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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut lesbar und informativ, aber leider unvollständig, 13. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Herausforderung Klimawandel: Was wir jetzt tun müssen (Taschenbuch)
Ich schreibe diese Rezension sieben Jahre nach dem Erscheinen der urpsrünglichen Ausgabe dieses Buches. Das eröffnet die Chance, die im Buch beschriebenen Analysen und Prognosen mit dem heutigen Wissensstand zu vergleichen. Durch intensive Forschungsförderung entwickelt sich der Klimaforschungsbereich derzeit rasant, und es vergeht kaum ein Monat, wo nicht neue wichtige Erkenntnisse hinzukommen.

Latif ist ein begabter Schreiber. Seine sympathische Art überträgt sich auf seinen guten und verständlichen Schreibstil. Er berichtet eine Vielzahl von interessanten Fakten und Zusammenhängen, und er verwendet eingängige Vergleiche (beschleunigendes Auto, träge Supertanker) um die Prozesse zu erklären. Sein Hauptanliegen ist es, die Gefahr einer anthropogen verursachten Klimaerwärmung darzustellen, mit dem Ziel, die Menschen zu vorbeugendem Handeln zu motivieren. Dabei wägt Latif immer wieder ab, inwieweit natürliche Klimaschwankungen die beobachtete Erwärmung erklären könnten. Er kam 2003 zu dem Schluß, dass die Erwärmung mit hoher Wahrscheinlichkeit überwiegend auf die atmosphärische Kohlendioxidzunahme zurückgeht.

So wie die Klimawissenschaften hat sich natürlich auch Mojib Latif mittlerweile weiterentwickelt. Welche Kapitel würde er heute umschreiben, anders interpretieren? Das vorliegende Buch baut stark auf der berühmt-berüchtigten "Hockeystick-Kurve" auf, die einen kontant niedrigen Temperaturverlauf von 1000 n. Chr. bis zum Beginn der industriellen Revolution 1850 zeigt, wo die Temperatur dann steil nach oben bis heute ansteigt. Diese Kurve wurde in der Zwischenzeit aufgrund von schwerwiegenden Fehlern aus dem Verkehr gezogen. Ein Großteil von Latif's Argumentation baut auf dieser Kurve auf. Eine Diskussion der Mittelalterlichen Wärmephase und der Kleinen Eiszeit sucht man in dem Buch vergeblich (jedenfalls habe ich keine gefunden). Diese signifikanten Temperaturschwankungen fanden statt, während das CO2 in der Atmosphäre konstant geblieben ist. Hierzu kein Wort von Latif.

Was ist der Beitrag von primären Sonnenaktivitätsschwankungen im Klimageschehen der Nacheiszeit? Kein Wort hierzu von Latif. Milankovitch-Zyklen werden erwähnt, dies ist jedoch ein ganz anderes Thema und betrifft die Eiszeiten des Pleistozäns. In diesem Zusammenhang vergißt Latif auch zu erwähnen, dass das CO2 der Temperatur während der letzten 600.000 Jahre um etwa 800 Jahre hinterherhinkt, ansteigende Temperaturen zu einem Entgasen von CO2 aus den sich erwärmenden Ozeanen führt. Über die Klimawirksamkeit von CO2 sagt dies ersteinmal gar nichts. Der im Buch erwähnte Methananstieg ist seit 1999 gestoppt und die Konzentration hat seitdem einen Plateauwert erreicht. Ähnliches gilt für die FCKW-Konzentration in der Atmosphäre. Im Zusammenhang mit Prognosen, die verstärkte Dürren vorhersagen, hätte gerne erwähnt werden können, daß die Phase der begrünten Sahara in die wärmste Phase der Nacheiszeit vor 7000 Jahren gefallen ist.

Ich bin daher schon sehr auf das nächste Buch von Mojib Latif gespannt, wo die genannten Kritikpunkte hoffentlich aufgegriffen werden.
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Herausforderung Klimawandel: Was wir jetzt tun müssen
Herausforderung Klimawandel: Was wir jetzt tun müssen von Mojib Latif (Taschenbuch - 2. April 2007)
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