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39 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Winternachtsmärchen
'Lycidas' ist ein ungewöhnliches Buch - in mehrerlei Hinsicht.
Zunächst die Welt, in der es spielt. Sie fühlt sich zuerst viktorianisch an, man gewinnt den Eindruck, die Protagonisten seien im London des neunzehnten Jahrhunderts unterwegs, zwischen Wehrwölfen und Gespenstern und all diesen Dingen ...
Aber es ist ganz anders. Tatsächlich...
Veröffentlicht am 3. Mai 2008 von Modus

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83 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut geklaut ist besser als schlecht selbst ausgedacht?
Wenn man sich die Rezensionen so anschaut, scheint es, dass die Leserschaft in zwei Lager gespalten ist. Offenbar liebt man Marzis Lycidas oder man hasst ihn.

Dem möchte ich eine lauwarme 3-Sterne-Rezension gegenüberstellen.

Lycidas ist ein Kessel Buntes, randvoll mit allem was zur traditionellen Schauer-Literatur so dazugehört:...
Veröffentlicht am 3. September 2007 von Stephanie Lammers


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39 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Winternachtsmärchen, 3. Mai 2008
Von 
Modus "Modus" (München, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
'Lycidas' ist ein ungewöhnliches Buch - in mehrerlei Hinsicht.
Zunächst die Welt, in der es spielt. Sie fühlt sich zuerst viktorianisch an, man gewinnt den Eindruck, die Protagonisten seien im London des neunzehnten Jahrhunderts unterwegs, zwischen Wehrwölfen und Gespenstern und all diesen Dingen ...
Aber es ist ganz anders. Tatsächlich handelt die Geschichte im Hier und Jetzt, in einem modernen London, das jedoch erweitert ist um die 'Uralte Metropole', eine Stadt unter der Stadt, Heimstätte mystischer Rassen und Kreaturen, die sich aber erstaunlich nahtlos mit der Oberstadt verzahnt. Marzi's Phantasiewesen gehen ganz selbstverständlich mit der Moderne um, denn sie sind schon immer dagewesen, haben Zeitalter kommen und gehen gesehen. Und in seinem Universum verbringen Engel ihre Tage eben damit, als Straßenmusikanten Sonne in die Herzen der Passanten zu spielen. Manchmal.
Dieses Universum und seine Bewohner sind spannend und anders als alles, was man aus dem Genre kennt. Der Autor spielt mit bekannten Referenzen, verändert sie gleichzeitig aber so subtil, dass tatsächlich etwas Neues entsteht.

Auch die Erzählweise besitzt einen ganz eigenen Charme.
Mit unbekümmerter Leichtigkeit wirft der Autor alles über den Haufen, was die Theorie des Schreibens gemeinhin für gut und richtig hält. Er wirbelt durch Zeiten und Perspektiven, und das Erstaunliche daran ist, dass es funktioniert. Sogar erstaunlich gut.
Auf den ersten Seiten hat mich dieser Erzählstil befremdet, doch dann entwickelt er immer mehr Charme und vermag den Leser schließlich so sehr zu fesseln, dass der das Buch nicht mehr zur Seite legen mag.

Schließlich die Handlung selbst.
Ich könnte 'Lycidas' nicht auf Anhieb in ein Genre einordnen - es ist düstere Fantasy, Märchen und Krimi zugleich, wobei ich Krimi im Sinne der Sherlock-Holmes-Geschichten interpretiere.
Aber auch das trägt zur Faszination bei. Gerade weil das Buch keiner Genre-Regel eindeutig folgt, kann es sich Überraschungen leisten, spannende Wendungen und aufregende Bilder.

'Lycidas' ist eines dieser Bücher, das man abends im Bett zu lesen beginnt und plötzlich bemerkt, dass es schon vier Uhr morgens ist. Und sich dann denkt - ach egal, nur noch zehn Minuten...
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83 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut geklaut ist besser als schlecht selbst ausgedacht?, 3. September 2007
Wenn man sich die Rezensionen so anschaut, scheint es, dass die Leserschaft in zwei Lager gespalten ist. Offenbar liebt man Marzis Lycidas oder man hasst ihn.

Dem möchte ich eine lauwarme 3-Sterne-Rezension gegenüberstellen.

Lycidas ist ein Kessel Buntes, randvoll mit allem was zur traditionellen Schauer-Literatur so dazugehört: Werwölfen, Golems, Elfen, einem Irrlicht, ägyptischen Göttern, stimmungsvollen Schauplätzen, düsteren Herrenhäusern, Engeln, Dämonen, Bibliotheken, tragischen Familiengeschichten, Zauberei und vielen mehr. Das ganze wurde mit einer reichlichen Prise Charles Dickens abgeschmeckt und dann scheinbar ins heutige London verlegt, oder vielmehr UNTER das heutige London.

Es handelt sich um ein London in dem Engel als Straßensänger auftreten, und wo die Tauben vom Trafalgar Square als Spione dienen, ein London mit Virgin Mega Store and Marks & Spencer, das jedoch durch die Augen eines Ich-Erzählers gesehen wird, der schon durch London streifte, bevor Charles Dickens seinen Oliver Twist schrieb.

Dieser Ich-Erzähler Wittgenstein verleiht dem Roman seine höchst eigene, antiquierte Sprache. Er soll wohl als spröde, mit feinem Sinn für Humor charakterisiert werden, doch gelingt dies m.E. nur zum Teil. Zu überfrachtet ist die Sprache. Hinzu kommt, dass Marzi seinen Wittgenstein über Ereignisse berichten lässt, deren Zeuge er nicht selbst ist. So als rekonstruierte Wittgenstein die Geschehnisse. Diese quasi versetzte Perspektive schafft, genau wie die gestelzte Sprache, einen großen Abstand zwischen Leser und Beschriebenem. Die Ereignisse wirken niemals unmittelbar, sie sind stets stark gefiltert. Spannung wird nicht dadurch erzeugt, dass man glaubt dabei zu sein, sondern indem der Erzähler bewusst Informationen verenthält und von Schauplatz (Cliffhanger) zu Schauplatz springt - ohne natürlich selbst zu springen.

Die Tatsache, dass Marzi sich bei Gaiman's genialer "Neverwhere" Welt bedient, und auch bei Dickens oder Filmen wie "God's Army" macht mir eigentlich nichts aus. Schließlich leben wir in der Posmoderne und das Rekombinieren bekannter Elemente ist ja auch in der Musik beliebt und üblich. Auch gegen die Geschichte ist nicht viel einzuwenden. Der Plot ist vielleicht etwas über-konstruiert, aber doch spannend. Es ist die Sprache, gegen die ich etwas einzuwenden habe. Anstatt mich in Marzis Welt zu ziehen, schubste sie mich immer wieder heraus. Zuletzt war ich versucht, eine Strichliste zu führen um zu sehen, wie oft eine Wendung pro Kapitel auftaucht. Auch die Angewohnheit, für kurze Sätze von zwei bis fünf Worten ständig einen neuen Absatz anzufangen, hat den Lesefluss meines Erachtens gestört.

Daher nur 3 Sterne.

Noch etwas: da es in weiten Teilen darum geht, dass Kinder für die üblen Zwecke diverser Protagonisten mißbraucht werden, und da an manchen Stellen (verhüllte) hinweise auf tatsächlichen sexuellen Mißbrauch an Kindern enthalten sind, ist dieses Buch für Kinder kaum geeignet, schon gar nicht für Kinder, die etwas im Stile Harry Potter suchen. Eine minderjährige Heldin macht noch lange kein Kinderbuch.
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das 1. Kapitel wäre mein Lieblingsbuch geworden, 28. Juli 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich verzichte mal auf eine Zusammenfassung. Bei einem so oft rezensierten Buch ist die nicht nötig.

Ich bin auf Lycidas aufmerksam geworden, als ich zwei Freunde, die ständig irgendwelche Sätze zitierten und sich köstlich dabei amüsierten fragte, wovon sie eigentlich redeten? Die witzigen Zitate stammten aus diesem Buch, also musste ich es haben!

Ich fing an zu lesen und war mir nach der ersten Seite sicher, dass dieses Buch mein Lieblingsbuch ist. Der Schreibstil, die Art und Weise wie der Autor mit den Lesern redet (Er spricht mit ihnen wie mit Kindern, ähnlich wie beim kleinen Prinz), das düstere London, das an einen Charles Dickens Roman erinnert ... das alles faszinierte!

Als ich dann ein paar Rezensionen las, wunderte ich mich darüber, dass viele sich über die ständigen Wiederholungen und die Langatmigkeit aufregten. Auch die Kritik, dass so viele Zeitsprünge gemacht würden, verwirrte mich.
Bis dahin war mir nur ein Zeitsprung aufgefallen. Dieser ist ganz am Anfang des Buches, denn die Geschichte startet mit einer Szene, die eigentlich kurz vor den Schluss des 1. Drittels gehört.
Dann aber wird das "Wie es dazu kam" recht kontinuierlich berichtet.
Ich wunderte mich wirklich über diese schlechten Rezensionen und fragte mich, wie man sich denn so über die eigentlich recht coolen Wiederholungen wie die Erwähnung, dass London manchmal kleine Kinder mit Haut und Haaren verschlingt, aufregen kann, doch dann ...

Dann war der erste Teil vorüber und der Autor, der Anfangs noch sehr symphatisch beteuert hatte, er würde diese Geschichte nicht so langatmig schreiben wie ein Dickens, verlor sich in endlosen Beschreibungen, Wiederholungen und Zitaten aus Büchern und Liedern. Was mich aber am meisten störte: Er fing immer wieder am Ende eines Ereignisses an zu erzählen und beschrieb dann erst, was vorher geschah. Was im ersten Teil ein hübscher Einstieg war, wurde in den folgenden zwei Teilen zur Qual. Immer wieder wurde die flüssige Geschichte an einer spannenden Stelle unterbrochen und dann an einer Stelle wieder aufgenommen, die weit in der Zukunft lag.

Dazu kommt, dass Actionszenen in der Regel ausgelassen wurden und dann nur durch Protagonisten nacherzählt wurden.

Ich weiss nicht was mit dem Autor passiert ist. Der erste Teil der Geschichte ist vielversprechend und gut geschrieben. Wäre der Rest so weitergeschrieben worden, würde dieses Buch mit allen seinen Nachfolgern einen Sonderplatz auf meinem Bücherregal haben.
Die letzten zwei Drittel aber weisen keine wirkliche Spannungskurve auf. Ich habe mich während des Lesens mehr und mehr gefragt, wann diese Passage, die vor 10 Seiten schon aus einer anderen Sicht beschrieben wurde, endlich zuende ist und wann es endlich da weiter geht, wo das vorletzte Kapitel geendet hat.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neuauflage in tollem Gewand, 1. April 2012
Von 
Nefret - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lycidas: Die Uralte Metropole - Erster Roman (Taschenbuch)
Emily lebt in einem Londoner Waisenhaus. Eines Tages entführen Werwölfe ein Mitbewohnerin Emilys. Zusammen mit einer sprechenden Ratte taucht Emily auf der Suche nach dem Mädchen in die Uralte Metropole ein, einer fantastischen Stadt unterhalb Londons.

Was für eine schöne neue Ausgabe von Lycidas". Da ich mein altes Exemplar verliehen habe und wohl auch nicht wieder zurück erhalten werde, habe ich nicht lange gezögert und zugegriffen. Mit dem neuen Cover wird vor allem die junge Leserschaft angesprochen, wobei ich befürchte, dass sich manche Jungs etwas abschrecken lassen werden.

Problematisch dürfte für manche Leser auch der Erzählstil Marzis sein. Marzi liebt es, mit permanenten Wiederholungen zu arbeiten. Außerdem arbeitet er viel mit abgehackten Sätzen. Das kann anstrengend sein, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt und wurde mit einer tollen Geschichte belohnt.

Christoph Marzi nimmt sich alte Götter, mystische Gestalten, Bibelelemente und historische Figuren und schafft so eine fantasievolle Parallelwelt in Londons Untergrund. Dabei ist nie ganz klar, wer gut und wer böse ist. Bereits im nächsten Kapitel kann sich die Rolle geändert haben.

Marzi hat sich seine Ideen eindeutig aus Neil Gaimans Niemalsland" geholt. Vielleicht liegt es daran, dass ich Niemalsland" erst nach Lycidas" gelesen habe, aber mein Favorit ist letzterer Roman. Marzi schmückt alles noch mehr aus, baut mehr Wendungen ein. Er hatte eben den Vorteil, eine super Vorlage zu haben, die er wunderbar ausschmücken konnte.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen durchbricht die Grenzen der Kulturen., 1. Januar 2005
Von 
Hans Schuhmacher "Andersweltreisender" (Ladenburg/Neckar) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Die Überraschung des Jahres. Ich war baff als ich mir dieses Buch aus Mangel an Lesestoff zugelegt habe. Christoph Marzi schreibt mit einer Kraft, die einem manchmal den Atem raubt. Fast spielend bringt er mich zum Lachen, Heulen, spielt mit meinen Emotionen, so daß man nicht mehr in der Lage ist, das Buch zur Seite zu legen.
Was für mich aber das Faszinerenste ist, dass er es schafft verschiedene Mythologien zu verschmelzen und dies überzeugend.
Ich dachte eigentlich immer ich wäre ein weltoffener Mensch, aber Marzi hat meine Grenzen offengelgt und ein Umdenken bewirkt.
Grenzen zieht nur der Mensch, Tiere und andere Wesen interessieren sich nicht für diese gedachten Linien. Dieses gilt auch für die Sagenwelten der Völker, wo man oft überraschende Übereinstimmungen entdeckt. Genauso verhält es sich auch mit den heiligen Schriften der Völker. Auch der Geist des Menschen ist grenzenlos.
Christoph Marzi hat dies in seinem Buch bewiesen.
Menschen, die tiefer gehende Fantasy suchen, die Stoff zum Nachdenken suchen und trotzdem auf Spannung nicht verzichten wollen ist dieses Buch wärmstens zu empfehlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mir blieb beim Lesen die Luft weg, 24. Mai 2012
Von 
V. Dahmen "Wer zu lesen versteht, besitzt den... (Meist in meiner eigenen Welt....) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Teil 1 von 3 und einem Ableger der Romane um die uralte Metropole. Wo die alten Götter sich zum Chef der Handelsgilden aufschwingen, Spinnen Kolonien bilden und die Zeit anders läuft als im Rest der Welt...

Man muss sich bei diesem Buch eine Sache vor Augen halten, was sich auch in den Rezessionen widerspiegelt: Man liebt dieses Buch oder man hasst es. Ich habe nie, wirklich nie die Antwort erhalten "so lala.".

Emily Laing, Waisenkind aus dem verlotterten Stadtteil Rotherhithe (man möge mir verzeihen, falls falsch geschrieben) in London, flieht auf Anraten einer Ratte namens Lord Brewster aus dem Waisenhaus und wird von dem verschrobenen Alchemisten Wittgenstein aufgelesen.
Von da an taucht das junge Mädchen ein in die Stadt unter der Stadt. Die Uralte Metropole war immer und wird immer sein.
Bevölkert von sagenhaften Gestalten und Göttern, kann man dort unten sein Glück machen, oder einen schrecklichen Tod finden.
Und dann hält eine grausame Mordserie beide Städte in Atem. Wem kann man trauen? Die Antwort ist denkbar simpel: niemandem...

Ich habe vor einigen Jahren versehentlich zuerst das dritte Buch "Lumen" gelesen, da mir nicht bewusst war, dass es sich um den Abschlussband einer Triologie handelt.
Und ich habe mich sofort in Marzi's Uralte Metropolo verliebt! Bis heute sind die Bücher einige meiner Liebsten, die schon so zerlesen sind, dass man sie niemandem mehr ausleihen kann und die ich immer wieder gerne zur Hand nehme.

Einige der Leute, die die Bücher hassen, werfen dem Autor Diebstahl an den großen Weltklassikern vor. Doch ich sehe das ganze anders, auch wenn Gemeinsamkeiten kaum von der Hand zu weisen sind.
Marzi liebt Märchen und Legenden. Er liebt sie so sehr, dass er den großen Erzählern der letzten 3.000 Jahre eine neue Plattform geben wollte.
Wer verbietet es ihm Dickens wieder ins Leben zu rufen? Warum sollte er nicht die Legende von Rattenfänger aufgreifen? Wieso nicht Milton und Dante zitieren?
Marzi hat nie behauptet, dass er nicht einige Motive aufgegriffen hat, vielmehr gesteht er den alten Meistern mit einer Verbeugung seine lebenslange Liebe.

Ich mag Emily und muss sagen, dass ich mir ihr sehr verbunden fühle. Das Schicksal war zu ihr und ihren Gefährten sehr grausam und Emily opfert alles, was sie liebt für die, die sie liebt.
Wittgenstein mit seinem schrägen und trockenen Humor muss man einfach liebgewinnen.

Viele Gestalten bleiben jedoch im ersten Band etwas undurchsichtig, was jedoch seinen Sinn hat. Ich kann Ihnen versprechen, dass die Geschichte mit jedem Band noch viel, viel besser wird.

Marzi's Schreibstil ist der Grund, warum man das Buch liebt oder hasst. Er schreibt unglaublich prosaisch und bildhaft. Er benutzt ohne Ende Metaphern und erfindet den Begriff "Blumige Sprache" fast ganz neu. Man muss es eben mögen.

Fazit: Ich liebe, liebe, liebe diese Bücher und möchte sie jedem warm ans Herz legen. Egal, wie alt Sie sind, egal, welchem Geschlecht Sie angehören, wenn Sie sich ein bisschen für die Märchen Ihrer Kindheit zu öffnen vermögen, dann geben Sie dem Buch eine Chance!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwierig, wenn man Gaiman kennt.... und Lycidas trotzdem mochte, 17. März 2009
Ich glaube, dass ich noch nie so lange gezögert habe, eine Rezension zu schreiben wie bei diesem Buch -nur eins vorweg: Es stimmt, es gibt sie, die schier unendlichen Parallelen mit Niemalsland von Gaiman, auf die ich jedoch hier nicht wieder eingehen möchte. Vielleicht sollte man dem Autor zu gute heißen, dass er Gaiman ebenso wie anderen Autoren dankt und dass dieses Buch meines Erachten sehr gut geschrieben ist.
Es ist spannend, ich mochte die Charaktere sehr gerne und ich habe es trotz dieser Ähnlichkeiten zu Niemalsland skeptisch weiter gelesen, dabei war ich immer zwigespalten und habe gegrübelt, ob ich so ein Buch überhaupt gut finden DARF. Und warum das alles ? Weil ich die Rezensionen bei Amazon gelesen habe und weil ich Niemalsland sehr gut kenne und liebe. Deswegen darf ich doch dieses Buch nicht mehr mögen, oder doch ???
Also habe ich immer weiter gelesen und gelesen, habe gar nicht bemerkt wie es stetig später wurde und ich eigentlich darauf brannte, am nächsten Tag weiter lesen zu dürfen.... was für ein Frevel...
Letzten Endes mochte ich auch das Ende des Buches und nun sitze ich hier mit meinem Talent und weiß noch immer nicht genau, wieviel Sterne ich vergeben .... darf.
Hätte ich nie etwas anderes vorher gelesen, kein Neil Gaiman, kein Kai Meyer oder wie sie alle heißen, hätte ich wahrscheinlich ohne zu zögern die Höchstpunktzahl vergeben, doch leider ist das nicht der Fall.
Vier Punkte. Aber definitiv nicht weniger, denn dazu hat mich dsa BUch einfach zu sehr gefesselt. Fertig. (Endlich.)
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Toller Anfang und dann...???, 17. Januar 2011
Ich bin vor 2 Jahren in einer Bücherhandlung auf dieses Werk aufmerksam geworden. Die Vorschau auf der Rückseite war so spannend dargestellt und die ersten Seiten waren so toll geschrieben, dass ich mir das Buch als Fantasyliebhaber und vielbelesener Mensch kaufte.
Während der Anfang noch recht flüssig zu lesen war, begann ab dem Zusammentreffen der Protagonisten Emily mit ihrem Mentor Inhalt und Schreibweise des Buchs stark zu kippen. Ständige Wortwiederholungen ("dieses Kind!"), unlogische Wechsel der Erzählperspektiven, Vorwegnahme zukünftiger Schlüsselerlebnisse/Entscheidungen sowie redundante Zusammenfassungen voriger Erzählabschnitte erschwerten mir persönlich das Weiterlesen und zerstörten die Atmosphäre des Buches. Ich verstehe den Autor nicht, den doch sehr ansprechenden Anfang so dermaßen weiterzuführen und letztlich das Gesamtwerk in dieser Weise zu verhunzen. Die Beschreibung des Waisenhauses, in dem Emily lebt, ist - ähnlich wie in Romanen von Charles Dickens - wirklich großartig und spannend dargestellt. Aber alles, was danach kommt, ist nur noch Schrott. Die Erzählweise, auch die des Ich-Erzählers reduziert sich größtenteils auf die Sprache eines 6-jährigen Kindes (Dreiwortsätze!) und das passt mit der projizierten Dimension, der Ich-Erzähler soll ein erwachsener Mann darstellen (Mentor von Emily), überhaupt nicht überein. Da wurde nich konsistent gearbeitet und als Leser könnte man sich daran sehr stark stören. Zudem habe ich das Gefühl, dass einige Inhalte auch aus anderen Büchern entnommen worden sind (Neil Gaiman, Stephen King, Charles Dickens, Wolfgang Hohlbein). Das Ergebnis meiner Marzi-Reise sieht jetzt so aus, dass ich nach 138 Seiten das Buch weggelegt habe und es mittlerweile seit über 1 Jahr einstaubt. Leser, die diese Schreibweise Marzis nicht kennen, sollten vorab probelesen, ob ihnen "Lycidas" gefällt, aber am besten aber in der Mitte des Buches.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Christoph Marzi - Lycidas, 29. Januar 2014
Von 
Kerstin Junglen (Flörsheim/Main, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lycidas: Die Uralte Metropole - Erster Roman (Taschenbuch)
Meinung:
Die 12-jährige Emily Laing wächst im Waisenhaus von Rotherhithe in London auf. Dort ist Gewalt und Grausamkeit an der Tagesordnung, was Emily zu spüren bekam, als sie ihr eines Auge verlor. Eines Nachts jedoch bekommt sie Besuch von einer Ratte namens Lord Brewster, die ihr einen Auftrag erteilt. Emily verlässt heimlich das Waisenhaus und macht bald die Bekanntschaft des Alchemisten Mortimer Wittgenstein und des Elfen Maurice Micklewhite, die ihre Freundin Aurora Fitzrovia ebenfalls aus dem Heim befreien.

Die beiden haben mit Emily Großes vor, denn sie soll sich gemeinsam mit ihnen auf die Suche nach der entführten Mara Mushroom machen, die in die Uralte Metropole verschleppt wurde. Diese ist eine Stadt unter der eigentlichen Stadt Londons, in der die Uhren anders ticken und die viele verschiedene fantastische Lebewesen beherbergt. Doch was hat es mit den Entführungen weiterer Kinder in die Metropole auf sich? Dies und auch ihre Herkunft wird Emily im Laufe der Geschichte erfahren, die abenteuerlicher und spannender nicht sein könnte...

Lange schon wollte ich mich an der Uralten Metropole versuchen und habe nun endlich den 1. Teil dieser Reihe gelesen. Mit 864 Seiten ist Lycidas ein umfangreicher Roman, den man auch nicht eben mal schnell wegliest. Christoph Marzi hat hiermit ein Feuerwerk an Fantasie und Kreativität erschaffen, das meiner Meinung nach seinesgleichen sucht.

Anfangs dachte ich noch, dass das Buch im viktorianischen London spielt. Doch da wurde ich schnell eines Besseren belehrt, denn die Handlung bezieht sich auf die Gegenwart und die moderne Zeit. Allein in der Uralten Metropole scheint die Zeit etwas stehengeblieben zu sein und Christoph Marzi versteht es meisterhaft, Moderne und Vergangenheit zu verbinden.

Es wimmelt nur so von sagenhaften Gestalten, seien es Werwölfe, Engel, ägyptische Gottheiten, Irrlichter oder auch Golems. Das mag manchen Lesern vielleicht zuviel des Guten sein, doch mich konnten diese Wesen allesamt begeistern. Die Geschichte selbst wird aus der Sicht Mortimer Wittgensteins in der Vergangenheitsform erzählt und Spannung kommt hier keinesfalls zu knapp. Auf brutale blutige Szenen wird nicht verzichtet und Missbrauch von Kindern wird angesprochen, wenn auch nur zwischen den Zeilen. Dessen sollte man sich vor dem Lesen bewusst sein, Lycidas ist keineswegs ein Kinderbuch, auch wenn die Protagonistin erst 12 Jahre alt ist!

Mich konnte es definitiv begeistern und ich werde die Reihe weiterverfolgen. Glücklicherweise endet der Roman ohne großartigen Cliffhanger, trotzdem bin ich gespannt, welche Abenteuer Emily Laing und ihre Verbündeten noch bestehen müssen und freue mich deswegen auf Lilith.

Fazit:
Ein Buch zum Eintauchen und Genießen, fantasievoll und kreativ. Unbedingte Leseempfehlung!

Reihenfolge:
1. Lycidas
2. Lilith
3. Lumen
4. Somnia
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Entführung der anderen Art.., 17. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Lycidas: Die Uralte Metropole - Erster Roman (Taschenbuch)
Ein Buch, welches mich wirklich zwiegespalten zurücklässt. Zwiegespalten deshalb, weil es auf der einen Seite wirklich interessant war zu lesen, welchen Weg die Hauptprotagonistin gehen muss, was sie alles erlebt, aber auf der anderen Seite war es sprachlich manchmal sehr holprig, langatmig und ich habe das eine oder andere Mal sogar darüber nachgedacht, es einfach an die Seite zu legen oder ein paar Seiten weiter nach vorne zu blättern.

Die Geschichte selbst dreht sich um ein junges Mädchen namens Emily Laing. In einem Waisenhaus aufgewachsen hat sie dort kaum Freunde, einzig und allein Aurora ist ihr eine wahre Freundin. Eines Tages, als sie denkt, dass eh schon alles s...... genug ist, trifft sie in der Küche des Waisenhauses auf eine sprechende Ratte.
Allein das findet sie schon schräg genug, aber als die 2jährige Mara aus dem Waisenhaus entführt wird, gerät sie in eine völlig neue Welt, die auch ihre Vergangenheit in einem völlig neuen Licht erscheinen lässt.

Der Grundstein der Idee ist an sich eigentlich ganz gut und im Gegensatz zu manch anderem Leser muss ich ehrlich gestehen, dass das Werk "Neverwhere" von Neil Gaimans nicht kenne, mit dem es oft verglichen zu werden scheint.
Christoph Marzi entführt den Leser in eine Welt voller Geheimnisse, voller fabelhafter Wesen voon Werwölfen, über Irrlichter bis hin zu Engel und nicht zuletzt Lucifer, welcher sich inzwischen jedoch Lycidas nennt.
Der erste Teil des Buches ist wahrlich vielversprechend und ich hatte ihn auch recht schnell durch, trotz des bereits angedeuteten holprigen Schreibstils. In den beiden folgenden, sich im Buch befindlichen Teilen "Lillith" und "Licht" jedoch lässt das Buch etwas nach.

Erzählt wird das gesamte Buch aus der Sicht von Master Wittgenstein, welcher auch als Emilys Mentor fungiert, welcher ihr in der uralten Metropole unterhalb von London zur Seite stehen soll. Anfangs hat man das Gefühl, man befindet sich irgendwo zu früheren Zeiten in London, in der Stadt, wie sie früher einmal gewesen sein könnte, aber dennoch ist man in der heutigen Zeit. Lediglich die uralte Metroploe befindet sich unterhalb der heutigen Stadt.
Die Beschreibungen, was London selbst angeht, haben mir wiederrum recht gut gefallen und ich konnte mir einige der Orte - auch in der uralten Metropole - bildlich und realitätsnah vorstellen.
Das Ende muss ich sagen, war ein kleines bisschen.. ich will nicht sagen überraschend, aber ich habe etwas anderes im Gehirn gehabt, so wie ich es mir vorstelle.
Alles in allem ein Buch, was mehr für Jugendliche, als für Kinder geeignet ist, aber dennoch eine interessante Welt offenbart, in welche ich gerne eingetaucht bin.
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Lycidas: Die Uralte Metropole - Erster Roman
Lycidas: Die Uralte Metropole - Erster Roman von Christoph Marzi (Taschenbuch - 9. November 2011)
EUR 9,99
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