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129 von 137 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Begeistert
Ich kann mich der Meinung meiner Vorgänger nur anschließen, "Kriegsklingen" ist ein sehr sehr gelungenes Buch, bei dem man trotz einer Länge von fast 800 Seiten und 6 unterschiedlichen Erzählperspektiven nie den Überblick verliert, sondern vielmehr vor Spannung beinahe gezwungen wird weiterzulesen. Wie bereits angesprochen wurde, passiert von der...
Veröffentlicht am 9. September 2007 von Bücherwurm

versus
47 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eigentlich ganz gut, aaaber...
... leider ist meine Meinung nach dem Fertiglesen des Buches doch eher zwiespältig. Ich stimme mit den meisten Rezesionen durchaus überein: interessante Charaktere, guter Schreibstil und die Ironie (und auch Selbstironie mancher Charaktere) ist herrlich. Dennoch fehlte für mich das gewisse Etwas, das einen so richtig in die Geschichte hineinsaugt...
Veröffentlicht am 13. Oktober 2007 von Lilith


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129 von 137 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Begeistert, 9. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Kriegsklingen: Roman (Taschenbuch)
Ich kann mich der Meinung meiner Vorgänger nur anschließen, "Kriegsklingen" ist ein sehr sehr gelungenes Buch, bei dem man trotz einer Länge von fast 800 Seiten und 6 unterschiedlichen Erzählperspektiven nie den Überblick verliert, sondern vielmehr vor Spannung beinahe gezwungen wird weiterzulesen. Wie bereits angesprochen wurde, passiert von der Action her im Buch nicht unbedingt sehr viel. Wer also auf ellenlange Schlachtenbeschreibungen wartet, wird hier sicherlich enttäuscht. Das Buch lebt zu 90% von seinen Charakteren (Logan, dem Barbarenkrieger, der das Kämpfen gründlich satt hat, aber trotzdem immer wieder dazu gezwungen wird; dem arroganten, wichtigtuerischen Hauptmann Jezal dan Luthar, der sich als Adliger in eine "Bürgerliche" verliebt oder dem Inquisitor Glokta, bei dessen zynischen Gedankenkommentaren man sich das Lachen einfach nicht verkneifen kann). Genial ist wie Abercrombie seine Charaktere im Verlauf des Buches ausfeilt, sie sich entwickeln lässt. Es gibt kein statisches Gut oder Böse, jeder Charakter trägt von beiden Seiten etwas in sich. So mag es abstoßend sein, wenn beschrieben wird, auf welche brutale Weise sich Neunfinger-Logan seiner Feinde erwähren muss, aber es rührt andererseits, dass er den kranken Malacus Quai, der nach ihm gesucht hat, nicht einfach im Dreck liegen lässt, sondern ihm das Leben rettet. Bei den anderen Figuren ist es genauso, sie haben Tiefgang und Vergangenheit. Es sind keine Superheldenfiguren, die die Siege einfach so aus dem Ärmel schütteln.
Ich bin schon sehr auf die Fortsetzung (Feuerklingen) gespannt. Schön wäre es gewesen, wenn es einleitend zur Geschichte noch eine Karte gegeben hätte, aber ob mit oder ohne, das Buch ist purer Lesegenuß und sein Geld auf jeden Fall wert.
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61 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gute Fantasy, 2. August 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Kriegsklingen: Roman (Taschenbuch)
Joe Abercrombies Roman Kriegsklingen bietet ungewöhnliche Charaktere in einer recht durchschnittlichen Fantasywelt. Viel geschieht nicht, dafür wird eine ganze Riege von Figuren eingeführt und zusammengebracht, die große Hoffnung auf den nächsten Band weckt.

Die Geschichte ist recht gradlinig. Ein generisches Königreich, das irgendwo zwischen Spätmittelalter und Renaissance steht, wird von mehreren Gefahren bedroht. Einerseits gibt es die Barbaren im Norden, die unter einem König geeint sind, andererseits das alte und grausame Imperium, das nach einem verlorenen Krieg nach Rache strebt. Doch dahinter scheint es eine weitere, größere Bedrohung zu geben, die sogar einen der legendären Magi wieder in das Reich führt. Er versammelt um sich herum Gefährten, die jedoch wenig mit den üblichen strahlenden Helden gemeinsam haben.

Diese Charaktere sind Abercrombies Glanzstück. Beschädigt an Seele und Körper, mit Vergangenheiten ausgestattet und realistisch widersprüchlich nehmen sie den Leser schnell für sich ein, auch wenn sie selten liebenswert oder auch nur positiv sind. Die Welt und die Geschichte selbst sind wenig innovativ, irgendwo hat man das alles schon einmal gelesen. Und da gibt es auch einen kleinen Kritikpunkt: im Brechen der gewöhnten Strukturen wird Abercrombie dann doch vorhersehbar. Gerade weil seine Figuren ungewöhnlich sind, fällt es schnell auf, dass sie in ihrer Ungewöhnlichkeit dann doch einfachen Mustern folgen. Dennoch, es ist der erste Band und dient offensichtlich dazu, diese Figuren einzuführen. Die notwendigen Veränderungen durch die Erfahrungen sollten in den folgenden Bänden kommen.

Fazit: Frisch und vor allem mit starken Charakteren besetzt, kann dieser Auftakt überzeugen. 4,5 Sterne, zugunsten des Autors und mit Blick auf die Folgebände auf 5 aufgerundet. Sehr empfehlenswert.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auftakt eines meisterhaften Helden-Fantasy-Epos, 3. Februar 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Kriegsklingen: Roman (Taschenbuch)
Bisher erschienen:

Die Trilogie The First Law":
01 Kriegsklingen
02 Feuerklingen
03 Königsklingen
und der bisher eigenständige Roman Racheklingen".

Logen Neunfinger, ein Barbar aus dem Norden, entkommt nur knapp seinem vorzeitigen Ende, doch seine Familie und Freunde scheinen nicht so viel Glück gehabt zu haben wie er. Er muss davon ausgehen, dass sie alle tot sind. Sein Weg führt ihn zum Magus Bayaz.
Zur selben Zeit ist Hauptmann Jezal dan Luthar damit beschäftigt seine Karriere bei den Königstreuen zu verfolgen, doch gestaltet sich dies recht schwierig, da Erzlektor Sult das Misstrauen unter der Bevölkerung schürt. Er befielt die Inquisition und damit auch Inquisitor Sand dan Glokta, welcher eine schwierige Vergangenheit als Gefangener durchgemacht hat und nun ist er entstellt und verkrüppelt. Noch spielt er nach Sults Regeln und führt Befragungen der besonderen Art aus.
Das Land wird vom Süden und Norden aus bedroht und Bayaz, der Magus aus alter Zeit kehrt zurück in die Hauptstadt. So sagt die Legende, dass er bei seiner Rückkehr das Königreich retten wird. Dies missfällt natürlich dem Erzlektor, was Logen bald selbst erfahren muss.

Ich habe absolut nichts erwartet von diesem Buch. Klappentext klingt recht interessant, das Cover ist nicht besonders und der Titel, wie so oft bei deutschen Übersetzungen, ziemlich nichtssagend.
Aber man darf sich nicht vom Äußeren täuschen lassen. Kriegsklingen" ist ein schlichtweg geniales Buch. Die Handlung kommt zwar bis zum Ende nicht wirklich in Gang, sondern wirkt mehr wie eine lange Vorbereitung, aber die Charaktere sind derart klasse, dass sie einen dafür vollkommen entschädigen. Logen, ein Barbar mit legendärem Ruf in seiner Heimat, hat das ewige Kämpfen endgültig satt, aber er kann ihm auch einfach nicht entkommen. Zudem birgt er ein dunkles Geheimnis und der Blutige Neuner, sein Feind und ständiger Begleiter, ist nicht mehr fern. Inquisitor Glokta machen sein kaputtes Bein und der malträtierte Rücken schwer zu schaffen. Er ist ein zynischer Krüppel, aber seine inneren Monologe sind einfach nur göttlich. Ich habe selten so gelacht, Glokta ist einer der besten Charaktere, die mir je untergekommen sind. Dann wäre da noch Jezal, der Hauptmann, der seine ganze Aufmerksamkeit vorzugsweise auf sich selbst richtet. Er ist anfangs noch recht unsympathisch, aber seine große Stunde kommt und er gerät in Ereignisse, die ihm so gar nicht gefallen. Zuletzt ist da noch Bayaz, der Magus aus alter Zeit, an den einige nicht recht glauben wollen. Er hat einen scheinbar Plan und wirkt dabei wie ein Puppenspieler, der seine Figuren in Position bringt.
Jeder Charakter hat ein sehr facettenreiches Wesen, sie besitzen Tiefgang und entwickeln sich im Verlauf der Geschehnisse. Man mag monieren, dass die Handlung in die zweite Reihe tritt, aber man sollte oder vielmehr muss diesen Roman als Charakter-Roman sehen. Die Bedrohung von außen wird meistens nur erwähnt, sie bleibt teilweise ungreifbar und auch die fehlende Karte, die schön gewesen wäre, leitet den Fokus deutlich auf die Figuren.
Nach fast 800 Seiten hat man sie alle in Herz geschlossen: Logen mit seinem schlichten Gemüt, Glokta und seinen Zynismus, Jezal, der sich selbst mehr zu lieben scheint als andere und selbst Bayaz, den überheblichen Magus.
Das Buch besticht vor allem durch seine Sprache. Sehr direkt, sehr breit gefächert, je nachdem welche Perspektive der Leser gerade erlebt. Durch die vielen Sichtweisen ist der Roman überaus abwechslungsreich geraten und ließe sich, wenn man genug Zeit mitbringt, in einem Zug durchlesen. Auch weil so eine unnachahmliche Spannung aufgebaut wird und man nach jedem Kapitelende einfach weiterlesen muss. Schließlich will man erfahren warum Glokta tut was tut und ob Logen noch am Leben ist.

Fazit: Kriegsklingen" ist eine echte Überraschung. Ich habe wirklich selten solch überragende Charaktere erlebt. Echte Helden-Fantasy vom Feinsten. Die Handlung bleibt zunächst ein wenig auf der Strecke, aber es sind große Vorbereitungen für den Folgeband getroffen worden, was die Spannung hoch hält. Zudem schreibt Abercrombie einfach überragend.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Makabere Unterhaltung, 4. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Kriegsklingen: Roman (Taschenbuch)
Logen Neunfinger ist im ganzen Norden berühmt, dabei will er eigentlich nur noch seine Ruhe haben. Durch verschiedene Umstände begegnet er dem Magier Bayaz, und weil er nichts Besseres zu tun hat, schließt er sich diesem an.
Der nach jahrelanger Kriegsgefangenschaft verkrüppelte Inquisitor Glokta kämpft indes in Adua, der Hauptstadt der Union, gegen die Intrigen der Tuchhändlergilde an.
Der Union droht ein Krieg gegen die Nordmänner unter der Führung des skrupellosen Bethod, der fast alle Nordstämme unter seinem Banner vereint und die, welche ihm nicht folgen wollten, vernichtet hat.
Die Südländerin Ferro ist auf der Flucht vor und gleichzeitig auf einem Rachefeldzug gegen die Gurkhisen, als ihr der geheimnisvolle Yulwei begenet und sie überredet, mit ihm nach Adua zu gehen.
Dort hat der junge Hauptmann Luthar eigentlich nur eine Sorge: Er soll das Fechtturnier gewinnen, hat aber eigentlich gar keine Lust zu trainieren ...

Das Buch bietet alles, was ich mir schon lange gewünscht habe: Gut platziertes, nie erzwungen wirkendes Gemetzel, einen Schuss Magie, jede Menge Zynismus, Spannung, richtig tolle Charaktere und so gar keine Romantik.
Es hebt sich sehr deutlich von vielen anderen Fantasyromanen ab, in denen der strahlende Held in den Kampf zieht und am Ende noch strahlender dasteht.
Es gibt eigentlich gar keine Helden, kein Gut und Böse, nur Menschen, die unter unterschiedlichsten Umständen aufgewachsen sind und gelebt haben und entsprechend denken und handeln.
Ich bin sehr früh dem Schreibstil verfallen, der sehr sarkastisch und teilweise wirklich makaber ist.
Man darf nicht allzu zart besaitet sein, denn wie gesagt, rosa Fluff findet man hier keinen.
Im ersten Band passiert erst einmal nicht allzu viel, weil die vielen Hauptpersonen eingeführt werden müssen, man muss die Welt erst einmal kennenlernen und begreifen. Am Schluss laufen einige Fäden zusammen und man bekommt eine Idee, was die größeren Zusammenhänge sind.
Ich habe die Lektüre genossen, besonders wegen der Charaktere, die so unterschiedlich, aber auf ihre Art alle liebenswürdig sind - und sei es der Nordmann, der ohne zu zögern tötet, wenn es sein muss (wobei "Es muss sein" Auslegungssache ist). Jeder hat seine Fehler und Macken, eigentlich hat jeder auch gehörig einen an der Waffel, aber gerade das macht die Sache interessant und spritzig.

Das Buch ist der erste Band der Klingentrilogie, gefolgt von Feuerklingen und Königsklingen. Außerdem gibt es noch die unabhängigen Einzelbände Racheklingen und Heldenklingen, die in derselben Welt spielen, aber nicht direkt mit der Trilogie zu tun haben.
Die deutschen Titel der Trilogie sind [Achtung, Ironie] mal wieder eine Meisterleistung des Verlags, sie haben praktisch nichts mit der Handlung zu tun, ebenso wie die Cover, die aber immerhin an sich nicht schlecht aussehen.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mal etwas anderes - klasse Buch!, 19. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Kriegsklingen: Roman (Taschenbuch)
Als besonders positiv möchte ich zunächst die Charakterzeichnung hervorheben. Obwohl klassische Fantasyprotagonisten vorkommen (Barbar, Inquisitor, Magier) sind diese sehr detailreich und eben anders als sonst dargestellt. Wer Zynismus, Sarkasmus und Bissigkeit nicht mag, sollte von diesem Buch aber die Finger lassen. Mir hat es sehr gefallen. Die Sprache ist weniger blumig als in anderen Fantasywerken und auch unter den Charakteren "menschelt" es doch häufig, auf sehr angenehm lesbare Weise. Manche Szenen und Gedankengegänge, die gerade bei dem Inquisitor Glotka gut dargestellt sind, sind schon sehr fies und - wenn man schwarzen Humor mag - dadurch urkomisch.

Die starke Charakterzeichnung lässt die story im Hintergrund manchmal verblassen und sie baut sich langsam auf. Hier ist positiv zu vermerken, dass der Aufbau der Hintergrundwelt, bzw. die Erklärung derselben dem Leser gegenüber, recht gut in die story und die Szenen eingeflochten ist. In manchen Fantasybüchern hat man ja den Eindruck, man lese trockene Geschichts- oder Geographiebücher.

Die story ist aber - soweit man das für den ersten Teil als einzelnen beurteilen kann - schon sehr gut aufgebaut, es ist kein schnödes "Gut gegen Böse"-Gemetzel.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jawoll, ein neuer brillanter Fantasy-Autor, 8. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Kriegsklingen: Roman (Taschenbuch)
Bekritteln gibt es trotzdem noch einen Punkt, vorab aber sei schon mal vermerkt: dies wird sicher eine der besten Serien werden, die es im Genre gibt. Die Handlung ist morbid und düster und ziemlich gewalttätig, wird aber immer wieder durch eine gewisse Selbstironie der Figuren abgemildert, die verhindert, dass sich die eigentlich verstörende Geschichte selbst zu ernst nimmt. Die Personen sind eindeutig die Stärke des gelernten Psychologen. Mit Glotka, West und ein paar anderen gelingt ihm das Kunststück glaubwürdiger, lebendiger -' vor allem aber origineller Figuren, und deren psychologischer Tiefgang sucht seinesgleichen. (Und da rechne ich Autoren wie Hobb ect. schon mit.) Einige der Szenen, Gedanken und Kommentare sind dann sogar so genial, dass ich mich kaum von ihnen trennen konnte, um weiter zu lesen. (Glotkas Anfall über dem Haferbrei, Logen, der seinen Topf zurücklassen muss ...)

Was jetzt aber noch für den letzten Stern fehlt (also, neben ein paar anderen Kleinigkeiten, die aber wirklich zu nichtig sind, um sie hier breitzutreten):

Wenn man es nicht besser weiß, dann könnte man auf die Idee kommen, dass eine ganze Menge Klischees diese Geschichte heimsuchen. Und selbst nachdem ich in einem Interview vom Autor gelesen hatte, dass diese Klischees Absicht und entsprechend satirisch gemeint sind, selbst dann konnte ich diese wichtige Nuance nicht wirklich entdecken. Gut, einiges scheint wirklich haarsträubend zu sein, aber der Ton ist durchwegs ernst gehalten und nähert sich eigentlich nur dort Humor an, wo er Gedanken und Handlungen der Personen selbst betrifft. Als sich Bayaz, Malacus und Logen die Kleidung ausleihen, ja, das trifft für mich die unterschwellige Parodie von gängigen Fantasythemen ganz gut. Aber einige der Szenen lassen sich eben nicht so lesen. Da ist zum Beispiel immer noch die merkwürdig bekannt vorkommende Rede Logens gegenüber Malacus (oh, was für ein böser Mensch er doch ist ...) - was mir beim besten Willen nicht anders als ernst gemeint vorkommen will. Dann die Begegnung Ferros mit Yulwei ... Hmm, ach, nun ja. Man muss dem Autor ja zugute halten, dass er überhaupt nur die Absicht verfolgt, das Genre so zu zerpflücken.

Also ein dreifaches Hoch und die (berechtigte, denke ich) Hoffnung, dass Band 2 diesen Teil noch übertreffen wird.
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frei nach Schnauze, 20. Oktober 2009
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kriegsklingen: Roman (Taschenbuch)
Nachdem ich "Das Lied von Eis und Feuer" von George R.R. Martin gelesen hatte bin ich in eine regelrechte "Lesekrise" gestolpert. Ich habe immer wieder Bücher angefangen und schon nach wenigen Seiten zur Seite gelegt, weil mir nach Martins Saga alles zu oberflächlich und zu gewöhnlich vorkam. Ein Bekannter gab mir dann aber zum Glück einen Tipp, für den ich ihm sehr dankbar bin: "Kriegsklingen" von Joe Abercrombie! Ich bin jetzt knapp vor dem Ende des ersten Bandes und inzwischen hat es mich gefangen genommen wie es seit "Eis und Feuer" keine Buchserie mehr konnte.

Der Weg dahin war allerdings etwas holprig, die ersten hundert oder zweihundert Seiten kam mir "Kriegsklingen" schon arg seltsam vor: die etwas ungewöhnlichen und anfangs sehr unsympathischen Hauptcharaktere, diese seltsame (gefühlte) Vermischung verschiedener Zeitepochen, keine rechte Orientierung wo sich wer gerade befindet und vor allem... die Sprache! Schon auf den ersten Seiten dachte ich mir des öfteren "Was soll das?", denn die Protagonisten in Abercrombies Buch reden frei nach Schnauze, zum Teil in einem recht modernen Stil der sich so gar nicht an die gängigen Fantasy-Klischees anpassen will. Aber erstaunlicherweise macht das nichts, denn man gewöhnt sich daran und mit der Zeit lernt man es sogar sehr zu schätzen. Ebenfalls sehr zu schätzen lernt man übrigens auch Abercrombies Humor, der immer wieder zwischen den Zeilen hervorblitzt. Ich glaube mich daran zu erinnern dass der Mann ein Engländer ist? Das merkt man.

Zur Geschichte selber will ich nicht viel erzählen, nur vielleicht einen wichtigen Punkt erwähnen: Ja, hier wird nicht alle 10 Seiten gekämpft, kein Feuerwerk an Action und Special Effects wird abgebrannt. "Der Weg ist das Ziel", wie man so schön sagt, denn die Geschichte entwickelt sich und es passiert immer wieder etwas das einem bei der Stange hält. Ich selber bin, wie oben schon erwähnt, knapp vorm Ende des ersten Buches und kann es nicht erwarten zu erfahren wie es weitergeht und was noch so alles in den Folgebänden passieren wird.

"Kriegsklingen" von Joe Abercrombie: Für mich eine klare Empfehlung. Kaufen, Lesen und mit Neunfinger-Logan und Co. auf Reise gehen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen WOW - Das beste der letzten Jahre, 24. Juni 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kriegsklingen: Roman (Taschenbuch)
High Fantasy at his Best. Auch wenn Abercrombie hier und da aus anderen Fantasieplots stibitzen ging, muss man neidlos anerkennen, dass er mit Kriegsklingen wie Phönix aus der Asche an die Spitze der Fantasy katapultiert wurde. Und dies meiner Meinung nach zurecht. In Kriegsklingen wird der Grundstein für sein Epos gelegt. Der klassische Quest, Bayaz sammelt wagemutige Recken um sich die von den Charakteren her nicht unterschiedlicher sein können. Die klassische Bedrohung, einerseits durch die Nordmänner und andererseits durch den Süden. Dazu mit Inquisitor Sand dan Glokta einen Charakter der mit seinem Sarkasmus auf einer Stufe mit Tyrion Lannister aus der Eis und Feuer Saga von Martin steht.
Auch wenn es im ersten Teil eher um all die Vorbereitungen für den Quest und die anstehenden Kriege geht, kommt auch die Action nicht zu kurz. Diese läßt Abercrombie in seinem Erstlingswerk sehr explizit zur Geltung kommen und ist meiner Meinung nach nur für Erwachsene geeignet. Hier kann sich der eher zartbesaitete Fantasyleser abgestoßen füllen, vor allem weil er seinen Charaktern auch noch je nach Herkunft, dass dementsprechende Mundwerk verpaßt und Nordmänner nunmal eine derbere Ausdrucksweise an den Tag legen, wie etwa der Adel der Union. Gut und Böse verschwimmt hier einzigartig und keiner der Protagonisten ist frei von Makel. Wer auf High Fantasy steht kann hier blind zugreifen. Ein Wahnsinnsroman.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brutal, zynisch und vollauf gelungen!!!, 20. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Kriegsklingen: Roman (Taschenbuch)
Joe Abercrombies Art, die Charaktere zu skizzieren ist fesselnd, lebensecht, tragisch, oft urkomisch und stets glaubwürdig. Herausheben möchte ich da vor allem die traurige Gestalt des Inquisitors Glokta, der verbittert und vom Leben schwer gezeichnet ist und dem ich dennoch abnehme, dass er trotz seiner Brutalität eigentlich einen warmherzigen Kern in sich trägt und eigentlich nur auf der Suche nach der Wahrheit ist. Dem geckenhaften Möchtegernheld Jezal bei seiner Selbstherrlichkeit zuzusehen ist Komik pur. Und wie fühlt man erst mit dem "Barbaren" Logen, der aus der gewalttätigen aber unverfälschten Natur in die intrigante Aristokratenwelt verschlagen wird.

Kurzum: klasse Buch, teilweise sehr brutal, zynisch und tiefgründig, einfach ein gelunges, vielleicht unverzichtbares Werk für jeden Fantasy-Freund! Für mich das beste Buch des Jahres nach Holger de Grandpair - Die Zwei Schwerter, Der Ansturm der Orks, bzw. Die Rückkehr der Elben, neben Bernhard Hennen - Die Ordensburg und noch vor Markus Heitz - Ulldart, Zeit des Neuen 03! Bitte mehr davon!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anspruchsvolle Fantasy für Zyniker, 8. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kriegsklingen: Roman (Taschenbuch)
Klassische Fantasy ist schwarz-weiß-Malerei, gute Fantasy hat viele Grautöne. Joe Abercrombies Fantasy ist schwarz bis dunkelschwarz. Im gesamten Zyklus gibt es wohl kaum einen Charakter der nicht seine Abgründe und Fehler hat. Protagonisten die man Anfangs noch für die "Guten" hält werden im Laufe der Serie (Kriegsklingen/Feuerklingen/Königsklingen/Racheklingen/Heldenklingen) als selbstsüchtigen Egoisten entlarvt oder entwickeln sich zu regelrechten Bestien. Zyniker werden ihre wahre Freude an den Bänden haben. Leser die einen strahlenden Helden bewundern wollen, sollten sich besser nach anderem Lesestoff umsehen.

Die Charaktere sind vielschichtig und sehr gut beschrieben. Sie sind in sich stimmig und ihre Entwicklung nachvollziehbar. Die Geschichte ist abwechslungsreich und fesselnd.
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Kriegsklingen: Roman
Kriegsklingen: Roman von Joe Abercrombie (Taschenbuch - Januar 2007)
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