäglichen Denkprozesse. Daniel Tammet dagegen hat gelernt, mit den Problemen des Alltags umzugehen und ein selbständiges Leben zu führen. Er kann beschreiben, wie diese Lernprozesse ablaufen und wie sein Hirn arbeitet. Das macht ihn für Forscher, aber auch für Laien, so interessant.
In diesem Buch erzählt Daniel Tammet seine Lebensgeschichte. Er beschreibt die Schwierigkeiten in seiner Kindheit und Jugend, mit der für ihn unbegreiflichen und bedrohlichen Umgebung umzugehen. Wie er seine Andersartigkeit wahrnimmt und Schritt für Schritt lernt, Kontakt zur Aussenwelt aufzunehmen, mit anderen Menschen zu interagieren.
Wie er es schließlich schafft, seinen Weg zu finden, eine glückliche Partnerschaft zu führen und ein Unternehmen aufzubauen, das ihm erlaubt, nach seinen eigenen Bedürfnissen zu arbeiten und zu leben. Und nicht zuletzt, wie er in den Fokus der Forschung und der Medien gerät, zum Protagonisten eines Dokumentarfilms und Gast in Talkshows wird und auch diese Herausforderungen meistert.

Tammet ist ein Zahlengenie, ein Literat dagegen ist er nicht. Seine Sätze sind kurz und knapp, die Sprache relativ klar, aber ohne stilistische Feinheit. Manchmal ist der Inhalt sehr verdichtet, fast zu komprimiert, so dass es für den Leser schwierig sein kann, Tammets Gedankengängen zu folgen. Und manchmal bleiben durch die knappen Formulierungen die dahinterstehenden Gedankengänge auch fremd und nicht nachvollziehbar. Die spannende Lebensgeschichte lohnt es jedoch, sich durch solche sprachlichen Mängel nicht entmutigen zu lassen.

Störend finde ich, dass der Originaltitel "Born on a Blue Day" im Deutschen zu "Elf ist freundlich und Fünf ist laut" umgewandelt wurde, denn der wird den speziellen Fähigkeiten von Daniel Tammet nicht gerecht. Für mich ist Fünf nicht laut, sondern rotorange und schnippisch, denn ich bin ebenfalls Synästhesistin, wie abertausend weitere Menschen. Ich kann aber weder speziell gut rechnen noch Kalenderdaten ihren Wochentagen zuordnen, geschweige denn eine Fremdsprache in nur einer Woche erlernen. Der deutsche Titel stellt also von all den außergewöhnlichen Fähigkeiten von Daniel Tammet gerade die verbreitetste in den Vordergrund. Schade! Aber eigentlich geht es in diesem Buch nur bedingt um geniale Talente, sondern um die Geschichte eines Menschen, der mit unglaublichem Aufwand darum kämpfen muss, für uns alltägliche Situationen zu meistern, und der trotz gelegentlicher Rückschläge nie aufgibt.
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Spiegel des Menschseins, 12. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Elf ist freundlich und Fünf ist laut: Ein genialer Autist erklärt seine Welt (Taschenbuch)
Dieses Buch hat mich schlicht und ergreifend begeistert. Es ist nicht nur äußerst informativ und sehr gut geschrieben , sondern vor allem emotional mitreißend. Dadurch , dass Tammet seinen erlernten Zugang zum Umgang mit Emotionen sowie seine intuitive Gabe zum Erfassen von Informationen gekonnt schildert, hält er auch allen sogenannten normalen Menschen einen Spiegel vor. Er eröffnet dem Leser einen gänzlich veränderten Blick auf die eigene Persönlichkeit und vermittelt gleichzeitig ein hohes Maß an Verständnis und Interesse an Menschen außerhalb der Norm.
Unbedingt lesen.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Autobiografie über ein Leben mit Zahlen, 22. August 2009
Von 
Joroka (Darmstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Elf ist freundlich und Fünf ist laut: Ein genialer Autist erklärt seine Welt (Taschenbuch)
Daniel hat das Asperger-Syndrom und er ist einer der wenigen Savants (mit sogenannten 'Inselbegabungen') weltweit. Was ihn jedoch außergewöhnlich macht ist, dass er uns andere an seiner Lebenswelt teilhaben lassen kann. Hier liegt nun seine Autobiografie über die ersten ca. 25 Jahre seines Lebens vor. Er wuchs in England auf und beschreibt, wie er sich als Kind innerhalb seiner Familie und in der Schule unter seinen Mitschülern meist sehr fremd und verlassen gefühlt hat. Doch Daniel schafft es in seiner weiteren Entwicklung soziale Kontakte zu anderen Menschen zu knüpfen und einen Weg aus seiner Isolation zu finden.

Natürlich ist Daniel Tammet kein Schriftsteller, aber darauf kommt es beim Lesen dieses Buches für mich auch gar nicht an. Das Faszinierende ist zu erfahren, wie Daniel Stück für Stück mit seiner Umwelt mehr in Kontakt getreten ist und gelernt hat, mit seinen Einschränkungen und besonderen Fähigkeiten zu leben. Er schreibt so, dass man sich gut in seine Situation hineinversetzten kann.

Abstraktes Denken ist für Daniel schwierig, oder z.B. Zweideutigkeiten zu verstehen. Aber seine mathematischen und logischen Fähigkeiten sind genial. So hat er Isländisch in einer Woche zu sprechen gelernt und kann z.B. 22.500 Stellen der Zahl 'Pi' auswendig aufsagen, nachdem er sie sich in wenigen Tagen eingeprägt hat.

Ich habe mir im Internet die Interviews bei David Lettermann und bei Beckmann angeschaut: ein sehr sympathischer, smarter junger Mann dieser Daniel Tammet. Im Buch erfahren wir auch, dass er homosexuell ist und wie wertvoll und hilfreich seine Beziehung zu seinem Partner Neil für ihn ist. Auch ist Daniel bekennender Christ, das nur so am Rande.

Ich ziehe meinen Hut vor Daniel, nicht wegen seiner außerordentlichen Fähigkeiten, für die er nichts kann, sondern davor, wie er sein Leben meistert und beständig bestrebt ist, sich weiter zu entwickeln und dabei für andere Gutes zu tun. Wahnsinn.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufschlußreich und berührend, 28. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Elf ist freundlich und Fünf ist laut: Ein genialer Autist erklärt seine Welt (Taschenbuch)
Für jeden, der sich für das Phänomen der Savants interessiert, eine sehr empfehlenswerte Lektüre. Daniel Tammet geht eher wenig auf die medizinischen Aspekte ein; wer hier mehr Informationen möchte, sollte sie sich vielleicht besser erst an anderer Stelle besorgen. Was das Buch für mich so lesenswert macht, ist, daß ein Autist über sein eigenes Erleben und seine innere Welt berichtet; auf offene, klare und nicht zuletzt sympathische Art.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als "nur" Savant, 13. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Elf ist freundlich und Fünf ist laut: Ein genialer Autist erklärt seine Welt (Taschenbuch)
Eigentlich hatte ich die Geschichte eines Ausahmebegabten erwartet. Eine Geschichte über einen der wenigen Savants, die ihre besondere Begabung für Film und Fernsehen nutzen können und nicht ihr Leben lang auf Hilfe angewiesen bleiben wie z. B. Kim Peek, der für "Rain Man" Pate stand.
Aber es kam anders. Auch Daniel Trammet musste durch eine schwierige, von Unverständnis geprägte Kindheit. Immer wieder suchte er nach einem "richtigen" Weg für sich. Beeindruckend, wie er innerhalb eines freiwilligen Jahres in Littauen zurecht kommt und Freundschaften schließt.
Online-Sprachkurse, coming-out als Homosexueller, der Versuch "normal" zu leben - all das hätte ich in diesem Buch nicht erwartet. Seine Ausnahmebegabung wird am Ende dann aber auch noch erwähnt. Absolut lesenswert!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berührender Einblick in eine ungewöhnliche Wahrnehmung der Welt, 1. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Elf ist freundlich und Fünf ist laut: Ein genialer Autist erklärt seine Welt (Taschenbuch)
Daniel Tammet leidet unter einer schwächeren Form von Autismus, dem Asperger Syndrom. Er hat ein ausgeprägtes Empfinden für Zahlen und Buchstaben, für winzig kleine Details, aber ausgesprochen wenig angeborene soziale Kompetenz. Er kann sich schwer in die Lage eines anderen Menschen hinein fühlen. Seine Biographie ist eine äusserst offenherzige, berührende
Schilderung seines Zustands. Mithilfe seiner Familie lernt er immer besser, ein selbstständiges Leben zu meistern. Schritt für Schritt stellt er sich neuen Anforderungen, an denen er manchmal scheitert, aber schließlich wächst. Seine genialen mathematischen Fähigkeiten setzt er ein, um öffentlich Aufmerksamkeit zu schaffen für Menschen wie ihn. Das englische Fernsehen hat einen Dokumentarfilm über ihn produziert, "Brainman", in Anlehnung an den Film "Rainman" mit Dustin Hoffman. Wie Daniel es selbst beschreibt, ist ihm jede Form von Ironie oder Doppelbödigkeit fremd. So reagiert er auch auf seine Umwelt gradlinig und direkt. Und genau so schreibt er auch über sein Leben, lässt uns teilhaben an seinen Fortschritten, an seiner sich entwickelnden Liebe.
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43 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Genie - kein Schriftsteller, 12. Februar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Elf ist freundlich und Fünf ist laut: Ein genialer Autist erklärt seine Welt (Taschenbuch)
Daniel Tammet gibt Einblicke in die innere Welt eines autistischen Savants.
Interessant ist dies für selbst Betroffene und Angehörige, denen es vor allem zeigt, dass es bei allen Gemeinsamkeiten in der Andersartigkeit und dem Nicht-"Funktionieren" auch sehr große individuelle Unterschiede gibt.

Sicher ist es bemerkenswert, dass Daniel Tammet überhaupt in der Lage war, seine persönliche Geschichte so zu reflektieren. Jedoch drängt sich beim Lesen sehr oft der Eindruck auf, dass er dieses Buch vor allem für sich selbst geschrieben hat. Das ist sicher nichts Verwerfliches, kann bei der Lektüre aber so manches Mal geradezu ein Gefühl von Peinlichkeit beim Leser auslösen. Die zahlreichen Momente einer bei aller ausgestellten Bescheidenheit deutlichen Selbstbezogenheit und -verliebtheit sind jedoch vielleicht mehr als alle beschriebenen Eigenarten Symptome eines ausgeprägten Autismus.
Die gewährten Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt bleiben nicht nachvollziehbar, und verdeutlichen so lediglich die Andersartigkeit.
Stilistisch und literarisch ist das Buch kein Gewinn für den, der aus Freude an der Sprache liest; Daniel Hammet ist halt ein mathematisches Genie, und kein Literat.
Lesenswert für alle, die aufgrund einer persönlichen Betroffenheit versuchen, den Asperger-Autismus aus so vielen Blickwinkeln wie möglich zu erfassen, wie auch für alle, die im Erziehungs- und Schulwesen arbeiten, um ihren Blick für dieses immer häufiger bei Kindern auftretende Phänomen zu schärfen.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartiger Einblick in die Welt eines Autisten, 23. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Elf ist freundlich und Fünf ist laut: Ein genialer Autist erklärt seine Welt (Taschenbuch)
Dies ist ein einzigartiger Einblick in die Welt bzw. Gedankenwelt eines Autisten. Einzigartig, weil mir außer Daniel Tammet kein anderer Autist bekannt ist, der in der Lage ist, auf solche Art und Weise über sein Leben mit dieser Krankheit zu berichten.
Der Leser kann sehr gut nachvollziehen, welche Schwierigkeiten Daniel in seinem Leben zu meistern hatte und hat; gleichzeitig werden aber auch die Chancen aufgezeigt, die diese außergewöhnliche Begabung mit sich bringt. Als Leser fragt man sich mitunter, ob Daniels Fähigkeiten nicht in jedem von uns schlummern mögen, wir aber vielleicht nur nicht in der Lage sind, diese zu aktivieren.
Ich kann das Buch allen empfehlen, die mehr über Autismus und das Aspergers Syndrom erfahren möchten. Hier kommt zum ersten Mal ein Betroffener selbst zur Sprache.
Ein wunderbares und faszinierendes Buch, das einen sehr berührt.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Gesellschaft wäre nicht das, was sie ist, wenn alle gleich wären, 2. April 2012
Von 
Verena M.E. (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Elf ist freundlich und Fünf ist laut: Ein genialer Autist erklärt seine Welt (Taschenbuch)
Eine Frage die sich nun zu Anfang der Buchbesprechung stellt, ist wer Gleichheit und die in dieser Welt so oft angestrebte Maßeinheit der Normalität bestimmt. Daniel Tammet, ein Mann mit einer Störung des autistischen Spektrums ist zu aller erst ein Mensch.
Dank der politischen und ethischen Richtlinien ist es seit kurzer Zeit in Deutschland verpönt, Individuen mit geistigen Besonderheiten entsprechend dieser zu bezeichnen.
Als angehende Psychologin beschäftigte ich mich sehr lange mit dem Unterschied von psychischer Krankheit und psychischer Störung, denn vor nicht langer Zeit waren Betroffene einfach psychisch krank. Ihre Besonderheit galt als Mangel, als Krankheit die verschmäht wurde.
Doch, zum Vorteil der gesellschaftlichen Strukturen und des menschenwürdigen Umgang heißt es nun nicht mehr: der Depressive oder der Autist, sondern politisch und vor allem auch psychologisch/psychiatrisch korrekt: ein Mensch der die Kriterien einer Depression/ einer Störung des autistischen Spektrums erfüllt.
Es mag sein, das es einigen Lesern von Ihnen egal ist oder das Ihnen der Unterschied zwischen den Bezeichnung nicht auffällt, aber dennoch ist dieser, vor allem für Betroffenen oder behandelnden Fachleuten essentiell. Es wird das in den Vordergrund gerückt, was seit jeher das wichtigste sein sollte: Individualität und Menschlichkeit.

Daniel Tammet ist ein Junge wie jeder andere auch. Er hat ganz spezifische Vorlieben, Eigenschaften und Interessen. In manchen Dingen ist er beinahe zu beneiden.
Mit diesem Buch spricht er für alle Menschen, die ein ähnliches Schicksal teilen wie er!
Autismus ist eine Störung der Informationsverarbeitung, die sich wie bei Daniel, bereits sehr früh im Kindesalter zeigen kann. Hierbei unterscheidet man bereits verschiedenste Formen Zum einen der frühklindliche Autismus mit Beginn vor dem 3. Lebensjahr und beispielsweise dem Asperger-Syndrom wobei Symptome erst im weiteren Entwicklungsverlauf auftreten.
Einige gehen mit einer erhöhten kognitiven Leistungsfähigkeit einher, andere zeichnen sich durch starke sprachliche und auch allgemeine Behinderungen aus.

Daniel leidet unter einem High-Funktion-Autismus mit ausgeprägten Savantfähigkeiten/Inselfähgikeiten. Übersetzt bedeutet dies, das seine Intelligenz den Durchschnitt übersteigt und er in ganz bestimmten, für ihn charakteristischen Bereichen die Höhe der menschlichen Fähigkeiten bei Weitem überschreitet. Doch lange bleibt diese Hochbegabung unentdeckt, weil sich Daniel durch seine fehlenden sozialen Fähigkeiten und Interaktionswünsche schon früh isoliert. Er hat Mühe einer Unterhaltung zu folgen, antwortet nur einsilbig und versteht den Zweck von alltäglichen, freundschaftlichen Gesprächen kaum.
Wendet sich beispielsweise der Lehrer mit einer Aufforderung statt einer Frage an ihn, wie 'Beschreibe mir das Bild!' fühlt er sich nicht angesprochen und versteht nicht, das er nun etwas tun soll. Dies ist typisch für einen verschobenen Stand des autistischen Spektrums.
Ebenso besitzt Daniel eine ausgeprägte Synästhesie, dies bedeutet das sich in seiner Wahrnehmung die unterschiedlichen Sinneseindrücke vermischen. Zahlen erlebt er als bunter Gebilde die Landschaften formen und erreicht dadurch eine übermenschliche Leistungsfähigkeit bei allem was mit Zahlen und Daten zu tun hat.

Diese kindlichen Entwicklungsschritte und Gedanken zu erinnern und dem Leser nahezubringen, gelingt Daniel erstaunlich gut. Das Buch ist durchgängig sehr ruhig und einfühlsam geschrieben. Es drückt die Gefühle und das Unverständnis dieser Zeit auf eine ganz besondere Art und Weise aus.
Es gelingt ihm, sein Unwissen sehr authentisch wiederzugeben. Sicherlich merkte Daniel früh, das die Kinder im Kindergarten oder in der Schule sich anders verhielten und ihn auch hänselten, dennoch berührte es ihn lange Zeit nicht. Er verstand es einfach nicht, wieso es im kindlichen Gedränge oder beim Fangen spielen, schöner sein sollte als in seinem Zimmer, bei seinen Büchern oder bei seinen Rundgängen durch die Wohnung.
Schnell war es ihm zu laut. Unvorhergesehen Dinge brachten ihn aus seinem Gleichgewicht.
Er liebt Zahlen, fremde logisch aufgebaute Sprachen, Ordnung und detailreiche Pläne.
Irgendwann stellte er sich jedoch die Frage, die sich ein jeder Heranwachsende irgendwann stellt: Was will ich nun machen, mit mir?

Doch diese Frage beantwortete er für sich alleine! Allein, wie die gesamten Jahre seines bisherigen Lebens. Hierbei meine ich 'allein' keineswegs kritisierend oder traurig. Es ist eine nicht leicht zu akzeptierende Tatsache die mit einer solchen Störung einhergeht. Vor allem zu dieser Zeit in der Daniel aufwuchs, war eine Störung des autistischen Spektrums noch nicht als eigenständiges Störungsbild anerkannt, und hätte man es frühzeitig gewusst, hätte doch keiner das sehen können was Daniel sah.
Ich bin beinahe so stolz auf ihn, als hätte ich ihn gekannt. Ohne individuelle Förderung und Therapie ist es ihm gelungen, einen Lebensweg einzuschlagen, den auch heute nicht jeder für sich wählen würde.

Ich bewundere Daniel Tammet, für sein Geschick und Feingefühl uns diese ganz besondere Welt, aus Zahlenlandschaften, ruhigen Räumen und alleiniger innerer Balance näher gebracht zu haben.
Er beweist damit nicht nur ein ausgereiftes Verständnis für seine Welt sondern auch für die Unterschiede und Charakteristika unserer Umgebung. Er versetzt sich in eindrucksvoller Weise zurück in seine Kindheit, schreibt an vielen Stellen kindlich-naiv über seine kognitiven Denkfehler, ergänzt diese jedoch mit weiteren Erfahrungen und seinem Wissensschatz den nur Betroffene entwickeln können.
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