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37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte des Euros - von den einst guten Vorsätzen bis zur Schuldenkrise
Herr Henkel erklärt sehr gut die Geschichte des Euros: Gestartet hat die Idee des Euros mit guten Vorsätzen: Eine No-Bail-Out-Klausel sollte sicherstellen, dass ein Euro-Land nicht für die Schulden anderer Euro-Staaten haften muss. Damals war Griechenland noch nicht dabei, und man hat noch ernsthaft diskutiert, ob man Spanien und Italien überhaupt...
Veröffentlicht am 20. Dezember 2010 von Uwe Stein

versus
8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider etwas unstrukturiert
Ein lesenswertes Buch, und Henkel ist fraglos ein kompetenterer Experte als die allermeisten Politiker, die zu diesem Thema (leider) entscheiden. Henkels Analysen sind sicherlich größtenteils zutreffend, und er erwähnt einige Aspekte, die in der öffentlichen bzw. politischen Diskussion leider unerwähnt bleiben.
Durch den lockeren...
Veröffentlicht am 18. April 2012 von Hank61


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37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte des Euros - von den einst guten Vorsätzen bis zur Schuldenkrise, 20. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Herr Henkel erklärt sehr gut die Geschichte des Euros: Gestartet hat die Idee des Euros mit guten Vorsätzen: Eine No-Bail-Out-Klausel sollte sicherstellen, dass ein Euro-Land nicht für die Schulden anderer Euro-Staaten haften muss. Damals war Griechenland noch nicht dabei, und man hat noch ernsthaft diskutiert, ob man Spanien und Italien überhaupt aufnehmen soll. Doch dann haben Spanien und Italien überzeugend angefangen, ihre Staatshaushalte zu sanieren.

Wenige Jahre später begeht Deutschland dann eine kleine Verletzung der Maastricht-Kriterien: statt einer erlaubten Neuverschuldung von 3 Prozent macht Deutschland 3,6 Prozent neue Schulden. Diese geringfügige Übertretung wurde erst lang breit diskuttiert, und dann als akzeptabel angesehen. Andere Länder machen es kurze Zeit später ähnlich. Griechenland lag zu dieser Zeit offiziell noch nicht über dieser Verschuldungsgrenze - zumindestens offiziell. Die ersten Hinweise auf die Bilanzschummeleien von Griechenland haben die dafür Zuständigen jahrelang ignoriert. Am Ende wird in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die No-Bail-Out-Klausel gekippt, so dass der Weg zum europaweiten Schuldensumpf frei war.

Eine solche ehrliche Geschichte des Euros bekommt man von keinem Politiker erzählt. Während dieser Zeit wandelt sich auch Herrn Henkels Meinung. Früher hat er als Manager für den Euro geworben, mittlerweile hat sich seine Meinung geändert. Durch dieses Buch kann man verstehen warum.

Dieses Buch ist wirklich lesenswert, ganz im Gegensatz zu Herrn Steinbrücks Buch "Unterm Strich" Bei dem Politiker Steinbrück, hat man den Eindruck dass er vor lauter Angst, etwas zu sagen, das jemanden weh tun könnte, nur lauter leere Phrasen produziert. Darum lobe ich dieses ehrliche und informative Buch von Herrn Henkel.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) stoppen!, 24. Juni 2012
Mit einem gigantischen zweiten Rettungsschirm soll nach Vorstellungen der Regierungen in der Eurozone die Gemeinschaftswährung vor dem Zusammenbruch gerettet werden.
Für den entsprechenden Fonds müssen Bürgschaften in Höhe von 700 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden, um im Ernstfall Kredite von bis zu 500 Milliarden Euro gewähren zu können. Diese Überzeichnung ist schon im Vorfeld nötig, da nicht mehr alle Staaten der Eurozone über ein »AAA«-Rating verfügen.
Die Geldmärkte werden in einem nie dagewesenen Ausmaß mit liquiden Mitteln versorgt. Gleichzeitig befindet sich das Zinsniveau auf einem extrem niedrigen Stand. Zudem ist die Finanzwirtschaft durch die kriminellen Praktiken völlig von der Realwirtschaft abgekoppelt worden.«
Im Rahmen des ESM bürgt Deutschland vorerst für fast 170 Milliarden Euro. Derzeit hat die Bundesrepublik für den ersten Rettungsschirm eine Garantiesumme von 120 Milliarden Euro übernommen. Hinzu kommen gesonderte Bürgschaften für die Griechenlandhilfe in Höhe von weiteren 22 Milliarden Euro.
»Der Euro fliegt uns um die Ohren!

Die Wahrheit ist: Deutschland war zu Zeiten der D-Mark Exportweltmeister, inzwischen hat uns längst China diesen Rang abgelaufen.
Dieses Buch zeigte die bestehenden Risiken für die Eurozone auf, legte den Geburtsfehler des Euro dar und verwies auf die heimliche Verschuldung der Deutschen Bundesbank, die ungedeckt durch einen Parlamentsbeschluß die Kredite an die EZB und andere Nationalbanken in der Eurozone von 18 Milliarden Euro im Jahre 2006 auf 326 Milliarden Euro bis Ende 2010 ausgeweitet hat. Hier dürfte denn auch der wahre Grund für den »überraschenden« Rücktritt von Bundesbankpräsident Axel Weber zu suchen sein.
Dieses Buch zeigt die einzige Alternative zum Euro-Unfug auf: »Nur durch die Rückkehr zu nationalen Währungen kann durch gegenseitige Auf- und Abwertungen ein Wechselspiel zwischen Wirtschaftsleistungen und Geldstabilität erreicht werden. Bisher wurde ein Ausgleich dadurch geschaffen, daß die einen für die anderen zahlen. Wenn die Empfänger aber plötzlich selber sparen müssen und die Geber ebenfalls Leistungen kürzen müssen, wird über kurz oder lang der Bogen überspannt. Der Euro fliegt dann allen gemeinsam um die Ohren!«
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124 von 146 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für Deutschland, 3. Dezember 2010
Hans-Olaf Henkel nimmt in Deutschland eine Ausnahmestellung ein: Er sagt Dinge, zu denen anderen der Mut fehlt. Und er sagt sie auf klare, unmissverständliche Weise. In den Abwrackern" zeigte er, wie die Finanzkrise durch das Versagen deutscher Politiker und Banker zum Milliardengrab wurde.
Dass die Euro-Krise zu einem noch gigantischeren Milliardengrab wird, weist er in seinem neuen Enthüllungs-Buch nach. Und dass es noch viel teurer werden könnte als alles, was uns bisher bedrohte. Unsere Politiker, so zeigt Henkel, sind mit offenen Augen in diese Falle gegangen. Wie Hans im Glück" ließen sie sich ihren Goldklumpen, die D-Mark, abluchsen. Und heute bringen sie nicht den Mut auf, die deutschen Steuerzahler vor den Begehrlichkeiten der Nachbarn zu schützen. Und ihnen darüber die Wahrheit zu sagen.
Die Wahrheit: Unser Land wird ausgenommen wie eine Weihnachtsgans, und das seit Jahrzehnten. Das muss aber nicht so sein. Henkels Lösungsvorschlag, den Euro in Zonen unterschiedlicher Wirtschaftskraft aufzuteilen, findet immer mehr Verfechter. Für jeden Bundestagsabgeordneten", so sagte Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin, sollte Henkels neues Buch Pflichtlektüre" werden - sie ist, so möchte ich ergänzen, eine höchst spannende, ja mitreissende Pflichtlektüre für jeden, dem das Wohlergehen unseres Landes am Herzen liegt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für jeden Abgeordneten, 28. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer dieses Buch gelesen hat weiß was in Europa los ist. Und er fragt sich unwillkürlich wie er da raus kommt. Am liebsten würde man auswandern und unsere Politiker den Karren alleine aus dem Dreck ziehen lassen. Warum sollen wir bis 67 arbeiten während hoffnungslos überschuldete Staaten mit 60 in Rente gehen? Warum sollen wir mehr Steuern zahlen als der durchschnittliche Grieche? Wir Deutschen sind so blöd und lassen uns alles gefallen während die anderen gegen die "Sparpolitik" auf die Barrikaden gehen. Wann gehen wir gegen die Subventionspolitik endlich mal auf die Barrikaden? Ich habe keine Lust bis 67 zu arbeiten, damit meine südeuropäischen Kollegen mit 60 in Rente gehen können. Das hat nichts mit Nationalismus zu tun. Gleiches Recht für alle, und gleiche Pflichten für alle! Es gibt keinen Grund warum wir für andere zahlen sollen.
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Angela Merkel verschleudert Milliarden, 21. August 2011
Dieses Buch ist als Ergänzung zu "Die Abwracker" von Olaf Henkel zu sehen. Der Autor schildert den Konflikt zwischen EG-Staaten, die mit der Inflation zu leben gewohnt sind und solchen wie die Bundesrepublik und anderen nördlichen Staaten, die an der Geldwertstabilität festhalten wollen. Dabei hat sich Angela Merkel in fürchterlichster Weise von Sarkozy über den Tisch ziehen lassen. Weigels Verdienste um die EG-Geldwertstabilität sind auf das gnadenloseste ausgehöhlt worden. Das Schweigen der deutschen Presse, sowie der Wirtschaftweisen belegt deren Komplizenschaft an diesen Vorgängen.
Das Buch ist nicht nur leicht zu lesen, sondern auch generell lesenswert.
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54 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sparst Du noch oder zahlst Du schon?, 10. Dezember 2010
Kein Zweifel, der Mann hat viel erlebt, viel gesehen, auch manches falsch eingeschätzt und genau davon handelt dieses Buch. Als Präsident des BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.) war er quasi der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Industrien - als Verbandsführer vieler verschiedener Industrieverbände. Somit war und ist Hans-Olaf Henkel Vertreter der mittelständischen Industriebetriebe wie auch großer Konzernunternehmen. Die Euroeinführung hat der dadurch aus erster Nähe zu den Mitgliedern seines Verbandes wahrgenommen.

Henkel hat bei der Euro-Einführung gerade für mittelständische Unternehmen - die ja das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden - Überzeugungsarbeit leisten müssen. Viele haben das skeptische gesehen. Nicht nur in der Industrie - auch in der Wirtschaftstheorie, man denke an die Eurokritischen Anmerkungen von Wilhelm Hankel oder Joachim Starbatty sowie dem allseits zitierte Max Otte, die allesamt schon damals warnend Ihre Zeigefinger erhoben. Aber wir haben es nicht hören wollen. Oder damals nicht verstanden, worum es eigentlich geht, weil die Idee eines vereinten Europas einfach zu schön war. Und es natürlich immer noch ist.

Henkel beschreibt aus der Perspektive des Verbandsrepräsentanten die Vorbereitung und Durchführung des Euro sowie seine unrühmliche Entwicklung. Das Buch ist daher extrem aktuell. Eine fachtheoretische Abhandlung - wie das sehr gut geschriebene Buch zur Finanzkrise von Hans-Werner Sinn (Kasino-Kapitalismus) wird man hier nicht erwarten dürfen. Es handelt sich im Kern um eine Beschreibung der Euro-Entwicklung aus nächster Nähe, und genau das macht das Buch so spannend. Hans-Olaf Henkel nimmt uns mit an die Hand und zieht uns förmlich auf die verschlungenen Pfade der Euro-Werdung bis wir am Ende erkennen, die Katastrophe war wahrscheinlich schon bei der Euro-Einführung absehbar.

Der Euro war laut Henkel als Preis für ein französisches Ja für die Wiedervereinigung geschuldet. Ob es so war? Ein jeder soll sich sein Bild durch dieses Buch machen. Auf alle Fälle kam der Euro ohne dass die Deutschen um Ihre Meinung gefragt wurden. Aber wir haben es mitgetragen und es war zur damaligen Zeit möglicherweise auch nicht falsch. Die Deutschen haben auch tapfer für die Werte gekämpft, welche die Bundesbank in Frankfurt auszeichnete. Weil die DM aber immer so hart war und auch der Euro die Tatsache nicht verdecken konnte, daß Deutschland aufgrund der Qualität seiner Produkte immer Exportweltmeister war und ist, haben die Franzosen sowie die "Südperipherie" irgendwie immer daran gearbeitet den Euro weichzuklopfen.

Mit dem "Fall Griechenlands" hat sich die ganze Misere des Euros gezeigt. Er wurde in Ländern mit völlig unterschiedlichen Strukturmerkmalen eingeführt. Hie die Deutschen, Finnen, Österreicher, u.a. mit Ihrer doch strengeren Haushaltsdisziplin und dort die Südländer mit Ihrem Hang zum Abwerten sowie ihrer relaxten Einstellung zur Arbeit (wie wir uns bei jedem heißersehnten Griechenlandurlaub ja überzeugen konnten). Durch die insgesamt niedrigen Zinsen sind die Länder der Süd-Peripherie - so führt Henkel aus - an günstige Kredite gekommen, die sie jedoch nicht in ihre marode Wirtschaft gesteckt haben, sondern die sie einfach für ein "gutes Leben" ausgegeben haben. So haben nur ca. 400 Griechen bei Ihrer Steuererklärung angegeben einen Swimmingpool zu besitzen, Satellitenaufnahmen von den Vororten von Athen weisen aber 17.000 Pools nach. Griechenland steht dabei nur für den gesamten Sündenfall der Südlander, welche die Vorteile einer Hartwährung (geringe Zinsen, stabiler Außenwert) gerne in Anspruch genommen haben, aber die Nachteile (harte Arbeit, Haushaltsdisziplin) nicht in Kauf nehmen wollten.

Und hier erläutert Hans-Olaf Henkel, warum er sich geirrt hat. War er anfangs davon überzeugt bei seinen Reisen zur Euro-Einführung auf Länder zu stoßen, die sich alle den strengeren Regeln der Nordländer unterwarfen um in den Euro-Club hineinzukommen, so musste er nach und nach erkennen, daß diese Disziplin nicht lange anhielt, ja, teilweise sogar mit Betrug erschwindelt wurde (wie wir heute wissen). Aber da war ja auch noch die No-Bail-Out-Klausel (Art. 125 AEUV). Diese Klausel besagt, daß es nicht erlaubt ist, Länder aus einer selbstverschuldeten Misere auf Kosten der Gemeinschaft herauszukaufen. Die Vorschrift lautet im Original: 'Die Union haftet nicht für die Verbindlichkeiten der Zentralregierungen, der regionalen oder lokalen Gebietskörperschaften oder anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, sonstiger Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder öffentlicher Unternehmen von Mitgliedstaaten und tritt nicht für derartige Verbindlichkeiten ein.'

Mit dem Schreckensgespenst einer Spekulationsattacke wurden die Nordländer in der Griechenlandkrise in diese Falle gelockt, aus der Sie nicht mehr herauskommen. Spekulanten - so wollte man uns weismachen - würden Staaten angreifen und wie eine wehrlose Beute vor sich hertreiben und daran verdienen. Hätte man genau das befolgt, was in der No-Bail-Out-Klausel steht, dann wäre genau eingetreten, wovor sich jeder Spekulant oder Hedgefond fürchtet: Die Anleihen des (in diesem Fall) griechischen Staates hätte sich als das erwiesen was sie sind, nämlich wertlos. Die Hedgefonds und Spekulanten hätten Ihre Portfolios aufräumen und die "Erzeuger" von CDS (Credit Default Swap), also Kreditausfallversicherungen, hätten zahlen müssen. Die Griechen hätten darüber nachgedacht, wer eigentlich die Pools bezahlt und sich gefragt, woher eigentlich das ganze Geld kommt für 25% Staatsbedienstetenquote.

Im Zuge des griechischen Staatsbankrotts hätte auch bei den Banken das große Nachdenken begonnen, wer eigentlich den ganzen Schrott in die Bilanzen getragen hat. Aber mit dem dann aufgespannten Rettungsschirm i.H.v. 150 Mrd. EURO werden nun die Bürger - allen voran die Deutschen - gezwungen ihre Ersparnisse auf dem Altar eines Vertragsbruches zu opfern, der uns alle noch teuer zu stehen kommen wird. Dabei wird dann immer wechselseitig darauf verwiesen, daß es ja die "Finanzkrise" aus den USA sei, oder das Problem "hausgemacht" ist, weil Deutschland und Frankreich ja auch diverse Kriterien verletzt haben oder man prügelt einfach mit der EU-Solidaritätskeule auf alles, was sich noch bewegt.

Wenn einer Währung so schwach ist, daß Sie vor dem Ansturm von ein paar Hedgefonds in die Knie geht, dann dürfte der Satz "sparst Du noch, oder zahlst Du schon" genau ins Schwarze treffen. Und genau hierin liegt das unerkannte Problem der Währungsunion.

Während die deutsche Wirtschaft unter dem Ansturm der Globalisierung Ihre Hausaufgaben gemacht hat, andere Länder jedoch aufgrund Ihre laxen Verschuldungspolitik (Griechenland), ihrer laschen Bankenkontrolle (Irland) oder einer hausgemachten Blase (Spanien) den Offenbarungseid leisten müssen, weil Sie im wesentlichen auf Kosten Anderer lange gut gelebt haben, werden die Nordländer zu langfristigen Nettozahlern, die aus dieser Nummer nur noch herauskommen, wenn Sie vom Zahlmeister zum Zuchtmeister werden. Das hier den Politikern der Mut fehlt, kann man verstehen, aber es dient der Sache nicht.

Ein anderer Sachverhalt - der sich unmerklich im Hintergrund als echte Gefahr für Deutschland aufbaut - wird hier auch immer wieder gerne übersehen. Aufgrund der günstigen Zinsen haben viele Länder in Ihren Wirtschaftsraum diverse Blasen erzeugt, dies Blasen haben jedoch auch sehr hohe Wachstumsraten erzeugt, die wiederum Kapitalexporte (u.a. aus Deutschland) angezogen haben. Kapitalexporte können aber nur dann entstehen, wenn ein Land mehr verkauft (also besser und fleissiger ist als seine Nachbarn) als es kauft (importiert). Genau diesem Umstand ist es zu verdanken, daß wir auf mehrfache Weise ausbluten: zum einen wandern unsere Waren und Dienstleistungen in andere Länder (wir arbeiten für Andere), wir finanzieren durch unsere Kapitalexporte unsere Ausfuhren (geben Kredite) und zahlen dann noch für den Rettungsschirm und am Ende muss unsere Wirtschaftsleistung noch herhalten um für andere Länder günstigere Verschuldungszinsen (Euro-Anleihen, Euro-Bond) bereitzustellen, während Sie für uns im Mittel steigen. Dieses Kapital fehlt jedoch dann hier, um Investition in unsere Zukunft zu bilden. Es wurde durch die künstlich erzeugten Bedingungen geradezu magisch von anderen Ländern mit Traumrenditen angezogen (siehe Irland).

Der Euro sowie die mit ihm verbundenen Auflagen hatten jedoch die Funktion einen geschlossenen Währungsraum durch Konkurrenz und Marktwirtschaft sowie durch Haushaltsdisziplin und Vielfalt zu öffnen. Was in Wirklichkeit durch den Rettungsschirm entstanden ist, nennt man innerhalb Deutschlands "Finanzausgleich", also organisierte Verantwortungslosigkeit. Wenn Bayern 1 Euro spart, muss es 97 Cent an andere Länder (z.B. Berlin) abgeben. Natürlich wird Bayern das Geld dann irgendwann selber ausgeben. Sparen wäre sinnlos.
Somit verkommt der Euro-Club zum Selbstbedienungsladen nach der Devise: "Wer zuerst in den Topf reingreift, kriegt am meisten".

Die Argumente, wir würden als Exportweltmeister am Euro verdienen kann nur als Unsinn bezeichnet werden. Erstens verdient man aufgrund der Qualität seiner Produkte und nicht aufgrund der Währung und zweitens müssten dann Schwachwährungsländer wirklich gut dastehen, was regelmäßig nicht der Fall ist. Darüber hinaus wird der Umstand, daß wir auch Importländer sind, die aufgrund Ihrer Rohstoffknappheit vieles importieren müssen nicht beachtet. Verdienen können wir am Euro nur, wenn alle gewinnen. Aber in einer Transfergemeinschaft gewinnt niemand. Anstrengung lohnt sich nie in einer Transfergemeinschaft.

So schlägt Hans-Olaf Henkel am Ende seines Buches zwei Euro-Zonen vor. Eine Zone für die Nordländer und eine zweite Zone für die Südländer. Und das ist eigentlich der schwächste Teil an dem Buch, denn wer die spannende, sehr persönliche Analyse von Henkel gelesen hat, der wird am Ende wissen, was Max Otte schon vor Jahren prophezeit hat: "Der Euro kommt, aber er geht auch wieder".

Es ist aber tröstlich zu wissen, daß die Europäer bleiben was sie immer waren: ein unverbesserlicher Haufen von Idealisten, die sich für Ihre nationalen Eigenheiten schätzen und im Kern doch immer irgendie lieb haben.

So, und jetzt gehts auf zum Griechen. Irgendjemand muss ja zahlen!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liest sich gut, 31. Juli 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Olaf Henkel sagt die ungeschminkte Wahrheit, die keiner in der Politik hören will. Die ganze Bande von Günstlingen dieser Europa-Politik hat ihre Schäfchen schon im Trockenen und lacht sich kaputt über die naiven Deutschen, von wegen unsere europäischen Freunde ....
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Währungsunion: Gut gemeint = Schlecht gemacht. Auf dem Weg zur Transferunion, 20. Februar 2011
Wie schon in seinem Buch 'Die Abwracker' hat Herr Henkel auch in seinem neuen Werk 'Rettet unser Geld!' im Gegensatz zum allgemeinen Mainstream von Politik und Medien die Problematik auf den Punkt gebracht. Jeder, der sich bereits ernsthaft mit diesem komplexen Thema befasst hat, kann den Ausführungen in dem Buch nur zustimmen. Mit großem wirtschaftlichen Sachverstand und angereichert mit Hintergrundinformationen wird die Währungsunion und deren Folgen beleuchtet, wobei Herr Henkel es auch nicht scheut, gegenüber der Politik kritisch Stellung zu beziehen.
Ich befürchte allerdings, dass die Währungsunion, deren Geburtsfehler immer offensichtlicher werden, wohl um jeden Preis politisch motiviert am Leben gehalten werden wird. Es drängt sich der Verdacht auf, dass bei diesem komplexen Thema der eingeschlagene 'alternativlose' Weg das Ergebnis eines Entscheidungsprozesses ist, bei dem aufgrund der handelnden Personen politischen Erwägungen prinzipiell der Vorzug gegeben wird. Alle bisher getroffenen politischen Entscheidungen lassen leider nur den Schluss zu, dass man sich "alternativlos" immer weiter auf den Weg zu einer Transferunion mit den bekannten Folgen (siehe Länderfinanzausgleich) begibt:

1 Rettungsschirm
Obwohl der Rettungsschirm anfangs geschaffen wurde, um eine Liquiditätskrise zu bekämpfen, wird dieser Ansatz aufgeweicht, da die Höhe angeblich nicht ausreichend ist. Dies lässt den Schluss zu, dass damit künftig auch Insolvenzen vermieden werden sollen. Allein zur Beseitigung von Liquiditätskrisen wäre meines Erachtens die ursprüngliche Höhe mehr als ausreichend. Die geforderte Erweiterung des Rettungsschirms geht somit in Richtung Insolvenzschutz und führt uns nur immer tiefer in eine Haftungsgemeinschaft hinein.

2 Staatsgarantien
Es wurde beschlossen, dass Stabilitätspaktgarantien nicht mehr im Haushalt eingestellt werden müssen. Diese Vorgehensweise entspricht dem Prinzip von Zweckgesellschaften (SPV). Dieses rechtliche Konstrukt hatte die Finanz/Bankenkrise der letzten Jahre verschärft und wurde damals von der Politik ' zu Recht ' angeprangert.

3 Ankauf von Euro-Anleihen
Der Ankauf von Staatsanleihen angeschlagener Euro-Staaten durch die EZB ist ein weiterer Schritt Richtung Transferunion. Zudem werden bei künftigen Umschuldungen (haircut) dieser Staatsanleihen Abschreibungen seitens der EZB unumgänglich sein.

4 Ausgabe von Euro-Anleihen
Der Weg in die Transferunion soll nicht nur nach dem Muster des verhängnisvollen Länderfinanzausgleichs der Bundesländer erfolgen (Rettungsschirm), sondern durch flankierende Maßnahmen wie die geplante Ausgabe von Euro-Anleihen begleitet werden.

5 Nachfolger EZB Präsident
Die Reaktion von Axel Weber ist für mich ein weiterer Mosaikstein, dass sich in der europäischen Währungsunion eine Stabilitätskultur nicht durchsetzen wird.

Ich befürchte, es werden noch weitere Schritte in die falsche Richtung erfolgen, wenn nicht entschieden gegengesteuert wird.

Im Gegensatz zum eingeschlagenen 'alternativlosen' Weg sollte die im Buch vorgeschlagene Lösung einer Aufspaltung in 2 Eurobereiche als ernsthafte Alternative weiterverfolgt werden. Sicherlich ist auch das aufgrund des bereits fortgeschrittenen Stadiums der Währungsunion nicht ganz unproblematisch, aber aus meiner Sicht unter Berücksichtigung aller Aspekte (nicht nur der damit verbundenen Schwächung der deutschen Exportwirtschaft) das kleinere Übel. Zudem würde mit der Aufteilung der heutigen Euro-Zone in 2 Euroverbünde eine Basis geschaffen, bei der sich über die Zeit auch die eine oder andere Nicht-Euro-Währung einem dieser Verbünde anschließen würde, wenn die politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen hierfür gegeben sind. Dies würde auf lange Sicht sogar eine Stärkung von Europa bedeuten.

Ich kann es nur begrüßen, dass ein Vertreter der Wirtschaft mit großer Erfahrung dieses heiße Eisen aufgegriffen hat und die komplexe Thematik in verständlicher und leicht lesbarer Form aufbereitet hat. Ich kann nur hoffen, dass dieses Buch eine breitere Schicht erreicht und sich mehr Sachverstand in die derzeit vorherrschende dilettantische Diskussion zu diesem Thema in den Medien (von TV Talkshows ganz zu schweigen) mischt. Andernfalls habe ich die Befürchtung, dass wir mit unserer derzeitigen Politik den Wohlstand für uns und vor allen Dingen den unserer Kinder verspielen.
Rettet unser Geld!: Deutschland wird ausverkauft - Wie der Euro-Betrug unseren Wohlstand gefährdet
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rigorose Abrechnung mit einer verfehlten Europa-Politik, 1. Januar 2011
Der 70jährige Hans Olaf Henkel hat seine berufliche Karriere hinter sich und ist versorgt. Er braucht deshalb Nichts und Niemanden zu fürchten und folglich auch kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Obwohl eigentlich ein Rechter, schießt er scharf auch und gerade gegen die CDU und insbesondere gegen deren unverantwortliche Europapolitik.

Nachdem unsere Staatverschuldung aufgrund der sog. Finanzmarktkrise explosionsartig auf 1,8 Billionen Euro angestiegen war - was merkwürdigerweise die Tagespolitik kaum zu berühren scheint - hat unsere Kanzlerin daran mitgewirkt, einen 750 Milliarden Schutzschuld über dem Euro aufzuspannen, der für Deutschland bedeutet: Schulden, die andere Euro-Länder verursachen, müssen im Bedarfsfall mit deutschem Steuergeld beglichen werden.

Henkel benutzt deutliche und harte Worte. Er bezeichnet es als einen PUTSCH, wie in einer Nacht-und- Nebelaktion der Bruch von EU-Verträgen und Abmachungen früherer Regierungen durchgezogen wurde. Er nennt es UNTREUE, wenn der Schutzschirm von Maastrich zugunsten deutscher Steuerzahler aufgelöst wurde und stattdessen ein anderer Schutzschirm aufgebaut wurde, der bedrohte Schuldenstaaten auf unsere Kosten retten soll. Und er nennt es BETRUG, wie EU-Politiker - um ihrer eigenen Sicherheit willen - den Deutschen ihre Sicherheit abluchsten, während diese auch noch so blauäugig sind, das einfach abnickten.

Henkel ruft noch einmal ins Gedächnis, dass Deutschland mit Artikel 125 des EU-Vertrages, die sogenannte No-bail-out-Klausel, durchsetzten konnte, wonach es untersagt ist, dass die Gemeinschaft oder einzelne Mitgliedsländer für die Schulden eines anderen Mitgliedslandes geradestehen müssen. Ausführlich schildert Henkel wie dieser Artikel 125 zu Fall gebracht wurde, und welche unrühmliche Rolle (Erpressungsversuche eingeschlossen) Nicolas Sarkozy, unter Mithilfe des EZB-Chefs Jean-Claude Trichet, hierbei spielte. In Brüssel herrschte Anfang Mai 2010 eine von Sarkozy bewusst geschürte Panik, weil angeblich eine massive Attacke auf den Euro, mit Kollapsgefahr, unmittelbar bevorstand. Angela Merkel ist darauf reingefallen beteuerte ängstlich: "Scheitert der Euro, dann scheitert Europa". Im Rückblick stellt sich dies alles als eine künstlich gezüchtetet Hysterie heraus, der Deutschland zum Opfer gefallen ist, und von der die anderen profitierten. Die Hauptakteure, Sarkozy und Trichets haben bewußt den Teufel an die Wand gemalt, und alle haben das große Zittern bekommen. Weshalb hat eigentlich nicht ein einziges Mitgliedsland sein Veto gegen den Schutzschirm eingelegt? Die meisten Mitgliedsländer - so Henkel - deshalb nicht, weil sie befüchteten jederzeit selbst in die Lage zu kommen, von Europa bzw. von den Deutschen gerettet werden zu müssen.

Mit dem Schutzschirm war der Putsch noch nicht vollendet, der EZB gelang es - unter Überschreitung ihrer Kompetenz und unter Verletzung von Gemeinschaftsrecht - Staatsanleihen (sog. Schrottpapiere) südeuropäischer Länder, vor allem Griechenlands, aufzukaufen, und so die Hilfen für Griechenland noch einmal aufzustocken.

Henkel sieht Deutschlands Interessen massiv verletzt und plädiert, als Ausweg zwei flexible Euros einzuführen, einen "Nord-Euro" angeführt von Deutschland, mit den Benelux-Ländern, Österreich, Finnland, irgendwann auch Schweden, Dänemark und Tschechien, sowie einen "Süd-Euro" mit den "Olivenländern" unter Frankreichs Führung.

Dieser Vorschlag ist aber wohl nur eine Idee und wird kaum Chancen haben, sich durchzusetzen.

Vermitteln will das Buch indes vor allem, wie sich unsere Politiker schon seit Anbeginn der Währungsunion immer wieder zu Zugeständnisssen an die anderen EU-Länder haben hinreißen lassen und wie Deutschland immer stärker ausgeplündert wird. Auch wenn dies dem politisch interessierten Leser im Prinzip nicht neu sein dürfte (allenfalls in dem von Henkel geschilderten Ausmaß), so hinterläßt es doch einen mehr als faden Nachgeschmack, wenn man in einer in sich schlüssigen Analyse schwarz auf weiß dargestellt bekommt, mit welchen Mitteln andere EU-Länder, vor allem Frankreich, Deutschland übervorteilen und in keiner Weise den europäischen Gedanken sondern ganz überwiegend den eigenen Vorteil im Auge haben. Bezeichnend ist für Henkel auch der Demokratieverlust. Die entscheidenden Weichenstellungen der Europapolitik sind am deutschen Wähler vorbei getroffen wurden. Die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland wollte den Euro bei seiner Einführung nicht und möchte ihn auch heute nicht behalten. Ob es richtig ist, dass Frankreich die deutsche Einheit von der Einführung des Euros abhängig gemacht hat - wie Henkel glaubhaft behauptet - sei einmal dahingestellt.

Als Ausweg sieht Henkel hier nur den Weg, die EU, insbesondere die politische Einheit, nicht weiter zu vertiefen, sondern sich auf das Kerngeschäft zu beschränken, den europäischen Wirtschaftsraum als Binnenmarkt, dann auch unter Einschluss der Türkei, der Ukraine und Weißrusslands. Da zeigt sich angenehm deutlich, wie realitätsbezogen Henkel denkt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frei von der Seele weg!, 24. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Klar, unverblümt, direkt, konkret, glaubwürdig, strukturiert, durchaus redundant, damit am Ende jedermann versteht, was uns die gesamte politische Klasse vorenthält. Ich wünschte, es gäbe Henkels in der Politik. Oder wenigstens eine größere Zahl Politiker, die sich von ihm unterrichten ließen.
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Rettet unser Geld!: Wie der Euro-Betrug unseren Wohlstand gefährdet
Rettet unser Geld!: Wie der Euro-Betrug unseren Wohlstand gefährdet von Hans-Olaf Henkel (Taschenbuch - 9. Januar 2012)
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