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Kundenrezensionen

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Visionen vom nuklearen Ende der Zivilisation bzw. den Folgen eines nuklearen Atomkrieges gehören sicherlich mit zum Schrecklichsten, was es in der zeitgenössischen Science-Fiction bzw. modernen Unterhaltungsliteratur zu lesen gibt - nicht zuletzt auch deshalb, weil aus solchen "Fiktionen" sehr schnell Realität werden kann. Grund genug also auch für Philipp K. Dick, 1965 die Dinge einmal aus seiner Sicht anzugehen.
Herausgekommen ist mit "Nach der Bombe" einer der vielleicht besten und auf jeden Fall originellsten Texte, die den globalen Holocaust im Mittelpunkt stehen haben. Doch Dicks Roman behandelt das "Wie" oder das "Warum" eher nur kurz, dafür umso erschreckender. Dank seiner neutralen, nüchternen Erzählweise kommt das Grauen umso hässlicher und furchtbarer daher. Was danach - genauer gesagt sieben Jahre später - auf das Unvorstellbare folgt, sind zum einen die Folgen des radioaktiven Niederschlags (u.a. Mutationen und der Rückfall ist post-industrielle Zeitalter), zum anderen aber die typischen Dickschen Ansichten einer Zivilisation, die trotz aller Schrecken und Leiden noch immer die gleiche geblieben ist und im Grunde gar nichts aus ihren Fehlern gelernt hat. Mit dem für ihn ganz eigenen Gespür skizziert Dick Charaktere, die oberflächlich vielleicht verrückt und grotesk wirken mögen, sich bei genauerer Betrachtung allerdings als Reflexionen von niemand geringerem als uns selbst erweisen. Obwohl "Nach der Bombe" bereits in den 60er geschrieben worden war, hat der Roman nicht ein Fünkchen von seiner Faszination und Sogwirkung verloren, die bereits vor vier Jahrzehnten deutlich zu spüren war. Anders als so viele andere mehr oder weniger prominente Kollegen, ist Dick zweifellos das Kunststück gelungen, einen Roman zu schreiben, der zwar in einem bestimmten Zeitabschnitt des 20. Jahrhunderts spielt, dessen Inhalt allerdings zeitlos ist, egal, auf welchen Aspekt des Buches man sich damit beziehen mag.
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am 8. Oktober 2004
So sieht nun also die Welt nach dem atomaren Holocaust aus: die nahezu perfekte Idylle eines kleinen Dorfes irgendwo in der Provinz. Man könnte sich an der liebevollen Schilderung des Landlebens erwärmen, wären da nicht die allgegenwärtigen Folgen der radioaktiven Verseuchung ...
So zum Beispiel die siebenjährige Edie, die ihren Zwillingsbruder Bill in sich trägt, den niemand außer ihr hören kann. Sein einziges Talent, die Stimmen von Toten nachzuahmen, ist allerdings ein schwacher Trost dafür, niemals das Licht der Welt erblicken zu können.
Sicherlich ist der Roman keins der Hauptwerke des Autors. Aber die Zeit der Entstehung (1963) läßt bereits ahnen, dass Dick sich auch hier von seiner besten Seite zeigt: weniger in Hinblick auf versponnen-paranoide Mutmaßungen über die Fragwürdigkeit des Realen als vielmehr im Sinne seiner ungezügelten Fabulierlust vor dem Hintergrund einer ernsthaften Bedrohung der Menschheit und Menschlichkeit.
Eine Satire zweifellos, und wie wohl jede gute Satire lebt auch dieses Buch von der Spannung zwischen unterschwelligem Zynismus und aufrichtigem Interesse der Darstellung. Dies gepaart mit dem Comic-haften Einfallsreichtum des visionären SF-Autors ergibt ein Bild des post-atomaren Lebens, das bei aller Komik verstörender wirkt, als es jeder Versuch einer realistischen Schilderung sein könnte.
Für Fans von Philip K. Dick ohnehin eine Pflichtlektüre. Für alle anderen ein kurzweiliges Lesevergnügen mit Tiefgang.
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am 23. Oktober 2005
"Nach der Bombe" spielt in der Zeit nach dem nuklearen Holocaust - eine klassische Dystopie sollte man meinen. Nun konnte ich aber auch herzlich Lachen bei der Lektüre dieses Buches. Das liegt zum einen an den schrulligen Charakteren die Dick in dieser Geschichte mit "herzlicher Distanz" beschreibt. Auf eine Weise sind es ganz normale Menschen - so "normal" wie Menschen nach einer so apokalyptischen Katastrophe sein können -, zum anderen an einer Menge absurder Ideen, wie etwa mutierte Ratten, die Nasenflöte spielen, aber wohl auch das Zeug zum Buchhalter hätten.
Zum Inhalt: Dick erzählt die Gesichte der Einwohner eines kleinen Dorfes nach dem Zusammenbruch der Gesellschaft. Für manche ist das Schicksal der gefallenen Bomben eine Last, aber viele ziehen sich ihren Vorteil daraus. So zum Beispiel der technisch Begabte Phokomelus - ein Schwerbehinderter, der plötzlich große Wichtigkeit für die Gesellschaft bekommt, oder der schwarze Aushilfsverkäufer, der nun Fallen für Mutantenratten vertreibt, und damit sehr gut verdient. Auch der Verursacher der Katastrophe lebt in dem Dorf - natürlich Incognito. Doch seine Tarnidentität hält nicht lange.
In seinem speziellen Genre ist dieses Buch einzigartig. Nicht nur aufgrund des Humors sondern es entzieht sich auf erfrischende Weise dem Action-Trend und jeglichem Weltuntergangspathos. Dick erzählt keine Geschichte von Helden, die die Welt retten, sondern einfach nur, dass das Leben weiter geht, und weiter, und weiter, und weiter...
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am 26. Mai 2015
Ich lese Dick jetzt eine halbe Ewigkeit. Angefangen hatte ich, weil ich irgendwo einen Vergleich mit Kafka gelesen hatte. Der Vergleich hinkt eigentlich wo bei Kafka das Individuum als Objekt eines zumeist bürokratischen und undurchdringlichem Systems zerrieben wird, sind bei Dick Individuen Subjekte in einer außer Kontrolle geratenen Zukunft oder Alternativrealität.
In Nach der Bombe geht es um genau die im Titel angekündigte Frage: wie sieht die Welt nach der Bombe aus. Dick schrieb den Roman in der täglichen Angst vor dem Atomkrieg und schrieb einen hoffnungsvollen idealistischen Roman über das danach. Hier treffen größenwahnsinniger Antagonisten auf eine Hand voll Hauptcharaktere die versuchen in einer zerstörten Welt zurechtzukommen.
Selbst die Antagonisten sind hier nur auf der Suche nach ihrer Position im Leben und so nimmt sich Dick vor dem Hintergrund einer nicht ganz so schlimm geratenen Postapokalypse zentraler Fragen einer subjektiven Identitätssuche an. Wer bin ich, wer will ich sein, wie will ich leben und was bedeutet Glück für mich. Dabei spielt er natürlich mit den für ihn typischen Stilelementen verzerrter Realität und der Unklarheit der Frage was hier überhaupt Wirklich ist. Im letzten drittel des Buches beobachtet ein in der Umlaufbahn kreisender Astronaut, der seit dem Atomkrieg nicht mehr zur Erde zurück konnte, wie sich 'erneut' Explosionen auf der Erdoberfläche ausbreiten und mutmaßt später, dass dies nur Reflexionen gewesen sein könnten. Dadurch, dass Dick hier nie eine absolute autoritative Erzählsicht einnimmt und stattdessen subjektiv bleibt, bleibt alles im Buch dargestellte unklar und nicht mehr als die subjektive Darstellung davon wie die Welt möglicherweise aussieht. Eine Idee, die mir beim zweiten Lesen kam war ein schräger Witz.

Ein Mann beobachtet wie ein seltsam aussehender Typ zum Psychiater geht und stellt sich dabei vor, dass dieser Mann dem Psychiater erzählt er sei der meistgehasste Mensch der Welt und fühle sich verfolgt. Dabei erkennt, der Psychiater, den Mann als den meistgehassten Menschen der Welt... Dick schreibt in seinem Nachwort, dass er sich am meisten diesem beobachtenden Mann auf der Straße verbunden fühlt, ja, dass er dessen Sicht vertritt. Hieraus kam mir die Idee, dass die ganze Geschichte nur im Kopf von Stuart McConchie entstand während er den Gehsteig vor dem Ladenlokal von Modern TV Sales & Service kehrte ablief. In der Mitte der Geschichte stellt Bonnie Keller fest, dass alle handelnden Personen verrückt sind. Noch etwas später ist es wieder Bonnie Keller, die einen kleinen gedanklichen Lobgesang auf die aufkommende Industrialisierung anstimmt. Die Sprunghafte emotionale, die durch und durch stereotyp weibliche Figur Bonny Keller ist das Gefühl in diesem Roman, Stuart McConchie mag der Konstrukteur dieser Geschichte sein, so sind die enthaltenen Figuren die Personifizierung seines Unterbewusstseins und Bonny Keller ist eben das emotionale Ideal. Stuart McConchie hält die Welt für verrückt und er liebt das Leben in der Stadt, er liebt den Job, er liebt die Technik, er liebt das Leben und fragt sich wie alle enthaltenden Figuren wo seine Position im Leben ist. Einmal diesen Gedanken im Kopf, kann man die ganze Geschichte so lesen...
Wie bei den meisten Geschichten von Dick ist dies eine mögliche Interpretation, eine Option die Geschichte zu lesen. Dick verweigert es hier eindeutig zu werden und genau darauf beruht bis heute Dicks Status als Visionär des Science Fiction. Seine Geschichten sind immer mehr Charakterstudien als dramatische Zukunftsshows und seine Erzählungen verweigern sich stets der Eindeutigkeit und bleiben damit Interpretationsoffen.
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am 17. Januar 2012
Die Geschichte von den Stehauf-Menschen und deren Drang nach Normalität wurde gut erzält und ich konnte mir die beschriebenen Personen, wie auch deren Verhalten entsprechend vorstellen.Dennoch wurden einige, mental erzielten Ereignisse etwas zu naiv erzält. Obwohl ich beim Lesen (bis zum Ende) immer noch auf einen Durchbruch hoffte, sei es im Sinne von mehr Spannung, subtilem Humor, bissiger Satire etc. war ich dann doch nicht ganz zufrieden. Mehr als 4 Sterne waren aus meiner Sicht nicht drin.
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am 23. März 2013
Ich selber habe den Roman zweimal gelesen. Nach dem ersten Mal wusste ich nicht so recht, was ich davon halten soll, merkte aber im Laufe der Zeit, dass mir immer mal wieder Charaktere oder Szenen aus dem Buch ins Gedächtnis kamen (was mir übrigens bei einigen Büchern von Philip K. Dick so geht). Also habe ich ihn kürzlich ein weiteres Mal gelesen und erst da entdeckt, wie gut die Geschichte wirklich ist. Es ist ein leicht zu lesender und wenig actionreicher Roman über das Leben nach einem Atomkrieg, der aber nicht wie diverse andere eine düstere Endzeitstimmung heraufbeschwört, sondern einfach beschreibt, wie das Leben für die Menschen weitergeht. Menschen und Tiere mit Mutationen sind alltäglich, einige entwickeln sehr mächtige Fähigkeiten, andere drehen leicht durch und wieder andere bemühen sich, einfach ein normales Leben weiter zu leben. Teilweise ist das Ganze sehr abgedreht, ab und zu ein wenig traurig und insgesamt richtig gut. Und es gibt mal wieder so einige Ideen, die wohl nur Philip K. Dick haben konnte (ich sage nur "Bill").
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am 24. Februar 2010
West Marin, Kalifornien, ein kleiner Ort Anfang der Achtziger Jahre und ein knappes Jahrzehnt nach einer atomaren Katastrophe:
An die Verstrahlung und die mutierten Menschen, wie auch andere Lebewesen, hat sich die verbliebene Bevölkerung in der ländlichen Region schon fast gewöhnt.
Der ehemalige Psychiater, Dr. Stockstill, ist zum Allgemeinmediziner geworden, der Physiker Bruno Bluthgeld lebt unter falschem Namen etwas außerhalb West Marin's und der körperlich behinderte Hoppy Harrington ist als Techniker mit seinen "besonderen Fähigkeiten" gefragter als je zuvor.
Einige weitere Mitglieder der kleinen Gemeinde bemühen sich, ausgeglichene Verhältnisse zu schaffen und für alle aufrecht zu erhalten.
In großen Mengen werden schon wieder Zigaretten, "neuartige Speisen" und Wolle produziert und die immer wieder problematischen Mutationen in Form von Ratten und sich organisierenden Katzen sehr kreativ bekämpft.
Und dann ist da noch Walt Dangerfield - der einzige Überlebende, der letzten Weltraummission vor der Katastrophe, der inzwischen als Unterhaltungs- und Kommunikationszentrale der Erdbevölkerung fungiert und darauf hofft, das er bald aus der Umlaufbahn "geholt" wird.
Doch eine Person in der "neuen Idylle" hat geheime Pläne, die alles aufgebaute wieder gefährden könnte.

Wie schon bei "Zeit aus den Fugen" hat es mir, neben der vorrausschauenden Denkweise, besonders der Schreibstil des Autoren so richtig angetan. Man fliegt nur so über die lockeren Dialoge und die verständlichche Sprache, wobei erstere eigentlich den Mittelpunkt des Romans ausmachen. Denn im Grunde passiert nicht besonders viel in dem kleinen Nest. Was auf der einen Seite einer realistischen Erzählung natürlich zu Gute kommt, auf der anderen Seite jedoch ein wenig langweilt.
Mir fehlte immer wieder ein bisschen, der sich durch die Geschichte ziehende, rote Faden, während die zahlreichen Figuren, in kleinen Portionen, die Normalitäten und die veränderten Verhältnisse nach der atomaren Katastrophe diskutierten und beschrieben.

Aber davon abgesehen hat Philip K. Dick ein interessantes Szenario, vor nun schon einem halben Jahrhundert entworfen, welches vielleicht erstaunt (Fähigkeiten haben mehr Wert als Geld), sehr oft auch amüsiert (Edie und Bill Keller), manchmal sogar anwiedert ("Delikatessen wie, mit Reis gefüllte Hunde") aber defintiv einen nachdenkenlichen Eindruck hinterlässt, wie gut und/oder schnell wir Menschen wohl nach solch einem Desaster wieder auf die Beine kommen würden.
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am 28. Dezember 2011
Philip K. Dick schafft es in seinem Sci-Fi Roman "Nach der Bombe" den Leser in eine Post-Apokalyptische Welt, nach einem möglichen 3ten Weltkrieg, zu versetzen. Dabei legt er keinen so starken Wert auf die neu gegebenen Umstände in der sich die agierenden Personen befinden, als auf die Personen selbst.
Der Einschlag der Bombe wird sehr packend aus verschieden Blickrichtungen beschrieben, spiegelt aber aus jeder einzelnen die Fassunglosigkeit eines solchen Moments, den man einfach nicht warnehmen möchte.
Jeder der im Roman beschriebenen Personen versucht ihr Leben nach der Bombe entweder so gut wie möglich im alten Trott zu bestreiten oder die veränderte Situation zu nutzen, die sich aus der Katastrophe ergeben.
Ein vor der Bombe erniedrigter Charakter schwingt sich danach zum Halbgott ähnlichen Magier auf. Leute mit technischen Fähigkeiten oder erlerntem Handwerk werden in der neu geschaffenen Gesellschaft hoch angesehen, ja fast verehrt. Mutationen die entstanden sind werden neugierig beäugt aber als gegeben akzeptiert.
Das Ende des Buches gestaltet sich eher unspektakulär und überlässt die verheerte Welt sich selbst.
Wie im Nachwort geschrieben steht bedient sich Dick oft paradoxen Wendungen innerhalb der Geschicht, was seine Charaktere aber auch so glaubhaft erscheinen lässt. Denn der Mensch unterliegt der Situation und versucht sich stehts so gut wie möglich anzupassen.

Fazit:
Dem Autor gelingt es die grösste Furcht des 20. Jahrhunderts sehr beängstigend aber auch hoffnungsvoll in Worte zu fassen.

Copyright der Rezension 2005 by Coffinhunter für Bookola.de
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am 11. Dezember 2006
Der Titel ist inhaltsgebend zu verstehen. "Nach der Bombe" spielt nach dem nuklearen Weltkrieg. Hierbei kommt es Dick allerdings nicht auf die Schilderung von Strassenkämpfen oder Mutationen an. Vielmehr entwürft er ein vielschichtiges und zutiefst interessantes Portrait einer Gesellschaft, die eben einfach nur "Nach der Bombe" ihr Leben lebt. Das Buch ist daher auch weniger SciFi, als vielmehr ein Gesellschaftsroman.

Die Charaktere, der Spannungsbogen und die eigentlichen Geschichten (erzählt wird anhand von Einzelschicksalen) sind über jeden Zweifel erhaben und bieten somit Lesevergnügen auf hohem Niveau.

Weiterhin sollten noch die interessanten Abschlussbemerkungen durch Philip K. Dick Erwähnung finden. In ihnen führt er seine Intention für die Entstehung des Werkes und teilweise auch die Herrangehensweise aus.
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am 13. Januar 2011
Nach der Bombe ist bezüglich des Inhalts ein sehr originelles Buch. Viele der Ideen sind an und für sich schon einmalig, beispielsweise ein in einem Satellit feststeckender Mann der nach der Bombe di3e Kommunikation auf der Erde aufrechterhält und die Unterhaltung der Massen. In einem "Katastrophenbuch" würde man sie aber nie erwarten. Allein für diese vielen kleinen Ideen lohnt es sich, das Buch zu lesen.

Bezüglich des Inhalts kann man zusammenfassen, dass eine Reihe von Menschen vorgestellt wird, und diese Menschen dann nach dem Fall der Bombe(n) erneut in der Handlung auftauchen. Fortan geht es nun darum zu zeigen, wie sich deren Leben, deren Wünsche, etc verändert haben. Dabei merkt man jedoch recht schnell, dass sich innerlich gar nicht so viel verändert. Natürlich haben alle andere Berufe, meist hängen diese jedoch mit der Tätigkeit zusammen, die sie auch vor der Katastrophe hatten. Aber auch ihre Einsttellungen ändern sich kaum. Die Machtbesessenheit des "Phokomelus" bspw. ist am Anfang kaum spürbar, wird jedoch zunehmend stärker.
Die Ironie ist, dass der Phokomelus gerne Macht hätte, sie aber nicht hat und alles daran setzt, diese zu bekommen und zu missbrauchen. Hingegen hat der arme Mann im Satellit seine Frau verloren, kreist hilflos alleine um die Erde, hat Schmerzen, und dennoch setzt er die enorme Macht die er über die Menschen hat, nur zu ihrem Wohl ein. Wobei "Macht" vielleicht nicht der perfekte Ausdruckl ist. Der Phokomelus hat selbst enorme Kräfte und dadurch auch eine gewisse Macht. Aber was er sich wünscht, ist eben nicht nur die totale Kontrolle, sondern dass ihn alle bewundern, ihm überschwenglich für alles danken mit Statuen usw. Der Mann im Satellit hingegen macht das alles ohne wirkliche Gegenleistung und ist meines Erachtens der sympathischste Mensch der Geschichte aber auch die tragische Gestalt.
Negativ würde mir jetzt nur einfallen, dass eben doch einige utopische Vorstellungen dabei sind. Bspw. dass ein Kind, dem Arme und Beine fehlen (übrigens sehr deutlich geamcht, dass es sich hier um die tatsächlichen Folgen eines uns sicher allen bekannten Medikaments aus Deutschland handelt) über reine Gedankenkraft Dinge bewegen kann. Da sind mir technikgläubige Sci-Fi-Geschichten lieber, sowas kann man zumindest theoretisch nachvollziehen. Auch die Geschwindigkeit mit der Mutationen auftreten und ihre Art und die Auswirkungen sind sicherlich sehr weit hergeholt. Wahrscheinlicher sind da ganz andere Folgen, aber das mag daran liegen, dass ich es aus dem Blickwinkel eines Genetikers gelesen habe. Für den Laien dürfte dies kaum ins Gewicht fallen. Und einige der daraus entstehenden Ideen sind wiederum wunderbar skuril und abstrus, die möchte man nicht missen.
Die vielen Jahre, die der Roman mittlerweile auf dem Buckel hat, merkt man ihm kaum an, auch wenn die Gefahr eines Atomkriegs in unseren Tagen kaum noch schlaflose Nächte bereitet wie zur damaligen Zeit. Problematisch könnte höchstens sein, dass einige der jüngeren Lesen eben den zeitgeschichtlichen Hintergrund nicht kennen, und bspw. den beschriebenen Medikamentenskandal für Fiktion halten.
Letztlich bleibt am Ende alles wie es ist: Dicks Menschen halten noch immer eine Zivilisation aufrecht, sie haben nie aufgegeben und im Gegenteil, sie beginnen langsam sich weider von den Folgen zu erholen und zu ihren früheren Fehlern zurückzukehren (z.B. Vollautomatisierte Herstellung von Zigaretten und Alkohol, Aufbau eines Vertriebsnetzes, Kooperation unterschiedlicher Firmen.).
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