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51 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es geht nicht alles, aber kann ja klein anfangen.
Anfangs war mir das Buch zu England-Lastig, das legte sich aber später beim lesen. Die Vergleiche mit der Vergangenheit hinken zum Teil beachtlich, zumindest empfinde ich das so. Davon abgesehn bietet das Buch schon einige nette Ideen, zum Teil bedient sich der Autor (ganz offen) bei den Ideen anderer und bringt diese in einen neuen Zusammenhang. Einiges ist...
Veröffentlicht am 25. Januar 2010 von Vollzeitvater

versus
35 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wenn einer keine Ahnung hat...
... von Dingen wie dem Mittelalter, früheren Zeiten, und größeren Zusammenhängen, dann kommt dabei ein solches Buch raus. In plakativen Kapitelüberschriften gibt der Autor vordergründig revolutionär klingende Tips wie "Schmeiß deine Uhr weg", oder "Kündige deinen Job, arbeite freiberuflich". Das kling erst mal toll, und der...
Vor 12 Monaten von sligachan veröffentlicht


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51 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es geht nicht alles, aber kann ja klein anfangen., 25. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst, frei zu sein: Handbuch für ein schönes Leben (Taschenbuch)
Anfangs war mir das Buch zu England-Lastig, das legte sich aber später beim lesen. Die Vergleiche mit der Vergangenheit hinken zum Teil beachtlich, zumindest empfinde ich das so. Davon abgesehn bietet das Buch schon einige nette Ideen, zum Teil bedient sich der Autor (ganz offen) bei den Ideen anderer und bringt diese in einen neuen Zusammenhang. Einiges ist anstrengend, (sorry, ich hasse Gedichte) anderes total einfach und einfach einleuchtend. Die Umsetzung der Vorschläge ist von "fange ich Morgen mit an" bis "das überlasse ich den Science Fiction Filmen".

Sooo erfahren (wie er tut) ist der Autor nun auch noch nicht im "freien Leben" - gerade mal drei Jahre. Da kann und muss also noch einiges folgen um überzeugend zu werden.

Aber folgendes hat das Buch bewirkt:

1. Ich backe mein Brot selbst, immer.
2. Ich fahre so oft es geht mit dem Rad (10KM) zur Arbeit.
3. Ich arbeite weniger als 40 Stunden die Woche und verzichte auf Gehalt
4. Ich lese mehr
5. Ich schaue weniger fern
6. Zeitschriften-Abos habe ich nicht mehr
7. Ich habe umgeschuldet
8. Ich werde demnächst Campen

Ich spiele aber immer noch nicht Ukulele oder wie das Teil heißt.
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62 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehnsucht nach dem echten Leben abseits der Spießgesellschaft, 7. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst, frei zu sein: Handbuch für ein schönes Leben (Taschenbuch)
Wenn Du das Leben, so wie der Durchschnittsbürger gezwungen ist, es zu leben,
nämlich als eine Abfolge aus arbeiten, Wochenenden und Urlaubstagen,
einfach überwältigend schön findest, - dann ist dieses Buch nichts für Dich.

Wenn Du das Leben, so wie der Durchschnittsbürger gezwungen ist, es zu leben,
nämlich als eine Abfolge aus arbeiten, Wochenenden und Urlaubstagen,
nicht unbedingt berauschend findest, Dich in Momenten des Überdrusses aber
disziplinieren kannst und Dir sagst "hey, das Leben ist eben so..." und
Dir darüber hinaus zum Trost Iphones, Wiis und Digitale Bilderrahmen
kaufst - dann ist dieses Buch erst Recht nichts für Dich.

Wenn Du es toll findest, einmal im Jahr in eine Boeing zu steigen um aufzutanken,
wenn Dich Deine teure Armbanduhr mit Stolz erfüllt, wenn Du es hip findest,
Dich dreimal die Woche in einem Fitnessstudio selbst zu foltern - dann passt dieses
Buch ganz sicher nicht zu Dir und der Version Deines Daseins, die Du
"Das Leben" nennst.

Wenn Du aber feststellst, dass irgendetwas faul ist an einer Existenz, die
sich zusammensetzt aus arbeiten, Wochenenden, Urlaubstagen, Freizeitstress, Fitnessstudios, Erholungsreisen, Prestigeobjekten, Fleiß, Rastlosigkeit,
sinnlosem Konsum und dem Dahinvegetieren vor dem Fernseher - wenn Dich
das alles irgendwie ekelt - dann kauf Dir dieses Buch.
Denn wenn es Dich nach etwas sehnt - nach etwas für Dich persönlich Produktivem,
nach mehr Zeit und Muße für Wein, Kunst, kreative Gedanken, gesunden Schlaf,
Bücher, - nach dem, was es überhaupt heißt, zu leben, nach Echtheit und Natürlichkeit - DANN ist dieses Buch goldrichtig für Dich.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zur richtigen Zeit gelesen hilft es, 2. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst, frei zu sein: Handbuch für ein schönes Leben (Taschenbuch)
Vielleicht kommt es auf den Zeitpunkt an, wann einem ein Buch dieser Art in die Hände fällt. Bei mir war es nach dem ersten Berufsjahr beim Übergang von befristeter Arbeitsstelle zu einem wochenlangen, müßigen Aufenthalt bei Freunden in Stockholm.
Stockholmer Cafés und dieses Buch in englisch...Tag ein Tag aus.
Meine Gedanken kreisten um die Zukunft, welche Richtung, Bewerbungen, welches Land als nächstes...
Und dann so plötzlich ganz sanft, war klar, was ich wollte: erst mal gar nichts. Es folgte ein Jahr Auszeit mit Reisen und Kunstschule. Ich beherzigte das mit der Ukulele, also, dass jeder ein Instrument spielen können sollte. Ich wählte die Gitarre, und kann heute alle Lieder spielen, die ich mag- DAS ist für mich auch Freiheit. Ich meldete mich im Chor an und kann inzwischen gut dazu singen. Ich habe fast jeden Tag ein neues Buch gelesen. Ich fand viele neue Freunde in der neuen Stadt mit der Kunstschule. Und ich habe die neue Stadt lieben gelernt und freue mich auf den nächsten Schritt- zurück ins Berufsleben.
Das alles ohne größere Sinnkrise. Es war einfach ein Buch, was zur richtigen Zeit am richtigen Ort mich erinnerte, was wirklich wichtig im Leben ist. Vielleicht hätte es auch ein anderes dieser Sparte geschafft. Der Autor glaubt jedoch so sehr selbst daran, dass es mir den Mut gegeben hat, sowas auch zu können. Jetzt fühle ich mich wirklich frei und satt. Ich bin es der mein Leben in der Hand hat, und niemand sonst. Dieses Jahr war ein Beweis dafür und solche Bücher müssten eigentlich verboten werden in unserer Wachstumsgesellschaft.
Ach ja- ich bin katholisch- vielleicht eine ganz gefährliche Kombi zusammen mit den Preisungen des katholischen Müßigangs und Ermunterungen im Buch, zu dieser barocken Einstellung zurückzukehren.
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35 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wenn einer keine Ahnung hat..., 15. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst, frei zu sein: Handbuch für ein schönes Leben (Taschenbuch)
... von Dingen wie dem Mittelalter, früheren Zeiten, und größeren Zusammenhängen, dann kommt dabei ein solches Buch raus. In plakativen Kapitelüberschriften gibt der Autor vordergründig revolutionär klingende Tips wie "Schmeiß deine Uhr weg", oder "Kündige deinen Job, arbeite freiberuflich". Das kling erst mal toll, und der gestresste und geneigte Leser denkt sich "Ja, das sollten wir alle tun".

Aber wenn man ein wenig weiterdenkt, muss man einfach bemerken, dass solche Entscheidungen für jeden individuell einen ganzen Rattenschwanz an Folgen mitbringt. Den Job kündigen? Prima, am besten heute noch, aber man wohnt ja gerade irgendwo, das kostet meist Miete, die kann man dann nicht mehr bezahlen. Wohnung? Braucht man ja nicht, so freigeistig. Wohnen, schmonen, wir sind alle frei. Hat man vielleicht noch Kinder? Ja, die kann man dann, so ohne das leidige Geld auch nicht mehr versorgen. Wer braucht schon Geld, wenn er ein Fahrrad hat? Das Ergebnis einer solchen Spontanbefreiung wäre erstmal nur eine Menge Ärger und Stress, und wenn man es konsequent durchzieht, ein Leben als Obdachloser. Ja, der braucht dann auch keine Uhr mehr, und "arbeitet" 24h am Tag "freiberuflich"...
Er rät weiterhin "Kündigen Sie alle Daueraufträge" - aha, das sag ich dann am besten auch den Gläubigern, die noch Geld von mir bekommen. "Ja, also wissen Sie, ich bin jetzt frei, ich muss das machen, diese Daueraufträge belasten mich einfach zu sehr und schränken meine Freiheit ein, ich will ab jetzt ein einfaches Leben ohne diese Zwänge. Ach und ansonsten kann ich sie auch nicht bezahlen, ich hab nämlich meinen Job gekündigt". =D

Das nur als Beispiel dafür, wie das ganze Buch verfasst ist: Große, populistische Aufforderungen, ohne sie durchdacht zu haben. Ein schönes Beispiel ist auch das mit der vom Autoren gelobten, früheren Großfamilie und der "guten alten Zeit". Das klingt ja alles so hübsch, wie die Frauen da waschen, weben, kochen, und "man sich bei Kopfschmerzen früher einfach mal eine Pause gegönnt und sich hingelegt hat, statt eine Schmerztablette zu nehmen." Wirklich, hat man das früher? Das würde ich mal als ein wenig naiv bezeichnen. Das Leben früher war anders, und in einigen Bereichen im Vergleich zu unserem anonymen, verkünstelten Städtelebensstil von heute war es vielleicht besser. Trotzdem war es meist aber ein hartes, unkomfortables Leben mit vielen anderen Beschwerlichkeiten, die der Autor bei keinem seiner Themen erwähnt, was vermutlich daran liegt, dass er es schlicht nicht besser weiß. "Früher", zum Beispiel, im von ihm so häufig erwähnten und gelobten Mittelalter, da gab es die Großfamilie ja, weil von 10 geborenen Kindern 8 starben, und man am Fließband Kinder produzierte, weil das Joch der Religion es so vorgab.Starb die dritte Frau mit 22 im Kindbett, heiratete man eben die Vierte. Um die Kinder wurde sich in keinster Weise gekümmert wie heute, das Leben war von harter Arbeit, Mangel, und oft vom puren Kampf ums Überleben geprägt. Dazu kamen Krankheiten, Flöhe, Läuse, Krätze, Würmer, und der unsägliche, für uns heute unvorstellbare Gestank vieler Menschen ohne funktionierende Kanalisation und fließend Wasser. Hinzu kommt, dass Probleme, die es auch in unseren jetzigen Zeit gibt, damals durchaus auch schon (und somit noch zusätzlich) existierten, wie zum Beispiel Kindesmissbrauch in der Familie, Gewalttätigkeiten, usw. Solche Spürcheklopfer wie den Autoren würde ich gerne auch nur einen einzigen Tag in diese Zeit verfrachten und dann nochmal nachfragen, wie idyllisch er das empfunden hat...

Man verstehe mich nicht falsch, ich selbst suche auch nach Wegen, mich aus der überdrehten, zu schnellen und sich für meinen Geschmack in die falsche Richtung entwickelnden modernen Gesellschaft des Westens zu befreien, und es gibt sicher Orientierungspunkte von "früher", die da hilfreich sein können, das sind aber eben sicher nicht die naiv-unwissenden Heimatfilmbeschreibungen, die der Autor hier postuliert.

Auch die Großfamilie auf die heutige Zeit zu übertragen ist nicht weit gedacht. Wir haben mehr als genug Menschen auf diesem Planeten, was wir nicht brauchen, sind kinderreiche Großfamilien auch noch in der ersten Welt. Dann gibt er noch den Tip, dass man Kindern die Welt draußen als "magischen, schönen, wunderbaren Ort" beibringen soll, dann würde sie die Welt auch so erleben. Kinder sollen seiner Meinung nach "miteinander spielen und sprechen", statt vor dem Computer rumzusitzen. Ja, das seh ich auch so, aber da kommen wir wieder zu dem Punkt mit dem Rattenschwanz. Sobald man sein Kind rauslässt, und es mit anderen Kindern spielt, schleppt das Nachbarskind das neueste Handy an, das nächste kommst mit dem Tablet, mit den neuesten Turnschuhen usw. Will man konsequent vermeiden, dass da Kind diesen Dingen ausgesetzt ist, müsste man es komplett von anderen Kindern abschirmen. Wenn mein Kind nur spielen und reden soll, kann ich der Nachbarsmutter ja nicht vorschreiben, dass das für ihr Kind auch zu gelten hat, wenn es mit meinem spielen will. Selbst, wenn man selber das Richtige erkannt hat, heißt das noch lange nicht, dass der Rest der Welt da einfach mitzieht.
Die Punkte, die im Buch positiv zu bewerten wären, stammen nicht vom Autoren. "Gehe freundlich mit deinem Mitmenschen um". "Sei genüsam und sparsam" - Das steht glaub ich sogar in der Bibel, oder dann in jedem Buddhismusbuch.
Für mich nicht mehr als eine schlecht recherchierte, nicht durchdachte Sammlung eines von sich eingemommenen Marktschreiers.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Stammtischphilosoph Hodgkinson, 8. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst, frei zu sein: Handbuch für ein schönes Leben (Taschenbuch)
Sie verspüren den Wunsch, aus dem Hamsterrad von Arbeits- und Alltagstrott auszusteigen? Sie meinen, sich ständig neue Sachen zu kaufen, ist unbefriedigend? Ihnen wird schlecht, wenn Sie lesen, wie unsere Lebensmittel produziert werden und Sie würden am liebsten autark leben (oder zumindest einige Lebensmittel selbst anbauen)?
Verständlich, aber lesen Sie dafür lieber ein anderes Buch!

Ich hatte mir einiges erwartet vom Autor, nachdem das Buch großteils gute Rezensionen hat. Wenn man es nicht selbst gelesen hat, nimmt man die paar schlechten erst nicht wahr. Außerdem bilde ich mir gerne mein eigenes Urteil und so griff ich zu, allerdings zum Glück nur in der Bibliothek.

Hodgkinson gibt in seinem Buch viele Ratschläge, die er dann mit Geschichten erklärt (großteils aus seinem eigenen Erfahrungsschatz heraus).
"Verjag die Angst, sei sorglos!" "Wirf die Fesseln der Langeweile ab" ""Sag ja zum Leben" "Schmeiss deine Tabletten weg" "Öffne deine Türen" etc. etc.
Einige der Ratschläge sind sicher nicht schlecht, aber fast alle kannte ich alle schon. Wenn man sich schon ein wenig mit dem Thema beschäftigt hat, erfährt man bei ihm also nicht viel Neues.

Dann ist das ganze Buch durchzogen von Hinweisen darauf, wie toll es im Mittelalter war im "Merry old England", bevor Heinrich VIII und die bösen Puritaner das Leben seines Glanzes beraubt und auf die Arbeit reduziert haben. Vorurteilslos schwärmt er bei jeder Gelegenheit davon, dass er gerne damals gelebt hätte.
Seine Utopie sind drei Gesellschaftsklassen, die Rittern, Geistlichen und Bauern des Mittelalters ähneln würden. "Die Aristokraten wären die Krieger, und sie hätten die Aufgabe, herumzusitzen und nichts zu tun, außer schöne Gärten anzulegen, in ihren großen Häusern Feste zu veranstalten, die Künste zu fördern und gastfreundlich zu sein, also Speisen und Bier zu verschenken." (Originalzitat)
Aus welchem Grund bezeichnet er sie als Krieger? Was haben in seinem Weltbild Krieger überhaupt verloren, da er immer meint, man solle die Regierung ignorieren und sich in kleinen Gruppen friedlich selbst organisieren? Und wer legt eigentlich die Gärten an? Wer kocht und richtet für die Feste her, wenn man sich selbständig und unabhängig machen soll, es also keine Bediensteten mehr gibt? Glaubt er wirklich, dass die Aristokraten das alles selbst erledigen würden?

Entnervend ist, dass er (auch wieder ständig) aus anderen Büchern zitiert, notgedrungen aus dem Zusammenhang gerissen, so dass man jedes dieser Bücher lesen müsste, um zu sehen, ob die Autoren wirklich das gemeint haben, was er daraus macht. Wozu die ständigen Zitate? Denkt er, dass dadurch seinen Ansichten mehr Rückhalt gewährt wird? Wenn ja: es funktioniert nicht. Ich empfand es nur als mühsam.

Ebenfalls häufig betont er, dass es ihm wichtig ist, trinken zu dürfen, wann er will. Auf sein eigenes Pub ist er sehr stolz. Einmal regt er sich über die Ansicht eines "Stammtischphilosophen" auf und sagt ihm im Buch die passende Entgegnung. War er beim tatsächlichen Gespräch zu betrunken, um sie gleich sagen zu können? Mit welchem Recht tituliert er jemand anderen als Stammtisch philosoph, wenn er so offensichtlich selbst einer ist?
Als er den Begriff verwendete, fand ich das witzig, denn mir war schon länger aufgefallen, dass seine Ergüße sehr danach klingen, als ob er in seinem eigenen Pub fröhlich bedüselt mit Kumpanen darüber diskutiert hätte, wie das Leben aussehen sollte.

Oft ist auch nicht klar, was jetzt eigentlich seine Meinung ist.
So empfiehlt er, die Daueraufträge abzumelden. Gibt aber zu, dass er oft vergisst, seine Rechnungen pünktlich zu bezahlen und ärgert sich bei Mahnschreiben dann, dass er wie ein Verbrecher behandelt werde, nur weil er "träge, vielleicht ein bißchen leichtfertig, geistesabwesend" gewesen ist. Und schließlich stellt er fest, dass "Rechnungen zu begleichen gar nicht so quälend ist, wenn man sich schließlich dazu aufrafft."
Warum dann nicht gleich die Daueraufträge (bzw. Einziehungsaufträge) lassen?

Ich hatte den starken Eindruck, dass er insgeheim stolz darauf ist, wenn er böse Briefe bekommt, weil er es nicht schafft, seine Finanzen im Zaum zu halten. Wahrscheinlich fühlt er sich da als kleiner Rebell, wie z.B. bei der folgenden Geschichte.
Da bekam er eine Gerichtsvorladung, weil er ohne Versicherung Auto gefahren ist. (Wie verantwortungsvoll. Hätte er jemanden zum Krüppel gefahren, bekäme derjenige sicher zeitlebens frisches Gemüse von ihm.)
Zuerst bekam er einen Schreck, dann kam die Trotzreaktion ("Was soll mir schon passieren? Notfalls fahre ich eben mit dem Rad.") Als er gimpflich davon kommt, ist er unübersehbar erleichert, gleich danach ist er wieder obenauf. (Wie ein kleiner Bub, der etwas anstellt und den die Eltern nochmal davonkommen lassen....)
Da wirkt sein Gerede über Anarchie (im Sinn von Selbstregierung in kleinen Gruppen und die Regierung ignorieren) sehr überzeugend. *Ironie*

Und dann gibt er auch gefährliche Ratschläge. Im Kapitel "Wirf deine Uhr weg" meint er: "Es dürfte unmöglich sein, sich völlig von Uhren, Armbanduhren und der Zeit zu befreien, aber wir können unsere Beziehung zur Zeit recht mühelos ändern, und, statt ihr Diener zu sein, Gleichberechtigung mit ihr erlangen. Eine bewährte Methode sind bekanntlich Drogen." Dazu führt er weiter aus, dass z.B. Heroin-"User" nie pünktlich sind. User klingt doch viel besser als "Süchtige", nicht wahr?

Im Kapitel zu Depressionen ruft er dazu auf, stattdessen das Wort "Melancholie" zu verwenden. Zitat: "Melancholie dagegen hat etwas Cooles an sich. Das Wort klingt nach Kerzen, romantischer Liebe, Dachkammern, Seiten eines halb beendeten Manuskripts, die dem Schreiber aus der Hand fallen, nach sehnsüchtigem Seufzen, weiten weißen Hemden, dem Tod Chattertons, des achtzehnjährigen Dichters." Wie schön und poetisch und wirklich cool, wenn man bei dem Wort an Selbstmord denkt (Chatterton beging Selbstmord, siehe dt. Wikipedia).

Ich war sehr enttäuscht, dass das Buch sich als solcher Fehlschlag herausgestellt hat. Zwischendurch gab es immer wieder kurze Lichtblicke, denn an sich sind auch interessante Gedankengänge enthalten. Aber dann bekommt man wieder das tolle Mittelalter ("Merry old England") oder ein seltsames Zitat um die Ohren geschlagen oder muss sich fragen, ob er Autor den Satz eben ernst gemeint hat (z. B. "Eine bewährte Methode sind Drogen") und das tatsächlich empfehlen möchte. Und viel zu oft erfährt man, wie wichtig es ihm ist, sich betrinken zu können.

Es fiel mir schwer, mich zu entscheiden, ob ich ein oder zwei Sterne geben soll. Angesichts meiner vielen Negativbeispiele überrascht es vielleicht, aber ich habe mich schließlich doch für zwei Sterne entschieden, weil ich mir immer noch denke, "hätte jemand anderes das Buch geschrieben als Hodgkinson, hätte etwas Gutes daraus werden können".

Eine Anekdote zum Abschluss: zum Ende des Buches war ich schließlich so entnervt, dass ich als sein abschließendes Resumee von Kapitel 26 las "Ein Hoch auf die Meise" (des Autors). Doch ups, da stand "Ein Hoch auf den Meissel". Freudscher Verleser. ;)
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen dieses buch hat mein leben verändert, 9. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst, frei zu sein: Handbuch für ein schönes Leben (Taschenbuch)
ich habe angefangen ukulele zu spielen, ich habe mir ein neues fahrrad gekauft, ich habe mir ein haus am land gekauft.
man lasse sich vom vielleicht etwas platt klingenden titel nicht abhalten!
ja, tom hodgkinson ist anarchist, aber anarchie (oder anarchismus) bedeutet nicht - wie allgemein angenommen wird - chaos! sondern anarchie ist ordnung ohne hierarchien! und genau dahinter ist hodgkinson her: kleine, selbstverantwortliche strukturen.

das buch enthält ganz konkrete anleitungen, wie man in der heutigen zeit wieder etwas mehr spass und schwung in die bude bringt. zb den sehr befolgenswerten tipp: "kauf dir eine ukulele!" ich habe nicht gewusst, was genau ne ukulele denn eigentlich ist, aber das buch hatte mich zu dem zeitpunkt schon so sehr angesprochen, dass ich in den nächsten musikladen ging und mit einer ukulele unter dem arm wieder rauskam. zugegeben, ich spiele schon seit vielen jahren klavier, habe also schon ein wenig musikalische erfahrung. aber ich habe noch nie so viel spass beim musizieren gehabt wie mit dieser kleinen ukulele. (für die, dies genau wissen wollen: eine sopranukulele in c gestimmt). die 3 grundakkorde c-dur, f-dur und g-dur (besser g7) sind ganz leicht zu greifen und ab dann geht die post ab. ich habe als erstes mal alle weihnachtslieder nach c transponiert und wir hatten ein ganz besonders heiteres weihnachtssingen letztes jahr!
seitdem spiele ich eine ganze reihe von songs auf der ukulele von den beatles über nirwana, von dean martin bis zum dschungelbuch.
und das war nur ein tipp aus diesem herrlichen buch.

der leitsatz lautet wohl: "stop consuming, start producing!"
nimm dein leben selbst in die hand!
für alle die das wollen, gibt es nichts besseres!

da es nicht mehr als 5 sterne gibt, kann ich nur 5 sterne vergeben!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gemeinschaftssinn, 19. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst, frei zu sein: Handbuch für ein schönes Leben (Taschenbuch)
ich habe dieses Buch gerade zuende gelesen ...
für WEN ist dieses Buch geeignet??

ich glaube dass in dieses buch eh nur Menschen reinschauen,
die verstärkt das Gefühl haben, dass in dieser Gesellschaft
etliches schief läuft & aus diesem Grunde habe ich auch angefangen,
dieses Buch zu lesen ....

Smartphones .. SKY-TV .. perfekte Menschen mit genauesten Moralvorstellungen ...
je mehr Geld desto besser .... PROFIT, PROFIT, PROFIT !!
PS3 ... immer & überall erreichbar .. schlechtes Essen aus dem Supermarkt ...
Bildschirme überall .... der gläserne Mensch ... ----->

das sind alles Gründe, die mir in den vergangenen Jahren so richtig auf den Sack
gegangen sind .... GEHT ES ANDEREN AUCH SO??

haben auch andere Menschen die Nase voll von den "ständig-online-Smartphone-Typen",
die überall informiert sind, aber wenns drauf ankommt doch die einsamsten Menschen
des Planeten darstellen??

Ich schätze die heutige Technik eines Laptops oder auch ipads,
aber ich möchte gern Leute zum Gespräch auch persönlich treffen
OHNE nur email Austausch und die ständige ONLINE-Präsenz über FACEBOOK!!

der Sinn des Buches ist doch u.a. der, das der heutige Gemeinschaftssinn
fast völlig verloren gegangen ist .... sich gegenseitig zu helfen mag nicht
profitabel sein, hilft aber sich mit richtigen Individuen auszutauschen!

geteiltes Leid ist besser zu verarbeiten als ein einsames Dasein über Facebook !!

heutzutage wurstelt doch jede Kleinfamilie im Alleinstil vor sich hin,
um sich mit ach-und-Krach ein HAus zu leisten, aber wie im Buch beschrieben :
warum müssen immer alle Leute etwas besitzen??

wäre es nicht sinnvoller den Besitz an eine Kommune abzugeben,
wo VIELE Leute für ein Land oder ein Haus verantwortlich wären??
hier wieder der Konsens, dass GEMEINSCHAFT dieses Vorhaben leichter
umsetzen kann als das egoistische Streben einer Kleinfamilie nach dem alleinigen Eigentum!

als ich das Buch gelesen habe, habe ich bemerkt, dass ich als MUSIKER immerhin einer Arbeit
nachgehe, die mir irre Spass bringt ....
FRAGE: wenn man solange im Leben arbeiten muss ... macht es dann nicht Sinn,
einer Arbeit nachzugehen die auch SPASS bringt??
ich habe auch nie über den RUHESTAND nachgedacht, denn warum sollte man
in Rente gehen, wenn einem die Arbeit super SPASS bringt??
in diesem Zusammenhang verstehe ich als Musiker die RENTE nicht!

OHHHH .... heisst es da .. was aber wenn dir etwas passiert und du nicht mehr arbeiten kannst??
das ist eine genau so witzige Frage wie: "wie kannst Du GOTT zum LAchen bringen?? DU erzählst ihm von
deinen Plänen ;-)))

man weiss doch NIE was morgen ist und wenn Du dich schlafen legst, dann könnte das deine letzte Nacht auf Erden werden
oder auch nicht!!

wieviele Leute investieren Unsummen in Versicherungen nur um gegen ALLES abgesichert zu sein .... so ein QUARK!
ich habe bis auf eine Krankenversicherung GAR NICHTS ... und mache mir darüber auch keine Sorgen!!

und nach LESEN dieses Buches noch viel weniger .... man muss an sich glauben und Ideen und Pläne gerne haben,
aber das wichtigste ist, das man nicht verzagt und SEINEN WEG geht wie auch immer der aussieht!!

mein TIPP: nimm dieses Buch als Inspiration für einen schönen Alltag & entscheide selbst wieviel Arbeit Dir wichtig
ist, um deinen Tag auszufüllen ... ich habe mich jedenfalls für eine 4 Tage Woche entschieden mit weniger Geld und mehr
Freiheit & danke dem Autor für diese tollen Gedankengänge ;-))
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen schönes, aber nicht unbedingt leichtes Leben, 26. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst, frei zu sein: Handbuch für ein schönes Leben (Taschenbuch)
Das neue Handbuch von T. Hodgkinson ist interessant und ideenreich, aber sein vorheriges Buch "Anleitung zum Müßiggang" hat mir besser gefallen; es war fesselnder und hat gute Laune gemacht. "Die Kunst, frei zu sein: Handbuch für ein schönes Leben" ist um einiges ernster. Geht es doch besonders darum, nicht einfach die Füße hoch zu legen, sondern tätig zu werden, nur eben nicht für irgendeinen Arbeitgeber. Eigenes Gemüse und Obst anbauen, Brot selber backen, auf die Geschirrspülmaschine und andere technische Lösungen zu verzichten etc. hat vielleicht kurzfristig seinen Reiz, ist aber für einen faulen Menschen wie mich auf Dauer wahrscheinlich nicht durchzuhalten. Die Konsumverweigerung ist eine spannende Idee. Doch auch Diäten werden irgendwann von einer Heißhungerattacke torpediert. Wenn man das ganze entspannt angeht, läßt sich der eine oder andere Gedanke sicherlich in den Alltag integrieren.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der tollsten Büchern der Welt, 31. August 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst, frei zu sein: Handbuch für ein schönes Leben (Taschenbuch)
Was einige hier bei dem Buch missverstehen, es ist keine DIREKTE Anleitung zum "Glücklichwerden", den Glück ist MEINungssache, jeder definiert dGlück für sich anders. Das Buch soll nur zum Denken anregen z.B Was tue ich? Ist es sinnvoll? Was könnte ich eventuell besser/ anders machen. Etc.
Ich finde es schade dass das Buch falsch verstanden wird oder zu direkt, zu persönlich genommen wird. Es ist eine großartige Anleitung villeicht zum UMdeknen, eigenes Leben umzukrämpeln, was zu verändern, den tag sinnvoller, interessanter zu gestallten. WAS IST FÜR DICH FREIHEIT? Bist du Glücklich mit dein Leben? Wenn nicht, könnte es seind dass das Buch dir helfen kann. Mir hat es gehollfen in bestimmten bereichen umzudenken. Er hatte recht:
Ich brauche keine Handyvertrag o. irgendwelche sinnlosen verischerungen oder 24 Stunden Job etc. Ich lerne froh zu sein was ich bereits habe.
Glück ist nciht immer das was man hat sondern villeicht was einem erspart bleibt.
KAUFT DAS BUCH! 5* Sterne!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein fantastisches Buch, 23. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst, frei zu sein: Handbuch für ein schönes Leben (Taschenbuch)
Auch wenn man nicht in allen Punkten mit Hodgekinson einer Meinung ist, dieses Buch regt absolut zum Nachdenken an.
Hodgekinson betrachtet das Leben erfrischend von einer anderen Seite, die absolut ihre Daseinsberechtigung hat, da sie meiner Meinung nach gesunden Menschenverstand wiederspiegelt.

Leider wird diese Sichtweise in Zeiten des Turbokapitalismus in weiten Teilen der Gesellschaft nicht mal mehr toleriert (wie ja auch einige Rezensionen belegen). Aber gerade in Zeiten, in denen Arbeit und "gerade aus gehen" (bzw. die Meinung / Interessen des Arbeitgebers, der Organisation oder Firma vorbehaltlos vertreten) einen derart überhöhten Stellenwert haben ist dieses Buch um so wichtiger.

Für jeden der seinen Job nach fünf Stunden erledigt hat, aber noch drei Stunden sinnlos ausharren muss, weil man nun mal acht Stunden anwesend sein muss, ist dieses Buch ein Pflichtkauf. Genauso für diejenigen, die schon länger das Gefühl haben, dass es in dieser Welt und im Job "irgendwie nicht richtig läuft". Mir hat dieses Buch sehr geholfen.
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Die Kunst, frei zu sein: Handbuch für ein schönes Leben
Die Kunst, frei zu sein: Handbuch für ein schönes Leben von Tom Hodgkinson (Taschenbuch - 3. August 2009)
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