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5.0 von 5 Sternen "Harz IV" ist nicht das Ende - es ist der Anfang
Sehr einfühlsam zeichnen die Autoren die Menschen, die hinter den vielfältigen Schicksalen ein schwieriges Leben führen. Sie bewerten und beurteilen nicht, sie verweisen auf Lebensstationen in einem Umfeld das tagtäglich hoffnungsloser erscheint. Auch wer teilweise die zugehörigen Fernsehreportagen gesehen hat, wird sich diesem nachhaltigen Buch...
Veröffentlicht am 23. Juli 2009 von Maranatha

versus
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bekannte Problematik in neuem Gewand...
Die Autoren von "Deutschland Dritter Klasse" versuchen Menschen zu Wort kommen zu lassen, die am Existenzminimum der Gesellschaft leben. Dem Leser werden Sorgen und Nöte um das tagtägliche Durchkommen präsentiert, die diejenigen, denen es gut geht, häufig auszublenden versuchen. Schnell wird deutlich, dass ein soziales Abrutschen heutzutage schneller...
Veröffentlicht am 1. Mai 2011 von Marco Busch


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bekannte Problematik in neuem Gewand..., 1. Mai 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Deutschland dritter Klasse: Leben in der Unterschicht (Taschenbuch)
Die Autoren von "Deutschland Dritter Klasse" versuchen Menschen zu Wort kommen zu lassen, die am Existenzminimum der Gesellschaft leben. Dem Leser werden Sorgen und Nöte um das tagtägliche Durchkommen präsentiert, die diejenigen, denen es gut geht, häufig auszublenden versuchen. Schnell wird deutlich, dass ein soziales Abrutschen heutzutage schneller möglich ist als einen lieb ist und zwar unabhängig davon, ob man gut ausgebildet ist oder nicht. Die Autoren klagen nicht an, sondern versuchen den Leser für soziale Fragen zu sensibilisieren und kalten statistischen Fakten ein menschliches Gesicht zu geben. Dem Leser werden zahlreiche Denkanstöße gegeben in der Hoffnung, vorhandene gesellschaftliche Verhältnisse kritisch zu hinterfragen bzw. an Veränderungen mitzuwirken.

Insgesamt bewerte ich das Buch mit 3 von 5 möglichen Sternen, weil im Grunde keine neuen Erkenntnisse präsentiert werden, sondern die geschilderten Probleme schon häufig durch zahlreiche Medien dargestellt worden sind. Als Einstieg für die Beschäftigung mit einen Teilaspekt der sozialen Verhältnisse in Deutschland ist es jedoch duraus lesenswert.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Manches müsste echt nicht sein!, 6. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deutschland dritter Klasse: Leben in der Unterschicht (Taschenbuch)
Ich selbst war Hartz-Empfänger für 2 Jahre und gebe zu,das es recht wenig Geld ist;jedoch so manches wie bei der geschilderten Familie Weber im Buch müsste echt nicht sein:
Warum müssen diese den Essteller auf den Knien halten statt an einem Küchentisch zu essen?
(es gibt gute gebrauchte Küchentische aus Second-Hand Geschäften oder bei der Caritas)
Warum bekommt Pascal von seinem Vater Helmut kein Frühstück(sein Vater raucht morgens nur statt zu frühstücken;aber Butterbrot und Kakao kann man sich auch mit Hartz-Geld noch leisten)
Auffallend ist,das selten Obst und Gemüse gekauft wird;statt dessen nur Fertiggerichte..)
Für Zigaretten und Bier ist Geld da;aber nicht für ein Pauenbrot;das ist schon krass finde ich.
Der Vater von Janina heißt Rene und schmeißt die Arbeit als Friedhofsarbeiter gleich am ersten Tag hin;obwohl er erst Mitte 20 ist;ich habe auch einen 1-Euro.Job gemacht;besser als daheim am Fernsehen rumsitzen!!!
Leider sind die Leidtragenden immer die Kinder;die Mutter von Janina ist wenigstens in der Familie Weber noch am besten;da sie will,das ihr Kind es später besser haben soll als sie;jedoch bezüglich des Geldeinteilens hat sie auch große Probleme.
Das buch ist sehr gut geschrieben;traurig finde ich,das sogar Leute wie der Volker im Buch,die nicht arbeitsscheu sind an den Rand gedrängt werden.
Als es noch Sozialhilfe gab war vieles besser,da gab es auch Kleidergutscheine und den Kindern wurde mehr geholfen
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Harz IV" ist nicht das Ende - es ist der Anfang, 23. Juli 2009
Sehr einfühlsam zeichnen die Autoren die Menschen, die hinter den vielfältigen Schicksalen ein schwieriges Leben führen. Sie bewerten und beurteilen nicht, sie verweisen auf Lebensstationen in einem Umfeld das tagtäglich hoffnungsloser erscheint. Auch wer teilweise die zugehörigen Fernsehreportagen gesehen hat, wird sich diesem nachhaltigen Buch deutscher Zeitgeschichte nur schwer entziehen können. Es wird den Blickwinkel deutlich erweitern. "Harz IV" ist nicht das Ende - es ist der Anfang.
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21 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reality statt Reality Show, 18. Mai 2009
Dieses Buch bietet ein angenehmes und notwendiges Gegengewicht zu Reality Shows, die vorgeben, sich mit hartemn sozialen Realitäten beschäftigen, und ihre Leute doch nur casten. Hier wird nicht gecastet, sondern beschrieben. Das Buch beobachtet, begleitet und baut Beziehungen zu Hartz-IV-Empfängern auf, dokumentiert ihren Alltag, ihre Beziehungen, bietet Fakten zu HArtz IV, ein Vorwort von Heribert Prantl, ein sehr schönes Nachwort über die neue Form des Journalismus, den dieses Buch darstellt.

in einer angenehm sachlichen, wachen und vorurteilslosen Sprache, die sehr schön die HAltung der Autoren wiederspiegelt: Hier wird nicht bewertet, nicht angeklagt, hier werden auch keine Lösungen präsentiert. Ziel des Buches ist ein naderes: Es will sensibilisieren für die Lage der Menschen am unteren Rand der Gesellschaft, für ihr Lebenswelt, ihre Denkweise, ihre Beweggründe, ihre Sorgen. Das mag auf den ersten Blick recht wenig scheinen. Doch auf den zweiten merkt man schnell, dass jeder fortschrittlichen und ganzheitlichen Lösung sozialer Probleme dieses Verständnis voraus gehen muss. Hier leisten die Autoren Basisarbeit.

Ein gelungenes, spannendes Buch, das man so schnell nicht vergisst.
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12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sozialstaat Deutschland?, 4. August 2009
Von 
Von Biographien zu sprechen ist sicherlich übertrieben. Allerdings geben die Berichte im Buch "Deutschland dritter Klasse" bedrückende Einblicke in die (Er-)Lebenswelt von Mitbürgern, die in einer immer größeren Zahl in Deutschland leben.
Die Autoren schaffen es in beeindruckender Weise die Schicksale der Hartz IV Empfänger sachlich und wertfrei zu beschreiben ohne zu bewerten und doch lösen sie ein bestimmtes Gefühl aus, dass irgendetwas nicht stimmt in unserem sogenannten Sozialstaat.
Das Buch ist ein Muss für alle, die einmal hinschauen möchten, wie das Leben in der Unterschicht ganz real aussieht und skeptisch sind, wenn im politisch-ökonomischen Mainstream wieder einmal das Hohelied der gelungenen Arbeitsmarktreformen gesungen wird.
Man möchte als Nachwort zu diesem Buch anfügen: "Eine Gesellschaft ist nur so gut, wie ihr Umgang mit den Schwachen." ...
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespältig..., 28. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Deutschland dritter Klasse: Leben in der Unterschicht (Taschenbuch)
... besonders für Gegner des Neoliberalismus und der Gesetze der Agenda 2010. Gerne hätte ich diesem Buch fünf Sterne gegeben, denn es enthält bedrückende Wahrheiten über die hässlichste Seite Deutschlands, nämlich dem Elend von so vielen Menschen, welche aus der Gesellschaft ausgeschlossen wurden, exemplarisch wird dies in diesem Werk an einigen Familien und Einzelpersonen verdeutlicht. Sehr informativ sind auch die statistisch belegten Fakten über die Zahl der Niedriglohn- und Hartz IV-beziehenden Menschen, über das gesundheitliche Ausmaß von Armut, über die damit verbundene Kriminalität und Kriminalisierung etc. Es wird damit sehr überzeugend deutlich, dass es viele Millionen Menschen in Deutschland sind, welche in Armut leben, da sie keinen geachteten Platz in der Gesellschaft mehr bekommen und keine Möglichkeit haben, am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilzunehmen.

Leider ist die gesellschaftliche Entsolidarisierung gegenüber ihren Armen mittlerweile so weit vorangeschritten, dass es notwendig ist, nicht nur ethische und moralische Argumente gegen die öffentliche Stigmatisierungen von Armen zu finden. Und das bedingt meine vergleichsweise schlechte Bewertung: Indem in dem Buch fast nur von Menschen die Rede ist, welche keinen Schulabschluss und (z. T. wegen Abbruch) keine Ausbildung haben, straffällig geworden sind, sichere Arbeitsverhältnisse gekündigt haben, um sich aus Abenteuerlust in anderen kulturellen Umgebungen selbstständig zu machen und dabei gescheitert sind, werden Vorurteile und Hetze gegenüber Hartz-IV Beziehern eher noch gestärkt als verringert. Auch die Schilderungen davon, dass Kinder nichts zum Frühstück bekommen, in jeder Hinsicht vernachlässigt werden und sich einige der Betroffenen gar nicht mehr um Arbeit bemühen bzw. ihre Energie für das Beantragen vielerlei Leistungen und dem Wahrnehmen unterschiedlicher therapeutischer Maßnahmen einsetzen, wie es in den Berichten selbst hinterfragt wird, lässt doch den unsolidarisch gewordenen Mitmenschen erst recht der Überzeugung sein, dass die Armen selbst Schuld an ihrer Lage seien. Man hätte sich ja in der Schule anstrengen können, eine begonnene Ausbildung beenden können, sich gesetzestreu verhalten können, keine Kinder in die Welt setzen können, solange man nicht abgesichert ist, keine sicheren Arbeitsverhältnisse kündigen können, so werden viele aus dem unsolidarischen Lager unserer Gesellschaft rufen. Die Darstellung des einen Mannes, dessen Firma bankrott ging und der trotz sehr guter Qualifikationen keine vernünftige Arbeit mehr fand und verarmte, gibt zwar Hinweise darauf, dass es sich bei Arbeitslosigkeit und prekären Arbeitsverhältnisse um gesellschaftliche und strukturelle Probleme handelt, welche nicht individualisiert werden dürfen, auch die Auffassung, dass es zu wenig gute Arbeit gibt, wird zwar erwähnt, allerdings werden jene gesellschaftlichen Ursachen für Verarmung oder z. B. auch für Kriminalität nicht ausreichend in der Hinsicht beleuchtet, dass es außer im moralischen Sinne auch gewichtige und überzeugende Argumente dafür gibt, dass Armut eben nicht selbstverschuldet ist und dass die Armut bekämpft werden muss und nicht die Armen.

Es ist schade um dieses Buch. Die Berichte sind sehr authentisch geschrieben und nähern sich der Methode einer verstehenden Soziologie an, vermögen es meiner Ansicht nach jedoch nicht, das Verhalten der Betroffenen in gesellschaftsstrukturelle Bezüge einzubetten und die durch die neoliberale Globalisierung und den Sozialabbau geschaffenen Zustände zu beschreiben, welche auch bei Vorhandensein guter Bildungsabschlüsse, stabiler Familienverhältnisse und gesetzestreuer Verhaltensweisen nicht vor Armut und gesellschaftlichem Ausschluss schützen.
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4.0 von 5 Sternen Interessant und berührend, 16. April 2014
Von 
DH (San Diego, CA United States) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deutschland dritter Klasse: Leben in der Unterschicht (Taschenbuch)
Bis auf den salbungsvollen Ton der Autoren fand ich das Buch sehr interessant und sehr berührend. Manchmal nervig, manchmal einfach traurig.
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4.0 von 5 Sternen Angenehm lesbares Buch zur TV-Doku, 23. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Deutschland dritter Klasse: Leben in der Unterschicht (Taschenbuch)
Das ganze Buch ist im Ton des TV-Doku-Off-Kommentars geschrieben - und dadurch recht angenehm lesbar. Der Erzähler, der stets im anonymen "wir" bleibt, führt den Leser über mehrere Jahre hinweg durch Momentaufnahmen im Leben von Hartz-IV-Beziehern und Menschen, die in Deutschland am Existenzminimum leben. Der Unterton dabei ist klar gesetzt: "Wir" ist sichtlich nicht mit der neuen ALG-II-Regelung einverstanden und führt die Missstände auf.

Eine nette Lektüre für alle, die gerne etwas über die Thematik erfahren wollen, ohne allzu tief zu graben. Das Buch hätte ruhig tiefgründiger ausfallen können, ab und an ist man auch ob der Anzahl der Protagonisten verwirrt und braucht einen Moment, um wieder zu wissen, von wem nun die Rede ist. Wahrscheinlich kann man sich das Lesen auch sparen und die WDR-Dokus gucken, auf denen "Deutschland dritter Klasse" basiert. Will man aber nach dem Lesen des Buches nicht, weil man in vielen kleinen Statistik-Kästchen erfährt, dass in der Unterschicht viel mehr ferngesehen wird.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mitgefühl und Pessimismus, 14. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Deutschland dritter Klasse: Leben in der Unterschicht (Taschenbuch)
Das Buch versucht Mitgefühl für Menschen zu wecken, die in Armut leben. Dass sie in solcher Armut überhaupt leben, wäre vor 10 oder 20 Jahren an sich vielleicht ein Thema, vielleicht sogar ein Skandal gewesen, aber die Gesellschaft hat sich weiter bewegt und heute wird von einer Mehrheit Armut akzeptiert, von einigen Medien und politischen Parteien auch bagatellisiert.

Das Buch lässt Menschen selber sprechen und ihre Situation, ihre Herausforderungen und ihre eigenen Probleme verzerren immer wieder das eigentliche Problem, was hier von den Autoren auch nicht verschwiegen wird, dass es eine sehr breite politische Mehrheit von SPD, Grünen, CDU, CSU und FDP war, die dafür sorgte, dass Hartz-IV verabschiedet wurde. Auch die Möglichkeiten, Betriebe zu zerteilen, Zeit- und Leiharbeit einzusetzen, sind alle ein politisches Produkt. In diesem Buch liest der Leser dann zum Teil nach, wie diese Gesetze bei einzelnen Menschen wirken. Aber nicht jeder Mensch ist gleich und selbst die Reaktion von Menschen auf Armut ist nicht überall gleich. Deswegen hat dieses Buch trotz seiner durchaus einfühlsamen Art und Weise etwas Obszönes, etwas Anstößiges, etwas Aufdringliches und Abwertendes, weil es die Menschen in einem würdelosen, von der Politik aber gewünschten Zustand der Armut zeigt. Auf mich wirkte es, als ob Journalisten einen Tagesausflug in eine andere Welt machen. Ich muss aber zugeben, dass sich diese Journalisten ziemlich lange mit diesen Menschen beschäftigt haben.

Was soll aber ein Buchkäufer davon lernen, wenn zwei eher dem Cliché entsprechende Arbeitslose mit dem Leben hadern? Worauf ich hinaus will, ist, dass dieses Buch nur den Schatten eines gewaltigen Konflikts in der Gesellschaft abbildet, nämlich eine stark ansteigende Armut, eine Armut, die auch Menschen erwischt, die tatsächlich arbeiten, die gar nicht arbeitslos sind. Diese Armut steht im Kontrast zu einem extremen Reichtum – die Wirtschaft wächst – Bundesminister loben die Situation - ausländische Korrespondenten schreiben positiv über Deutschland’s Reformen, beneiden sogar die Deutschen um die Zustände in ihrem Land. Wahrscheinlich lesen sie dieses Buch nicht oder ignorieren es. Vielleicht wollen einige Medien sich aber auch gar nicht mit dem Thema befassen.

Ich gebe zwei Sterne für die löbliche Absicht der Autoren, Mitgefühl für Menschen erzeugen zuwollen, denen es schlecht geht, aber diese Darstellung erzeugt auch leicht andere, weniger positive Gefühle, wenn man immer wieder Hader mit der eigenen Situation vorgelegt bekommt. Das Ganze geht mit einem unglaublichen Pessimismus einher, der möglicherweise auch den Leser fehlleitet, denn diese hier gezeigte Armut hat viel mit der Gesetzeslage zu tun, hängt davon ab, wie sich politische Parteien im Bundestag entscheiden und entschieden haben. Auch diese Verhältnisse sind aus einem übergeordneten Zwang, sondern aus einer konkreten sozialen, politischen und wirtschaftlichen Realität erzeugt worden. Es müsste diese Armut in dieser Form nicht geben.

Vielleicht sollten Buchleser lieber zu anderen Büchern greifen, denn hier gibt es keine Hoffnung mehr und die Perspektive führt einen bis zum Gefühl des Widerwillens an Menschen heran. Kurz: Ich halte vom Format und vom Stil dieses Buch für ungeeignet, vielleicht schaffen es die Autoren auch nicht, ihrem eigenen Anspruch, wertungsfrei zu berichten, gerecht zu werden. Ein besseres Buch über Armut ist von George Orwell, „Erledigt in Paris und London“ (im engl. Original Down And Out In Paris And London). Orwell gelingt es meiner Meinung nach weitaus besser, wertungsfrei das Leben in Armut und ohne Obdach darzustellen. Obgleich dieses Buch erstmals 1933 erschien, hat es für mich wenig von seiner Wirkung verloren.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schonungslos ehrliches Buch darüber,wie es in Deutschland abgeht!, 1. Juni 2010
Kinder-Rezension
Durch eine Fernseh-Doku bin ich auf dieses Buch gestoßen. Und habe es fast verschlungen...
Sehr ehrlich und schonungslos beschreibt es die Zustände in Deutschland, dem sogenannten Sozialstaat.
Wer wissen will wie es wirklich in der Unterschicht abläuft sollte dieses Buch lesen!!!
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Deutschland dritter Klasse: Leben in der Unterschicht
Deutschland dritter Klasse: Leben in der Unterschicht von Boris Baumholt (Taschenbuch - 13. September 2010)
Gebraucht & neu ab: EUR 1,49
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