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54 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut lesbar, interessant und höchst informativ
Man greift sich beim Lesen dieses Buches, das übrigens spannend und unterhaltsam geschrieben ist, immer wieder an den Kopf und denkt: Das darf doch nicht wahr sein! Als Lehrer sind mir naturgemäß vor allem Beispiele aus der Bildungspolitik im Gedächtnis geblieben: Etwa jener Ministerpräsident, der bei der Maikundgebung lauthals verkündete,...
Veröffentlicht am 27. Februar 2011 von Ulrich Boldt

versus
3.0 von 5 Sternen Mathematik okay - der Rest unterirdisch
Man hätte das Buch auf 1/3 seiner Länge kürzen können, um die Tricks deutlich zu machen.
Man könnte es auf 10 Seiten bringen, wollte man nur eine "Augen auf" Broschüre daraus machen.

Mehr als das umfass der Anteil der Mathematik/Statistik nicht. Der Rest sind hanebüchener Gags, die so unterirdisch sind, das sie...
Vor 1 Monat von tommy jacobi veröffentlicht


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54 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut lesbar, interessant und höchst informativ, 27. Februar 2011
Man greift sich beim Lesen dieses Buches, das übrigens spannend und unterhaltsam geschrieben ist, immer wieder an den Kopf und denkt: Das darf doch nicht wahr sein! Als Lehrer sind mir naturgemäß vor allem Beispiele aus der Bildungspolitik im Gedächtnis geblieben: Etwa jener Ministerpräsident, der bei der Maikundgebung lauthals verkündete, man habe gerade 2200 neue Lehrer eingestellt - und einfach verschwieg, dass im gleichen Jahr 2500 Lehrer in Pension gegangen waren. Oder Bundeskanzlerin Merkel, die bei einem Bildungsgipfel vollmundig versprach, demnächst 18 Milliarden Euro in die Bildung zu stecken. Wer sich die Mühe machte, das Kleingedruckte zu lesen, musste erkennen: Leider nicht dieses und nächstes Jahr, sondern gestreckt über die nächsten acht Jahre; pro Jahr also nur gut 2 Milliarden; und die nicht bloß für die Bildung, sondern auch für die Forschung; und zugesichert sowieso nur bis 2013, also eigentlich nur 6 Milliarden insgesamt...

Die Autoren haben sich aber nicht darauf beschränkt, abstruse Beispiele zusammenzutragen, sondern haben das Ganze in typische Methoden eingeteilt, die auch mathematikscheue Menschen verstehen und wiedererkennen können: Yang ohne Yin (die vergessene zweite Seite); Grafiktricks; Ursache und Wirkung; absolute und relative Zahlen; vorsortierte Stichproben; allzu gewagte Prognosen.

Als Pädagoge darf man sich über den didaktischen Ansatz der Autoren freuen, die nicht dabei stehen bleiben, uns zu zeigen, wie schlecht die Welt ist, sondern uns handfeste Methoden an die Hand geben, mit denen man Statistiken und Grafiken kritisch überprüfen und die Schummeleien erkennen kann.

Die vielen Balken- und Zackendiagramme mögen beim ersten Durchblättern auf manchen etwas abschreckend wirken. Der lockere Text und die lebendig erzählten Beispiele, auch aus Gerd Bosbachs persönlicher Erfahrung als Statistiker, machen das sofort wieder wett. Und wenn man sich gedanklich auf die geschilderten Methoden einlässt, erkennt man auch, wie hilfreich die Grafiken beim Verständnis sind.

Ein philosophischer Exkurs über den "Kult der Zahl" rundet das Ganze ab und wirft die interessante Frage auf: Warum wollen wir immer so genau wissen, wie viele Schwarzarbeiter oder Schwarzfahrer es gibt, was doch in Wirklichkeit niemand wissen kann?
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer hätte das gedacht?, 23. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Lügen mit Zahlen: Wie wir mit Statistiken manipuliert werden (Taschenbuch)
Als mir vor zwei Wochen die Werbung für 'Lügen mit Zahlen' in der Zeitschrift PM auffiel, hab ich gedacht: Ein Spiegelbestseller von einem Statistiker und einem Historiker – Na das kann ja was werden. Die sind es beide gewohnt …
Zur Erklärung: Da ich mehr oder weniger regelmäßig mit beiden Berufsgruppen intensiv zu tun habe, und somit eine Art Wandler zwischen den Welten bin, kenne (oder kannte) ich mehrere Fachleute beiderlei Art und weiß natürlich, dass wir alle nur Menschen sind und es überall solche und solche gibt. In beiden Gruppen – Statistikern und Historikern - gibt es aber nach meiner persönlichen Erfahrung mehr solche. Aus welchem Grund auch immer. Damit stand fest, dass das Buch für mich zur Pflichtlektüre wurde.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich wurde eines Besseren belehrt. Und das freut mich!
Es gibt Hoffnung für die Zukunft – nicht alle Menschen sind schlecht.
'Lügen mit Zahlen ist jedem dringend zu empfehlen, der lesen, schreiben und rechnen kann sowie im heutigen Europa lebt. Es wird ihn (hoffentlich) vor so manchem Fallstrick der gegenwärtigen Gesellschaft bewahren.
Als 1990 frisch beigetretener Bundesbürger ahnte man es ja schon lange: Irgendwie kommt man sich andauernd übervorteilt vor. Dieses Gefühl fand nun seine Bestätigung durch zwei Eingeborene.
Der Statistiker Bosbach und der Historiker Korff plaudern munter, halbwegs offen und amüsant drauflos, dass es eine Freude ist. Das Büchlein lässt sich sehr gut lesen.
Zwischendurch kommt man an einzelnen Stationen statistischer Niederungen vorbei, die einem einfach und verständlich erklärt werden, sodass man die kleinen Gemeinheiten des Alltags auch mühelos verstehen kann. Und von den Tieftälern gibt es so einige, im Fachgebiet der sonst ach so trockenen Statistik. Davon kann ich ein Lied singen.
Die Palette der angebotenen Themen reicht vom bewussten und unbewussten Weglassen ganzer Teilbereiche, … über die Manipulation von Zahlen, Fakten, Zusammenhängen und bildlichen Darstellungen, … bis hin zu Prognosemanipulationen, Gier, Armut und warum man unbedingt Raucher werden sollte.
Dazu gibt es eingängige Beispiele und sogar ein paar kleine Übungsaufgaben, denn ohne Übung wird man kein Meister im 'Lügen mit Zahlen' und auch in der ordnungsgemäßen Statistik geht es ohne Training nur schlecht voran. Das Üben kann man aber auch schadlos weglassen, sofern man das möchte oder zu faul ist.
Der Part des Historikers ist insoweit stark reduziert, dass er sich hier hauptsächlich als Philosoph und Text-Glattbügler betätigt und wohl auch etliche Aphorismen, Anekdoten und coole Sprüche beigesteuert hat. So ist zumindest der Eindruck.
Das Buch macht insgesamt ungeheuer viel Spaß und man lernt eine Menge über 'Normalos' ,'schwarze Schafe in weißen Kitteln' und andere 'Wichtigtuer'. Natürlich auch ein bisschen über den Umgang mit Statistiken und was man davon zu halten hat.
Von mir fraglos fünf Sterne! Das hatte ich nicht erwartet.
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3.0 von 5 Sternen Mathematik okay - der Rest unterirdisch, 21. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Lügen mit Zahlen: Wie wir mit Statistiken manipuliert werden (Taschenbuch)
Man hätte das Buch auf 1/3 seiner Länge kürzen können, um die Tricks deutlich zu machen.
Man könnte es auf 10 Seiten bringen, wollte man nur eine "Augen auf" Broschüre daraus machen.

Mehr als das umfass der Anteil der Mathematik/Statistik nicht. Der Rest sind hanebüchener Gags, die so unterirdisch sind, das sie nichtmal auf den Privaten Senden als Comedyfäkalie eine Chance auf Sendung hätten.

Richtig heftig wird es dann aber, wenn Bosbach anfängt, Statistiken mit eigener Meinung zu mischen. Dabei werden nicht nur plötzlich Verläufe der Vergangenheit frei in die Zukunft extrapolierbar, es werden auch Weltbilder vermittelt die zwar zu Bosbachs Alter passen aber mehr Wunschtraum als Erwartungswert sind.
Beispiel:
Es es gefährlich das wir immer mehr alte Menschen haben, und immer weniger junge, was an höheren Lebenerwartungen und geringeren Geburtenraten liegt? Ein Thema bei dem Bosbach gerne und viele "gefälschte Statistik" findet. Denn - und da hat er nicht unrecht - den bedeutensten Rückgang haben wir nicht vor uns, sondern hinter uns.
Nimmt man den zweiten Weltkrieg als Startpunkt, war dort die Anzahl der Kinder pro Familie merklich höher als heute und die Lebenserwartung (Kriegstote zählen mit rein) niedriger. Sodass heute ein deutlich anderes Verhältnis herscht.
Bosbach zieht nun das Fazit: alles Panikmache um die Rente zu reduzieren oder das Eintrittsalter hochzusetzen. Da sich das Verhältnis in der Vergangenheit ebenfalls geändert hat und wir damit aktuell keine Probleme, bekommen wir auch in Zukunft keine. Der Produktivitätszuwachs künftiger Generationen sorgt schon dafür - so Bosbachs Kristalkugel.

Da stehen einem natürlich die Haare zu Berge, nur mal als Stichpunkte:
- wir haben aktuell keine Probleme aus der deformierten Alterspyramide? schon darüber ließe sich streiten
- woher kommt der Produktivitätszuwachs? gewisse Arbeitsplätze wurden durch Maschinen ersetzt, Rohstoffe sind durch günstigere Alternativen ersetzt, Transport ist günstiger und es gibt Alternative (bessere) Produktionsverfahren... Und dabei haben wir sogar noch höhere Umweltschutzauflagen...
Aber das ist dann doch etwas zu blauäugig. Einen erheblichen Teil der Produktivität hat die Erschließung der 3. Welt gebracht.
Der Reichtum im Westen konnte pro Arbeiter gesteigert werden, weil die Rohstoffe eben gerade nicht ein Arbeiter erwirtschaftet der westlichen Lohn erhält.
Ob wir wirklich nochmal 50 Jahre immer neue Völker an den Warenerzeugung anschließen, aber vom Warenverbrauch abhalten können?
Aber auch innerhalb eines Betriebes. Wo vorher 100 Beschäftigte das gleiche gemacht haben wurde eine Maschine eingesetzt => Produktivität geht steil nach oben. Aber bekommen wir das in Zunkunft mit den heutigen Jobs nochmal hin? Ein deutlich geringerer Teil der Menschen arbeitet direkt produktiv. Es ist viel mehr Verwaltung und letzlich Bürojobs die in vielen Fällen komplexe Vorschriften umsetzen. Der Computer hat dabei diese Verwaltung nicht produktiver gemacht sondern den Aufwand exorbitant erhöht (natürlich wird es so verrechnet als wäre das ein Produktivitätszuwachs) es werden einfach zig mehr Werte notiert und ausgewertet als früher. Und was machen wir eigentlich wenn die frei werdenden Menschen aus dem Produktivitätszuwachs danach nur in die Arbeitslosigkeit gehen?
aber auch Lohndumping und Arbeitsverdichtung haben ihren Teil zur Produktivität beigetragen - nur inzwischen werden die Menschen wegen der Arbeitsverdichtung krank. Ist das wirklich der richtige Weg? Sollten wir wirklich annehmen, das unßer Produktivitätswachstum der letzten 50 Jahre auch für die nächsten 50 Jahre gilt?
Unterschlägt nicht Bosbach hier die entscheidenen Werte, wenn er nun so lange in die Vergangenheit geht, das die Produktivität immer wächst?
- Abwägung von Risiko und Sicherheit. Ist Rente und Versorgung der Menschen wirklich eine Nebensache, die man überschläglich mit Milchmädchenrechnung abtut? Oder bietet die Generationenvertrag nicht doch Zündstoff für erhebliche Soziale Unruhen?
Wer würde es als seriös betrachten, einem Erstklässler einen Kredit zu geben, weil er unleserlicher Handschrift hat und gerne mit scharfen Messern spielt? Die Begründung "wir hatten es in der Vergangenheit schon, dass solche Jungs dann Chirug werden und gut verdienen".
Genau das macht Bosbach. Statt eine sinnvolle Basis zu entwerfen, wie jeder Mensch sein Leben durchfinanzieren kann und auch im Alter noch was essen kann, schlägt Bosbach vor: einfach alles leersaufen, bisher hat die Nachfolgegeneration durch den Produktivitätszuwachs immer einen Weg gefunden die Fässer wieder aufzufüllen ohne selber zu verhungern.
Bosbach erwartet von den heute jungen Menschen nicht nur, dass die deutlich produktiver sein als die heute alte Generation, nein er weiß auch schon wofür die junge Menschen diese - IHRE - Leistung verwenden: nicht zum erhalt ihrer Leistungsfähigkeit, nicht zum Wegbereiten für ihre Kinder, sondern um die Alten zu versorgen.

Der grundsätzliche Statistikteil ist durchaus sinnvoll, wenn auch teilweise wo etwas so seicht erklärt (wer arge schwierigkeiten mit dem dreisatz hat oder beim Wert Prozent sowieso abschaltet, der ließt doch das Buch eh nicht).
Aber die Teile mit Bosbachs Humor oder seinem Weltbild sind echt mies. Ich habe überlegt ob es nicht doch nur 2 Sterne sind, da aber den Statistik Teil durchaus jeder mündige Wähler kennen sollte, gibts den 3. Stern.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut lesbar und sicherlich für Neu-Interessierte gut, 16. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lügen mit Zahlen: Wie wir mit Statistiken manipuliert werden (Taschenbuch)
Bevor ich das Buch gelesen habe, kannte ich schon das Buch von Krämer So lügt man mit Statistik. Das Buch bezieht sich teilweise explizit darauf und greift auch Dinge auf, die dort behandelt werden (z.B. Manipulation mit Diagrammen) und einiges ist doppelt. Einer der Unterschiede ist jedoch, dass die Beispiele teilweise aktueller sind. Im Gegensatz zum Buch von Krämer scheinen die politische Standpunkte der Autoren an vielen Stellen deutlich durch. Im Nachhinein würde ich sagen, eines der beiden Bücher zu kaufen und zu lesen reicht aus.
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34 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jörg Schönenborn hat bei jeder Wahl recht. Warum eigentlich?, 28. Januar 2011
Von 
Peter Kensok "Globalscout" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Dieses Jahr ist in Wahljahr, jedenfalls in manchen Bundesländern. Wie immer. Und wieder wird uns Jörg Schönenborn in der ARD gleich nach Schließen der Wahllokale um 18 Uhr ziemlich präzise sagen können, wie die Ergebnisse lauten. Verblüffend? Wer das Buch von Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff gelesen hat, der weiß, wie es geht. Nach Lügen mit Zahlen - Wie wir mit Statistiken manipuliert werden" ist nichts mehr wie vorher. Die beiden Autoren helfen auf eine wirklich lesbare Art die Manipulation mit Statistiken zu durchschauen. Jedenfalls besser als vorher - oder manchmal zum ersten Mal überhaupt.

Zahlen und Statistiken wirken vertrauenswürdig, Grafiken ebenfalls. So kann ein Minister punkten, wenn er 1.000 neue Lehrerstellen verkündet, aber gleichzeitig verschweigt, dass es 7.000 Schulen im Land gibt und zeitgleich mit der Einstellung der neuen auch 2.000 bisherige Lehrer entlassen oder in Rente gegangen wurden. Grafiken und Statistiken können alles und jederzeit das Gegenteil davon beweisen. Wir wir auch als Nicht-Mathematiker solche Manipulationen durchschauen können und kritisch hinterfragen, darum geht es in diesem Buch.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wissensvermittlung politischer Aussage, 9. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe zu dem Buch "Lügen mit Zahlen" eine zwiegespaltene Meinung.

Einerseits hat das Buch den Anspruch, dem mathematisch blanken Leser wie mir eine Minimalstahnung von Statistik zu vermitteln. Vor allem wird dabei auf Tricks in der Berechung sowie der Darstellung eingegangen, und dies wird mit einschlägigen Beispielen untermauert. Am Ende darf der Leser selber Fallbeispiele wiederholen.
Die Vermittlung dieser Wissensinhalte gelingt gut, und zukünftig werde ich besser auf die von Bosbach und seinem Koautor genannten Spitzfindigkeiten achten.

Allerdings gibt es 2 Dinge, die mich an "Lügen mit Zahlen" stören.

Der Sprachstil schwankt zwischen relativ seriöser Wissensvermittlung und flacher, gezwungen wirkender Witzigkeit. Das wirkt leider nicht immer sehr seriös. Dabei werden häufiger auch Personen des öffentlichens Lebens diffamiert. Ich halte das nicht für notwendig. Es sollte primär um das Schärfen des kritischen Blickes beim Leser gehen und nicht darum, zu demonstrieren, wie beschränkt manch Journalist, Ökonom oder Politiker heutzutage agiert. Es ist zwar löblich, daß die Autoren über ihren Tellerrand schauen, aber das hätte auch auf eine die Seriosität bewahrende Art passieren können. In meinen Augen verlieren die Autoren an Glaubwürdigkeit.

Mein zweiter Kritikpunkt ergibt sich hieraus: die Autoren verfolgen meiner Meinung nach eine klare politische Agenda. So sympathisch und korrekt manche ihrer Meinungen auch sind: eine Wissensvermittlung, deren Zweck es ist, den Leser von bestimmten Meinungsbildern zu überzeugen, ist wertlos. So wie ich ein Greenpeace-Buch zum Klimawandel oder eine Veröffentlichung der Initiative Soziale Markwirtschaft äußerst kritisch sehe, so betrachte ich auch ein vermeintliches "Statistik-Buch" von diesen Autoren als fragwürdig, auch wenn ich mit vielen Ihrer Meinungsbilder sympathisiere.

Die Autoren betonen in ihrem Buch selber, daß der Zweck die Mittel nicht immer heiligt, tappen aber dann in exakt diese Falle.

Potentiell für das Zielpublikum unangenehme Themen (Energieversorgung) werden dementsprechend auch gar nicht erst angesprochen.

Ich kann das Buch trotzdem jedem empfehlen, der einen Basis-Leitfaden braucht, um sich im Statistik- und Zahlenjungel minimalst zurechtzufinden, und der nichts gegen eine Horizonterweiterung zu manchen wichtigen politischen Themen (Rente..) hat.
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43 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Viel Mathematiker-Humor und politische Einzelmeinungen, 1. April 2011
Von 
J. Rossig (Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Zunächst vorweg: Dies ist kein schlechtes Buch. Es könnte bloß deutlich kürzer (und weniger nervig zu lesen) sein, wenn sich die Autoren auf das beschränkt hätten, was sie zweifellos können - Statistiken beschreiben und Negativbeispiele fundiert zerpflücken. Das alles ist sehr gut gelungen, geradezu vorbildlich...

...aber leider oft genug unter Verweis auf andere Autoren, mithin fehlt mir die wirkliche Eigenleistung im wissenschaftlichen Sinne.

...aber leider unter Verwendung von unzähligen Pseudo-Kalauern, die wohl nur für Mathematiker lustig sind. Mit permanenter Penetranz nimmt Gerd Bosbach immer wieder Bezug auf seinen Koautor und dessen Vorliebe zu Köln oder Kölsch - man sieht sie geradezu schenkelklopfend vor sich, dieses Autorenduo, wie sie sich über ihre eigenen Witze amüsieren. Für mich ist das alles andere als witzig. Die Krönung der Peinlichkeit ist dann jenes Kapitel, in dem Coautor Jens den lieben Gerd "interviewt": Selbstbeweihräucherung in ihrer übelsten Form.

...aber leider unter permanentem Dauerbeschuss mit politischen oder pseudo-politischen Einzelmeinungen, die gerade nicht so fundiert und begründet angebracht werden, wie die Autoren sich das an anderer Stelle wünschen. Da wird dann mal schnell aus der Hüfte geschossen und unliebsame Journalisten oder Politiker als "dumm" und "dummdreist" diffamiert, ohne dass die Autoren einen Beleg für ihre eigene Gegenmeinung beibrächten. Mich stört nicht die Meinung an sich - aber wer anderen in durchaus harschen Worten vorwirft, mit Statistik zu "lügen", sollte das im Wissenschaftsbetrieb lieber beweisen.

Fazit: Für Liebhaber des recht speziellen Mathematiker-Humors bestens geeignet, für kritische Geister eher weniger.
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13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen hätte gut werden können..., 21. Dezember 2011
Die Idee für das Buch ist zweifelsohne gut - und wurde auch im ersten Teil richtig umgesetzt. Man erfährt auf interessante Art und ohne einen mathematischen Laien zu überfordern, mit welchen Tricks Statistiken frisiert werden bzw. wie man dieselben falsch interpretiert. Es gibt aber zu viele Punkte, die mich an dem Buch insgesamt zu sehr gestört haben, um es weiterempfehlen zu können:

1. Das Ganze bleibt relativ oberflächlich (sicher Geschmackssache)

2. Die lauen Scherze hätten sich die Autoren sparen können (sicher auch Geschmackssache)

3. Ich kann nicht sonderlich viel Eigenleistung erkennen, denn es werden viele Standardbeispiele gebracht und andere Auoren zitiert ohne allzu viel hinzuzufügen.

4. Die eigentlichen Aussagen des Buches hätte man auf 150 Seiten gut unterbringen können und hätte nicht über 300 Seiten benötigt. Viel Wiederholung - und dann diese völlig unnötigen "Interviews" - peinlich gar wird es dann, wenn Jens Jürgen Korff den anderen Autor Gerd Bosbach befragt.

5. Wenn ich auf jeder zweiten Seite lesen möchte, dass Guido Westerwelle, Thilo Sarrazin und natürlich Unternehmen böse und gemein sind, dann wähle ich entsprechende Lektüre. Ich finde dieses ständige Politisieren in diesem Werk aber eher irritierend. Noch dazu kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Autoren in ihre Argumentation ähnlich selektiv vorgehen wie die von ihnen angesprangerten Beispiele. Ob das mit der Überalterung, den Kosten im Gesundheitswesen usw. alles nicht so tragisch ist, wie Herr Bosbach suggeriert, kann man sicher ausgiebig diskutieren - hat aber in so einem Buch nichts verloren, besonders dann nicht, wenn die Gegernargumente nicht sorgfältig aufgezeigt werden. Und Leute wie Raffelhüschen, Miegel und Sinn unter Generalverdacht zu stellen, sie wären quasi nur der verlängerte Arm einer Lobby, finde ich an dieser Stelle unpassend und polemisch.
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4.0 von 5 Sternen Lügen mit Zahlen, 1. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Leider konnte ich das Buch Lügen mit Zahlen nicht zu Ende lesen.
Nach einem Update meines Note 8 auf Android 4.4 war das Buch für die Kindle-app nicht mehr verfügbar.
Wie komm ich zu dem Rest des Buches?
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5.0 von 5 Sternen Überaus lesenswert, 5. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lügen mit Zahlen: Wie wir mit Statistiken manipuliert werden (Taschenbuch)
Nachdem mir G. Bosbach in einem Interview positiv aufgefallen ist, musste ich das Buch bestellen... Auf kurzweilige Art und Weise werden hierin Beispiele aufgezeigt und entlarvt, in denen durch geschickt gewählte "Mogeleien" versucht wird, die Meinung der Verbraucher zu lenken bzw. zu beeinflussen...
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Lügen mit Zahlen: Wie wir mit Statistiken manipuliert werden
Lügen mit Zahlen: Wie wir mit Statistiken manipuliert werden von Jens Jürgen Korff (Taschenbuch - 13. August 2012)
EUR 8,99
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